| Dokumentation |
Greenpeace - Das Entstehen einer weltumspannenden Bewegung |
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1970 wird
GREENPEACE in Kanada unter dem Namen "Don't Make a Wave" von Jim
Bohlen, Paul Cote und Irving Stowe gegründet, mit der Absicht,
die amerikanischen Atombombentests in Alaska zu verhindern. 1971 Schon
im Jahr darauf segeln die Aktivisten - bereits unter dem Namen 1972 Inzwischen
verlagert sich die Tätigkeit von GREENPEACE nach Moruroa, einem südpazifischen
Atoll, auf dem die Franzosen noch immer oberirdische Atomtests durchführen.
Mit David Mc Taggart und seinem Segelschiff Vega versucht man, die
Sprengung zu verhindern. Das Schiff wird aber von der Marine aufgebracht,
die Besatzung verhaftet. 1973 Bei
einer weiteren Aktion im darauf folgenden Jahr werden die Aktivisten von
Soldaten niedergeknüppelt. Es gelingt jedoch, Filmmaterial davon zu
retten. Die Bilder gehen um die Welt und Frankreich muss auf Druck der Öffentlichkeit
die Tests unter die Erde verlegen. 1975 Von
nun an kam zum Kampf gegen nukleare Bedrohungen auch das Ziel, die vom
Aussterben bedrohten Wale zu retten. Mit Schlauchbooten manövrieren sich
die Aktivisten zwischen Wale und Fangschiffe. Spektakuläre Aktionen
dieser Art rufen großes Medienecho hervor. Inzwischen bilden sich erste
Niederlassungen in Neuseeland, Australien, Kanada und in den USA. Mit der
Zeit wird eine fixe Struktur der Organisation mit Presse-, Verwaltungs-
und Verkaufsabteilungen gebildet, um die Weiterarbeit zu verbessern und
auch finanziell abzusichern. 1976 In
Neufundland gilt es nun, das Abschlachten der Robbenbabys zu verhindern,
deren weißes Fell sehr begehrt ist. 1977 GREENPEACE
setzt mit einem eigenen Schiff, der Rainbow Warrior, seine Arbeit in der
Wal-Kampagne fort und erhält Beobachterstatus in der IWC (Int.
Walfangkommission). In Großbritannien und Frankreich werden europäische
Gruppen gegründet, deren erste Aufgabe der Kampf gegen die atomaren
Wiederaufbereitungsanlagen Windscale (Sellafield) und La Hague ist. Dazu
kommen Proteste gegen die Versenkung von Atommüll im Meer. 1979
In
Holland wird das STICHTING GREENPEACE COUNCIL gegründet, um weitere
Aufgaben international zu koordinieren. 1980 Mit
der Gründung von Büros in den Niederlanden und Deutschland wird die
Chemie-Kampagne gestartet: GREENPEACE protestiert gegen die Verklappung
von Dünnsäure in der Nordsee und gegen die Verschmutzung des Rheins. 1982/83 Das
Europaparlament spricht sich für ein Einfuhrverbot von Robbenfellen aus.
Nach einer ähnlichen Entscheidung der EG bricht der Markt für
Robbenfelle praktisch gänzlich zusammen. Dazu gesellen sich erste Erfolge
in der Wal-Kampagne. 1984 In
diesem Jahr beginnen die Arbeiten für einen "Weltpark
Antarktis" und zur Rettung der Kängurus in Australien. 1985 Mit
dem neuen Laborschiff Beluga wird auf die katastrophale Verschmutzung des
Rheins hingewiesen. Nachdem die Rainbow Warrior 123 Bewohner der
strahlen-verseuchten Insel Rongelap evakuiert hat, wird das Schiff im
Hafen von Auckland (Neuseeland) von zwei französischen
Geheimdienstagenten versenkt. Der portugiesische Photograph Fernando
Pereira wird dabei getötet. Im Zuge dieser Affäre müssen Frankreichs
Geheimdienstchef Lacoste und Verteidigungsminister Hernu zurücktreten.
Zur Kontrolle der Forschungsstation am Südpol, zur Erkundung der ökologischen
Situation, und um bei den Verhandlungen über das Schicksal der Antarktis
Stimmrecht zu erlangen, installiert GREENPEACE eine eigene Forschungsbasis
auf diesem Kontinent. 1986 In
Argentinien wird das erste Büro in Lateinamerika eröffnet. Die IWC
beschließt ein Walfangmoratorium. Einige Länder setzen das Abschlachten
der Wale aber unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" fort.
Schweden und Österreich starten die Pulp & Paper - Kampagne
(Zellstoff & Papier-Kampagne), die Papierproduzenten sind
hauptverantwortlich für die
Verschmutzung
der Flüsse. Erste Aktion zur Rettung des Mittelmeeres werden gesetzt. 1987 GREENPEACE-SCHWEIZ
protestiert gegen die wachsende Transitverkehrslawine mit spektakulären
Aktionen. Der von GREENPEACE-ÖSTERREICH gebaute Laborbus nimmt seinen
Betrieb auf. 1988 Seine
erste Reise führt an die Ostsee, nach Dänemark, Schweden, Polen, UdSSR
und DDR. 1989 Im
Sommer wird in Moskau das erste GREENPEACE-Büro im Ostblock eröffnet.
Die neue Rainbow Warrior setzt ihre Segel, genau vier Jahre nach dem
Anschlag. GREENPEACE-INTERNATIONAL startet eine Kampagne zur Rettung des
Regenwaldes. 1990 Mit
dem Fall der alten Regime im Ostblock beginnt die Arbeit von GREENPEACE in
der CSFR und in der DDR. Im März wird in Ostberlin bereits ein eigenes Büro
eröffnet. GREENPEACE startet massiv Proteste und Aktionen gegen die
speziell im Südpazifik weitverbreitete Treibnetzfischerei. Einige Länder
stellen diese zumindest vorübergehend ein. Die UNO spricht sich für ein
Verbot von Treibnetzen aus. Bei Messungen in einem sowjetischen
Atomwaffentestgelände wird im Oktober die MV-GREENPEACE von KGB-Einheiten
gestürmt, die Mannschaft wird für etwa eine Woche festgehalten. 1991 Der
Golfkrieg hält die Welt in Atem. GREENPEACE zeigt die wahren Ursachen
dieses Krieges auf: die Abhängigkeit der wesentlichen Industriestaaten
vom Erdöl, und fordert die nachhaltige Nutzung von alternativen
Energieressourcen. Der
österreichische Weg 1982 Im
Herbst gründet eine Gruppe rund um Univ. Prof. Gernot Neuwirth (Friends
of the Earth) und Michael Undorf eine österreichische Sektion von
GREENPEACE und Global 2000. Mit der Doppelgleisigkeit will man der
strengen Hierarchie und den fest vorgegebenen Arbeitsbereich von
GREENPEACE-INTERNATIONAL ausweichen, sowie dem Anspruch der
Basisdemokratie gerecht werden. Besonders die starke Orientierung von
GREENPEACE-INTERNATIONAL zum Meer bereitet anfangs einige Schwierigkeiten.
Etliche Kontaktleute aus dem deutschen Büro verlassen zu dieser Zeit
jenes und gründen "Robin Wood". Sie verlangen auch von der
Wiener Gruppe Distanz zu GREENPEACE. Der anfängliche Kontakt zum
internationalen Büro ist äußerst spärlich. Außerdem bereitet die
Personalunion von GREENPEACE und Global immer mehr Probleme. 1983 Kurz
nach dem ersten Besuch von David McTaggart, der im Hinblick auf Kontakte
zum Ostblock sehr an einem österreichischen Büro interessiert ist,
findet eine "Aktionswoche Saurer Regen" statt, bei der drei
Schornsteine (Kraftwerke Kufstein, EBS in Simmering, sowie der Stephansdom)
bestiegen werden, Organisator ist allein Global 2000, jedoch wird die
Aktion aufgrund der Personalunion und wegen des bekannteren Namens in den
Medien als GREENPEACE-Aktion gebracht. Im Mai ist es dann soweit: der
Lizenzvertrag wird unterzeichnet, die Verbindung GREENPEACE - Global 2000
zerbricht. Der gesamte Vorstand wird nach seinem Rücktritt erneuert.
Gleich bei der ersten Aktion, die sich gegen die geplante Wiedereröffnung
der Trichlorphenol-Anlage der Chemie Linz richtet, kommt es zu einem
Eklat: Die Belegschaft erwartet die Aktivisten bereits an der
Werkseinfahrt; es kommt zu Handgreiflichkeiten seitens der Belegschaft.
Abgesehen davon ist die ganze Sache ein großer Erfolg. Die Medien greifen
das Thema auf ein Jahr später wird von der Werksleitung das endgültige
"Aus" für dieses Projekt bekannt gegeben. 1984 Mit
Jahresbeginn wird ein neues Büro bezogen. Im April werden im Rahmen des
"Aktionstages gegen den sauren Regen" in acht europäischen Ländern
gleichzeitig Schornsteine bestiegen. In Österreich wählt man das
kalorische Kraftwerk Neunkirchen aus. Die Photomontage der Schlote mit den
Transparenten ergibt "S T O P" und geht um die ganze Welt. Das
Kraftwerk wird bald darauf geschlossen. Im Sommer erlangt das österreichische
Büro die finanzielle Unabhängigkeit. Erste Kontakte zum Ostblock werden
auf einer Umweltschutzmesse in Budapest geknüpft. Die Kampagne gegen den
Verkehr läuft nur sehr schleppend an, da kaum Unterstützung aus der Bevölkerung
zu bekommen ist. Eine der Hauptforderungen ist die Herabsetzung der
Tempolimits auf 80/100. Im Winter erfolgt die Besetzung der Hainburger-Au.
GREENPEACE ist nicht unwesentlich an den Protesten gegen den Kraftwerk-Bau
beteiligt, wieder einmal mit Erfolg! 1985 Im
Sommer kommt es anlässlich des Gipfeltreffens Shultz - Gromyko in Wien zu
einer Transparentaktion gegen die Atomwaffentests. Einen Monat lang hält
GREENPEACE Mahnwache vor der französischen Botschaft, um gegen die
Atombombentests und die Versenkung der Rainbow-Warrior zu protestieren. 1986 Die
Zellstoffkampagne kristallisiert sich immer mehr als ein Hauptbereich des
österreichischen Büros heraus. Zum "Auftakt" wird das
Abwasserrohr der Zellstofffabrik Neusiedler AG in Kematen verschlossen. Im
September befestigen GREENPEACE-Kletterer am Riesenrad ein Transparent
"Stop Nuclear Power Now!", während die IAEO in der nahen
UNO-City ihre Reaktorsicherheitskonferenz zum Thema Tschernobyl abhält.
Im Oktober wird das neue Büro am Mariahilfer Gürtel bezogen. 1987 Am
Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl bringt GREENPEACE-ÖSTERREICH
am Prager Wenzelsplatz ein Transparent gegen die tschechoslowakische
Atompolitik an. Im Sommer nimmt der Aktionsbus unter großem Medienecho
seinen Betrieb auf. Es folgen Aktionen gegen die Donau Chemie in Brückl,
die BBU, die Chemie Linz, die Papierfabrik Hallein, sowie gegen die Fa.
Pengg in Thörl. 1988 Protest
vor der Wiener UNO-CITY mit dem Heissluftballon "Trinity" gegen
Atombombentests. Iniativen und Aktionen gegen den Bau der WAA in
Wackersdorf. Am Council-Meeting erhält GREENPEACE-ÖSTERREICH das
Stimmrecht, Trustee wird Wladimir Zalozieckyj. 1989 Das
erste Halbjahr steht ganz im Zeichen der Weiterführung der
Zellstoffkampagne und dem Aufdecken einiger Giftmüllskandale (Flötzersteig,
Filterkuchen lagern mitten in Wien, etc.). Im Sommer wird im Zuge einer
Bustour das Abflussrohr der BBU zum zweiten Mal verschlossen. Umzug in das
neue Büro in der Auenbrugger Gasse. Im Winter startet mit großem Aufwand
die Kampagne gegen das Atomkraftwerk Temelin in der CSFR. 1990 Durch
den unerwarteten Umsturz entwickelt sich die Aktion zu einem fulminanten
Start für GREENPEACE in der CSFR. Mitte April deckt GREENPEACE einen Müllexportskandal
rund um den Filterkuchen der Wiener Müllverbrennungsanlagen auf. Am 26.
April, dem Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, befestigen
GREENPEACE-Aktivisten ein 2000 qm großes Transparent "STOP CSERNOBYL"
an einem der Kühltürme in Temelin. An den wichtigsten Grenzübergängen
nach Italien und Jugoslawien verteilen Aktivisten an die Urlauber 60.000
Informationsblätter über den katastrophalen Zustand des Mittelmeeres.
Die Wanderausstellung Ökotopia zeigt in etlichen Städten Österreichs
und der CSFR Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung. Für acht
Tage besetzt GREENPEACE mit einem Treibhaus den Ballhausplatz, um von der
Bundesregierung eine Zusage für eine CO2-Reduktion um 30% bis
zum Jahr 2000 zu erhalten. Die Aktion ist erfolgreich. 1991 Umfangreiche GREENPEACE-Aktionen waren von den nach wie vor drohenden Gefahren der Atomkraftwerke an Österreichs Grenzen. Aktivisten sind bei der alpinen Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm, ein Kino-Spot wird gezeigt, Tausende Kreuze vor dem AKW Bohunice aufgestellt, etc. Im März startet eine Österreich weite Multivisionsshow, um über die Bedrohung des tropischen Regenwaldes zu informieren. Eine ausführliche Kampagne wird im April begonnen, die sich gegen den Ausbau der Autobahnen und Transitrouten durch Österreich richtet. GREENPEACE
wird international koordiniert
Die Arbeitsbereiche
beschränkten sich auf international vereinbarte Kampagnen:
Direkte und gewaltfreie Aktionen sollen die Arbeit der Kampagnen unterstützen.
Unabhängigkeit von politischen Parteien, Staat und Wirtschaft. Die
Arbeit wird ausschließlich von privaten Spendern und aus dem Warenverkauf
finanziert. Die
Finanzgebarung von GREENPEACE wird jährlich von einem unabhängigen,
international renommierten Unternehmen, einer Wirtschaftskanzlei
kontrolliert. Eine
politische Kandidatur und die Mitarbeit bei GREENPEACE sind unvereinbar. GREENPEACE
besitzt eine fixe Struktur, um effiziente Arbeit zu gewährleisten. GREENPEACE
INTERNATIONAL Sitz:
Amsterdam Die
Internationalen Organe und Ihre Aufgaben: Council
(Generalversammlung): Alle
Länder, in denen es ein GREENPEACE-Büro gibt, treffen sich 1x jährlich
zum so genannten Council-Meeting (Generalversammlung), das das oberste
politische Organ der Organisation ist. Dabei sind die stimmberechtigten Länder
durch einen so genannten "trustee", die nicht stimmberechtigten
Länder durch einen "repräsentative" vertreten. Die
Kriterien für die Stimmberechtigung sind derzeit: 1.
Die Büros müssen im eigenen Land organisatorisch gefestigt sein und
politisches Gewicht haben, d.h. vor allem eine funktionierende
Kampagnenarbeit haben, sowie Lobby-Arbeit, Pressekontakte, etc.
2
.Die Kosten für die Kampagnen, Verwaltung, Förderbetreuung, etc. müssen
vom Büro selbst getragen werden können.
3.
Teilnahme an den international vereinbarten Kampagnen; die
OECD-Länder müssen mindestens 24% der Einnahmen des Landes an
GREENPEACE-INTERNATIONAL abliefern. Zur
Zeit sind folgende Länder am Council-Meeting stimmberechtigt: Australien,
Kanada, Dänemark, BRD, Niederlande, Neuseeland, Österreich, Schweiz,
Schweden, Spanien, United Kingdom und die USA. Folgende
Länder sind durch einen Representative
vertreten und haben kein Stimmrecht: Argentinien,
Belgien, Brasilien, Costa-Rica (Latein America Office), CSFR, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Italien, Irland, Japan, Luxemburg, Norwegen, und
UdSSR. Beim
Council-Meeting werden von allen
Vertretern folgende Punkte diskutiert, und anschließend von den trustee
mit einem 3/4 Quorum verbindlich beschlossen:
1.
Die
zukünftigen Kampagnen; Möglichkeiten jedes einzelnen Landes, zu dieser
Kampagne beizutragen; das benötigt Budget hierfür. Es werden aber nur
die Rahmenbedingungen festgelegt, jedes Land hat dann diesen Rahmen im
nationalen Rahmen individuell umzusetzen.
2.
Bestimmung des Budget für die internationalen "divisions"
(Bereiche), beispielsweise laufende Kosten für die GREENPEACE - Schiffe,
die von der Marine-Division verwaltet werden, bzw. Neuanschaffung, Ausrüstung,
etc.
3.
Die Aufnahme neuer Länder als stimmberechtigte Mitglieder allgemeine
politische Entscheidungen. Das
Council wählt überdies das Board (Vorstand), das aus jeweils zwei europäischen
und zwei nicht-europäischen (Rest of the World) Vertretern gebildet wird.
Die Funktionsdauer beträgt zwei Jahre, wobei jährlich ein europäischer
und ein ROW-Vertreter gewählt werden (Teilrotation). Board
(Vorstand): Die
vier vom Council gewählten Vorstandsmitglieder wählen ihrerseits einen
Vorstandsvorsitzenden; seit Jahren nimmt David McTaggart diese Position
ein. der Vorstand hat eine allgemeine Kontrollfunktion und setzt überdies
das Council-Office ein. Council-Office
(Internationale
Geschäftsführung): Der
internationale Geschäftsführer (executive director) ist derzeit Steve
Saywer, der das Council-Office mit Sitz in Amsterdam leitet. Der
internationalen Geschäftsleitung unterstellt sind: 1. Die verschiedenen internationalen Divisionen, das sind unterschiedliche Bereiche mit bestimmten Aufgabengebieten: -
die Marine-Division (verwaltet und koordiniert die GREENPEACE-Schiffe),
2.
Die internationalen Kampagnen-Koordinatoren und die jeweiligen
Projekt-Koordinatoren. Für
jede Kampagne (Atom, Toxics, Ocean Ecology und Atmosphere) gibt es nicht
nur einen nationalen
Kampagnen-Leiter, sondern auch einen internationalen
Koordinator. Innerhalb
der einzelnen Kampagnen gibt es auch verschiedene Projekte, demnach auch
einen internationalen
Projektkoordinator. In der Kampagne "Ocean Ecology"
beispielsweise gibt es verschiedenen Projekte, etwa "Delphin",
"Wale", "Antarktis", etc. Vorgangsweise: Die
internationalen
Koordinatoren erstellt in Zusammenarbeit mit den nationalen
Kampagnenleiter ein proposal (Vorschläge). Dabei werden lang-, mittel-
und kurzfristige Ziele der Kampagnen diskutiert und zusammengestellt,
sowie die dafür benötigten finanziellen Mittel veranschlagt. Selbstverständlich
werden bei der Erarbeitung dieser
proposals auch die Projektleiter mit einbezogen. Im
nächsten Schritt werden diese proposals der internationalen Geschäftsführer
zur Begutachtung vorgelegt, die dann ihre Meinung zu den eingebrachten
Vorschlägen abgibt:
Das
Council-Office hat dabei ein absolutes Veto, da die an den Vorschlägen
beteiligten Koordinatoren der Geschäftsleitung im Sinne einer
Weisungsgebundenheit unterworfen sind. Die
entgültigen proposals werden dann den Vertretern des Councils, also den
trustees und den representatives, vorgelegt. Diese beraten dann auf dem jährlichen
Council-Meeting über diese proposals, diskutieren Vor- und Nachteile,
etc. Die Vertreter der stimmberechtigten Länder stimmen dann über diese
Vorschläge ab. Diese Beschlüsse werden dann an das Board weitergeleitet. Das
Board bespricht diese Beschlüsse des Councils, hat aber nur ein
suspensives Veto. Wird demnach die Ratifikation verweigert, werden die
Beschlüsse wieder an das Council geleitet und neuerlich diskutiert. Das
Council hat jedoch das Recht, auf seinen Entscheidungen zu beharren, diese
sind dann verbindlich. Die
internationalen Strukturen der Organisation müssen sich ändern und auf
die geänderten Gegebenheiten eingestellt werden. Eines der Probleme ist,
dass sehr viele neue Länder hinzu gekommen sind, im Moment vor allem Büros
in Osteuropa und Lateinamerika; später sind auch Büros in Südostasien
sowie Afrika geplant. Hier gibt es beispielsweise Probleme mit der
Finanzierung, da eine Stimmberechtigung im Council derzeit nur dann gewährt
wird, wenn ein Land mindestens 24% seiner Einnahmen an
GREENPEACE-International abliefert. Hier
besteht die Gefahr, dass das Council hinsichtlich der Stimmberechtigung zu
einem "white man´s club" wird. Aus diesem Grund werden für
Nicht-OECD-Länder bezüglich der finanziellen Voraussetzungen bei der
Aufnahme anderer Kriterien herangezogen werden. Für
diesen Aufgabenbereich wird die so genannte "Voting Status Review
Group" verantwortlich sein, ein eigenes Gremium, welche die
Stimmberechtigung der einzelnen Länder in dieser Richtung überprüfen
wird; in weiterer Folge werden dann auch die bereits stimmberechtigten Länder
überprüft werden. Die
Entscheidungsfindung ist nicht so kompliziert, wie sie vielleicht klingen
mag. Wesentlich dabei ist, dass die gesamte Entscheidungsfindung auf dem
Konsens beruht, weshalb umfangreiche Gespräche, Diskussionen und
Konsultationen notwendig sind. Die
Beschlüsse des Councils stellen die Rahmenbedingungen dar, innerhalb
derer die einzelnen Kampagnen ablaufen sollen. Es muss also auf nationaler
Ebene diskutiert werden, welche regionalen Probleme nun tatsächlich
anfallen und welche für konkrete Aktionen ausgewählt werden sollen.
Dabei spielen auch die unterschiedlichsten
innerstaatlichen Konstellationen eine Rolle, die politische
Situation, die Sensibilität der Öffentlichkeit gegenüber bestimmten
Themen, etc. GREENPEACE-ÖSTERREICH
ist beim Council-Meeting durch Florian Faber vertreten und hat auch
Stimmberechtigung. Es kann somit seinen Einfluss in dieser internationalen
Organisation geltend machen und so einen wichtigen Beitrag zur Rettung der
Erde vor der Zerstörung beitragen. GREENPEACE
besitzt ein Labor-Flussschiff:
Beluga (EU, Great Lakes) sowie folgende seetüchtige Schiffe: Gondwana
(eistauglich, Antarktis) Außerdem
sind zwei Helikopter an Bord des Antarktisschiffes Gondwana im Einsatz. GREENPEACE-Vertreter
haben offiziellen Beobachterstatus
bei: UNO,
IWC (Int.Walfangkommision), LDC (London Dumping Conference), Oslo
Konvention, IUCN (Int.Union for Conservation of Nature),
Robben-Kontrollausschuss, CITES (Washingtoner Artensschutzabkommen), EG, Antarktis
Konferenz zum
Schutz der Natur Leben
und Überleben auf dieser Welt ist nur möglich, wenn alle Lebewesen in
einer ausgewogenen Beziehung zueinander stehen. Doch der Mensch hat das ökologische
Gleichgewicht durch die Vergiftung von Flüssen, Seen und Meeren, die
Verschmutzung der Luft und Erde, und die Ausrottung vieler Tier- und
Pflanzenwelt empfindlich gestört. Jeden Tag stirbt eine Tierart aus, jede
Stunde eine Pflanzenart. Der hemmungslose Raubbau an der Natur macht die
Erde immer ärger. Eine
alte Prophezeiung der nordamerikanischen Cree-Indianer lautet: "Es
kommt eine Zeit, da fallen die Vögel von den Bäumen, die Flüsse sind
vergiftet und die Wölfe sterben in den Wäldern." Diese Zeit ist
gekommen, wenn der weiße Mann in seiner Gier die ganze Erde ausbeutet und
versucht, die Natur zu beherrschen. "Dann aber", so geht die
Prophezeiung weiter, "werden die Regenbogenkämpfer kommen, um die
Welt zu retten." Vor
nunmehr 20 Jahren, nachdem GREENPEACE mit Aktionen gegen amerikanische und
französische Atomwaffentests und zur Rettung der Wale erstmals Aufsehen
erregt hatte, rief ein Medizinmann der Cree die Greenpeace als jene
langersehnten Regenbogenkämpfer aus. GREENPEACE
will mit seinen Aktionen bewusst machen, dass alle Lebewesen, Menschen,
Tiere und Pflanzen, in enger Beziehung zueinander stehen und voneinander
abhängig sind. Durch die Ausrottung nur einer Pflanzen- und Tierart gerät
das ökologische Gleichgewicht in Gefahr, denn dann sind auch andere
Pflanzen und Tiere in ihrer Existenz bedroht. Als
1971 die ersten Protestboote unter der GREENPEACE-Flagge in die Aleuten
segelten, um dort Atomwaffentests der USA zu verhindern, ahnte niemand,
was aus dem kleinen Grüppchen werden würde. Heute hat GREENPEACE Büros in 25 Ländern der Erde: Belgien Das
erste Büro in Lateinamerika wurde 1985 in Argentinien eröffnet; seit
1987 arbeitet GREENPEACE auch in Costa Rica. 1989 nahm GREENPEACE in der
UdSSR und in Japan die Arbeit auf, Anfang 1991 wird in Brasilien ein Büro
eröffnet - ein gewaltiger Schritt hin zur tatsächlich weltweit
arbeitenden Umweltschutzorganisation ist getan. Mit
gewaltfreien, direkten Aktionen weist Greenpeace auf die sinnlose Zerstörung
der Zivilisation hin, kämpft für eine bessere Umweltgesetzgebung, gegen
die Ausrottung bedrohter Tierarten, für saubere Luft und reines Wasser, für
die Erhaltung des tropischen Regenwaldes, sowie gegen die Belastung
unserer Erde durch chemische oder radioaktive Substanzen. Vor
allem zwei Dinge sind für die Stärke und die Erfolge von GREENPEACE
ausschlaggebend: 1)
Auf der einen Seite die Fähigkeit, dank ausgeklügelter
Kommunikationsmethoden über Computernetzwerke und einer intensiven
finanziellen und organisatorischen Zusammenarbeit aller Büros tatsächlich
weltweit, gut koordiniert internationale Kampagnen durchzuführen. 2)
Auf der anderen Seite sichern die weitgestreute Basis der Mitglieder und
die Überparteilichkeit finanzielle und politische Unabhängigkeit. Ziel
aller GREENPEACE-Arbeit ist es, dass die Menschen ein Bewusstsein für ökologische
Zusammenhänge entwickeln und alles Leben respektieren lernen. GREENPEACE
tritt dafür ein, dass die Menschen den Einklang mit der Natur finden müssen,
wenn die Welt, wie wir sie heute kennen, überleben soll. Ansonsten wird
sich die Warnung der Cree-Indianer bewahrheiten:
ERST
wenn |