Reaktionen


FPÖ:

Sehr geehrter Herr PT Schön!

recht herzlichen Dank für Ihr dokumentiertes Interesse am parlamentarischen Geschehen und zum Gesetzwerdungsprozeß des UG 2002.
Ihre Anregungen wurden zu einem  Großteil bereits im parl. Gesetzwerdungsprozeß berücksichtigt, bitte siehe Anlage.
Anzumerken sei jedoch:
der gemeinsame Übertrittszeitpunkt  der Kunstuniversitäten  wie der der wissenschaftlichen Universitäten erscheint derlei unumstößlich um die bessere Planbarkeit  auf die Budgets im Interesse der Universitäten garantieren zu können.
Gerade diese Regierung die Sie so kritisieren wollen, hat mehr Budegt denn je in dieser Republik für die Universitäten ermöglicht.
1) Universitätsrat ist ein Gremium der Universität, daher nicht politisch in ihm ist auch  der Eigentümervertreter präsent  der immerhin 97% der Mittel stellt.
Die Renumeration der Räte ist frei vereinbar Wir gehen davon aus, daß diese  auf Basis der vergleichbaren Rätestrukturen erfolgt ( diese sind z.B. FHS  rund 10-20.000 ATS per Rat)
Doch welcher Rat wird dies nicht gleich wieder "seiner" Universität rückführen?
Ihr Vergleich mit der EU stimmt leider insofern nicht da die EU eine Zwecksgemeinschaft derzeit ist und in Nationale Gegebenheiten gar nicht eingreifen kann. Angemerkst sei auch, daß die EU nicht 97% der Mittel  von Österreich stellt ....
Die Satzung  wird nicht extern bestimmt sondern von der Universität verabschiedet, neben den kleinen Rahmenbedingungen des Gesetzgebers  ist die Universität frei.
Das UK  kümmerte sich bislang um rein Universitäre Belange, nachdem aber die Universitäten nur ein Teil des tertiären Bildungsbereiches sind mußte ein Rat installiert werden der auch diesen Überblick, national wie international  berücksichtigen muß.
Die Mitbestimmungsrechte sämtlicher Universitätsangehöriger wurde  in  deren Bereichen verfestigt .

Betreffend UG 02
bitte siehe unter www.parlinkom.gv.at
unter parlamentarische Materialien:

Nationalrat
1134 der Beilagen   I. (XXI GP)
1224 d.B Ausschussbericht
1225 d.B  Anträgebericht
Bundesrat
6697/BR d. B.

oder auch unter www.bmbwk.gv.at

MFG

MJ
Büro Abg z NR DR. Martin Graf


ÖVP:

Sehr geehrter Herr Dr. Schön,

Vorab herzlichen Dank für Ihr Schreiben, mit dem Sie sich als Experte in die aktuelle Diskussion zur Universitätsreform eingebracht haben. Wir haben alle Argumente sorgfaltig überprüft und nach langen ausführlichen Diskussionen auf formeller und informeller Ebene stehen wir nunmehr vor dem Abschluss eines großen Reformwerkes: Die österreichischen Universitäten hören auf, abhängige, nachgeordnete Dienststellen des Ministeriums zu sein. Sie sind keine Ministerial-Universitäten mehr, sondern selbstständige Bildungseinrichtungen, die auf der Basis dreijähriger Globalbudgets Leistungsvereinbarungen abschließen und ihre eigenes Personal selbstständig anstellen.
Das Rektorat - ähnlich einem Vorstand -, der Unirat - ähnlich einem Aufsichtsrat - und der Senat - ähnlich einem akademischen Parlament fuhren die Universität auf eine neue effiziente Weise und regeln - auf Basis der österreichischen Bundesverfassung - die universitäre Selbstverwaltung.
Diese Reform ist dringend notwendig, weil sich die Universitäten in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu unübersichtlichen, staatlich-zentralistischen Großbetrieben entwickelt haben, in dem die Gremien immer mehr zunahmen, die Entscheidungen aber immer undurchschaubarer und unnachvollziehbarer wurden. Der Freiheits-Dlusion der 68er-Bewegung entsprach einer Gremien- und ständisch organisierten Gruppenuniversität, die sich vielfach selbst gelähmt hatte - und es war bequem, das Bundesministerium für Wissenschaft dafür verantwortlich zu machen..
Heute gibt es etwa doppelt so viele Studierende und Lehrende wie damals in den 60er Jahren und eine vielfältige Universitätslandschaft, die deshalb auf neue organisatorische Beine gestellt werden muss.
Die gestiegenen und plural gewordenen Leistungsansprüche der Wissensgesellschaft an die Universitäten sowie die Herausforderungen an die Intemationalisierung bzw. Europäisierung von Bildung und Forschung schufen auch in der Bevölkerung das Bewusstsein für eine konsequente Universitätsreform. In ganz Europa einschließlich der nordöstlichen Nachbarstaaten setzten Reformen ein: Im modernen Wettbewerb zählt die kluge Struktur und der europareife Entwurf, nicht die nationale Grenze.
Mit dem vorliegenden Gesetz werden alle, in der Diskussion artikulierten, Vorurteile und Verunsicherungen ausgeräumt. Es ist nunmehr klar, dass die Universitäten die Mehrheit im Universitätsrat stellen und dass im Senat die Höchstqualifizierten die Verantwortung übernehmen, diese aber unterhalb der Senatsebene mit ihren Universitätskolleginnen und Universitätskollegen teilen und die Habilitierten ihre Rechte und Pflichten auch weiterhin voll ausüben können. Zudem sind die Frauenanliegen so gut verankert wie nie zuvor und die Zukunft des allgemeinen Personals ist gesichert. Die A. o. Univ. Professorinnen können auf der Basis von zusätzlichen Mitteln zu ordentlichen Professorinnen/Professoren auf Zeit oder auf Dauer werden. Durch eine bis zu zehnjährige Karenzierung sollen "Mittelbau-Professorlnnen" auch Vertragsprofessorinnen werden können.
Jede Reform lebt wesentlich vom Engagement der Personen. Wenn alle Beteiligten die neuen Chancen, die neue Selbstverwaltung und die Autonomie nützen und den neuen finanziellen Spielraum ausfüllen, können sie unter zeitgemäßen Bedingungen forschen und lehren. Das kommt auch den Studierenden zugute. Alle Rechte und Chancen der Studierenden sind gewahrt und werden teilweise sogar ausgebaut.
Mit dieser Reform werden die Universitäten, auch die Medizin-Universitäten und Universitäten der Künste, auf eine neue zeitgemässe, selbstständige handlungsfähige Basis gestellt.
Ich ersuche Sie, diese Basis zu nützen und am Gelingen der Reform-Arbeit mitzuwirken.
Mit freundlichen Grüßen

Univ. Ass. Dr. Gertrude Brinek Abgeordnete zum Nationalrat


SPÖ:

Sehr geehrter Herr Schön!
Die Überleitungsprobleme an Ihrer Universität habe ich sehr gut mitbekommen
und natürlich bestünde kein Grund, an den Kunstunis insgesamt eine derartige
Eile an den Tag zu legen. Oder vielleicht doch ? Die Regierungsvertreter in
den Räten werden Anfang 2003 bestimmt, also zu einer Zeit, in der VP und FP
sicher noch die Regierung bilden. Ein Jahr später könnte das anders aussehen
und wer will da schon was riskieren.
Die verfassungsrechtlichen Bedenken teilt die SPÖ nach wie vor.
Mit besten Grüssen!
Erwin Niederwieser

Betrifft: Universitätsgesetz 2002

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich möchte mich sehr herzlich für Ihre Stellungnahmen zum Universitätsgesetz
2002 bedanken. Auf Grund der hunderten Mails, die uns zu diesem Thema in den
letzten Wochen erreichten, sehen wir uns allerdings leider nicht mehr in der
Lage auf jede Stellungnahme direkt einzugehen. Es ist mir jedoch wichtig,
ihnen zu versichern, dass ihre Berichte und Anmerkungen für unsere
parlamentarische Arbeit sehr wichtig waren. Wir haben die Kritikpunkte den
Regierungsparteien in den diversen Beratungen zur Kenntnis gebracht und
zuletzt auch im Unterausschuss des Wissenschaftsausschusses noch einmal
thematisiert.

Weder die Argumente der Expertinnen und Experten, noch unsere Argumentation
haben die Regierungsparteien in den entscheidenden Fragen umstimmen können.
Da in der verbleibenden Woche vor der Beschlussfassung im Plenum keine
substanziellen Änderungen mehr zu erwarten sind, wird die SPÖ dieses Gesetz
nicht mitbeschließen. Nach Vorliegen der Endfassung werden wir die
Anfechtung beim Verfassungsgerichtshof genau prüfen.

Falls Sie sich für die Positionen der SPÖ zum Thema Wissenschaft /
Universitäten im Detail interessieren, darf ich Sie auf folgende Homepage
verweisen: http://www.forum-wissenschaft.at

Mit freundlichen Grüßen


NR Mag. Andrea Kuntzl
Bundesgeschäftsführerin der SPÖ

Mag. Dagmar Hemmer
MA. v. BGF Mag. Andrea Kuntzl
1014 Wien, Löwelstr. 18
Phone: +43 (1) 53427/316 oder 0664 413 86 74
Fax: +43 (1) 53427/266
E-Mail: dagmar.hemmer@spoe.at

Sehr geehrter Herr Dr. Schön!

Danke für die übermittelte Stellungnahme. Sie können sicher sein, dass ich
am 11. Juli d.J. als SPÖ-Abgeordnete dieser Regierungsvorlage nicht
zustimmen werde. Zahlreiche kritische Stellungnahmen der Betroffenen und die
vorgebrachte Kritik samt Alternativvorschlag der SPÖ haben die
Regierungsparteien von ihrem eingeschlagenen Kurs nicht abbringen können,
die Unireform nach ihren Vorstellungen zu realisieren.
Ps: das SPÖ-Gegenkonzept zum UG und detaillierte Infos finden Sie auch auf
der Homepage unseres Wissenschaftssprechers Erwin Niederwieser
http://www.forum-wissenschaft.at

mit freundlichen Grüßen
Katharina Pfeffer



Bundesminister für Finanzen a.D.
RUDOLF EDLINGER
Abgeordneter zum Nationalrat
1020 Wien, Obere Donaustraße 19
Tel. 33172/45 Fax 33172/30
Herrn
Dr. Stefan Schön
stv. Vorsitzender des Dienststellenausschusses an der
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Ullmannstraße 59/A/9 1150 Wien
Wien, am 8. Juli 2002
Sehr geehrter Herr Doktor Schön!
Ich danke Ihnen für Ihren Brief vorn 29. Juni 2002. Ich teile grundsätzliche Ihre Kritik an der Bildungspolitik dieser Bundesregierung und damit auch an jenen Maßnahmen, die seitens der Bundesregierung für die österreichischen Universitäten vorgesehen sind. Ohne jetzt im einzelnen auf Ihre detaillierten Vorschläge eingehen zu können - dazu habe ich mich mit dieser Materie zu wenig beschäftigt - möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die SPÖ ein von vielen Experten anerkanntes Konzept vorgelegt hat, das Sie auf der homepage der SPÖ www.spoe.at unter „Positionen" abrufen können.
Da aber die Bundesregierung in allen Fragen von ihrer „Unfehlbarkeit" überzeugt ist, gehe ich davon aus, dass sie auch Ihren Vorschlägen bedauerlicherweise nicht nähertreten wird. Gerade deshalb müsste man in allen Bereichen, vor allem von Seiten der Betroffenen, Kritik an den Maßnahmen der Bundesregierung verstärkt in der Öffentlichkeit vertreten.
Ich wünsche Ihnen sowie Ihren Kolleginnen und Kollegen trotz der unerfreulichen Umstände alles Gute und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Rudolf Edlinger

 


Grüne:

sehr geehrter herr schön!
wir haben alles versucht den kunstuniversitäen zu helfen, sind aber gegen
eine harte mauer der abwehr und des abblockens gestoßen, was - wie die
erfahrung zeigt - bei dieser Regierung wirklich nichts neues ist.
Trotzdem sollten wir nicht aufgeben und daher auch mein dank für ihren
brief!
mit besten grüßen Kurt Grünewald

sehr geehrter herr dr. schön!
leider konnte ich sie heute telephonisch nicht erreichen. ich beziehe mich
auf das schreiben, dass sie in zusammenhang mit der regierungsvorlage zum
UG 2002 an die grünen abgeordneten gerichtet haben. als fachreferentin für
kultur kann ich ihnen versichern, dass besonders ihre bedenken bezüglich
wirtschaftlichen öffnung der kunstuniversitäten auch von der grünen
kulursprecherin dr. eva glawschnig voll geteilt wird.
im übrigen möchte ich ihnen mitteilen, dass anlässlich der enquete, die
unser wissenschaftsprecher dr. kurt grünewald  am 7. juni 2002 veranstaltet
hat (das protokoll schicken wir ihnen auf anfrage gerne zu), gerade die
vertreterinnen der kunstuniversitäten sehr stark präsent waren.
für ein persönliches gespräch stehe ich gerne zur verfügung.
mit freundlichen grüssen
andrea huemer

Dr. Andrea Huemer - Referentin für Kultur - Grüner Klub im Parlament, 1017
Wien - Tel.: 0043-1-40110-6722
http://www.gruene.at/