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Hier könnte ein Eintrag von dir stehen.

Vielleicht hast du sogar einen Reisebericht, oder du gibst einen Tipp, eine eigene Beobachtung oder Erfahrung weiter.
Möglicherweise findest du manches nicht so super an der Homepage und du weißt eine Lösung oder Verbesserung.

Oder du hast eine Frage, eine Anregung, Kritik...

Ich freue mich auf ein Mail von dir und den ersten Eintrag im „Gästebuch“!

Allerdings – einen Preis dafür gibt es nicht

 

P.S. Bitte gib unter Betreff „Gästebuch“, „Homepage“, „Kappadokien“ oder etwas ähnlich eindeutiges an. Mails ohne Betreff von Leuten die ich nicht kenne lösche ich fast immer ungelesen.

Mail to: hubert.canal@utanet.at

 

Seit 28. Dez. 2003 nennt sich das bisherige Gästebuch also “Gästebuch und News”.  Es war in seiner eigentlichen Bestimmung nicht ausgelastet und ich dachte, dass irgendwo ein Platz für Ergänzungen und Aktuelles nicht schlecht wäre.

Unter „News“ sind also Ergänzungen und Neuigkeiten von mir. Damit man auf den ersten Blick Gästebucheintragungen und Ergänzungen/News unterscheiden kann sind die Texte von mir immer in dieser Schrift und Farbe (Comic Sans u.schwarz).

Der Anfang ist auch gleich eine Ergänzung:

 

In meinem Bericht „Traumland“ sagte ich, dass man aus Geschäftsinteresse eine falsche Auskunft bekommen kann.

Da sollte ich vielleicht ergänzen, dass man manchmal sogar aus Höflichkeit!! eine unrichtige Antwort bekommt. So wollen Türken (wie auch andere Orientalen) etwa einen Gast nicht enttäuschen und ihm keinen Wunsch

abschlagen, auch wenn er schlicht und einfach unerfüllbar ist. Falsche Auskünfte oder nicht eingehaltene Verabredungen können da schon mal die Folgen sein. Ich finde diese Art von Freundlichkeit allerdings nicht immer lustig, eher Unzuverlässigkeit und/oder mangelnde Wahrheitsliebe.

Es ist ja nicht hilfreich, wenn man aus Höflichkeit in den falschen Bus oder in die Gegenrichtung geschickt wird. Ich frage deshalb nach dem Weg lieber 2 oder 3x.

Auskünfte über Wegstrecke oder Zeitdauer sollte man mit Vorsicht genießen. Nach meinen Erfahrungen bekommt man eher eine falsche als keine Auskunft.

Aber das habe ich jetzt alles nicht so nett ausgedrückt, deshalb ein Auszug aus einem Brief einer Bekannten, die seit kurzer Zeit in der Türkei lebt und ähnliche Erfahrungen viel besser in Worte gekleidet hat.

Hier also die Beobachtungen und Erfahrungen von Barbara:

In einer Kultur, in der mit freundlichen, liebenswürdigen Worten und Versprechungen nicht gespart wird, finde ich es oft recht schwierig herauszufinden, was nun wirklich echt gemeint ist und was einfach “nur” höflich. Gewisse Redewendungen und Regeln habe ich zwar schon gelernt, dennoch kommt  mir  manches  wie ein Balanceakt zwischen Wahrheit und Höflichkeit vor. (Übrigens: Deutsche haben hier den Ruf, zu direkt und manchmal auch zu hart zu sein.) Ein Beispiel aus dem Alltag hier: Du fragst jemand nach dem Weg. In den seltensten Fällen ist die Antwort: ”Ich weiss es nicht.”  Das wäre zwar oft ehrlich, aber nicht höflich.

Dein Gegenüber wird dir mindestens eine Richtung angeben, (auch wenn sie nicht stimmt) oder mit dir den Weg gehen, auch wenn er ihn selbst nicht kennt, aber auf jeden Fall versuchen dir  zu helfen oder zumindestens nett zu dir zu sein…

So nehme ich inzwischen nicht mehr alles ganz so wörtlich, was man mir verspricht, anbietet usw. Das erspart  mir, unnötig enttäuscht zu sein, vor allem solange ich die “Feinheiten” der Kultur noch nicht gelernt habe.

Das war der Text von Barbara, die diese Erfahrungen wohl in Istanbul und Izmir gemacht hat. Es beruhigt mich schon einigermaßen, dass diese Dinge nicht nur ich erlebe!

Nicht aus falsch verstandener Höflichkeit sind die Methoden mancher „Anwerber“ von Busgesellschaften in Istanbul. Da ist es rücksichtloses Geschäftsinteresse wenn dir von manchen Busanbietern versprochen wird dich „direkt“ nach Kappadokien zu bringen.

Nach Göreme kommt man derzeit nur mit den Gesellschaften Kent, Metro, Nevtur, Göreme und Kapadokiya. In Istanbul solltest du auf keinen Fall in den Bus einer anderen Gesellschaft einsteigen, auch wenn dir fest und wiederholt gesagt wird, dass du damit nach Kappadokien kommst.

 Ihr "Kappadokien" ist bestenfalls  Aksaray, vor dem Morgengrauen nicht angenehm und wahrscheinlich nicht genau das was du wolltest. (Es sei denn das Ihlaratal –ein echter Tipp – ist dein erstes Ziel)

Mit Annehmen von Einladungen solltest du etwas zurückhaltend sein. Eine gute Regel ist erst einmal dankend abzulehnen.

Ist die Sache wirklich ernst gemeint, wird die Einladung ganz sicher wiederholt.

Das gilt in erster Linie natürlich für Dinge wie Essen oder Übernachtung, bei einer Einladung zu einem Glas Tee kann man wenig falsch machen.

Umgekehrt musst du diese Dinge natürlich ebenso beachten. Falls du etwas anbietest, solltest du das erste „Nein, danke“ natürlich auch nicht zu ernst nehmen.

P.S. Für echt lesenswerte Erfahrungen mit viel Witz und Humor (leider in Englisch) von einem Luxemburger, der einige Zeit in der Türkei lebte, geschrieben, klicke hier. Du findest da auch viele gute Links und Infos. So, das war jetzt ein Tipp zu einer meiner Lieblingssites.

 

 

Hallo Hubert,

lange nicht gesehen. Ich hoffe, dass du mich noch kennst. Stichwort Rumänien 1991.

Über deine Homepage bin ich sehr überrascht. Die Bilder und den Bericht finde ich echt gut.

Ich habe auch Türken unter meinen Freunden, aber sonst keinen Bezug zur Türkei oder der Sprache. Deine Beschäftigung mit der Türkei und den Menschen dort finde ich sehr gut.

Grüße Werner

29. März 2002

 

 

Lieber Hubert,

es war schön, wieder mal zu erfahren, was Du so treibst und wie es Dir geht. Auch habe ich deine gelungene Homepage besucht. Nur lassen die Fotos auf sich warten.

Bei Deinem Reisebericht sind sie überhaupt nicht raus gekommen. Auch Jürgens Internetseite konnte ich auf diese Weise kennen lernen. Du bist ein guter Berichterstatter.

Übrigens bist du jetzt mehr Türke als ich. Du bist wirklich mit Leib und Seele dabei. Es könnte sein, dass wenn Du mal voll hier bist auch wieder Sehnsucht nach Österreich bekommst.

Aus Izmir alles Liebe Joachim, Selin und Acelya

31. Juli 2002

 

Hallo,

... ich wünschte ich könnte auch mal mit dir hinfliegen und solche Erlebnisse erleben aber wer weiß vielleicht eines Tages...

Ich nehme an du wirst bald ein Bauer, ein richtiger Bauer und es scheint du wirst mehr Zeit in der Türkei verbringen als in DornbirnJ.

 Als ich dein Mail gelesen habe war es spät etwa 01.30 und es hat mich sehr überrascht dass du jetzt ein Maultier hast.

Habe deshalb nochmals gelesen um sicher zu sein. Ich wünsche dir und deinem neuen Dost (Freund) Garip eine schöne Zukunft und tolle ErlebnisseJ

Ich habe deine Homepage besucht, es war cool, coole Bilder und Texte.

Danke noch mal für Mail & coole Bilder und wünsche dir ganz schöne Ferien. gruss  mehmet August 08,  2002

 

 

Dear Hubert

Just had a look at your website.

It’s really exceptional and the pictures are magnificent.

I suppose you were the photographer?

We definitely want to add it to our “Other Sites of Interest” page.

OK?

J & P

August 06, 2002

 

 

Dear Hubert,

… I regret that matters seem so complicated and wished this text were more easily available. I am currently working on an introductory Turkish textbook, that one day, hopefully, will be published as a real book.

Ich könnte eigentlich auch auf deutsch weiterschreiben, da dies meine „Muttersprache“ ist und türkisch meine „Vatersprache“. (Ich habe eine deutsche Mutter, einen türkischen Vater, habe in beiden Ländern gelebt bevor ich 1986 in die USA zum Studieren kam und blieb)

Ich hatte endlich Gelegenheit, mir Ihre Webseite anzusehen und war sehr angetan: wunderschöne Bilder mit Beschreibungen, die einen zum Reisen einladen und dazu noch dreisprachig! Elinize, dilinize saglik!

Auch wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dem kappadokischen Haus.

Alles Gute und selamlarimla, Suzan

 

I thought you might be able to help me regarding a walking tour that
will be taking place this spring and being organized by some walking
club at the University at Innsbruck.  I heard it mentioned on Oe Eins
(radio) about 2 weeks ago and did not get the email address.  It sounded
so good and as you have gone to all the trouble to design a homepage, I
thought you might have heard about it.  Apparently it is a club with the
philosophy that unless you have walked through a place you can not
possibley know it - you have a lovely web-page

Sharon Scherzer, November 11, 2002

 

Lieber Hubert!

Gleich als ich nach Hause kam, schaute ich in deine Homepage.

Was ich da zu sehen bekam ist im wahrsten Sinne des Wortes phantastisch.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dich dieses Land so beeindruckt hat,

dass es dir zur zweiten Heimat wurde.

Ich wünsche dir viele schöne und segensreiche Wochen, Monate und Jahre in diesem herrlichen Land.

Liebe Grüße und nochmals vielen Dank für den gemeinsamen Tag

Friedl

14.12.2002                                                                                        

 

 

Hallo Hubert,
Zuerst spar ich mir mal die Bemerkung über die Ladezeit (grummel
grummel ..)
Zuerst tu ich Dir also zu deiner Seite und den wirklich tollen Fotos
gratulieren.
Ich selbst komme leider nur etwa alle 2 Jahre in die Gegend.
Falls du an so was ähnliches wie nen Kappadokien Newsletter denkst,
dann setz mich bitte auf die Empfängerliste.
Und ich möchte dich einladen mal bei
www.goereme.net vorbeizuschauen.
Ich habe da gerade angefangen für gute Freunde ein paar Wandertips
zusammenzustellen.

 Ich denk da hast Du mir sicher jede Menge Input.
Grüßle
martinATwardein.de

2003-02-22

 

 

 

 

 

 

Lieber Herr Canal,

mit großem Vergnügen habe ich Ihre Homepage gelesen, die in mir den     
schon vorhandenen Wunsch verstärkt hat, diese einzigartige Landschaft
kennenzulernen.
Da ich dies wenn irgend möglich auf eigene Faust versuchen möchte, wäre
ich für Hinweise aus Ihrer Erfahrung sehr dankbar.

Also: wie kommt man am günstigsten schnell dorthin (Onur, Alpha ? wo buchen).

Beste Zeit? (wann blühts?); Unterkünfte?

Könnten Sie eine Wanderroute zum ersten Kennenlernen (ca. 1 Woche) vorschlagen?
Herzlichen Dank im Voraus
H.Reisigl

28.02.03

 

 

Mit dem Zug in die Türkei

 

(Eine Ergänzung von mir - könnte auch unter FAQ sein):    

Nachdem ich dieses Jahr bereits zum 3. Mal (jeweils 1 x 2001, 2002, 2003) mit dem Zug in die Türkei gefahren bin und die Wahl dieses Reisemittels oft Verwunderung und Fragen hervorruft hier eine Erklärung für meine außergewöhnliche Art (aber nur 1 x im Jahr!) zu reisen.

Trotzdem, ich empfehle eine Reise in die Türkei mit dem Zug nicht jedem. Eine Zugreise von München oder dem Westen Österreichs (wo ich her bin) nach Istanbul dauert mehr als 40 Stunden über Belgrad und noch ein paar Stunden länger über Rumänien (diese Strecke bin ich bisher gefahren).

Der Preis eines Bahntickets kann mit einem Flugticket gut konkurrieren, die sanitären Anlagen im Zug zwischen Budapest und Istanbul (ausgenommen den Euronightzug - mit mitteleuropäischen Preisen - zwischen Budapest und Bukarest) sind allerdings außer Konkurrenz, selbst im Schlafwagen. (Ein Einbettabteil habe ich allerdings noch nicht ausprobiert)

Wenn du da irgendwelche Ansprüche stellst vergisst du eine Zugfahrt am besten.  Toilettenpapier, Seife, Handtuch u. a. solltest du unbedingt in deinem Gepäck haben. Zeit, westliche Zweckmäßigkeit und Vernunft dürfen dir auch nicht zu wichtig sein, sonst werden die stundenlangen Aufenthalte an den Grenzen wahrscheinlich zu einer Nervenprobe, besonders wenn du daran denkst, dass ein evtl.. "Anschlusszug" in Bukarest oder Istanbul nicht wartet.

Es gibt immer noch ab und zu einen Grenzbeamten (interessanterweise nur an der rumänisch/bulgarischen Grenze) der versucht seinen Gehalt nach sicher alter Tradition aufzubessern. Mindestens eine Aufforderung etwas (meist 10 Euro) zu geben (mit oder ohne Angabe eines "Grundes") hat es bei jeder meiner 3 Reisen noch gegeben. Von mir hat ein korrupter Beamter bisher allerdings noch keinen Cent bekommen und bis auf ein einziges Mal hatte es auch keine Konsequenzen. Dort wurde mir allerdings demonstriert, dass ein Grenzbeamter durch eine sehr gründliche Untersuchung des Reisegepäcks eine legale Möglichkeit hat dich auch ein wenig zu ärgern.

Eine erfreuliche Gelegenheit zu einem Einschub (einer Berichtigung)!: Im Frühjahr 2004 erlebte ich erstmals eine völlig korrekte Grenzabfertigung selbst an der bulgarisch/rumänischen Grenze, die Grenzaufenthalte hielten sich buchstäblich „in Grenzen“ und der Zug kam erstmals pünktlich in Bukarest an!

Meine erste, sehr ungute "Grenzerfahrung" ist da allerdings nicht eingerechnet. Die hatte ich bei meinem ersten Versuch vor mehreren Jahren über Belgrad in die Türkei zu reisen. Damals musste ich an der Grenze Ungarn/Serbien aus dem Zug aussteigen und die Kontrolle meines Reisepasses (oder meine Weigerung den Gehalt der Grenzbeamten etwas aufzubessern) dauerte so lange, dass der nur tägl. verkehrende Zug in die Türkei ohne mich abfuhr.

Damals entschloss ich mich etwas verärgert mit dem nächsten Zug nach Österreich zurückzufahren und zu fliegen. Das ist auch der Grund, warum ich bisher die kürzere Strecke über Belgrad nicht gefahren bin. Aber ich denke, dass ich es wieder einmal versuchen werde! Vielleicht hat sich in dieser Sache (Richtung Korrektheit) die letzten Jahre auch etwas getan. Allerdings braucht man für Serbien als Österreicher ein Durchreisevisum, für Rumänien nicht.

Mit der richtigen Einstellung (den vorhin beschriebenen Dingen wie langen Aufenthalten an den Grenzen, verschmutzten Toiletten, einem korrupten Beamten usw. solltest du eher mit Interesse und Gelassenheit als mit Verärgerung begegnen) kann eine Zugreise durch den Balkan aber interessant und schön sein.

Zumindest für einen Naturliebhaber und Eisenbahnfan.

Der folgende Bericht (inkl. Fotos) ist von Gerhard und Erika, die im Frühjahr 2003 den Autoreisezug von Villach nach Edirne benutzt haben.

 

Eine Reise mit Zug und Auto in die Türkei – nach Kappadokien!

 

Nachdem wir im Jahr 2002 eine Flugreise unternahmen und bei Hubert in der Türkei Gäste sein durften, entschlossen wir uns im Jahr 2003 das wunderschöne Kappadokien mit dem Auto zu bereisen.

Für diese Reise gab es allerdings einiges zu bedenken. Sollten wir die ganze Strecke mit dem Fahrzeug fahren; oder etwa nur eine Teilstrecke?

Da wir von erfahrenen Autotouristen vor einer Fahrt durch Rumänien und Bulgarien gewarnt wurden (die Polizei soll dort doch sehr korrupt sein), ließen wir den Gedanken fallen, die gesamte Strecke mit dem Auto zu bewältigen.

Neben der Fähre von Italien aus bot sich für uns auch der Autozug von Villach (Österreich) bis nach Edirne (Türkei) an. Nach einigen Überlegungen, insbesondere auch über die Kosten und Anreisedauer, entschieden wir uns für den Autozug. Das war für uns von Herford (Nordrhein Westfalen) aus auch bequemer, da die Entfernung bis nach Villach nur etwa 1000 Kilometer beträgt.

Von Hubert wussten wir, dass man den Autozug über Optima-Tours  in München, Telefon 089-54880111, E-Mail: optima@optimatours.de, buchen kann. Da wir aber die Fahrt mit dem Zug „vor Ort“ buchen wollten (wegen eventueller Rückfragen), haben wir uns erfolgreich nach einem Reisebüro bei uns in der Gegend umgesehen.

Aus dem Internet hatten wir uns schon vorab Informationen  besorgt und so konnten wir bestimmte Wünsche dem Reisebüro kundtun. Unsere Wünsche bestanden unter anderem darin, dass wir für das Auto einen geschlossenen Waggon und für uns ein Abteil mit einer Zweierbelegung haben wollten.

Ein geschlossener Waggon für das Auto ist wichtig, weil es so vor Transportschäden (Steinschlag) geschützt ist.

Außerdem hörten wir, dass Kriminelle schon auf den Autozug aufgesprungen sind und die Fahrzeuge aufgebrochen und ausgeraubt haben.

Für eine Zweierbelegung haben wir uns deshalb entschieden, weil wir nicht wussten, mit wem wir bei einer Sechserbelegung zusammengekommen wären. Wir wollten die 31stündige Fahrt genießen und nicht auf andere Rücksicht nehmen müssen (insbesondere während der Schlaf- und Ruhephasen).

Zu der Zweierbelegung ist allerdings zu sagen, dass sich die Kosten für die Hin- und Rückfahrt (einschließlich Pkw) auf stolze 1200 Euro belaufen.

Wählt man eine Sechserbelegung, kann man ca. 400 Euro einsparen. Im Nachhinein haben wir unsere Wahl aber nicht bereut. Wir konnten es uns in unserem Abteil so einrichten, wie wir es gern wollten. Nachdem wir also gebucht und bezahlt hatten bekamen wir unsere Fahrkarten zugeschickt und es konnte losgehen.

Unsere Hinfahrt fand am 30.04.03 und die Rückfahrt am 30.05.03 statt.

Bei der Hinfahrt war der Zug restlos voll, weil viele Türken mit dem Auto in ihre Heimat fuhren. In Villach war der Bahnsteig schon einen halben Tag (Nacht) vor Abfahrt des Zuges bevölkert. Es gab keine Möglichkeit sich aufzuwärmen oder etwas zu trinken/essen. Jeder musste sich von dem Mitgeführten beköstigen. Aufwärmen musste man sich im Auto. Der schlechte „Servie“ lag wohl daran, dass es der erste Zug in der Saison war, den wir gewählt hatten.

Bei der Rückfahrt hatte sich alles ein wenig verteilt und der Zug war nicht ganz voll. Der „Servie“ in Edirne war allerdings auch nicht toll.

Das Verladen der Autos (links ist ein geschlossener Fahrzeugwaggon zu sehen) und das Zuweisen der Plätze ging in Villach zügig vonstatten.

Im Zug selbst waren wir dann doch zum Teil recht angenehm überrascht.

Das Personal war freundlich und sprach auch deutsch.

Die Abteile und Waggons waren sauber. Welch ein Wunder!? Hatten wir doch in einem Internetbericht eines Reisenden gelesen, dass die Sauberkeit in diesen Zügen sehr mangelhaft sei.

Das können wir aber weder von der Hin- noch von der Rückfahrt sagen. Wir haben alles sauber und ordentlich vorgefunden. Insbesondere die Toiletten wurden ständig gereinigt.

Optima Tours gibt an, dass man sich im Zug selbst beköstigen muss. Offiziell stimmt das auch. Es gibt nur Getränke (Tee, Kaffee, Limo – pro Getränk 1 Euro). Inoffiziell kann man aber auch etwas essen. Das Zugpersonal bereitet kleine Speisen um sich so ein Taschengeld zu verdienen. Diese Speisen sind recht gut, aber auch ein wenig teuer.

Alle Zugbegleiter haben wir freundlich und zuvorkommend erlebt. Man kann und darf jede Frage stellen. Nur sollte man diese freundlichen Leute nicht auf ihre arme Herkunft ansprechen.

Vor jeder Grenzstation gehen die Zugbegleiter durch und geben Anweisungen. Die Aufenthalte an den Grenzen sind langwierig und die Kontrollen gründlich. Zollkontrollen haben wir aber nicht erlebt.

Es ist streng verboten, während der Kontrollen die Toiletten zu benutzen. Hohe Strafen drohen. Deshalb werden die Toiletten an den Grenzen auch abgeschlossen. Bettlern darf man unter Strafdrohung keinesfalls irgendwelche Sachen/Geld geben. Sie kommen während der Aufenthalte an den Zug und bitten um Gaben. Oftmals werden sie von der Polizei mit Gummiknüppeln vom Zug vertrieben.

Während der Aufenthalte an den Grenzen kann man angebotene Sachen – zum Beispiel Käse – aber kaufen. Diese Sachen sind gut und preiswert.

Man darf es auf keinen Fall versäumen, seinen Reisepass, den Kfz-Schein, Führerschein und die grüne Versicherungskarte (für den asiatischen Teil der Türkei eine extra Versicherung bei der jeweiligen Versicherungsagentur abschließen!) mitzuführen.

VISA gibt es über die Zugbegleiter im Zug, d. h. sie beschaffen die Visa an der jeweiligen Grenze.

Wertsachen, die man einführt, sollte man in Villach beim Zoll anmelden.

 Wir haben da aber schlechte Erfahrungen gemacht, weil der Zollbeamte dazu wohl keine Lust hatte. Also sind wir ohne die Anmeldung von Wertsachen (insbesondere Schmuck) in die Türkei eingereist – ohne spätere Schwierigkeiten.

In Edirne angelangt wird man gleich von Händlern aller Art „überfallen“. Hier sollte man keine Sachen kaufen – auch wenn man dazu sehr gedrängt wird. Man ist hier eben in der Türkei. 

Die Kontrollen in Edirne sind sehr genau. Wer das Auto eines Freundes, Verwandten oder ähnlicher Person einführt (also nicht sein eigenes), muss unbedingt eine entsprechende Vollmacht vorweisen. 

Das Befahren der Straßen in der Türkei ist problemlos. Die Beschilderungen, insbesondere auch die Wegweiser sind gut.

Man sollte sich aber hüten, die Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht einzuhalten.

Die Strafen haben sich „gewaschen“. Anhaltestellen der Polizei sind oft mehrere Kilometer nach einer Geschwindigkeitsmessung eingerichtet. Handeln geht nicht! Nimmt die Polizei übel! 

Auf den Autobahnen ist Maut zu entrichten. An den Mautstellen bekommt man ein Ticket und bezahlt es bei der nächsten Abfahrt. Die Preise halten sich für unsere Maßstäbe in Grenzen. 

Auf den Autobahnen sieht man oft gar kein Auto oder nur ab und zu eines. Man hüte sich aber vor plötzlichen Schlaglöchern, die wie ein Blitz aus heiterem Himmel auf allen guten Straßen plötzlich auftreten können. 

Die Fahrt auf der Autobahn um Istanbul herum ist verkehrsmäßig mit dem „Kölner Ring“ zu vergleichen. 

Zu den Reiseplanungen, Hinweisen und Besonderheiten soll das Gesagte reichen. 

Sicher ist, dass sich eine Fahrt mit dem Auto in die Türkei immer lohnt. Nur so lernt man Land und Leute richtig kennen. Unsere Erlebnisse möchten wir nicht mehr missen und wir werden wieder mit dem Auto in die Türkei reisen.

Wer genug Zeit hat, sollte es uns gleichtun und auf eine Flugreise verzichten, es sei denn, dass er sich in der Türkei einen Leihwagen nimmt.

Landbevölkerung beim Dengeln von Sensen oder beim Handarbeiten auf der Straße erlebt man nicht in Antalya oder Alanya, sondern nur im Landesinneren, zum Beispiel in Ortahisar. Nimmt man sich genug Zeit, lernt man viele liebe und nette Menschen kennen. 

Anstehen am Buffet oder warten auf den Ober braucht man nicht, wenn man in einer türkischen Familie auf traditionelle Art und Weise zum Essen eingeladen wird (siehe oben rechts).

Wir haben durch Hubert in Kappadokien viele Freunde gewonnen, die sehr interessiert daran sind und waren, wir wir unser Leben gestalten und welche Fotos wir 2002 in der Türkei „geschossen“ haben.

Der Abschied von Ortahisar fiel uns sehr schwer. Leider geht aber alles einmal zu Ende. Wir werden Kappadokien, insbesondere Ortahisar nicht vergessen und wir freuen uns darauf, hier wieder einmal mit unseren Freunden zu plaudern, Tee zu trinken und Erfahrungen auszutauschen.

Wir vermissen insbesondere Ali und seine Familie. Momente wie das mühsame Aussuchen von Kartoffeln für den Esek von Alis Anne (siehe rechts) bleiben in uns immer haften. 

Von Ortahisar aus sind wir dann über Konya, Isparte und Denizli nach Mugla gefahren, wo wir bei Freunden von Hubert ein paar Tage verbracht haben.

Danach ging es nach Foca. Hier blieben wir noch einige Tage in einem Hotel direkt am Ägäisstrand, bevor wir weiter Richtung Edirne zum Autozug fuhren.

Die Fähre von Canakkale nach Eceabat war nicht teuer. Auch der Hotelpreis in Edirne für die letzte Nacht vor der Heimfahrt hielt sich in Grenzen.

Eine schöne Reise war zu Ende.

Erika und Gerhard Rolletschek

Ein besonderer Dank gilt Hubert. Erst durch ihn sind wir auf Kappadokien aufmerksam geworden. Er war es, der uns die ersten Anregungen gab und eine Einladung in sein Haus in Ortahisar an uns ausgesprochen hat.

Vielen Dank, Erika und Gerhard, für diesen guten Bericht mit den schönen Bildern und eure Erfahrungen mit dem Autoreisezug! Ich hoffe, ihr seit mir nicht böse, dass ich ein Foto (Landarbeiter beim Dengeln) nicht mehr untergebracht habe. Ihr seit die ersten die einen Reisebericht für meine Homepage geschrieben haben!

 

 

Merhaba!
Durch Zufall bin ich durch Recherchen (schreib grad eine Seminararbeit über Bewässerung in der Türkei, weiters schneiden wir gerade an einem wissenschaftlichem Film über unsere Türkei- Exkursion) auf Ihre Homepage gestossen, und war ur begeistert.
Mein Name ist Katharina Schinnerl, und ich studiere im 9. Semester Landwirtschaft an der Boku in Wien. Im Rahmen einer Exkursion des Instituts für Gartenbau besuchten wir Konya (die
Uni Selcuk ist unsere Partneruni), Avanos, Kappadokien vor ca  zwei Wochen für 6 Tage, und diese Reise war unglaublich schön.
Ich habe mich in dieses Land mit seiner Kultur verliebt, und werde alles daran setzten sobald wie nur möglich wieder dort zu sein (Eventuell Diplomarbeit, Diss, Praktikum, etc.)
Ich bin ein sehr gläubiger Mensch, mache täglich meine Erfahrungen mit Gott (steht an erster Stelle in meinem Leben), und durfte auch im spirituellen Konya und in Kappadokien meine ganz persönlichen, wunderschön-unbeschreiblichen Erfahrungen machen.
Auch ich bekam es mit Erfurcht vor dem Schöpfer zu tun, als ich durch die Tuffsteinlandschaft von Kappadokien wanderte. Mich berührte es extrem. Aber auch Konya berührte mich. Wir besuchten das Mevlana -Grab, auch dort spürte ich extrem die spirituelle Energien die sich in diesem Ort manifestieren. Ich freue mich dass es auch andere Leute gibt, die diese Gegend so speziell erleben! Über Infos freu ich mich immer!

Alles Liebe Ihre Katharina Schinnerl

28. Nov. 2oo3

 

 

Lieber Hubert,

bin gerade über deine Homepage gestolpert :-) hast du schön gemacht. ich wünschte ich wäre mit meiner auch schon soweit.

Leider haben wir uns dieses Jahr schon wieder des öfteren verpasst. Wie du vielleicht mitbekommen hast habe ich im August geheiratet, cok güzel dügün oldu ama maalesef sen yoktun.

Mit unserem Umbau sind wir mittlerweile ziemlich weit gekommen, alle Zimmer im Haupthaus fertig und zur Zeit sind sie an der Küche dran, Yilmaz usta hat ganze Arbeit geleistet :-)

Wenn du mal wieder da bist und ich nicht...wie üblich :-) kannst du mit Ali ja mal runtergehen und es dir anschauen. Keine Ahnung wie deine Urlaubsplanung für das nächste Jahr aussieht, wir sind auf jeden Fall vom 29.12.03 bis 10.01.04 unten. Vielleicht sehen wir uns ja ??

Bis dahin cok selamlar

Andreas

17. 12. 2003

 

 

Hallo Hubert,
ich bin der Martin von Martin und Renate, die dich letzten Sommer an
deinem vorletzten Tag in Ortahisar überfallen haben.

Wir dachten uns am nächsten Tag, dass Du bis über beide Ohren in
Vorbereitungen für deinen Abflug steckst, und wir wollten Dich einfach
nicht stören. Außerdem waren wir uns schon damals sicher dass wir dich
mal wieder sehen wollen, wenn nicht in Ortahisar, dann in Österreich.

Dieses Jahr ist aber leider nichts mehr aus einem Kurzurlaub in den
Alpen geworden, sonst hätten wir uns sicher gemeldet.
Aber wir denken an dich.

In Ortahisar hatten wir den Eindruck dass Du für Dich alles richtig
gemacht hast. Und dass in Deiner Haut wohl schon immer ein Türke
gesteckt hat. Für uns wäre soviel Familienanschluss wohl nichts.

Aber was ich Dir eigentlich sagen will ist, dass du auf deiner Homepage
doch ab und zu Besucher hast.
Ich fand auch deine Idee gut, in deinem Gästebuch "News" zu bringen.
Und die Mail hier soll eine Ermunterung dazu sein - Ich schau ab und zu
bei Dir vorbei, und freu mich auf Neuigkeiten aus Kappadokien.

Also Hubert, ich wünsch Dir Frohe Weihnachten und nen Guten Rutsch
Bis bald, martin

22. Dez. 2003

 

Eine „Neuigkeit“ von mir:

Ich war im Herbst noch mal 9 1/2 Wochen in der Türkei, 9 Wochen davon in Ortahisar (Ende September bis Ende November). Ein Rekord – auch für mich. So lange an einem Stück war ich noch nie in der Türkei und so weit ich mich erinnern kann hatte ich auch noch nie 9 ½ Wochen Urlaub seit ich bei der Bahn arbeite. Und das ist seit 1980!

Trotzdem war es nicht lange genug – obwohl ich mich nach 9 Wochen auch ein wenig auf das Wiedersehen mit Freunden in Österreich gefreut habe.

Die Zeit in Kappadokien war (wie immer) echt schön – auch das Wetter, obwohl es 2 x in der Nacht geschneit hat, das erste Mal pünktlich zum nationalen Feiertag Ende Oktober, das zweite Mal etwa 14 Tage später.

Auf dem Bild rechts Cynthia aus England, die mit ihrem Mann Christian (Bild links) fast eine Woche hier war (sie blieben 2 Tage länger als der Rest einer Gruppe von 9 Besuchern).

Gerade lange genug um den ersten Schnee und eine Winterlandschaft im Oktober zu erleben!

Der Rest der Gruppe ist für das Schneeerlebnis ein paar Stunden zu früh abgefahren.

Ich denke, dass es ein besonderes Ereignis für Christian und Cynthia so kurz vor der Heimreise nach England war. Auf dem Foto sieht man, dass Schnee fast überall war, selbst im überdachten „Frühstückszimmer“ und auf einer Türschwelle. Das ist die Eingangstüre zur neuen Küche, die zwar klein aber schön geworden ist und mit Herz und Verstand eingerichtet von meinen lieben Besuchern. Nochmals vielen Dank Claudia & Co.für eure tolle Hilfe, ohne euch wäre meine Küche nicht so super geworden, da hätte es an Liebe und Hausverstand gefehlt!! Danken möchte ich auch meinem Gott, der diesen Überraschungsbesuch von Freunden aus Mugla genau zur rechten Zeit geschenkt hat.

Den letzten Anstoß für den Bau der Küche gab übrigens meine Mutter bei ihrem Besuch letzten Herbst. Für sie ist ein Haus(halt) ohne Küche unmöglich, ich hätte es bei meinen Ansprüchen und der türkischen Gastfreundschaft wohl noch eine Zeit ohne ausgehalten. Allerdings möchte ich sie jetzt schon nicht mehr missen und es wundert mich wirklich, wie gut ich vorher ohne sie auskommen konnte!

Auch der Backofen hat eine neue Türe bekommen und ist wieder betriebsbereit, Zübeyde hat ihn schon mit gutem Erfolg ausprobiert.

Dann habe ich diesen Herbst endlich mein letztes großes Bauvorhaben in Angriff genommen und es ist fast ganz fertiggeworden. So gibt es jetzt ein neues europäisches WC (also mit Kloschüssel), einen Waschraum mit 2 Waschbecken, einen Platz für eine (noch zukünftige) Waschmaschine und 2 Duschen. Ich wäre mit dem türkischen WC und einer Dusche gut ausgekommen aber für die meisten Gäste dürfte diese „Luxusvariante“, für die ich mich nach langem Überlegen entschieden habe, wohl noch immer kein Luxus sein.

Übrigens, dafür dass dieser neue Komfort dem alten Haus nicht völlig seine Atmosphäre raubt ist gesorgt. All diese modernen Sachen sind in die Garage von Arif im neueren Hausteil im wahrsten Sinne des Wortes „eingebaut“ worden und nur vom Innenhof zugänglich. So dürfen (oder müssen) Besucher nach wie vor um sich zu waschen oder das WC zu erreichen kurz frische Luft atmen. Im Extremfall könnte ein nächtlicher Toilettengang also immer noch so aussehen wie hier rechts zu sehen ist.

Damit der neue Luxus auf die Dauer auch wirtschaftlich ist gibt es Sonnenenergie. Es funktioniert alles gut, am Tag vor meiner Abreise habe ich die Dusche schon ausprobieren können. Die ist allerdings auch für mich eine gute Sache!

Irgendwie ist es fast schade, dass die Arbeiten am Haus jetzt endgültig abgeschlossen sind. An die oft schöne Zeit mit den „Ustas“ und ihren Gehilfen werde ich in der Zukunft vielleicht noch manchmal denken. Trotzdem will ich nicht verschweigen, dass es manchmal auch ein wenig „Stress“ gab und ich manche Dinge des Dorflebens nach 7 Jahren differenzierter sehe als im ersten Jahr.

Sicher hätte ich ohne den „Bau“ Ortahisar und seine Menschen mit ihrer Kultur nicht annähernd so gut kennen gelernt und um manche Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse ärmer. Aber darüber schreibe ich später einmal in einer anderen „Ergänzung“.

Dass in 9 Wochen auch einige Wanderungen möglich sein müssten habe ich mir leider nur gedacht. Das lag mehr an den Arbeiten am Haus als an meinen Gärten in der Erntezeit. Es macht sich auch in der Türkei in jeder Hinsicht bezahlt wenn man selbst bei der Arbeit dabei ist. Mit „Erntearbeit“ war ich allerdings auch fast jeden Tag 2 – 3 Stunden beschäftigt. Langsam beginne ich zu verstehen, warum man schöne Obstgärten in Kappadokien um sehr wenig Geld kaufen kann. Denn Geld lässt sich mit der Landwirtschaft in Kappadokien nur schwer verdienen. Trotzdem macht mir die Arbeit (ich empfinde es meist nicht als „Arbeit“, jedenfalls im negativen Sinn) in den Gärten sehr viel Spaß. Wahrscheinlich geht es Garip, meinem Maultier in dieser Hinsicht ähnlich. Ein wenig Arbeit mit dem Schleppen von Quitten, Äpfeln usw. scheint ihm auch besser zu gefallen als „müßiges“ Herumstehen.

Aus meinem Plan einige meiner Lieblingswanderungen für Freunde zusammenzustellen und zu beschreiben ist also wieder nichts geworden. Sehr tragisch ist das aber nicht weil ich inzwischen auf die Wandertipps bei www.goereme.net verweisen kann.

Auf dem Foto links und rechts ist meine Mutter zu sehen, beim .“Maultiertrekking“ und dem Verwöhnen von Garip danach. Diese Bilder sind allerdings vom November 2002 als meine Mutter mit 75 Jahren ihre erste Auslandsreise machte, natürlich nach Kappadokien!!

Meinen nächsten Flug in mein Traumland habe ich schon gebucht, er ist am 26. März. Da fliege ich das erste Mal zusammen mit einem Arbeitskollegen für etwa 3 1/2 Wochen in die Türkei. Genauer mit „Germanwings“ von Stuttgart nach Istanbul. Der Flug ist absolut preisgünstig (29 Euro bezahlte ich, mein Freund  hat sich ein wenig mehr Zeit gelassen mit der Buchung und bezahlt 39 Euro). Ob die Ankunftszeit im neuen, kleinen Flughafen auf der asiatischen Seite (1/2 3 Uhr Ortszeit) auch so günstig ist werden wir sehen. Der Rückflug ist noch offen (bisher nicht buchbar) aber wird so um den 20. April herum sein.

Im April hoffe ich mit Peter (meinem Kollegen von der Bahn) auch einige Wanderungen zu machen. Arbeit gibt es zu der Zeit auch in den Obstgärten – u. a. sollte ich ein paar kleine Bäume an einen besseren Ort verpflanzen! Ich hoffe, dass Ende März/Anfang April dafür nicht schon zu spät ist.

Dann würde ich gerne ab August 2004 für längere Zeit in Kappadokien sein - wenn möglich bis Anfang oder Mitte November. Dafür brauche ich natürlich unbezahlten Urlaub, sonst können es höchstens 4 - 5 Wochen werden - und das auch nur mit Überstunden (die erst noch zu machen sind!) für genügend Zeitausgleich.

Aber ich hoffe, dass es dieses Jahr bei meinem dritten Ansuchen für 3 Monate unbezahlten Urlaub klappt. Die Chancen sind bei wahrscheinlichen Dienstplankürzungen gar nicht so schlecht und - wenn Gott es will - wird mein Traum dieses Jahr Wirklichkeit.

So, das waren jetzt aktuelle "News" von mir - Stand Anfang Januar 2004. In Zukunft werden hier also Ergänzungen, Berichtigungen und Neuigkeiten stehen, das aktuellste also immer am Schluss von „Gästebuch und News“. Natürlich berichtige ich entsprechende und nicht mehr richtige oder aktuelle Texte auch sonst wo. Um sich schnell zu informieren ob es was Neues auf der Homepage gibt ist aber "Gästebuch und News" der richtige Ort. 

Hier ein Beispiel für eine Ergänzung, die ich auch an anderer Stelle der Homepage einarbeite:

Da ich das Lernen mit guter interaktiver Lernsoftware gegenüber dem herkömmlichen Sprachenlernen mit Lehrbuch und Kassette weniger ermüdend und auch effektiver finde schau ich ab und zu im Internet ob es auf diesem Gebiet neues gibt. Mit Türkisch ist es ja nicht so wie mit Englisch oder Französisch wo es unüberschaubar viele Angebote gibt.

Vor Weihnachten habe ich bei www.buecher.de etwas entdeckt und die CD "Merhaba – nasılsın?" bestellt. Diese Multimedia Übungs-CD für knapp 20 Euro kann ich echt empfehlen. Obwohl als Ergänzung zu einem (wahrscheinlich auch nicht schlechten) Lehrbuch konzipiert kann man sie auch unabhängig davon verwenden. Themen und Wortschatz sind ganz auf die Bedürfnisse von Kindergarten und Schule ausgerichtet was nicht unbedingt ein Nachteil ist. Eher eine gute Ergänzung zu anderen Sprachkursen, die meist einseitig das Vokabular des typischen Urlaubers abdecken.

Die CD (Reichert Verlag Wiesbaden), vielleicht ergänzt mit „Lernen für die Reise“ von Karl-Heinz Scheffler (Multi Lingua Express) ist für Anfänger und Leichtfortgeschrittene eine gute und empfehlenswerte Sache. Wenn du schon fortgeschrittener bist und das gerade erwähnte zu einfach für dich kannst du „Türkisch ohne Mühe“ (ASSIMIL) versuchen. Zum Thema „Sprache lernen“ steht auch etwas bei „Traumland“ und unter „FAQ“.

Auch eine Neuigkeit: Bisher waren alle Fotos auf der Homepage von mir (zuerst von Dias Abzüge gemacht, die Fotos dann mit Flachbettscanner auf den PC). Diesen Herbst habe ich aber von Freunden schöne Digitalfotos bekommen. Mit der Erlaubnis von Dieter und Christian (ich hoffe ich habe dich wirklich gefragt, Christian!) ist dieser letzte Text mit Fotos von ihnen illustriert. Und ich habe einen neuen persönlichen Wunsch, den ich mir noch dieses Jahr (vor dem großen Türkeiurlaub!) erfüllen möchte: eine Digicam!

 

 

From: "Andus Emge" <aemge@turk-web.com>
 Sent: Sunday, April 04, 2004 12:02 PM
Subject: Gruss aus der kappadokischen Nachbarschaft fürs Gästebuch


Lieber Hubert,

Grade fischte ich deine nette Seite aus dem weiten Internet. Deine schönen und persönlichen Berichte mit all den vielen Informationen sind eine große Hilfe für jeden, der sich dieser Gegend nähern will. Vor allem auch Deine Bilder sind von außergewöhnlicher Qualität

Ich selbst lebe auch seit Ende der 1990'er Jahre wieder in Kappadokien, nachdem ich schon knapp 15 Jahre vorher diese märchenhafte Gegend das erste mal kenngelernt hatte und danach sogar meine ethnologische Dissertation über den "Wandel im Wohnen der
Höhlen von Göreme" geschrieben hatte und auch später dann einen "Länder.Menschen-Abenteuer" Film für das deutsche 3.TV-Programm gemacht hatte.

Seit 1998 wohne ich nun am oberen Rande von Göreme, das, wie Du richtig sagst, sehr touristisch überwuchert ist. Ich habe dort mit meiner türkischen Frau haben ein kleines Gästehaus, das wir wegen der typisch kappadokischen Tuff-Kegelformation "Fairy Chimney" genannt haben. Ansonsten haben wir akademische und allerlei andere Projekte laufen, wobei du auf unserer eigenen homepage <www.fairychimney.org> mehr über unsere Tätigkeiten erfahren kannst.

Ich selbst bin weiter kulturanthropologisch in Göreme tätig und dokumentiere den Wandel der
Region und verfolge UNESCO und andere Programme über die Region. Auch machen wir einige kleinere Projekte, um uns und auch anderen alternative Wege - auch für eine mögliche spätere Einkommensgrundlage auszuprobieren. Viele unserer Projekte bewegen sich zwischen Ethnologie, Architektur, Kunst, Musik, Geschichte und regionalen Kooperativen zur Herstellung regionaler Güter, wie etwa dem sehr leckeren Traubensirup "pekmez".

Ich würde mich freuen, wenn du oder auch andere einmal in Göreme bei uns reinschauen könntet. Unser Höhlenkegel ist schon seit über 1500 besiedelt und viele Spuren zeugen noch von der alten Heimat des heiligen Hieronymus, dessen Mutter ja hier in diesem
alten Teil der heutigen Ortschaft Göreme zeit ihres lebens gelebt hat. Unser Höhlen-haus war früher einmal ein Bereich einer alten Klosteranlage und Teil einer alten Weinfabrikationsstätte. Wir haben ein halbes dutzend Weinkelteranlagen verschiedener Größe in unserer "Burg", wobei wir eine davon im Oktober noch ausgiebigst nutzen, in dem wir unsere Weintrauben nach traditioneller Art mit den Füßen austreten. Der Most landet dann meist fifty-fifty in den großen Tonkrügen aus der Nachbartöpferstadt Avanos, wo dieser zu Wein vergährt, und der zum anderen Teil in den großen Kupferpfannen, in der dieser dann unter ständigem Rühren auf offenem Feuer langsam eingedickt wird.

Wer einmal nach Göreme kommt und einen Kontrast zu dem touristisch überlaufenen Ortzentrum haben möchte, der ist jederzeit herzlich willkommen, mal bei uns reinzuschauen. Man kann auch gerne bei uns wohnen, aber da wir sehr sorgfältig und aufwendig möglichst viel traditionelles mit modernen Funktionen kombinieren, sind unsere Übernachtungspreise nicht unbedingt low budget, aber dennoch ihres Preises wert.

Herzliche Grüße aus Göreme, Andus
............................................................................
Dr. Andus Emge, Cappadocia Academy, Güvercinlik Sokak 3/7, Aydinli Mahallesi – Tokalilar, TR 50180 Göreme, Nevsehir, Cappadocia, Turkey
Tel. 0090.384.2712655, Fax. 0090.384.2712862, Mob. 0090.533.2507883

Anmerkung von mir: Die Site http://www.fairychimney.org/ von Andus Emge solltest du dir unbedingt genauer anschauen, es lohnt sich. Hier findest du viele fundierte und interessante Infos und Links. Absolut empfehlenswert und eine tolle Informationsquelle für jeden, der ein wenig mehr über Kappadokien wissen möchte!

 

Hier ein kurzer Bericht von meiner Reise mit Arbeitskollege Peter vom 26. März bis 23. April - natürlich nach Kappadokien! 

Diesmal kam Peter, ein Arbeitskollege von der Bahn, mit und so war ich diesmal nicht alleine unterwegs.

 Wir hatten schon im Dezember einen Flug mit Germanwings von Stuttgart nach Istanbul gebucht, es war mein zweiter Flug mit dem deutschen Billigflieger und wie schon letzten Herbst eine positive Erfahrung. Pünktlich, freundliches Personal und auch 4 - 5 kg Übergepäck (erlaubt sind 20 kg) waren kein Problem für schnelles und reibungsloses einchecken in Stuttgart. Bordservice gibt es nur gegen Bezahlung aber die Preise sind mehr als okay - jedenfalls wenn du mit einem Ticket um 29 Euro unterwegs bist!

Ein angenehmer Flug fand einen guten Abschluss mit einem buchstäblich überpünktlichen Anflug auf den neuen Flughafen (auf der asiatischen Seite) der in der Nacht toll beleuchteten Millionenstadt auf 2 Kontinenten und einer schnellen Zollabfertigung (inkl. Visa für Österreicher) und Gepäckausgabe.

Obwohl es auch für diesen Flug (Ankunft 2 Uhr 20) eine Busanbindung ins Stadtzentrum geben soll wäre es jetzt wohl doch noch etwas ungemütlich geworden. Was macht man um 3 oder 4 Uhr früh in Istanbul? Ich fürchte, dass sogar die unzähligen Überlandbusse, die Istanbul jeden Tag Richtung Osten verlassen zu dieser Zeit gerade eine Pause machen – was die Abfahrt in Istanbul anbelangt. Eine Zugverbindung gibt es zu dieser Zeit jedenfalls nicht.

So ist es schon eine tolle Sache, Freunde zu haben, die auf der asiatischen Seite wohnen und mitten in der Nacht aufstehen (oder wie Manfred es tat erst gar nicht ins Bett gehen) um zu dieser (Un)Zeit am Flughafen zu sein.

Das war ein echt herzliches Willkommen von Manfred!! und so ging es bald total flott auf autoleeren Straßen (sehr ungewöhnlich für Istanbul) zur Wohnung von Manfred u. Debrah.

Nach kurzem aber gutem Schlaf und einem super Frühstück ging es dann langsam mit Bus/Schiff/Bus zum großen Atatürk Flughafen auf der europäischen Seite von wo wir um 15 Uhr weiter nach Kayseri weiterflogen. Davor zeigte uns Manfred noch seinen Arbeitsplatz und wir genossen echt türkische Gastfreundschaft bei Manfred u. Debrah (ein deutsch/kanadisches Paar)! Auch das Ticket für den Flug mit Onur nach Kayseri hatte uns Manfred schon besorgt.

 Es war mein erster Inlandflug in der Türkei aber wahrscheinlich nicht der letzte. So waren wir schon am späten Nachmittag in Kayseri und nach dem uns der Taxifahrer auf dem Weg zum Busbahnhof ein akzeptables Angebot machte uns den ganzen Weg bis nach Ortahisar zu fahren auch bald in Kappadokien. (Flug Istanbul - Kayseri 50 Euro pro Person, Taxifahrt Flughafen Kayseri - Ortahisar 40 Euro (oder 20 für Peter und mich).

Dass man Taxikosten teilen kann ist nicht der einzige Vorteil wenn man nicht alleine unterwegs ist. Das wusste ich schon bisher aber es ist mir wohl noch nie so bewusst geworden wie auf dieser Reise. So ist es schon eine beruhigende Sache (sogar in der Türkei), wenn man sein Gepäck bei seinem Freund lässt, während man am Flughafen, Busbahnhof oder sonstwo sich ein wenig herumschaut oder was zu erledigen hat. Es ist eine echte Erleichterung – bei meinem Reisegepäck im buchstäblichen Sinne

Man kommt natürlich auch mit dem Bus billiger von Kayseri nach Kappadokien. In unserem Fall hätten wir wahrscheinlich aber trotzdem 2 (natürlich viel kürzere) Taxifahrten gemacht, in Kayseri bis zum Busbahnhof und (wahrscheinlich) von Ürgüp, Göreme oder Nevsehir nach Ortahisar, da mit den Bus- u. Dolmusfahrten ins "Dorf" schon relativ früh am Abend Schluss ist. Übrigens, die Taxifahrt von Kayseri nach Ürgüp war rasant (eine ideale Strecke um aufs Tempo zu drücken) auf einer neuerbauten Strasse. Man erreicht Kappadokien so um einiges schneller aber der landschaftliche Reiz ist nicht so groß wie auf der wunderschönen alten Strecke über Incesu und Basdere.

Für viele ist es überraschend, dass es in Kappadokien Ende März/Anfang April vor allem noch recht kalte Nächte geben kann. Auch wir hatten noch Gelegenheit zu heizen. Obwohl es mit ein wenig Arbeit verbunden ist genieße ich immer das knisternde Ofenfeuer in Ortahisar.

Seine Wärme scheint mir einfach "wärmer" zu sein und meine Fußbodenheizung in Österreich kann da nicht mithalten! Das Wetter ist in dieser Jahreszeit noch nicht so todsicher schön wie in den Sommermonaten. Trotzdem, du bist wohl ein ausgesprochener Pechvogel wenn du 2 oder 3 Tage die Sonne in Kappadokien überhaupt nicht siehst. 

Unser erster Urlaubstag in Ortahisar war ein Sonntag (in der Türkei Wahlsonntag , landesweite Bürgermeisterwahlen) aber Peter und ich haben trotzdem mehrere Stunden mit Putzarbeiten verbracht. Schon am nächsten Morgen erwarteten wir nämlich Ali und Barbara, die mich mit ihrer Hochzeitsreise beehrten!

Ein Nachteil der Romantik in Kappadokien ist, dass kaum etwas so steril sauber ist (auch ein knisterndes Ofen- oder Kaminfeuer trägt dazu bei). Zweifellos ist mehr Staub in der Luft als in meiner österreichischen Heimat der bei offenem Fenster und entsprechendem Wind sich auch am falschen Platz niederlässt. In Vorarlberg gibt es viel grüne Wiesen und Asphalt, in Kappadokien meist umgegrabene Felder und statt Asphalt oft Erde. Da kann es auch für einen Fotografen bei windigem Wetter mal schwierig sein das Objektiv zu wechseln

Stichwort fotografieren: Peter und ich hatten uns beide gerade noch rechtzeitig für den Urlaub eine Digitalkamera gekauft, die erste für uns beide. Peter eine sehr gute, die Sony f828 mit einem (gerade für Kappadokien – aus oben genanntem Grund) sehr nützlichen Brennweitenbereich von 28 – 200 mm (entspr. KB).Ich schätze diesen Zoombereich sehr und nur selten (dann meist für Tieraufnahmen) würde ich mir noch ein stärkeres Tele wünschen

Ich hatte mir ebenfalls kurz vor der Abreise meinen ersten digitalen Fotoapparat gekauft, die Canon IXUS 400. Ich war von beiden Modellen begeistert, meine kleine Canon passt buchstäblich in jede Westentasche und war deshalb auch fast überall dabei. Die Sony von Peter ist alles andere als kompakt aber es ist eine absolute Freude damit zu fotografieren und diese Kamera ist wohl in jeder Hinsicht so gut (und manchmal besser) als meine analoge Spiegelreflex, mal die ( zugegeben nicht so unbedeutend) viel schwierigere Bildbeurteilung (und-komposition) durch den elektronischen Sucher oder das LCD-Display ausgenommen. Allerdings gibt es in der Preisklasse der Sony auch schon eine digitale SLR wo selbst dieser Nachteil wegfällt. Und es gibt eine Menge Vorteile wenn du digital fotografierst!

Von den vielen Vorteilen ist für mich der größte, dass du sofort kontrollieren kannst ob das Bild auch so geworden ist wie du es dir dachtest. Falls du nicht zufrieden bist kannst du es wiederholen und sogar mit verschiedenen Einstellungen experimentieren. Das kostet nicht mehr die Welt – eigentlich nichts außer dem Energieverbrauch der Batterie und ein wenig Zeit.

Du kannst also wirklich schnell durch Ausprobieren einiges lernen – in der analogen Fotografie kostet das viel an Zeit, Mühe und Geld. Bei dir besonders wichtigen Aufnahmen brauchst du keine Angst mehr zu haben, dass der Film auf dem Weg zur Entwicklung (oder zurück) verloren gehen könnte oder sonst irgendwie beschädigt (Dias mit Kratzern habe ich nicht nur einmal zurückbekommen).

Auf dem Bild oben rechts Peter mit seiner „herkömmlichen“ Nikon am Bahnhof in Bukarest, auf dem kleinen Bild links seine neue Digitalkamera.

Ganz ehrlich, umso mehr ich Abstand gewinne und über unseren gemeinsamen „Urlaub“ nachdenke muss ich Peter bewundern. Ich durfte fast die ganze Zeit mit seiner neuen Kamera fotografieren, er selbst benutzte meist seine „alte“. (Obwohl ich ja auch noch meine „Neue“, die kleine Canon Ixus hatte!)

Und er hatte sich schon vor der Abreise entschlossen mir bei der Gartenarbeit zu helfen – er brachte gleich seinen Arbeitsoverall aus Österreich mit!

Diese Absicht hat Peter auch viel mehr als ich mir erwartet hatte (ja, ich gebe zu, dass ich schon ein wenig damit rechnete, dass er mir ab und zu mal hilft) in die Tat umgesetzt. Peter hat wahrscheinlich viel mehr gearbeitet als ich - weil ich einfach zu oft seinen Fotoapparat in der Hand hatte!

Die Gärten dürften für meinen Besuch nicht in jeder Hinsicht von Vorteil sein (jedenfalls im Frühjahr – in der Erntezeit ist die Bilanz vielleicht ausgeglichener). Offen gesagt bin ich selbst ein wenig überrascht wie viel verschiedene Arbeitsmöglichkeiten diese kleinen Obstgärten anbieten.

Und ich beginne langsam zu verstehen, dass man hier noch keinem einheimischen Jogger oder sonstigem Freizeitsportler begegnet. Körperliche Betätigung gibt es hier noch überall. Für mich ist die Arbeit im Freien ein schöner Ausgleich zu meinem Beruf in Österreich und da ich jedes Jahr meist 2x in Kappadokien bin und – wenn Gott es will – noch oft dort sein werde habe ich auch nie das typische Gefühl eines Touristen noch dies oder jenes unbedingt sehen zu müssen.

Peter scheint aber auch nichts gegen Arbeit zu haben und außerdem noch einmal kommen zu wollen –sonst hätte ich im Nachhinein wirklich ein schlechtes Gewissen – denn er sagte nie dass er Zelve, Göreme oder eine unterirdische Stadt noch sehen muss und hat am Ende diese Sehenswürdigkeiten diesmal auch wirklich nicht gesehen.

Wahrscheinlich haben wir in mehr als 3 Wochen Kappadokien weniger gesehen als manch anderer Besucher in 2 oder 3 Tagen. Doch denke ich, dass Peter trotzdem einiges von meinem Traumland mitbekam und wohl doch mehr „erlebt“ hat als der „Nur“tourist. So waren wir einige Male beim Friseur um uns rasieren zu lassen (natürlich einmal auch die Haare schneiden), mit meinem Maultier beim „Schuhmacher“, haben zusammen mit Einheimischen gearbeitet und gegessen, den Frauen in der Nachbarschaft beim Brotbacken zugeschaut, Holz gemacht und Mist ausgeführt, beim Baumfällen ein Vogelgrab gefunden...

Hier auf dem Foto siehst du einen Hufschmied bei seiner Arbeit, mein Freund Garip muss allerdings nicht so lange auf neues „Schuhzeug“ warten wie dieser arme Esel im Bild unten.

Ich denke auch Ali und Barbara hatten eine außergewöhnliche Hochzeitsreise. Sie haben auch für uns gekocht (das machen wohl die wenigsten Leute in der Flitterwoche für sich selbst) und im Garten umgegraben. Ja, ich bin wohl ein Glückspilz solche Besucher zu haben!

Die kleine Küche, die erst letztes Jahr im Herbst fertig wurde hat sich schon gut bewährt. Mittags waren wir aber meist in einem winzigen Lokal ganz in der Nähe „auswärts“ essen. Das kann man in Ortahisar (und fast überall in der Türkei) sehr gut und preiswert. Auch die beiden Duschen (ebenfalls ganz neu!) sind eine tolle Sache und haben ausreichend heißes Wasser  wenn die Sonne scheint. Aber die lässt dich selten im Stich in Kappadokien! Im Nachhinein wundere ich mich schon ein wenig, wie gut ich ohne diese Dinge jahrelang ausgekommen bin.

Randbemerkung für Freunde und Besucher: Leute, die mich in Zukunft besuchen müssen sich nicht mehr auf so spartanische Verhältnisse wie bisher einstellen. Ich scheine dagegen immer mehr Arbeit in meiner „Landwirtschaft“ zu finden und kann  mich oft nicht so um meinen Besuch kümmern wie ich es möchte. Oft sollte ich eben auch etwas tun aber du könntest ja wie Peter manchmal mitkommen. (Arbeitskleidung muss man aber nicht unbedingt mitbringen!) Übrigens, die Gärten liegen alle wunderschön, für mich jedenfalls.

Und ganz offen gesagt: Ich denke, dass weniger oft viel mehr ist. So habe ich auch kein allzu schlechtes Gewissen meinen Besuchern gegenüber. Denn ich bezweifle, ob du überhaupt wirklich etwas gesehen hast, wenn du in 2 oder 3 Tagen Kappadokien „machen“ willst. Vielleicht hast du so tatsächlich einiges „gesehen“ aber sicher nichts erlebt oder Land und Leute kennen gelernt.

So bilde ich mir ein, dass Peter einen eine tieferen und besseren Eindruck von Kappadokien und seinen Menschen gewonnen hat als wenn er alle „Hauptsehenswürdigkeiten“ gesehen hätte

Der jetzige Bürgermeister von Ortahisar (er ist am ersten Sonntag unseres Urlaubs bei den landesweiten Bürgermeisterwahlen auch wiedergewählt worden) wird von den meisten Leuten sehr gelobt, weil im Ort eine Menge geschieht. Und ich finde eigentlich auch, dass das Dorf – jedenfalls was das Zentrum betrifft – immer schöner und gepflegter wird.

Viele Straßen und Gassen werden gepflastert und an einem Ort mit sehr schönem Blick auf das „Kale“, den Burgfelsen von Ortahisar, ist sogar ein Park entstanden, der von den Einheimischen im Sommer wohl gut angenommen wird.

Für mich etwas überraschend, da viele Familien nicht nur ein sondern sogar mehrere Gärten haben und man auch dort ein Picknick im Freien machen könnte. Aber vielleicht unterschätze ich da wieder die türkische Geselligkeit. Außerdem ist der Park schön gelegen und nahe. Auf dem Foto der Blick vom Park auf „Kale“ und Erciyes.

Was man sich aber noch wünschen könnte ist, dass nicht nur das kleine Ortszentrum „aufgeräumt“ ausschaut und sauber gehalten wird. Ich finde (und nicht nur ich – auch viele andere Besucher), dass die kleinen wilden „Mülldeponien“ ein echtes Minus sind und Eindruck und Erinnerung von dem sonst wirklich schönen Dorf etwas drüben. Diese Dinge sieht zwar nicht jeder der ein paar Stunden Ortahisar einen Besuch abstattet.

Aber kaum einer der mehrere Tage bleibt kommt an dem überall weggeworfenen Müll vorbei (oder nicht vorbei). Schade – und das meine nicht nur ich.

Trotzdem, ich denke aussichtslos ist die Situation nicht. Einiges hat sich in dieser Richtung ja schon getan die letzten Jahre aber ich denke es könnte noch mehr sein. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen das Müllproblem (ist natürlich nicht nur auf Ortahisar beschränkt) immer wieder mal anzusprechen bei der häufig gestellten Frage „Wie gefällt dir Kappadokien (oder die Türkei)?

Einige Leute haben in diesem wunderbaren Land sicher Probleme mit den örtlichen Zuständen. Dazu zählen sensible Menschen (ich selbst gehöre wohl auch dazu) in Bezug auf Umwelt und dem Umgang mit Tieren.

So ist mir bis heute ein Rätsel warum kaum ein Bauer seine Tiere tagsüber aus dem Stall holt. Und die Ställe in Kappadokien sind meist finster – oft aus dem Felsen gehauen und ohne Fenster (das Licht auf dem Bild mit den Schafen ist Blitzlicht). Ich bin nicht jemand der von Viehzucht und Viehhaltung viel versteht. Nur denke ich, dass auch Esel und Rindvieh Lebewesen sind und wahrscheinlich in mancher Hinsicht ähnlich empfinden wie wir. Ich meine dass sie auch gerne Tageslicht sehen und Sonne und frische Luft auch ihnen gut tut.

Leider ist die Zeit wie immer in Ortahisar viel zu schnell verronnen. Nicht alles gefällt mir dort aber es zieht mich immer wieder dorthin. Die Landschaft, die Menschen...

Oft werde ich gefragt wann die beste Zeit ist um Kappadokien zu besuchen. Ich weiss es wirklich nicht. Ich war schon zu jeder Jahreszeit dort und es hat mir bisher immer gefallen

Ich wüsste nicht zu welcher Zeit du dort nicht hingehen solltest. Vielleicht von Dezember bis Februar? Zugegeben, im Winter war ich erst einmal dort (3 Wochen im Februar) und da hatte es Schnee und kaltes, schönes Wetter. Und Kappadokien unter einer Schneedecke ist schön!

Besonders Ortahisar, das weniger als manch anderer Ort vom Tourismus lebt ist zu keiner Jahreszeit ausgestorben und hat (jedenfalls mir) immer etwas zu bieten. (Obstbau, Ein- u. Auslagerung der Zitronen, Kartoffeln usw in unzähligen unterirdischen Depots, Frauen die mit Handarbeiten beschäftigt sind...).

Auch Teppichknüpfen war in Kappadokien einmal eine typische Frauen- und Heimarbeit ist aber heute in den Häusern praktisch nicht mehr zu sehen. Jedenfalls habe ich es in Ortahisar erst einmal gesehen (an einem Winterabend!).

Schade, dass die Wochen in Kappadokien wie immer so schnell vergehen. Die Uhr scheint für mich hier schneller zu ticken als sonst wo.

Obwohl ich die letzten Jahre relativ wenig bewusst unternehme um Neues zu entdecken vergeht kein Aufenthalt wo ich nicht unerwartete, neue Eindrücke gewinne.

Etwa ein kleines, verstecktes Tal mit Nadelbäumen und Vegetation die mich an meine österreichische Heimat erinnert, eine Begegnung mit einem alten Menschen wo ich ganz nebenbei etwas erfahre vom Leben hier vor 2 oder 3 Generationen, oder...

Es war das erste Mal dass ich eine Digitalkamera hatte und die Möglichkeiten damit begeistern mich. So habe ich auch ab und zu die Videofunktion benutzt, gelegentlich eine schöne Sache. Leider brauchen diese kleinen Filmchen viel Speicherplatz und so gibt es leider davon auf dieser Homepage nichts.

Die Möglichkeit viele Fotos zu machen ohne das Budget besonders zu strapazieren habe ich – glaube ich - gut ausgenützt. Andere Dinge noch nicht. So kann man die Digicam als „Diktiergerät“ benutzen, also gleich einen Kommentar zum Foto sprechen. Für die Verwirklichung meiner alten Idee Freunden ein paar Wanderungen zu beschreiben (damit sie auch ohne mich ans Ziel kommen) ist das mal schon eine ganz gute Voraussetzung und Erleichterung - bei meiner Trägheit Papier und Stift zu gebrauchen. Vielleicht diesen Herbst  

Für die Rückreise hatten wir uns entschlossen den Zug zu benutzen. Das war für Peter und mich keine so abwegige Option, da wir beide bei der Bahn arbeiten und 1 x im Jahr eine Freifahrt haben.

Peter war in Rumänien, Bulgarien und der Türkei auch noch nie mit dem Zug unterwegs und deshalb daran nicht uninteressiert. Wenn wir allerdings einen supergünstigen Rückflug bekommen hätten wäre die Zugfahrt trotzdem nicht zustande gekommen (oder verschoben worden).

Fast immer wenn ich in der Türkei bin besuche ich Freunde in Mugla. So sind wir auch diesmal nicht direkt nach Istanbul gefahren sondern haben stattdessen von Ortahisar einen Bus nach Mugla genommen.

Die Busfahrt war nicht gerade kurz (14 Stunden) und mit Nevtur, nicht die Busgesellschaft die ich wähle wenn ich wählen kann. Direkt von Ortahisar nach Mugla fuhr aber nur Nevtur  und so mussten wir uns (nicht unerwartet) mit einem vergleichsweise mäßigen Bordservice und einer langen Fahrzeit arrangieren. Als der Busfahrer im letzten Abschnitt sich während der Fahrt ab und zu eine Zigarette erlaubte wurde mein Entschluss fester, nächstes Mal wieder eine Alternative zu suchen (wie den Bus von Kent ab Göreme).

Eine gute Seite hat der Umweg über Aydin aber auch (Kent fährt direkt von Denizli über Kale und ist natürlich schneller). Die Fahrt von Aydin nach Mugla ist landschaftlich schön und führt auf einem Abschnitt durch eine märchenhafte Landschaft mit außergewöhnlichen Felsformationen.

Obwohl ich von Kappadokien – was beeindruckende Landschaft anbelangt – schon ein wenig verwöhnt bin gefällt mir dieser Streckenabschnitt immer wieder! Und diesmal waren die bizarren Steine im Morgennebel besonders schön, leider hat mein Freund Peter zu der Zeit gerade tief geschlafen (das kann Peter sogar im Bus!) und nichts davon gesehen.

Da unsere Busgesellschaft an diesem Tag (oder in dieser Nacht) auch beim Wischen der Fenster gespart hatte gab ich das sowieso nicht leichte Unterfangen aus dem fahrenden Bus diese tolle Stimmung mit Fotos einzufangen auf.

Mich zieht es immer wieder nach Mugla wegen meinen Freunden und Glaubensgeschwistern dort. Aber ich bin auch sonst immer wieder von dieser interessanten Stadt beeindruckt. Es ist selten, dass modernes und traditionelles Leben so nah beieinander ist. Die relativ kleine Provinzhauptstadt hat eine Uni mit sehr vielen Studenten und manches in der Stadt macht auch ohne Touristen einen modernen (und europäischen) Eindruck. Dann gibt es eine wunderschöne Altstadt mit engen Gassen und noch oft traditionellem Leben. Auch altes Handwerk findet man noch manchmal wie einen Korbflechter und seine Erzeugnisse. Leider schaffe ich es zu selten mehr als 1 oder 2 Tage dort zu verbringen, diesmal waren es gerade mal 12 Stunden. Am Abend mussten wir schon wieder weiter nach Istanbul, denn der 21. April war der allerletzte Termin um in Istanbul um 22 Uhr in den Zug Richtung Heimat einzusteigen. Am 24. musste ich wieder arbeiten.

Trotzdem hatte sich der Abstecher nach Mugla gelohnt. Wir haben uns dort auch noch mal mit Ali und Barbara treffen können, die in Izmir wohnen, etwa 3 Stunden mit dem Bus von Mugla. Und es gab ein völlig unerwartetes und „zufälliges“ Wiedersehen mit Joachim, einem alten Freund.

Dieter und Claudia waren an diesem Tag auf dem Bau, sie haben sich in der Altstadt ein wunderschönes altes Haus gekauft. Leider auch so renovierungsbedürftig wie es mein Haus in Ortahisar war. Zum Glück versteht Dieter im Gegensatz zu mir als Handwerksmeister aber etwas von der Sache und kann vieles selber machen. Sieben Jahre wie bei mir sollte die Fertigstellung ja auch nicht dauern! Vielen Dank, Dieter für deine geduldige und tolle Führung durch euer abenteuerliches und schon jetzt sehenswertes Haus. Auf dem Bild rechts unten: Die Decke von einem Zimmer. Haben die Leute früher nicht schöner gewohnt?

Die Fahrt nach Istanbul war keine schlimme Sache (so wie viele sich eine Nachtfahrt mit dem Bus vorstellen).

Ein gutes Rezept für einigermaßen gesunden Schlaf: 2 Nachtfahrten hintereinander und einen erlebnisreichen Tag dazwischen.

So kamen wir relativ ausgeschlafen am Morgen in Istanbul an und stiegen im kleineren Busbahnhof Harem auf der asiatischen Seite aus. Da waren es nur noch ein paar Meter zur Fähre die uns direkt nach Sirkeci brachte, wo auch unser Zug am Abend abfahren sollte.

Unsere erste Arbeit war eine Bleibe für unser Gepäck zu finden, das wir nicht den ganzen Tag mit uns schleppen konnten. Scheinbar gibt es in diesem Bahnhof mit großer Vergangenheit keine offizielle Gepäcksaufbewahrungsmöglichkeit mehr aber wir waren immerhin noch in der Türkei und da ist man kaum einmal richtig aufgeschmissen...

Bald war ein Mann zur Stelle der sich stolz mit einem Ausweis als TCDD-Mitarbeiter (TCDD für türkische Eisenbahn) auswies und uns seine Dienste anbot. Der Preis dafür war schon auf europäischem Niveau und forderte fast zum Handeln heraus.

Viel Preisnachlass gab es aber nicht obwohl sogar ein Passant uns unterstützte und meinte, dass wir ja Kollegen wären ...

(Dass wir Eisenbahner sind hatte ich im Verhandlungsverlauf erwähnt.) Aber es war wohl zu offensichtlich, dass wir unser Gepäck hier lassen würden und ihm das Geschäft kaum entgehen würde.

 Etwas Rabatt gab es trotzdem mit der Bedingung, dass wir spätestens um 20 Uhr wieder da sind.

Der Tag in Istanbul war leicht regnerisch. Nicht das erste Mal erlebte ich den einzigen Regentag eines Türkeiurlaubs in dieser Stadt.

Aber allzu schlimm war es nicht und wir waren die meiste Zeit sowieso irgendwo „drinnen“, in einem Buchladen oder im Bazar. In dieser Stadt gibt es neben vielen großen Sehenswürdigkeiten auch sonst viel interessantes zu sehen und beim „Windowshopping“ und Beobachten des lebhaften Treibens in den Einkaufsgassen verging die Zeit sehr schnell.

Am Abend hatten wir zwar keine der berühmten Sehenswürdigkeiten von Istanbul gesehen aber es war trotzdem kein langweiliger Tag. Und dazu mussten wir nicht sehr weit laufen!

Wir waren wie abgemacht noch vor 8 Uhr am Bahnhof und der Mann mit unserem Gepäck wartete schon auf uns. So hatten wir noch jede Menge Zeit um für die Reise Proviant einzukaufen und den Bahnhof ein wenig anzuschauen.

Dabei kommt man aber um den Eindruck nicht herum, dass der "Gar" schon bessere Zeiten gesehen hat und hier einmal mehr (und wahrscheinlich noblere) Reisende auf einen abfahrenden Zug warteten. An unserem Abend machte er einen ziemlich verlassenen Eindruck, im immer noch edel ausschauenden Restaurant waren kaum mehr als eine Handvoll Gäste und auch auf dem Bahnsteig wo unser Zug abfuhr konnte man die Leute zählen.

Wir hatten Plätze im Liegewagen reserviert und blieben - keine Überraschung - in unserem Abteil allein. Etwa eine  halbe Stunde lohnt es sich noch wach zu bleiben und aus dem Fenster zu schauen. Ein Vorteil von Bahnhöfen ist, dass sie meist direkt im Stadtzentrum liegen und in Istanbul ist es auch so.

So nahm unsere Heimfahrt mit dem Zug einen guten Anfang und es gab auch später nur positive Überraschungen.

Die Zoll- u. Grenzkontrollen waren diesmal sogar an der bulgarisch/rumänischen Grenze seriös.

Nicht mal an dieser für mich bisher ominösen Grenze gab es eine - auch nur angedeutete - Aufforderung etwas Geld liegen zu lassen.

Auch die Grenzaufenthalte hielten sich in einem (fast) akzeptablen Rahmen. Sicher bleibt immer noch sehr viel Zeit liegen aber zum ersten Mal wurde der Fahrplan eingehalten und wir kamen pünktlich in Bukarest an. So versäumte ich erstmals den Anschlusszug nicht und kam ganz planmäßig nach 47 Stunden in Dornbirn an, für Peter war die Reise 15 Minuten früher in Feldkirch zu Ende.

Nicht für jedermann (oder jede Frau) ist so eine Reise mit dem Zug, für mich aber wohl jedes Jahr einmal wert darüber nachzudenken.

Etwas gespalten bin ich aber schon, denn ich bin sehr gerne in Kappadokien und die Zugfahrt dauert 2 volle Tage, die beiden Nächte rechne ich nicht, denn zuhause schlafe ich auch. Diese Zeiten beziehen sich auf Istanbul und eine einfache Fahrt. Für eine Reise mit Zug und Bus (Istanbul – Kappadokien oder Ankara – Kappadokien mit Bus) hin- und zurück braucht man eine Woche.

Ob ich schon wieder eine Reise in die Türkei plane?  Am 25. August, diesmal aber wieder mit dem Flugzeug. Es soll mein längster Urlaub und Aufenthalt in meinem Lieblingsland bisher überhaupt werden – 3 Monate. (2 Monate davon sind unbezahlter Urlaub)

Auf dem Bild oben siehst du eine Art Rumpelkammer in einem alten, verlassenen Haus in Ortahisar.

Dieses Foto hat für mich leider auch eine (mich etwas traurig stimmende) Symbolkraft. Die Gegenstände die hier zu sehen und für mich immer noch ein Teil von Kappadokien sind landen immer öfter in einem Abstellraum.

Das traditionelle kappadokische Haus, verlassen und für eine modernere Wohnung im neueren Ortsteil getauscht, wartet auf einen Käufer aus Istanbul, Ankara oder (wahrscheinlicher weil er meist noch mehr bezahlt) einen ausländischen Touristen.

Pferd und Esel (oder Maultier) werden vom Traktor ersetzt (wenn überhaupt) und so sind auch die alten Gerätschaften nutzlos oder bestenfalls für den Antiquitätenhändler – oder Touristen wie mich interessant.

Diese oft faszinierenden Dinge (Eine Gruppe Frauen beim Brotbacken, beim Handarbeiten vor dem Haus oder Esel und Pferdegespann gibt es noch, aber wie lange? Vielleicht sollte ich mir doch bald auch eine Videokamera zulegen, um diese Dinge einmal auch „live“ in Ton und Bild als Erinnerung zu haben.

Hallo Hubert,
hey, deine Aufenthalte in Kappadokien werden ja immer länger. Wenn das so weitergeht, dann schaffen wir es ja doch noch einmal zusammen unter den Bäumen im Teehaus zu sitzen. Aber dieses Jahr wird es vermutlich nix mehr. Als ich mal wieder dein Gästebuch angesehen hab, bin ich über deine Bemerkung zum (alltags)kulturellen Wandel in Kappadokien gestoßen. Ich habe dabei gleich an ein Buch gedacht auf das ich vor kurzem gestoßen bin. "Brunnen der Wüste" oder "Arabian Sand" von Wilfred Thesiger.  Er bescheibt Reisen in den 40ern durch die arabische Halbinsel. Vielleicht ist das ja auch was für dich. Wünsch Dir ab und zu mal einen richtigen Regen!
Gerade sind Freunde von un in der Türkei. Bin schon gespannt ob es ihnen auch so gefällt wie uns. Er ist Türke und hat sicher einen anderen Blick wie wir. Und spätestens sobald wir wieder einmal Göreme für einen Urlaub ins Auge fassen wirst du wieder was von uns hören.
Und Grüße von Renate ans Muli! + grüßle martin  2004-06-04

 

 

Mein bisher längster Türkeiaufenthalt (3 Monate) vom 25. August bis 25. November 2004

Nachdem ich schon lange von einem mehrmonatigen Türkeiaufenthalt geträumt hatte ist mein Traum dieses Jahr Ende August ein Stück weit Wirklichkeit geworden. Ich habe September und Oktober unbezahlten Urlaub bekommen und die restliche Zeit im August und November nahm ich Zeitausgleich und „normalen“ Urlaub.

So war es schon ein besonderes Gefühl als ich am 25. August spät abends in der Maschine von Germanwings neben einem Freund – am Flughafen getroffen - saß und 3 Monate Türkei vor mir hatte. Den deutschen Billigflieger kann ich nur empfehlen – immer pünktlich und professionelle Abfertigung vor und nach dem Flug.

Hier noch ein super Link dazu: www.flughammer.de. Ist eine tolle Hilfe für die Reiseplanung und um mühelos wirklich billige Flüge zu finden!

Mein erstes Ziel war wie so oft Mugla. Obwohl dieser Abstecher zu Freunden im Südwesten der Türkei meine Zeit im Bus nach Kappadokien verdoppelt ist er schon fast Tradition.

Ich hatte ein wenig Angst, dass die Ankunft in Istanbul um 2 Uhr 35 in der Nacht ungemütlich sein könnte wenn kein Freund am Flughafen wartet bei dem man dann ausschlafen kann - wie im Frühjahr!

Allerdings lief dann alles ganz gut. Ein Flughafenbus wartet auf die beiden Flüge von Germanwings aus Stuttgart und Köln und bringt die Passagiere in die Stadt oder mich nach Harem (Busbahnhof auf der asiatischen Seite). Dort musste ich nicht lange auf einen Bus nach Izmir warten Die gleiche Erfahrung machte Peter 2 Monate später mit einem Bus nach Ankara. Die Weiterfahrt von Izmir nach Mugla (oder von Ankara nach Kappadokien) ist kein Problem.

Immer wieder haben Leute Fragen zu so langen Busfahrten (10 – 12 Stunden). Ich kann nur sagen, dass ich seit der Einführung des Rauchverbots im Bus auch längere Fahrten meist genieße.

Schon seit Jahren wird mit vernünftiger Geschwindigkeit gefahren, nach etwa 3 Stunden Fahrt gibt es eine ½ stündige Pause an einer Raststätte (wo man u. a. essen, trinken, telefonieren, auf ein WC gehen und einkaufen kann) und es gibt je nach Gesellschaft auch an Bord ein mehr oder weniger gutes Service.

Das alles zu einem sehr günstigen Preis - jedenfalls für Westeuropäer - z.B. von Istanbul nach Kappadokien kostet die Fahrt nicht viel mehr als 15 Euro.

Nur die primitiven Action- u. Gewaltvideos, die bei einer Nachtfahrt in den Abendstunden von wirklich jeder mir bekannten Busgesellschaft dem Fahrgast zugemutet werden trüben etwas meine Begeisterung für dieses Verkehrsmittel. Dass dieses Angebot den Geschmack der Mehrheit der Passagiere treffen soll bleibt für mich eines der Geheimnisse, die dieses Land auch nach 10 Jahren für mich hat.

Bei der Fahrt am Tag bleibt der Video dem Fahrgast erspart und so kam ich am späten Nachmittag ohne Zwangsbeglückung in Mugla an.

Diese kleine Provinzhauptstadt bleibt für mich ein Ort den ich gerne besuche. Wenn du dir die anderen Seiten dieser Homepage ansiehst (z.B. Ein etwas anderer Urlaub) erfährst du auch warum. Meine Freunde in dieser Stadt sind aber der Grund warum ich praktisch bei jeder Türkeifahrt einmal dort bin.

Diesmal konnte ich nur eine Nacht und einen Tag bleiben da ich gleich zu Beginn meines Urlaubs in Ortahisar Besuch erwartete. Aber wie jedes Mal hat sich auch ein kurzer Tag in Mugla gelohnt – diesmal war in einem der Gästehäuser von meinen Freunden gerade eine Gruppe aus Österreich!

Am Abend ging es mit Nachtbus (und Videobelästigung) weiter nach Kappadokien.

Ein Nachteil von meinem romantischen alten Haus in Kappadokien ist, dass nach einigen Monaten - auch wenn verschlossen und unbenutzt - gründliches Staubabwischen (bzw. –saugen) angesagt ist. Wie alles hat auch Romantik einen Preis! So verbringe ich meist mehrere Stunden vor einem Gästeempfang mit Reinigungsarbeiten aber da ich mich immer auf Besucher freue ist das halb so schlimm.

Da Türken weniger Wert auf Ordnung und Sauberkeit im Hof, auf der Terrasse oder rund ums Haus (kurz: außerhalb von geschlossenen Räumen) legen als Mittel- oder Westeuropäer verringert den Aufwand nicht obwohl mir da Zübeyde fast immer verständnisvoll und fleißig hilft.

Zübeyde und Arif sind das Ehepaar rechts auf dem Foto und leben mit ihren Kindern Müslüm und Yasemin im „neueren“ (ist aber vielleicht auch schon 30 oder 40 Jahre alt) Teil des Hauses. Den kleinen Hof, die Terrasse und die beiden Hauseingänge (unten und oben) benutzen wir gemeinsam.

Trotz der zusätzlichen Arbeit freut mich Besuch. Diesmal kam Eugen – wir kennen uns schon seit unserer Schulzeit – mit seiner Familie für einige Tage. Sie machten übrigens auch eine Ballonfahrt und waren begeistert. Für unsere Verhältnisse ist es sehr preiswert (etwa 100 Euro) und es gibt wohl kaum eine interessantere Landschaft dafür als Kappadokien. Ich hab mir diesen Spaß allerdings noch nicht geleistet. Für mich gibt es immer noch zu viel vom Boden aus zu entdecken!

Leider nur sehr kurz war der Besuch von Manfred und Debrah und ihren Freunden aus Deutschland. Sie wollten noch mehr von der Türkei sehen und ihr nächstes Ziel war der heiße Südosten.

Obwohl ich nicht deshalb meinen ganzen Urlaub in der Türkei verbringe weil ich Land und Leute nicht mag ist es doch manchmal schön in der Muttersprache „Klartext“ reden und dabei davon ausgehen zu können, dass die Empfindungen des anderen nicht allzu verschieden von den eigenen sind.

Ja, nach so viel Jahren Türkei hat das Land immer noch Überraschungen für mich bereit und die unzähligen kulturellen Unterschiede kenne ich wohl noch nicht gut genug um nicht immer wieder mal neu erstaunt zu sein.

Was mich oft verwundert sind unerwartete Frei- (oder/und Ungleichheiten) für den Mann. Ich habe da wohl noch lange nicht ausgelernt und vielleicht schreibe ich später noch etwas dazu.

Warum habe ich 2 Monate ohne Gehalt in Kauf genommen um einmal an einem Stück ein paar Wochen länger in der Türkei zu sein?

Vielleicht der wichtigste Grund dafür war mal auszuprobieren ob einige Leute recht haben wenn sie sagen: „Ja, wenn du nur ein wenig länger in der Türkei leben würdest wäre dies und jenes auch nicht mehr so super für dich.“  Ich konnte ihnen nicht so recht glauben dass durch meine „Urlauberbrille“ alles so anders aussehen sollte.

Teilweise muss ich ihnen jetzt aber doch recht geben. Wenn du 3 Monate an einem Ort lebst bist du nicht mehr ein typischer Urlauber – und das hat Auswirkungen.

Da merkt man, dass „richtige“ Touristen doch ein wenig anders behandelt werden und auf die Frage ob die Freundlichkeiten mancher Leute aus Herzen oder nur berechnend sind gibt es zunehmend eine Antwort.

Von einem echten Touristen bekommt man doch manchmal unerwartet viel Geld und Männer von Touristinnen auch oft noch anderes...

Nun, ich machte ja auch schon die letzten Jahre oft und lange Urlaub in Ortahisar und war für viele auch schon da nicht mehr ein normaler Urlauber. Trotzdem, manches fiel mir diesmal einfach mehr auf als sonst.

Ein weiterer Grund war, dass ich mir von einem längeren Aufenthalt in der Sprache einen gewissen Durchbruch erhoffte.

Dieses Ziel habe ich leider verfehlt obwohl es nicht unerreichbar gewesen wäre. Ich hatte die Monate vor meinem großen Urlaub fürs Türkischlernen keine Zeit und auch in der ersten Hälfte meines Urlaubs war ich nicht genügend motiviert bzw. mich beschäftigte anderes.

Als ich in der zweiten Oktoberhälfte die Motivation wieder gefunden hatte ging es nicht mehr lange bis ich mir ein Pferd kaufte (ja, zusätzlich zu Garip, meinem Maultier!) und mein Arbeitskollege Peter – der Tirolerisch redet - kam. Da war dann eine kurze Lernphase schon wieder zu Ende und mein Ziel hab ich diesmal nicht erreicht. Aber ich bin immer noch (oder wieder) sehr motiviert Türkisch wirklich gut zu lernen.

Noch ein Grund waren die Obstgärten und der Wunsch einmal möglichst lange in der Erntezeit dort zu sein.

Für das Ernteerlebnis hätte ich mir aber ein anderes Jahr aussuchen müssen! Leider gab es dieses Jahr durch Fröste in der Blütezeit (Kappadokien liegt über 1000 Meter hoch) einen fast totalen Ernteausfall. So gab es neben Trauben und wenigen Quitten und Äpfeln in meinen Gärten fast gar nichts. Für die Aprikosen wäre ich Ende August sowieso zu spät gewesen aber um die Pflaumen, Birnen und Nüsse trauerte ich ein wenig.

Trotzdem traf mich diese Situation natürlich viel weniger als die einheimischen Obstbauern. Die hatten oft auch eine Erklärung dafür: Die Strafe Gottes für die unzüchtige Kleidung, die jetzt immer öfter auch Türkinnen trügen.

Eigentlich wäre der Ernteausfall ja die Möglichkeit gewesen mich aufs Türkischlernen zu konzentrieren. Leider war ich in den ersten Wochen diesmal nicht motiviert.

So war ich trotz der schlechten Ernte oft in den Gärten (immerhin Trauben gab es genug!) oder mit Garip, meinem Maultier auf Erkundungstouren.

Denn von der kappadokischen Traumlandschaft kann ich wohl nie genug bekommen! Da verstehe ich Leute, die sagen dass die Gegend schön und interessant wäre aber im Großen und Ganzen doch immer wieder das gleiche (vor allem Felsen) einfach nicht.

Ich entdecke nach vielen Jahren nur rund um Ortahisar fast jeden Tag Neues und Faszinierendes. Aber das muss wohl im Detail oder meinen besonderen Augen liegen!

Wenn ich den Ernteausfall auch nicht zum Türkischlernen nutzte hatte er trotzdem eine gute Seite. So hatte ich Zeit die tolle Landschaft endlich ausgiebiger zu erkunden und das wollte ich schon lange!

Bis dieses Frühjahr war ich bei jedem Urlaub auch mit Arbeiten am Haus beschäftigt. Es war das erste Mal dass gar keine Bauarbeiten mehr anfielen (es ist jetzt wirklich ganz fertig und ich hab sogar eine Waschmaschine angeschafft!!!!).

So wurden – sogar ein wenig unerwartet – meine Kenntnisse (und du wirst es kaum glauben – auch meine Begeisterung!) über die unzähligen kappadokischen Täler und Wandermöglichkeiten größer.  

Manchmal war ich alleine unterwegs, manchmal mit Freunden und Gästen und fast immer war mein Maultier, ab Ende Oktober auch mein Pferd dabei. Aber über Toprak, mein Pferd schreibe ich später noch.

Mein altes Vorhaben für Freunde und Gäste von einigen Wanderungen Beschreibungen und Skizzen anzufertigen habe ich leider wieder nicht verwirklicht.

Nicht weil ich es nicht für sinnvoll halte oder es nicht will aber es ist einfach sehr schwierig und aufwendig. Ich denke ich müsste dafür wirklich alleine mit diesem Ziel im Kopf und Stoppuhr, Notizblock und Fotoapparat Wanderungen machen!  Dafür habe ich mir auch diesmal keine Zeit genommen aber ich hoffe dass dieser Plan von einer kleinen Mappe mit illustrierten und beschriebenen Wanderungen für meine Freunde doch bald einmal verwirklicht wird.

Na ja, es gibt noch keine Beschreibungen und Skizzen auf Papier aber viele wunderschöne Plätze und Wanderungen in meinem Kopf. Und einige davon habe ich erst diesmal entdeckt. So habe ich zumindest die Grundlage für die Verwirklichung meines Planes verbessert. 

Mitte September klappte es auch mit einem lang geplanten Ausflug in das Heimatdorf von Osman, der die Arbeit in meinen Gärten tut wenn ich nicht da bin (und manchmal sogar wenn ich da bin, obwohl dann meist gemeinsam).

„Sein“ Dorf im Taurusgebirge gehört bereits zur Provinz Adana und wäre trotzdem mit dem Auto in nicht viel mehr als 2 Stunden von Kappadokien aus erreichbar.

Wir fuhren aber mit dem Bus über Kayseri und brauchten fast einen Tag, einige Stunden Aufenthalt im schönen Provinzstädtchen  Develi eingerechnet. Denn von dort gibt es nur einen Bus pro Tag nach Pekmezli, dem Dorf von Osman. Dieses „Sammeltaxi“ fährt nun mal gegen Abend und ohne genau festgelegten Fahrplan.

 Der Dolmusfahrer kennt seine Fahrgäste und wartet bis auch der letzte sein Geschäft in der Stadt erledigt hat.

Bis ins Dorf steigt dann kaum mehr jemand ein oder aus aber es wurde 2 oder 3 x an einer Mühle angehalten. (Auch den Gütertransport übernimmt oft der Bus und das Brot bäckt man meist noch selbst)

Der Aufenthalt in Pekmezli war für mich einer der Höhepunkte in diesen 3 Monaten. Sicher nicht jeder würde so empfinden aber für mich war sogar die Nacht anders.

Wenn ich schon manchmal in Kappadokien sehr über den Sternenhimmel gestaunt habe schien mir das hier noch phantastischer.

Dafür gibt es eine einfache Erklärung, sagte man mir. Wenn der smogfreie Himmelsblick in der Nacht von absolut keinem Umgebungslicht (wie etwa Straßenbeleuchtung usw.) „getrübt“ wird sieht man die natürlichen Himmelslichter eben konkurrenzlos klar.

Und im Dorf Pekmezli ist es mitten in der Nacht einfach total finster, was man von Ortahisar nicht sagen kann. Da ich meist in der Nacht ein- oder zweimal aufstehen muss und es zum WC (ein WC, d. h. Water-Closet ist das Örtchen streng genommen nicht) in einem Dorf wie Pekmezli noch 20 – 30 Meter im Freien sind hatte ich Gelegenheit den Sternenhimmel im Taurusgebirge zu bewundern. Wenn man schon mal auf und angezogen ist...

Übrigens, „Pekmez“ ist eine Art Traubensirup (mehr oder wenig dünn bzw. dick) und fehlt kaum mal bei einer türkischen Mahlzeit in der Familie. Man könnte es ein wenig mit Honig vergleichen.

Pekmez ist sehr vielseitig verwendbar und ich tu es besonders gern ins Yoghurt hinein!

Die Endung li heißt mit und so bedeutet Pekmezlimit Pekmez“. Ev heißt Haus und evli also „mit Haus“ bzw. verheiratet.

In Kappadokien gibt es Dörfer mit dem Namen Ayvali, Bahceli und Kaymakli. Also „mit Quitten“, „mit Garten“ usw. So, das war jetzt schon fast wie im Türkischkurs aber du siehst die oft sehr fremden türkischen Vokabeln zu lernen ist gar nicht so schwer!

Jedenfalls erleichtern die vielen Buben-, Mädchen-, Familien- und Ortsnamen mit Sinn die Sache mit dem Vokabellernen, finde ich. Übrigens, ganz richtig habe ich vorhin nicht alle Wörter geschrieben. Das liegt daran, dass es im Türkischen einige Buchstaben gibt die wir nicht haben. So gibt es ein i ohne Punkt und ...

Aber das war jetzt genug Türkisch und ich  bin außerdem vom Thema abgekommen, ich wollte ja noch etwas mehr über Pekmezli (den Ort!) und seine Faszination auf mich sagen.

Ich hab schon oft auf dieser Homepage etwas über die Begeisterung, die ich für das einfache Leben in Kappadokien empfinde, geschrieben.

Leider (natürlich nur für mich!) wird das einfache Leben in dieser touristischen Region doch jedes Jahr etwas moderner, so lebt der Esel manchmal nur noch wegen der Oma - für sie ist es immer noch unverstellbar auf das vertraute Tier zu verzichten - und wird auch fast nur mehr von ihr gebraucht.

Die abgelegenen Dörfer im Taurus sind mit der Modernisierung noch weniger fortgeschritten und Esel, Maultier und Pferd sind dort noch wesentlich öfter im Einsatz.

Ein Mann, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird ist der blinde Lebensmittelhändler im Ort, der den winzigen, mit allen notwendigen Sachen vollgestopften Laden (bakkal) ganz alleine mit seinem Sohn betreibt.

Der blinde Mann spielt Geige und singt auch, das verkürzt ihm sicherlich manchmal das Warten auf Kundschaft! Als ich dort war nahm er seine Geige und spielte ein paar Stücke. Bald holte noch ein anderer „Dorfmusiker“ sein Instrument und eine kleine spontane Session begann. Gibt es so etwas in unserer modernen Welt?

Nur zu gerne hätte ich als Erinnerung 2 oder 3 kurze Tonfilmchen von diesen Musikern gemacht. Leider konnte ich das nicht weil ich mein Notebook in Ortahisar gelassen hatte und mit dem Speicherplatz von knapp 600 MB (2 x 256 und 2 x 32 MB-Karten) diese Tage auskommen musste.

Irgendwie hatte ich diese Situation befürchtet aber ich hatte mich trotzdem entschieden meinen Laptop in Ortahisar zu lassen und nicht „ins Dorf“ (so bezeichnen meine Bekannten liebevoll den Ort wo sie selbst aufgewachsen sind und Eltern und Verwandte immer noch wohnen) mitzunehmen.

Der Hauptgrund dafür sind die türkischen Dorfkinder vor denen kein elektronisches Gerät sicher ist. Das meinen jedenfalls Leute wie ich, die es gewohnt sind mit ihren Sachen schonend umzugehen. Warum das so ist hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass sie Dinge mit denen man nicht auch spielen kann einfach nicht kennen.

Außerdem ist die Reise ins Dorf mit einem Notebook auch nicht so problemlos. Denn auch die Erwachsenen haben oft kein Gefühl für eher empfindliche Sachen und der  Kleinbus ist meist mehr als voll.

Eine super Lösung für dieses Problem wäre ein Gerät wie es jetzt Epson mit dem wirklich überall mitnehmbaren „Mediaplayer“ P-2000 auf den Markt gebracht hat.  Leider ist dieser Notebookersatz mit 450 Euro immer noch nicht gerade billig.

Ein Unterschied zu Kappadokien ist die hier viel intensivere Viehhaltung und dass fast in jedem Haus ein Webstuhl steht der noch benutzt wird.

Oft wird hier auch noch auf offenem Feuer gekocht und das Fladenbrot gebacken. Berge, Vegetation und Viehhaltung (Milchwirtschaft) erinnerte mich ein wenig an meine österreichische Heimat.

Für Leute wie mich, denen touristisch noch unerschlossene Naturschönheiten, einsame Landschaften und ursprüngliches und einfaches - wenn du willst: rückständiges - Leben gefallen lohnt sich ein kleiner Abstecher ins Taurusgebirge auf jeden Fall!

Meine bisherigen Ausgangspunkte Yahyali und Develi sind beide von Kappadokien mit dem öffentlichen Verkehr noch relativ gut zu erreichen, von diesen beiden Städtchen geht es dann etwas mühsamer und nicht mehr häufig mit dem Kleinbus in die Dörfer weiter.

Es ist vielleicht auch besser mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein da man dort noch weitgehend nicht auf Touristen eingestellt ist und es in den Dörfern fast ausnahmslos keine Pensionen und Gasthäuser gibt. Ich bin nur durch Freunde (Leute die jetzt in Kappadokien leben aber von dort sind) in die Dörfer im Taurusgebirge  gekommen und war bei ihnen Gast. Ehrlich gesagt weiß ich nicht wie die Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten für einen „normalen“ Touristen sind. Deshalb vielleicht doch lieber mit (Leih)auto...

Ende September bin ich für eine Woche nach Mugla und Izmir zu Freunden gefahren. Über Mugla und meine Freunde dort hab ich schon öfter etwas gesagt.

Wir haben auch 3 Tage auf einem wunderschön gelegenen Campingplatz zwischen Marmaris und Datca verbracht.

Zu dieser Zeit war der hauptsächlich von türkischen Urlaubern genutzte Platz schon fast ausgestorben und wir hatten die Qual der Wahl beim Platzaussuchen. Noch vor wenigen Wochen war die Situation hier völlig anders und wohl kaum ein Plätzchen zu haben...

Jetzt war es auf dem Campingplatz aber ruhig und richtig nach meinem Geschmack. Herrliches Wetter, eine fast einsame Bucht und Temperaturen wie ich sie mag. Und 3 Tage Baden mit Freunden und nicht viel tun ist ab und zu wirklich schön.

Wochenlang nur am Strand wäre aber nichts für mich. Außerdem kannten meine Freunde eine Pferdefarm nicht allzu weit vom Campingplatz und so waren wir an 2 Tagen auch reiten.

So weit ich mich erinnern kann bin erst 2 x vorher in meinem Leben auf einem Pferd gesessen, mal von Garip, meinem Maultier abgesehen.

Aber Kathi, eine Studentin aus Wien wollte in etwa 10 Tagen auf Besuch kommen und gerne in Kappadokien reiten.

So war ich motiviert die Sache mit dem Reiten noch mal zu probieren.

Dass mir das Reiten diesmal so gut gefallen würde hätte ich nie gedacht!

Irgendwie scheint Reiten wie Klettern und Bergsteigen etwas zu sein das eine besondere Faszination auf mich ausübt und mich mehrfach anspricht.

Beim Klettern ist es Sport und Naturerlebnis die zusammenkommen und beim Reiten kommt zu diesen beiden Dingen wohl meine Liebe zu Tieren noch dazu.

Trotzdem habe ich nicht gedacht, dass schon 1 Monat später ein Pferd neben Garip, meinem Maultier im Stall stehen würde. Dazu brauchte es noch eine andere Erfahrung in Ortahisar!.

Die machte ich mit Hasan, einem alten Bekannten, einige Wochen später. Für Kathi, meinen attraktiven Besuch aus Wien war es nicht das geringste Problem sein Pferd zu bekommen. Natürlich war zum Ausritt mit Kathi nicht nur das Pferd sondern auch er selbst frei.

Als ich dann wieder alleine war und das Pferd für mich ausleihen wollte war es plötzlich nicht mehr zu haben d. h. es wurde jedes Mal gerade irgendwie anderweitig benötigt.

Da verstand ich auch gleich schon wieder etwas besser, dass die Türkei nicht nur mir sondern auch Frauen sehr gut gefallen kann!

Und mir kam zum ersten Mal der Gedanke von einem eigenen Pferd...

Die Tage in Mugla und Umgebung Ende September mit baden und reiten mit Freunden waren echt schön und ich wollte auch noch Ali und Barbara in Izmir besuchen.

So war ich dann auch noch 2 Tage in Izmir, das ungefähr 3 Busstunden nordwestlich von Mugla ist. Izmir ist eine Millionenstadt und war Ende September noch sehr heiß und schwül, ein auffallender Gegensatz zu den zu dieser Zeit bereits kühlen Nächten in Inneranatolien.

Neben guten Einkaufsmöglichkeiten hat die Stadt aber nicht viel außergewöhnliches zu bieten, zumindest findet man wohl alles auch sonst wo in der Türkei. Aber der Grund für meinen Besuch waren auch nicht Sehnenswürdigkeiten. Nun, da ich schon so persönlich schreibe sollte ich mich jetzt korrigieren.

Ich hab noch nie so ein hübsches, einfaches, liebevoll eingerichtetes Zuhause wie das von Ali und Barbara, gesehen.

Und nicht weit von ihrer heimeligen, kleinen Wohnung gibt es eine wirklich sehr schöne und vor kurzem renovierte, alte christliche Kirche.

Und das ist jetzt sehr außergewöhnlich: In dieser alten Kirche trifft sich eine kleine türkische christliche Gemeinde zu Gottesdiensten.

An dieser Stelle etwas zur Religion in der Türkei. Obwohl der christliche Glaube über viele Hunderte von Jahre in dem Gebiet der heutigen Türkei sehr stark verbreitet war ist die Türkei heute zu 99,9 Prozent moslemisch (nach einer Quelle aus dem Jahr 2000 genau: 99,64).

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass der Apostel Paulus aus Tarsus kommt und mit Barnabas die erste Missionsreise in Antiochien begann. Beide Orte sind in der heutigen Türkei.

Noch 1900 betrug der Anteil der christlichen Bevölkerung im Gebiet der heutigen Türkei über 20 %, heute sind es nur noch etwa 0,30 % und die meisten dieser Christen sind Ausländer oder ethnische Minderheiten, d. h. keine wirklichen Türken.

Es gibt aber noch immer viele Zeugnisse einer christlichen Vergangenheit wie die Felsenkirchen in Kappadokien, die Kirchen in den georgischen Tälern, armenische Kirchen im Osten und viele andere oft dem langsamen Verfall preisgegebene alte Gottesdienststätten in fast jedem Teil der Türkei.

Eine alte Kirche die ihre ursprüngliche Bestimmung wieder gefunden hat (ich denke diese Kirche in Izmir ist aus dem 19. Jhd.) und in der sich Menschen wieder zum Gottesdienst versammeln ist aber äußerst selten in der Türkei.

 

Heute bestimmt der Islam das tägliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Türkei besonders auf dem Land sehr stark und der Einfluss der Moschee auf Gesellschaft und den einzelnen ist sehr groß, ganz im Gegensatz zu Europa, wo die christlichen Kirchen kaum mehr etwas „zu sagen“ haben.

 

Ein Türke zu sein bedeutet auch ein Moslem zu sein, wenn manchmal auch nur dem Namen nach. Etwas anderes ist einfach undenkbar und ein Widerspruch in sich.

Nachdem ich auch noch meinen alten Freund Joachim getroffen habe fuhr ich wieder nach Kappadokien zurück.Ich nahm wieder einen direkten Nachtbus und mit der rechten Müdigkeit ist auch eine Nachtfahrt empfehlenswert, von der Videounterhaltung abgesehen.

In Ortahisar angekommen war es auch schon Zeit endlich ein Großteil der Trauben zu Pekmez zu verarbeiten.

Offen gesagt, ich schätze und genieße Pekmez jetzt noch bewusster seit ich weiß wie viel Arbeit nötig ist um diesen Saft zu produzieren!

Dann kam Kathi für etwa 10 Tage und lange genug um einige meiner alten Freunde noch ein wenig besser kennen zu lernen.

Über die Sache mit dem Pferd habe ich ja schon etwas geschrieben. Und ohne diese anfänglich doch ziemlich ärgerliche Erfahrung hätte jetzt wohl Toprak, mein eigenes Pferd, nicht.

Wie oft habe ich in meinem Leben schon dieses wunderschöne Versprechen von Gott eingelöst gesehen: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt.

Ja, wenn ich wie ohne Probleme (wie mein weiblicher Gast!) ab und zu von meinem „Freund“ sein Pferd für ein paar Stunden bekommen hätte gäbe es Toprak (für mich) wohl nicht.

Im nachhinein freue ich mich aber sehr, dass ich so zu einem schönen (für meinen Geschmack zumindest!) und jungen Pferd gekommen bin, das den Namen Toprak (Erde) hat.

Ich finde Toprak klingt gut und  ist passend für den 5-jährigen Hengst. (Diesmal denke ich, dass die Altersangabe des Verkäufers wirklich stimmen könnte!) Denn sein in der Sonne rötlich schimmernde Fell erinnert mich ein wenig an die oft ins rot gehenden Farben der Erde und Felsen in Kappadokien.

Toprak war mager aber auch sehr preisgünstig. Mitte/Ende Oktober ist wohl auch eine gute Zeit in Kappadokien ein Pferd zu kaufen. Denn eine echte Beziehung zu ihrem Tier haben in der Türkei wohl die wenigsten und im Winter ist es im Stall nur ein Fresser der nichts bringt.

Ich und ich denke auch mein Maultier Garip sind jedenfalls begeistert von Toprak.

Mit meinem Maultier habe ich mich diesbezüglich natürlich nicht unterhalten können aber da die beiden einfach unzertrennlich sind nehme ich es mal an! Unzertrennlich ist wirklich fast buchstäblich zu verstehen denn wenn ich Toprak aus dem Stall hole kann meine Maultierdame es kaum erwarten nachzukommen.

Es ist auch kein Problem mit beiden einen Ausflug zu machen, selbst wenn ich es  mit dem Pferd eilig habe lässt sich der alte Garip auf keinen Fall „abhängen“, nicht mal mit Tomoko oder Müslüm auf dem Rücken!

Bisher hat mir mein sonst total lieber Garip auch meist nach 2 – 3 Stunden warten im Garten (oder sonst wo) Probleme gemacht. Da wurde es ihm scheinbar mit der Zeit zu langweilig und einige Male riss er aus und ich konnte mich auf die Suche nach meinem Maultier machen. Langeweile oder Angst scheint es jetzt nicht mehr zu geben! Ohne Spaß – ich wusste nicht das Maultiere und Pferde noch weniger gerne alleine sind als Menschen!

An dem Tag als Kathi nach Konya zurückfuhr fing der Fastenmonat an. Und es war das erste Mal, dass ich die Fastenzeit vom ersten bis zum letzten Tag miterlebte.

In diesem Monat wird von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken. Auch Rauchen und noch andere „Vergnügungen“ sind verboten.

Sehr, sehr früh am Morgen (ich denke mindestens 1 ½ Stunden vor Sonnenaufgang) gehen Trommler durch die Strassen um – ich nehme an vor allem die Frauen aufzuwecken, damit für die Essenszubereitung und das Essen genügend Zeit bleibt.

Ich muss sagen, dass mich besonders am Anfang die Ernsthaftigkeit und Disziplin der Leute ungemein beeindruckt hat. Sehr überrascht hat mich, dass ich auch starke Raucher ohne Zigarette sah. Nachdem ich nun mehrmals etwas von der Fastenzeit und diesmal den Fastenmonat zur Gänze miterlebt habe bin ich immer noch beeindruckt, obwohl nur ein Teil von meiner ursprünglichen Bewunderung übriggeblieben ist.

 Jedenfalls laufen im Fastenmonat buchstäblich die Uhren anders. Das Leben läuft sozusagen auf Sparflamme.

Viele Geschäftszeiten sind eingeschränkt, Handwerker und Arbeiter arbeiten weniger als sonst (oft nur wenige Stunden, jedenfalls untertags) und wer es sich nur irgendwie einrichten kann macht die Nacht zum Tag und umgekehrt.

Im Grunde wird im Fastenmonat mehr und besser gegessen als zu jeder anderen Zeit und deshalb sollte es dich nicht wundern, dass die Leute an Gewicht eher zu- als abnehmen.

Damit will ich nicht sagen, dass absolutes Fasten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang (besonders im Sommer!) leicht ist aber wenn die Zeit dazwischen jede Menge gegessen und getrunken und der größte Teil der Zeit in der man enthaltsam ist (fastet) verschlafen wird ist es vielleicht doch nicht so außerordentlich schwer.

Dass Geschäfte und Läden teilweise vormittags geschlossen bleiben und auf dem Dorf und in kleinen Städten Gaststädten nicht geöffnet sind ist auch für den Reisenden von Bedeutung.

Wenn du im Fastenmonat unterwegs bist hast du eventuell auf dem Land Probleme ein Mittagessen zu bekommen. Das gilt natürlich nicht für ausgesprochene Touristenorte (in Kappadokien z.B. Göreme).

Im Fastenmonat bestimmt der Islam noch mehr das Leben als sonst. Die Moscheen sind viel stärker besucht und auch die Frauen gehen zu bestimmten  Zeiten in die Moschee.

Die übrige Zeit besuchen in Kappadokien die Frauen die Moschee normalerweise nicht und verrichten die Gebete zuhause.

Auch das Fernsehprogramm ist stark vom Ramadan  geprägt und die Religion ist in diesem Monat fast jedem sehr wichtig bzw. wichtiger als sonst. Hochzeiten mit ihren weltlichen Vergnügungen gibt es im Fastenmonat deshalb kaum.

Am Ende des Ramazan steht das mehrtägige Zuckerfest, das mich fast ein wenig an meine eigene Kindheit vor 40 Jahren erinnert. Ähnlich wie uns zu Weihnachten wird den Kindern zum Zuckerfest oft neue Kleidung gekauft und alle laufen total schick und neu eingekleidet herum.

Auch wir sind am Neujahrstag zu Nachbarn und Verwandten gegangen um ihnen Neujahr „anzuwünschen“ und Taschengeld einzusammeln. Auch in Kappadokien sind Kinder unterwegs und beglückwünschen Nachbarn und Bekannte zum Feiertag – in derselben Erwartung.

Ende Oktober hatte ich das Glück von „Crazy Ali“, dem Gedichte schreibenden Antiquitätenhändler ganz unerwartet zur einer Nachtwanderung bei Vollmond mitgenommen zu werden.  Ali ist, wie sein selbstgewählter Beiname schon andeutet, nicht unbedingt „normal“ für türkische Verhältnisse.

So ist in seinem Laden gewöhnlich der Preis den er sagt, auch der den er wirklich meint und möchte, also ohne Raum für das typisch türkische Feilschen. Ob das für ihn immer von Vorteil ist bezweifle ich.

Aber „Geschäftemachen“ scheint bei ihm auch nicht oberste Priorität zu sein, ich denke Unterhaltung und besonders wenn jemand Interesse an seinen Gedichten (teilweise ins Englische übersetzt) hat freut ihn mehr als ein gutes Geschäft.

Seine Mondscheinwanderungen macht er nur mit Touristen weil Türken es - nach seiner Meinung - nicht schaffen für ein paar Stunden still zu sein. Das ist nämlich eine Bedingung, dass während der Wanderung nicht (oder fast nicht) gesprochen wird.

 Ich verstehe Ali zweifach gut. Es ist wirklich am schönsten wenn man bei diesen Wanderungen kaum etwas spricht und die herrliche Landschaft und Stille genießt und für die meisten Türken ist nun mal nicht ganz leicht still zu sein.

Übrigens, direkt neben seinem Laden ist die bescheidene Touristeninformation von Ortahisar und gegenüber ein wirklich schöner Teegarten und das neu eröffnete Museum, das einen Besuch und den Eintritt von etwa einem Euro wert ist. Es ist  klein aber gibt einen ansprechenden Einblick in das traditionelle alltägliche Leben der Region.

Wenn man nicht einen etwas versteckten Nebeneingang zum Museum wählt führt der Weg zum Museum durch ein von Einrichtung und Stil her sehr schönes Lokal. Leider sind die Preise für örtliche Verhältnisse etwas hoch. Trotzdem ist man hier durch das schöne und noble Ambiente auf einen höheren Preis eingestellt, was man bei überhöhten Touristenpreisen in der Region nicht immer sagen kann.

In Avanos und Ürgüp bin ich schon einige Male in dieser Hinsicht negativ überrascht worden. Nachdem wir uns bewusst in ein sehr einfaches und „billig“ ausschauendes Lokal gesetzt und deshalb auch gar nicht nach den Preisen gefragt haben gab es eine Überraschung bei der Rechnung.

Ein Warnsignal sollte in einem „billig“ ausschauenden Lokal sein wenn du nach Sonderwünschen gefragt wirst, z. B. ob es eine große Tasse Tee sein soll, das Pide mit zusätzlichem irgendwas, z.B. Ei usw.

Da kann man fast sicher sein, dass diese kleinen „Sonderleistungen“ in erster Linie dazu geschaffen sind um von Touristen teuer bezahlt werden.

Gleich nach dem Preis zu fragen ist vielleicht unangenehm aber zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus. (Wenn es dir nicht ganz egal ist ob du einen ortsüblichen Preis bezahlst oder nicht)

Die Hauptattraktion von Ortahisar, der Burgfelsen bzw. „Kale“ kann seit einem Jahr aus Sicherheitsgründen eigentlich nicht mehr offiziell bestiegen werden. Das hindert die örtlichen Autoritäten aber nicht speziell für Reisegruppen den abgesperrten Eingang aufzuschließen. Nicht gerade logisch oder einsichtig für mich aber sehr türkisch!

Eine weitere Neuheit ist, dass die Arbeiten am neuen Park (von wo man einen tollen Blick auf den Burgfelsen und einen Teil des alten Dorfes hat) wirklich vorangeschritten sind und er bald ganz fertig sein dürfte.

Für meinen ganz persönlichen Geschmack passt so ein Ding nicht wirklich in das immer noch bäuerliche Dorf Ortahisar aber wenn es schon sein muss – er ist immerhin recht schön geworden.

Ja, eigentlich wollte ich noch etwas zu einer Nachtwanderung bei Vollmond in Kappadokien sagen. Ich habe jetzt schon einige Mondscheinwanderungen in Kappadokien gemacht – meist mit Ali – und diese (nur vorläufig!) letzte begeisterte mich nicht weniger als die erste vor etwa 5 Jahren.

Es ist ein wirklich unbeschreibliches Erlebnis im Mondschein durch Täler mit bizarren Felsformationen zu wandern, die im Licht des Mondscheins nur noch fantastischer und märchenhafter ausschauen!

Wenn du etwas außergewöhnliches in Kappadokien erleben willst – es muss nicht unbedingt eine Ballonfahrt sein.

Ich denke eine Nachtwanderung im Mondschein ist ein unvergessliches Erlebnis und wenn du einen absolut ortskundigen Führer möchtest empfehle ich dir „Crazy Ali“, den Antiquitätenhändler neben der Touristeninformation.

Bei der Nachtwanderung Ende Oktober habe ich Robert, einen sehr gut Deutsch sprechenden Irländer kennen gelernt und wir haben dann noch einige Wanderungen (wieder bei Tag) miteinander gemacht.

Einige Tage später kam dann auch Peter mein Arbeitskollege aus Österreich und durch unseren irischen Freund lernten wir Hubert kennen, der für ein paar Tage in der Gümüs – Pension einquartiert war.

Dieses einfache Hotel in der Nähe vom Postamt hat einen vernünftigen Preis und netten Inhaber – empfehlenswert!

Da wir alle die Meinung hatten, dass man in Kappadokien am besten zu Fuß unterwegs ist verging kaum ein Tag wo wir nicht miteinander eine Wanderung machten. Ich konnte gar nicht anders als fast überall auch mein Pferd Toprak und Garip, das Maultier mitzunehmen.

Spätestens als ich Toprak hatte war ich vom Reiten echt begeistert!

Garip hatte meist die Aufgabe unser Gepäck zu schleppen bis Tomoko, die japanische Freundin von Robert, Garip auch als brauchbares Reittier entdeckte.

Denn zumindest mit mir auf dem Rücken hatte Garip zuvor wenig Lust gezeigt besonders schnell die Distanz von einem Ort zum andern zu überbrücken, was mein Maultier immer viel mehr interessierte war das Fressen am Wegrand unterwegs!

Doch mit dem Pferd als „Vorbild“ und Tomoko oder Müslüm im Sattel zeigte sich Garip jetzt oft von einer anderen Seite und wollte sich meistens von Toprak nicht „abhängen“ lassen.

Ich würde gerne einmal eine mehrtägige Wanderung mit Pferd und Maultier unternehmen! Noch schöner wäre das wohl in einer kleinen Gruppe von 2 – 4 Leuten. Mal sehen ob daraus was wird – aber wenn mir noch vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, dass mal in meinem Stall ein Maultier und ein Pferd stehen würden... Ich hätte es nicht geglaubt!

Kappadokien ist nicht nur was besonderes für Ballonfahrer, ich denke dass es zum Wandern und Reiten auch außerordentlich attraktiv ist. Kleinere Reitställe gibt es übrigens fast in jedem bekannteren Ort, in Avanos sogar mehrere.

Etwas Sorgen hatte ich einen geeigneten Platz für meine Tiere für die Zeit zu bekommen wo ich nicht da bin. Zuletzt hatte sich Müslüm, der Junge im Haus um mein Maultier gekümmert. Ein naheliegender Gedanke war natürlich dass er jetzt auf beide Tiere schauen könnte.

Es wäre wohl das einfachste gewesen aber ich hatte doch (ich denke berechtigte) Zweifel ob er das neben der Schule wirklich gut machen kann.

So suche ich zuerst Alternativen. An Angeboten mangelt es nicht (wegen der Möglichkeit Geld zu verdienen) aber ich finde es nicht leicht einen geeigneten und guten Platz für Tiere in der Türkei zu finden, d.h. bei jemand der es nicht nur wegen des Geldes gern macht.

Obwohl ich wahrscheinlich überdurchschnittlich tierliebend bin sind meine Sorgen hier nicht ganz unbegründet, die meisten in der Türkei lebenden Ausländer mit denen ich gesprochen habe (und manchmal auch Türken selbst) empfinden da ähnlich. Aus Freude oder Liebe zu Tieren hält man in der Türkei normalerweise kein Tier, auch nicht einen Hund.

Hunde sind Kettenhunde, deren Aufgabe es ist das Haus zu bewachen oder sie „dürfen“ halb wild herumstreunen und sich Fressen und Schlafplatz selber suchen.

So einen „glücklichen“ und intelligenten Streuner habe ich ein paar Tage vor meiner Abreise am 25. November noch „adoptiert“.

Hier mal kurz ein paar Worte (und eine Entschuldigung) zu meinen Bildern, die auf meiner Homepage den Text „auflockern“ sollen. Obwohl ich versuche, dass Text und Bilder nicht völlig zusammenhanglos sind gelingt mir sehr selten der Idealfall, dass ein Bild unmittelbar neben dem Text, den es illustrieren soll, steht.

Diese Sache solltest du also nicht so eng sehen, denn die Fotos sind leider fast nie an der richtigen Stelle!

Die Hündin hier rechts ist aber der Streuner mit dem ich Mitleid hatte und jetzt im Winter sicher froh ist um die warme Bleibe im Stall.

So jetzt aber zurück zu meiner Herbergssuche für Toprak und Garip (Pferd und Maultier).

Kurz sah es so aus als ob ich dabei Glück hätte. Ein junger, sympathischer türkischer Mann von dem ich völlig überzeugt bin dass er wirklich gerne nach meinen Lieblingen geschaut hätte – und das nicht wegen dem Geld – suchte ein Zimmer für den Winter in Ortahisar. Du siehst, auch ich denke dass es tierliebende Türken gibt!

So lag ein einfacher Tauschhandel nahe und wir wären beide damit glücklich gewesen. Er hätte ein Zimmer in dem alten Hausteil bekommen und dafür nach meinen Tieren geschaut. Leider musste ich bald lernen dass das nicht möglich ist weil ein lediger Mann nicht mit einer Familie so nahe zusammen wohnen darf. Die Leute würden (oder könnten) dies und jenes denken und so etwas gehört sich nicht.

Offen gesagt ist mir eine ausgeprägte Doppelmoral in der Türkei schon sehr oft aufgefallen und diesmal hat es mich nicht zum ersten Mal ein wenig geärgert. Jedenfalls steht die Bereitschaft vieler türkischer Männer (ob religiös oder nicht!) zum intimen Umgang mit Frauen (bzw. Touristinnen) für mich in einem krassen Widerspruch zu dem, was man nach außen hin als anständig und richtig vertritt.

Aber ich verstehe auch anderes in dieser Richtung nicht ganz. So scheint es mir akzeptiert zu sein, dass ein Mann etwa im Bus eine Zeitung mit eindeutigen Fotos in den Händen halten kann und seine Frau zuhause in übertrieben züchtiger Kleidung und Kopftuch auf ihn wartet. Na ja, so stelle ich es mir jedenfalls vor und so dürfte es wohl auch oft sein.

Sexuell Erfahrungen zu sammeln scheint mir für den Mann völlig normal und okay zu sein während von einer Braut selbstverständlich Jungfräulichkeit bei der Hochzeit erwartet wird.

Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau scheint mir da und anderswo in der Türkei kaum in Erscheinung zu treten. Diese großen Unterschiede in der Rolle der Geschlechter (was für Mann und Frau akzeptabel und schicklich ist) scheinen mir auch eine Erklärung dafür zu sein, dass nicht alle Frauen sich in der Männergesellschaft der Türkei unwohl fühlen.

Denn eine nur einigermaßen hübsche Touristin erlebt in diesem Land – wenn sie nichts dagegen hat - sicher ungleich mehr Aufmerksamkeit, Interesse und Annäherungsversuche von Männern als zuhause.

Selbst bei frommen Türken habe ich aus Erfahrung gelernt misstrauisch zu sein was Dinge wie Wahrheit und Ehrlichkeit bei Geschäften betrifft.

Diesmal war ich sehr erstaunt über einen Freund (das Wort Freund ist  hier nicht übertrieben) der seinen Glauben sehr ernsthaft lebt – jedenfalls dachte ich das bisher.

Diesen Herbst lernte ich, dass auch er ohne große Skrupel lügen kann, bei Gelegenheit nichts gegen ein Bier hat und Frauen gegenüber ein sehr lockeres Verhalten an den Tag legen kann. Mich würde ehrlich interessieren wie er reagieren würde wenn sich seine Frau nur ein Bruchteil seiner Freiheiten nehmen würde!

Warum schreibe ich diese Dinge eigentlich hier auf meiner Homepage, die ich begonnen habe um anderen von einem Traumland zu erzählen?  Wo es so viel anderes und positives zu berichten gibt?!

Ein Grund ist, dass meine Website immer mehr in gewisser Hinsicht für mich ein kleiner Ersatz für ein persönliches Reise- oder Tagebuch ist. Leider bin ich zu bequem um meine Eindrücke sonst wo aufzuschreiben und so steht hier auch manches das ich für mich ganz persönlich festhalte – damit ich es nicht vergesse. Und zu große Angst habe ich nicht, dass sich viele Leute auf meine Homepage verirren.

Ich wünschte mir dass ich - wie es andere tun – eine Art (Reise)Tagebuch führen könnte aber ich schaffe es nicht. Ein kleiner Ansatz in die Richtung sind diese nachträglichen Berichte auf der Homepage.

Allzu persönlich und detailliert sind die Eindrücke – verständlicherweise – nicht. Aber sie sollen mich an einige Erlebnisse erinnern und manches ist ja vielleicht auch für andere interessant.

Positive Dinge gibt es auch zu berichten. So habe ich mein Pferd zu einem sehr fairen Preis gekauft und das ohne großen „Pferdehandel“.

 Einige Handwerker (z.B. ein Schuster in Ürgüp und ein Sattler  in Nevsehir) beeindrucken mich indem sie auch von Ausländern nicht mehr als das übliche verlangen und sehr gute Arbeit machen.

Und viele, viele positive Sachen habe ich auch diesen Herbst erlebt aber ich will mich nicht immer wieder wiederholen. Du solltest also nicht denken, dass es mir in Kappadokien immer weniger gefällt.

So, jetzt noch einige Worte zu „Silly“, dem Adoptivhund. Wie es oben zu sehen ist haben ihn zuerst Robert und Tomoko verwöhnt. Den Namen Silly haben sie ihm gegeben und hat eine Bedeutung die völlig unpassend ist.

Silly ist nämlich eine total liebe, anhängliche und wohl auch kluge Hündin. Sonst hätte sie sich nicht in den Kopf gesetzt uns Touristen um jeden Preis auf unseren Wanderungen zu begleiten. Denn die Logik dass sich das am ehesten von allen „Freizeitbeschäftigungen“ lohnt ist nicht von der Hand zu weisen.

Leider gingen zuerst Robert und Tomoko, dann auch Peter und so blieb ich am Schluss alleine übrig von den Freunden und Gönnern. Als es die beiden letzten Tage von meinem Aufenthalt sogar Schnee und der kleine Hund offenbar kein zuhause hatte und immer anhänglicher wurde richtete ich ihm ein Schlafplatz im warmen Stall bei Garip und Toprak ein und machte ein Abkommen mit dem Metzger wegen Knochen und gab Zübeyde noch ein wenig Geld für Hundefutter. Ich bin schon sehr gespannt aufs Frühjahr und wie es meinen vierbeinigen Freunden geht!

An tierischer Gesellschaft mangelt es mir wohl nicht mehr.

In 3 Monaten (Ende August bis Ende November) erlebte ich übrigens auch 3 Jahreszeiten, von heißen Sommertagen Ende August über farbenprächtige Herbstwochen bis zu Schneefall und 2 schönen und kalten Wintertagen vor der Abreise.

Im November waren die ersten 3 Wochen aber immer noch relativ warm und ausgesprochen schön zum wandern auch wenn die Tage schon ein wenig kurz sind.

In dieser Zeit gab es auch noch einen kurzen Besuch von H.Jürgen und Siegfried. Sie konnten leider nur 2 Tage bleiben und nahmen trotzdem für diese kurze Zeit 2 Nächte im Bus in Kauf!

Etwas später besuchten uns auch noch Barbara und Ali und blieben fast eine Woche. Als sie hier waren hatte ich schon das Pferd aber noch nicht den Hund! Vielleicht hätten sie Silly mit nach Izmir genommen?

Bei meiner Rückreise am 24. November nahm ich zum ersten Mal die direkte Tagesbusverbindung von Metro, die es jetzt zwischen Kappadokien und Istanbul gibt. Es war ein schöner Wintertag mit zum Teil winterlichen Straßenverhältnissen und wie ich fast erwartet hatte sahen wir leider auch einige mehr oder weniger demolierte Fahrzeuge die von der Fahrbahn abgekommen waren.

Autofahren in der Türkei scheint mir jedenfalls nach meiner subjektiven Einschätzung etwas gefährlicher als in Österreich, die Gefahren vielfältiger. Diesmal erlebte ich, dass unter anderen Gepäckstücken meine eigene Reisetasche (groß und schwer genug um ... ich will da gar nicht weiterdenken, das tun die Leute in der Türkei wohl auch nicht) von dem Gepäckträger eines  Kleinbusses in voller Fahrt fiel und zum Glück nur im Straßengraben landete.

Das war aber schon Mitte September auf der Rückfahrt von Pekmezli im Taurus nach Kayseri.

Die Fahrt nach Istanbul war aber trotz teils schlechter Verhältnisse angenehm und ich muss sagen, dass die Fahrer der Überlandbusse meist sehr verantwortungsbewusst und vorsichtig unterwegs sind, jedenfalls ist das mein Empfinden.

Von Ortahisar bis Ümraniye, dem Stadtteil auf der asiatischen Seite Istanbuls wo Manfred und Debrah wohnen, waren es ziemlich genau 12 Stunden. Das Treffen mit ihnen war ein toller Abschluss von 3 Monaten Türkei und ein Wiedersehen mit Freunden sicher auch die schönste und angenehmste (Zeit)überbrückung zu dem zeitlich doch nicht so geschickt gelegenen Flug von Germanwings um 4 Uhr 10 morgens.

Ein interessantes Erlebnis hatten Manfred und ich auch noch mit einer sehr kurzen Taxifahrt. Als ich mit dem Zubringerbus von Metro (das ist eine weitere schöne Sache einer Busfahrt: in einer großen Stadt wie Istanbul, Ankara oder Izmir bringen dich kostenlos Kleinbusse der größeren Busgesellschaften in deinen Stadtteil!) nach Ümraniye kam war ich müde von der langen Busfahrt und den letzten Tagen in Ortahisar und hatte auch eine enorm gewichtige Reisetasche.

So überredete ich Manfred statt einem kurzen, vielleicht 10minütigen Fußmarsch zu ihm nach Hause in ein bereitstehendes Taxi einzusteigen. 10 Minuten Gehen ist für mich sonst kein Problem aber mit einer extrem schweren Tasche – es war auch ein schweres Paket mit Onyxsachen aus Ortahisar dabei - wollte ich ein Taxi nehmen. Nach einer zugegebenermaßen sehr kurzen Fahrt blieben wir vor dem Haus von Manfred stehen und wollten bezahlen.

Der temperamentvolle Taxifahrer war über diese kurze Strecke (und geringe Verdienstmöglichkeit) so erbost dass er jede Bezahlung ablehnte und lieber seinem Ärger Luft machte und uns aufklärte, dass sich so was für ihn überhaupt nicht lohne und er jetzt wieder der letzte in der Reihe der bereitstehenden Taxis sein würde. Wenn wir geahnt hätten, dass unser Taxi so wenig Freude mit uns haben könnte – wir hätten die Gepäckschlepperei auf uns genommen, denke ich.    

Nach gutem Essen und viel Gesprächsstoff blieb auch noch Zeit für einen sehr kurzen aber wertvollen Schlaf. Um 2 Uhr in der Früh stand das Taxi wie am Abend bestellt total pünktlich vor dem Haus und brachte mich zu einem sehr günstigen Preis zum Flughafen.

Bei der Passkontrolle hatte ich noch einmal und buchstäblich im letzten Moment ein negatives Erlebnis. Ich hatte immer in meinem Kopf fest verankert dass ein Touristenvisa 3 Monate gültig ist. Und diesmal wollte ich es wirklich bis zum letzten Tag ausnützen und dachte Einreise 26. August und Ausreise 25. November würde in dieser Hinsicht geradezu optimal sein und die 3 Monate bis zum letzten Tag ausgenützt!!!

Leider lernte ich jetzt von einem sehr genauen türkischen Beamten, dass ein Touristenvisa 90 Tage gültig ist und 90 Tage nicht 3 Monate sind und leider war dem in der Tat nichts dagegenzuhalten. Dieser kleine Unterschied (ich hatte einfach 3 Monate im Kopf) kostete mich den stolzen Betrag von 80 Millionen TL Strafe. Ich weiß nicht ob ich das „Unheil“ mit argumentieren und betteln hätte abwenden können – ich war dazu nicht mehr aufgelegt und auch zu müde und bezahlte ohne Protest.

 Aber das Gefühl hatte ich schon, dass wohl nicht jeder hier bezahlen hätte müssen...Da fiel mir nochmals Kathi ein und das Pferdeausleihen!

Mit diesen etwas zwiespältigen letzten Erlebnissen endeten 91 (oder 92?) Tage Türkei. Diese letzten Stunden waren aber nicht so untypisch für meine neuesten Türkeierlebnisse.

Die guten und weniger guten Seiten der türkischen Kultur erlebte ich diesmal einfach ein wenig intensiver als sonst – persönlich und gefühlsmäßig!

Hier nochmals kurz etwas über meine Reiseberichte. Weil ich sonst über meine Erlebnisse in der Türkei nichts aufschreibe aber manche Erfahrungen doch nicht vergessen möchte stehen sie hier.

Und ich denke, dass ich damit wenig Leute langweile (nur den, der sich auf meine Homepage verirrt) aber mir hilft es einiges in meiner Erinnerung zu behalten.

Das gesagt mache ich hier noch ein paar ganz persönliche Notizen. Es sind wirklich nur ein paar Dinge die ich für mich festhalten möchte.

Zum ersten Mal hatte ich am Haus nichts mehr zu tun. Die Küche, das europäische WC, Waschraum und Duschen waren alle von Anfang an fertig und benutzbar. Obwohl ich anfangs von der Notwendigkeit einiger Dinge (z. B. eines für uns Europäer gewohnten WC`s und zwei Duschen) nicht so recht überzeugt war - und mich H.Jürgen und andere dazu überreden mussten - finde ich jetzt doch alles wirklich gut und vorteilhaft, auch und vor allem für meine Gäste.

Auch eine Waschmaschine und einen leistungsfähigeren Staubsauger habe ich mir angeschafft. Haben sich beide schon bewährt.

Sogar Telefon (Festnetz und Handy!) legte ich mir zu und bin jetzt also ein wenig besser erreichbar. Nur „ein wenig besser“ deshalb weil ich das Handy oft nicht dabei habe und ich auch nicht allzu oft zuhause bin. Meine Festnetznummer in Ortahisar ist 0090 384 343 2145.

Zum ersten Mal musste ich auch Futter für Garip und Toprak in einer größeren Menge kaufen. So kaufte ich 70 Ballen Heu (ein kleiner LKW voll) von denen man einen kleinen Teil hier auf den Pferdewagen sieht. Ein Ballen kostete 3 Millionen.

Natürlich brauchte es auch noch anderes (Kraft)futter (arpa und kepek) und eine Menge „saman“.  Meine Tiere leben also auch nicht von Luft aber dafür habe ich kein Auto – und ein Auto würde sicher mehr „fressen“ als meine Pferde in Ortahisar.

Da ich mich entschloss mein Maultier und Pferd im eigenen Stall unterzubringen fiel doch noch eine kleine Arbeit im Haus an. Das leider sehr kleine Stallfenster brauchte noch ein Glas. Außerdem kaufte ich kurz vor Abfahrt für Zübeyde noch 10 Hühner und so musste auch noch ein kleiner Hühnerstall gebaut werden. Im Moment ist der Stall also von Garip und Toprak, 10 Hühnern und – nachtsüber – auch von Silly bewohnt.

Eine kleine Reparatur gab es auch in meinem Garten nahe den Balkankirchen. In diesem Garten sind 2 Taubenschläge von denen nur der kleinere noch von einigen Tauben bevölkert ist. In den anderen, wesentlich größeren und zweistöckigen verirrt sich leider wohl schon seit langem keine Taube mehr.

Taubenmist war früher ein wertvolles Düngemittel und Zeugen davon sind heute noch die unzähligen Taubenschläge in den Felswänden vieler Täler Kappadokiens.

Die Tauben wurden im Winter auch gefüttert und mussten einmal sehr zahlreich gewesen sein.

Seit der Verbreitung des Kunstdüngers hat der Taubenmist seine Bedeutung verloren und die Tauben werden nicht mehr gehegt und gepflegt wie früher.

An einzelnen Taubenschlägen kann man übrigens sehr schöne Verzierungen und vereinzelt interessante Zeichnungen sehen – von Künstlern vergangener Zeiten gemalt!

Meine Taubenschläge haben allerdings keine kunstvollen Verzierungen und die verschiedenen Einfluglöcher des größeren und unbewohnten wurden von Ahmet Usta (Usta = Meister) in 2 Tagen repariert.

Ahmet hatte schon die meisten Steinarbeiten bei der Restauration von meinem alten Haus gemacht und ist ein wirklicher Meister seines Faches.

Ich schätze Ahmet nicht nur als Handwerker sondern auch als Mensch und genoss es richtig wieder einmal 2 Tage mit ihm zusammen zu sein.

Er ist auch der einzige, wo ich es im Nachhinein bereue ihm einmal nicht mit Geld ausgeholfen zu haben als er (höflich und sehr zurückhaltend) danach fragte.

Leider hatte ich damals gerade sehr ungute Erfahrungen in dieser Hinsicht hinter mir und reagierte entsprechend. Etwas Gutes hatte diese Sache im Nachhinein trotzdem. Unsere Freundschaft wurde auf die Probe gestellt und hat den Test bestanden!

In dem Haus (oder genauer: unterhalb) von Ahmet ist übrigens eine recht große alte Kirche, die jetzt von seiner Familie als Lagerraum für Obst und Eingemachtes verwendet wird. Ich war schon sehr oft mit Besuch bei Ahmet wegen dieser völlig unvermuteten und interessanten Kirche in seinem Haus und noch nie hatte ich das Gefühl, dass wir ungelegen oder nicht willkommen gewesen wären. Wie schön und anders ist manches in der Türkei!

Aber mit Geldausleihen (Schuldenmachen ist in der Türkei sehr verbreitet und wie es mir scheint einfach normal) habe ich fast nur schlechte Erfahrungen gemacht und auch bei diesem letzten 3-monatigen Aufenthalt kam ein negatives Erlebnis in dieser Hinsicht dazu. Es ist sehr schwierig hier immer die richtige Entscheidung zu treffen.

Dem normalen Tourist bzw. Kurzurlauber stellt sich dieses Problem natürlich kaum, da es auch in der Türkei nicht üblich ist sich von einem Fremden etwas auszuleihen, eine gewisse freundschaftliche Beziehung und Vertrautheit ist auch hier Voraussetzung.

Manchmal ist der Zweck von einem „Beziehungsaufbau“ allerdings fast peinlich offensichtlich. Auch diesmal war es so und ich erwartete eigentlich schon fast was kam. Aber wie gesagt, es ist nicht leicht hier immer das richtige zu tun.

Was gibt es sonst noch zu notieren?

Wahrscheinlich fallen mir jetzt noch ein paar Sachen ein und einige davon sind schon sehr persönlich und sollten hier vielleicht gar nicht stehen. Aber ich sagte schon, dass meine „Reiseberichte“ immer mehr einem persönlichen Notizblock gleichen.

Ich denke es war an einem der ersten Tage des Fastenmonats als ich mit meinem Besuch auf der Terrasse saß. Ich war etwas überrascht als ein Gemeindearbeiter, der bei Ausbesserungsarbeiten an der Kanalisation in unserem Viertel mitarbeitete, sich zu uns setzte.

Wenn der Besucher nicht während der Arbeit und in voller Montur gekommen wäre – der Besuch eines Nachbarn und gut Bekannten (ich hatte ihn auch schon als Arbeiter) ist in Ortahisar nichts ungewöhnliches.

Nach ausgiebigem und üblichem „small talk“ eröffnete er schließlich den Zweck seines Besuches. Er sagte, dass sich jeder im Viertel an den Kosten der Kanalisationsarbeiten beteiligen muss und nannte einen Betrag den ich zu zahlen hätte.

Dass ich das Geld einem Arbeiter ohne Quittung geben sollte war etwas sonderbar aber ich hatte das Geld gerade und gab es ihm – ich kannte ihn ja auch sehr gut. Der Betrag war nicht besonders hoch, nicht viel mehr als ein Tageslohn.

Einige Tage später sagte mir Zübeyde, dass sie mit einigen Nachbarn gesprochen hätte und keiner etwas von einer Bezahlung für Kanalisationsarbeiten wusste. Da war ich dann doch etwas sauer und nach ein paar weiteren Tagen bekam ich das Geld über Zübeyde zurück.

Die Erklärung: Jeder (außer mir!) hätte sich geweigert zu bezahlen und so bezahle die Gemeinde doch alles aus der eigenen Tasche. Ich hatte keine Lust dieser Sache weiter nachzugehen aber es war das zweite Mal in diesem Urlaub dass ich von einem überaus religiösen Moslem sehr enttäuscht war.

Aber es gab nicht nur Enttäuschungen. So wächst mein Vertrauen in die Familie die für mich vielleicht am wichtigsten ist ( sie wohnt in meinem Haus) und darüber bin ich sehr froh. So fand ich es echt mutig von Zübeyde mir diese Sache mit dem Geld zu sagen, denn sie konnte damit rechnen, dass ihr das nichts anderes als Unannehmlichkeiten und den Zorn eines Nachbarn einbringt.

Das Wetter in Kappadokien hat mich übrigens auch noch nie enttäuscht! Auch diese 3 Monate war es praktisch immer schön und der Herbst mit seinen Farben (und dem Obst!) ist eine wunderschöne Zeit. Auch die verschiedenen Vorsorgen der Leute für den kommenden Winter kann man beobachten wie die Verwertung der Trauben zu Rosinen und Pekmez, Vorbereitung von Brennholz usw.

Die Zeit verging wie im Flug – jedenfalls die 2. Hälfte und einige Dinge die ich mir fest vorgenommen hatte müssen auf 2005 warten, etwa ein Besuch bei Andus in Göreme.

Der ganz persönliche und absolute Höhepunkt war für mich, dass ich diesen Herbst mit einer kleinen christlichen Gruppe in dem relativ nahen Städtchen Avanos in Kontakt gekommen bin.

Die Gemeinschaft mit gläubigen Christen ging mir bisher in meinem Traumland sehr ab und es war für mich immer etwas ganz besonderes (das wird aber sicher so bleiben!) wenn ich von Glaubensgeschwistern Besuch bekam.

Diese kleine christliche Gemeinschaft ist mit ein Grund dass ich meinen nächsten Aufenthalt schon kaum mehr erwarten kann! Hin- und Rückflug ist bereits gebucht, Stuttgart – Istanbul (13. März und 7. April).

Den Preis von 120 Euro mit Germanwings finde ich übrigens beinahe übertrieben günstig. Hier die Adresse wo du günstige Flüge von Germanwings und anderen Billigfliegern meist müheloser als direkt auf der Homepage der Fluggesellschaft finden kannst: www.flughammer.de

Allerdings lohnt es sich den Newsletter von Germanwings zu abonnieren, wo immer wieder kurzfristig besondere Aktionen angekündigt werden!

Ich freue mich aber auch auf das Wiedersehen mit meinen türkischen Freunden und auch auf meine Tiere (Garip, Toprak und Silly, mit den Hühnern habe ich mich noch nicht so speziell angefreundet). Bin schon gespannt was ich mit meinen Vierbeinern unternehmen werde. Vielleicht auch einen Ausflug mit Übernachtung in einem andern Dorf?

Das wäre schon mal ein kleiner Test für etwas, das ich einmal sehr gern machen würde: eine mehrtägige Tour mit Pferd und Maultier in Kappadokien.

 

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