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Mythen |
Mythen sind Erzählungen von Göttern, Geistern und Heroen, von Schaffung und Untergang der Welt. Sie beantworten auf einer frühen, einfachen Stufe die Frage des Menschen, woher er selbst, die Welt und die Vorgänge auf ihr kommen. Die Antworten stammen aus einer Sphäre des Wunderbaren und geben ein einheitliches, anschauliches Weltbild. »Stoffe, die das menschliche Fassungsvermögen in jeder Hinsicht an Grauen und Sinnverschlossenheit übersteigen, können nur mit den Mitteln der mythischen Darstellung eingeholt, gestalthaft umrissen und transparent gemacht werden« (Stefan Andres). Geschehnisse, die die Menschen rational nicht fassen, nur leidhaft erleben konnten, wurden zu Mythen (große Überschwemmung = Sintflut). Diese sind gleichzeitig die frühesten Dichtungen. Sie gelten als Urdichtung und faszinieren spätere, rationale Zeiten immer wieder durch ihre Poesie. Dichterische Ausformungen von Mythen sind z. B. die Epen Homers und die Edda, Versuche einer Wiederbelebung der »Ring des Nibelungen« von Wagner oder Thomas Manns Romantetralogie »Joseph und seine Brüder«. Literatur Hoffmann, K. (Hrsg.), Die Wirklichkeit des Mythos, Knaur Taschenbuch Bd. 91 Weltbildverlag GmbH, Autorin: Dr. Annemarie van Rinsum, Friedrich Belzner; ISBN 3-89350-164-9 |