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Dokumentation

Greenpeace - Das Entstehen einer weltumspannenden Bewegung

1970

wird GREENPEACE in Kanada unter dem Namen "Don't Make a Wave" von Jim Bohlen, Paul Cote und Irving Stowe gegründet, mit der Absicht, die amerikanischen Atombombentests in Alaska zu verhindern.

1971 

Schon im Jahr darauf segeln die Aktivisten - bereits unter dem Namen
GREENPEACE - mit einem alten, gecharterten Kutter namens Phyllis Cormack zu der nord-pazifischen Insel Amchitka, wo die Amerikaner ihre unterirdischen Atombombentests durchführen. Obwohl das Ziel, diesen Test zu verhindern, nicht erreicht wird, geht diese erste Aktion durch alle wichtigen nordamerikanischen Medien und mit einem Mal war eine neue Form des gewaltlosen Protests geboren, der auch kurze Zeit darauf erste Folgen zeigt: die Tests auf dieser Inselgruppe werden eingestellt und Amchitka zum Vogelschutzgebiet erklärt. Die geistige Idee dieser Bewegung stammt von nordamerikanischen Indianerstämmen, deren ausgewogener Umgang mit den Ressourcen der Natur die Umweltschützer fasziniert. Eine dieser Stämme erklärt die Greenpeace einer alten Weissagung zufolge zu den "Regebogenkämpfern". 

1972

Inzwischen verlagert sich die Tätigkeit von GREENPEACE nach Moruroa, einem südpazifischen Atoll, auf dem die Franzosen noch immer oberirdische Atomtests durchführen. Mit David Mc Taggart und seinem Segelschiff Vega versucht man, die Sprengung zu verhindern. Das Schiff wird aber von der Marine aufgebracht, die Besatzung verhaftet. 

1973

Bei einer weiteren Aktion im darauf folgenden Jahr werden die Aktivisten von Soldaten niedergeknüppelt. Es gelingt jedoch, Filmmaterial davon zu retten. Die Bilder gehen um die Welt und Frankreich muss auf Druck der Öffentlichkeit die Tests unter die Erde verlegen. 

1975

Von nun an kam zum Kampf gegen nukleare Bedrohungen auch das Ziel, die vom Aussterben bedrohten Wale zu retten. Mit Schlauchbooten manövrieren sich die Aktivisten zwischen Wale und Fangschiffe. Spektakuläre Aktionen dieser Art rufen großes Medienecho hervor. Inzwischen bilden sich erste Niederlassungen in Neuseeland, Australien, Kanada und in den USA. Mit der Zeit wird eine fixe Struktur der Organisation mit Presse-, Verwaltungs- und Verkaufsabteilungen gebildet, um die Weiterarbeit zu verbessern und auch finanziell abzusichern. 

1976

In Neufundland gilt es nun, das Abschlachten der Robbenbabys zu verhindern, deren weißes Fell sehr begehrt ist. 

1977

GREENPEACE setzt mit einem eigenen Schiff, der Rainbow Warrior, seine Arbeit in der Wal-Kampagne fort und erhält Beobachterstatus in der IWC (Int. Walfangkommission). In Großbritannien und Frankreich werden europäische Gruppen gegründet, deren erste Aufgabe der Kampf gegen die atomaren Wiederaufbereitungsanlagen Windscale (Sellafield) und La Hague ist. Dazu kommen Proteste gegen die Versenkung von Atommüll im Meer. 

1979

In Holland wird das STICHTING GREENPEACE COUNCIL gegründet, um weitere Aufgaben international zu koordinieren. 

1980

Mit der Gründung von Büros in den Niederlanden und Deutschland wird die Chemie-Kampagne gestartet: GREENPEACE protestiert gegen die Verklappung von Dünnsäure in der Nordsee und gegen die Verschmutzung des Rheins. 

1982/83

Das Europaparlament spricht sich für ein Einfuhrverbot von Robbenfellen aus. Nach einer ähnlichen Entscheidung der EG bricht der Markt für Robbenfelle praktisch gänzlich zusammen. Dazu gesellen sich erste Erfolge in der Wal-Kampagne. 

1984

In diesem Jahr beginnen die Arbeiten für einen "Weltpark Antarktis" und zur Rettung der Kängurus in Australien. 

1985

Mit dem neuen Laborschiff Beluga wird auf die katastrophale Verschmutzung des Rheins hingewiesen. Nachdem die Rainbow Warrior 123 Bewohner der strahlen-verseuchten Insel Rongelap evakuiert hat, wird das Schiff im Hafen von Auckland (Neuseeland) von zwei französischen Geheimdienstagenten versenkt. Der portugiesische Photograph Fernando Pereira wird dabei getötet. Im Zuge dieser Affäre müssen Frankreichs Geheimdienstchef Lacoste und Verteidigungsminister Hernu zurücktreten. Zur Kontrolle der Forschungsstation am Südpol, zur Erkundung der ökologischen Situation, und um bei den Verhandlungen über das Schicksal der Antarktis Stimmrecht zu erlangen, installiert GREENPEACE eine eigene Forschungsbasis auf diesem Kontinent. 

1986

In Argentinien wird das erste Büro in Lateinamerika eröffnet. Die IWC beschließt ein Walfangmoratorium. Einige Länder setzen das Abschlachten der Wale aber unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" fort. Schweden und Österreich starten die Pulp & Paper - Kampagne (Zellstoff & Papier-Kampagne), die Papierproduzenten sind hauptverantwortlich für die  Verschmutzung der Flüsse. Erste Aktion zur Rettung des Mittelmeeres werden gesetzt. 

1987

GREENPEACE-SCHWEIZ protestiert gegen die wachsende Transitverkehrslawine mit spektakulären Aktionen. Der von GREENPEACE-ÖSTERREICH gebaute Laborbus nimmt seinen Betrieb auf. 

1988

Seine erste Reise führt an die Ostsee, nach Dänemark, Schweden, Polen, UdSSR und DDR. 

1989

Im Sommer wird in Moskau das erste GREENPEACE-Büro im Ostblock eröffnet. Die neue Rainbow Warrior setzt ihre Segel, genau vier Jahre nach dem Anschlag. GREENPEACE-INTERNATIONAL startet eine Kampagne zur Rettung des Regenwaldes. 

1990

Mit dem Fall der alten Regime im Ostblock beginnt die Arbeit von GREENPEACE in der CSFR und in der DDR. Im März wird in Ostberlin bereits ein eigenes Büro eröffnet. GREENPEACE startet massiv Proteste und Aktionen gegen die speziell im Südpazifik weitverbreitete Treibnetzfischerei. Einige Länder stellen diese zumindest vorübergehend ein. Die UNO spricht sich für ein Verbot von Treibnetzen aus. Bei Messungen in einem sowjetischen Atomwaffentestgelände wird im Oktober die MV-GREENPEACE von KGB-Einheiten gestürmt, die Mannschaft wird für etwa eine Woche festgehalten. 

1991

Der Golfkrieg hält die Welt in Atem. GREENPEACE zeigt die wahren Ursachen dieses Krieges auf: die Abhängigkeit der wesentlichen Industriestaaten vom Erdöl, und fordert die nachhaltige Nutzung von alternativen Energieressourcen. 

Der österreichische Weg 

1982

Im Herbst gründet eine Gruppe rund um Univ. Prof. Gernot Neuwirth (Friends of the Earth) und Michael Undorf eine österreichische Sektion von GREENPEACE und Global 2000. Mit der Doppelgleisigkeit will man der strengen Hierarchie und den fest vorgegebenen Arbeitsbereich von GREENPEACE-INTERNATIONAL ausweichen, sowie dem Anspruch der Basisdemokratie gerecht werden. Besonders die starke Orientierung von GREENPEACE-INTERNATIONAL zum Meer bereitet anfangs einige Schwierigkeiten. Etliche Kontaktleute aus dem deutschen Büro verlassen zu dieser Zeit jenes und gründen "Robin Wood". Sie verlangen auch von der Wiener Gruppe Distanz zu GREENPEACE. Der anfängliche Kontakt zum internationalen Büro ist äußerst spärlich. Außerdem bereitet die Personalunion von GREENPEACE und Global immer mehr Probleme. 

1983

Kurz nach dem ersten Besuch von David McTaggart, der im Hinblick auf Kontakte zum Ostblock sehr an einem österreichischen Büro interessiert ist, findet eine "Aktionswoche Saurer Regen" statt, bei der drei Schornsteine (Kraftwerke Kufstein, EBS in Simmering, sowie der Stephansdom) bestiegen werden, Organisator ist allein Global 2000, jedoch wird die Aktion aufgrund der Personalunion und wegen des bekannteren Namens in den Medien als GREENPEACE-Aktion gebracht. Im Mai ist es dann soweit: der Lizenzvertrag wird unterzeichnet, die Verbindung GREENPEACE - Global 2000 zerbricht. Der gesamte Vorstand wird nach seinem Rücktritt erneuert. Gleich bei der ersten Aktion, die sich gegen die geplante Wiedereröffnung der Trichlorphenol-Anlage der Chemie Linz richtet, kommt es zu einem Eklat: Die Belegschaft erwartet die Aktivisten bereits an der Werkseinfahrt; es kommt zu Handgreiflichkeiten seitens der Belegschaft. Abgesehen davon ist die ganze Sache ein großer Erfolg. Die Medien greifen das Thema auf ein Jahr später wird von der Werksleitung das endgültige "Aus" für dieses Projekt bekannt gegeben. 

1984

Mit Jahresbeginn wird ein neues Büro bezogen. Im April werden im Rahmen des "Aktionstages gegen den sauren Regen" in acht europäischen Ländern gleichzeitig Schornsteine bestiegen. In Österreich wählt man das kalorische Kraftwerk Neunkirchen aus. Die Photomontage der Schlote mit den Transparenten ergibt "S T O P" und geht um die ganze Welt. Das Kraftwerk wird bald darauf geschlossen. Im Sommer erlangt das österreichische Büro die finanzielle Unabhängigkeit. Erste Kontakte zum Ostblock werden auf einer Umweltschutzmesse in Budapest geknüpft. Die Kampagne gegen den Verkehr läuft nur sehr schleppend an, da kaum Unterstützung aus der Bevölkerung zu bekommen ist. Eine der Hauptforderungen ist die Herabsetzung der Tempolimits auf 80/100. Im Winter erfolgt die Besetzung der Hainburger-Au. GREENPEACE ist nicht unwesentlich an den Protesten gegen den Kraftwerk-Bau beteiligt, wieder einmal mit Erfolg! 

1985

Im Sommer kommt es anlässlich des Gipfeltreffens Shultz - Gromyko in Wien zu einer Transparentaktion gegen die Atomwaffentests. Einen Monat lang hält GREENPEACE Mahnwache vor der französischen Botschaft, um gegen die Atombombentests und die Versenkung der Rainbow-Warrior zu protestieren. 

1986

Die Zellstoffkampagne kristallisiert sich immer mehr als ein Hauptbereich des österreichischen Büros heraus. Zum "Auftakt" wird das Abwasserrohr der Zellstofffabrik Neusiedler AG in Kematen verschlossen. Im September befestigen GREENPEACE-Kletterer am Riesenrad ein Transparent "Stop Nuclear Power Now!", während die IAEO in der nahen UNO-City ihre Reaktorsicherheitskonferenz zum Thema Tschernobyl abhält. Im Oktober wird das neue Büro am Mariahilfer Gürtel bezogen. 

1987

Am Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl bringt GREENPEACE-ÖSTERREICH am Prager Wenzelsplatz ein Transparent gegen die tschechoslowakische Atompolitik an. Im Sommer nimmt der Aktionsbus unter großem Medienecho seinen Betrieb auf. Es folgen Aktionen gegen die Donau Chemie in Brückl, die BBU, die Chemie Linz, die Papierfabrik Hallein, sowie gegen die Fa. Pengg in Thörl. 

1988

Protest vor der Wiener UNO-CITY mit dem Heissluftballon "Trinity" gegen Atombombentests. Iniativen und Aktionen gegen den Bau der WAA in Wackersdorf. Am Council-Meeting erhält GREENPEACE-ÖSTERREICH das Stimmrecht, Trustee wird Wladimir Zalozieckyj. 

1989

Das erste Halbjahr steht ganz im Zeichen der Weiterführung der Zellstoffkampagne und dem Aufdecken einiger Giftmüllskandale (Flötzersteig, Filterkuchen lagern mitten in Wien, etc.). Im Sommer wird im Zuge einer Bustour das Abflussrohr der BBU zum zweiten Mal verschlossen. Umzug in das neue Büro in der Auenbrugger Gasse. Im Winter startet mit großem Aufwand die Kampagne gegen das Atomkraftwerk Temelin in der CSFR. 

1990

Durch den unerwarteten Umsturz entwickelt sich die Aktion zu einem fulminanten Start für GREENPEACE in der CSFR. Mitte April deckt GREENPEACE einen Müllexportskandal rund um den Filterkuchen der Wiener Müllverbrennungsanlagen auf. Am 26. April, dem Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, befestigen GREENPEACE-Aktivisten ein 2000 qm großes Transparent "STOP CSERNOBYL" an einem der Kühltürme in Temelin. An den wichtigsten Grenzübergängen nach Italien und Jugoslawien verteilen Aktivisten an die Urlauber 60.000 Informationsblätter über den katastrophalen Zustand des Mittelmeeres. Die Wanderausstellung Ökotopia zeigt in etlichen Städten Österreichs und der CSFR Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung. Für acht Tage besetzt GREENPEACE mit einem Treibhaus den Ballhausplatz, um von der Bundesregierung eine Zusage für eine CO2-Reduktion um 30% bis zum Jahr 2000 zu erhalten. Die Aktion ist erfolgreich. 

1991

Umfangreiche GREENPEACE-Aktionen waren von den nach wie vor drohenden Gefahren der Atomkraftwerke an Österreichs Grenzen. Aktivisten sind bei der alpinen Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm, ein Kino-Spot wird gezeigt, Tausende Kreuze vor dem AKW Bohunice aufgestellt, etc. Im März startet eine Österreich weite Multivisionsshow, um über die Bedrohung des tropischen Regenwaldes zu informieren. Eine ausführliche Kampagne wird im April begonnen, die sich gegen den Ausbau der Autobahnen und Transitrouten durch Österreich richtet.

GREENPEACE wird international koordiniert 

Die Arbeitsbereiche beschränkten sich auf international vereinbarte Kampagnen:  Direkte und gewaltfreie Aktionen sollen die Arbeit der Kampagnen unterstützen. Unabhängigkeit von politischen Parteien, Staat und Wirtschaft. Die Arbeit wird ausschließlich von privaten Spendern und aus dem Warenverkauf finanziert. Die Finanzgebarung von GREENPEACE wird jährlich von einem unabhängigen, international renommierten Unternehmen, einer Wirtschaftskanzlei kontrolliert. Eine politische Kandidatur und die Mitarbeit bei GREENPEACE sind unvereinbar. GREENPEACE besitzt eine fixe Struktur, um effiziente Arbeit zu gewährleisten. 

GREENPEACE INTERNATIONAL 

Sitz: Amsterdam 

Die Internationalen Organe und Ihre Aufgaben: 

Council (Generalversammlung): 

Alle Länder, in denen es ein GREENPEACE-Büro gibt, treffen sich 1x jährlich zum so genannten Council-Meeting (Generalversammlung), das das oberste politische Organ der Organisation ist. Dabei sind die stimmberechtigten Länder durch einen so genannten "trustee", die nicht stimmberechtigten Länder durch einen "repräsentative" vertreten. 

Die Kriterien für die Stimmberechtigung sind derzeit: 

1. Die Büros müssen im eigenen Land organisatorisch gefestigt sein und politisches Gewicht haben, d.h. vor allem eine funktionierende Kampagnenarbeit haben, sowie Lobby-Arbeit, Pressekontakte, etc. 

2 .Die Kosten für die Kampagnen, Verwaltung, Förderbetreuung, etc. müssen vom Büro selbst getragen werden können. 

3. Teilnahme an den international vereinbarten Kampagnen; die OECD-Länder müssen mindestens 24% der Einnahmen des Landes an GREENPEACE-INTERNATIONAL abliefern. 

Zur Zeit sind folgende Länder am Council-Meeting stimmberechtigt:

Australien, Kanada, Dänemark, BRD, Niederlande, Neuseeland, Österreich, Schweiz, Schweden, Spanien, United Kingdom und die USA. 

Folgende Länder sind durch einen Representative vertreten und haben kein Stimmrecht:

Argentinien, Belgien, Brasilien, Costa-Rica (Latein America Office), CSFR, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Irland, Japan, Luxemburg, Norwegen, und UdSSR. 

Beim Council-Meeting werden von allen Vertretern folgende Punkte diskutiert, und anschließend von den trustee mit einem 3/4 Quorum verbindlich beschlossen: 

1. Die zukünftigen Kampagnen; Möglichkeiten jedes einzelnen Landes, zu dieser Kampagne beizutragen; das benötigt Budget hierfür. Es werden aber nur die Rahmenbedingungen festgelegt, jedes Land hat dann diesen Rahmen im nationalen Rahmen individuell umzusetzen. 

2. Bestimmung des Budget für die internationalen "divisions" (Bereiche), beispielsweise laufende Kosten für die GREENPEACE - Schiffe, die von der Marine-Division verwaltet werden, bzw. Neuanschaffung, Ausrüstung, etc. 

3. Die Aufnahme neuer Länder als stimmberechtigte Mitglieder allgemeine politische Entscheidungen. 

Das Council wählt überdies das Board (Vorstand), das aus jeweils zwei europäischen und zwei nicht-europäischen (Rest of the World) Vertretern gebildet wird. Die Funktionsdauer beträgt zwei Jahre, wobei jährlich ein europäischer und ein ROW-Vertreter gewählt werden (Teilrotation). 

Board (Vorstand): 

Die vier vom Council gewählten Vorstandsmitglieder wählen ihrerseits einen Vorstandsvorsitzenden; seit Jahren nimmt David McTaggart diese Position ein. der Vorstand hat eine allgemeine Kontrollfunktion und setzt überdies das Council-Office ein. 

Council-Office (Internationale Geschäftsführung): 

Der internationale Geschäftsführer (executive director) ist derzeit Steve Saywer, der das Council-Office mit Sitz in Amsterdam leitet. Der internationalen Geschäftsleitung unterstellt sind: 

1. Die verschiedenen internationalen Divisionen, das sind unterschiedliche Bereiche mit bestimmten Aufgabengebieten:

- die Marine-Division (verwaltet und koordiniert die GREENPEACE-Schiffe),
- GREENPEACE-Communications (verwaltet das Archiv für Photos und Videos),
- Office-Developement, (eröffnet und betreut Büros in neuen Ländern), etc. 

2. Die internationalen Kampagnen-Koordinatoren und die jeweiligen Projekt-Koordinatoren. 

Für jede Kampagne (Atom, Toxics, Ocean Ecology und Atmosphere) gibt es nicht nur einen nationalen Kampagnen-Leiter, sondern auch einen internationalen Koordinator.

Innerhalb der einzelnen Kampagnen gibt es auch verschiedene Projekte, demnach auch einen internationalen Projektkoordinator. In der Kampagne "Ocean Ecology" beispielsweise gibt es verschiedenen Projekte, etwa "Delphin", "Wale", "Antarktis", etc. 

Vorgangsweise: 

Die internationalen Koordinatoren erstellt in Zusammenarbeit mit den nationalen Kampagnenleiter ein proposal (Vorschläge). Dabei werden lang-, mittel- und kurzfristige Ziele der Kampagnen diskutiert und zusammengestellt, sowie die dafür benötigten finanziellen Mittel veranschlagt. Selbstverständlich werden bei der Erarbeitung dieser proposals auch die Projektleiter mit einbezogen.  r proposals auch die Projektleiter mit einbezogen. 

Im nächsten Schritt werden diese proposals der internationalen Geschäftsführer zur Begutachtung vorgelegt, die dann ihre Meinung zu den eingebrachten Vorschlägen abgibt:

  • etwa "Budget zu hoch", "schlechte Koordination", etc.

Das Council-Office hat dabei ein absolutes Veto, da die an den Vorschlägen beteiligten Koordinatoren der Geschäftsleitung im Sinne einer Weisungsgebundenheit unterworfen sind. 

Die entgültigen proposals werden dann den Vertretern des Councils, also den trustees und den representatives, vorgelegt. Diese beraten dann auf dem jährlichen Council-Meeting über diese proposals, diskutieren Vor- und Nachteile, etc. Die Vertreter der stimmberechtigten Länder stimmen dann über diese Vorschläge ab. Diese Beschlüsse werden dann an das Board weitergeleitet. 

Das Board bespricht diese Beschlüsse des Councils, hat aber nur ein suspensives Veto. Wird demnach die Ratifikation verweigert, werden die Beschlüsse wieder an das Council geleitet und neuerlich diskutiert. Das Council hat jedoch das Recht, auf seinen Entscheidungen zu beharren, diese sind dann verbindlich. 

Die internationalen Strukturen der Organisation müssen sich ändern und auf die geänderten Gegebenheiten eingestellt werden. Eines der Probleme ist, dass sehr viele neue Länder hinzu gekommen sind, im Moment vor allem Büros in Osteuropa und Lateinamerika; später sind auch Büros in Südostasien sowie Afrika geplant. Hier gibt es beispielsweise Probleme mit der Finanzierung, da eine Stimmberechtigung im Council derzeit nur dann gewährt wird, wenn ein Land mindestens 24% seiner Einnahmen an GREENPEACE-International abliefert. 

Hier besteht die Gefahr, dass das Council hinsichtlich der Stimmberechtigung zu einem "white man´s club" wird. Aus diesem Grund werden für Nicht-OECD-Länder bezüglich der finanziellen Voraussetzungen bei der Aufnahme anderer Kriterien herangezogen werden.

Für diesen Aufgabenbereich wird die so genannte "Voting Status Review Group" verantwortlich sein, ein eigenes Gremium, welche die Stimmberechtigung der einzelnen Länder in dieser Richtung überprüfen wird; in weiterer Folge werden dann auch die bereits stimmberechtigten Länder überprüft werden.

Die Entscheidungsfindung ist nicht so kompliziert, wie sie vielleicht klingen mag. Wesentlich dabei ist, dass die gesamte Entscheidungsfindung auf dem Konsens beruht, weshalb umfangreiche Gespräche, Diskussionen und Konsultationen notwendig sind. 

Die Beschlüsse des Councils stellen die Rahmenbedingungen dar, innerhalb derer die einzelnen Kampagnen ablaufen sollen. Es muss also auf nationaler Ebene diskutiert werden, welche regionalen Probleme nun tatsächlich anfallen und welche für konkrete Aktionen ausgewählt werden sollen. Dabei spielen auch die unterschiedlichsten  innerstaatlichen Konstellationen eine Rolle, die politische Situation, die Sensibilität der Öffentlichkeit gegenüber bestimmten Themen, etc. 

GREENPEACE-ÖSTERREICH ist beim Council-Meeting durch Florian Faber vertreten und hat auch Stimmberechtigung. Es kann somit seinen Einfluss in dieser internationalen Organisation geltend machen und so einen wichtigen Beitrag zur Rettung der Erde vor der Zerstörung beitragen. 

GREENPEACE besitzt ein Labor-Flussschiff: Beluga (EU, Great Lakes) sowie folgende seetüchtige Schiffe:

Gondwana (eistauglich, Antarktis)
GREENPEACE (Nordamerika, Nuclear Free Seas)
Moby-Dick (Nordsee, Ostsee)
Rainbow-Warrior (Süd-Pazifik)
Sirius (Mittelmeer, Nordsee, Ostsee)
Vega (Süd-Pazifik)
Solo (Nordsee) 

Außerdem sind zwei Helikopter an Bord des Antarktisschiffes Gondwana im Einsatz. 

GREENPEACE-Vertreter haben offiziellen Beobachterstatus bei: 

UNO, IWC (Int.Walfangkommision), LDC (London Dumping Conference), Oslo Konvention, IUCN (Int.Union for Conservation of Nature), Robben-Kontrollausschuss, CITES (Washingtoner Artensschutzabkommen), EG, Antarktis Konferenz zum Schutz der Natur 

Leben und Überleben auf dieser Welt ist nur möglich, wenn alle Lebewesen in einer ausgewogenen Beziehung zueinander stehen. Doch der Mensch hat das ökologische Gleichgewicht durch die Vergiftung von Flüssen, Seen und Meeren, die Verschmutzung der Luft und Erde, und die Ausrottung vieler Tier- und Pflanzenwelt empfindlich gestört. Jeden Tag stirbt eine Tierart aus, jede Stunde eine Pflanzenart. Der hemmungslose Raubbau an der Natur macht die Erde immer ärger. 

Eine alte Prophezeiung der nordamerikanischen Cree-Indianer lautet: "Es kommt eine Zeit, da fallen die Vögel von den Bäumen, die Flüsse sind vergiftet und die Wölfe sterben in den Wäldern." Diese Zeit ist gekommen, wenn der weiße Mann in seiner Gier die ganze Erde ausbeutet und versucht, die Natur zu beherrschen. "Dann aber", so geht die Prophezeiung weiter, "werden die Regenbogenkämpfer kommen, um die Welt zu retten." 

Vor nunmehr 20 Jahren, nachdem GREENPEACE mit Aktionen gegen amerikanische und französische Atomwaffentests und zur Rettung der Wale erstmals Aufsehen erregt hatte, rief ein Medizinmann der Cree die Greenpeace als jene langersehnten Regenbogenkämpfer aus. 

GREENPEACE will mit seinen Aktionen bewusst machen, dass alle Lebewesen, Menschen, Tiere und Pflanzen, in enger Beziehung zueinander stehen und voneinander abhängig sind. Durch die Ausrottung nur einer Pflanzen- und Tierart gerät das ökologische Gleichgewicht in Gefahr, denn dann sind auch andere Pflanzen und Tiere in ihrer Existenz bedroht. 

Als 1971 die ersten Protestboote unter der GREENPEACE-Flagge in die Aleuten segelten, um dort Atomwaffentests der USA zu verhindern, ahnte niemand, was aus dem kleinen Grüppchen werden würde. 

Heute hat GREENPEACE Büros in 25 Ländern der Erde:

Belgien
den Niederlanden
Luxemburg
Deutschland
Dänemark
Finnland
Schweden
Norwegen
Österreich
Frankreich
Spanien
Großbritannien
Irland
Italien
Griechenland
Schweiz
USA
Kanada
Australien
Neuseeland

Das erste Büro in Lateinamerika wurde 1985 in Argentinien eröffnet; seit 1987 arbeitet GREENPEACE auch in Costa Rica. 1989 nahm GREENPEACE in der UdSSR und in Japan die Arbeit auf, Anfang 1991 wird in Brasilien ein Büro eröffnet - ein gewaltiger Schritt hin zur tatsächlich weltweit arbeitenden Umweltschutzorganisation ist getan. 

Mit gewaltfreien, direkten Aktionen weist Greenpeace auf die sinnlose Zerstörung der Zivilisation hin, kämpft für eine bessere Umweltgesetzgebung, gegen die Ausrottung bedrohter Tierarten, für saubere Luft und reines Wasser, für die Erhaltung des tropischen Regenwaldes, sowie gegen die Belastung unserer Erde durch chemische oder radioaktive Substanzen. 

Vor allem zwei Dinge sind für die Stärke und die Erfolge von GREENPEACE ausschlaggebend:

1) Auf der einen Seite die Fähigkeit, dank ausgeklügelter Kommunikationsmethoden über Computernetzwerke und einer intensiven finanziellen und organisatorischen Zusammenarbeit aller Büros tatsächlich weltweit, gut koordiniert internationale Kampagnen durchzuführen. 

2) Auf der anderen Seite sichern die weitgestreute Basis der Mitglieder und die Überparteilichkeit finanzielle und politische Unabhängigkeit. 

Ziel aller GREENPEACE-Arbeit ist es, dass die Menschen ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge entwickeln und alles Leben respektieren lernen. GREENPEACE tritt dafür ein, dass die Menschen den Einklang mit der Natur finden müssen, wenn die Welt, wie wir sie heute kennen, überleben soll. Ansonsten wird sich die Warnung der Cree-Indianer bewahrheiten:                                  

ERST wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Flu
ss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen,
werdet ihr feststellen,
da
ss man Geld
nicht essen kann.