Satire

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Satire

Die Satire gehört zur »didaktischen Literatur (Lehrdichtung). Ihr Ziel ist es, das öffentliche Leben zu beeinflussen, indem sie mit Witz und Schärfe Missstände aufdeckt und verspottet. Es liegt in ihrer Natur, dass sie gegen starre Denk- und Lebensweisen opponiert und sich für Reformen und Veränderungen einsetzt. Diese kritischen Äußerungen zu sozialen, moralischen und politischen Fragen verbindet sie mit Polemiken (Streitschriften) und Invektiven (Schmähschriften); was sie unterscheidet, ist die persönliche Betroffenheit des Satirikers. Er kennt die Welt und leidet unter ihr, weil er die phantastische Vision einer besseren Welt vor Augen hat.

Der Satiriker greift meist kurzlebige Themen auf. Heute sorgen Film, Fernsehen, Schallplatte für eine weite Verbreitung und eine etwas längere Lebensdauer dieser für den Augenblick geborenen Kunstform. Der erste abendfüllende satirische Spielfilm war Chaplins »Moderne Zeiten«. Er zeigt den kleinen Mann, der seiner Umwelt entfremdet ist, im Dschungel der Großstadt. Die Satire kommt in allen literarischen Gattungen vor, vom Spruch (Logau) bis zum satirischen Roman (Swift) oder Drama (K. Kraus). Sonderformen sind die politisch-satirischen Witzblätter, z. B. der »Simplicissimus« (ab 1896) oder die Kleinformen des Kabaretts wie Pantomime und Sketch. Andere neuzeitliche Formen der Satire sind Karikatur und Cartoons. In beiden spielt das Tierbild eine große Rolle. 

Literatur

Feinäugle, N. (Hrsg.), Satirische Texte, (Reclam) RUB 9525.

Hodgart, M., Die Satire, München (Kindlers Universitäts Bibliothek) 1969

Weltbildverlag GmbH, Autorin: Dr. Annemarie van Rinsum, Friedrich Belzner; ISBN 3-89350-164-9