| Dokumentation |
John Fitzgerald Kennedy |
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Die
Wurzeln der Kennedy Dynastie liegen in Irland. Im 19. Jahrhundert immigrierten
John Fitzgeralds Urgroßeltern wegen des "Großen Hungers" nach
Amerika. Damals starben in Irland mehr als eine Million Menschen, da fast
die gesamte Kartoffelernte durch einen Schädling zerstört wurde. Die
Kennedys arbeiten hart und bauen sich langsam ein Imperium auf. So ist
Joseph P. Kennedy, John F.´s Vater, mit 25 Jahren der jüngste Bankpräsident
in der Geschichte der USA. Am 7. Oktober heiratet er Rose Fitzgerald, die
Tochter des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Boston und Führerin der
jungen katholischen Generation. Als sie aus den Flitterwochen heimkehrten,
war Rose schon schwanger; neun Kinder sollten es werden, vier Jungen und fünf
Mädchen. Der erste Sohn wurde nach seinem Vater Joseph jr. genannt, der
zweite nach seinem Großvater John Fitzgerald Kennedy, der am 29. Mai 1917
in Brooklyn, Massachusetts geboren wurde. Der Geist der Familie wurde vom Vater geprägt: "Wir wollen keine Verlierer unter uns haben. In dieser Familie wollen wir nur Gewinner!" Joseph
Kennedy war selten zu Hause; Bank- und Börsengeschäfte hielten ihn
wochenlang in New Yorker Hotelsuiten fest, die Jahre 1927 bis 1929
verbrachte er zum großen Teil in Hollywood, wo er die Filmgesellschaft
RKA aufzog und eine Romanze mit der Stummfilmdiva Gloria Swanson hatte. Mit 13 Jahren kam John auf das katholisches Internat Canterbury, ein Jahr später auf das protestantische Elite-Internat Choate. John war von frühester Kindheit schwächlich, litt unter einem angeborenen schwachen Rücken, Allergien, Asthma und immer wiederkehrenden Anfällen einer mysteriösen Krankheit. Während der Präsidentschaft und auch nach seinem Tod wurden die Rückenprobleme als Ergebnis eines Unfalls beim Football heruntergespielt. Erst 1976 konnte nachgewiesen werden, dass John F. Kennedy unter der Addison-Krankheit litt. Die Addison’sche Krankheit ist eine seltene autoimmun Krankheit, charakterisiert durch chronische, Unterfunktion der Nebennierenrinde. Die Nebennieren sitzen auf den Nieren und bestehen aus 2 Teilen - der Rinde und dem Mark. In der Rinde werden die Glucocorticoid Hormone hergestellt. Bei der Unterfunktion der Nebennierenrinde, kommt es zu einer ungenügenden Ausschüttung der Glucocorticoide, welche für den korrekten Verbrauch von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten verantwortlich sind. Die Nebennieren haben auch eine wichtige Rolle in der Regulation der Immunantwort. Ein Mangel an Glucocorticoid Hormonen führt zu einer verminderten Ausschüttung an Kalium und einer erhöhten Ausschüttung an Natrium im Schweiß, im Urin, im Speichel und im Magendarmtrakt. Dies verursacht tiefen Blutdruck und eine erhöhte Wasserexkretion, was zur Austrocknung (Dehydratation) führen kann. Obwohl es viele verschiedene Ursachen für die Addison’sche Krankheit gibt, glaubt man, dass es sich hierbei um eine autoimmun Krankheit handelt. Die Diagnose wird durch die Messung der Hormonwerte im Blut - va. durch die Messung von Kortisol gestellt. Mittels ACTH stimuliert man die Nebennierenrinde, Kortisol herzustellen und misst dann die effektiv hergestellte Menge. Die Behandlung der Addison’schen Krankheit ist die Gabe von Nebennierenrinden Extrakt bzw. die Organotherapie mit Nebennierenrinden Zellen, um die Organfunktion zu normalisieren. Die konventionelle Medizin gibt Kortisol in der notwendigen Dosierung, um einen normalen Kortison Blutwert zu erreichen. Die
bekannteste Persönlichkeit mit der Addison’schen Krankheit war John F.
Kennedy, der nur dank der Gabe von Kortisol eine politische Karriere
machen konnte. Nach
Choate sollte John, wie vor ihm Joseph jr., an der London School of
Economics studieren, musste das Studium aber wegen Krankheit abbrechen,
ebenso wie das Studium an der Universität Princeton, wo er sich gegen die
Familientradition und den Willen des Vaters angemeldet hatte. Schließlich
schrieb sich John doch 1936 in Harvard ein, wo er im ersten Semester
Englisch, Französisch, Geschichte und Volkswirtschaft belegte und in
allen Fächern mit "C" benotet wurde. Mit
21 Jahren erhielt John F., wie alle seine Geschwister, einen Treuhandfonds
von einer Million Dollar von seinem Vater, welcher zu einem der reichsten
Männer von Amerika wurde. Im Dezember 1937 war Joseph P. Kennedy von Präsident
Roosevelt zum Botschafter in Großbritannien ernannt worden. John ließ
sich 1939 von Harvard beurlauben und folgte seinem Vater nach England. Jospeh
P. Kennedys Leben verkörperte den amerikanischen Traum - Bankier, Makler,
Finanzberater. Außerdem hatte er Anteile an großen Betrieben, wie
Coca-Cola, Hertz-Mietwagen. Er soll während der Zeit der Prohibition ein
Vermögen mit der illegalen Einfuhr von Alkohol verdient haben. Sein
Insider-Wissen als Anlageberater benutzte Kennedy, um Riesengewinne an der
New Yorker Börse zu machen - und vor dem "Schwarzen Freitag"
1929 auszusteigen. Präsident
Roosevelt ernannte den prominenten Börsenspekulanten zum Chef der "Securities
and Exchange Commission" (SEC), die Richtlinien für eine effektive
Kontrolle der Börse und zur Verhinderung solcher Praktiken ausarbeiten
sollte, die zum Krach von 1929 geführt hatten. Im Sommer 1939 unternahm Jack eine Reise durch Frankreich, Deutschland, Polen, die baltischen Staaten, Russland, die Türkei und Palästina. Er war in London, als Deutschland Polen überfiel, darum fuhr er nach Harvard zurück und verwertete seine Erfahrungen in einer Abschlussarbeit: Appeasement in München. Er schloss "cum laude" ab. Krock,
ein jüdischer Kolumnist der New York Times half Jack, aus der Abschlussarbeit
ein Buch zu machen. "Why England Slept" erschien im Juli 1940,
nach dem Fall Frankreichs, und wurde ein Bestseller (40.000 Exemplare
wurden verkauft). Zum ersten Mal war Jack Kennedy aus dem Schatten seines
Vaters und seines älteren Bruders herausgetreten. Am 5. November 1940 wurde Roosevelt als erster und letzter Präsident für eine dritte Amtszeit gewählt; am Tag nach der Wahl reichte Botschafter Kennedy seinen Rücktritt ein und gab ein Interview, mit dem er endgültig politischen Selbstmord beging. Das Ende seiner eigenen politischen Karriere bedeutete für Joseph Kennedy, sich nunmehr ganz auf die Karrieren seiner Söhne zu konzentrieren. Er wollte um jeden Preis den Krieg von seinen Nachkommen fernhalten. Die Appeasement-Politik galt zunehmend als schlichte Feigheit vor dem Feind. Sowohl Joe jr. als auch Jack meldeten sich noch vor dem japanischen Angriff auf Pearl Habour, der die USA endgültig in den Krieg hineinriss. Joe wurde Marineflieger, Jack war untauglich. Doch gelang es dem Botschafter durch seine Beziehungen, dem Sohn einen Posten beim Nachrichtendienst der Marine in Washington zu besorgen, wo er ungefährdet und gelangweilt den Krieg hätte aussitzen können. Es kam jedoch anders. Jack wurde aufgrund einer Affäre mit einer dänischen Spionin zunächst als Zivilverteidigungsberater nach South Carolina, dann zur Ausbildung für den aktiven Dienst als Kommandeur eines Torpedo-Bootes versetzt. Am 25. April 1943 übernahm Lieutenant John F. Kennedy auf Tulagi das Kommando über "PT 109". Meistens führte die Besatzung Routine-Arbeiten durch. Jedoch in der Nacht vom 1. auf den 2. August 1943 bekam Kennedys Einheit den Auftrag, vier japanische Zerstörer abzufangen. Fünfzehn PT`s wurden bei dieser Aktion eingesetzt. Im Verlauf dieser Aktion, bei der kein einziges japanisches Schiff beschädigt wurde, wurde PT 109 von dem japanischen Zerstörer "Amagiri" gerammt und in zwei Teile geschnitten. Zwei Männer der Besatzung wurden getötet, die anderen elf retteten sich nach und nach auf ein Wrackteil. Kennedy selbst schleppte eine Maschinisten zum Wrack und half einem weiteren Kameraden. Bei Anbruch der Helligkeit beschloss Kennedy, dass sie das Wrack verlassen und zu einer nahegelegenen Insel schwimmen sollten. Kennedy schleppte wieder den Maschinisten, in dem er ein Band seiner Rettungsjacke zwischen die Zähne klemmte. Lieutenant Arthur Evans entdeckte die Besatzung der PT 109 und rettete sie. An Bord des Schiffes waren zwei Kriegsberichterstatter, die natürlich Kennedys Geschichte sofort in dei New York Times setzten (Auflage: 400.000). Jack wurde bei seiner Rückkehr als Held gefeiert. Auf der Feier zum 55. Geburtstag seines Vaters brachte ein Gast einen Toast auf "Botschafter Joe Kennedy, Vater unseres Helden, unseres eigenen Helden, Lieutenant John F. Kennedy von der U.S. Marine" aus. In
der darauf folgenden Nacht hörte ein Gast, der mit Joe das Zimmer teilte,
wie der älteste Kennedy Sohn im Bett weinte. Am Tag darauf flog Joe nach England.
Er sah seine Familie nie wieder. Wegen
Joes Tod war es für Joseph Kennedy klar, dass nun Jack seine Wünsche
erfüllen musste. So sorgte der Vater dafür, als sein Freund Hearst den
Kriegshelden als Sonderkorrespondent zur Gründungsversammlung der
Vereinten Nationen nach San Francisco schickte. Von
San Francisco schickte Hearst Kennedy nach London, um über die Wahl zum
britischen Unterhaus zu berichten. Als einer der wenigen Beobachter ahnte
Kennedy: Churchill kann die Wahl
verlieren. Von
London aus flog Kennedy nach Potsdam, wo die Siegermächte die
Nachkriegsordnung Europas aushandelten, kehrte aber bald krank nach Hause
zurück. Für Journalismus war ohnehin keine Zeit mehr, da im 11. Bostoner
Wahlbezirk die Neuwahl des Abgeordneten für das Repräsentantenhaus in
Washington anstand. Von seinem Vater wurde eine große Wahlkampagne
gestartet. Alle Register eines Wahlkampfes wurden gezogen. Schließlich
gewann Jack die Wahl mit einem Erdrutschsieg. 1947
zog der 29 jährige Kongressabgeordnete nach Washington, wo er seine
Arbeit nach besten Gewissen erfüllte. Er erhielt einen Sitz im Ausschuss
für Erziehung und Arbeit. Hier konnte sich der Millionär öffentlichkeitswirksam
für Preis- und Mietskontrollen, einen gesetzlichen Mindestlohn, ein
staatliches Gesundheitssystem und ein Programm des sozialen Wohnungsbaus für
Kriegsheimkehrer einsetzen. Kennedy fühlte sich am wohlsten in der Gesellschaft von Südstaaten-Demokraten wie Lyndon B. Johnson oder John Rankin - oder Republikanern wie Richard Nixon und Joseph McCarthy. McCarthy wurde ein enger Freund der Familie Kennedy, obwohl McCarthys Alkoholismus Jack abstieß. Außerdem teilten beide Lust an der Jagd auf hübsche Frauen und waren sich der Kraft der antikommunistischen Stimmung, die sich seit 1946 im Volk breit machte, bewusst. So
veröffentlichte McCarthy 1950 in einer Rede eine Liste, in der er "Dutzende"
von Verrätern im Außenministerium bekannt gab. Dem Senat wurden
McCarthys Handlungen zu explosiv und so wurde er 1954 vom Senat
verurteilt. Der einzige Demokrat, der nicht nur dieser Abstimmung
fernblieb, sondern auch keinen Gebrauch von seinem Recht machte, war John
F. Kennedy. 1947
kam es bei einer Reise nach Europa zum Ausbruch der Addison-Krankheit. Die
Ärzte in London gaben dem Dreißigjährigen noch ein Jahr zu leben, doch
Jack bekam regelmäßig Cortico-Steroide, die in Kapseln implantiert
wurden. So war es ihm möglich, innerhalb bestimmter Grenzen ein normales
Leben zu führen. Das nächste Ziel John Kennedys war der Senat. Im Wesentlichen war der Wahlkampf um die Herzen der viereinhalb Millionen Einwohner von Massachusetts eine Wiederholung des Wahlkampfs von 1946 - nur eben im größerem Maßstab, was für Kennedy einen noch härteren Einsatz bedeutete. Kennedy
siegte mit einer Mehrheit von 70.000 Stimmen vor Lodge. Jetzt galt es,
sich als Senator für Massachusetts zu bewähren. Zu Kennedys
Gesetzesinitiativen in den Jahren 1953 bis 1955 gehörten das
Kennedy-Gesetz zur Fischereiforschung und -marktentwicklung; das
Kennedy-Fischstäbchen-Zollgesetz; sowie Gesetze zugunsten der
Textilindustrie New Englands (Anhebung des Mindestlohns, Senkung der Zölle
auf Einfuhren von Rohwolle), der Schiffbauindustrie (Vergabe von
Regierungsaufträgen), der Uhrenindustrie (Schutzzölle) und des Bostoner
Hafens (Bundeshilfe für die Modernisierung). Jack
war weit gekommen, doch wurde er von seinem Vater zur Heirat gedrängt.
Kennedy jedoch war nicht in der Lage, eine längere Beziehung zu führen.
Ihn interessierte immer nur die Jagd auf Frauen. Doch 1951 traf er
Jacqueline Lee Bouvier bei einem Abendessen. Jacqueline war wie Kennedy
ein Ideenmensch; wie er war sie schlagfertig und an Wörtern und ihrer
Wirkung interessiert; wie er war sie emotional eher unterkühlt, sah die
Welt ironisch und distanziert; wie er war sie fast zwanghaft bemüht, ihr
Erscheinungsbild - ihr "Image" - zu kontrollieren. Am 12.
September 1953 wurden Jack und Jackie auf einem Anwesen eines Freundes
getraut. 1956 erschien Kennedys Buch Profiles in Courage, und es fehlt nicht an Unkenrufen, Kennedy hätte weniger Profil und mehr Courage zeigen sollen. Jedoch wurde er mit dem Buch einer der zwei Dutzend erfolgreichsten Autoren der amerikanischen Geschichte - vier Millionen Exemplare der Taschenbuchausgabe wurden allein in den USA verkauft. Kennedy
war damit einer der bekanntesten Gestalten in der Demokratischen Partei
geworden, und seine Anhänger begannen, Adlai Stevenson zu bedrängen, ihn
auf dem Demokratischen Parteitag 1956 als Kandidaten für die Vizepräsidentschaft
zu nominieren. Stevenson konnte sich dennoch nicht zur Nominierung
Kennedys durchringen und überließ die Wahl den Parteitagsdelegierten. Kennedy
ließ sich jedoch nicht entmutigen und so wurde er bei den Senatswahlen
wieder gewählt. Niemand zweifelte an die Wiederwahl Kennedys, doch seine
Mehrheit von 874.608 Stimmen (73,6%) war eine Sensation - die größte,
die je ein Bewerber um ein politisches Amt in Massachusetts erreicht hat. Am
2. Januar 1960 erklärte Kennedy seine Kandidatur für das Amt des Präsidenten
der Vereinigten Staaten von Amerika. Ein unglaublicher Wahlkampf begann.
Politische Streitgespräche im Fernsehen zwischen Kennedy und Nixon waren
an der Tagesordnung, welche Kennedy immer klar gewann. Wichtiger jedoch
waren die Vorwahlergebnisse, die Kennedy für sich entschied. In Los
Angeles wurde er von 2000 kreischenden Mädchen empfangen, wo der
Parteitag der Demokraten stattfinden sollte. Er wurde mit 806 Stimmen im
ersten Wahlgang für die Präsidentschaft nominiert. Am
8. November wurde Kennedy knapp zum Präsidenten gewählt. Ohne Johnsons
Sieg in Texas und eine knappe Mehrheit in Illinois, wäre Richard Nixon
1960 Präsident geworden. Bei einer Rekordwahlbeteiligung erhielt Kennedy
34.227.096 Stimmen, das heißt weniger als 50 Prozent und um 0,1 Prozent
mehr als Nixon. Am
20. Januar 1961 leistete John Fitzgerald Kennedy auf den Stufen des
Kapitols in Washington dem Amtseid als 35. Präsident der Vereinigten
Staaten. Er war mit 43 Jahren nicht der jüngste, jedoch der jüngste gewählte
Präsident der USA. Alle,
die ihn kannten, bestätigten, dass Kennedy in Krisen auflebte - wach,
entschlossen, ja zuweilen euphorisch wirkte. Krisen waren John F. Kennedys
Lebenselement; und es traf sich, dass sich seine Amtszeit wie die keines
seiner Vorgänger und Nachfolger als eine fast ununterbrochene Folge
existenzieller Krisen darstellte. Doch manchmal hatte es den Anschein, als
seien diese Krisen Ausdruck einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung -
und dies nirgends deutlicher als in der ersten Krise seiner Amtszeit, in
Kuba. 1959
stürzten Fidel Castros bärtige Guerilleros Kubas Diktator Fulgencio
Batista, der 1934 mit Unterstützung Roosevelts die Macht auf der Insel übernommen
und sie zu einem Paradies für amerikanische Investoren, Touristen und
Mafiosi gemacht hatte. Castros Bodenreform und Enteignungen, seine
zunehmende Orientierung an der Sowjetunion brachten ihn bald in Konflikt
mit der Eisenhower-Regierung, die am 13. Januar 1961 die diplomatischen
Beziehungen zu Havanna abbrach. Auch
im amerikanischen Volk machte sich eine Anti-Castro-Hysterie breit und so
wurden tausend Exilkubaner von der Regierung mit Waffen, Schiffen und CIA-Ausbildern
versorgt und in Lagern in Honduras und Nicaragua ausgebildet. Als
Landungsort wurde die Bahia de Cochinos (Schweinbucht) ausgewählt. Am 14.
April schifften sich die 1500 Mann der "Brigade 2506" in Puerto
Caberas (Nicaragua) ein. Militärisch und politisch wurde das kubanische Abenteuer zu einem Fiasko. Am 15. April griffen exilkubanische Piloten in getarnten amerikanischen Maschinen Castros Luftwaffe an. Sie zerstörten jedoch nur fünf von 29 Flugzeugen und alarmierten die Kubaner. Als die Invasionstruppe Kuba erreichte, hatte Castro bereits seine Truppen zusammengezogen. Das
Schiff, auf dem die gesamte Munition sowie ihre Funkausrüstung
transportiert hatte, wurde gleich versenkt. Drei Tage lang kämpften sie
tapfer und ohne Hoffnung am Strand der Schweinebucht gegen eine gewaltige
Übermacht. Da die kubanische Luftwaffe weitgehend intakt geblieben war, wäre
selbst ein Rückzug - geschweige denn ein Sieg - nur möglich gewesen,
wenn Kennedy den Einsatz amerikanischer Maschinen befohlen hätte, wozu
ihn auch CIA und die Militärs drängten. Das allerdings lehnte er ab. Die
Niederlage war bitter - um so bitterer, da die Aktion geradezu symbolhaft
für eines der programmatischen Ziele der Regierung gewesen war.
Mit einem Schlag schien Kennedy sein Prestige in der Welt verloren zu
haben. Jedoch stieg seine Beliebtheit im amerikanischen Volk auf 83
Prozent. Unter
dem gemeinsamen Vorsitz General Maxwell Taylors wurde die "Special
Group for Counterinsurgency" (Sondergruppe zur Aufstandsbekämpfung)
gebildet, die ihrerseits die Operation Manguste initiierte. Das Ziel dieser Operation war es, Kuba zu helfen, das kommunistische Regime zu stürzen. Die Arbeitsgruppe W, die mit der Ausführung dieser Pläne befasst war, hatte einen Jahresetat von 50 Millionen Dollar, beschäftige etwa 400 Staatsbürger der USA und 2.000 kubanische Agenten, besaß Tarnorganisationen und -firmen. Die Arbeitsgruppe W führte einen regelrechten geheimen Krieg gegen Kuba, zu dem das Anzünden von Zuckerrohrfeldern und Sabotage gegen Brücken und Produktionseinrichtungen gehörte. Zu
ihren abenteuerlichen Plänen zählten Versuche, Castro mit einer
vergifteten Zigarre zu töten, ihm ein Enthaarungsmittel einzuflößen
oder per Flugblatt Kopfgelder für Kommunisten anzubieten. Ein Resultat des Fiaskos in der Schweinebucht war eine gesteigerte Skepsis Kennedys gegenüber den Ratschlägen der Militärs, die den Präsidenten im Frühjahr 1961 zu einem Einsatz amerikanischer Truppen in Laos drängten. Dort
hatte der CIA 1959 eine prowestliche Regierung an die Macht gebracht und
damit den neutralistischen ehemaligen Staatschaf Suvanna Phuma in die Arme
der kommunistischen Pathet-Lao-Guerillas getrieben, die nun die Regierung
in Vientiane zu überrechen drohten. Die Situation war verfahren. Kennedy beschloss,
Verhandlungen mit der Sowjetunion über eine Neutralisierung des Landes
aufzunehmen. Zwar bedeutete diese Lösung de facto die Teilung des Landes,
zwar führten Nordvietnam und der CIA dort ihren Stellvertreterkrieg
weiter - aber sie verhinderte, dass Laos zum großen Schlachtfeld des
zweiten Indochina-Krieges wurde. In Vietnam wurde gekämpft. Bei Kennedys Amtsantritt waren 685 amerikanische Militärs (als Berater) in Südvietnam. Als er starb, waren es über 16.000. 1961 wurden vierzehn Amerikaner getötet oder verwundet, 1963 waren es 489. Präsident Kennedy war es, der amerikanische Artillerie, Kampfbomber und Hubschrauber nach Vietnam beorderte; die von ihm ins Leben gerufene Special Group ließ Napalm und Entlaubungsmittel einsetzen. Kennedy
selbst regte die Bildung einer Elite-Einheit zum Einsatz gegen die
Vietcong-Guerillas an und kümmerte sich persönlich um alle Einzelheiten
ihrer Ausrüstung - bis hin zu ihrer Uniform. In Anlehnung an die von
Kennedy bewunderten britischen Kommandos, die in Malaya erfolgreich einen
kommunistischen Guerilla-Krieg erstickt hatten, trugen sie grüne Mützen
und wurden also Green Berets genannt. Der CIA wurde - einen Monat nach der
Schweinebucht - ermächtigt, in Nordvietnam ein Netz von
Widerstandsnestern zu knüpfen. So
geriet Kennedy und damit die USA immer weiter in diesen Konflikt rein. Am
13. August 1961 errichteten Einheiten der Volksarmee und der
Betriebskampfgruppen der DDR eine Mauer entlang der bis dahin offenen
Grenze zum sowjetischen Sektor Berlins. Kennedy konnte jedoch nur politisch
protestieren und mit Westberlin Solidarität zeigen ("Ich bin ein
Berliner"), da ein militärisches Eingreifen wahrscheinlich den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätte. Westdeutsche Politiker hingegen
schrieben Briefe an Kennedy, in denen sie Kennedy aufforderten, etwas zu
unternehmen. Dem amerikanischen Präsidenten waren jedoch die Hände
gebunden. Im
Sommer 1963 unterzeichneten Chruschtschow und Kennedy einen
Atomteststoppvertrag, den ersten konkreten Schritt zur Überwindung des
Kalten Krieges. Dreizehn Tage im Oktober 1962 stand jedoch die Welt am
Rand eines nuklearen Zwischenfalls. Am 16. Oktober 1962 wurde Kennedy mit Fotos konfrontiert, die von einem U2-Spionageflugzeug über Kuba gemacht worden waren und eindeutig zeigten, dass die Sowjetunion auf der Insel Mittelstreckenraketen installierte. So wurde ein Krisenstab unter dem Vorsitz von Robert Kennedy einberufen, der Jack Optionen zur Entscheidung vorlegte. Diese waren: ein Luftangriff auf die Raketenstellungen, eine Invasion Kubas oder eine Seeblockade - eventuell alle drei. Alle Optionen bargen die Gefahr einer massiven sowjetischen Vergeltung. Darum wurden in de ganzen Welt amerikanische Truppen und strategische Bomber in Alarmbereitschaft versetzt, die strategischen Raketen entsichert und startklar gemacht, U-Boote mit Polaris-Raketen in Richtung Sowjetunion in Marsch gesetzt. Besonders
die Militärs favorisierten einen "chirurgischen" Luftangriff.
Kennedy aber entschied sich für die Blockade: 180 Schiffe wurden in die
Karibik geschickt, um sowjetische Schiffe zu durchsuchen und solche mit
Raketen an Bord zurückzuschicken. Gleichzeitig wurde die 1.
Panzerdivision an die Ostküste beordert, um ihre Einschiffung nach Kuba
vorzubereiten. Am
Mittwoch, dem 24. Oktober, näherten sich die ersten sowjetischen Schiffe
dem amerikanischen Blockadering, drehten jedoch ab. Chruschtschow zog die
stationierten Raketen auf Kuba wieder ab und Kennedy konnte sich als Held
feiern lassen. Doch einfach so wäre das nicht möglich gewesen. In
Geheimverhandlungen mit Chruschtschow sicherte er ihm zu, amerikanische
Mittelstreckenraketen in der Türkei und Deutschland zu demontieren. Während
seiner Amtszeit erlässt Kennedy mehrere Reformen. Er setzt sich sehr
gegen die Rassendiskriminierung und für den kleinen Mann im amerikanische
Volk ein. So wird Kennedy zum beliebtesten Präsidenten unter dem Volk. Kennedy
wollte 1964 wieder für die Präsidentschaft kandidieren und so führte er
mehrere Reisen im Land durch. In Dallas sank seine Beliebtheit. Folglich
wurde ein Besuch des Präsidenten angesetzt. Es sollte seine letzte Reise
sein. Am
22. November 1963, um 12 Uhr 30 Ortszeit, fielen binnen sechs Sekunden
drei Schüsse. Der Wagen raste zum Parkland Memorial Hospital, doch dort
angekommen, war der Präsident bereits klinisch tot. Um 13 Uhr wurde John
Fitzgerald Kennedy für tot erklärt. Heute
gibt es für die Ermordung Kennedys mehrere Theorien. Damals wurde die
Theorie des Einzeltäters, Lee Harvey Oswalds, von der Regierung
propagiert. Am 24. November wurde Oswald in der Garage des
Polizeihauptquartiers von Jack Ruby erschossen. Eine Kommission unter
Chief Justice Earl Warren wurde einberufen, um den Mord aufzuklären. Der
850 Seiten starke Warren-Report kam zu dem Schluss, dass Oswald allein den
Präsidenten erschossen hatte. Mehrere
Indizien sprechen jedoch dafür, dass es sich um eine Verschwörung
gehandelt haben muss, an der mehrere Personen beteiligt waren. 1.Mehrere
Personen beobachteten damals, dass nicht nur Schüsse vom 2.Es
sollen mehrere Schüsse abgegeben worden sein (10 oder mehr); 3.Die
Position im Schulbuchlager war für einen Einzeltäter schlecht gewählt,
da ein Baum die Aussicht auf die Straße versperrte; 4.Wie
hätte Oswald drei gezielte Schüsse in nur sechs Sekunden abgeben sollen
und das mit einem schlechten Repetiergewehr und einem kaputten
Zielfernrohr, wenn das nicht einmal die besten FBI-Schützen schafften; 5.Abrahm
Supruder filmte das Kennedy-Attentat zufällig mit. Auf diesem Film sieht
man die genauen Handlungen des Präsidenten: ein
lautes Knallen, Personen am Straßenrand und der Präsident schrecken auf;
der
zweite Schuss trifft Kennedy am Hals;
der
dritte Schuss reißt dem Präsident die halbe Schädeldecke weg und sein
Kopf schnalzt nach hinten und nicht nach vorne, wie es eigentlich bei
einem Schuss von hinten der Fall hätte sein sollen. 6.
Ein
weiterer Schuss, wahrscheinlich ein Querschläger trifft einen Passanten
am Kopf Das
ergibt vier Schüsse, trotzdem wurden im Schulbuchlager damals nur drei
Patronenhülsen gefunden. Somit muss eine einzige Kugel alle Verletzungen
zugerichtet haben, nicht nur an Kennedy, sondern auch an Connally, dem
Gouverneur von Texas, der vor Kennedy saß. Dies ist allerdings unmöglich,
da hier die Kugel mehrmals ihre Richtung ändern hätte müssen. Somit
kommt man zu dem Schluss, dass mehrere Schüsse abgegeben worden sind und
somit auch, dass mehrere Personen beteiligt waren. Wie
auch immer, stellt sich immer noch die Frage, wer sind die Drahtzieher.
Einige behaupten Castro stecke dahinter, die Mafia hätte das Attentat
durchgeführt oder in der amerikanischen Regierung sitzen die Hintermänner,
da Kennedy nicht mehr das machte, was sie wollten.
Autopsiebilder
von John Fitzgerald Kennedy
Das
Bild zeigt die Dealey-Plaza in Dallas, wo John Fitzgerald Kennedy
erschossen wurde. Auf jeden Fall hat die Welt mit dieser abscheulichen Tat einen der größten Männer unserer Zeit verloren. |