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 Sicherheit heisst Freude am Wandern haben und bewahren.

 

Planung:
Eine gut geplante Wanderung ist eine sichere Wanderung.

- Suchen Sie sich Ihr Traumziel aus

- berechnen Sie die Wanderzeit: 
Horizontaldistanz 4km/h plus 1h für 300m Aufstieg, bzw. 1h für 600m Abstieg
Seien Sie grosszügig bei der Bemessung. Wie befriedigend ist es, wenn Sie ihren Zeitplan unterbieten können - wie stressig ist eine Wanderung, wo Sie Ihrem Zeitplan hinterherhetzen müssen.

- beginnen Sie bescheiden: 
4h Wanderzeit genügen für den Anfang. Bedenken Sie, dass Sie ja unterwegs die Landschaft geniessen, vielleicht eine seltene Pflanze fotografieren und natürlich ihre Zwischenverpflegung geniessen wollen. Eine 4h-Wanderung dauert dann sofort 5h.
Auf- und Abstiege sollten  i.a. 1000Höhenmeter nicht übersteigen.
Wenn Sie mehr Erfahrung und Kondition haben steigern Sie auf 6..8h und 1500Höhenm. 

- suchen Sie im Internet nach Wegbeschreibungen: als Suchbegriffe verwenden Sie den Namen der Hütte, die Gemeinde/Ortschaft in der Nähe, den Namen des Uebergangs/Pass - erstaunlich, wie schnell und einfach man fündig wird.

- kaufen Sie sich ein Wanderbuch Ihrer Traumgegend

- wenn Sie unsicher sind, so fragen Sie die Organisation, welche die Wanderwege unterhält ( z.B. BAW) oder das Verkehrs- oder Tourismusbüro vor Ort

- benützen Sie ausschliesslich weiss-rot-weiss markierte Bergwanderwege. Wollen Sie eine weglose Wanderung machen, so leisten Sie sich einen Bergführer (bedenken Sie, dass Sie mit dem Bergführerhonorar den Heliflug ins nächste Spital nicht bezahlen können).

- wenn Sie nicht schwindelfrei sind, hüten Sie sich vor Wegen, welche in den Beschreibungen als 'ausgesetzt' bezeichnet werden

- seien Sie vorsichtig, wenn Begriffe auftreten, wie  'nur für erfahrene Bergwanderer', 'Trittsicherheit' , 'teilweise markiert' und 'mit Ketten gesichert' 

- beschaffen Sie die notwendigen Wander- und Landeskarten (1:25'000)

- legen Sie sich eine Ausrüstung zu auf die Sie sich zu 100% verlassen können

- lernen Sie Kartenlesen. Lernen Sie das Umsetzen eines Kartenbildes in die Wirklichkeit. Lernen Sie den Umgang mit GPS, Kompass und Höhenmesser. Benützen Sie diese Geräte und üben Sie das Kartenlesen, wenn immer Sie unterwegs sind. Prüfen Sie Ihre Trefferwahrscheinlichkeit anhand der Wegweiser und dem Gelände.

- Denken Sie Notfälle durch, versuchen Sie sich vorzustellen, was Sie in einem Notfall tun wollen, überlegen Sie sich Alternativen für Ihre Wanderung (z.B. Abkürzungen, schnelle Abstiege ins Tal)

- benützen Sie den Zug

 

Wetter:
- beste Wanderzeit Mitte Juli bis Mitte Oktober
- stabile Hochdruckwetterlage für die Dauer der Wanderung
- Schneefallgrenze über 3000m
- trocken, kein Nebel, kein Schnee, kein Regen
- im Hochsommer ist mit lokalen Wärmegewittern zu rechnen, welche kaum rechtzeitig vorausgesagt werden können
- vermeiden Sie Wanderungen während Föhnlagen, da der Föhn plötzlich zusammenbrechen kann und das Wetter umschlägt

 

Während der Wanderung:
-überprüfen Sie Ihren Zeitplan

- verfolgen Sie Ihren Weg auf der Karte, so, dass Sie jederzeit wissen wo Sie sind

- machen Sie regelmässige Pausen (z.B. 50min Gehen 10min Pause)

- scheuen Sie sich nicht eine Wanderung abzubrechen und umzukehren, wenn Ihnen die Sache nicht mehr geheuer ist oder sich ein Teilnehmer nicht mehr wohlfühlt

- halten Sie sich an Ihren Plan und ändern Sie nicht plötzlich die Route, es sei den die Sicherheit ist gefährdet

- erkundigen Sie sich in den Hütten nach den Wegverhältnissen

- Fragen Sie den Hüttenwart, er gibt Ihnen gerne Auskunft

- Tragen Sie sich im Hüttenbuch ein und geben Sie das Tagesziel an

- schreiben Sie sich Ihre Wanderzeiten auf, damit Sie Ihre persönliche Leistungsfähigkeit bei der nächsten Wegzeitberechnung berücksichtigen können

 

Natel:
Verlassen Sie sich nie auf ihr Natel. Gehen Sie davon aus, dass Sie mit Ihrem Natel im Notfall keine Verbindung herstellen können. Ihr Netzbetreiber deckt i.a. nur die bewohnten Gebiete ab (siehe Funkversorgungskarte ihres Netzbetreibers). 

Nach meinen Erfahrungen funktioniert das Natel bei Passwanderungen nicht. Von Berggipfeln aus konnten wir aber meistens eine Verbindung herstellen.

Die Natel-Hinweise in den Tourenbeschreibungn gelten für Swisscom und den jeweiligen Zeitpunkt der Wanderung. Es kann durchaus sein, dass die Verbindungsverhältnisse zu einem anderen Zeitpunkt besser oder auch schlechter sind.

Wenn Sie Ihr Natel einsetzen wollen, so führen Sie mindestens einmal pro Stunde eine Verbindungskontrolle durch (rufen Sie jemanden an. Es genügt nicht, das Antennensymbol (Feldstärke) zu kontrollieren). Suchen Sie sich dazu eine ausgesetzte und erhöhte Stelle, wo Sie in ein bewohntes Tal hinunterblicken können. Die Funksignale Ihres Natels breiten sich nämlich ähnlich aus wie Lichtstrahlen.

 

Allein ?
Wandere nie allein - tauche nie allein - wer kennt das nicht.

Trotzdem habe ich fast alle hier beschriebenen Wanderungen allein durchgeführt und habe unterwegs immer wieder 'Alleinwanderer' getroffen.

Ob allein oder in der Gruppe, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.

Allein wandern ist für mich sehr bereichernd und immer ein tiefgreifendes Erlebnis in der Natur.

Wenn Sie allein gehen, seien Sie sich des Risikos bewusst, da bereits ein kleiner Misstritt oder Sturz fatale Auswirkungen haben kann. Bereiten Sie sich peinlichst genau vor und gehen Sie nicht an Ihre Leistungsgrenze. Im übrigen gilt einfach das bereits oben Gesagte.

 

  

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© copyright by Jürg Zbinden, 2002