H. Drothler Neue Oberstufe

© Holger Drothler 2008

letzte Aktualisierung: 26.01.2008

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Die neue Oberstufe

 

 

 

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Einführung im Schuljahr 2009/10

Fortbildungsoffensive an bayerischen Gymnasien

Im Schuljahr 2009/10 werden die ersten Schüler des bayerischen achtjährigen Gymnasiums die 11. Jahrgangsstufe erreichen. Damit treten sie in die Kursphase der neuen Oberstufe ein.

So werden einige Änderungen auch auf die Lehrkräfte zukommen. In großangelegten Fortbildungsveranstaltungen werden deshalb aus jeder Schule 8 bis 10 Lehrer im Frühjahr 2008 über alle Änderungen informiert. Diese Veranstaltungen finden jeweils von Donnerstag bis Samstag statt.

Inhalte und Planung der Fortbildungsveranstaltung

 

 

Wichtige Änderungen

Von der Stundentafel über die Seminarfächer hin zur Abiturprüfung

 

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

   Grundsätzlich wird es keine Unterscheidung in Grund- und Leistungskurse mehr geben.

   Die Fächer Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache werden für jeden Schüler zu Abiturfächern und sind in den Jahrgangsstufen 11 sowie 12 mit jeweils 4 Stunden zu belegen.

   Die Abiturprüfung findet nun in 5 statt 4 Fächern statt (2 davon werden mündlich geprüft, jedoch nicht Mathematik und Deutsch).

   Verpflichtend sind 2 Seminarfächer zu belegen (nur in den Halbjahren 11/1,11/2 und 12/1 mit je 2 Stunden, in 12/2 entfallen diese):

   Im W-Seminar (Wissenschaftspropädeutisches Seminar) werden die Schüler mit den wichtigsten Methoden zum wissenschaftsorientierten Arbeiten vertraut und schreiben an einer etwa 10seitigen Seminararbeit, deren Inhalte sie auch präsentieren müssen. Die bisherige Facharbeit entfällt.

   Im P-Seminar (Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung) werden zum Einen (etwa der Dritte Teil der Zeit) wichtige Kompetenzen zur Berufswahl aufgebaut. Zum Anderen führen die Schüler Projektarbeit mit Bezug zur beruflichen oder wissenschaftlichen Praxis zusammen mit einem externen Projektpartner aus der Arbeitswelt (Firmen, Kirche, Vereine etc.) durch.

   In der Qualifikationsphase bringen die Schüler 40 Halbjahresleistungen ein (d.h. maximal 600 Notenpunkte). Darin enthalten sind 2 Halbjahresleistungen aus dem W-Seminar und in je eine doppelte Bewertung (also je maximal 30 Punkte) für die Seminararbeit und das gesamte P-Seminar.

   Zur Abiturprüfung zählen nur noch die 5 Prüfungen selbst (die Note aus 12/2 geht also nun in die Qualifikationsphase ein). Diese werden in jeweils 4facher Wertung gewichtet und ergeben somit jeweils maximal 60, also insgesamt 300 Notenpunkte.

 

 

Stundentafel:

So ergibt sich folgende Stundentafel (beschlossen von der bayerischen Staats-regierung im März 2007):

 

 

 

Bereich

Fach     

11

12

Gesamt

Pflichtbereich

Religion oder Ethik

2

2

 

 30 Stunden

Deutsch

4

4

Mathematik

4

4

Geschichte und Sozialkunde

2 + 1

2 + 1

Sport

2

2

Wahlpflichtbereich

Aus jeder Zeile muss je ein Fach ausgewählt werden

Fremdsprache 01

(E, F, L, Gr, It, Sp oder Ru)

4

4

 

25 Stunden

(26 Stunden)

Naturwissenschaft 01

(Ph, C oder B)

3

3

Naturwissenschaft 02

(Ph, C, B, ggf. Inf)

oder Fremdsprache 02

(E, F, L, Gr, It, Sp oder Ru)

3

(4)

 

Gesellschaftswiss.

(Geo oder WR)

2

2

Ästhetischer Bereich

(Ku oder Mu)

2

2

freie Wahl

Bei freier Fächerwahl ist die jeweils angegebene Stundenzahl Pflicht

 

W-Seminar

(Wissenschaftsorieniert mit Seminararbeit)

2

1

 

11 Stunden

(10 Stunden)

P-Seminar

(Projektorieniert mit Studien- und Berufsorientierung)

2

1

Individuelle Profilbildung

5

(4)

Gesamtstundenzahl

 

34-38

32-28

66 Stunden

 

 

Mit 66 Stunden liegt Bayern im unteren Bereich, wenn man diese Zahl mit denen der angrenzenden Bundesländer Baden-Württemberg (66 Std.), Hessen (mindestens 65 Std.), Thüringen (67 – 69 Std.) und Sachsen (70 Std.) vergleicht.

 

 

Beispiel eines W-Seminars

Im W-Seminar werden die Schüler mit den wichtigsten Methoden zum wissenschaftsorientierten Arbeiten vertraut. Am Ende steht die Seminararbeit.

Wie man ein solches Seminar aufbauen könnte (von der Zeitplanung her und inhaltlich), zeigt das Beispiel des im Schulversuch durchgeführten W-Seminars „Mathematik an den Finanzmärkten“. Dieses wurde damals allerdings noch auf eine Dauer von einem Schuljahr konzipiert.

   Konzept des W-Seminars „Mathematik an den Finanzmärkten“

   Mögliche Themen für Seminararbeiten und mögliche Leistungsnachweise

   Ablauf des Seminars (Internetseite für die Schüler)

      hier sind auch Präsentationen und Skripten für die Inputphase zu finden

 

 

 

 

Fach

Wo-Stunden

Prüfung

Deutsch

4

schriftlich

Mathematik

4

schriftlich

Fremdsprache 01

4

 

1 Fach schriftlich

 

2 Fächer mündlich

Gesellschaftswissenschaft

G, WR, Geo, Sk, Ev, K, Eth, WIn, SwA

2

5. Abiturfach

Naturwissenschaft: B, C, Ph

Fremdsprache 02

Informatik

Ku, Mu, Sport (Sonderbedingungen)

2 bis 4

 

 

 

 

 

Einbringung von Leistungsnachweisen

In der zweijährigen Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 11 und 12) können maximal 600 Punkte erreicht werden. Dazu muss jede Schülerin und jeder Schüler 40 Halbjahresleistungen einbringen.

Dabei gelten folgende Grundregeln:

  In einem Abiturprüfungsfach müssen alle vier Halbjahre eingebracht werden.

   In allen andern Fächern gibt es immer ein "Streichergebnis",

      d. h. von einem Fach, das über vier Halbjahre besucht wird, müssen drei Halbjahre eingebracht werden, von einem Fach, das über zwei Halbjahre besucht wird, muss ein Halbjahr eingebracht werden.

Daraus ergeben sich i. d. R. 30 Pflichteinbringungen. Die weiteren 10 Einbringungen erfolgen durch die Seminare bzw. sind freie Profileinbringungen (je nach Wahl der Abiturprüfungsfächer können sich auch mehr Pflichteinbringungen ergeben).

Die nachfolgenden Tabellen geben dazu einen Überblick:

Pflichteinbringungen

 

 

Fach

Einbringung 

Bemerkung

Deutsch

4

Abiturfach

Mathematik

4

Abiturfach

Fremdsprache 01

4

Abiturfach

Ev, K, oder Eth

3

 

G + Sk

3

 

Geo oder WR

3

 

Ku oder Mu

3

 

Naturwissenschaft 01

3 (4*)

*bei 2 Fremdspr.

Fremdsprache 02

Naturwissenschaft 01

oder Informatik

 

1

 

eine weitere für

4. Abiturfach

G, WR, Geo, Sk, Ev, K, Eth, WIn, SwA

 

1

 

eine weitere für

5. Abiturfach

Naturwissenschaft: B, C, Ph

Fremdsprache 02

Informatik

Ku, Mu, Sport (Sonderbedingungen)

1

 

Gesamt

30

 

 

 

Profileinbringungen

 

 

Fach

Einbringung 

Bemerkung

W-Seminar

2

 

Seminararbeit

entspricht 2

doppelte Wertung

P-Seminar

entspricht 2

1 Gesamtnote in

doppelter Wertung

Sonstige

weitere Wahlpflichtfächer (vgl. oben)

Profilfächer: z.B. Cho, Orc, Drg

sonstige: Spo (max. 3), Inf, FS 02

4

 

Gesamt

10

 

 

 

 

 

Abiturprüfung

In der Abiturprüfung sind für den Schüler 5 Fächer verpflichtend, von denen 3 schriftlich und 2 mündlich geprüft werden.

Schriftlich finden die Prüfungen in Deutsch und Mathematik statt.

In den anderen 3 Prüfungsfächern (Fremdsprache, gesellschaftswissenschaftliches Fach, 5. Prüfungsfach) findet eine Prüfung nach Wahl des Schülers schriftlich statt, die anderen beiden mündlich.

 

 

Fach

Wo-Stunden

Prüfung

Deutsch

4

schriftlich

Mathematik

4

schriftlich

Fremdsprache 01

4

 

1 Fach schriftlich

 

2 Fächer mündlich

Gesellschaftswissenschaft

G, WR, Geo, Sk, Ev, K, Eth, WIn, SwA

2

5. Abiturfach

Naturwissenschaft: B, C, Ph

Fremdsprache 02

Informatik

Ku, Mu, Sport (Sonderbedingungen)

2 bis 4

 

 

 

Weitere Informationen unter http://www.gymnasiale-oberstufe-bayern.de