Parodie

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Parodie

Eine Parodie ist die spielerische Nachahmung eines Kunstwerks, wobei man Normales oder Inhaltliches übernimmt und so verändert, dass es lächerlich wirkt. Oft synonym verwendet wird Travestie. Diese behält jedoch den - meist mythischen - Stoff bei, überträgt ihn nur in eine unpassende Sphäre. Parodie und Travestie sind in allen drei Gattungen möglich und kommen in allen Zeiten vor. Bedeutende Dichter haben seit der Antike parodiert (von Platon über Goethe zu Brecht); nichts ist vor Parodierung sicher. Besonders erfolgreiche Werke unterliegen ihr, denn Voraussetzung ist, dass der Leser oder der Hörer das Original kennt. Wird dieses vergessen, erscheint die Parodie als Original; dabei kann es sein, dass sie wertvoller als ihre Vorlage ist (»Don Quichote«). Die Parodie kann kritisch, polemisch oder einfach nur verspielt komisch sein. Vorliterarische Formen sind Wortverdrehungen und Verballhornungen von bekannten Liedern, Gedichten, Sprüchen. Für unser Jahrhundert typisch ist, dass nicht nur einzelne Werke oder Gattungen parodiert werden, sondern dass die ganze literarische Tradition als bürgerlich genüsslich entlarvt und zerstört werden soll (Brechts »Liturgie vom Hauch«, nach Goethes »Über allen Gipfeln«). Hier ist die Parodie Handlanger der politischen und sozialen Agitation. 

Literatur

Karrer, W., Parodie, Travestie, Pastiche, München (Fink) 1977.

Parodie. Deutsche Literatur- und Gebrauchsparodien mit ihren Vorlasen, hrsg. von W. Gast, (Reclam) RUB 9521.

Weltbildverlag GmbH, Autorin: Dr. Annemarie van Rinsum, Friedrich Belzner; ISBN 3-89350-164-9