Am 18. Juni 2006 besuchten wir den "Garten der Religionen" und streunten ein wenig in Stift Altenburg herum. Ein wundervolles Benediktinerkloster, welches (noch nicht vollständig) neu restauriert wurde.

Der "Garten der Religionen" war unser hauptsächliches Ziel und da es diesen erst seit sehr kurzer Zeit gibt (Pfingsten 2006), sind auch die Pflanzen noch recht jung, klein und gar nicht schattenspendend, was bei dieser brütenden Hitze ein kleines Problem war!
Das gesamte Areal umfasst ca. 3 ha und wurde in fünf "Religionen" unterteilt.
  1. Buddhismus
  2. Hinduismus
  3. Judentum
  4. Islam
  5. Christentum

Gestartet wird in der Orangerie, wo man den Eintritt zahlt und der wohl der neuerste Bau, da sehr modern gestaltet, von allem sein dürfte!
Gleich anschliessend ist das Salettl (erbaut 1760), in dem in einer Pyramide aus Gold- und Stacheldrähte umwunden alle Religionen dieser Welt kurz vorgestellt werden. Beachtlich anzusehen, wobei die Golddrähte die Verbindung zwischen den Religionen darstellen soll, während der Stacheldraht eher die Trennung und oft auch das Verbot zum Ausüben "seiner" Religion bedeutet. Laut Beschreibung steht das Salettl für das letzte erhoffte Ziel jeder Religion.
Vor diesem Salettl steht ein imposanter Glasbrunnen, welcher mich extrem angesprochen hatte. Und davor ein Schild mit der Erläuterung dessen und die Bedeutung der einzelnen "Wasser-Stationen" in den jeweiligen Gärten.

Links vom Salettl aus gesehen, liegt der Garten des Hinduismus. Mittendrin ein kleiner Teich, eingebettet in ein Kiesbett und ein Steg direkt zu den Teich führend. Rund herum stehen fünf kleine Sitzgelegenheiten, die die fünf Weisheiten des Hinduismus darstellen sollen.

Direkt dahinter, immer noch auf der linken Seite des Salettls, liegt der Garten des Buddhismus. Ein kleiner Irrgarten führt in die Mitte, wo hier auf dem Boden mit zwei verschiedenen farbigen Kiessorten das Symbol Yin und Yang gelegt worden ist.
Der Irrgarten ist in drei "Wege" angelegt, die den Weg des Buddhismus darstellen. Der vierte Weg, außerhalb dieses Kreises, wird als der "Versuch der westlichen Welt bezeichnet" (Sackgasse), die das Ziel des Buddhismus begreifen bzw. erlernen wollen und doch nie das begreifen werden, was den Buddhismus ausmacht. (So oder so ähnlich lautete die Beschreibung auf der Tafel!).

Gegenüberliegend dem Buddhismus, liegt der Garten des Judentums. Ein mich sehr stark ansprechender Garten, da hier riesige Wurzeln des Olivenbaums liegen (das liegt wohl an meiner Naturverbundenheit). Der Weg in die Mitte, zu einem weiteren Brunnen, bezeichnet den Weg des Abrahams. Rechts, über ein Kiesbett geführt, bringt ein weiterer Weg Interessierte zum Islam.
Ein kleines Olivenbäumchen, eingepflanzt in einen Holztrog, zeigt wundervolle "Gesichter"!

Der Garten des Islams hat ebenfalls einen kleinen Teich. Mehrere Wege führen an diesen heran, ebenso an den, aus Holz ausgestatteten, Kreis, der den Ramadan darstellen soll.

Ganz dahinter, auf einen kleinen "Berg" gelegen, liegt das Christentum. Ein, in Stufen angelegter, Wasserfall führt direkt zu einer Kreuzungsdarstellung. Links und rechts windet sich ein steiler Weg hinauf.
Wenn man, wie ich, der Meinung ist, daß es dahinter wieder hinunter geht, wird man enttäuscht...
Der steile Weg stellt den Weg des christlichen Glaubens bis zur "Erleuchtung" dar - mehr nicht! ;)

Bevor man zu dem großen Teich kommt, gibt es noch ein kleines "Gärtchen" für die "Naturreligionen". Ein Baumkreis, bestehend aus 12 Bäumen, säumt einen Kreis, der vier Zugänge hat - die vier Elemente oder auch Himmelsrichtungen darstellend. Inmitten dieses Kreises harrt ein Holzstoff regelrecht darauf, daß man ihn anzündet! Was üblicherweise zur Sommersonnwende auch getan wird.
Rund um diesens Kreis sind wundervolle Beete voller Heilpflanzen, Kräuter, Blumen und kleinere Sträucher. Ganz genau meine Richtung! *lächel*

Hinter all diesen Gärten liegt ein wundervoller grosser Teich, mit einem "Kneipp-Steg"! Libellen schwirren hier ausgiebigst herum. Gegenüberliegend dem riesigen Steg plätschert ein kleiner Wasserfall in den Teich hinein. Ein Ort der absoluten Ruhe und Eintracht (wenn nicht gerade zuviele Besucher sind)!
Hinter diesem Teich gibt es den einzigen Schattenplatz. Etwas erhöht ist eine Bank, auf der man die gesamte Ausstellung herrlich überblicken kann...
Hier steht eine Tafel, die mich sehr bewegt hat und die einen Satz von Mutter Theresa zeigt:

Ich brachte niemals jemanden dazu,
mit Druck Christ zu werden.
Wenn ein Hindu oder ein Muslim stirbt,
helfe ich ihn einfach, zu Gott zu beten,
zu seinem Gott.
Ich spreche meine Gebete.
Er die seinen.


Im Allgemeinen sind sehr viele so "weise" Sprüche in der gesamten Anlage verteilt. Manche aus der Bibel, manche von weisen Menschen wie Laotse und anderen. Auf jeden Fall immer sehr interessant zu lesen - und manchmal auch zum Schmunzeln!

Geht man all die Wege zurück, findet man noch "Des Abtes Apfelbaum-Raum". Aber ehrlich, ich fand keinen einzigen Apfel. *g* Es sind aber schön angelegte, geradlinige Wege, die hauptsächlich mit Bibelzitaten aus dem Neuen Testament gepflastert sind!

Ausserhalb der "Garten der Religionen" ist ein wundervoller Kinderspielplatz zu finden. Hier wurde ein, auf der Erde befindliches, "Baumhaus" gebaut. Aus Weidenzweigen, die man miteinander verband, wurden Gänge und "Räume" gebaut. Einfach traumhaft und ich konnte nicht widerstehen, da nur davor stehen zu bleiben...

Durch die Kirschen-Allee, die mir mal wieder vor Augen führte, wie egoistisch manche Menschen einfach sind, indem sie, weil sie Kirschen essen wollten, einfach die Zweige abgebrochen haben, geht man direkt auf das Stift Altenburg zu.


Weiterführender Link: Stift Altenburg





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