| Philosophiegeschichte |
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Abälard, Peter (1079
Le Pallet 21.4.1142 Chalon-sur-Saone): Theologe und Philosoph, der durch
seine Arbeiten auf dem Gebiet der Erkenntnistheorie und Metaphysik als
Hauptvertreter der Frühscholastik gilt. Im Universalienstreit nahm er
eine vermittelnde Position zwischen Nominalisten und Realisten ein. Adorno, Theodor W. (11
9.1903 Frankfurt/Main-6.8.1969 Visp Schweiz): Philosoph, Soziologe,
Musiktheoretiker und Komponist Mitbegründer der kritischen Theorie der,
Frankfurter Schule, der die moderne Massenkultur als
Verblendungszusammenhang begreift, der die Herrschaft des Menschen über
die äußere und die eigene innere Natur verschleiert. D'Alembert, Jean (16.11.1717
Paris-29.10.1783 ebd.): Mathematiker, Philosoph und Schriftsteller, der
zusammen mit Diderot die „Enzyklopädie", das Lexikon der französischen
Aufklärung, herausgab. Anaxagoras (um
500 v. Chr. Klazomenai-428 v. Chr. Lampsakos): Ionischer
Naturphilosoph, der als erster den Geist oder die Vernunft (Nous) als
Prinzip von allem ansah. Als Grundbausteine des Materiellen sah er kleine
Partikel an, die durch die göttliche Vernunft zur Welt zusammengefügt
werden. Anaximander (um
610 v. Chr. Milet um 546 v. Chr. ebd.): Ionischer Naturphilosoph. Prinzip
von allem ist für Anaximander nicht mehr das Wasser, wie für seinen
Lehrer Thales, sondern das Unbegrenzte (Apeiron), aus dem die Erde durch
eine Wirbelbewegung hervorgegangen ist. Anaximenes (um
585 v. Chr. Milet um 546 v. Chr. ebd.): Ionischer Naturphilosoph.
Für Anaximenes ist das Prinzip von allem die -Luft, die in verschiedenen
Zuständen wie Wind, Wolken, Wasser, Erde, Stein vorliegt. Arendt, Hannah (14.10.1906
Hannover-4.12.1975 New York): Deutsch-amerikanische Philosophie und
Politikwissenschaftlerin, die das Politische als öffentlichen Raum
begreift, innerhalb dessen Kooperation unter Bürgern erst möglich wird.
Diesen Raum sieht sie in der Moderne durch die Ausbreitung der Wirtschaft
in immer weitere Lebensbereiche bedroht. Aristoteles (384 v
Chr. Stageira-322
v. Chr. Chalkis): Philosoph und Universalgelehrter der klassischen Antike.
Sein umfangreiches Werk, in dem er Unterscheidungen und Begriffsprägungen
vornimmt, die unser Denken bis heute formen, wurde zur Grundlage der
abendländischen Philosophie. Augustinus, Aurelius (13.11.354
Tagaste-28.8.430 Hippo): Bischof und Kirchenlehrer, dessen theologisches
Denken von der Bedeutung der kirchlichen Gemeinschaft für den Menschen
geprägt war. Geschichtsphilosophisch denkt er die Zeit nicht mehr wie die
Antike als zyklische Wiederkehr des Gleichen sondern, linear als eine
Abfolge von sechs
heilsgeschichtlichen Stadien bis zum jüngsten Tag. Bergson, Henri (18.10.1859
Paris -4.1.1941 ebd.): Hauptvertreter der Lebensphilosophie in Frankreich,
der das Prinzip der naturwissenschaftlichen Vernunft, das er für starr
und lebensfeindlich hielt, verwarf, um ihm das organische Fließen der
Zeit und den elan vital, den Impuls des Lebens, gegenüber zu stellen. Berkeley, George (12.3.1685
Kilkenny-14.1.1753 Oxford): Vertreter des
englischen Empirismus, der alle Erfahrung auf Sinneseindrücke zurück
führt. Er radikalisiert den Empirismus zu einem Idealismus, der die
Existenz einer bewusstseinsunabhängigen Außenwelt leugnet. Für Berkeley
existiert nur das, was auch wahrgenommen wird. Bloch, Ernst (8.7.1885
Ludwigshafen-4.8.1977 Tübingen): Marxistischer Philosoph, der das
„Prinzip Hoffnung" in den Mittelpunkt seines Denkens stellt. Die
Kategorie des Noch-nicht-Seins beschreibt dabei jene Utopie eines
Weltzustandes, in dem alle in den Menschen und Dingen angelegten Möglichkeiten
vollständig entwickelt sein werden. Bacon, Francis (22.1.1561
London-9.4.1626 Highgate): Begründer des neuzeitlichen Verständnisses
von Wissenschaft, die nach Bacon ihr Wissen empirisch, also durch
Beobachtung, nicht deduktiv, durch Ableitung aus höheren Prinzipien,
gewinnen sollte. Dadurch werde eine Unterwerfung der Natur und eine
friedliche Gesellschaft, die die Bedürfnisse aller befriedigen kann, möglich:
„Wissen ist Macht". Benjamin, Walter (15.7.1892
Berlin-26.9.1940 Port Bou/Spanien); Marxistischer Philosoph und
Kulturkritiker, der die scharfsichtige Analyse ästhetischer Erfahrungen
mit einer tiefen Fortschrittsskepsis verbindet, indem er sich Denkfiguren
der jüdischen Mystik bedient Er nahm sich auf der Flucht vor den
Nationalsozialisten das Leben. Bruno, Giordano (1548
Nola/Neapel-17.2.1600 Rom): Naturphilosoph, der wegen seiner Behauptung,
aus der Unendlichkeit Gottes folge die Unendlichkeit des Universums, auf
dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Camus, Albert (7.11.1913
Mondovi/Algerien-4.1.1960 bei Villeblevin): Französischer Philosoph und
Schriftsteller, der als Vertreter des Existenzialismus die Absurdität der
menschlichen Existenz hervorhebt, die
darin besteht, dass der Mensch immer von Neuem versucht, seiner Existenz
einen Sinn abzugewinnen, auch wenn er weiß, dass dieser Versuch in der
sinnentleerten Welt zum Scheitern verurteilt ist. Carnap, Rudolf (18.5.1891
Wuppertal-14.9.1970 Santa Monica, Cal.): Deutsch-amerikanischer
Sprachphilosoph und Wissenschaftstheoretiker, der als Hauptvertreter des
logischen Positivismus versuchte, die gesamte Erfahrung auf elementare
Beobachtungen zurück zu führen, aus denen sich eine Einheitswissenschaft
aufbauen lässt. Alle anderen philosophischen Probleme erklärt er zu
Scheinproblemen. Davidson, Donald (*
6.3.1917 Springfield, III.): Sprachanalytischer Philosoph, der dem
wechselseitigen Interpretieren sprachlicher Ausdrücke durch die Sprecher
einer Sprache einen zentralen Stellenwert für die Erklärung sprachlicher
Bedeutung gibt. Derrida, Jacques (*15.7.1930 El Biar/Algerien): Hauptvertreter des philosophischen Dekonstruktivismus. Für ihn ist die abendländische Philosophie von einem Phonozentrismus geprägt, einer Bevorzugung des gesprochenen Wortes gegenüber der Schrift. Dies äußert sich in einem Logozentrismus, einer Fixierung auf die Vernunft, die Derrida als Irrweg des Denkens ansieht, das es von innen heraus zu dekonstruieren" gelte. Demokrit (470
v. Chr. Abdera um 380 v Chr.): Hauptvertreter des antiken Atomismus, der
davon ausgeht, dass alles, was ist, aus kleinsten gleichartigen Teilchen
zusammengesetzt ist, die sich in einem stetigen Fall befinden. Durch
Abweichung von der geraden Falllinie kommt es zu Turbulenzen, aus denen
die wahrnehmbaren Gegenstände entstehen. Descartes, Rene (31.3.1596
La Haye-Descartes-11.2.1650 Stockholm): Begründer der neuzeitlichen
rationalistischen Philosophie. Aus dem methodischen Zweifel an der
Existenz der Außenwelt ergibt sich für Descartes die Gewissheit der
eigenen Existenz: „Ich denke, also bin ich". Daneben gibt es die
ausgedehnten Dinge, während Gott als dritte Substanz die Erkennbarkeit
der Außenwelt garantiert. Dewey, John (20.10.1859
Burlington - 1.6.1952 New York): Vertreter des amerikanischen
Pragmatismus, der die Rolle des aktiven Eingreifens in die Wirklichkeit
bei der Gewinnung von Erkenntnis betonte und auch als Theoretiker der
Demokratie und als Bildungsreformer in den USA einen großen Einfluss besaß. Dilthey, Wilhelm (19.11.1833
Biebrich-1.10.1911 Seins/Bozen): Hauptvertreter
der deutschen Lebensphilosophie. Dilthey bemühte sich vor allem um eine
Grundlegung der verstehenden Geisteswissenschaften, die sich für ihn von
den erklärenden Naturwissenschaften dadurch unterscheiden, dass sich der
Geisteswissenschaftler nacherlebend in seinen Gegenstand, nämlich
menschliche Lebensäußerungen, hineinversetzen muss. Duns Scotus, Johannes (um
1265/66 Maxton/Schottland-8.11.1308 Köln):
Scholastischer Philosoph, der versuchte, die Traditionslinien von
Aristoteles und Augustinus zusammenzuführen. Er lehrte, dass dem
Willen, nicht dem Intellekt, die Vorrangstellung vor allem in der Ethik
zukomme. Empedokles (483/82
v. Chr. Agrigent - 430/20 v Chr.): Wanderprediger und Philosoph,
der die vier Elemente, die sich durch Liebe und Hass anziehen und abstoßen,
als Prinzip von allem ansah. Epikur (341
v Chr. Samos-270 v. Chr.
Athen): Begründer des auch als Epikureismus
bezeichneten Spielart des Hedonismus, der das Vermeiden von Schmerzen und
das Erlangen von Lust in den Mittelpunkt der Lehre
vom richtigen Leben stellt. Feuerbach, Ludwig (28.7.1804
Landshut-13.9.1872 Nürnberg): Vertreter des Linkshegelianismus. In der
Auseinandersetzung mit Hegels Philosophie
des absoluten Geistes begreift Feuerbach das Einzelwesen als das einzig
Reale. In seiner Religionskritik entlarvt er Gott als Projektion
menschlicher Wunschvorstellungen. Fichte, Johann Gottlieb (19.5.1762
Rammenau 29.1.1814 Berlin): Begründer
des deutschen Idealismus.
Ausgehend von der Philosophie Kants versucht er die gesamte Wirklichkeit
als Konstruktion des Selbstbewusstseins zu deuten, das sich so auf sich
selbst bezieht dass es sich von sich
unterscheidet, indem es sich erkennt. Diese Unterscheidung von
Erkennendem und Erkannntem begreift er als Handlung, in der sich
das selbstbewusste Subjekt konstituiert. Foucault, Michel (15.10.1926 Poitiers-25.6.1984 Paris): Hauptvertreter des
philosophischen Strukturalismus. Foucault begreift das moderne Subjekt
als Produkt eines anonymen Prozesses, durch den die seit dem 18. Jh.
entstehenden Wissenschaften vom Menschen aus dem menschlichen Geist und Körper
ein Objekt der Beobachtung gemacht haben, das von der Macht moderner
Anstalten wie Irrenhaus und Gefängnis, Fabrik und Schule geformt wird.
Frege, Gottlob (8.11.1848 Wismar
-26.7.1925 Bad Kleinen): Mathematiker und Logiker, der die formale
Logik entwickelte, milderen Hilfe sich
angeben lässt auf welche Weise die Wahrheit von zusammengesetzten
Aussagen von der Wahrheit ihrer Teilaussagen abhängt. Zudem zeigte er,
dass sich Begriffe als mathematische Klassen von Gegenständen darstellen
lassen. Gadamer, Hans-Georg (*
11.2. 1900
Marburg): Vertreter der philosophischen Hermeneutik, der versucht, ein den
geisteswissenschaftlichen Verstehensbegriff als zentrales Element der
Grundverfassung des menschlichen Daseins auszuweisen. Gehlen, Arnold (29.1.1904
Leipzig -30.1.1976 Hamburg): Hauptvertreter der philosophischen
Anthropologie. Gehlen charakterisiert den Menschen als Mangelwesen, das
seine im Vergleich mit anderen Tieren unterlegene natürliche Ausstattung
an Körperkraft, Instinkt und Wahrnehmung dadurch kompensieren muss, dass
es eine Fähigkeit zum überlegten Handeln ausbildet. Habermas, Jürgen (*
18. 6.1929 Düsseldorf): Philosoph und Soziologe, der heute die Tradition
der Frankfurter Schule weiterführt. Dabei versucht er die kritischen
Impulse der marxistischen Gesellschaftstheorie mit dem
Selbstverständnis demokratischer Rechtsstaaten so zu verbinden,
dass sich die legitime Grenze zwischen dem System von Staatsapparat und
Wirtschaft und der kommunikativen Lebenswelt angeben lässt. Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (27.8.1770
Stuttgart-14.11.1831 Berlin): Hauptvertreter des deutschen Idealismus. In seinem System stellt
Hegel das Weltganze als Entfaltung des Geistes dar. Diese
Entfaltung verläuft dialektisch, das heißt jede Manifestation des
Geistes treibt aus sich einen Widerspruch hervor – die Negation der
Manifestation. Der Widerspruch hebt
sich dann so selbst auf, dass die Negation in der neuen, höheren
Manifestation enthalten bleibt und sie dadurch konkreter macht. Heidegger, Martin (26.9.1889
Meßkirch-26.5.1 976 Freiburg): Hauptvertreter
des deutschen Existentialismus. Er charakterisiert die
menschliche Existenz als geworfenen Entwurf, als etwas, das sich in
einer Umwelt vorfindet, die sie sich nicht ausgesucht hat, die sie jedoch auf
eine Ungewisse Zukunft hinüberschreiten muss. In seinem Spätwerk macht
er die abendländische Rationalität für eine Abwesenheit des Seins
verantwortlich. Heraklit (um
550 v. Chr. Ephesos * um 480
v. Chr. ebd.): Vertreter der ionischen Naturphilosophie, der das Feuer als
Prinzip von allem betrachtete. Er richtet sich insbesondere gegen die
eleatische Auffassung, das Sein
sei unbeweglich. Dabei geht er davon aus, dass sich die Wirklichkeit in
einem ständigen Fluss befindet. Hobbes, Thomas (5.4.1588
Westport/Bristol-4.12.1679 Chesterfield): Philosoph
und Staatstheoretiker, der auf der Basis einer materialistischen Erkenntnistheorie
und Anthropologie einen impliziten Gesellschaftsvertrag zur Grundlage der
Legitimität des neuzeitlichen Staates macht, der den Kampf aller gegen
alle verhindern soll. Horkheimer, Max (14.2.1895
Stuttgart-7.7.1973 Nürnberg): Philosoph und Soziologe, der als Leiter des
Frankfurter Instituts für Sozialforschung eine marxistisch inspirierte
kritische Gesellschaftstheorie mit empirischer Sozialforschung verbindet. Hume, David (7.5.1711
Edinburgh * 25.8.1776 ebd.): Vertreter eines extremen
erkenntnistheoretischen Empirismus, der versuchte, alle Erkenntnis auf
unmittelbare Sinneseindrücke (impressions) und deren (begriffliche)
Abbilder (ideas) zurückzuführen. Husserl, Edmund (8.4.1859
Proßnitz-26.4.1938 Freiburg): Begründer der Phänomenologie, der die
Philosophie als exakte Wissenschaft des reinen Bewusstseins neu begründen
wollte und dabei vor allem die Intentionalität oder Gerichtetheit des
Bewusstseins herausstellte. Jaspers, Karl (23.2.1883
Oldenburg-26.2.1969 Basel) Psychiater und Philosoph. Vertreter der
Existenzphilosophie, für den die menschliche Existenz gemeinsam mit dem
„Umgreifenden", das sie umschließt, vor allem in
"Grenzsituationen" von Scheitern, Schuld und Tod erfahrbar wird.
Dagegen realisiert sich in der Kommunikation mit anderen die
menschliche Freiheit am vollkommensten. Kant, Immanuel (22.4.1724
Königsberg-12.2.1804 ebd.): Begründer der modernen, kritischen
Philosophie und Wegbereiter des deutschen Idealismus,
der sich der Grenzen und Möglichkeiten von Metaphysik und Ethik
vergewisserte, indem er die Bedingungen der Möglichkeit von
Erfahrung und Handeln untersuchte. Kierkegaard, Sören (5.5.1813
Kopenhagen-11.11.1855 ebd.): Philosoph und Theologe. Begründer der
Existenzphilosophie, der sich der Verzweiflung und Angst des Menschen
angesichts eines sich verbergenden Gottes in aller
Radikalität aussetzte. Leibniz, Gottfried Wilhelm (1.7.1646
Leipzig-14.11.1716 Hannover): Philosoph
und Universalgelehrter, der mit seiner Monadenlehre der modernen
Naturwissenschaft eine ontologische Basis geben und mit der Lehre von der
prästabilierten Harmonie das Leib-Seele-Problem lösen wollte. Levi-Strauss, Claude (*
28.11.1908 Brüssel): Ethnologe, der den sprachwissenschaftlichen
Strukturalismus in die Sozialwissenschaften einführte, indem er die
Verwandtschaftsbeziehungen primitiver Gesellschaften als sprachanaloge
Struktur auffasste. Levinas, Emmanuel (30.1
2.1905 Kaunas-1 995 Paris): Phänomenologe, der sich vor allem mit einer
Grundlegung der Ethik befasste. Dabei sieht er im Blick des anderen eine
Instanz, die uns zu einer unendlichen Verantwortung verpflichtet. Locke, John (29.8.1632
Wrington/Bristol-28.10.1704 Gates, Essex):
Begründer des englischen Empirismus. Nichts kann im Geist sein,
das nicht durch die Sinne hereingekommen ist. Als politischer Philosoph
machte er Gleichheit,
Freiheit und die Unverletzlichkeit der Person zu den höchsten Gütern,
aus denen er auch eine liberale Wirtschaftsordnung begründete. Lukacs, Georg (13.4.1885
Budapest-4.6.1971 ebd.): Marxistischer Philosoph, der die Rationalisierung
der modernen Gesellschaft als Prozess der Verdinglichung betrachtet, in
dem soziale Verhältnisse zwischen Menschen immer stärker wie Verhältnisse
zu Dingen gesehen werden. Die Verdinglichung hat ihre Ursache in der
Tatsache, dass die Arbeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem zur Ware
wird, die der Arbeiter gegen Lohn verkauft und damit von sich als
lebendigem Wesen abspaltet. Lukrez (um
97 v. Chr.-10.10.55 v Chr.): Dichter und Philosoph, der in
seinem philosophischen Lehrgedicht die Naturphilosophie des
materialistischen Epikureanismus darstellt, nach dem alles nach
Naturgesetzen aus dem Zusammenwirken von Atomen erklärt werden könne.
Dies soll auch eine Lebensführung ermöglichen, die frei ist von Furcht
vor den Göttern oder dem Schicksal. Machiavelli, Niccolo (3.5.1469
Florenz-22.6.1527 ebd.): Begründer der neuzeitlichen politischen
Philosophie. In seinen Werken beschreibt er
Techniken des Machterwerbs und Machterhalts, die zur Gewährleistung
der öffentlichen Ordnung notwendig sind, unabhängig davon, ob die
Regierung legitim ist oder nicht. Marcuse, Herbert (19.7.1898
Berlin - 29.7.1979 Starnberg): Sozialphilosoph und Mitglied der
Frankfurter Schule. Er untersuchte vor allem die psychischen Auswirkungen
des Kapitalismus auf den Menschen und begründete
die Hoffnung auf eine Revolution mit der Erwartung eines Aufstandes
gegen die Triebunterdrückung durch die herrschende Sexualmoral. Mark Aurel (26.4.121
Rom 17.3.180 Wien): Hauptvertreter der stoischen Philosophie und römischer
Kaiser. Die vollständige Unabhängigkeit von äußeren Verhältnissen
soll es dem Stoiker erlauben, einen Zustand der Seelenruhe zu erreichen. Marx, Karl (5.5.1818
Trier - 14.3.1883 London): Als Linkshegelianer begreift Marx die
Weltgeschichte als Fortschritt, der einer dialektischen Logik folgt.
Allerdings ist es nicht die Selbstverwirklichung des Geistes, die sich
dabei abspielt, sondern die Entfaltung der Produktivkräfte. In der
Moderne bildet sich dabei das kapitalistische Produktionsverhältnis
heraus, das Krisentendenzen hervorbringt, die es zur Aufhebung einer
neuen Gesellschaftsformation
treiben. Merleau-Ponty, Maurice (14.3.1908
Rochefort-sur-Mer 3.5.1961 Paris): Französischer
Phänomenologe, der in den verschiedensten menschlichen Lebensvollzügen
die Leibgebundenheit der Vernunft herausarbeitet.
Insbesondere in seiner Phänomenologie der Wahrnehmung zeigt er,
dass die Möglichkeit des
praktischen Eingreifens des Menschen in die Welt seine Wahrnehmung
strukturiert. Mill, John Stuart (20.5.1806
London-8.5.1873 Avignon): Vertreter des englischen Utilitarismus, nach dem
eine Handlungsweise genau dann moralisch gerechtfertigt ist, wenn sie die
Menge des Nutzens in der Welt vergrößert oder die des Schadens
verringert, ganz unabhängig davon, welche Art von Handlungen dafür
erforderlich ist .Mill versuchte, die
Sozialwissenschaften nach dem Vorbild der Newtonschen Physik zu
exakten Wissenschaften zu machen, indem er dafür eine allgemeine Methode
entwickelte. Nietzsche, Friedrich (15.10.1844
Röcken-25.8.1900 Weimar): Nietzsche ist der philosophisch wirkungsmächtigste
Kritiker der Aufklärung. Er zieht die Aufklärung mit dem Argument in
Zweifel, dass die Motive, denen sich die Normen der aufgeklärten
Erkenntnistheorie und Ethik verdanken, letztlich im Ressentiment derer
wurzeln, die nicht stark oder mutig genug sind, die
Herausforderung eines freien Lebens anzunehmen. Nikolaus von Kues (1401
Kues 11.8.1464 Todi):
Mathematiker, Kardinal und Philosoph, der in seinem System die Einheit der
Gegensätze von Gott, Engel, Welt und Mensch zusammenfasst, wobei er
bereits neuzeitliche Vorstellungen
vom Verhältnis zwischen Gott und Mensch formuliert. Denn es gibt kein
klares Wissen von Gott, nur eine gelehrte Unwissenheit. Parmenides (um
51 5 v Chr. Elea - 445 v. Chr. ebd.): Begründer der eleatischen
Seinslehre. Nach Parmenides gibt es überhaupt keine Veränderung in der
Wirklichkeit - alles. was wir dafür halten, ist bloßer
Schein. Das wirkliche Sein hingegen ist eine in sich ruhende Kugel,
die keinerlei Veränderung kennt. Peirce, Charles Sanders (10.9.1
839 Cambridge/ Mass 19.4.1 914 Milford/ Pa.): Physiker und Philosoph. Begründer
des amerikanischen Pragmatismus, der zu zeigen versuchte, dass sprachliche
Zeichen nur in Handlungszusammenhängen eine Bedeutung zugesprochen werden
kann. Peirce ist der Begründer der Konsenstheorie der Wahrheit, nach der
ein Konsens aller möglichen Gesprächspartner unter idealen Bedingungen
mit der Wahrheit gleichzusetzen ist. Platon (428/27
v. Chr. Athen 348/47 v Chr.
ebd.): Begründer des Idealismus in der Philosophie. Nach Platon ist die
Welt, wie wir sie kennen, ein bloßes Abbild der Welt der Ideen. So ist
etwa die Idee des Pferdes das Vorbild für alle realen Pferde, die in der
Welt vorkommen, es überstrahlt sie jedoch an Vollkommenheit. Mit Hilfe
der Sinne ist es jedoch nicht möglich, die Ideen zu schauen. Zu diesem
Zweck ist ein intellektuelles Schauen erforderlich, das sich aus einer
konkreten Anschauung zu deren Idee erhebt. Plotin (um
205- 270 Minturnae): Hauptvertreter des Neuplatonismus.
Plotin entwirft eine Seinshierarchie, an deren Spitze Gott als
reiner Geist oder die platonische Idee des Guten steht. Je tiefer ein
Gegenstand in der Seinshierarchie steht, umso höher ist der Anteil, den
die Materie an ihm hat.
Mit der Seinshierarchie ist auch eine Bewertung verknüpft, nach der der
reine Geist nur gut und die reine Materie nur schlecht ist. Popper, Karl (28.7.1902
Wien 17.9.1994 London): Begründer des kritischen Rationalismus.
Wissenschaftstheoretisch zeigt Popper, dass der wissenschaftliche
Fortschritt nicht als ein Sammeln immer neuer Bestätigungen von
Hypothesen zu begreifen ist, sondern vielmehr als ein Falsifizieren
von Hypothesen. In der politischen Theorie plädiert er für eine offene
Gesellschaft, die nicht die Erreichung
irgend eines Ziels, sondern nur die Freiheit ihrer Bürger anstrebt. Pythagoras (um
570 Samos - um 480 Metapont):
Mathematiker und Philosoph, der
einen Geheimbund von Anhängern um sich scharte, die mit ihm die Zahlen
als das Prinzip von Allem ansahen. Quine, Willard van Orman (* 25.6. 1908
Akron.Oh.): Vertreter der
sprachanalytischen Philosophie, der die Grundannahmen des logischen
Positivismus einer radikalen Kritik unterzieht, indem er die
Kontextabhängigkeit von sprachlichen Bedeutungen und empirischem Wissen nachweist. Rawls, John (*21.2.1
921 Baltimore): Hauptvertreter der politischen Theorie der Gegenwart. Als
Grundprinzipien einer Theorie der Gerechtigkeit, an der sich staatliche
Institutionen messen lassen sollen, sieht er gleiche Freiheit für alle an
und materielle Ungleichheit nur für den Fall, dass die Ungleichheit allen
nützt. Roscelin von Compiegne (um
1045 Compiegne nach 1120 Saint-Martin-de-Tours): Philosoph und Theologe
der im Universalienstreit die nominalistische Position vertrat, dass nur
die Einzeldinge existieren und die Universalien, also die Begriffe, nur
Schall und Rauch sind. Rousseau, Jean-Jacques (28.6.1712
Genf-2.7.1778 Ermenonville): Politischer und Sozialphilosoph, der die
Legitimität der Regierung von einem Gesellschaftsvertrag abhängig macht,
der garantieren soll, dass im Prozess der politischen Willensbildung die
partikulären Interessen einzelner zu einem Gesamtwillen verschmelzen. Russell, Bertrand (18.5.1872
Trelleck 2.2.1970 Plas
Penrhyn/ Wales): Mathematiker und Philosoph. Vertreter der
sprachanalytischen Philosophie, mit deren Hilfe er normalsprachliche Sätze
logisch analysiert. Der breiten Öffentlichkeit ist Russell vor allem als
Pazifist und philosophischer Schriftsteller bekannt. Sartre, Jean-Paul (21.6.1905
Paris -15.4.1980 ebd.): Hauptvertreter des
französischen Existenzialismus. Die menschliche Existenz ist für Sartre
durch ihre radikale Freiheit gekennzeichnet In jedem Augenblick muss der
Mensch sich für oder gegen einen bestimmten Lebensentwurf entscheiden und
die Verantwortung für diese Entscheidung übernehmen. Scheler, Max (22.8.1874
München -19.5.1928 Frankfurt/Main): Phänomenologischer Philosoph und
Soziologe, der dem Formalismus der Kantischen
Ethik eine materiale Wertethik gegenüberstellte und die
philosophische Anthropologie begründete, indem er die Stellung des
Menschen im Kosmos als Stellung zwischen Geist und Leben
charakterisierte. Schelling, Friedrich Wilhelm (27.1.1775
Leonberg-20.8.1854 Bad Ragaz/Schweiz): Vertreter des deutschen Idealismus,
der nach gemeinsamen Anfängen von Hegel getrennte Wege verfolgte. Seine
Systementwürfe gehen davon aus, dass es ein absolutes Ich gibt, das sich
jedoch nicht diskursiv nachweisen, sondern nur in intellektueller
Anschauung erblicken lässt. Ist die ursprüngliche Einheit des absoluten
Ich einmal zerfallen, so ist
es die Aufgabe von Politik und Geschichte, sie
wiederherzustellen. Schopenhauer, Arthur (22.2.1788
Danzig - 21.9.1860 Frankfurt/Main): Schopenhauers Denken ist von
einer zutiefst pessimistischen Grundhaltung geprägt. Der Mensch erkennt
die Welt nur innerhalb seiner Vorstellungen, denen der Wille – ein alles
durchdringende Kraft der Natur - zugrunde liegt. Sokrates (um
470 v. Chr. Athen -399 v.
Chr. ebd.): Begründer der klassischen
griechischen Philosophie. Von Sokrates gibt es keine Schriften, seine
Philosophie lebte in Dialogen, die uns u. a. von seinem Schüler Platon überliefert
wurden. Sokrates war - wie die Sophisten - ein Aufklärer, weil er
argumentative Begründungen für das forderte, was bis dahin einfach
geglaubt worden war. Spinoza, Baruch de (24.11.1632
Amsterdam-21.2.1677 Den Haag): Vertreter
der rationalistischen Philosophie. In Spinozas System gibt es nur
eine Substanz, die mit Gott identisch ist. Alles Existierende,
materielle Gegenstände
wie seelische Gegenstände, bestehen aus dieser Substanz. Thales von Milet (um
625 v Chr. Milet um 547 v. Chr. ebd.): Thales ist
der Begründer der ionischen Naturphilosophie und gilt als erster
Philosoph überhaupt. In Abgrenzung zum vorherrschenden mythischen Weltbild
stellte Thales die Frage nach dem Prinzip, das allem zugrunde liegt. Thomas von Aquin (1225/26
Aquino-7.3.1274 Fossanova): Scholastischer Philosoph und Kirchenlehrer,
der das gesamte philosophische Wissen seiner Zeit in einer „Summe"
zusammenfasste. Dabei verband er die Philosophie des Aristoteles
mit der christlichen Offenbarung zu einem Weltbild, das bis in die
Einzelheiten hinein exakt durchdacht und durchkonstruiert war. Voltaire (21.11.1694
Paris- 30.5.1778 ebd.): Philosoph der französischen Aufklärung. Voltaire
schuf kein im engeren Sinne philosophisches Werk, aber sein Kampf gegen Rückständigkeit
und Dogmatismus führte dazu, dass Voltaire
als einer der wichtigsten Philosophen der französischen Aufklärung zählt. Wilhelm von Champeaux (um
1070 Champeaux-1121/22 Chalons-sur-Marne); Frühscholastischer Theologe,
der im Universalienstreit über radikale realistische Position bezog, dass
nur das Allgemeine existiere. Es gibt also keine Individuen, sondern an
einem Menschen ist nur die Menschheit real, nicht das, was ihn zu einem
bestimmten Menschen macht. Wilhelm von Ockham (um
1285 Ockham nach 1347 München):
Vertreter der Spatscholastik, der im Universalienstreit eine radikal
nominalistische Position einnahm, nach der Begriffe nur Zeichen sind, die
in der Seele, nicht aber in der Realität existieren. Ockham schloss die Möglichkeit
der Erkenntis der göttlichen Wahrheit mit den Mitteln der Vernunft aus. Wittgenstein, Ludwig (26.4.1889
Wien-29.4.1951 Cambridge): Hauptvertreter der neueren Sprachphilosophie. Während
er zunächst versuchte, eine Idealsprache zu entwickeln, die die Struktur
der Welt exakt abbilden sollte, widmete er sich in seinem Spätwerk der
philosophischen Untersuchung der Umgangssprache. Dabei ging es ihm darum,
philosophische Probleme als Ergebnis eines falschen Sprachgebrauchs
zu erkennen und zu beseitigen. Xenophanes (um
565 v Chr. Kolophon- um 470 v Chr. Ela): Begründer der eleatischen
Philosophenschule. Kritiker des mythologischen Götterbildes der antiken
Griechen. Er wirft der populären Auffassung vom Wesen der Götter vor,
dass es diese als Wesen mit Schwächen und Fehlern, also als
anthropomorph, als menschähnlich beschreibt und sie damit herabsetzt.
Statt dessen glaubte Xenophanes an einen einzigen Gott. Zenon von Elea (um
490 v. Chr. Elea- um 430 v Chr. ebd.): Vertreter der eleatischen
Philosophie, der versuchte mit Hilfe von Paradoxa (z. B. Achilles und die
Schildkröte) die Irrealität jeder Bewegung nachzuweisen und damit die
eleatische Auffassung von einem unveränderlich in sich ruhenden Sein zu
verteidigen. Zenon von Kition (um 335 v Chr. Kition - 263 v. Chr. Athen): Begründer der stoischen Philosophie, die Zenon dem Epikureianismus entgegensetzte. Zenon lehrte, dass zu einer guten Lebensführung die vollständige Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen zählt. Affekte und Streben nach äußeren Gütern erschüttern nur die Seelenruhe und sind daher abzulehnen. |