Tipps zur Glaubensvertiefung

Tipps und Veranstaltungen zur Glaubensvertiefung - Hilfe damit Verkuendigung besser gelingt

Nur ein Roman und ein Bestseller ? - oder wieder ein Versuch der Unwahrheit - Wahrheit zu Verleihen ?

Anmerkungen zu Dan Browns „Sakrileg“

 
Der Roman „Sakrileg“ erzählt die Geschichte eines amerikanischen Wissenschafters und einer französischen Polizistin, die sich plötzlich inmitten der Gralssuche wieder finden. Der Autor erarbeitete hierfür eine umfangreiche „Schnitzeljagd“ die sich auf angeblich historische Fakten stützt. Sehr irreführend ist der Satz auf der ersten Seite des Buches:

„Sämtliche in diesem Roman erwähnten Werke der Kunst und Architektur und alle Dokumente sind wirklichkeits- bzw. wahrheitsgetreu wiedergegeben.“

Diese Aussage verleitet manche Leser, auch die fiktiven Inhalte des Romans für „bare Münze“ zu nehmen.



 

 
 
Grundsätzliches:    

„Sakrileg“ basiert auf der Annahme, dass neben der bekannten Jesusüberlieferung, wie sie im Neuen Testament bezeugt ist, auch noch andere, von der Kirche gewaltsam unterdrückte Informationen über Leben und Botschaft Jesu existieren. Der Autor spricht dabei immer von der röm.-kath. Kirche, als ob die anderen christlichen Kirchen sich eine solche gewaltsame Verfälschung des Jesusbildes problemlos hätten gefallen lassen. Dass die gesamte Christenheit kein Interesse hatte, Lebensdaten oder Aussagen Jesu zu verfälschen, sieht man schon daran, dass sie auch jene Taten und Worte Jesu, die kirchenkritisch zu verstehen sind, durch die Jahrhunderte überliefert hat. Rivalisierende und miteinander streitende christliche Kirchen haben sich im Lauf der Kirchengeschichte gegenseitig viel vor geworfen, aber nie, die ursprünglichen Jesuszeugnisse verfälscht zu haben. Hier stehen wir auf verlässlichem Boden.   
     Das Wissen über Jesus Christus stützt sich zum größten Teil auf die Texte, die    zwischen 50 und 150 n. Chr. entstanden und im so genannten  „Neuen Testament“   zusammengefasst worden sind. Die vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) wurden zwischen 65 und spätestens 110 n. Chr. verfasst. Darüber hinaus gibt es auch eine Reihe frühchristlicher Schriften, die nicht in das Neue Testament aufgenommen worden sind. Manche davon sind in der Kirche bis heute hoch geschätzt, so etwa die „Didache“ oder der „Klemensbrief“. Es ist also nicht so, dass die Kirche alle Schriften, die sie nicht in den Kanon des Neuen Testamentes aufgenommen hat, für wertlos hielte oder gar verwerfen würde. Im dritten und vierten nachchristlichen Jahrhundert entstanden dann allerdings oft sehr phantasievolle „Apostelbriefe“ und „Evangelien“, die sich auf angebliches Sonderwissen über Jesus im Unterschied oder gar im Gegensatz zur „katholischen“ (= allgemeinen, in allen christlichen Gemeinden bekannten!) Glaubensüberlieferung beriefen. Vor allem die religiöse Bewegung der „Gnosis“ (= „Erkenntnis“), die sich von der ursprünglichen christliche Basis schon sehr weit entfernt hatte, war literarisch sehr produktiv. Die „Evangelien“ des Philippus, Thomas oder Judas werden zu den zu „gnostischen“ Werken gezählt. Es ist noch nicht geklärt, ob sich auch in diesen „Evangelien“ einige seriöse Informationen über den historischen Jesus finden. Die meist späte Entstehungszeit spricht allerdings eher gegen eine solche Möglichkeit.
   
D
an Brown berücksichtigt den momentanen Stand der historischen und theologischen Forschung überhaupt nicht und mixt fragwürdige Quellen zu einer, in manchen Phasen spannenden.Kriminalgeschichte.
Einige Aussagen des Romans, die mit der Forschung nicht übereinstimmen, sollen hier richtig gestellt werden:

 

In „Sakrileg“ wird behauptet:

Jesus war mit Maria Magdalena verheiratet. Aus dieser Verbindung entstammt eine Tochter, deren Linie über das Haus der Merowinger bis heute besteht. Dieses Geheimnis will die röm.-kath. Kirche der Welt vorenthalten. Deswegen denunziert sie Maria als Dirne.

Richtig ist:

Über den Familienstand  Jesu von Nazaret machen die antiken Quellen keine Angabe. Es stimmt zwar, dass die Ehe für jüdische Männer prinzipiell verpflichtend war, dennoch gab es Ausnahmen. Man denke an die zölibatären Mitglieder der Qumran-Gemeinde, an den Bußprediger Johannes den Täufer und an den Pharisäer Saulus von Tarsus, der später als Apostel Paulus bekannt wurde. Nach der Darstellung der Evangelien ist davon aus zu gehen, dass auch Jesus unverheiratet war. So wird bei der Darstellung der jesuanischen Familie keine Ehefrau erwähnt (Mk 3, 31f) und die Berufung der Jünger (Mt, 4,18-22) zeigt das Bild eines Predigers, der auch von seinen Anhängern erwartet, sich ganz der Lehre hinzugeben.
Wäre Jesus verheiratet gewesen, gäbe es wahrscheinlich einen Hinweis darauf im oben erwähnten 3. Kapitel des Markusevangeliums oder in anderen Evangelien.

Die Identifizierung Maria Magdalenas mit der „Sünderin“, die Jesus die Füße wäscht (Lk 7,36-50), ist nicht im Neuen Testament begründet, sondern eine irrige Annahme aus späterer Zeit. Nachweisbar ist diese Verknüpfung erstmalig in einer Predigt Papst Gregors I. († 604). Von da geriet sie wohl auch in den Volksglauben. Die Ostkirche übernahm diese Vorstellung nie. Dass die vier neutestamentlichen Evangelien Maria gering schätzen würden, ist in keiner Weise nachzuvollziehen. Vielmehr ist den Evangelisten eine außerordentliche Hochschätzung dieser Jüngerin Jesu zu unterstellen. Immerhin ist Maria aus Magdala eine jener Frauen, die erste Zeugen des leeren Grabes waren (Mk 16), und nach dem Johannesevangelium war sie überhaupt die erste, der der Auferstandene erschien (Joh 20,11ff)!
n der Ostkirche, aber auch von westlichen Theologen wird Maria Magdalena deshalb „Apostelin der Apostel“ genannt. Von einer Denunzierung seitens der kath. Kirche kann also keine Rede sein. Maria Magdalena wurde immer als große Heilige verehrt und auch heute tragen noch unzählige katholische Frauen und Mädchen stolz ihren Namen.

Im Übrigen wird auch die „namenlose Sünderin“ aus dem Lukasevangelium von der Kirche nicht verachtet, sondern ihre liebevolle Umkehr als beispielhaft hingestellt.

Dass Maria Magdalena zur Zeit der Kreuzigung schwanger gewesen sei, mit Hilfe von Josef von Arimathäa nach Gallien geflohen und dort von einer jüdischen Gemeinde geschützt worden sie (wie Browns Roman phantasiert), ist haarsträubender Humbug.

 

 
 

In „Sakrileg“ wird behauptet:

Bis zur Zeit Kaiser Konstantins hat man Jesus nur als Propheten und nicht als den Sohn Gottes verehrt. Konstantin hat am Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) diesen Glauben eingeführt, die vier neutestamentlichen Evangelien zensieren lassen und alle anders lautenden Dokumente vernichten wollen.

Richtig ist:

Schon  25 Jahre nach dem historischen Tod Jesu schrieb Paulus in seinem Brief an die Philipper einen Christushymnus, der (so die einhellige Meinung der Forscher) schon damals nicht ganz neu war. Der erste Satz lautet: Er war in der Morphe [=Seinsweise] Gottes / hielt aber nicht daran fest, Gott gleich  zu sein / sondern entäußerte sich / und nahm die Morphe [=Seinsweise] eines Sklaven an / und wurde den Menschen gleich. (Phil 2,6-11). Dieser Hymnus ist auf einem Papyrus (P46) aus dem 2. Jh. belegt. Auch im Johannesevangelium, das um 100 n. Chr. verfasst wurde, wird Jesus als „Herr und Gott“ bezeugt (Joh 20,28). Es ließen sich hier noch Dutzende andere Beweise anführen, die belegen, dass Jesus bereits in den ersten Jahrzehnten der Christenheit als der Sohn Gottes verehrt wurde.

Das Konzil von Nicäa diskutierte, wie man auf der Basis des biblischen Monotheismus die Göttlichkeit Christi verstehen könne. Dabei wurden Modelle verschiedener theologischer Schulen ins Treffen gebracht. Dass hier auch Meinungen verurteilt wurden, die die Göttlichkeit Christi überhaupt verneinten (Adoptianismus), tut dem eigentlichen Anliegen des ersten ökumenischen Konzils keinen Abbruch.
Die Behauptung, dass sich eine Glaubensgemeinschaft, die wegen ihres Bekenntnisses noch kürzlich unter Verfolgung litt und sich tapfer dem Martyrium aussetzte (z.B. unter Konstantins Vorgänger Diokletian), von staatlicher Seite plötzlich fremde Glaubensinhalte diktieren lässt, ist nicht nachvollziehbar.

Auch bei der Beschreibung anderer geschichtlicher Ereignisse beweist Dan Brown historisches Unwissen, so z. B. bezüglich der Taufe Konstantins. Zu jener Zeit war es im römischen Christentum durchaus üblich, sich erst am Lebensende taufen zu lassen. Da man sich mit der Taufe zu einem kompromisslosen religiösen und moralischen Leben verpflichtete, schreckten viele, die mit dem Christentum sympathisierten, davor zurück, sich schon in jungen Jahren taufen zu lassen. Auch die damalige Bußpraxis (nur einmal im Leben wurde nach einem schweren Sündenfall Absolution gewährt), legte eine sehr späte Taufe nahe. Das lebenslange Katechumenat wurde so zur gängigen Form des Christ-Seins. Konstantins Taufe am Totenbett war sicher kein Gewaltakt ominöser Kirchenfürsten, sondern lediglich eine (später verklärte) normale Praxis.

 


In „Sakrileg“ wird behauptet:

Opus Dei ist eine innerkirchliche Sekte, die mittels Gehirnwäsche Mitglieder rekrutiert. Darüber hinaus agiert es als Orden, der weder vor Bestechungszahlungen noch vor Mordanschlägen zurückschreckt. Frauen dürfen innerhalb des Opus Dei nur „niedere“,  geradezu entwürdigende Arbeiten verrichten. Den Status als Personalprälatur hat man sich ebenso erkauft  wie die Heiligsprechung des Opus-Dei-Gründers Josemaria Escrivá.

Richtig ist:

Der Ausdruck „innerkirchliche Sekte“ ist ein Unding. Denn sobald eine Organisation eine kirchliche ist, ist sie auf denselben Glauben verpflichtet, den Millionen katholischer Christen teilen. Selbstverständlich gehört zu dem, wozu sich eine katholische Gemeinschaft verpflichten muss,  auch der Weg der Seelsorge, wie ihn das Zweite Vatikanische Konzil gewiesen hat.

Das Opus Dei ist eine Personalprälatur, also eine Organisation, der der Status einer Diözese zukommt, ohne ein Territorium zu besitzen. Die Mitglieder sind Laien oder Priester, die kein Ordensgelübde ablegen. Daher ist es nicht korrekt, sie als Mönche, die in Ordenshäusern leben, darzustellen.
Frauen sind im Opus Dei genauso geschätzt und willkommen wie Männer, ungeachtet ihres sozialen Status. Die Annahme, Männer und Frauen müssten beim Betreten der vereinseigenen Häuser getrennte Eingänge benutzen, ist falsch. Auch die im Buch behaupteten Zahlungen des Opus Dei im Zuge des Bankskandals von 1982 sind reine Spekulation und werden von offiziellen Stellen dementiert. Ebenso lassen sich im Heiligsprechungsprozess von Escrivá (der 27 und nicht wie behauptet 20 Jahre gedauert hat) keine Unregelmäßigkeiten feststellen.

In „Sakrileg“ wird behauptet:

Jesus hatte als „Sohn Davids“ einen Anspruch auf den jüdischen Königsthron.

Richtig ist:

Die Königswürde Davids ist vielleicht seit der Trennung des Davidsreiches in die Reiche Juda und Israel (722v. Chr.), aber sicher seit dem Babylonischen Exil (586v. Chr.) ein theologischer Begriff. Im Judentum entwickelte sich die Vorstellung, das Kommen eines Messias gehe dem endgültigen Eingreifen Gottes (zugunsten umfassender Gerechtigkeit) voraus. Dieser Messias würde ein „Nachkomme“ jenes  Davids sein, unter dem die jüdischen Stämme einst zu einem Königreich geeint wurden. Die Berichte der Evangelisten, wonach Jesus „Sohn Davids“ ist, sind daher theologisch motiviert. Jesus soll dadurch als lichtvolle Rettergestalt gekennzeichnet werden. (Ob Jesus sich selbst als den davidischen Messias verstanden hat, ist eine kontrovers diskutierte Frage. Sicher ist, dass ihn die Evangelien und die junge Kirche als „Sohn Davids“ und  „Messias“ verstanden.) Eine Besonderheit des christlichen Messiasverständnisses war freilich, dass der Messias nicht als politischer Erneuerer des alten Davidseiches, sondern – anknüpfend an das Buch Jesaja - als „Gottesknecht“, der das Heil aller Menschen will und dafür auch schmachvoll zu leiden und sterben bereit ist, aufgefasst wurde. Aus der Messiasvorstellung der frühen Christengemeinde kann man schließen, dass auch Jesus selbst frei von machtpolitischen Ambitionen war und sich nicht als Thronanwärter eines jüdischen Reiches verstand. 

In „Sakrileg“ wird behauptet:

Der Name „Mona Lisa“ ergibt sich aus einem Anagramm vom „Amon“ und „Isis“, was für die Vereinigung von Männlichem und Weiblichen steht. Die so bezeichnete Gestalt ist bewusst androgyn dargestellt.

Richtig ist:

Zur Zeit Leonardos bekamen Gemälde noch keinen Titel. Den Namen „Mona Lisa“ verdanken wir Giorgio Vasari, der das Gemälde 1550,  also 21 Jahre nach Leonardos Tod, so bezeichnete. Vasari behauptet, die dargestellte Person sei Frau (Mona = Madonna) Lisa del Giocondo, die Gattin eines florentinischen Seidenhändlers. Da Vasari die einzige Quelle für diese Behauptung ist, wurde sie immer wieder in Zweifel gezogen. Wie auch immer, Leonardo hatte keine Ahnung, dass sein Portrait einmal unter diesem Namen berühmt werden würde. Bezüglich der Androgynität ist dem geneigten Betrachter zu raten, einen Blick auf das Dekollete der werten Dame zu werfen.

In „Sakrileg“ wird behauptet:

Im „Letzten Abendmahl“ sitzt Maria Magdalena anstelle des Jüngers Johannes an der Seite Jesu.

Richtig ist:

Leonardos Johannes unterscheidet sich nicht von dem damals gängigen Darstellungstypus, der die Jugendlichkeit dieses Apostels herausstreichen möchte. Es wäre im 16.Jh. nicht denkbar gewesen, eine Frau in ein Gemälde, das die Jüngerschaft Jesu zeigt, hineinzusetzen

 

  In „Sakrileg“ wird behauptet:

Die römisch-katholische Kirche hat während der Zeit der Hexenverfolgung fünf Millionen Frauen auf den Scheiterhaufen geführt.

Richtig ist:

Das Thema Hexenverfolgung ist ein äußerst komplexes Forschungsgebiet. Niemand wird ernsthaft leugnen wollen, dass sowohl katholische als auch protestantische Landesherren und Kirchenvertreter am Hexenwahn, der vor allem in Mittel- und Nordeuropa tobte und etappenweise zu grausamen Verfolgungen führte, beteiligt waren. Von einer Haupt- oder Alleinverantwortung der römisch-katholischen  Kirche kann laut historischer Forschung allerdings keine Rede sein. (Im päpstlichen Kirchenstaat gab es z. B. kaum Hexenverfolgungen, die römische Inquisition schützte sogar nachweislich Verfolgte.) Die Bulle „Summis desiderantes“ (1484) von Papst Innozenz VIII. und der „Hexenhammer“  von Heinrich Institoris sind freilich schreckliche pastorale Verirrungen, getragen und genährt von einer damals weit verbreiteten Hysterie. Dass auch die Peinliche Halsgerichtsordung Kaiser Karls V. den (von Römern und Germanen übernommenen) Glauben an Hexerei und Schadenzauber voraussetzte, zeigt wie „selbstverständlich“ dieser Wahn war. Das Verhältnis von autoritär veranlasster und vom Volk geforderter Zauberer- und Hexenverfolgung – es wurden auch hohe Geistliche und andere einflussreiche Leute vom Volk der Hexerei bezichtigt – ist schwer bestimmbar. Wie schon erwähnt, ist für Browns Roman der gegenwärtige Stand der historischen Forschung irrrelevant. Das zeigt sich auch in der von ihm genannten Zahl der Opfer (5 Millionen!), die völlig aus der Luft gegriffen ist. Heute geht man davon aus, dass rund  50.000 Menschen wegen Hexerei hingerichtet wurden.
Das ist schlimm genug, auch wenn eine breite Öffentlichkeit durch die ungleich höheren Opferzahlen, die moderne Verfolgungssysteme (Nationalsozialismus, Kommunismus) in viel kürzerer Zeit „produziert“ haben, leider weitgehend abgestumpft ist.
Obwohl mehr als die Hälfte der Opfer Frauen waren, beweist die hohe Zahl von Männern und Kindern, die wegen Hexerei verbrannt worden sind, dass der Hexenwahn nicht simpel als „Dämonisierung des Weiblichen“ interpretiert werden darf.
 

Ob Jesu Familie leiblich von der davidischen Dynastie abstammte oder nicht, ist nicht von großer Bedeutung. Die christlichen Jesus -Titel „Messias“ und „Sohn Davids“ wurden frei von dynastiepolitischen Überlegungen verwendet. Die Schlussfolgerungen, die „Sakrileg“ aus dem „Stammbaum“ Jesu zieht, sind nicht angebracht.

 

In „Sakrileg“ wird behauptet:

Eine Frau als Lebensspenderin ist der Ursprung sämtlicher alter Religionen.

Richtig ist:

Es ist Dan Brown nicht vorzuwerfen, dass er kein Religionswissenschafter ist. Auch kann man einen solchen Satz als „kleinen Ausrutscher“ oder als „Ungenauigkeit“ abtun. Aber er steht pars pro toto für eine Reihe von Aussagen, die durch ihre Ungenauigkeit und „Halbrichtgkeit“ darauf abzielen, die abrahamitischen Religionen als bloße Konstrukte erscheinen zu lassen. Der „Ursprung sämtlicher alter Religionen“ ist auf keinen Fall in einem kurzen Absatz, aber schon gar nicht in einem Schlagwort zu beschreiben. Dies würde schon einmal voraussetzen, dass diese Religionen alle einen gemeinsamen Ursprung haben, was so nicht fest steht. Viele Forscher sind der Ansicht, dass die Vergöttlichung des Himmels ein Ursprung für Religion sein kann. Diese „uranischen“ Gottheiten wären demnach männlich (Blitz und Donner als männliche Macht, der Regen als Sperma). Dieses männliche Prinzip evoziere nun die Vergöttlichung der Natur als weibliches Prinzip. Vermutlich stellt sich hier aber nur die alte Frage nach der Henne und dem Ei. Fest steht, dass es sowohl Schöpfungsmythen (aus religionsgeschichtlich viel späteren Schichten) mit einem Schöpfungspaar, mit einem Titanenkampf, als auch mit einem (oft männlichen) Schöpfungsprinzip (Demiurg) gibt. Das Christentum lehrt Gott als ungeschlechtlich, was zwar logisch, aber dank des Sprachgebrauchs recht schwierig zu vermitteln ist. „Hilfe“ bekommt es hierfür aus der Schöpfungsgeschichte der Genesis: „…als Abbild Gottes schuf er  ihn [den Menschen], als Mann und Frau schuf er sie.“ (Gen 1,27)

 

Weitere Infos zum Thema  auf den Seiten von :   impressum:  www.graz-seckau.at
http://kath.ch/index.php?&na=11,0,0,0,d,58342

www.graz-seckau.at

http://www.sakrileg-betrug.de/

http://religion.orf.at/projekt03/news/0605/ne060508_sakrileg_FR.htm

http://www.opusdei.ch/art.php?w=38&p=7359

http://www.stjosef.at/artikel/sakrileg_dan_brown_rezension.htm

http://www.dhm.de/ausstellungen/hexenwahn/vorwort.htm

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