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FRAUENGRUPPE
MIT DEKONSTRUKTIVISTISCHEN ANSPRUCH? Zuerst ein Auszug eines Textes, dessen Aussagen bzw. Fragen wir unterstützen. „Warum auch dieses permanente erzwungene Training zu Ordnung, Überordnung und Unterordnung, sich innerhalb bestehender Strukturen zu bewegen, sie zu akzeptieren und mit ihnen auch die Einteilung in genau zwei entgegengesetzte und eindeutig gegeneinander abgegrenzte Geschlechter – wie auch die Einteilung in angeblich so genau gegeneinander abgrenzbare Völker, Nationen, Ethien, Rassen? Warum werden bestimmte äußerliche Körperliche Merkmale gleich bestimmte psychische und geistige Eigenschaften und bestimmte gesellschaftliche Rollen zugeschrieben? Warum diese stete Zurichtung auf dieses umfassenden System der Kategorien und Hierachien? Warum auf so vielen Ebenen, in so vielen Bereichen immer wieder dieses lebenslange – bewusste wie unbewusste – Training und dieser permanente Zwang zu statischer Einteilung, eindeutiger Zuordnung, unveränderbarer Abgrenzung, festgelegter Struktur, unumstoßbarer Ordnung?“ [AGGPG - Arbeitsgruppe gegen Gewalt in der Pädiatrie u. Gynäkologie, www.postgender.de] ------------------ Alles um
uns herum ist konstruiert– realistische Konstrukte durch die in
vielen Köpfen stattfindende Reproduktion von vorgegebene Verhaltens-
und Ordnungssysteme. So einfach
ist das leider nicht. Wer sich also hoch motiviert auf den befreienden Denkansatz der Dekonstruktionstheorie stürzt findet sich schnell in einem Knäul komplexer Zusammenhänge von unzähligen miteinanderverbundenen Fäden wieder, in welche man sich mit Leichtigkeit verheddern kann. Theorie, Gelabber, Passivität und Gemütlichkeit lächeln einem bequem entgegen. Wer glücklich
und zufrieden, mit dem Wissen von 2, 5 oder 8 dicken Wälzern, in
Diskussionen übers Dekonstruieren schlaumeiert, redet bald nur noch
von eben dieser diskursiven Welt und kann auf reale Herrschaftsverhältnisse
kaum mehr eingehen – nimmt sie nicht mehr wahr. Wer also mit der
Logik der Theorie die Praxis verliert – blendet ziemlich schräg
aus, was im lebendigem Umfeld so stattfindet. Geschlechtliche
Dekonstruktion funktioniert auch nicht durch mal eben schnell Kleider
auszutauschen, was natürlich auf einer performativen Ebene auch ganz
spaßig und provokativ sein kann. --------------------- Wir, als Frauengruppe mit dekonstruktiven Anspruch, befinden uns innerhalb der interessanten Spannung, einerseits nicht mehr bestimmen zu wollen bzw. zu können, was eine Frau ist, anderseits die Notwendigkeit, die gesellschaftlichen [Ungleich-]Verhältnisse mit Hilfe des Begriffes „Frau“ aufzeigen zu müssen. Also übernehmen
wir die Kategorie und Identität „Frauen“ als provokanten
Hinweis auf eine gemeinsame geschlechtsgebundene Unterdrückungsgeschichte.
Der vereinheitlichende, fremdbestimmte Begriff („Frauen“)
soll zu einem analytischen, politischen Begriff werden. Eine feministische
Kritik, die u.a. die Geschlechtsklassifikation als Herrschaftskonstrukt
zurückweist, stellt alle totalisierenden Gesten, alle identitätspolitischen
Praktiken und immer wieder eigene Lebens- und Denkweisen in Frage. KAMPF
DER HERRSCHENDEN ORDNUNG! Frauengruppe
G.I.K., [Geschlecht Ist Konstruiert] |