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Veranstaltungen zu Repression in Argentinien
Mittwoch 15.6.05 20 Uhr: "Repression und Widerstand - Argentinien nach 2001"
Im Dezember 2001 brach die Argentiniesche Wirtschaft zusammen. Im darauf folgenden Aufstand wurden Räume und Fabriken von der Bevölkerung besetzt und sich wieder angeeignet. Dadurch überstanden viele die Krise und bauten eigenständige Strukturen auf.
Doch der Staat antwortete mit harter Repression. Polizei und Justiz - zum Teil noch während der Militärdiktatur ausgebildet, gehen gegen die Aufständischen vor. Doch die Menschen leisten Widerstand gegen die Repression.
Hier der Entwurf eines Flyers für die Veranstaltung.
Ort: Wahrscheinlich Freizi Geschworenenweg 28201 Bremen
Veranstaltungen Herbst '04
Dies ist das Programm für Herbst 2004. Unten steht die kurze Erklärung, was wir mit all den Veranstaltungen wollen.
Donnerstag 21.10. 20 Uhr: "Totale Institutionen"
Wer sich mit Leuten aus der JVA Oslebshausen unterhält, bekommt dort manchmal gesagt: "Wir sind eine totale Institution".
Sie sagen dies, als wenn es das normalste in der Welt wäre. Doch was heißt das eigentlich, in einer totalen Institution zu leben?
Vor fast 50 Jahren schrieb Goffman ein Buch mit dem Titel "Asyle" in dem er die Funktionsweise totaler Institutionen beschreibt. Anahnd von (Film-) Beispielen wollen wir Aspekte dess darstellen.
Ort: Paradox, Bernhardtstr. 12 28203 Bremen
Montag 25.10. 21 Uhr: "Filmabend"
Laurel & Hardy: "Hinter Schloss und Riegel". Sowie eine "Die Fraggels" Folge zum Thema.
Ort: ZAKK, Sielpfad 11 28203 Bremen
Dienstag 2.11. 20 Uhr: "Legal in den Polizeistaat?" mit Dr. Fredderik Roggan
Auf der Veranstaltung soll der Frage nachgegangen werden, welche Aussagen sich angesichts von Lauschangriffen, Viedeo- und Telefonüberwachungen, u.s.w. über den Zustand der Rechtsordnung treffen lassen.
Dr. Fredderik Roggan ist Anwalt in Berlin. Er hat seine Promotionsarbeit in einem Buch mit gleichnamigem Titel veröffentlich
Ort: Paradox, Bernhardtstr. 12 28203 Bremen
Samstag 6.11. 23 Uhr: "Jailhouseclub - Soli für Knastkampagne"
Abfeiern für die Knastkampagne.
Ort: ZAKK, Sielpfad 11 28203 Bremen
Montag 8.11. 21 Uhr: "Filmabend"
"Down by Law" - Spielfilm.
Ort: ZAKK, Sielpfad 11 28203 Bremen
Mittwoch 17.11. 21 Uhr: "Filmabend"
Knast-Kampagne meets Vorführbar. Achtet auf Ankündigungen!.
Ort: ZAKK, Sielpfad 11 28203 Bremen
Donnerstag 18.11. 20 Uhr: "Leben und Widerstand im Schatten der Gefängnisse" mit Stefan Wisniewski
Es geht um Knast, Kämpfe und Revolte in den 70ern, 80ern und 90ern drinnen und draußen.
Stefan Wisniewski saß selbst über 20 Jahre in Knästen der BRD. In der Veranstaltung soll es um den Widerstand in den Knästen - damals wie heute, und was das für eine linke Politik heute bedeuten kann, gehen.
Ort: Paradox, Bernhardtstr. 12 28203 Bremen
Mittwoch 24.11. 20 Uhr: "Filmabend"
"Gefängnisbilder" - Dokumentarfilm von Harum Farocki - danach Diskussion und Kneipe..
Ort: H2N50, Hardenbergstr. 52 28201 Bremen
Donnerstag 2.12. 20 Uhr: "Prison-Industrial-Complex" angefragt: Leute aus dem Kiralina Umfeld (Berlin)
Mit Produkten aus den Gefängnissen lassen sich Geschäfte machen. Besonders lohnenswert werden diese dadurch, dass die InsassInnen für einen minimalen Lohn zur Arbeit gezwungen werden können ...
Ort: Paradox, Bernhardtstr. 12 28203 Bremen
Montag 6.12. 21 Uhr: "Filmabend"
"Lebenslänglich Sicherheitsverwahrung" - Dokumentarfilm - danach Diskussion und Kneipe..
Ort: Elektro-Gutjahr, Kantstr. 146 28201 Bremen
Dienstag 7.12. 20 Uhr: "... und was tun mit Vergewaltigern, ..." mit der Gruppe h.u.g.g.
Wer öffentlich für eine Gesellschaft ohne Knäste eintritt, wird meist spätestens im dritten Satz gefragt, was denn dann mit all den Vergewaltigern, Mördern, Nazis, u.s.w. zu tun sei. Am Beispiel von Vergewaltigern wollen wir in der Veranstaltung der Frage nachgehen.
Ort: Paradox, Bernhardtstr. 12 28203 Bremen
Dienstag 14.12. 21 Uhr: "Filmabend"
Voraussichtlich: "Against the Wall" - Spelfilm - danach Diskussion und Kneipe..
Ort: Paraglotz: Bernhardtstr. 12 28203 Bremen
Donnerstag 16.12. 20 Uhr: "(Wie) Weiter?".
Wir sind dazu angetreten zu einer Repolitisierung der gesellschaftlichen Konflikte beizutragen. Das kann eine Veranstaltungsreihe nur sehr begrenzt. Wir wollen mit allen, die Interesse haben dies weiter zu verfolgen, beraten, was nun folgen kann.
Ort: Paradox, Bernhardtstr. 12 28203 Bremen
Warum wir das machen - Der Veranstaltungstext
"Wer eine Gesellschaft beurteilen will, sollte als erstes in ihr Gefängnisse blicken" (Leo Tolstoi)
Auch heute noch verrät der Blick in die Gefängnisse mehr über die Gesellschaft, als der Gesellschaft lieb sein könnte: Sicherheitsverwahrung, immer mehr dauerhafte Einschlüsse, das Streichen von Fortbildungsmaßnahmen, von HIV-Präventionsarbeit, längere Strafen, immer mehr Gefangene, in immer öfter überbelegten Knästen. Die Liste ist lang und ließe sich noch sehr weit fortsetzen. Was sie uns verrät ist, dass die Gefängnisse zunehmend zu Verwahranstalten für im Neoliberalismus überflüssige Menschen werden.
Gleichzeitig wird eine Kontrollgesellschaft mit Kameraüberwachung, biometrischer Zuordnung, Krankenkassenkarten und vielen kleinen überwachungmethoden, immer weiter ausgebaut. Linke oder Liberale, haben, selbst wenn sie es wollten kaum etwas entgegenzusetzen vermocht.
War Anfang der siebziger Jahre noch "für eine Gesellschaft ohne Knäste" die Leitidee, so gingen die Forderungen mit der Zeit über "Freiheit für die politischen und sozialen Gefangen" hin zu "Freiheit für die politischen Gefangenen" immer weiter zurück. Inzwischen wird sich meist nur noch für die "unschuldig Gefangenen" eingesetzt. Doch diese Argumentation passt sogar noch in eine Kontrollgesellschaft, die argumentiert, wer nichts zu verbergen hätte, hätte auch nichts zu befürchten. Mehr überwachung verhindert demnach, dass Menschen "unschuldig" eingesperrt würden.
Wer sich mit dem Verweis dagegen wehrt, nicht überwacht werden zu wollen, gilt als potenziell Kriminell. Kriminell sind die Kriminellen, die "Anderen", welche aufgespürt und weggesperrt werden sollen, damit die Gesellschaft angeblich sicherer wird. Kriminalität wird als ein individuelles Problem betrachtet. Das zentrale Element in dieser Individualisierung ist das Gefängnis. Es ermöglicht physisch eine Gruppe der "Anderen" zu schaffen, die aus der Gesellschaft entfernt werden. Gesellschaftliche Ursachen und Konflikte, die zu einer krimiellen Normabweichung führten werden dann nicht mehr betrachtet.
Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe dieser Entwicklung entgegentreten und einen Beitrag zur Repolitisierung der Themen Knast undKriminalität leisten. Denn nur wenn wir es schaffen Kriminalität wieder als politischen Konflikt zu begreifen, wird es uns möglich werden der totalen gesellschaftlichen Kontrolle etwas entgegen zu setzen.
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