Freitag, 10. August 2007. Bei einigermaßen angenehmen Wetter fuhren wir wieder einmal zu fünft zu einem Blackmore´s Night-Konzert. Diesmal im wunderschönen Bayern in Burghausen. Michi und ich kannten den Weg dahin ja schon, weil wir Ende Juni direkt im Ort bei der Touristeninfo die Karten geholt hatten.
Die Wettervorhersagen waren leider nicht so günstig - Regen und nur 13-17° C. Uns war alles Recht, solange wir nicht wieder ein Konzert bei strömenden Regen erleben müßten.
Als wir in Burghausen ankamen, strahlte die Sonne vom Himmel und es war ganz gegen die Erwartungen sehr warm. Ab und an zogen dunkle Wolken über den Himmel, die ich hoffte vertreiben zu können. Schien mir auch zu gelingen. Da es nur noch zwei Stunden bis zum Einlaß war, wollte ich mich gleich umziehen. Doch der Rest der Gruppe war dagegen. Peter hatte wie immer Hunger *ggg* und so zogen wir los, um eventuell ein Café oder etwas in der Art zu finden.
Wir liefen die gesamte Burg ab, was schon an sich ein Hammer war, weil Burghausen als die längste Burg Europa gilt (1043 m). Ich konnte wunderbare Fotos machen und ich muß sagen, auch ohne BN ist diese Burg auf jeden Fall einen Besuch wert.
Im letzten Zipfel - übrigens war dies der Waffenplatz, auf dem das Konzert stattfinden sollte - fanden wir tatsächlich ein Lokal und auf dem Weg dahin trafen wir alte Bekannte, so Carla und Heiko. Im Lokal selbst stießen wir auf Alex. Da es nun nur noch eine Stunde bis zum Beginn war, drängte ich darauf, daß wir zum Parkplatz zurückkehren sollten, um sich umzuziehen. Also marschierten Elena, Michi und ich wieder zurück zum Auto.
Direkt am Parkplatz war auch das einzige auffindbare WC (ich vermute mal, daß es im Lokal natürlich auch eines gibt!), welches ich aber diesmal nicht zum Umkleiden brauchte, da ich meine Bluse schon anhatte und ich die kurze Hose unter dem Kleid anbehielt. Wer weiß schon, was das Wetter diesmal für uns zu bieten hatte!

Umgezogen machten wir uns dann wieder auf den langen Weg zum Waffenplatz...
Doch soweit kamen wir nicht mehr! Der Kontrollpunkt, welcher zuerst direkt hinter dem Lokal und damit direkt vor den ersten Sitzreihen war, wurde nach hinten verlegt und wir konnten gerade einmal die Brücke betreten. Doch da wurden wir schon von der Security aufgehalten.
Elena bekam ein wenig die Panik, weil Christian ihre Eintrittskarte hatte. Doch Christian wartete auf der Brücke schon auf uns.
Doch wir konnten nicht mehr zu den anderen zurückkehren...


Der Security war ein wenig nervös, weil "ein Auto käme" und wir deshalb die Brücke räumen sollten. Die meisten machten dies widerwillig, doch letztlich blieb uns nichts anderes übrig!
Soweit es ging, gingen wir nach hinten. Schlußendlich standen wir aber an - und dabei immer noch auf der Brücke. So konnten wir direkt miterleben, wie Ritchie und Candice an uns vorbeirauschten.
Doch wie peinlich wirkte es, als Ritchie so tat, als hätte er etwas verloren... oder was auch immer. Jedenfalls krabbelte er mehr oder weniger am Boden herum. Candice winkte hinter den schnell vorgehängten Tüchern vor den Fenstern heraus und freute sich sichtlich. Scheinbar ist sie nach wie vor die Einzige, die den Kontakt zum Publikum nicht scheut. Na ja, nicht ganz wahr! Die Sister of Moon sind auch nicht kontaktscheu, doch die waren ganz offensichtlich schon hinter der Bühne.

Sobald das Auto an uns vorbei war, drängte alles zurück zum Tor! Wir standen überdacht unter bzw. im Georgstor. Und das, man glaubt es kaum, beinahe zwei Stunden.
Einlaß wäre, laut Eintrittskarte, 17:30 gewesen. Tja... was soll ich sagen? Wir wurden nicht eingelassen. Die Security entschuldigte dies mit der Aussage "Es gibt technische Probleme". HÄÄÄÄÄ???? Welcher Art denn?
Immerhin hörten wir gegen 19 Uhr Ritchie seinen Soundcheck machen. Hatte der gute Herr etwa verschlafen? Und wir mußten nun darunter leiden, oder wie? Ärgerlich... seine Zicken werden immer ausgeprägter und wir schworen uns - wieder einmal - das wir so einen Affenzirkus nicht mehr mitmachen würden. Aber wovon rede ich denn da? Wir werden es ja wohl wieder auf uns nehmen, weil - wenn er gut drauf ist - er wie ein Gott spielen kann und Candice mit ihrer Stimme magisch arbeitet! *seufz*

Fauxpas gab es jede Menge: So wurde einer hochschwangeren Frau offenbar übel, denn sie kippte einfach um. Es dauerte eine Ewigkeit bis die Security bei der Rettung (durch das Gewühle über die Brücke zurück bis zum Rettungswagen) und mit der Mannschaft wieder zurück war. Die Männer selbst hatten eine Kiste Getränke auf der Seite stehen, derer sie sich kräftig bedienten, während wir - das immerhin zahlende Publikum - keinen Schluck bekamen, denn das Lokal war hinter der Absperrung. Sehr clever!!!!
Die Menge wurde immer ungehaltener. Pfiffe wurden laut, heftige Ansagen (die ich durchaus verstehen kann) drangen nach vorne und der Gipfel war, daß einer der Security ein gelbes Täfelchen hochhob, welches - außer diejenigen, die ganz vorne standen - niemand lesen konnte. Ich konnte gerade mal zweimal NICHT erkennen und das auch nur, weil es riesig geschrieben war.

Endlich so gegen 19:15 wurden die "Tore" geöffnet und wir konnten hinein. Wie immer wurden Taschenkontrollen durchgeführt und leider mußte ich meinen Fotoapparat abgeben. Abgesehen davon, daß ich so und so wieder nicht fotografiert hätte - Pech wie ich in solchen Dingen habe, hätte man mich erwischt und das riskiere ich einfach nicht. Wie auch immer! Ich hoffte nur noch,daß ich ihn anschließend wieder zurückbekommen würde.
Abgesehen von Fotoapparaten wurden auch - wie immer - Flaschen und Schirme abgenommen. Der Witz daran war allerdings, als Michi uns Getränke besorgte, kam er mit zwei Glasflaschen zurück! Ich war perplex!!!!

Das Wetter ließ leider auch nach! Die Wolken wurden immer mehr, doch zum Glück fiel kein einziger Tropfen und das während des gesamten Konzertes nicht!

Die Vorgruppe "Gothien" war wieder am Plan und brachte die Menge in Stimmung. Diese uns noch in Ljubljana unbekannte Band schien sich bereits herumgesprochen zu haben, denn sie wurden mit viel Applaus empfangen und nach jedem Lied auch damit belohnt!
Leider spielte eines der Holzblasinstrumente nicht ganz mit. Die feuchte Witterung schien dem Instrument übel mitzuspielen und gab desöfteren nicht die richtigen Töne von sich. Eines der Mädels entschuldigte sich auch dafür und erklärte, daß die Instrumente alle Replikas wären und diese manchmal ein lustiges Eigenleben entwickeln würden.
Nach knappen 40 Minuten gaben sie die Bühne für Blackmore´s Night frei...

Wie auf dieser Tour üblich betrat als erster David, der Keyboarder, die Bühne und spielte übergehend ins Intro ein kleines Solo. Anschließend kamen knapp hintereinander Ritchie und Candice und beide wurden mit überschäumenden Applaus begrüßt.
Die Band schien überaus gut drauf zu sein und Ritchie ließ Candice zweimal heftig einfahren... *schmunzel*
Sie erzählte uns davon, daß World of stone eine Anregung der Geyers wäre und schien damit die Ankündigung für das nächste Lied zu machen, als ihr Ritchie einen Strich durch Rechnung machte und Durch den Wald zum Bach-Haus einfach vorzog. Candice nahm dies natürlich nicht krumm und sprach lachend zum Publikum, daß sie alles, was sie eben gesagt hätte, vergessen sollten.
Als sie wieder World of stone ansagte, wand sie sich zuerst lachend an Ritchie. Doch dieser ließ sie diesmal gewähren. Das Konzert war also trotz all dem Ärger davor einfach nur superb und ich könnte nicht sagen, welches jemals das Beste war, welches ich bislang sehen durfte. Es liegt auf jeden Fall unter den Top 5!

Es wurden auch Lieder zum Besten gegeben, die man schon seit einiger Zeit nicht mehr gehört hatte.
Hier also die Setlist:

Intro
Key Intro
Cartouche
Play Minstrel play
Under a violet moon
Soldier of fortune
Durch den Wald zum Bach-Haus
World of stone
Mondtanz
Ein kleiner Jägermeister - Diamonds and rust
Key Solo
Ariel
All for one
Minstrel hall
Home again inklusive Drinking song
Temple of the king
Where are we going from here
Renaissance faire
I still remember
Hurdy Gurdy Intro - The clock ticks on

Zugabe:
Wind in the willows
The old village lanterne
The times they are a changing
Lili Marleen (mit deutschen Text von einer Dame aus dem Publikum)
Ritchies Interlude
First of may
Midwinter´s night
Dandelion wine
Old Mill Inn
Outro

Nach dem Konzert saßen wir noch ein bißchen auf unseren Plätzen und zu meinem überschäumenden Glück kam Candice noch einmal auf die Bühne, um Hände zu schütteln und auch Autogramme zu geben. Schnell packte ich mein Bild aus, welches wir voriges Jahr für die Promotion für Winter Carols bekommen hatten und stürmte nach vorne.
Ich konnte es einfach nicht fassen, daß sie tatsächlich das Bild unterschrieb. Ich war im siebten Himmel!
Christian, der Glückspilz, bekam als einziger ein Autogramm auf eine LP von Ritchie und konnte sogar noch ein Plektron ergattern. Welch ein Abschluß für diesen Abend...


Wer mehr über die Burg selbst erfahren möchte, hier noch Links, die ich ganz interessant fand:
Projekt
Burghausen


zurück