texte_rolle_der_frau   

In einer kapitalistischen Gesellschaft werden Menschen in Stereotypen unterteilt, die Gesellschaft ist so organisiert, das jedem die Aufgabe zukommt, die Einhaltung dieser Stereotypen zu über wachen. Wehe jemand wagt sich heraus und paßt sich nicht an. Diese(r) wird vom Großteil der Gesellschaft geächtet.
Das gibt Frauen nicht gerade den Mut ihr zugewiesenes Feld zu überschreiten. Frauen werden eingeschüchtert und ihr Selbstbewußtsein oftmals gebrochen.
Die heutige Werbung gibt vor, im Großteil fortschrittlich und gleichberechtigt zu sein. In Wirklichkeit werden in der heutigen Werbung immer neue Stereotypen erfunden und auf ein Geschlecht festgelegt. So erscheinen Karrierefrauen auf der Leinwand mit meist langen, schlanken Beinen in Karrierefraueneinheitskostümen, deren Rock beim Sitzen über die Knie rutscht. Außerdem tragen Karrierefrauen Brillen. Ein weiterer Stereotyp, der normalerweise in Medien, nur den Männern zugestanden wird (Intelligenz=Brille).
Die Perfektion von diesem Sexismus macht sich in letzter Konsequenz in der Realität sichtbar: Frauen, die in höhere Etagen versetzt werden sind hübsch und ansehnlich. Die klassische Karrierefrau ist hübsch und anpassungsfähig. Das heißt sie entspricht dem nach männlichen Maßstäben gesetzten Stereotyp „weiblich“. Andere Frauen werden benachteiligt und müssen oft immernoch doppelt soviel arbeiten wie ihre männlichen Kollegen, um befördert zu werden. Auch das Familienideal wird durch Werbung erhalten. Frauen waschen und putzen,gehen einkaufen und bringen den Kleinen Kinderschokolade mit.
Obwohl man meinen müßte, in einem fortschrittlichen Zeitalter zu leben, ist der Fortschritt hinsichtlich der Freikörperkultur, Erotik und der Selbstbestimmung der Frau ein maßgeblicher Rückschritt.

Viele Frauen zerbrechen an der Erwartung und dem Druck traditionelle Rollen übernehmen zu müssen, den aufgesetzten Stereotypen zu entsprechen und das von Medien propagierte Schönheitsideal zu erreichen. Es wäre unwissenschaftlich die autoaggressive Krankheit: Magersucht nur auf die Werbung zurückzuführen. Aber es wäre genauso unwissenschaftlich, die Rolle die Werbung dabei durchaus spielt, völlig auszuschließen. Das heutige Schönheitsideal ist ein dürrer Frauenkörper. Die Grenzen zwischen dünn, dürr und magersüchtig zerfließen. Es werden uns angeblich gesunde, glückliche und fitte Models präsentiert. Doch das Glück ist eine Lüge. Der auf „schön“ gequälte Körper hat mit Gesundheit und Wohlbefinden absolut nichts zu tun.
Fast immer spielt Kokain eine Rolle, um den wahnsinnigen Schankheitskuren psychisch standzuhalten und dem nötigen Ideal der Madellkarriere zu entsprechen. Jede Unvollkommenheit wird nun mit dem Computer wegretuschiert. Diese „Modepüppchen“ zieren nun sämtliche Zeitschriften und andere Werbeflächen, bevorzugt werden Frauenzeitschriften, in denen auch gleich mehrere Seiten Diätrezepte verkauft und Frauen unter Druck gesetzt werden.

Im Kapitalismus wird uns die „heilige Familie“ als“ höchsten Zustand der absoluten Einheit von Mann und Frau, als erfüllendes, glückseliges Lebensziel und als ein Rückzugsort aus der herzlosen Welt“ verkauft. Das aber diese Welt kapitalistisch und deshalb herzlos und maßgeblich daran beteiligt ist, das Frauen auch in Beziehungen unterdrückt werden, wird uns verschwiegen. Frauen, die aus ihrer geselllschaftlichen Rollenzuweisung ausbrechen wollen und sich gleichzeitig nach Zärtlichkeit sehnen, die sie weder in der herzlosen Welt noch in dem propagierten Familienideal finden, richten ihren Widerstand oft gegen sich selbst und betäuben Sehnsüchte und Wünsche,die ihnen im Profite vor Menschen –System nicht zugestanden werden mit Fress-und Drogensucht ( oft von der legalen Droge Alkohol).
Frauen, die sich den Stereotypen beugen enden oft im Diätwahn, bis hin zur lebensgefährlichen Magersucht. Frauen, die zwischen beiden extremen schwanken, leiden unter anderem an Bulimie, der Eß-und Brechsucht. Auch Schönheitsoperationen sind heute an der Tagesordnung. „Schönheitsoperationen“ ein Ausdruck der nichts weiter besagt, als das Herumschneiden an Körper und Gesicht, um alles natürliche, individuelle, interessante und unvollkommene auszuradieren und mit dem Gesicht und Körper einer Frau eine wertvolle Verpackung für den Stereotyp „Weiblichkeit“ abzugeben und damit den eigenen Marktwert zu steigern.( Ausgenommen seien hier medizinisch notwendige Eingriffe, z.B. wenn die Brust der Frau so schwer ist, das es ihrem Rücken schadet ).

Viele Frauen haben nie gelernt offensiv gegen Frauenunterdrückung vorzugehen, denn auch das beinhalten die Stereotypen, die sich in das Bewußtsein und Unterbewußtsein vieler Frauen eingebrannt haben. Nämlich: Frauen sind schwach, Frauen werden nicht ernst genommen, Frauen sind Mängelwesen. Das erzeugt in diesen Frauen starke Minderwertigkeitsgefühle anstatt Selbstvertrauen und wirft die Frauen mit ihrer Wut auf den öffentlichen, gesellschaftlich akzeptierten Sexismus, auf sich selbst zurück und die Diätmittelindustie boomt. Die meisten frei verkäuflichen Diätmittelprodukte sind so aggressiv, das sie den Darm kaputt machen. Aber die Auswirkungen interessieren die Hersteller nicht, ihnen geht es nur um‘s Geld. Dasselbe Phänomen zeigt sich am Beispiel der Brustkrebsforschung: Obwohl bewiesen ist, das Silikonkissen platzen und auslaufen können, den Körper und das Gehirn vergiften, was Blindheit oder sogar den Tod nach sich ziehen kann, werden sie Frauen, denen eine Brust amputiert wurde immernoch eingesetzt. Man kennt die Risiken, aber die Methode ist nicht gesetzlich verboten.Deshalb hat sich eine Selbsthilfegruppe für Silikongeschädigte gegründet, deren MitgliederInnenzahl allein in Deutschland 5000 Frauen zählt.
Die Frau als Mensch mit ihren Stärken und Schwächen wird im Kapitalismus nur auf ihre Schwächen reduziert, die noch nicht einmal ihre tatsächlichen Schwächen sein müssen, sondern die ihr von der Gesellschaft aufgezwungen werden. Mit dieser Reduzierung wird sie künstlich zu einem „weiblichen“ Sonderwesen deklariert, während beim Mann in der Werbung von seinen Stärken ausgegangen wird, die jedoch auch frei erfunden sein können und stark überzogen dargestellt werden.(Meist als selbstständige, durchsetzungsfähige, heldenhafte, durchtrainierte, mutige und kernige Typen ).
Schwule treten manchmal als tuntige Lachnummern in Erscheinung, was Hetereomännern verdeutlichen soll, das weiche Züge dem Stereotyp „männlich“ nicht entsprechen und daher lächerlich, „weibisch“ (die Diskriminierungsform von „weiblich“) und unerwünscht sind. (Generell dient Werbung nicht der Aufklärung, sondern ausschliesslich der Vermarktung. Wenn wir also einmal tatsächlich auf ein ganz „normales“ Schwulen- oder Lesbenpaar in der Werbung gestossen sein sollten, dann nur weil die Werbung nun auch Schwule und Lesben als Konsumentengruppe entdeckt hat). Werbung verfestigt in der Regel geschlechtsspezifische Stereotypen und Rollenvorstellungen, die weit auseinanderklaffen und häufig Identitätskrisen bei beiden Geschlechtern, sowie andere psychische Leiden und starke gesundheitliche Schäden hervorrufen können
In der kapitalistischen Gesellschaft ist die Aufgabe der Medien nicht erotische Beziehungen darzustellen, sondern Stereotypen festzulegen und klare Machtverhältnisse zu propagieren und zu sexualisieren. In diesem Machtgefälle stellt der Mann das starke, verfügende Geschlecht und die Frau das schwache verfügbare Geschlecht dar. Werbung verdeutlicht wie Frauen zur Ware und zu Sexobjekten deklassiert werden und zeigen, warum solche Art der Darstellung nichts mit Erotik zu tun hat, indem logische Zusammenhänge in sexistische Zusammenhänge umdefiniert werden:

Vergleichsbeispiel Milka Schokolade:

Warum wird in der Werbung für Milka Schokolade eine Kuh abgebildet?
Kuh = Milch.
Milch = Schokolade.
Es bestehen logische Zusammenhänge.

Astra Werbung

Das beste Beispiel für Sexismus zeigt die eine Werbung von „Astra“:
Auf einem Fußballstadion stehen aufgereiht mehrere Bierflaschen mit verschiedenen Bildern. Es sind Frauen mit knapp bekleideten Höschen in verschiedenen pornografischen Positionen zu sehen: Pralle Brüste und ausgestreckte Ärsche. Auf der letzten Flasche sehen wir eine Frau mit einem rosa Fußball. Das Ganze trägt den Titel.“ Frauen und Fußball geht doch beides. und den Werbeslogan von Astra direkt dahinter:“Was dagegen?“

Die Radiowerbung dazu klingt entsprechend:“ Dir gehört keine Frau? Nein Frauen gehören niemandem. Frauen gehören in die Küche. Freu dich auf Astra!“

diese Werbung unterstreicht auf unverfrorene obskure Weise, traditionelle Stereotypen wie rosa = Mädchen, Rollenvorstellungen wie: „Frauen in die Küche“ sollen verfestigt werden. Die Werbung macht sich lustig über Frauen, die Fußball spielen und Bier trinken.(beides sind Verhaltensweisen, die traditionell dem Stereotyp „männlich“ zugeschrieben werden) und bedient sich einem Bild der Frau, das sie allein auf die Sexualität reduziert.
Die Zusammenhänge werden hier lediglich aus sexistischen Denkstrukturen rekonstruiert:

Frauen sind geil – Astra ist geil
Konsumiere Astra – Konsumiere Frauen.
Frauen sind erst Frauen – wenn sie den Haushalt machen.
Richtige Kerle- spielen Fußball und saufen Bier.etc.

Es gibt weder die natürlich geborene demütige, weibliche Frau ( = Opfer), noch den natürlich geborenen männlichen Unterdrücker ( = Täter ). Das Verhalten von Menschen hängt wesentlich von den Normen und Werten der Gesellschaft ab. Medien tragen erheblich zu der Entstehung von Normen und Werten in der Gesellschaft bei und prägen sie. Werbung kann nicht unabhängig von der Gesellschaft gesehen werden. Sie stellt ein ständiges Wechselspiel mit ihr da. Eines dieser Wechselspiele besteht darin, das Frauen dem völlig überhöhtem Schönheitsideal nachrennen, sich von ihm leiten lassen und täglich sehr viel Geld in die Diätmittelindustrie fließen lassen. So läßt sich Sexismus erfolgreich vermarkten.

Darstellung von Frauen in der Pornografie:

In der Pornografie, wird die Unterdrückung der Frau in extremster Form dargestellt. In der Pornografie werden Frauen als schwache, anhängliche, unselbständige, unterwürfige,hegende und pflegende, allzeit bereite und verfügbare Mängelwesen dargestellt.Oft ausgestattet mit langen, schlanken Beinen, Knackarsch und Kulleraugen. Ihr Körper reicht von magersüchtig bis fett, damit jede Vorliebe des Mannes befriedigt wird und auch diejenigen, die kein Brett im Bett haben wollen, sondern was Derbes zum Anpacken, auf ihre Kosten kommen. Der Körper der Frau wird zur Ware, der genommen und liegengelassen wird, wie es „ihm“ paßt. Die Frauen sind abhängig vom Mann (von ihrer besseren Hälfte) und ohne ihn nichts wert. Das schließt gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften unter Frauen aus. Gängige Lesbenpornos sind von Männern für Männer gemacht. Es werden oft „dumme Blondinchen“ dargestellt, die unbeholfen aneinander rummachen und die, wie wir am Ende erfahren nur mal ordentlich mit dem „Schwanz“ eines Mannes „durchgevögelt“ werden müssen, um einen Orgasmus zu bekommen und Männer sexuell anziehend zu finden. Die Absicht, die dahinter steht ist Zwangshetereosexualität, die mit Erotik überhaupt nichts zu tun hat. Homosexualität unter Frauen ist in der Medienwelt entweder lächerlich, abartig oder geil, aber selten normal. Gewalt hat viele Gesichter, gerade in einer kapitalistischen Gesellschaft, in der staatliche Gewalt oft fadenscheinig gerechtfertigt wird. So verstehe ich unter Gewalt nicht nur die physische Komponente des Schlagens und Vergewaltigens in sog. Hardcore Pornos, sondern auch die Psychische Gewalt, in den gängigen pornografischen Darstellungen. Dort wird eine Frau z.B. erst eine vollwertige Frau, nachdem sie das frei verfügbare, abhängige Mängelwesen durch den potenten Mann mit seinem Riesenpenis (Auch ein Stereotyp) penetriert und dadurch erfüllt wird. Ein beliebtes Symbol in der Pornografie ist auch, die Frau „einen blasen“ zu lassen.Wie selbstverständlich kommt oft ein zweiter Mann hinzu und streckt der Frau seinen errigierten Penis entgegen.Die Frau kniet vor dem Mann nieder (wird erniedrigt) und der Mann stopft ihr mit seinem Penis das Maul.(kein Widerspruch). Nach weiteren Prozeduren dieser Art, spritzt der Mann über dem Gesicht der Frau ab, was ihr ersichtlich Vergnügen bereitet..In der Pornografie bleibt der Frau keine Wahl: Entweder sie genießt die Gewalt oder sie beugt sich ihr aus ihrer angeblichen „dienenden Natur“ heraus.


Warum wird diese Art der Pornografie konsumiert?

Pornografie wird hauptsächlich von Männern konsumiert. Wir können Gewalt gegen Frauen nicht von der Gewalt, die das kapitalistische Gesellschaftssystem produziert und verkörpert, trennen. Auch Männer sind in dieser Gesellschaft Zwängen unterworfen. Gewalt ist ein Blitzableiter, der zumindest vorübergehend Erleichterung und Befriedigung verschafft. Wir sprechen von „Druck ablassen“ wenn wir uns mit jemandem aussprechen wollen. Aber auch wenn Menschen schlagen, vergewaltigen und erniedrigen, können sie ihren „Druck ablassen“. Wenn Druck entsteht sucht er sich Auswege oder er explodiert. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der jeder Mensch mehr oder weniger Leistungsdruck ausgesetzt ist. Dieser Druck bezieht sich auf die Arbeit, aber auch auf das persönliche Verhalten und die individuelle Lebensweise. In einer verfremdeten Welt, in der Profite-nicht Menschen der Massstab sind, suchen Menschen nach Ersatzbefriedigungen, um ihre Sorgen, Nöte und Sehnsüchte zu vergessen oder auf aggressive Weise auszuagieren. Dafür steht z.B. auch Pornografie zur Verfügung. Ein Mann, der sich von seinem Chef erniedrigt fühlt, kann beispielsweise einen Drang entwicken, selbst zu erniedrigen.Pornografie bietet ihm die Möglichkeit aus seiner Opferrolle in die Täterrolle zu schlüpfen. Pornografie ist ein Spiegel dieser Gesellschaft. Sie drückt nicht Nähe, Geborgenheit und Achtung voreinander aus, sondern sexualisiert Herrschaftsverhältnisse des Kapitalismus.Lust und Gewalt werden untrennbar miteinander verknüpft. So bietet Pornografie auf der Ebene lustvoller Gewalt, Menschen ein legales Ventil ihren persönlichen Frust auf Kosten der Frauen auszuleben.
Der Grund, warum auch viele Frauen diese Darstellungen von Sexualität erotisch finden, ist ebenfalls psychologisch erklärbar:Frauen sexualisieren oft unbewusst Gewalterfahrungen, um sich nicht als Opfer identifizieren zu müssen. Sie entgehen dabei Ohnmachtsgefühlen und erleben deshalb die Gewaltdarstellungen als sexuell erregend. Die Frau fühlt sich dadurch nicht als Opfer, sondern als Aktive die freiwillig alles mitmacht (bzw. über sich ergehen lässt).. Es gibt auch die Frau, die sich mit dem dargestellten Täter ( dem Mann) identifiziert, um aus ihrer Opferrolle herauszuschlüpfen und sich als Täter erleben zu können. Auch sie nimmt sich als Aktive, als Agierende war, die die Kontrolle über sich behält. Hieraus wird deutlich das nicht der Porno die Frauen sexuell stimuliert, sondern dass unbewußte, psychische Abwehrmechanismen gegen Gewalterfahrungen dienlich werden müssen, um die pervertierten pornografischen Darstellungen aushalten zu können und als erregend zu empfinden.