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Risiken und Nebenwirkungen Mit dem Wegfall der von uns unabhängigen, objektiven Wirklichkeit bekommt die eigene Individualität eine neue Wichtigkeit und gleichzeitig ein neues Maß an Verantwortlichkeit für das eigene Leben. Wertvorstellungen treten an die Stelle des beweisbaren Wissens. Die Kriterien zur Beurteilung dessen, was für uns von Wert ist, hat aber eher moralische Bedeutung und ist nur in zweiter Linie eine Sache von Wissen und Information. Wo klar wird, daß alles Wissen ethischen Maßstäben untergeordnet werden muß, sind wir, was unsere Urteile und Entscheidungen in unserem Leben betrifft, auf uns selbst gestellt. Die Sicherheit des Gewußten ist nie von Dauer. Alles Wirkliche ist aktuell und geschieht in der Gegenwart. Unser ganzes Wissen ist statisch und nur eine mehr oder weniger schlechte Kopie des Geschehens. Alle Information ist sinn- und nutzlos, wenn sie uns am selbständigen Denken hindert. Wertvorstellungen verlangen Entscheidungen - im Gegensatz zum objektiven Wissen, das als unumstößlich gegeben erscheint. Diese Entscheidungen bringen ihre eigene Verantwortung mit sich. Verantwortung für sich selbst zu übernehmen gehört in einem vorwiegend autoritärem (objektivem) Umfeld nicht gerade zu den weit verbreiteten Eigenschaften. Deshalb kann es auch bei der unkontrollierten Aneignung von Wissen - ähnlich wie beim unkontrollierten Gebrauch von Alkohol und ähnlichem - zu sogenannten "Abstürzen" und anderen "Irrationalitäten" kommen, besonders wenn neue Erfahrungen nicht in zwischenmenschlicher Kommunikation aufgearbeitet werden können.
Die Fehler falscher Verallgemeinerungen sind zu offensichtlich und kein Pragmatismus kann darüber hinwegtäuschen.. Kritik der Sprache
heißt Kritik des Denkens. Die möglichen Bedeutungen eines Wortes können nicht hinreichend vom Einzelwort selbst erfaßt werden, sondern erst vom "Feld" aller Wörter, die einen bestimmten Sach- oder Sinnbereich erschließen und gliedern. Mögliche Bedeutungen eines Wortes werden nicht dadurch erfaßt, indem seine begrifflichen Merkmale aufgezählt werden, sondern indem sie als Teil eines vielfältigen Verbandes semantischer Einheiten gesehen werden. Eine solche "Wortfeldtheorie" betrachtet die Wörter unserer Sprache als Teileinheiten, die erst als Relationen eines Netzwerks eine spezifische Charakteristik bekommen. Wesentliche Begriffe des wissenschaftlichen, politischen, ökonomischen und philosophischen Denkens verknüpft, ermöglicht es die möglichen relativen Beziehungen und Abhängigkeiten eines Denkzusammenhangs aufzuzeigen. Objektive, bzw. absolute und scheinbar feststehende und definitive Information werden als einseitig erkannt und "verflüssigen" sich immer mehr zu individuellen und persönlichen Bedeutungsinhalten mit ihren "praktischen" Konsequenzen. Eine Kritik an der absolutistischen Verwendung der Wörter. Es gibt keine Wirklichkeit, die sich unabhängig von menschlicher Zwecksetzung einfach so beschreiben ließe. Sprachkritik ist deshalb nicht nur die Kritik der Begriffe, sondern auch eine Kritik der Überschätzung von herkömmlicher Logik und sogenanntem 'rationalem Denken'. Sobald das Ideal einer
objektiven und allgemeingültigen Erkenntnis als illusorisch erkannt
wird, erscheinen alle Aussagen und Behauptungen als Kompositionen individueller
Personen, die sich in ihrer besonderen, konkreten Situation Gedanken gemacht
haben.
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