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Groteske |
Das Wort grotesk bezeichnete in der Renaissance ornamentales Rankenwerk, dann auch Bizarres und Verzerrtes im Bild. Mit dieser Bedeutungserweiterung Hand in Hand ging die Aufnahme des Hässlichen in die Kunst als gleichwertigen Gegenstandes neben dem Schönen. Das Groteske ist der Ausdruck einer disharmonischen Welt, einer Welt der Trümmer, Fratzen und Absurditäten. Grotesken in der Literatur können kurze Prosastücke (Kusenberg), Verse (Morgenstern, »Werwolf«) oder Bühnenstücke sein (Dürrenmatt, »Der Besuch der alten Dame«); sie waren beliebt bei den Romantikern (E. T. A. Hoffmann). Unser Jahrhundert hat das Groteske wiederentdeckt; es tritt an die Stelle des Komischen. »Das Groteske ist eine äußerste Stilisierung, ein plötzliches Bildhaftmachen, und gerade darum fähig, Zeitfragen, mehr noch, die Gegenwart aufzunehmen, ohne Tendenz oder Reportage zu sein« (Dürrenmatt). Literatur Kayser, W., Das Groteske in Malerei und Dichtung, rowohlts deutsche enzyklopädie Bd. 107 Weltbildverlag GmbH, Autorin: Dr. Annemarie van Rinsum, Friedrich Belzner; ISBN 3-89350-164-9 |