Home -- About -- Projekte -- Bilder -- Mitarbeiter -- Links -- Presse -- Tipp -- Impressum
| KuKeLe - WUK info-intern Nr.2/04 |
|
|
Kulturen? Kennen Lernen!
Der von Ethnologen gegründete Verein KuKeLe
macht seit 1998 Kulturvermittlung. Seit September 1999 hat KuKeLe den
Vereinsitz im WUK.
Anfang der 90er Jahre unternimmt die Wiener
Fotografin Lisl Ponger eine Reise durch Wien und setzt sich mit der aktuellen
kulturellen Vielfalt der Stadt auseinander. Spätestens seit damals weiß man um
die Vielzahl der ethnischen Gruppen, die hier leben – Ponger „besuchte“ 70
Länder ohne Wien zu verlassen.
„Wir sehen Migranten nicht als Gefahr
sondern als positive Bereicherung“, sagt Andrea Hiller vom Verein KuKeLe. „KuKeLe“ steht für die Wortfolge „Kulturen Kennen Lernen“, womit
das zentrale Anliegen des gemeinnützigen Vereins beschrieben ist.
Denn fremde Menschen bereichern eine Gesellschaft
um mehr als nur um exotisches Essen: Eine andere Sprache und andere
Lebenskonzepte sind aber nicht immer der Anstoß für eine interessante
Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, sondern lösen manchmal auch
Unverständnis aus. Angesichts bestehender Fremdenfeindlichkeit und wachsender
Ängste vieler Menschen ist es dringend notwendig, Informationslücken über
fremde Kulturen zu füllen. Indem man Missverständnisse aufklärt, wird "das
Fremde" vertrauter gemacht: Eine Aufgabe, die der im WUK ansässige Verein KuKeLe
übernimmt.
Plurikulturelle Schulen
Während jede Österreicherin durchschnittlich
nur rund 1,33 Kinder zur Welt bringt, ist die Geburtenrate unter ausländischen
Mitbürgerinnen mit 2,03 um einiges höher – Österreichs Schulklassen sind insbesondere
in den größeren Städten längst plurikulturell. Deshalb ist es besonders
wichtig, an dieser Schnittstelle der Kulturen anzusetzen: „Wir wollen Vorurteile
erst gar nicht entstehen lassen“, sagt KuKeLe-Gründungsmitglied Helga Hiebl.
Das Ziel: Den Umgang mit dem „Fremden" für die Gesellschaft aufzugreifen
und mittels Projekten in Schulen, aber auch in Erwachsenenbildungsanstalten
bewusst erlebbar und bewältigbar zu machen. KuKeLe fördert die eigenständige
Auseinandersetzung mit anderen Kulturen – abseits von Klischees.
„Lehrer getrauen sich auch oft nicht an
so heikle Themen wie Islam oder fremde Kulturen heran“, so Helga Hiebl. Die
kompetente Vermittlung von ausgebildeten EthnologInnen ist in den Workshops,
die KuKeLe an Schulen durchführt, gefragt.
Interkulturelles Lernen
Das Schlüsselwort heißt
interkulturelles Lernen, zu den bisher durchgeführten Projekten von KuKeLe zählen:
. Ethnologische Stadtführungen
. Workshops beim Kinder-Literaturfestival
in Wien
. Workshops an Schulen u.a. zu Afghanistan, Australien, Jemen,
Islam
Daran
schließt auch die aktuelle Bildungsoffensive 2004 an, die sich mit afghanischer
Kultur auseinandersetzt und in den Schulworkshops u.a. folgende
Anknüpfungspunkte beinhaltet:
1.
Aufspüren von afghanischen Kulturelementen in unserer Kultur
2.
Kunst und Kultur Afghanistans
3.
Schulpartnerschaft mit einer afghanischen Schule.
„Die angebotene Schulpartnerschaft mit einer afghanischen Schule aufzubauen, ist für die Kinder spannend und verankert die im Workshop gemachten Erfahrungen nachhaltig“, so Andrea Hiller. Die KuKeLe-Workshops eignen sich für alle Schulstufen, wenn erwünscht werden die Klassen auch über einen längeren Zeitraum beim interkulturellen Lernen begleitet. Gemeinsam mit den LehrerInnen wird das Leben in anderen Kulturen gezeigt, gleichzeitig passiert eine sehr konkrete Annäherung: „Bei den Afghanistan-Workshops ist auch ein Native Speaker aus Afghanistan dabei, der mit den Kinder diskutiert“, sagt Helga Hiebl. Dann lautet das Motto wieder: Kulturen? Kennen Lernen!
Jürgen Plank