Geisterhaus

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Übersicht Referate Das Geisterhaus - Isabel Allende

Familienepos aus dem Chile von heute

Die Handlung des Romans zieht sich von den 30er Jahren unseres Jahrhunderts bis in die Gegenwart hin. Im Mittelpunkt stehen zwei Familien der chilenischen Oberschicht, die Truebas und die del Valles.

Esteban Trueba beschließt, in den Goldminen im Norden des Landes sein Glück zu suchen. Er hofft, so schnell wie möglich reich zu werden, um die schöne Rosa del Valle heiraten zu können. Nach Jahren der Einsamkeit, als Esteban endlich die lange gesuchte Goldmine findet, kündigt die hellsichtige Clara einen Todesfall an, der sich schließlich in Rosas Tod bewahrheitet.

Um der verhassten Stadt zu entkommen, begibt er sich auf den herunter gekommenen Gutshof seiner Familie. Obwohl mitten im 20. Jahrhundert, leben die Insassen dort noch immer wie Sklaven.

Clara, die nach Rosas Tod die Lust am Sprechen verloren hat und sich nur noch mit Zeichen verständigt, wird immer exzentrischer. 20 Jahre nach Rosas Tod kündigt sie plötzlich an, bald heiraten zu wollen. Interessanter Weise beschließt genau zur selben Zeit Esteban Trueba, der Hunderte Kilometer entfernt weilt, eine andere Tochter del Valle zu heiraten, um nicht sein ganzes Leben auf dem Gutshof zu versauern. Und da Severo einverstanden ist und Clara sowieso alles im Voraus wusste, wird bald die Verlobung gefeiert. Der inzwischen reich gewordene Esteban beschließt, in der Stadt ein Haus zu bauen, um sich in Zukunft mehr um Spekulationsgeschäfte als um seine Landwirtschaft zu kümmern, die er bei Pedro Garcia dem Jüngeren in guten Händen weiß.

Jaime und Nicolas, die beiden Söhne Estebans setzen sich für linke Parteien ein, und werden deshalb von ihrem Vater verachtet. Blanca bekommt nach einer langen, geheimgehaltenen Beziehung mit Terenco Garcia ein uneheliches Kind von ihm. Rasend vor Zorn attackiert ihn Esteban, der sich als Senator solche Skandale nicht leisten kann, wie er selbst sagt und verletzt ihn schwer. Terenco flüchtet nach Santiago, wo er trotz seiner verkrüppelten Hand zum gefeierten Musiker und Arbeiterführer wird.

Nach Claras Tod wird Senator Trueba zu einem im ganzen Land bekannten Original. Der alte, noch immer hünenhaft große Mann mit silbernem Stock und schwarzem Anzug kämpft verbissen gegen die Kommunisten an. Die Rechtsparteien bestechen im ganzen Land die Lastwagenfahrer, und stürzen so mit Hilfe des Militärs die Regierung. Die Militärjunta wendet sich aber bald von der Demokratie ab und ruft eine Militärregierung aus.

Der politisch machtlos gewordene Senator hat nun ständig Angst "zu sterben wie ein Hund", doch weil er sich vor seinem Tod mit seiner Familie aussöhnt, schläft er im Alter von 85 Jahren in den Armen seiner Nichte ein, um nie wieder aufzuwachen.

Deutungsansatz: In dem endlos erscheinenden Familienepos erzählt Isabel Allende zum Teil ihre eigene Geschichte. Der 1973 gestürzte Präsident war ihr Onkel, und so musste sie, ähnlich wie Blanca und Terenco Garcia aus dem von herrschsüchtigen Militärs regierten Land fliehen. 

Isabel Allende gilt heute als eine der großen literarischen Neuentdeckungen der 80er Jahre. Die 1942 in Chile geborene Journalistin schrieb lange Zeit für diverse regimekritische Zeitungen ehe sie ihr Heimatland nach dem Militärputsch 1973 verlassen musste. Diese Erfahrungen verarbeitete sie in ihrem ersten Roman "Das Geisterhaus", der ihr dann auch gleich internationalen Erfolg und Anerkennung zuteil werden ließ. Ihr Buch führte monatelang die deutschen Bestsellerlisten an und wurde schließlich 1993 verfilmt.