Portugal

Geschichte

Im Altertum römische Provinz (nach schwieriger Unterwerfung der Keltiberer). 5. Jh.: Völkerwanderung (Sueben, Goten). 8. Jh. Arabische Invasion und Eroberung des südlichen Teils der iberischen Halbinsel. Rückeroberung 1263 abgeschlossen. Königreich Portugal. Ab 15. Jh. grosse Seefahrernation. Eroberungen und Entdeckungen: Madeira, Azoren, Sierra Leone, Angola, Kap der guten Hoffnung (Bartolomeu Diaz), Mozambique, Indien (Vasco da Gama), China (Macao), Japan, Brasilien. Monarchie bis 1910. 1928-74 Rechtsdiktatur unter Salazar. 1974 Nelkenrevolution. Seither parlamentarische Demokratie. Mitglied der EU.

Gesellschaft

Während Jahrhunderten lebte Portugal von den Erträgen der Kolonien. Daneben bestand eine traditionelle Landwirtschaft. Auswanderung war stets eine Alternative zum einfachen bäuerlichen Leben (Madeira, Azoren, Afrika, Indien, USA). Seit den Siebzigerjahren finden viele Portugiesen ihr Auskommen in den industrialisierten Staaten Westeuropas (Frankreich, Deutschland, Schweiz).

Der portugiesische Staat fördert die Heimatverbundenheit der Emigranten (weltweites Satellitenfernsehen "RTP International", Heimatvereine, Folkloregruppen, Schulunterricht für Emigrantenkinder) und die Verbreitung der portugiesischen Sprache als Weltsprache.

Sprache

Tochtersprache des Latein. Wortschatz und Grammatik ähnlich dem Spanischen. Aussprache eigenständig. (Brasilianisch: gleiche Grammatik, ähnlicher Wortschatz, andere Aussprache)

Aussprache:

c vor a, o, u         g         carta  (Brief)

c vor e, i, / / ç         s         cebola  (Zwiebel), caça  (Jagd)

ch         sch        

j und g vor e, i         stimmhaftes sch           Jesus

unbetontes o         u          Porto

ou         o         Douro

lh         lj         olha (schau!)

nh         nj         manha (Morgen)

ã        ; nasales "ang"         não (nein)

en, em, in, im (Auslaut)         nasal "eng" "ing"         Belém (Bethlehem)

s (ausser vor Vokalen)         sch (brasilianisch immer s)         Camões (port. Dichter)

qu         gu         quarto (Viertel, Zimmer)

z         s (oder sch im Auslaut)         zebra, feliz (glücklich)

Akzente `^´         Betonungszeichen

Normalerweise wird die zweitletzte Silbe betont.

Zero, um, uma, dois, duas, três, quatro, cinco, seis, sete, oito, nove, dez, onze, doze, vinte

In diesen Ländern ist die portugiesische Sprache verbreitet und dient als Amtssprache:

Portugal (mit Azoren und Madeira), Guinea-Bissau, Cabo Verde, São Tomé e Principe, Angola, Mozambique, (Goa), (Macão), Timor, Brazil

Musik

Fado: sehnsüchtig-traurige Lieder mit Gitarrenbegleitung aus der Altstadt Lissabons.Beispiele (auf Track-Nummer klicken)

Samba: Escolas de Samba singen, tanzen und musizieren am Carnaval von Rio. Beispiele (auf Track-Nummer klicken)



Türkei

Geschichte

Altertum: Römische Provinz – Oströmisches Reich (Sprache: Griechisch)

Ab 12. Jahrhundert: Seldschuken (Turkvolk aus Zentralasien)

Ab 14. Jahrhundert: Osmanisches Reich (vereinigte im 17. Jh. Länder von Ungarn bis Mesopotamien und Ägypten)

Um 1920: Entstehung des modernen Nationalstaats westlicher Prägung durch Kemal Atatürk: Lateinisches Alphabet, Schulpflicht auch für Mädchen, Trennung von Islam und Staat, westliche Kleidung (Abschaffung von Fez und Schleier). Ausgrenzung ethnischer Minderheiten (Griechen, Armenier, Kurden)

Politisches System: Parlamentarische Demokratie im Rahmen der herrschenden Ideologie, eigenständige Armee, Menschenrechtsverletzungen

Sprache

Innerasiatische Turksprache (nicht indogermanisch)

Aussprache:

c dsch

ç tsch

I         i ohne Punkt = wie franz. Endungs-e "ö"

j         stimmhaftes sch

s (mit Strichlein)        sch

v         w

y         j

z         s

Beispiele:

Cami, Moschee / çai, Tee / seker, Zucker / müze, Museum / köy, Dorf

bir, iki, üç, dört, bes, altI, yedi, sekis, dokus, on

Izmir, Selçuk, AydIn, Eskisehir, Antalya, DyarbakIr, Erzincan, Izmit, Konya, Denizli

 

Musik

Die Tradition der türkischen Musik ist im Volk tief verwurzelt. Doch werden die alten Instrumente heute oft vom Keyboard ersetzt. Melodien und Rhythmen werden beibehalten, die Tonalität aber der westlichen Musik angepasst. Volkstanz ist lebendige Tradition. Daneben existiert eine "klassische Musik" mit grossen Orchestern aus Geigen und Saz (Gitarren), die zusammen mit bekannten Sängerinnen und Sängern auftreten.

Zum Teil sind alte Tonsysteme (Neunteltöne) noch lebendig. Als Taktarten treten alle möglichen Kombinationen auf: 5/8, 7/8, 2/4, 10/8 etc.

Instrumente:  

Saz oder Baglama (dreisaitige Gitarre)

Keman (europ. Violine)

Kemençe (kleines lautenähnliches Streichinstrument)

Zurna (oboenähnliche Schalmei)

Davul (grosse Trommel)

Instrumente (mit engl. Kommentar)

Musikunterricht:

Übt Patriotismus ein (Landeshymne, Atatürk-Lieder). Westliches Tonsystem wird gelehrt. Türkische Folklore nimmt einen grossen Platz ein.

www.turkishmusic.org   Jede Art türkischer Musik (abspielen mit REALPLAYER)