Mondsehnsucht

Der große Mond steht über mir,
bleich, voll und rund,
Gefühle steigen hoch in mir,
mein Herz klopft so wund!

Wie wird mir bloß?
Ein Grummeln im Magen,
Hitze wallt empor,
kann´s garnicht sagen!

Feuer in den Augen,
Lippen wölben sich,
die Sinne verschärft,
schnell, rette Dich!!!

Hab ich mich erst verwandelt,
gibt es kein Entkommen,
das Tier erwacht,
menschliches ist genommen.

Ohren gespitzt und lauschend,
Pranken dort, wo vorher Finger,
ist die Verwandlung komplett,
hol´ ich mir Männer und junge Dinger.

Rette sich, wer kann,
die Werwölfin ist hier ...
wer laufen kann, der tut es,
wer nicht, gehört dann mir!

Jedoch ....

Geht der Mond dann endlich unter,
ist der Spuk auch vorbei,
ich bin wieder Mensch,
mein Geist ist wieder frei.

Vorbei ist der böse Traum,
statt gefletschtes Gebiss,
ein Mund, klein und rot,
sich des Kusses gewiss.

Statt glühend rote Augen,
funkelnd wie Rubinsteine,
leuchten braune Dir entgegen,
dies sind wahrhaftig meine!

Hab wieder zarte Finger,
keine Krallen mehr,
schenken Dir Zärtlichkeit
und wildes Begehr´ !

Vier Wochen lang herrscht Ruhe,
bis dann der Vollmond wieder scheint,
die Verwandlung beginnt von neuem
und mein Verstand, der weint...


(Copyright by Lightdancer)