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netzwerk
nahtoderfahrung e.V.

Borgheeserweg 90
46446 Emmerich a.R.

Tel: 49 (0) 2822 3375

email:
netzwerk-nahtoderfahrung(at)t-online.de

 

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German Friends of the International Association for Near-Death Studies (IANDS) - gegr. 2004

Nahtod und Transzendenz - Eine Annäherung aus Wissenschaft und Erfahrung

Rezension von Prof. Dr. Heinrichs Dirks, Darmstadt

„Es gibt kein Bewusstsein außerhalb des Gehirns“ – davon sind die meisten Deutschen und erst recht die meisten Naturwissenschaftler überzeugt. Kein Wunder, wenn Menschen, die das Gegenteil erleben, damit ein Problem bekommen. Das „Netzwerk Nahtoderfahrung“ will Ansprechpartner für sie sein und ihnen bei der Erklärung und Deutung ihrer Erlebnisse helfen.

„Nahtod und Transzendenz“ enthält Beiträge zu einer Tagung, die das Netzwerk 2007 organisiert hat. Neben Berichten von Nahtoderfahrungen (NTE) enthält der Band auch zusammenfassende Beiträge, die unterschiedliche Fragestellungen behandeln, z.B.

- Kann man NTE medizinisch erklären?
- Überschreiten NTE die Grenzen unserer materiellen Welt („Transzendenz“)?
- Geben NTE Aufschluss über eine jenseitige Welt?
- Wie kann man über Erfahrungen sprechen, für die es keine Worte gibt?
- Gibt es einen Zusammenhang zwischen NTE und Mystik oder fernöstlicher Meditation?
- Sind NTE – Berichte eine Hilfe für Kranke, Sterbende und ihre Hinterbliebenen?
- Welche ethischen Grundsätze kann man aus NTE ableiten?

Der Tagungsband ist für jeden verständlich, der etwa Raymond A. Moodys Pionierwerk „Life After Life“ (dt.: Leben nach dem Tod) gelesen hat. Auf der anderen Seite gibt es selbst für den bereits vorgebildeten Leser immer wieder Neues und Interessantes zu entdecken. Die umfangreichen Literaturangaben ermöglichen darüber hinaus eine weitere Vertiefung.


Rezension von Martin Reichert, Karlsruhe

Um dem hochspannenden Phänomen der Nahtoderfahrung mehr Aufmerksamkeit außerhalb der Sensationsberichterstattung zu verschaffen, veranstaltete das Netzwerk Nahtoderfahrung e. V. schon mehrfach Tagungen. Hierbei wurde das Ziel verfolgt, das NTE-Phänomen von verschiedenen Blickwinkeln her zu betrachten und es gegen die einseitige Vereinnahmung weltanschaulich eingeengter Gruppen zu schützen. Im vorliegenden Tagungsband der im Jahre 2007 veranstalteten Tagung kommen Personen zu Wort, die teilweise als Betroffene oder als Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen Beiträge leisteten.

Nicht nur wer diese Tagung versäumt hat, wird aus diesem Werk seinen Gewinn ziehen. Auch wer an der Tagung teilgenommen hat, kann hier seine Eindrücke vertiefen, zumal die Autorinnen und Autoren in den schriftlichen Beiträgen mehr ins Detail gehen können, als dies das beschränkte Zeitfenster einer Tagung zulassen kann.

Als Betroffene, wenn man diesen Ausdruck überhaupt für eine so wertvolle Erfahrung stehen lassen kann, stellte zunächst Frau Sabine Mehne ihre Gedanken über Transformation und Versöhnung nach Nahtoderfahrungen vor und forderte zu einer Entglorifizierung des Phänomens auf. Die Nahtoderfahrung von Frau Christine Stein, deren Überleben eines besonders schweren Verkehrsunfalls an sich schon ein Transzendenzereignis darstellt, beinhaltete das Wahrnehmen himmlischer Landschaften und das Treffen verstorbener Angehöriger. Des weiteren stellte Herr Alois Serwaty die Frage, wem Nahtoderfahrungen eigentlich gehören, nachdem in letzter Zeit in einer gewissen Einseitigkeit einzelne wissenschaftliche Disziplinen versuchen, mit einer meines Erachtens etwas einseitigen Sicht der Dinge Nahtoderfahrungen voreilig wegzuerklären zu wollen.

Aus akademischer Sicht wird das NTE-Phänomen von Prof. Dr. van Laack aus der Sicht eines Mediziners dargestellt, der die Frage aufwirft, ob es sich bei Nahtoderfahrungen um bloße Halluzinationen oder tatsächliche Transzendenzerfahrungen handelt. Dr. Joachim Nicolay analysiert Fallbeispiele aus der Literatur oder aus ihm persönlich bekannten Erlebnisschilderungen, um ebenfalls den Transzendenzgehalt dieser Schilderungen zu analysieren. Die Psychologin Mona-Elise Sy betonte in ihrem Beitrag, dass Nahtoderfahrungen keinesfalls nur in Todesnähe, sondern auch während meditativer Zustände vorkommen können und so stellt sich die Frage, ob der Begriff Nahtoderfahrung überhaupt eine korrekte Bezeichnung sein kann. Die bekannte Sachbuchautorin Evelyn Elsaesser-Valarino zeigt auf, wie Nahtoderfahrungen für Kranke, Sterbende und ihre Angehörigen Hoffnung und Hilfe sein können.

Alles in allem ein sehr gelungenes Werk, sowohl für an diesem Phänomen Neuinteressierte als auch dem entsprechend vorgebildeten Fachpublikum.


Rezension von PD. Dr. Dr. habil. Thomas A. Angerpointner, München

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das vorliegende Buch auf relativ kleinem Raum eine hochkonzentrierte Ballung von Informationen zu NTEs und Transzendenzerfahrungen darstellt. Es spiegelt die Atmosphäre, die bei den Tgaungen des NTE-Netzwerkes herrscht, perfekt wider. Die Mischung aus NTE-Schilderungen von betroffenen und thematische Übersichten von NTE-Forschern machen das klar gegliederte und gut geschriebene Buch zu einem wertvollen Beitrag zur deutschsprachigen NTE-Literatur und sollte in keiner Bibliothek zum Thema NTE fehlen.


Rezension von Claus Speer, Heilbronn

Das vorliegende Buch "Nahtod und Transzendenz" beinhaltet die Vorträge einer Tagung, die 2007 in Freckenhorst bei Münster/Westfalen stattfand. Der Untertitel des Buches "Eine Annäherung aus Wissenschaft und Erfahrung" zeigt die Zielsetzung des Buches. Von ihren Nahtoderfahrungen berichten drei Betroffene. Christine Stein hatte mit 19 Jahren nach einem schweren Verkehrsunfall eine Nahtoderfahrung, bei der sie ihre verstorbenen Großeltern in einer harmonischen Welt begegnete. Sabine Mehne, die während einer schweren Erkrankung eine Nahtoderfahrung hatte, beschreibt den tiefgreifenden Veränderungsprozess in ihrem weiteren Leben. Alois Serwaty sah seinen Körper während einer Herzkatheteruntersuchung von außen. Er konnte sogar Einzelheiten des Operationssaales beschreiben, die er auf normalem Wege nicht wissen konnte. In einem gesonderten Kapitel werden noch acht weitere Erfahrungsberichte vorgestellt.

Neben den Berichten derer, die selbst eine Nahtoderfahrung erlebten, kommt auch die Wissenschaft zu Wort. Der Philosoph und Theologe Dr. Joachim Nicolay geht den Fragen nach, welches Transzendenzverständnis aus diesen Erfahrungen spricht und welche ethischen Impulse wir darin finden, allen voran die Frage "Was hast du aus deinem Leben gemacht?".

Die Berliner Psychotherapeutin Mona-Elisa Sy betreut Menschen nach einer Nahtoderfahrung. Sie zieht Parallelen zwischen Nahtoderfahrungen und den Meditationserfahrungen östlicher Religionen. Die Schweizer Nahtodforscherin Evelyn Elsaesser-Valerino verweist auf den Trost, der für Kranke und Hinterbliebene aus Nahtoderfahrungen fließt. Der Mediziner Prof. Dr. Walter von Laak beschäftigt sich mit den medizinischen, psychologischen oder auch parapsychologischen Modellen, die bisher zum Phänomen der Nahtoderfahrungen entwickelt wurden. Er kommt zu dem Schluss, dass keine der Theorien ausreicht um Nahtoderfahrungen zu erklären.

Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich mit den verschiedenen Aspekten der Nahtoderfahrungen beschäftigen wollen.


Von

Sucher (Düsseldorf) aus Amazon

Nahtoderfahrungen: Vorhof zum Himmel - oder bloß Hirngespinste, Halluzinationen, Träume? Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, manche Beiträge sogar mehrfach, bin ich überzeugt davon, dass das erste zutrifft, der "Vorhof zum Himmel", die Ahnung eines Weiterlebens nach dem irdischen Tod. Insofern ist das Buch ungemein tröstlich und schenkt Hoffnung.

Mehrere Autoren berichten über ihre persönlichen Nahtoderfahrungen. Immer wieder wird deutlich, dass sie angesichts ihres Beinahe-Todes Unaussprechliches erlebten, das sie selbst tief prägt und das sie nur schwer in Worte fassen können. Und doch, wenn man diese Äußerungen und die zahlreichen Zitate vieler anderer "Nahtoderfahrener" liest, setzt sich ein Mosaik zusammen, das ahnen lässt: Jedes Menschen Leben hat ein Ziel, das weit über das hinausreicht, was wir uns jetzt vorstellen können.

Zu Recht lautet der Untertitel des Buches: "Eine Ännäherung aus Wissenschaft und Erfahrung". Die Autoren setzen sich mit diversen Aspekten wissenschaftlicher Deutung der Nahtoderfahrungen auseinander und widerlegen durch ihre Argumente allzu kurzsichtige Thesen mancher Hirnforscher, Mediziner und Psychologen, die meinen, das gesamte Phänomen mit Produkten der menschlichen Vorstellungskraft oder des Hirnstoffwechsels erklären und damit abtun zu können. Doch die Nahtoderfahrungen laufen anders ab als Halluzinationen oder Träume, und vor allem: sie weisen eine Sinnhaftigkeit und Zielgerichtetheit auf, die in ihrer Klarheit und Komplexität nicht zu Krankhaftigkeit, zu Sinnestäuschungen oder Ähnlichem passen.

Am besten gefielen mir persönlich die Beiträge von Joachim Nicolay, der durch eine vergleichende Auslegung zahlreicher Nahtod-Berichte nicht nur Elemente dieser Erfahrungen klar herausarbeitet, sondern vor allem ihren Sinnbezug überzeugend darlegt. Nicht zuletzt untersucht er ethische Impulse des sogenannten Lebensrückblicks, wobei sich eine Ethik der Liebe zu anderen Menschen und zu sich selbst herauskristallisiert, die weniger mit Geboten oder mit einer Moral des Handelns oder mit absichtsvollen "guten Taten" zu tun hat, sondern vielmehr eine Liebesmoral des Herzens, des Dazulernens, der Verbundenheit ist.

Ich habe schon viele Bücher über Nahtoderfahrungen gelesen. Dies ist sicher eines der überzeugendsten, nicht zuletzt deshalb, weil es, ohne falschen Überschwang, "nüchtern großartig" ist und im eigenen Leben fortwirken kann. Wer nach der Lektüre dieses Buches noch glaubt, Nahtoderfahrungen seien "nichts anderes" als Hirngespinste oder Halluzinationen, der hat es entweder nicht begriffen, oder er handelt nach dem Motto "Was nicht sein darf, das nicht sein kann". Wer es dagegen vorurteilsfrei liest, wird sich durch den Inhalt bereichert fühlen.


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