Dialog

Home

Literaturgattungen

Dialog

Im weitesten Sinne ist Dialog das partnerbezogene Gespräch zwischen zwei oder mehreren Menschen. In der Literatur spielt er vor allem im Drama die beherrschende Rolle. Im modernen Theater wird er sogar selbst zum Thema; der Verlust des Partnerbezugs wird herausgestellt (small talk, scheinbar wirres Reden und Antworten im Theater des Absurden).  Daneben besteht er als eigenständige Gattungsart. Als solche eignet er sich besonders für religiöse, philosophische und politische Themen, die der Erkenntnis oder dem Kampf dienen, und wird in Zeiten geistiger Auseinandersetzungen gepflegt. Es besteht enge Verwandtschaft zum Briefwechsel und zum -> Essay. In Deutschland gibt es verhältnismäßig wenige Beiträge zur Dialog-Literatur. Sie beginnen in der Renaissance mit dem »Ackermann aus Böhmen« von Johann von Saaz und mit Huttens »Gesprächsbüchlein«, der Übersetzung seiner lateinisch geschriebenen zeitkritischen Dialoge (1521). Seit der Romantik kommen ästhetische Themen hinzu, die um 1900 überwiegen (Hofmannsthai). In unserem Jahrhundert erschienen Dialoge von Paul Ernst, Martin Buber, Brecht

Weltbildverlag GmbH, Autorin: Dr. Annemarie van Rinsum, Friedrich Belzner;  ISBN 3-89350-164-9

.