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Solidarität als Waffe

Eigentlich wollten wir keine klassische Soli-Arbeit machen. Gerade für Menschen, die als politische Gefangene bezeichnet werden gibt es diese immer wieder. Dabei kommt der Aspekt der Funktion des Knastes immer wieder zu kurz. Auf der anderen Seite bedeutet es aber Soli-Arbeit nicht zu machen, Menschen der Repression auszuliefern. Deshalb wollen wir hier einzelne Fälle vorstellen, bei denen Menschen Unterstützung brauchen. Wir wollen dies nicht explizit auf Menschen aus politischen Zusammenhängen reduzieren. Kriminalität ist politisch und Politik, die sich gegen eine besthende Ordnung wendet wird krimilaisiert, sobald sie ihrem Ziel nahe zu kommen droht. Ob wir die politische Ausrichtung dabei gut finden, das hängt von den Inhalten und Zielen ab. Politisch ist es aber ohnehin.
Hier also nun die Fälle, denen wir uns gewidmet haben:

Freiheit für Gabriel Roser

Gabriel Roser ist zur Zeit Gefangener in Argentinien. Er ist Aktivist des Movimento de Unidad Popular (MUP) im Stadtteil Ringuelet in der Stadt La Plata, Argentinen. Die MUP ist eine unabhängig von Parteien organisierte Struktur, in der sich Menschen u.a. für gute Ernährung, Bildung, Gesundheitsversorgung und überhaupt ein würdiges Leben der Menschen einsetzen. DIes geschah z.B. auch stark auf Stadtteil ebene. Der Bewegung ist es gelungen verschiedentlich Druck aufzubauen. Dies führte dazu, dass repressiv gegen die Bewegung vorgegangen wurde.
Das besondere an Gabriel Rosers Fall ist, dass er nicht wegen eines klassischen politischen Verfahrens im Knast sitz, sondern ihm ein Raubüberfall vorgeworfen wird. Allerdings hat es den Anschein, als wenn er mit dem Überfall, so dieser überhaupt stattgefunden hat, gar nichts zu tun hatte. Dies ist eine ganz andere Qualität von Repression, bei der sich die Regierenden willkürlich ihrer Widersachen entledigen könnten, unabhängig von irgendwelchen Taten. Seit über einem Jahr sitzt Gabriel jetzt im Knast, ohne auch nur eine Aussicht auf ein reguläres Verfahren in nächster Zeit zu haben. Dies vorgehen erinnert an das Vorgehen während der Militärdiktatur. Nicht zuletzt sind noch immer große Teile des Militär und Polizeiapparates aus jener Zeit im Dienst. Es gibt hier ein kleines Dossier zu Gabriel zum herunter laden. Wir rufen dazu auf, an die zuständigen Adressen in dem Dossier zu schreiben und dort Druck zu machen. Gerade wenn deutlich wird, dass der Fall internationale bekannt ist, stehen die Chancen besser, dass Gabriel raus kommt und so etwas nicht zur üblichen Praxis wird - weder in Argentinien noch in anderen Gegenden der Welt.

Weitere Infos dazu gibt es per e-Mail unter libertadagabriel_at_yahoo.com.ar auf Spanisch, wenn's geht.

 
       
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 Zuletzt aktualisiert 16.12.04
     
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