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German Friends of the International Association for Near-Death Studies (IANDS) - gegr. 2004

Nahtodeserfahrung in der Kunst

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Das Thema Nahtod-Erfahrung lässt sich von vielen Seiten beleuchten. Der Biologe, Mediziner, Psychologe gewinnt andere Zugänge als der Philosoph oder der Theologe. Vielleicht täte der Wissenschaft ein klein wenig Beschränkung und Bescheidenheit gut, wenn es um ein Thema geht, dass weithin jenseits eines rationalen Verständigungsrahmens angesiedelt ist, dessen Wahrheitsgehalt ihr selbst nicht gänzlich zugänglich ist. Dichtung und Kunst erreichen oft eine Aussagekraft, die dem Wissenschaftler versagt bleiben muss.

Hieronymus Bosch (1450-1516)
Der Aufstieg der Seligen

Eines der beeindruckendsten und unmittelbarsten Darstellungen des Tunnel-Erlebnisses in dem Bild “Der Aufstieg der Seligen” (Pallazzo Ducale in Venedig)


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Viola 3
Viola 1

Bill Viola: Video / Sound Installationen “The Arc of the Ascent” und “Five Angels”

Bill Viola ist einer der bedeutendsten Künstler, die mit Video arbeiten. Die Folge von Geburt, Leben, Sterben beschäftigt den amerikanischen Künstler (geboren 1951) in vielen seiner Arbeiten. Ein unmittelbarer Bezug zur Nahtodeserfahrung ist zunächst einmal nicht erkennbar. Dennoch sind diese beindruckenden Bildprojektionen nur vor dem Hintergrund der persönlichen Nahtod-Erfahrung des Künstlers zu verstehen. “Mysterien sind nicht dazu bestimmt, gelöst, sondern erfahren und gelebt zu werden”, sagt Viola.


Die Gedichte von Sabine Mehne und Johanna Strobl legen Zeugnis davon ab, dass ein Nahtod-Erlebnis eher eine intensive Lebenserfahrung ist, wo immer dieses Leben auch stattfinden mag.

 

Dem Tode nahe

Die Schichten trennen sich.
Ablösung der Innenhaut
zart,
fein,
schmerzlos, mühelos,
zeitlos.

Schweben,
Unendlichkeit,
großes Glück,
Freiheit über alles.

Baden im Licht,
trinken im Licht,
ganz Licht.
Licht der Seele,
Licht der Göttlichkeit,
erfüllt von allem.

Seele ist frei
für Neues.
Verstehen ohne Worte,
ohne Form.

Glückseligkeit.
Schauen ins Paradies,
Gott ganz nah.
Alles in einem.

Sabine Mehne
Juni 2004
 

 

Wieder im Leben

Außen und Innen
sind nicht mehr eins.

Die Stellen der Anheftung
für immer gelöst.

Hauchdünn beieinander,
aber getrennt.

Sog zum Licht
zieht an der Hülle,
wie ein Sturm
an der Leine des Bootes,
wie der Wind
am Halme des Grases.

Sehnsucht.
Sie brennt.
Ist gleichzeitig Motor
für Neues
für Zartes
für Liebe, die strahlt.
Ähnlich dem Licht.
Die Augen leuchten.

Sabine Mehne
Juni 2004

 

 

Sommer 1997

vor mir
das Leben

über mir
der Himmel

unter mir
die Erde

hinter mir
das Schwere

und in mir
die Zuversicht

und überall
die Sonne

und überall
das Licht

Sabine Mehne

 


Ich habe einmal ein Licht gesehen, ein Licht
aus einer zeitlosen Zeit.
Einmal werd ich es wiedersehen, heut bin ich
noch nicht so weit.

Ich habe einmal ein Licht gesehen, ein Licht aus
dem raumlosen Raum.
Hinein in dieses Licht zu gehen, das blieb seither
mein Traum.

Das Licht war so nah, ich sah es genau, spürte es
wie Sonnenschein,
es war einfach da und seit dieser Zeit bin ich nie
mehr allein.

Das Licht war so hell wie ich noch keines sah, es
war reine Liebe allein,
und es wird einst, ich weiß es genau, die
Erfüllung aller Sehnsucht sein.

Das Licht, war es Gott? War es ein Teil von
ihm? Kein Geist kann es umfassen,
Vollkommenheit ohne Raum und Zeit, kein Wort
kann die Größe fassen.

Es war ein Geschenk, dieses Licht zu sehen,
dieses Licht der Ewigkeit,
ein Geschenk, das mich trägt an jedem Tag, im
Glück und im Leid.

Doch ich kann kaum erzählen, was ich gesehen,
mir fehlen die richtigen Worte,
Vielleicht kann der mich verstehen, der stand am
selben Orte.

          Johanna Strobl


“So war mir die künstlerische Arbeit eine große Befreiung. Und so glaube ich inzwischen auch, dass es gut war, wenn ich lange “trainieren” konnte, unbegreiflich Erscheinendes und auch eigentlich Unsagbares in auf dieser Ebene hier geltende Formen so gut wie möglich herüberzusetzen”

Die Göttinger Künstlerin Inge Müller-Matthies hat ihr lange zurückliegendes Nahtod-Erlebnis sowohl lyrisch, als auch darstellend verarbeitet.

In einer Schaukelwiege
aus reinem Licht
schwebe ich, fliege
fast ohne Gewicht
im kühlen Wind
hin nieder, wo das Licht gerinnt
und wieder hinauf in weites Glück
und hinunter und auf und zurück und zurück
und fühle mich selber wie Wind.

Groß ist die Schönheit der Sterne,
Trauer verweht in der Ferne,
findet mich nicht.

Ich bin im Licht.     14.04.2003
 

Dunkle Hölle

Inge Müller-Matthies   Dunkle Höhle

www.IngeMuellerMatthies.de


Saeger Skulptur.

Mit 23 Jahren hatte ich ein Nahtoderlebnis, das für mich eine Neugeburt war. Es hat 28 Jahre gedauert bis zu diesem Werk (2001), das in starker Beziehung zu diesem Erlebnis entstanden ist. Diese Skulptur ist der bescheidene Versuch, etwas nicht darstellbares dennoch auszudrücken, damit es immer herüberschimmert:

 

Strahlende Liebe - liebendes Licht
durchgeistigte Materie - materialisierter Geist

raumlose Zeit - zeitloser Raum
Klarheit und Wahrheit

Alles ist Eines

“Es ist so, dass - ob ich will oder nicht - bei vielen meiner Steine das Erlebte immer wieder hervorkommt. Und manchmal will ich es gar nicht.”

Die Künstlerin, Waltraud Saeger, lebt und arbeitet in Spenge in der Nähe von Bielefeld.


Bocion

Pierre Bocion

Der Mensch, eingebettet in seine materielle und soziale Wirklichkeit, den Kosmos, in eine höhere, jenseitige Wirklichkeit (Gott?), und befähigt, diese transzendente Wirklichkeit wahrzunehmen.
Das Bild entstand bei einem Workshop von Betroffenen während eines Treffens am Bodensee 2006.
Pierre Bocion ist bildender Künstler, arbeitet und lebt in Wangen auf der Halbinsel Höri am Bodensee.

Werk und Schaffen des Künstlers unter www.bocion.net


Im Angesicht
Weg nach Drüben
Licht am Ende des Tunnels

Licht am Ende des Tunnels

Weg nach Drüben

Im Angesicht

Ute von Zastrow

Ute von Zastrow ist Künstlerin und ausgebildete Kunsttherapeutin. Sie lebt und arbeitet in Stegen bei Freiburg. 


Wenn Dir jemand erzählt,

dass die Seele mit dem Körper

zusammen vergeht und dass das,

was einmal tot ist,

niemals wiederkommt, so sage ihm:

Die Blume geht zugrunde,

aber der Same bleibt zurück

und liegt vor uns, geheimnisvoll,

wie die Ewigkeit des Lebens. Khalil Gibran


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Das Bild stammt von dem österreichischen Maler unf freischaffenden Künstler Konrad D. Baldinger aus Braunau/Inn. Er selbst hat eine mystische Erfahrung in seiner Lebensmitte gemacht. Er schreibt über seine Erfahrung: “Und was hat das nun alles mit meiner Kunst zu tun? Sehr viel. Eigentlich alles. Eine Betrachterin meiner Bilder sagte einmal zu mir: ‘Sie müssen ein schöner Träumer sein, wenn Sie solche Bilder malen.’ Ich habe ihr geantwortet: Richtig ausgedrückt müsste ich sagen, ich bin ein Erinnerer”!

Art Baldinger. Präsentation: MINI GALERIE. Stadtplatz 33 / AVA-Passage. A-5280 Braunau/Inn. OÖ. Tel. und Fax: 0043 (0) 7722-63480


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Links:
Mein Nahtoderlebnis

Rechts:
Ewigkeit

Nach meinem Nahtod- erlebnis bin ich glücklich, dem Gestalt geben zu können, was Worte vielleicht nicht auszudrücken vermögen.

Petra Krenzer-Schmidt
geb. 1961; lebt in Alzey / Rheinhessen


Etwas in mir dürstet nach Aufbruch
,
das erfahren werden möchte,

eine Sehnsucht;

die sich der Enge des Körpers entzieht
,
etwas das ahnt, das ein Teil von mir

nicht von dieser Welt ist.

Stockmar

Bild und Text stammen von Dorothea Stockmar (Trauerbegleiterin mit Zusatzausbildung Kunsttherapie in sozialen Arbeitsfeldern). Die Künstlerin lebt und arbeitet in Celle. Mehr zu ihrer Person und ihren Arbeiten finden Sie auf der folgenden Seite


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Farbenbewegungen
vor und hinter dem Licht

Gabriele Schulten,
Freie Artothek Erfurt
Atelier Windthorststr. 4
90996 Erfurt

Tel.: 0361-6021544

Gabriele Schulten ist anthroposophische Kunsttherapeutin
BVAKT und Waldorfpädagogin

Die Künstlerin schreibt dazu:

Dem Bild liegt der Gedanke zugrunde, dass die Farben sich entsprechend ihres jeweilgen Verhältnisses zum Licht bewegen und dabei wandeln: Die Rottöne wandeln sich während ihres Aufstrebens vor dem Licht von Magenta über Kamin, Zinnober, Orange und Gelb bis hin zu Grün, die Blautöne verändern sich, durch den Druck des Lichtes fallend, von Türkis, nach kobaltblau, Ultra-marin und Indigo zu Violet.

Die Lichtquelle selbst ist verborgen; man sieht nur ihre Wirkungen im Bewegungsverhalten der durchleuchteten, bzw. angeleuchteten Farben, die in dieser Studie raumschaffend gesteigert werden sollten.

Es ist ein Versuch, Farben ihrem Wesen und geistigem Ursprung gemäß als zwischen Licht und Finsternis schwebend zu charakterisieren. Analog dazu kann man das Seelenleben des Menschen betrachten. Farben sind daran beteiligt, wenn die Seele sich in Andacht zum Licht erhebt, oder aber, z.B. durch Erkrankung bedingt, von ihm abwendet. Auf dieser Erkenntnisgrundlage basiert die spirituelle Maltherapie.


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