Sonett

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Sonett

Das Sonett unterliegt einer strengen Form. Es besteht aus zwei Vierzeilern (Quartetten), die beide gleich gereimt sind (abba), und zwei Dreizeilern (Terzetten), deren ursprüngliche Reimfolge cdc dcd war. Eine formale Variation hat das engl. Sonett; 

drei Quartette werden durch einen Zweizeiler abgeschlossen. Der Zweigliedrigkeit des Sonettaufbaus entspricht meist der Inhalt. Die Quartette zeigen entweder Gleichartiges oder Antithetisches auf; 

die Terzette bringen die gedankliche Lösung. 

Besonders schwierige Formen sind die Sonettenkränze, die sich aus 14 Sonetten zusammensetzen, von denen jeweils der erste Vers gleich dem letzten des vorherigen Sonetts ist. Der letzte des 14. entspricht dem ersten des ersten. Ein 15. Sonett enthält alle Anfangsverse der vorangegangenen (Weinheber, »Heroische Trilogie«). Das Sonett wurde im späten Mittelalter in Italien ausgebildet (Dante, Petrarca), verbreitete sich über Westeuropa und kam im 16. Jh. nach Deutschland, wo es im 17. Jh. zur herrschenden Form wurde. Seitdem hat es bis in unser Jahrhundert immer Anhänger gefunden.

Weltbildverlag GmbH, Autorin: Dr. Annemarie van Rinsum, Friedrich Belzner; ISBN 3-89350-164-9