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| KuKeLe - Die Furche Nr. 12/25.3.1999 S.5 |
Wie können Kinder fremde
Religionen und Sitten besser verstehen lernen? Der Verein „KuKeLe“ versucht
Vorurteile spielerisch im Unterricht abzubauen und Interesse für andere
Kulturen zu wecken
Für eine Gruppe von rund
zehn Kindern steht an diesem Tag der Jemen im Mittelpunkt der etwas anders
gestalteten Unterrichtseinheiten
Dieser aufregende Schultag
ist das Ergebnis einer ungewöhnlichen Kooperation im Rahmen des Projektes „Ich
und die anderen, die anderen und ich“
Der Vereinsname KuKeLe steht
für Kulturen kennen lernen und bezeichnet eine Gruppe von Ethnologinnen und
Ethnologen und einer Pädagogin, die sich im Mai 1998 zusammengetan haben
Die Neugier der Kinder ist
die Basis des Projekts
„Wir arbeiten mit allen
Sinneseindrücken“, sagt Vereinsobfrau Helga Hiebl, „mit Gerüchen, Bildern und
Klängen
„Es ist sinnvoll, so früh
wie möglich mit diesen Dingen anzufangen“, erklärt Helga Hiebl, „Kinder im
Volksschulalter haben noch wenige Vorurteile
Die Erstklassler aus der
Währingerstraße bestätigen diese Aussagen durch ihr Verhalten: sie wollen mehr
wissen, kommen mit Zwischenfragen und stellen Vergleiche an: etwa, dass der
Muezzin, der zum Gebet ruft, dieselbe Funktion hat wie die Kirchenglocken in der
christlichen Kultur
Besonders spannend sind
derartige Workshops für gemischtkulturelle Gruppen, in der auch muslimische
Kinder anwesend sind
Turgut ist das einzige
türkischstämmige Kind in der Klasse
Die Aufgeschlossenheit der
Kinder Turgut gegenüber ist auch der Lehrerin der 4B in der Volksschule
Gilgegasse 12, Frau Raina Seboth, besonders ans Herz gegangen
Sie stellt allgemein fest,
dass die Ausflüge in die fremde Kultur einen tiefen Eindruck bei den Kindern
hinterließen
Neulich hat eine Gruppe,
„Inuit“ eine Gruppe „Jemeniten“ getroffen
Das Projekt bleibt
allerdings nicht auf den Raum Klassenzimmer beschränkt, in einem zweiten
Schritt werden die Kinder an das Institut für Ethnologie eingeladen, wo sie am
Gang malen und basteln
In Zukunft sollen Projekte
(dieser Art) Teil des Lehrplans am Institut für Ethnologie sein
Die Furche Nr 12/25