Leonberger Gedicht

Ein Leonberger, der hat’s schwer !

 

Mit Mutter und Geschwister viel,

trieb ich zehn Wochen munt’res Spiel.

Manchmal da kamen Leute her,

denen gefielen wir gar sehr.

Sie sprachen viel und grapschten noch viel mehr

Ein Leonberger, der hat’s schwer.

 

Doch was wir damals furchtbar fanden

das führte bald zu engen Banden.

Erst stellte man uns nochmals vor,

dann zwickte man uns noch ins Ohr.

Und dann, dann nahm uns „irgendwer“,

ein Leonberger, der hat’s schwer.


In einen Käfig ward ich dann gesperrt,

ich wusste nicht, dass der auch fährt.

Erst hab’ ich ganz dumm dreingeblickt,

dann aber bin ich eingenickt.

Man brachte mich auch in ein Haus,

da sah es so ganz anders aus.

Da war ein Frauchen, Kind und Mann,

die alle ich bald lieb gewann.

Nur schlimm war’s, zeigte man mich her,

ein Leonberger, der hat’s schwer.

 

Bald war’s vorbei mit „Gassi“ im Garten,

ich musste bis zum Park hin warten.

Dort war manch ein „Kollege“ sehr gemein.

Ich war ein Baby noch, wenn auch nicht klein,

so mancher wedelte mich freundlich an,

doch viele spielten „wilder Mann“.

Manchmal, da fürchtete ich mich sehr,

ein Leonberger, der hat’s schwer.

 

Ein jeder glaubt, ich brauch’ viel Platz,

das stimmt gar nicht, bin groß und doch ein Spatz.

Ich schlaf’ sehr viel, bin auch nicht laut,

nur klopft mal wer, dann spring’ ich rauf.

Das macht bei Freunden sich nicht gut,

bei Fremden aber zeigt es Mut.

Ich plag’ mich rauszufinden „Wer ist wer?“,

ein Leonberger, der hat’s schwer.

 

Nun bin ich schon ein ganzes Jahr,

viel größer als ich’s jemals war.

Ich liebe Kleingetier und Kinder,

und auch die Nachbarn gar nicht minder.

Ich schütze „alle“, bin sehr schnell,

auch wenn ich ganz, ganz selten bell’,

und jeder, der mich kennt, der mag mich sehr.

 


Ein Leonberger hat’s nicht schwer   !