Da
Stelzhamer Franz is heunt a berühmter Mann. Des is er eigentli
schon bei seinn Lebzeitn gwen, aber weil ma ja von Lob und von Ruhm
nix aherbeißn kann, hat er meistens zweng zon Essen ghabt und
nia koa Geld; des hat oft kám fürs Trinka kleckt. Drum hat
si der Franz narrisch gfreut, wia r a eines Tages a Einladung von boarischen
Küni kriagt, er derfat am Königshof seine Gedichte vortragn,
vor die Majestätn und Prinzen und Komtessn und vor de Oberkämmerer
und Hofmarschälle und de ganzen Hofdamen, die in a so an Haus umanandsitzn.
Des is a houhe Auszeichnung und tragt ebbs.
So, und iazt sitzt da in den königlichen Kammersaal de feine Hofgesellschaft,
und ganz vorn der Küni, Maximilian von Wittelsbach, und vor seiner
áf n Podium steht der Dichter, Franz von Piesenham. Und da Franz
schaut grad hübsch granti, weil de Gsellschaft s Schwätzn
net aufhört und weil na a paar Hofdámen durchs Lorgnion
anschaun, wia wanns s sagn mechtn:Ahan! A so schaut ein gemeiner
Mensch aus dem Volke aus! Wia s aber dann doh ruhig wird, da fangt
der Franz s Vortragn an: von Wanderstab, der sein Lebn is, und von der
Muatterliab, de is wiar an ewiger Brunn, und vo den Kerschbam, der koane
Kersch tragt, aber allweil blüaht. Und vo da Hoamat, de unser zweiter
Muatterleib is, und vo der Lustigkeit, vor derst an Huat a(b)toan muaßt.
Und er is selber ganz ergriffn, und des braucht ma zu an guatn Vortrag,
und er kunnts nuh viel besser, wann net da a paar Hofdamen sáßen,
de habnd a Büachl i der Händ und lesen allweil mit, und rührn
de ganz Zeit n Fotz wia bein Rousenkranzbetn, und
da traust dar schier koa Pause nimmer macha, weilst moanst, de schrein
dar vür! Wia wann dar ebba r an Witz weggaschnappt, denst verzähln
mechst. Der Franz schaut schon ganz bes und iazt redt er gen
oane an!
Aber da gibt der Küni a Zoacha. Es is iazt Pause. Da Oberkämmerer
weist n Franzn in a Zimmer nebenan, da steht an Erfrischung äf
an Tischl und a Gläsl Wein, und da Franz sollt eahms schmecka lassn.
Aber eahm schmeckt nix grad der Wein und wia der
Kämmerer wieder kimmt und sagt, n Küni hats recht gfalln und
er laßt eahm a Kompliment ausrichtn, da sagt der Franz, er mags
net, dáß wer mitlest, wann er vortragt, und der Kämmerer
sollts de Hofdamen sagn . Sunst mag i nimmer! sagt er. Mein
lieber Herr Stelzhamer, des können wir nicht machen, des hand lauter
durchlauchte Hoheiten! Des is mir gleich, sagt
der Franz, wann nuh wer mitlest, her i auf! Und des sagts iazt
an Herrn König! Des kann er eahm net sagn, moant der
Kämmerer. Ja, wiass moants; nachan hör i halt auf. Künign
gats mehra, Stelzhamer grad oann! So, des kinnts eahm ausrichtn!
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So
was hat der Kämmerer nuh nia ghert. Weil er aber gspürt, dáß
s ernst is, geht er doh zon Küni und wischpert a weng damit. Und
schauts enk des an! Bevor der Vortrag weitergeht, da steht der
Küni af, dráht si um und sagt zo de versammelten Herrschaften,
es möge bein Vortrag des Herrn Stelzhamer niemand mehr mitlesen.
Und der Franz von Piesenham tritt wieder auf und spricht wia r a Küni
so frei und tauschat mit neamd vo allsand, de da sitzn.
Und was eahm ebba der Maximilian von Bayern denkt hat? Sápparadi!
Wann de lnnviertler allsand so grouß dran hánd und so an
Dickschädl habnd sollt mar leicht eh frouh sein, dáß
mar s anbracht habn? Oider is am End doh schad drum grad wegn
den?