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Fabel |
Der Begriff »Fabel« wird doppelt verwendet: Er ist Name für den Grundplan eines epischen oder dramatischen Werkes oder für eine Dichtungsgattung Die Fabel (als Gattung) hat ihren Ursprung in der Rhetorik, nicht in der Dichtung Als gleichnishafter Einschub diente sie dazu, den Sinn bestimmter Stellen zu
klären oder zu untermalen. Sie löste sich aus der Rhetorik und wurde zu einer selbständigen kurzen Form. Das Erzählte ist meist der Natur, vor allem der Tierwelt entnommen und soll auf menschliche Zustände übertragen werden d h. dass dahinter - wie bei Parabel und Allegorie - eine Bedeutung liegt - durch das Gleichnis entsteht Distanz; diese fördert eine rationale Erkenntnis" denn sie schaltet Emotionen aus. Der Leser urteilt zunächst, ohne sich selbst einzubeziehen; erst später wird ihm der Bezug zum eigenen Verhalten klar und er erkennt die »Moral«. Die Fabel ist also Lehrdichtung; sie kann einen politischen und gesellschaftskritischen Akzent haben. Im Orient, wo der Despotismus eine Verhüllung der Kritik erforderlich machte, ist sie entstanden. Ein phrygischer Sklave, Äsop, soll sie im 6. Jhdt. nach Europa gebracht haben. Auch hier sagte also der sozial Schwächere unter einer Maske die Wahrheit. Höhepunkt und Ende der Fabeldichtung liegt in der Aufklärung; an ihre Stelle tritt im 20. Jh. die »Parabel. Literatur Dithmar, R., Die Fabel- Geschichte, Struktur, Didaktik, Paderbom (Schöningh) "1980. Dithmar, R., Fabeln, Parabeln und Gleichnisse, dtv Bd. 4047. Doderer, K., Fabeln, Formen, Figuren, Lehren, dtv Bd. 4276. Leibfried, E., Fabel, Sammlung Metzler Bd. 66. Weltbildverlag GmbH, Autorin: Dr. Annemarie van Rinsum, Friedrich Belzner; ISBN 3-89350-164-9 |