Happening

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Happening

Das Happening ist das »Theater der Maler«, entstanden unter den Pop-Künstlern Amerikas um 1960 (John Cage, Allan Kaprow) und sehr bald nach Europa übergesprungen. Es bringt »lebendige Collagen«. Entsprechend wichtig sind die Materialien: Papier, Kisten, Dosen, Säcke, Lebensmittel usw. Sie werden bei jeder Aufführung verbraucht. Auch die Personen werden wie Gegenstände behandelt und eingesetzt. Das Publikum wird geärgert, beschimpft, mit Wasser begossen, mit Niespulver traktiert und in unbequeme Situationen gebracht; es soll ihm ein schockierendes Erlebnis vermittelt werden. Obwohl das Happening aus einer Reihe von Aktionen besteht, hat es keine Handlung, keinen Höhepunkt und keinen Abschluss. Eben so wenig gibt es einen Dialog, höchstens einzelne Worte, die immer wieder gestammelt werden. Die Mitwirkenden sind keine Schauspieler. Es ist nicht vorauszusehen, wie lange ein Happening dauert, denn es fehlt ihm der Zeitbegriff. Entsprechend hat es keine Zukunft: man kann es nicht in der gleichen Art wiederholen, in Druck geben oder zu Hause lesen. Obwohl es vorgibt, auch keine Vergangenheit zu haben, liegt die Abkunft von den» Dadaisten (»Expressionismus) klar auf der Hand. Pop-Kunst soll Spontaneität sein; dennoch ist das Happening nicht immer reine Improvisation; es kann geprobt, entwickelt, choreographiert werden. Obwohl es ursprünglich unpolitisch ist, gibt es Verbindungen zur linken Opposition (-* Straßentheater), denn beide wollen Konventionen zerstören. 

Literatur

Sontag, S., Kunst und Antikunst, Rowohlts Paperback Bd. 69.

Weltbildverlag GmbH, Autorin: Dr. Annemarie van Rinsum, Friedrich Belzner; ISBN 3-89350-164-9