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German Friends of the International Association for Near-Death Studies (IANDS) - gegr. 2004

PD Dr. Dr. Thomas Angerpointner, München

Es sind vor allem drei Studien, die in aller Welt Aufsehen erregt haben: Die van-Lommel-Studie, die Parnia-(Southhampton)- Studie und die Schwaninger (Washington-University)-Studie. Aber auch andere Arbeiten aus dem Gebiet Medizin/Psychologie/Psychiatrie sind dabei.

Es soll dem Interessierten gezeigt werden, dass inzwischen auch die akademische Wissenschaft auf die NDEs aufmerksam geworden ist. 

OOSTERHOF-VAN DER POEL, M.M.W.: (Trans) personal and psychiatric aspects of consciousness. Symposium, IANDS-Netherlands, Driebergen/NL, 25. November 2000.

Papers

VAN FLORESTEIN, G.:   Philosophical aspects, mystical experiences and psychiatric syndromes with regard to stages of the development of the consciousness.

PRINS, B.: Consciousness through the eyes of transcendental developmental psychology.

ATWATER, P.M.H.: What the near-death experience reveals about consciousness. 

Workshops:

ATWATER, P.M.H.:  The incredible aftereffects of near-death states.

PRINS, B.:  Misson oriented decisions and intuition.

Romijn; H: Are virtual photons the elementary carries of consciousness?

LINSCHOTEN, J.:  Consciousness and spiritual energy.

VAN FLORESTEIN, VERHULST-SLEE, M.: Case histories and transpersonal experiences of adults with psychiatric disorders.

OOSTERHOF-VAN DER POEL, M., ZWETSLOOT, H.:Case histories and transpersonal experiences of children with psychiatric disorders.

Sonderdruck:Drs. M.M.W. Oosterhof-van der Poel, Huisterheide 2, NL-8521 ND St. Nicolaasga,web-site: www.transpv.nl   e-mail:  d.oosterhof@worldonline.nl 

VAN LOMMEL, P.; VAN WEES, R.; MEYERS, V.; ELFFERICH, I.:
Near-death experience in survivors of cardiac arrest: a prospective study in the Netherlands. (van Lommel-Studie) The Lancet 358:2-39-2045, 2001

Zusammenfassung: Manche Menschen berichten über ein Nahtoderlebnis (Near death experience = NDE) nach einer lebensbedrohlichen Krise. Die Autoren versuchten, der Ursache der NDEs nachzugehen und Faktoren zu finden, die die Häufigkeit, Tiefe und den Inhalt der Erlebnisse beeinflussen. 

In einer prospektiven Untersuchung wurden 344 aufeinanderfolgende Herz-Patienten einbezogen, die in 10 niederländischen Kliniken erfolgreich reanimiert wurden. Demographische, medizinische, pharmakologische und psychologische Daten wurden bei Patienten mit einem NDE und Patienten ohne NDE nach Reanimation verglichen (Kontrollen). In einer Langzeit-Untersuchung zu Lebensveränderungen nach NDEs wurden beide Gruppen 2 und 8 Jahre später nachuntersucht. 

62 Patienten (18 %) berichteten von einem NDE, wobei 41 (12 %) ein sogenanntes Core (Kern-)-Erlebnis hatten. Das Auftreten eines NDEs war nicht mit der Dauer des Herzstillstandes oder der Bewusstlosigkeit, Medikation oder Todesfurcht vor dem Herzstillstand korreliert. 

Die Häufigkeit der NDEs wurde beeinflusst von der Art der Definition eines NDE, der prospektiven Natur von Untersuchungen bei älteren Herzpatienten, dem Alter der Patienten, dem Überleben eines Herzstillstandes nach dem ersten Herzinfarkt, wiederholter Reanimationen während des Klinikaufenthaltes, vorangegangenen NDEs und Erinnerungsschwierigkeiten nach verlängerter Reanimation. Die Tiefe des Erlebnisses wurde durch das Geschlecht der Patienten, Überleben der Reanimation außerhalb einer Klinik und Furcht vor dem Herzstillstand beeinflusst. Signifikant mehr Patienten, die ‑ vor allem ein tiefes – NDE hatten, verstarben innerhalb der ersten 30 Tage nach Reanimation (P 0.0001). Der Prozess der Transformation nach einem NDE dauerte mehrere Jahre und unterschied sich von denen, die kein NDE nach einem überlebten Herzstillstand hatten. 

Es ist nicht bekannt, warum so wenige Herzpatienten ein NDE nach Reanimation berichten, obwohl das Alter eine Rolle spielt. Bei rein physiologischen Ursachen wie cerebrale Anoxie (Hirnsauerstoffmangel) sollten die meisten Patienten, die klinisch tot waren, ein NDE berichten.

HEMLING, H.: Nah-Todeserfahrungen: Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren 43/1:28-38,2002 

Zusammenfassung: Nach Darstellung zweier Berichte aus der Literatur erfolgt eine Zusammenfassung der Erlebnisse einer Umfrage des Autors. Die Schilderung einer "NTE" eines Patienten aus dem Lkr. Freudenstadt veranschaulicht die Thematik. Es werden darin die "traditionellen" Hypothesen zur Erklärung von "NTEn" angeführt und widerlegt. Stattdessen sieht der Autor in "NTEn" ein reales Geschehen, das die Annahme der "Überlebens-Hypothese" nahe legt. Diese wird im einzelnen begründet. Konzepte, die Todesnähe-Erlebnisse und paranormale Erfahrungen des Menschen an der Schwelle des Todes pathologisieren, müssen revidiert werden. 

PARNIA, S.; WALLER, D.G.; YEATES, R.; FENWICK, P.:A qualtiative and quantitative study of the incience, features and aetiology of near death experiences in cardiac arrest survivors.(Southhampton-Studie)
48:149-156, 2001 

Zusammenfassung: Das Ziel der vorliegenden, prospektiven Untersuchung an Überlebenden von Herzstillständen war, die qualitativen Merkmale, Häufigkeit und möglichen Ursachen von Nahtodeserfahrungen (near death experiences = NDEs) in dieser Patientengruppe zu verstehen. Alle Überlebenden eines Herzstillstandes innerhalb eines 1‑Jahres-Zeitraums wurden 1 Woche nach dem Ereignis hinsichtlich ihrer Erinnerungen während der Phase der Bewusstlosigkeit interviewt. Die berichteten Erinnerungen wurden nach dem Greyson-NDE-Scale bewertet. Die postulierte Rolle der physiologischen, psychologischen und transzendenten Faktoren wurde untersucht. Physiologische Parameter, wie der Sauerstoff-Zustand, wurden den Krankenunterlagen entnommen. Die religiösen Überzeugungen der Patienten wurden während der Interviews dokumentiert und versteckte Fragen wurden gestellt, um transzendente Theorien zu möglichen Außerkörperlichkeits-Erlebnissen zu testen. Patienten mit solchen Erinnerungen wurden mit Patienten ohne entsprechende Erinnerungen verglichen.

Ergebnisse: 11,1 % von 63 Überlebenden berichteten Erinnerungen, wobei die Mehrzahl NDE-Charakteristika aufwiesen. Bei allen physiologischen Parametern bestanden keine Unterschiede in beiden Gruppen, mit Ausnahme der Sauerstoff-Konzentration, die in der NDE-Gruppe höher lag.

Schlussfolgerungen: Erinnerungen während einer Reanimation wegen eines Herzstillstandes treten selten auf, wobei die Mehrzahl der Patienten, die eine solche Erinnerung haben, NDE-charakteristische Züge aufweisen, die sehr angenehm sind. Das Auftreten von NDEs während eines Herzstillstandes wirft Fragen hinsichtlich der möglichen Relation zwischen Geist und Gehirn auf. Weitere großangelegte Untersuchungen sind zur Klärung der Ätiologie und wahren Bedeutung von NDEs nötig. 

VON LOMMEL, R.: Near death experience, memory and consciousness.
Veröffentlichtes Manuskript, Anschlussuntersuchung an die Lancet-Arbeit, 2001

Adresse für Sonderdrucke: Pim van LOMMEL, M.D., Kardiologe, Div. Of Cardiology, Hospital Rijnstate, PO Box 9555, NL-6800 TA Arnheim, e-mail: pimvanlommel@wanadoo.nl 

Zusammenfassung: In einer erstmalig prospektiv durchgeführten Untersuchung mit 344 aufeinanderfolgenden Herzpatienten, die erfolgreich nach einem Herzstillstand reanimiert wurden, berichteten nur 18 % ein Nahtodeserlebnis (near death experience = NDE) und 12 % ein Kern-(Core) Erlebnis. Der Inhalt der NDEs entsprach denen aus der Literatur bekannten. Es scheinen keine Beziehungen zwischen Auftreten von NDEs und physiologischen, medizinischen, pharmakologischen und psychologischen Faktoren zu bestehen, die erklären, warum nur ein kleiner Prozentsatz dieser Patienten ein NDE haben und die meisten nicht. Wenn es eine rein physiologische Ursache gäbe, müssten die meisten Patienten, die klinisch tot waren, ein NDE haben. Die Häufigkeit von NDEs in der Studie war nicht nur beeinflusst von der Definition eines NDE und der prospektiven Art der Untersuchung, sondern auch von Altersunterschieden, wiederholten cardiopulmonalen Reanimationen während des Klinikaufenthaltes, vorher bestehende Kenntnis des Phänomens und Gedächtnislücken nach länger dauernden Reanimationen. Unterschiede bei der Tiefe der NDEs waren beeinflusst durch Alter, Geschlecht und größerem Zeitabstand des ersten Interviews nach Reanimation . Der Transormationsprozess bei Menschen mit NDEs ist langsam, nimmt zumindest 7 Jahre in Anspruch und ist klar verschieden von Patienten, die einen Herzstillstand ohne NDE überlebt haben. Es existiert keine adäquate Theorie, die das NDE-Phänomen in all seinen Aspekten und Wirkungen erklären könnte. 

Durch eine Diskussion der Inhalte und essentieller Elemente von NDEs und Kombination mit physiologischen Prozessen auf Zellebene im Gehirn und mit Theorien der Quantenmechanik wird ein vereinheitlichendes Konzept der Verbindungen zwischen Bewusstsein und Gehirn vorgeschlagen. Diese Hypothese kann alle Aspekte der Inhalte von NDEs erklären, nicht jedoch die Häufigkeitsrate, die gefunden wurde. 

Bewusstsein und Erinnerungen können als Bewusstseinsfelder betrachtet werden, vergleichbar mit nicht-lokalen quantenmechanischen Feldern ohne Zeit und Raum, sowie mit universaler Verbundenheit. Diese quantenmechanischen Wahrscheinlichkeitsfelder basieren auf elektromagnetischen Feldern (virtuelle Photonen), die durch sehr intensive, ständig wechselnde und unzählige elektrische Phänomene entlang der Dendriten der Milliarden von Neuronen des Gehirns entstehen und dabei aller Wahrscheinlichkeit nach mit personen-spezifischer DNA in Wechselwirkung treten. Somit kann das Gehirn als eine Schaltstelle zwischen sich entwickelndem Bewusstsein und Körper aufgefasst werden, wobei sich letzterer ständig verändert, wie auch seine Zusammensetzung auf zellulärer Ebene. Während der terminalen Phase, wie z.B. bei klinischem Tod durch Herzstillstand, sind die Rezeptionsmöglichkeiten des Gehirns geblockt, wodurch das Bewusstsein als vom Körper getrennt erlebt wird in einer Dimension ohne Raum und Zeit, in der alles was war, ist und sein wird gegenwärtig ist. Durch dieses vereinheitlichende Konzept kann das Phänomen der Transzendenz gut erklärt werden.

Dieses vereinheitlichende Konzept bietet neue Einsichten zum Verhältnis von Erinnerung und Bewusstsein mit dem Körper, besonders dem Gehirn, was zu einer tiefen Beeinflussung unseres wissenschaftlichen Denkens in der Medizin führen kann.

SCHWANINGER, J.; EISENBERG, P.R.; SCHECHTMAN, K.B.; WEISS, A.N.: (Washington-University-Studie)
Journal of Near-Death Studies 20/4: 215-232, 2002

 Die Ziele der vorliegenden Untersuchung waren, prospektiv die Häufigkeit von Nahtoderlebnissen (near-death experiences = NDE) bei Patienten mit Herstillstand  zu erfassen, diese Erlebnisse zu charakterisieren und ihre Wirkung auf psychosoziale und spirituelle Einstellungen zu untersuchen. Die Autoren untersuchten prospektiv alle Patienten mit einem Herzstillstand am Barnes-Jewish-Hospital von April 1991 bis Februar 1994 unter Ausschluss von Patienten, die sich auf der chirurgischen Intensivstation befanden, wobei ein Bewertungsschema zur Spezifizierung von NDE-Kriterien zum Einsatz kam. Die NDEs wurden auf Band aufgenommen, durch einen Bewertungsfragebogen beurteilt und durch einen Folge-Untersuchungsfragebogen zu psychosozialen Lebensveränderungen komplettiert. 55 der 174 Patienten mit Herzstillstand überlebten, von denen 30 interviewt werden konnten. Von den 30 interviewten Patienten gaben 7 (23 %) ein NDE während des Ereignisses an und vier weitere (13 %) hatten ein NDE während einer früheren lebensbedrohlichen Erkrankung erlebt. Die Erlebnisse waren meist durch Unbeschreiblichkeit (ineffability), Friedlichkeit, Schmerzlosigkeit, einem Fehlen der Furcht, Loslösung vom Körper und fehlendem Sinn von Zeit und Raum charatkerisiert. Während der Nachfolge-Untersuchungen wurden signifikante Unterschiede bei der Bewertung psychosozialer Einstellungen bei Patienten mit einem NDE und bei Patienten ohne NDE festgestellt. Diese betrafen persönliche Lebenseinstellung, Einstellung zur eigenen Person, Haltung gegenüber anderen und Veränderungen in sozialem Verhalten und religiösen/spirituellen Glaubenssystemen. Von Wichtigkeit war, dass die Patienten nach einem NDE psychosoziale Unterstützung noch vor Entlassung aus der Klinik als sehr hilfreich erlebten. Die Ergebnisse zeigen, dass NDEs ein relativ häufiges Ereignis bei einem Herzstillstand sind. Diese Erlebnisse bestanden aus einer Reihe von Kern (core)-Charakteristika und führten zu einer Veränderung der psychosozialen, sozialen und spirituellen Bewusstseins sowohl unmittelbar nach dem Erlebnis als auch langfristig. 

SCHRÖTER-KUNHARDT, M.: Nah-Todeserfahrung – Grundlage neuer Sinnfindung:
KICK, H.A. (Hrsg): Ethisches Handeln in den Grenzbereichen von Medizin und Psychologie. Lit Verlag, Münster, 2002 
In der Arbeit setzt sich der Autor mit der Sinnfindung im Rahmen von Nah-Todeserfahrungen (NDE) auseinander. Dazu zieht er die Ergebnisse seiner Fallsammlung von über 100 NDEs heran. Die demographischen und ätiologischen Charkteristika sowie Häufigkeit der einzelnen NDE-Elemente werden beschrieben. Im Vordergrund der NDEs stehen religiöse Elemente, die kulturspezifisch ausgekleidet sind. Der Autor setzt sich in kritischer Weise mit esoterischem Interpretationen der NDEs auseinander. NDEs sind wie andere mystische Erfahrungen nur Katalysatoren für einen weiteren Entwicklungsprozess.

GASCHLER, K.; KÖNNEKER, C.: Das Licht am Ende des Tunnels. Gehirn & Geist, Juni 2003 
Streitgespräch zwischen dem Psychiater und NDE-Forsher Schröter-Kunhardt und dem Neurobiologen N. Bierbaumer, der die Skeptiker-Position vertritt, zur Authentität von Nah-Todeserlebnissen.  

HILLIENHOF, A.: Nahtodeserfahrungen – die letzten Bilder: Deutsches Ärzteblatt 100/23:1594-1596, 2003
Beschreibung von NDEs anhand der Fallsammlung von über 230 NDEs des Psychiaters und NDE-Forschers M. Schröter-Kunhardt. Einer der ersten Berichte über NDEs in der deutschen Fachpresse.

FAUTH, U.: Nahtodeserlebnisse Notfall & Rettungsmedizin 6:509-519, 2003 Zit. nach Medical Tribune 39/15:9, 2004-11-04  Beschreibung von NDEs durch den Anästhesisten U. Fauth und insbesondere Konsequenzen für die Reanimation.

Auf den nachfolgenden untergeordneten Seiten finden Sie eine umfangreiche Liste internationaler Literatur und Beiträge von M. Schröter-Kunhardt, Heidelberg sowie von Prof. Dr. van Laack, Aachen M. Schröter-Kunhardt ist Facharzt für Pyschiatrie und hat durch seine Forschungen und Beiträge in den vergangenen Jahren maßgeblich die Diskussion über NTE in Deutschland bestimmt. Prof. von Laack ist Mediziner und Buchautor. Dr. rer nat.Hoppe ist Neuropsychologe.

       Literatur Intern.       Schröter-Kunhardt      van Laack       Hoppe

 

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