Das Pfingstwochenende 2001 und die damit verbundene Reisetätigkeit vieler Plattensammler wirkten sich überaus deutlich auf die Besucherfrequenz aus, weshalb so mancher Aussteller schon ab 14.00 das Handtuch warf. Sogar der Veranstalter suchte schon lange vor 17 Uhr das Weite, und das obwohl normalerweise der Kapitän zuletzt das sinkende Schiff verläßt ...
In Ermangelung von Kunden nützte ich die dadurch gewonnene Zeit damit, mich durch tausende von Singles um 10 Schilling zu wühlen, wozu ich bei besserem Geschäftsgang wohl keine Gelegenheit gehabt hätte. Dank der dabei gefundenen Platten kann ich aber doch noch ein versöhnliches Resümee für diese Plattenbörse ziehen.
Bayernpower - Funky Called Medina
Johnny Burnette Trio - Lonesome Train/The Rain Kept A-Rollin’
Joey Dee - No No
Neil Diamond - Cracklin’ Rosie
Dramatics - Whatcha See is Whatcha Get
Duran Duran - A View To A Kill
Duane Eddy - Rebel Rouser
Eydie Gorme - Blame It On The Bossa Nova
Tommy Kent - Sweet, Baby Sweet
Mocedades - Das bist du
Randy Randolph - Yakety Sax/Percolator
Mike Roger - Let’s Slop
Mike Roger - Schwarze Wolke
Rucki Zucki Palmencombo - I kann di net vergessen
Yes - Owner Of A Lonley Heart
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Bayernpower - Funky Called Medina (1989, Single)
Bevor sich der deutsche Hip-Hop ab Anfang der 90er Dank der Erfolge der Fantastischen 4 oder dem Rödelheim Hartreim zu etablieren begann, waren deutschsprachiger Rap, oder was dafür gehalten wurde, vorerst nur auf Coverversionen amerikanischer Hits, beschränkt. Eingeläutet wurde dieses Genre 1980 mit „Rapper's Deutsch" von G.L.S. United (1980; D # 49), wo sich Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer an „Rapper’s Delight" der Sugarhill Gang (1979; A # 5, D # 3, UK # 3, US # 45) versuchten und den Noveltyeffekt des Rap nutzen konnten und es sollte 9 Jahre dauern, bis mit „Funky Called Medina" (1989; D # 32) von Bayernpower wieder eine deutsche Version eines Raphits einigermaßen erfolgreich war.
Verantwortlich dafür zeichnet Harold Faltermeyer, der mit dem den Soundtrack zu „Beverly Hills Cop" und dem dazugehörigen „Axel F" (1985; A # 8, D # 2, UK # 2, US # 3) zum Starproduzenten aufstieg und zuletzt die Aufnahmen zu Rainhard Fendrichs überraschend erfolgreichen Comebackalbum „Männersache" leitete.
Ganz im Stile von deutschen Spielfilmen wie „Zwei Bayern im Harem" (1957), in dem die Hauptprotagonisten Joe Stöckel und Beppo Brem derart politisch unkorrekt agieren, daß es so manchen Grünpolitiker heutzutage die Zornesröte ins Gesicht treibt, hat Faltermeyer das „Funky Called Medina"-Original von Tone Loc (1989; A # 11, D # 7, UK # 13, US # 3), das von einem ein Aphrodisiakum namens Medina und dessen Folgen handelt, einigermaßen wortgetreu ins typisch Bayrische inkl. einigen Weisheiten wie „Andere Länder andere Sitten, andere Weiber, andere..." übertragen und passenderweise „Ein Bayer in New York" betitelt.
Während Tone Loc mit „Wild Thing" (1989; A # 15, D # 18, UK # 21, US # 2) zumindest noch einen zweiten Hit vorweisen konnte, war es mit der Bayernpower nach „Funky Called Medina" auch schon wieder vorbei.
(5/10)
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Johnny Burnette Trio - Lonesome Train/The Train Kept A-Rollin’ (1957, Single)
Mit Johnny Burnette verbindet man in erster Linie nur seine Hits „Dreamin‘ (1960; UK # 5, US # 11) und „You’re Sixteen" (1960; UK # 3, US # 8), das später von Ringo Starr wiederbelebt wurde (1974; D # 19, UK # 4, US # 1). Tatsächlich war er aber gemeinsam mit seinem Bruder Dorsey und dem Gitarristen Paul Burlison, die alle 3 übrigens vor ihrer Musikerkarriere Boxer waren, eine der wichtigsten und zu Unrecht vergessenen Urväter des Rock’n’Roll, die wie viele andere auch im Schatten von Elvis Presley blieben.
Dabei hatte Johnny Burnette mit Presley einiges gemeinsam, stammte er doch ebenfalls aus Memphis/Tennessee, verdiente seine Brötchen bei der Crown Electric Company, wo der King als Lastwagenfahrer arbeitete, auf seinen Konzerten entfachte er oftmals Zuschauertumulte und als Draufgabe hatte er auch eine ähnliche Stimme wie Elvis. Die Ähnlichkeit war dermaßen groß, daß deswegen das Johnny Burnette Trio von Sam Philips, dem Boss von Presleys Label Sun, nicht unter Vertrag genommen wurde, vermutlich um seinem besten Pferd im Stall Konkurrenz in den eigenen Reihen zu ersparen.
Bereits 1954 veröffentlichte das Johnny Burnette Trio mit „You‘re Undecided" die erste Single, aber es sollte bis zum Sommer 1956 dauern, bis sie im Sog von Elvis Presley’s Rock’n’Roll-Revolution für Coral, ein Sublabel des damaligen Branchenriesen Decca, in Nashville/Tennessee 16 Titel aufnahmen, die in puncto Rock’n’Roll bzw. Rockabilly-Authentizität ihresgleichen suchen.
Unter diesen Titeln befand sich eine Coverversionen des Big Band-Klassiker „The Train Kept A-Rollin’" von Tiny Bradshaw. Obwohl beim Original schon ganz schön die Post abgeht schaffte es das Johnny Burnette Trio, den Song, um im Eisenbahnjargon zu bleiben, von der Schwäbschen Eisenbahn zum TGV zu tunen.
Hauptverantwortlich dafür ist nicht nur der inbrünstige Gesang von Johnny Burnette, sondern das atemberaubende Gitarrespiel von Paul Burlison. Der für damalige Verhältnisse bahnbrechende Fuzzgitarrensound kam übrigens zufällig zustande: Vor einem Auftritt beschädigte Burlison unbemerkt eine Röhre seines Gitarrenverstärkers und bemerkte erst live on stage, daß sich dadurch der Gitarrensound entscheident verändert hatte. Davon fasziniert perfektionierte er die dazu nötige Handhabung seines Verstärkers und nutzte diesen Effekt auch auf mehreren Studioaufnahmen
Nachdem „The Train Kept A Rollin'" sich zu alles anderem als einem Renner entwickelte, geriet der Song großteils in Vergessenheit, bis ihn die Yardbirds 1965 für ihr selbstbetiteltes Album wieder vom Abstellgleis holten und ein Jahr darauf in dem legendären 60er Jahre Film „Blow-Up" von Michelangelo Antonioni unter dem Titel „Stroll On" neu einspielten. Nachdem die Yardbirds eine der Hauptinspirationsquelle unzähliger US-Garagenpunk-Bands waren, gibt es dementsprechend viele stilistisch sehr vielfältige Coverversionen. Die gelungensten stammen von den Cynics (zu finden auf der Compilation „Sixties Archives #2"), Rogues (Pebbles 4), Precious Few (Sixties Archives #5) und Steve Walker & The Bold (Pebbles 10).
Bei der vorliegenden Single ist „The Train Kept A Rollin'" allerdings „nur" die Rückseite, denn die A-Seite ist dem Rockabilly-Titel „Lonesome Train" vorbehalten, den man eigentlich in den gleichen musikhistorischen Kontext mit Elvis’ „Mystery Train" (1955) stellen sollte und den das Johnny Burnette Trio in dem legendären Rock’n’Roll-Streifen „Rock Rock Rock" (1956) präsentierte.
Dem aufmerksamen Leser wird mittlerweile die ungewöhnliche Häufung von Zügen in den Songtiteln aufgefallen sein, aber Züge wurden und werden gerne in Songs als beliebte Metapher für unaufhaltsame Veränderung, Aufbruch, Ankunft Flucht, Heimkehr und oftmals Ort schicksalshafte Begegnungen sowohl in der Musik als auch im Film verwendet, man denke an Alfred Hitchcocks „Strangers On A Train" (1951), „Mord im Orient Express" und unzählige andere Filme, in denen Züge eine wesentliche Rolle spielen.
Auf den Erfolgszug des Rock’n’Roll konnte das Johnny Burnette Trio trotz exzellenter Reputation und einiger Popularität leider nicht aufspringen, da ihr Label Coral nicht imstande war, ihre Platten entsprechend zu promoten und daher brach das Trio 1957 auseinander. Danach versuchten sich Dorsey & Johnny Burnette als Songwriter für Stars wie Ricky Nelson und nahmen gemeinsam, allerdings mit geringem Erfolg einige Singles auf. Erst als sie musikalisch getrennte Wege gingen stellte sich für beide kommerzielle Erfolg ein. Johnny Burnette konnte neben seinen beiden eingangs erwähnten Klassiker „Dreamin’" und „You’re Sixteen" auch noch die Hits „Little Boy Sad" (1961; UK # 12) und „God, Country And My Baby" (1961; US # 18) für sich verbuchen. Dorsey Burnette landete mit „(There Was A) Tall Oak Tree" (1960; US # 23) seine einzigen nenneswerten Erfolg.
Im Zuge des um 1980 eingeleiteten Rockabilly-Revival zog es Paul Burlison, der sich nach der Trennung vom Johnny Burnette Trios fast völlig ins Privatleben zurückgezogen hatte, wieder auf die Bühne. Eine Reunion in der Originalbesetzung konnte allerdings nicht zustandekommen, denn Johnny Burnette starb bereits 1964 bei einem Angelunfall, Dorsey Burnette 1979 an einem Herzinfarkt. Dafür, daß Burlison dennoch gemeinsam mit einem Burnette auf Tour gehen konnte, sorgte Johnny Burnettes Sohn Rocky Burnette, der 1980 mit „Tired Of Toein’ The Line" (1980; A # 9, D # 44, UK # 58, US # 8) einen respektablen Hit landen konnte.
Lonesome Train (7/10)
The Train Kept A-Rollin’ (9/10)
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Joey Dee - No No (1963; Single)
Daß der Twist mehr war als ein kurzlebiger Modetanz ist nicht allein das Verdienst von Chubby Checker, sondern vor allem von Joey Dee & The Starlighters. Checker verhalf diesem Tanz zwar mit "The Twist" (1960; UK # 44, US # 1; 1962; D # 12, UK # 14, US # 1; 1975, UK # 5; 1988 (Neue Version mit den Fat Boys); A # 2, D # 1, UK # 2, US # 16 ) oder „Let’s Twist Again" (1961; A # 1, D # 12, UK # 2, US # 8; 1976, A # 12, UK # 5) zu weltweiter Popularität, aber erst Joey Dee machte ihn dermaßen gesellschaftsfähig, sodaß sich selbst Frank Sinatra diesem Phänomen nicht entziehen konnte und „Ev’rybody’s Twistin’" (1962; UK # 22, US # 75) aufnahm.
Joey Dee & The Starlighters waren ursprünglich die Hausband des New Yorker Nachtclubs „Peppermint Lounge", einem Treffpunkt der örtlichen, großteils eher betagten Society, die Ende 1961 den Twist auch für sich entdeckte. Dieser Umstand wurde in den amerikanischen Medien hochgespielt, weshalb der „Peppermint Club" rasch als vermeintliche Wiege des Twist galt und Joey Dee & The Starlighters sich als führende Twistformation etablierten
Um die Hype rund um den „Peppermint Club" zu nutzen, hieß die erste Single von Joey Dee & The Starlighters passenderweise „Peppermint Twist" (1962; A # 11, UK # 33, US # 1), der sowohl die Band als auch ihren Auftrittsort schlagartig weltweit bekannt machte, wobei in den britischen Charts die überaus originell benannte Formation Danny Peppermint & The Jumping Jacks mit ihrer Coverversion (1962; UK # 26) geringfügig die Nase vorn hatte.
Es war unausbleiblich, daß die deutsche Plattenindustrie auch am Peppermint-Kuchen mitnaschen wollte. So verkaufte Roulette, das Label von Joey Dee, seine Platten unter dem Motto „Wenn schon Twist, dann Originaltwist", bezeichnete ihn als Schöpfer des Twist und veröffentlichte eine deutsche Version des „Peppermint Twist" von den Cousins. Diese war aber gegen Caterina Valente & Silvio Francesco (1962; A # 12, D # 8) chancenlos, die als Draufgabe noch den einzigartigen „Popocatepetl Twist" (1962; D # 18) auf der Rückseite ihrer Single hatten.
In den USA konnte Joey Dee teils mit oder ohne Starlighters mit „Hey, Let’s Twist" (1962; US # 20), „What Kind Of Love Is This" (1962; US # 18) und vor allem „Shout (1962; US # 6)", das er von den Isley Brothers (1959; US # 47; 1962; US # 94) coverte und erst von Lulu (1964; UK # 7, US # 83; 1986; UK # 8) zum Klassiker wurde, noch einige Hits landen. Mit dem Schwinden der amerikanischen Twistbegeisterung und dem Auftauchen der Beatles begann aber auch sein Stern zu sinken, daran konnte seine Aufforderung „Dance, Dance, Dance" (1963; US # 89) auch nichts mehr ändern. Glücklicherweise war im deutschen Sprachraum der Twist immer noch en vogue, weshalb sich das mitreißende „Ya Ya" (1962; A # 6, D # 4; 1971; A # 12), im Original von Lee Dorsey (1961; US # 7) und „Hello Josephine" (1962; A # 15, D # 42), eine Coverversion von Fats Dominos „My Girl Josephine" (1960; UK # 32, US # 14) noch hoch in den Charts plazieren konnten. Darüberhinaus ging er den Weg unzähliger anderer US-Stars, die in ihrer Heimat nicht mehr gefragt waren, Platten in deutscher Sprache aufzunehmen.
Zu diesem Behufe wurde von Joey Dees Plattenfirma Roulette die Frankfurter Fats Domino-Klonen Fats & His Cats" engagiert, die bereits mit „Mr. Domino" (1963; D # 40), „Slop With Me" (1963; D # 33), „Lazy Lady" (1964; D # 28), im Original überraschenderweise von Fats Domino (1964; D # 28, US # 86) und „Die hübschen Girls aus Germany" (1965; D # 28) einige Erfolge vorweisen konnte. Gemeinsam wurde die Single „No No" (1963; A # 12, D # 18) eingespielt, die neben einem frenetisches Saxophonsolo und eindrucksvollen „No-No-No-No-No-No-No-No No No No"-Chören vorgetäuschte Liveatmosphäre bietet, um damit Joey Dees durch den „Peppermint Twist" erworbenes Image gerecht zu werden, wobei allerdings der gegen Ende eingespielte frenetische Jubel nahezu grotesk wirkt.
Die Nachfolgesingle „Bitte Bitte Baby" (1964; D # 30) konnte einigermaßen an den Erfolg von „No No" anschließen, woran der Text sicherlich nicht ganz unbeteiligt war:
Bitte, Bitte, Baby (Yeah, Yeah, Yeah)
Bitte sei mein Baby (Yeah, Yeah, Yeah)
Du bist wundervoll
du bist einfach toll
Bitte, Bitte, Baby
sei mein Baby-Doll
Was neben diesem textlichen Glanzlicht hier besonders auffällt ist der deutliche Einfluß der Beatles, der sich nicht nur in den „Yeah, Yeah, Yeahs", sondern am Arrangement bemerkbar macht. Letztlich konnte aber dieser Versuch, sich an den Beatboom anzuhängen, sein Karriereende nicht verhindern.
(7/10)
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Neil Diamond - Cracklin’ Rosie (1970, Single)
Bei dieser Single, auf der „Niel Diamond" als Interpret aufscheint ist nicht nur die sicherlich allgemein bekannte A-Seite „Cracklin’ Rosie" (1970; A # 6, D # 7, UK # 3, US # 1) interessant, sondern die fast schon gospelartige live eingespielte Rückseite „Lordy".
Es erscheint zumindest mir etwas überraschend, daß fast alle seiner frühen Hits gecovert wurden (Details dazu gibt es in meiner Kritik zu seinem Album Shilo zu lesen) fleißig gecovert wurden, aber kaum jemand sich an „Cracklin’ Rosie" versucht hat, obwohl der Song unbestritten einer von Neil’s gelungensten ist.
Cracklin’ Rosie (8/10)
Lordy (6/10)
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Dramtics - Whatcha See Is Whatcha Get /Get Up And Get Down (1971, Single)
Das 1964 in Detroit gegründete talentierte Gesangsquartett schaffte nach einigen mageren Jahren seinen Durchbruch erst dank eines Plattenvertrages mit dem Label Stax/Volt, wo sie mittels üppiger Bombastarrangements und Vokalharmonien zum Pendant der Motown-Superstars Tempations aufgebaut wurden.
Der erste und wohl populärste Hit gelang den Dramatics mit „Whatcha See Is Whatcha Get" (1971; US # 9), das wegen seines prägnanten Fuzzgitarrenriffs oftmals als Samplequelle diente. Letztes Jahr beschränkte sich die spanische Formation Sergent Garcia nicht damit, nur Teile von „Whatcha See Is Whatcha Get" zu verwenden, sondern basierten ihre Single „Camino de la vida" zur Gänze auf diesem Titel.
Während der exzellenten Nachfolgesingle „Get Up And Get Down" (1972; US # 93), die auf der Rückseite der hier vorliegenden Pressung aus der „Bellaphon/Stax-Double Hitter"-Serie zu finden ist, unverständlicherweise sang- und klanglos unterging, gelang den Dramatics mit der Ballade „In The Rain" (1972; US # 5) ihr größten Hit.
Trotz diverser Umbesetzungen, Labelwechsel und dem unaufhaltsamen Aufstieg von Phillysound und Disco fanden die Dramatics noch bis zu ihrer Auflösung 1982 mit gelungenen Singles wie der Funknummer „Shake It Well" (1977; US # 61) unter Soulfans großen Anklang.
Whatcha See Is Whatcha Get (9/10)
Get Up And Get Down (9/10)
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Duran Duran – A View To A Kill (1985, Single)
Die mit ihrem Debuthit „Planet Earth" (1981; UK # 12) gestartete Eroberung des Planeten Mainstreampop schien für Duran Duran spätestens 1984/85 von Erfolg gekrönt zu sein. Heute legendäre, aber oftmals immer noch verschmähte 80er-Klassiker wie das raffiniert produzierte „The Reflex" (1984; A # 1, D # 8, UK # 1, US # 1) oder der clever inszenierte vermeintliche Imagewandel mit "Wild Boys" (1984; A # 1, D # 1, UK # 2, US # 2) verschaffte der Band derartige Popularität und kommerzielles Appeal, daß ihnen die Ehre zuteil wurde, den Titelsong des James Bond-Abenteuers „Im Angesicht des Todes" zu interpretieren.
„A View To A Kill" (1985; A # 3, D # 5, UK # 2, US # 1), geschrieben von 007-Score-Altmeister John Barry und facettenreich-bombastisch produziert von Chic-Mastermind Bernhard Edwards entwickelte sich völlig zu Recht zum weltweit meistverkauftesten James Bond-Titelthema war gleichzeitig eine Art Abschiedsgeschenk von Duran Duran an die Fans, da sie sich die Band eine einjährige Auszeit nahm und die einzelnen Bandmitglieder sich diversen Soloprojekten widmeten.
Während sich die Nicht-Gebrüder Andy und John Taylor mit Robert Palmer ("Addicted To Love", 1986; A # 21, UK # 5, US # 1) und Ex-Chic-Drummer Tony Thompson verstärkten und die Formation Power Station gründeten, die mit "Some Like It Hot" (1985; A # 4, D # 16, UK # 14, US # 9) und der T. Rex Coverversion "Get It On" (1985; A # 17, D # 37, UK # 22, US # 9) zwei im Zuge des 80er-Revivals bislang unbeachtete Hits landeten, blieben Simon LeBon, Nick Rhodes und Roger Taylor lieber unter sich und verbuchten als Arcadia mit "Election Day" (1985; A # 9, D # 21, UK # 7, US # 6) ihren einzig nennenswerten Erfolg. Darüberhinaus lieferte Roger Taylor mit "I Do What I Do" (1986; A # 15, D # 58, UK # 42, US # 23) einen Beitrag zum kulinarischen Erotikklassiker "9 ½ Wochen" und Andy Taylor versuchte sich mit dem musikalischen Leichtgewicht "Take It Easy" (1986; A # 25, US # 24) ebenfalls solo.
Im Laufe der seither über eineinhalb Jahrzehnten durchliefen Duran Duran nach zahlreichen personellen Umbesetzungen alle Höhen und Tiefen des Popbusiness. Derzeit befinden sie sich in einem Wellental, denn ihr bislang letztes Album "Pop Trash" machte seinem Namen alle Ehre. Nach diesem kommerziellen wie musikalischen Fiasko kann es aber nur mehr aufwärts gehen und außerdem läßt es sich von den laufenden Tantiemeneinnahmen ihrer weltweiten über 60 millionenmal verkauften Tonträger sicherlich gut leben.
(8/10)
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Duane Eddy - Rebel Rouser (1958, Single)
Wer im Österreich der frühen 60er der damaligen Backfisch- & Halbstarkengeneration angehörte, für den bedeutet die Grußformel „Hallo Teenager" mehr als nur eine völlig anachronistische Begrüßung, handelte es sich es doch um eine damals populäre Jugendsendung, an die sich viele heute noch oftmals nostalgisch verklärt erinnern. Sollte der Zahn der Zeit aber zuviel am Erinnerungsvermögen genagt haben, stellt sich die Erinnerung garantiert schlagartig beim Hören der dazugehörigen Signation ein, für die das Instrumental „Rebel Rouser" (1958; UK # 19, US # 6) von Duane Eddy verwendet wurde, das nicht nur ihn als einen der erfolgreichsten Gitarristen mit weltweit über 100 Millionen verkauften Platten etablierte, sondern vor allem seinen charakteristischen „Twangy" Gitarrensound, der seither unzählige Musiker beeinflußt hat.
Eddy entwickelte diesen Sound mit seinem Entdecker, dem Songwriter und Produzenten Lee Hazelwood, der unter anderem mit Nancy Sinatra das grandiose Album „Nancy & Lee" aufgenommen hat, das die klassischen Hitsingles „Summerwine" (1967; A # 15, US # 78), „Jackson" (1967, A # 2, D # 8, UK # 11, US # 13) und „Ladybird" (1967; A # 18, D # 33, UK # 47, US # 35) und „Some Velvet Morning" (1967; US # 32) beinhaltete. Hazelwood verstand es perfekt, Eddys Gitarrensound mit einem krächzendem Saxophon, meist undefinierbares Cowboygeschrei anstimmende Backgroundchöre und Händeklatschen zu kombinieren und die Zusammenarbeit der Beiden wurde bereits mit dem Achtungserfolg der Debutsingle „Movin’n’Groovin" (1958; US # 72) belohnt. Als Backgroundsänger wurden übrigens nicht irgendwelche Studiomusiker vor das Mikrophon gestellt, sondern die Doo-Wop-Formation Rivingtons engagiert. Diese sollten ein paar Jahre mit „Papa-Oom-Mow-Mow“ (1962; US # 48, davon gibt es auch eine deutsche Version von Gus Backus ) und „The Bird’s The Word“ (1963; US # 52) 2 Singles veröffentlichen, aus denen die Surfcombo Trashmen das mitreißende Medley „Surfin Bird“ bastelte (1964; D # 25, US # 4), einen der wohl ultimativen Surfsongs aller Zeiten, der seither auf einer Vielzahl von Soundtracks auftauchte, wie etwa bei „Platoon“ (1987).
Während die Nachfolgesingle „Rebel Rouser" wohl nicht näher vorgestellt werden muß, da es sich um eines der wohl populärsten Rock’n’Roll-Instrumentals überhaupt handelt, sollte der Rückseite „Stalkin’" durchaus auch Beachtung geschenkt werden.
Animiert vom damals gerade populären Slow-Motion-Modetanzes „Stroll", für den die Vokalformation Diamonds den passenden gleichnamigen Hit (1958; US # 5) ablieferte, bastelten Eddy & Hazelwood mit „Stalkin’"einen Song, der im ähnlich langsamen Tempo gehalten war und eindeutig auf die selbe Zielgruppe abzielte, denn „Strolling" als auch „Stalkin’" bedeuten beides „schleichen, schlendern, schreiten". Auch wenn vermutlich kaum jemand von dieser Tatsache Notiz nahm, ist es sicherlich dank des eingängigen Riffs und dem brillianten Saxophonsolos eine der gelungensten und coolsten Aufnahmen Duane Eddys.
Um 1960 ließ die Coolness von Eddys Platten allerdings deutlich nach, denn immer stärker verwässerten üppige Backgroundchöre und Streichersätze den einstigen Rock’n’Roll-Sound. Diese Imagekorrektur machte sich aber bezahlt, denn dadurch wurde seine Musik um einiges breitenwirksamer, was sich äußerst positiv auf die Plattenverkäufe von Hits wie „Because They’re Young" (1960; UK # 2, US # 4), aber auch auf die seiner Alben auswirkte.
Aus dieser Periode stammt übrigens ein weiterer ein weiterer Titel von Duane Eddy, der es in Österreich zu Signationehren brachte: Als noch niemand die Existenz von Kuschelrock-CDs ahnte, erfüllte diesen Zweck die Ö3-Sendung „Musik zum Träumen", die lange Jahre von „Last Date", im Original vom Pianisten Floyd Cramer (1960; US # 2), eingeleitet als auch beendet wurde.
1962 verließ Eddy sowohl seinen Mentor Lee Hazelwood als auch sein Label Jamie und wechselte zum damaligen Branchenriesen RCA, wo er mit „(Dance With The) Guitar Man" (1962; UK # 4, US # 12) seinen letzten größeren Hit landen konnte. Begleitet wurde er dabei erstmals von der Girlgroup Rebelettes, hinter denen sich die heute gänzlich unbekannten Blossoms verbergen, die allerdings pophistorisch eine nicht unwichtige Rolle spielten, wie man hier nachlesen kann. Diese weibliche Verstärkung konnte allerdings nicht verhindern, daß sich die danach veröffentlichten Singles „Boss Guitar" (1963; UK # 27, US # 28), „Lonley Boy, Lonley Guitar" (1963; UK # 35, US # 82), und „Your Baby’s Gone Surfin’" (1963; UK # 49, US # 93) immer weiter hinten in den US-Charts plazierten. Nach dem erfolglosen Versuch, den „Rebel Rouser" mit der Single „The Son Of The Rebel Rouser" (1963; US # 97) wiederauferstehen zu lassen, verschwand Eddy für über 20 Jahre völlig von der Bildfläche.
1986 tauchte er kurzfristig aus der Versenkung auf, als sich die die britischen Elektronik-Popper Art of Noise seines Klassiker „Peter Gunn" (1959; UK # 6, 1960; US # 27) erinnerten und ihn dazu einluden, ein zeitgemäßes Remake (1986; A # 13, D # 17, UK # 8, US # 50) aufzunehmen.
Rebel Rouser (9/10)
Stalkin’ (8/10)
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Eydie Gorme - Blame It On The Bossa Nova (1963, Single)
„Schuld war nur der Bossa Nova" (1963; A # 1, D # 1) meinte einst die im Frühjahr 2001 zu früh verstorbene Manuela und recht hatte sie, denn ohne diesen Modetanz, dessen Rhythmus bis heute immer wieder in diversen Pop- und Jazzproduktionsen auftaucht, um südliches, relaxtes Lebensgefühl zu vermitteln und ihrer deutschen Version der Bossa Nova-Hymne „Blame It On The Bossa Nova" (1963; A # 7, D # 18, UK # 32, US # 7) von Eydie Gorme wäre Manuelas Karriere anders verlaufen und sie hätte vermutlich wieder ihren Job am Fließband annehmen müssen.
Bevor Eydie Gorme in der Originalversion den Bossa Nova als Aphrodisiakum mit gleichzeitiger beziehungsfördernde Wirkung besang, war sie bereits einige Jahre mit Las Vegas-kompatiblen Balladen wie „Love Me Forever" (1958; UK # 21, US # 86) erfolgreich. Seit 1960 bildet sie mit ihrem Ehemann Steve Lawrence, der seinerseits seit 1952 Hits wie „Pretty Blue Eyes" (1959; US # 9) und „Footsteps" (1960; UK # 3, US # 7) landen konnte, das Traumpaar des Las Vegas-Schlagers, das bis heute in Amerika seine Popularität bewahrt hat.
Außerhalb ihrer Heimat und England war dem allerdings nicht so, einzig das von dem talentierten Brill Building-Songwriterpärchen Barry Mann & Cynthia Weil geschriebene „Blame It On The Bossa Nova" machte den Namen Eydie Gorme in den deutschsprachigen Ländern kurzfristig bekannt. Mehr war aber nicht drin, denn gegen Manuelas deutsche Version, die in Österreich ganze 12 Wochen die Chartsspitze belegte, war Eydie chancenlos.
Was ihre Interpretation dennoch überaus sympathisch macht ist ihr etwas begrenztes stimmliches Repertoire, denn bei den hohen Tönen singt Eydie schlichtweg falsch, was für jedes mutige weibliche Karaoketalent sicherlich Ansporn genug sein sollte, es besser zu versuchen.
Nach „Blame It On The Bossa Nova" widmete sich Eydie Gorme in „Can't Get Over (The Bossa Nova)" (1964, US # 87) ein weiteres Mal dem Tanz, dessen englische Übersetzung aus dem Portugiesischen übrigens „New Wave" bedeutet, aber die Zeit der Charterfolge war für Eydie als auch ihrem Gatten Steve bereits abgelaufen. Dennoch blieben sie seither auf der Siegerstraße, denn die beiden ernteten 2 Grammys, zahlreiche andere Auszeichnungen und wurden darüberhinaus für ihre allabendlichen Shows in Las Vegas von Talkshowstar Larry King mit den Worten „If Steve Lawrence and Eydie Gorme don’t enertain you, then no one can entertain you" geehrt.
(8/10)
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Tommy Kent – Sweet Baby Sweet (Single, 1963)
Die Liste von ehemaligen Stars und Sternchen des deutschen Schlagers, die nach Abflauen ihrerer Popularität ein kärgliches Dasein mittels Tingeltouren durch Bierzelte, Kaffeefahrten oder Musikantenstadl führen, falls sie nicht schon in die mitunter tödliche Spirale von Depression, Alkohol und Drogen geraten sind, wird von Jahr zu Jahr immer länger. Einer, der überraschenderweise nicht in dieser Liste aufscheint ist Tommy Kent, mit bürgerlichem Namen Guntram H. Kühbeck. Überraschend deshalb, weil er nicht nur meiner Meinung nach für seine Stimme einen Waffenschein benötigt hätte und alles andere als ein charsimatischer Entertainer war..
Offenbar war man bei Polydor anderer Meinung und ließ ihn „Susie Darlin’ (1959; A# 3, D # 6), die deutsche Version der gleichnamigen Robin Luke-Schnulze (UK # 23, US # 5), aufnehmen. Aufgrund dieses Erfolges durfte er in einigen Schlagerfilmchen mitwirken und, was fast noch bedauerlicher ist, weitere Platten aufnehmen, deren Texte sich völlig dem gesanglichen Niveau anpaßten. Nach „Susie Darlin" folgte „Wie keine andere" (1959; D # 45), im Original „Personality" (1959; UK # 9, US # 2) von Lloyd Price. Bemerkenswert an dieser Single ist zweifellos die Rückseite „Ich brauche dich dazu", denn hier wurde Elvis Presleys „ I Need Your Love Tonight" (1959; D # 15, UK # 1, US # 4) in die Mangel genommen und das Resultat ist eine unfreiwillig komische deutsche Coverversion, die fast schon an Selbstparodie grenzt. Die nächsten Singles, mit Ausnahme von „Alle Nächte" (1960; D # 46) floppten allesamt und damit schien Tommy Kents Karriere auch schon wieder vorbei zu sein.
3 Jahre zogen ins Land und die populäre Musik hatte sich inzwischen dramatisch geändert. Spätestens am 5.10. 1963 begann sich der Beat auch im deutschen Sprachraum unaufhaltsam durchzusetzen, denn an diesem Tag kletterten die Beatles mit „Twist And Shout" (1963; D # 10, 1964; A # 12, US # 2) und die Searchers mit „Sweets For My Sweet" (1963; D # 44, UK # 1) erstmals in die deutsche Hitparade. Da es sich bei letzterem Titel um eine Coverversion von den Drifters (1961; US # 16) handelt, dürfte sich jemand bei Polydor an die 1961 veröffentlichte erfolglose deutsche Version von Tommy Kent namens „Sweet, Baby Sweet" erinnert haben. Um den damaligen für heutige Verhältnisse unglaublich hohen Bedarf an deutschsprachigen Aufnahmen möglichst rasch zu befriedigen, wurde kurzerhand dieser Titel wiederveröffentlicht und brachte Kent ein kleines, aber nicht minder erstaunliches Comeback (1963; D # 44). Wer sich nun diese Single gekauft hat, ohne sie vorher anzuhören, dürfte ziemlich überrascht gewesen sein, als sich diese Version von „Sweets For My Sweet" nicht als Beatschlager erwies, sondern gemäß dem Original von den Drifters im Latin-Rhythmus gehalten war. „Muß das sein" dachten sich deshalb vermutlich nicht nur die deutschen Plattenkäufer, sondern war auch der Titel der Rückseite, für die Cliff Richards „Please Don’t Tease" (1960; UK # 1) als Basis herhalten mußte.
Dieser Hit bewirkte für Tommy Kent keinen wesentlichen Karriereschub, aber brachte ihm zumindest einen Plattenvertrag bei CBS ein, wo er mit dem selbstgeschriebenen „Sag endlich ja" (1965; D # 32), einer einzigartigen Mischung aus Schlager, Beat und Motownsound seinen letzten Abstecher in die Charts machen konnte. Nach dem Flop der Nachfolgesingles zog er einen Schlußstrich unter seine Sangeskarriere und schaffte zur Überraschung Vieler einen Karrieresprung, den ihm angesichts seiner musikalischen Qualitäten niemand zugetraut hätte: Er studierte Architektur als auch moderne Kunst und ist mittlerweile ein mehrfach ausgezeichneter Architekt als auch renommierter Maler. Wer sich davon überzeugen will, kann das hier tun
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„Sweets For My Sweet" (Musik 4/10, unfreiwillige Komik 9/10)
„Muß das sein" (Musik 4/10, unfreiwillige Komik 8/10)
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Mocedades - Das bist du (1973, Single)

Der Songcontest 1973 hatte einige Überraschungen auf Lager: Siegerin wurde die für Luxemburg angetretene Französin Anne-Marie David mit „Tu te reconnaitras" (1973; D # 40), einem der zahlreichen vergessenen Siegertitel mit keinerlei Wiedererkennungswert und noch weniger Ohrwurmqualitäten, eine Tatsache, die sich bekanntlicherweise auch heuer fortgesetzt hat. Überraschend war auch, daß der haushohe Favorit Cliff Richard, der mit seiner Teilnahme seine etwas ins Stocken geratene Karriere wieder in Gang zu bringen versuchte, mit seinem Verbrüderungsstampfer „Power To All Our Friends" (1973; A # 2, D # 4, UK #4) nur den 3. Platz belegte. Mehr Power hatte offenbar die spanische Formation Mocedades, die sich mit der typischen und fast schon hymnischen Songcontest-Schmalspurbombastnummer „Eres Tu" (1973; D # 15) vor Cliff auf Platz 2 reihte.
Dieser Erfolg führte wie bei zahlreichen anderen Songcontesttiteln dazu, daß „Eres Tu" in mehreren Sprachen aufgenommen wurde. Während die englische Version „Touch The Wind" in den USA 1974 bis auf Platz 9 kletterte, konnte sich die deutsche Version „So bist du" nicht durchsetzen, die aber zumindest durch den starken Akzent von Sängerin Izaskum Amezaga gewisse Nettigkeit nicht leugnen kann.
Ein Song, der gut ins Repertoire der ehemals angesehenen deutschen Alternativpopper Blumfeld passen würde, die neuerdings zum Schrecken ihrer alten Fans versuchen, den deutschen Schlager neu zu definieren.
(5/10)
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Randy Randolph - Yakety Sax/Percolator (1963, Single)
In den späten 50ern wollte der amerikanische Saxophonist Homer Louis „Boots" Randolph ins Rock’n’Roll-Geschäft einzusteigen. Zu diesem Behufe nannte er sich Randy Randolph, versuchte sich neben dem Saxophonspielen auch als Sänger und brachte 1958 die Single „Percolator" heraus, die in den USA allerdings fast sang- und klanglos unterging. Zumindest erregte der Titel die Aufmerksamkeit eines deutschen Plattenproduzenten und schon bald gab es von Trude Herr eine deutsche Version namens „Ich will keine Schokolade" (1960; D # 18).
Im Gegensatz zu Trude Herr, die im Text bekanntlich die Fleischeslust der Schokolade vorzieht, besingt Randolph eine amerikanische Kaffeemaschine namens „Percolator". Der knappe 2 Jahre veröffentlichte gleichnamige Instrumentalhit von Billy Joe & The Checkmates (1962; D # 39, US # 10) hat mit dem „Percolator" von Randolph übrigens nichts zu tun. Neben diesem Titel sind mir zumindest noch 2 andere Songs aus der "Percolator"-Periode von Randy Randolph bekannt, die durchaus mehr Beachtung verdient hätten. „Difficult" (1958) ist ein Instrumental im Stile des späten Bill Haley und in dem Noveltysong „I'm Getting Your Message Baby" (1958) dürfte erstmals ein Morseapparat als Musikinstrument verwendet worden sein
Als sich das Scheitern seiner der Rock’n’Roll-Karriere immer mehr abzeichnete, legte er das Pseudonym Randy wieder ab und beschränkte sich als Boots Randolph ausschließlich nur mehr aufs Saxophonspielen. Neben seinen eigenen Instrumentalplatten arbeitete er auch als Studiomusiker und ist unter anderem auf Elvis Presleys "Return To Sender" (1962; A # 9, D # 15, UK # 1, US # 2) zu hören. Stand er bei diesem Hit klarerweise noch im Schatten des Kings, schlug ein paar Wochen später seine große Stunde, als sich „Yakety Sax" (1963; US # 35), das er erstmals 1958 aufgenommen hatte, plötzlich zum Hit mauserte. Auch wenn der Song bald aus den Charts verschwunden war, wurde er in den 70ern dank der „Benny Hill Show", bei der er als Titelthema verwendet wurde, überaus populär
Nach „Yakety Sax" konnte zwar keine der Nachfolgesingles an diesen Erfolg anschließen, aber das dürfte Boots Randolph dank der bis heute fließenden Tantiemeneinkünfte sicherlich verschmerzen und zusätzlich fanden die im Laufe seiner Karriere unter dem Motto „Boots Is My Name, Sax Is My Game" veröffentlichten über 40 veröffentlichten Alben auch beständig ihre Käufer.
Yakety Sax (7/10)
Percolator (8/10)
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Mike Roger - Let’s Slop/Dance The Slop With Me (1963; Single)
Mike Roger - Schwarze Wolke/Why Don’t You Slop With Me (1964; Single)
Die amerikanische Doo-Wop-Formation Olympics war von den späten 50ern bis Mitte der 60ern mit Hits wie „(Baby) Hully Gully" (1959, US # 77)", „The Bounce" (1963; US # 40) oder „Baby Do The Philly Dog" (1966; US # 63) für die dazugehörigen, kurzlebigen Modetänze verantwortlich. Einer davon nannte sich „Slop" und die gleichnamige Hymne versteckte sich auf der Rückseite ihrer Single „Big Boy Pete" (1960; US # 50). Warum sich der Slop im Gegensatz zu unzähligen anderen längst vergessenen Tanzstilen ausgerechnet im deutschen Sprachraum einigermaßen behaupten konnte, ist vermutlich nur durch die Nahverwandschaft zum Hully Gully zu erklären, den ich bereits im Zuge des epochalen Midnight-Hully-Gully von George Dimou hier vorgestellt habe.
Jeder Tanzstil hat bekanntlich seine Galionsfigur und war es beim Twist Chubby Checker, so trug den Titel „King Of The Slop" Mike Roger, den manche einschlägige Nachschlagewerke offenbar wegen seines englischen Namens und ebensolchen Akzents geografisch England zuordneten. Tatsächlich handelte es sich aber um das Pseudonym des deutschen Sängers Hermann Glöckler, der mit „Let’s Slop" (1963; A # 9, D # 10) Österreich und Deutschland zum sloppen brachte. „We Go Crazy With The Slop" sang Mike bzw. Hermann, was allerdings aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehbar ist, denn „Let’s Slop" ist auf den ersten Blick mit seinem eher mäßigen Tempo alles andere als ein lupenreiner Tanzflächenfeger. Interessanterweise gab es kaum Konkurrenz, die Mike Roger den Titel des „King Of The Slop" streitig zu machen konnte. Einer, der es trotzdem wagte war kein Geringerer als Fats Domino, dessen „When I Am Walking The Slop" (1963; A # 20) allerdings nur in Österreich erfolgreich war und angesichts seiner dutzenden Klassiker unverständlicherweise hierzulande seine einzige Chartplazierung blieb. In Deutschland vermochten nur die Frankfurter Fats Domino-Klone Fats & His Cats mit „Slop With Me" (1963; D # 33) Roger geringfügig Paroli zu bieten.
Die Rückseite „Dance The Slop With Me" ist musikalisch mit einem netten Klavieroutro und stellenweise „Uuu" intornierenden Backgroundsängern um einiges abwechslungsreicher als die A-Seite, aber auch textlich kann man der Nummer eine gewisse Orginalität nicht absprechen:
Come On Baby Make Me Happy
Come On Tanz den Slop mit mir
Come On Baby Make Me Happy
Come On Tanz den Slop mit mir
Denn der Slop, Slop, Slop, Slop, Slop, Slop ist jetzt modern
Weil du temperamentvoll bist
Glaub nicht daß du auch herrlich küßt
Mach mich glücklich, augenblicklich,
Tanz den Slop mit mir
Obwohl „Let’s Slop" sein größter Hit wurde, ist der Titel, mit dem man den Namen Mike Roger in erster Linie assoziert, das tragische Westernepos „Schwarze Wolke" (1964; A # 12), im Original „Black Cloud" von Chubby Checker (1963; US # 98), das sich im Schlepptau der Erfolge von Deutschlands Paradecowboy Ronny („Oh My Darling Caroline"; 1964; A # 1, D # 1 ) allerdings nur in Österreich plazieren konnte.
„Why Don’t You Slop With Me/The Way We Used To Do" meint Roger auf der B-Seite und man fühlt sich möglicherweise an Chubby Checkers „Let’s Twist Again" (1961; A # 1, D # 12, UK # 2, US # 8; 1976, A # 12, UK # 5 ) erinnert, wo dieser mittels „Come On Let’s Twist Again/ Like We Did Last Summer" thematisch den von ihm 1960 erstmals propagierten Twist im Jahr darauf äußerst erfolgreich in Erinnerung rief. Dieses Kunststück gelang Mike Roger allerdings nicht und daher versuchte er auf einen anderen, diesmal nicht aus den USA, sondern aus Finnland stammenden, im Frühjahr 1965 europaweit überraschend populären Letkiss, auch bekannt als Jenkka, umzusatteln, der natürlich mit „Letkis (Jenkka)" (1965; A # 13, D # 21) von den Finnish Jenkka All-Stars bzw. „Letkiss" (1965; A # 6, D # 3) von Roberto Delgado die passenden Hymen vorweisen konnte.
Allerdings verschwand Mike Rogers beidseitig originell betitelte Single „Lets Kiss/Carolin-Letkiss" noch schneller als der Jenkka/Letkis aufgetaucht war und der ehemalige „King Of The Slop" hängte danach seine Krone als auch seine Karriere an den Nagel.
Let’s Slop (5/10)
Dance The Slop With Me (7/10)
Schwarze Wolke (7/10)
Why Don’t You Slop With Me (5/10)
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Rucki Zucki Palmencombo – I kann di net vergessn (1982, Single)
Als zu Beginn der 80er Jahre der Austropop seine Hochblüte erreichte, konnte auch Ronald Iraschek, Urgestein des österreichischen Undergroundrock und besser bekannt unter seinem Pseudonym Ronnie Urini, erstaunliche Erfolge verzeichnen.
Gemeinsam mit der psychedelischen Wiener New Wave-Formation Vogues landete er mit "Frozen Seas Of I.O." (1981; A # 2) einen Überraschungshit und schaffte es auch mit seiner eigenen Combo "Die letzten Poeten" mit der Vertonung des Konrad Bayer-Gedichtes "Niemand hilft mir" (1983; A # 21) in die Charts.
Aufgrund seiner musikalischen Historie wird er eher kaum mit der Rucki Zucki Palmencombo in Zusammenhang gebracht, die mit Single "Südseeträume" (1982; A # 6) einen überraschenden Sommerhit landete und wo er hinter dem Schlagzeug saß. Diese vom ehemaligen Alpenrocker, Songcontestteilnehmer und nunmehrigen Viertel des Gesangsquartettes 4Xang Wilfried Scheutz produzierte Projekt nahm das Phänomen des des fernwehgepeinigten und schnulzigen Schlager der 50er Jahre aufs Korn und erzielte bei den jugendlichen Austropopfans als auch sentimentalen Wunschkonzerthörern einige Beliebtheit.
Während „Südseeträume" auch noch heute manchmal im Radio läuft und nicht nur bei österreichischen 80er-Nostalgikern einen legendären Status genießt, ist die ironische Schnulzenparodie "I kann di net vergessn" (1983; A # 11) entgegen ihres Titels großteils vergessen, gleiches gilt für die bislang letzte Single "Mann im Mond" (1983; A # 23). Danach wurde die Rucki Zucki Palmencombo vorläufig in den verdienten Ruhestand geschickt, allerdings in letzter Zeit für vereinzelte Auftritte, allerdings ohne Ronnie Urini, der seither unter einer Vielzahl von klingenden Pseudonymen wie Ronnie Rocket & The Mirror Shades, Ronnie Rocket & The Burning Chrome, Ron Urini & The Wild Bunch und Wild Venus On Wheels in Erscheinung getreten ist, reaktiviert .
(7/10)
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Yes - Ower Of A Lonley Heart (1983, Single)

Während Yes in den 70ern eine der erfolgreichsten Protagonisten des Progressivrock waren, sah es nach 1980 für die Band eher düster aus. Da die Alben in den Regalen der Plattengeschäfte verstaubten, widmeten sich die einzelnen Mitglieder eigenen Projekten. Am erfolgreichsten waren dabei Gitarrist Steve Howe mit Asia („Heat Of The Moment", 1982; D # 7, UK # 46, US # 4) und Sänger Jon Anderson gemeinsam mit dem griechischen Elektonikapostel Vangelis („I’ll Find My Way Home"; 1982; A # 19, D # 6, UK # 6, US # 51).
1983 schaffte es das kurzfristige Yes-Mitglied Trevor Horn, der in den 80ern zum Starproduzenten aufstieg und für Klassiker Hits wie „Relax" von Frankie Goes To Hollywood (1984; A # 3, D # 1, UK # 1; US # 67; 1985; US # 10; 1993; D # 13, UK # 5) oder „Slave To The Rhythm" von Grace Jones (1985; A # 13, D # 4, UK # 12) verantwortlich war, die Band wieder zur gemeinsamen Arbeit im Studio zu überreden. Unter seiner Leitung nahmen Yes mit „Owner Of A Lonley Heart" (1983; A # 8, D # 10, UK # 28, US # 1) einen der wohl wichtigsten Rocksongs der 80er auf, zu dessen Popularität sicherlich auch das dazugehörige Video beitrug.
Es ist sicherlich nicht uninteressant, daß es außer dem US-Rapper Kyper bei „Tic-Tac-Toe (1990; US # 25) kaum jemand wagte, „Owner Of A Lonley Heart" zu samplen.
„Our Song", die Rückseite der Single erlangte ebenfalls einen gewissen Bekannheitsgrad, da viele Radiosender das Intro als Sendungssignation verwendeten.
Da sich scheinbar der Erfolg ganz nach dem Titel ihrer Nachfolgesingle Leave It" (1984; UK # 56, US # 24) wieder verabschiedete, legten Yes eine erneute Pause ein, diesmal allerdings nicht nur aus künstlerischen Gründen, sondern wegen einiger Rechtsstreitigkeiten, die sie später unter anderem dazu zwangen, zeitweise ihre Platten unter dem Namen der verbliebenen Mitglieder „Anderson, Bruford, Wakeman, Anderson" zu veröffentlichen.
Mittlerweile haben sich die Wogen aber wieder geglättet und Yes absolvieren unter ihrem alten Namen immer noch erfolgreiche Tourneen, wenn auch ihre Platten alles andere als reißenden Absatz finden.
Owner Of A Lonley Heart (9/10)
Our Song (6/10)