Berwartstein - oder die Burg des Hans Trapp!



Wieder einmal durften wir das schöne (burgenreiche) Deutschland besuchen und da unsere Freunde Caro und Klaus wußten, daß wir gerne Burgen besichtigen (was wir leider schon länger nicht mehr gemacht haben und wo ich hoffe, daß uns das schöner werdende Wetter wieder dazu animiert), planten sie mit uns zu Berwartstein zu fahren.
Leider war das Wetter nicht gerade für eine Besichtigung angetan, denn es war nebelig, kalt und es nieselte. Doch das hielt uns - zum Glück - nicht ab.
Die Burg fiel zunächst einmal damit auf, daß sie aus rotem Sandstein und aus dem Felsen heraus gebaut wurde. Sandstein ist halt leider ein sehr weicher Stein und von daher sieht man auch überall ein wenig den Verfall des Gemäuers (aber noch lange nicht so stark wie bei der Sphinx *ggg*).
Die Burg wurde zunächst einmal außen von uns erkundet und weckte Staunen und Hochachtung bezüglich der Bauweise, denn lediglich zusätzliche Wände wurden gemauert und der Rest wurde doch tatsächlich wirklich aus dem Felsen gehauen. Später, bei der Führung, erfuhren wir, daß die Burg absolut in Privatbesitz ist und von dieser Familie (Fam. Wadles) als einzige in der Pfalz wieder aufgebaut wurde und Teil des Wasgaus ist.

Da es - wie schon erwähnt - ziemlich kalt war (es lag doch tatsächlich Schnee!!!), begaben wir uns zunächst einmal in den Rittersaal, der heute eine Gaststätte ist und "Flamkuche" heißt. Dort lernte ich die Pfälzer Spezialität "Elsässer Flamkuchen" kennen und war erstaunt, wie so ein "dünnes" Küchlein ausgiebig sein kann, der beinahe pizzagroß auf einem dünnen Holzbrettchen serviert wurde.
Mein Göttergatte bestellte sich Leberknödel auf Sauerkraut und war ebenso entzückt, wie man kulinarisch etwas "verändern" kann, da wir die Leberknödel in Österreich ja nur als Suppeneinlage kennen.
Nachdem wir gegessen und sich aufgewärmt hatten, stiegen wir die Treppen nach oben zur Burgführung. Der Eintritt mit 4,- Euro pro Person ist angenehm niedrig gehalten und ist jeden Cent wert. Unser Führer erzählte lustig und auch sehr kindergerecht die Geschichte der Burg und vorallem von Hans Trapp, der auch heute noch als Kinderschreck in der Pfalz bekannt ist. Er und "die weiße Frau" (die Lieselotte von der Pfalz) sollen auch heute da noch geistern und damit präsent sein. Leider konnten wir weder den berühmt-berüchtigten Raubritter noch die arme Frau antreffen, außer dem Führer, der sich am Ende der Führung als dieser outete. ;)

Besonderheiten an dieser Burg:

Abschließend saßen wir dann erneut im Rittersaal, der uns nicht nur Wärme bot, sondern auch Souvenirs, Postkarten (die übrigens wunderschön gestaltet sind) und - für solche Dinge - sehr billig sind. Die Gastfreundschaft, die uns von den Deutschen immer wieder beschert wird, wurde auch hier sehr großgeschrieben und man fühlt sich rundherum wohl unter dem Kreuzgewölbe des Rittersaals, der an den Wänden wundervolle Malereien über das Leben von Hans Trapp zeigt und - wie mir schien - eine echte geschnitzte Holzkiste aus dem Mittelalter voller Spielsachen für Kinder bereithielt.


Weiterführende Links:
Homepage Berwartstein
Wikipedia
Trotha
Berwartstein



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