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Ja, du hast richtig gelesen. Ich habe allein mit meinem 8.50 m-Boot ”Henry” in vier Wochen 750 Kilometer auf dem Wasser und 270 Schleusen durchfahren. Es kann halt einmal vorkommen, dass keine Crew
zusammenkommt, warum dann zu Hause bleiben, wenn das Kanalfieber trotzdem akut ist?
So fuhr ich vom 16. Juli bis zum 12. August 2001
von Corre über Canal d l'Est, Branche Sud - Neuves Maisons - Mosel bis
Frouard - Canal de la Marne au Rhin bis Réchicourt - Kohlekanal des Houilleres und Saar bis Konz und über die Mosel und den Canal de l'Est zurück in den Heimathafen Marina de
Corre.
Um es gleich vorweg zu nehmen: In den Schleusen hatte ich keine Probleme. Mit der Zeit entwickelt man so seine eigenen Tricks, und wenn ich an die vielen Streitereien und das nervöse Geschrei auf anderen Booten während des Schleusens denke, bin ich mit mir ganz zufrieden. Ein
einziges Mal in einer Grossschleuse auf der Mosel hat es mich verblasen, als ich etwas zu früh auf den oberen Poller umhängen wollte, während gerade eine kräftige Böe in die Kammer fegte und mich von der Mauer wegzog. Da ich allein in der 176 m langen Schleuse war, gab es deswegen aber keine Panik. Einfach vorfahren an den nächsten Poller, und die Welt war wieder in Ordnung. Abwärts braucht man sowieso keine Hilfe, und zum Hochfahren in den Kanalschleusen verhalte ich mich meistens so: Bin ich als einziges Schiff in der Kammer, bleibe ich hinten an der Leiter. Sind mehrere Schiffe oder reklamiert der Schleusier, weil sich an der Leiter halten eigentlich nicht gestattet wäre, klettere ich mit beiden Leinen, an
denen ich vorher eine grosse Schlaufe angebracht habe, hoch. Je nach Situation hänge ich die hintere oder vordere Leine fest ein, bleibe oben und ziehe die zweite Leine
kontinuierlich nach. Natürlich habe ich noch weitere Varianten eingeübt, aber alles wird hier nicht verraten. Wichtig ist eine gute Vorbereitung: Immer vier Leinen griffbereit befestigt halten, damit wenn nötig sofort von Backbord auf Steuerbord gewechselt werden kann, festes Schuhwerk tragen und alle Bewegungen ruhig und überlegt ausführen.
Der Start in Corre am Montag erfolgte erst um 14 Uhr. Bekanntlich brauchen das
Einräumen und der obligate Hafenklatsch seine Zeit. Somit reichte es gerade noch für die zwölf automatischen Schleusen bis
Fontenoy-le-Chateau. Das ist meine Hausstrecke, die ich inzwischen auswendig kenne. Der zweite Tag war eher ein Arbeitstag - Start um halb neun mit der Schleuse 34 und
Feierabend um halb sieben auf der Scheitelhaltung nach Schleuse 1.
Fast schwindelig wurde mir, als ich realisierte, heute gut hundert Meter Leiter hochgeklettert zu sein. Die
folgende Nacht habe ich sehr gut geschlafen! Diese 34 Schleusen sind im Juli und August alle besetzt und werden von halb neun
morgens bis halb sieben abends bedient. An der Mechanisierung dieser Werke wird
gearbeitet. Bis heute sind die Nummern eins und zwei sowie 31 bis 34 bereits umgebaut, aber noch ohne die berühmten blauen Stangen. An den Schaltpulten sitzen kräftige VNF-Mannen, während die Schwirbelarbeit oft von eher zartbemuskelten
Studentinnen erledigt wird, die hier eine Ferienstelle haben. Das erklärt auch, warum bei jeder Schleuse ein auffälliges
Plastik- Telefonhäuschen steht. Es sind primitive Chemie-WCs mit entsprechendem Duft. Einmal pro Woche kommt der
Servicewagen vorbei ... .
Ein ungewohntes Erlebnis hatte ich gleich um zwanzig nach acht vor der Schleuse 34. Ich war rechtzeitig da, um auf die Öffnung um halb neun zu warten, als sich eine grosse Nicols
MBC-Jacht aus Dole an mir
vorbeischob und sich zwischen das geschlossene Schleusentor und meinen Bug legte. Ja,
“MBC” muss ich noch erklären; das ist meine Abkürzung für
Miet-Boot-Copain. Nein, ich habe nicht gesagt Caramba, das C steht wirklich für Copain oder
Camerad. Also, dass das Überholen und Wegdrängen im Warteraum zu den seemännischen
Gepflogenheiten gehören soll, war für mich neu.
Man lernt schliesslich immer wieder dazu. Da sich das Tor noch nicht öffnete, begann der stolze Kapitän mit weisser Admiralsmütze auf der hohen Fly-Bridge zu hupen und schickte ein Crew-Mitglied auf die Schleuse um nach dem Rechten zu sehen. Ich
versuchte, ihn höflich darauf aufmerksam zu machen, dass wir noch einige Minuten zu früh wären, da ja
laut dem in Corre an der Schleuse 46 erhaltenen Merkblatt die
Plaisanciers ab halb neun geschleust würden. Er meinte, diesen Plunder habe er gar nicht angeschaut, schliesslich habe er schon
grosse Erfahrung von Dole bis hierher .... .
Bald hörten wir ein blaues Schleusen-Moped anbrausen und punkt 8.32 Uhr hatte die diensttuende Dame für uns die Tore offen. Bei den folgenden Schleusungen
wiederholte sich immer dasselbe ergötzliche Ritual. Der Protz fuhr stets ganz nach vorn bis ans Obertor. Mutter und Tochter mussten gemeinsam die Bugleine halten und der
etwa 16jährige Sohn die Heckleine. Gleichzeitig war der Steuermann am Motoren: Schub vorwärts, rückwärts, vorwärts und so weiter.
Der Kahn hatte gar keine Gelegenheit zu reagieren, es wurde bloss das Wasser unter dem Kiel noch mehr bewegt.
Dazwischen wurde die Mannschaft angebrüllt, endlich das Schiff zu halten, denn nach seiner Ansicht durfte es sich höchstens zwanzig Zentimeter von der Mauer
entfernen. Waren wir oben, ging ich jeweils ein Tor öffnen. Bekanntlich spart das dem
Eclusier den Weg um die Schleuse und uns einige Minuten. Währenddessen töggelte der Sohn fleissig seine SMS ins Handy. Nach der vierten Schleuse fragte ich ihn,
obwohl ich schon etwas Gicht im Daumen habe, ob wir nicht einmal einen
Rollentausch machen könnten. Ich würde für ihn das
Apparätli drücken und er könne die Kurbel drehen ..... . Er schaute mich ganz entsetzt an, der Admiral gab mir einen tödlichen Blick und brummte etwas. Aber es wirkte. Ab jetzt sprang er jeweils sofort nach vorn und half,
was ich aber bald wieder ein bisschen bereute, denn zunehmend waren die diensttuenden Geister weiblich und hübscher.
Punkt zwölf Uhr meldete der "Erste Offizier" der MBC Nicols, wir würden jetzt dort an der Spundwand vorne eine Stunde
Mittagspause halten. Ich entgegnete, dass ich mich wegen der Steine im Wasser nicht an diese Wand getraue.
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Aber ich würde gleich nach der nächsten Kurve ein Mäuerchen kennen.
Richtig geraten - ich verzichtete freiwillig auf das Mittagsmahl und durchfuhr die
restlichen Schleusen nun allein. Offiziell hat zwar das Personal eine halbe Stunde Pause, dabei ist es aber flexibel und weil die
Frequenzen nicht so gross sind, rastet es lieber etwas verspätet und dafür ohne Schiff im
Warteraum.
Am Nachmittag kreuzte ich die SSK-Jacht Marai. |
Noch eine Bemerkung: Ich habe kein gestörtes Verhältnis zu Mietboot -
Fahrern. Der grösste Teil der Charterer ist angenehm im Umgang und nicht wenige besitzen in einem anderen Revier ein eigenes Boot und den entsprechenden Führerschein
oder jahrelange Praxis mit Charterbooten. Den wenigen Schwierigen kann man ja schliesslich ausweichen. Es ist mir auch klar das ohne den Aufschwung mit den vielen Charter-Basen die französischen Wasserstrassen nicht das wären, was sie heute sind. Dann hätten wir Eigner unseren Spass auch nicht mehr. Eine kleine Anmerkung sei aber noch erlaubt. Viele Rudergänger fahren recht gut, erwischen die Schleusen und können auch wie auf Befehl stoppen. Ist aber ein
Hafenmanöver angesagt, ist oft fertig lustig. Es gibt eben einen gewaltigen Unterschied zwischen dem in eine Parklücke zu
fahrenden Auto und einem an den Steg zu bringenden Schiff. Das Arbeiten mit kurzen Schüben und dem Schiff Zeit lassen, auf einen Befehl zu reagieren, ist vielen fremd.
Für Nachahmer nun einige Angaben über Versorgungs- und Liegemöglichkeiten an festen Mauem zwischen Corre und der
Scheitelhaltung:
Einkaufen kann man nur in Corre, SeIles und Fontenoy. Bei der
Schleuse 18 Uzemain hat es eine Metz gerei. Rest-aurants findet man in Corre, SeIle, Fonte-noy, Port de Bains auf Schleuse 29 sowie in Uzemain vor Schleuse 18. Gute, zum Teil romantische Ankerstellen, aber ohne
Versorgung, trifft man bei Bassevaivre zwischen 42 und 43, Harsault 24/25, zwischen den Schleusen 8 und 9 sowie in Girancourt Schleusen 1/2. Eine Dieseltankstelle gibt es nur in Fontenoy le Chateau, ab 2002 auch wieder in Corre.
Auf der elf Kilometer langen Scheitelhaltung sind im Plan wohl mehrere Versorgungsmöglichkeiten
eingezeichnet, aber eine sichere Festmachestelle mit genügendem Tiefgang habe ich nirgends entdeckt.
Mich wundert, dass sich die
Gewerbetreibenden in den drei Dörfern, die man durch fährt, nicht für Anlegestellen stark machen.
Ich habe über Nacht bei Km 92.5 mit Blick auf die Staumauer von
Bouzey festgemacht, war aber froh, dass mich keine Péniche in den Sog nahm. Auf diesem Kanal begegnet man doch täglich noch zwei bis drei dieser Frachtschiffe und es ist zu
bedenken, dass, wenn diese vor Schleusenschluss noch die Nummer eins schaffen, fahren sie durch zur anderen Nummer eins.
Es kann also vorkommen, dass noch spät am Abend unerwartet so ein Ding mit
Volldampf auftaucht. Dann sind die Gläser am Boden und die Wiesennägel im Bach.
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Punkt halb neun stand ich vor der Nummer eins der jetzt vollautomatischen
Schleusentreppe von Golbey. Eine schöne holländische Luxemoteur war eben ausgefahren. Ich dachte, ich könnte unverzüglich einfahren, aber die Ampel blieb auf rot. Ein Tor war nicht ganz geöffnet. Wie schon an vielen Kanälen realisiert, wird auch hier der
ehemalige und jetzt überwucherte Treidelpfad zum Radweg ausgebaut. Also sind zuerst die Holzfäller-Equipen am Werk. Da mir dieses Metier nicht ganz fremd ist, begreife ich, dass in dem Domengewirr die Stämme nicht gleich ganz tief abgesägt werden.
Nachher, bevor der Bagger ansetzt, wird dann noch ein Rugeli abgeschnitten, welches
natürlich in den Kanal rollt. An der Stelle, wo ich die Nacht verbracht hatte, ist die
Wassereinspeisung aus dem Staubecken. Ich stellte fest, dass recht viel Wasser eingelassen
wurde und im Kanal eine gewisse Strömung Richtung Schleuse herrschte. Es wäre zuviel verlangt, zu erwarten, dass nun vor
Schleusenbeginn jemand dieses Treibholz vor dem Tor herausgefischt hätte. Wozu hat man schliesslich den Pannendienst? Den
brauchte ich nun intensiv.
Quizfrage - wie gelange ich an die Meldeanlage am Häuschen? Anlegen in dieser
Wildnis vor der Schleuse unmöglich. Also einfach hinein bei roter Ampel. Nach einer Viertelstunde kam ein über das ganze
Gesicht grinsender VNF-Mann mit seinem Staats-Renault angefahren. Inzwischen hatte ich mit dem bereitliegenden Rechen bereits etwa einen halben Ster guten Scheiterholzes herausgezogen und auf dem Platz
aufgeschichtet. Ich bot dem Mann an, dass wir zuerst miteinander diese Schleuse holzfrei machen würden. Er lachte, war zufrieden mit dem einen Stück, das eingeklemmt war und meinte, das erledige sich dann alles von selbst. Mit der Zeit wurden wir gute Freunde, denn für die 14 Schleusen
brauchte ich ihn noch ganze sechs Mal! Eine
Weltneuheit ist hier noch zu bewundern: Gewölbte Schleusentore aus Recycling-Kunststoff.
Epinal am 3.5 Kilometer langen Seitenkanal sparte ich mir für die Rückreise auf. Mit den weiteren Schleusen, Nr. 16 bis 47, lief es wie geschmiert. Am übernäch sten Abend erreichte ich bei
Neuves-Maisons die Mosel und skipperte noch bis Maron Km 386, wo ich mich an den kleinen Steg drängte. Der nordirische Segler, der den ganzen Steg
annektiert hatte, musste gern oder ungern etwas vorhängen, denn weiterfahren war für mich um diese Zeit kein Thema mehr. Auf das Essen im Restaurant hatte ich mich zu früh gefreut. Es war 'complet'. Also war die Bordküche gefordert mit Spaghetti a
discrétion.
Dank einem Meldesystem von Schleuse zu Schleuse gab es auf diesem Kanalstück
Epinal-Neuves Maisons kaum Wartezeiten. Die meistens jungen Aushilfen (!!!) sind auch sehr dienstbeflissen, sie müssen in den
Zwischenzeiten mit der Drahtbürste die Geländer blank fegen und mit neuem
Schleusenblau anstreichen. Es fiel mir auch auf, dass die Festangestellten im Schleusenbereich Gras mähen und in Ordnung halten müssen, während sie früher im Kabinchen hockten und der Unterhaltsdienst alles besorgte. Oder auch nicht.
Die 35-Stundenwoche hat vielleicht doch auch ein gewisses
Umdenken bewirkt. Also, die Weitermeldungen funktionieren so: Streckenweise gibt es den offiziellen VHF-Funk, der mit unserem Binnenfunk aber nicht kompatibel ist. Dann gibt es das klassische Telefon und die
Mobiltelefone. Wenn nichts vorgesehen ist, haben die Jungen ihre eigenen Handies und melden uns, auch per SMS. Nicht selten kommt es auch vor, dass einer der vielen Radfahrer am Uferradweg dem
Schleusengeist zuruft: ,,Il y a un bateau qui arrive!" Nur ganz selten wird erst geschwirbelt, wenn man in Sichtweite kommt. In
Charmes lag die stolze Sélene aus Kembs mit Schweizerflagge.
Administrative Angaben über diesen Abschnitt: Anlegestellen an Mauern mit
Einkaufsmöglichkeiten und Supermärkten gibt es in Thaon-les-Vosges unterhalb Schleuse 19, Nomexy oberhalb Schleuse 25, Charmes zwischen 30 und 31 und Richardmenil
zwischen 45 und 46. Eine praktische Anlegestelle im Grünen findet man bei Km 54
zwischen 34 und 35. Der Radweg ist hier zurückversetzt, somit können die Bäume zum Festmachen benützt werden (??) und für die Grillparty ist auf dem Damm genügend Platz vorhanden.
Tankstellen sucht man allerdings vergeblich.
Bei der Fortsetzung auf der Mosel bis Pompey mit sechs Grossschiffahrts-Schleusen konnte ich nun mein Funkgerät einsetzen. Ich merkte, dass diese Schleusenbeamten hoch oben auf ihrem Turm bei diesem schwachen Berufsverkehr im Revier etwas
einsame Menschen sind. Oft ging unser Funkgespräch weit über die rein dienstliche Kommunikation hinaus. Ich wurde nach
meinem Befinden gefragt, woher ich käme, wohin die Reise gehe und anderes. Mehrmals wurde mir bei der Ausfahrt noch gute Reise gewünscht. Funkverbindungen können aber auch
negative Seiten haben! Vor der Schleuse Clevant Richtung Nancy war “Warten” angesagt. Ich liess mich etwas zurücktreiben und
entdeckte unter der strahlenden Sonne zwei Damen, die gerade damit beschäftigt waren, recht freizügig ihrem Oberkörper den nötigen Sonnenschutz zu verpassen.
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Als Naturfreund betrachte ich gerne etwas Schönes, bis es plötzlich höflich, aber laut vom Kanal 20
tönte:
Plaisancier
"Henry" wäre eingeladen, sofern ich nichts dagegen hätte, in die
kleine Kammer einzufahren. Hoppla, ich hatte gar nicht bemerkt, dass die Ampel grün
zeigte und bereits zwei Schiffsmannschaften sehnlichst auf mich warteten ..... .
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Am Freitagabend machte ich im Stadthafen Nancy in zwei Anläufen fest. Ich hatte mich zuerst ziemlich weit aussen souverän in eine freie Stegbucht gelegt. Nach der Anmeldung bat mich der Chef de Port, den dritten Platz am ersten Steg einzunehmen, da dieser Platz hinter der grösseren
Jacht etwas schwierig anzusteuern sei. Mir traue er das zu, den
äusseren Platz würde er einem MBC zuteilen. Es war windstill und hier hat es keine
Strömung. Also, pas de problem, dachte ich. Etliche Besatzungen sassen friedlich auf den Achterdecks und ich bemühte mich, wie
gewohnt möglichst ruhig die Henry rückwärts an den Steg zu legen. Es wäre auch
zentimetergenau gelungen, wenn doch nicht diese guten Hafengeister wären. Kaum hatte ich das Schiff auf dem Teller schön um 90° gedreht und begann zurückzugleiten, kamen sie dahergerannt und los ging das
Hafentheater. Der erste erwischte backbords meine Heckleine und zog mich schräg an den Quersteg. Darauf driftete natürlich der Bug nach Steuerbord Richtung Nachbarschiff, dessen
Jachti flugs zur Stelle war und mich per Fusstritt wieder wegbeförderte, aber
gute zwei Meter zu weit. Als ich dann endlich mit dem Heck den Steg zu erreichen
glaubte, kam von hinten wieder einer und stiess mich erneut weg, weil er meinte, mein Schiff würde Schaden nehmen. Dabei habe ich an der Plattform extra zwei vertikale,
gepolsterte Holmen angebaut. So kann ich an jedem Steg problemlos achtern belegen. Nun, nach einigen Minuten lag die HENRY doch am Quai, so wie ich sie in der halben Zeit allein auch hingesetzt hätte.
Erhobenen Hauptes entfernten sich die Hafenseelsorger in der festen Überzeugung,
einem armen, einsamen Schweizer aus höchster Seenot geholfen zu haben. Dabei hätte ich sie alle am liebsten ins Pfefferland
gewünscht! Die 'Dargebotene Hand' ist sicher im Telefondienst eine heilsame
Sache. In den Häfen möchte ich aber schon
empfehlen: Rennt doch, wenn es nicht gerade stark windet oder Querströmungen vorhanden sind, nicht auf jedes ankommende Schiff los, um es nach allen Seiten zu zupfen und zu stossen. Eigner von hoch gebauten
Jachten sind dankbar, wenn man am Steg die Leinen übernimmt. Aber das anschliessende
Belegen ist Sache des Skippers.
Im Stadthafen von Nancy blieb ich zwei Tage. Diese Stadt ist so schön und bietet so viel, dass man darüber allein mehrere Seiten berichten könnte.
In der zweiten Woche tuckerte ich am Montag früh auf dem Canal de la Marne au Rhin Richtung Strassburg weiter. Wenn es
irgendwie ins Programm passt, navigiere ich am Sonntag nie. Erstens ist der Sonntag für mich immer noch ein Ruhetag und zweitens ist am Sonntag jeweils halb Frankreich am Fische fangen. Dann kann die Fahrt auf dem Kanal zum Spiessrutenlauf werden.
Die Schleusen auf diesem Kanal sind automatisiert. Man kriegt eine Fernbedienung, welche hierzulande
Telecommande heisst. Piepserl nannte es eine Wiener Familie, welche mit ihrem Blue-Line-Schiff vor der nächsten Schleuse verzweifelt und seit
einiger Zeit vergeblich versuchte, dieselbe zum Funktionieren zu bringen. Mit meinem
Peilgerät klappte es, womit das Rätsel gelöst war. Ihr Piepser war nur für die Talfahrt
bestimmt und weil sie vor Nancy spontan drehten, um wieder hochzufahren, hat ihnen auch niemand das Ding umgetauscht. Da sie der hiesigen Sprache nicht mächtig waren, baten sie mich, den VNF anzurufen, um das Problem zu lösen. Sie wollten nicht den ganzen Tag hinter mir herfahren. Bereits bei der übernächsten Schleuse wurde das Gerät umgetauscht. An diesem Tag erreichte ich nach vierzehn Schleusen problemlos
Lagarde, wo man im Dorfhafen gut aufgehoben ist.
Zwei lustige Schiffer aus Möhlin mit einem bescheidenen Kabinenbötchen hatten eben auch angelegt. Nach einem stärkenden
Umtrunk, das Thermometer zeigte 31°, speisten wir im nahegelegenen Restaurant
vorzüglich. Im ‘Tante-Emma-Lädeli’ gleich um die Ecke gibt es nebst allem Nötigen auch
frisches Brot am Morgen und für den Brummi unter dem Fussboden kann bei der Mietboot-Basis Dieselöl gebunkert werden. Zehn
Tage später kreuzte ich die beiden Humorvögel auf der Mosel. Sie befuhren die
Sauerkrauttour in der umgekehrten Richtung.
Am folgenden Tag erreichte ich nach dem Bezwingen der 15 Meter Schachtschleuse von
Réchicourt bereits um die Mittagszeit mein heutiges Ziel auf der Wasserscheide am
Beginn des Canal des Houilleres, die Basis von Aquavac in Languimberg. Mit
Frederique Baerlocher, dem Juniorchef der Firma, bin ich gut befreundet, weil er in Corre eine Aussenstation betreibt und deshalb an den Wochenenden jeweils in unserem Revier ein gern gesehener Gast ist. Natürlich wurde ich bevorzugt behandelt, obwohl hier sowieso alles stimmt. Da ich unsicher war, wo die nächste Tankstelle anzutreffen wäre, füllte ich auf, zumal der Preis hier recht moderat ist. Das Restaurant vor der ersten Kanal-schleuse ist leider geschlossen. Frederique löst aber dieses Problem mit einer Meldung bei der Capitainerie. Am Abend kam ein Bus, welcher die Hungrigen ins
Nachbardorf zu einer ansprechenden Gourmet-Stube brachte. Natürlich auch wieder zurück und das erst noch gratis.
Für die Weiterfahrt auf dem Saar-Kohlekanal zu Tal hatte ich mich am nächsten Morgen auf 9 Uhr angemeldet. Man wird hier von den Schleusen 2 bis 25 von einer Person
begleitet. In der Nr. 1, welche bedient wird, machte ich um 8.50 fest und wartete der Dinge, die da kommen sollten. In der Regel werden Zweiergruppen gebildet und ich
erfuhr, dass eigentlich um neun Uhr noch eine Pénichette aus Lützelburg da sein sollte.
Gegen 9.20 tauchte sie tatsächlich auf und erwischte mit einigen ‘Bumsern’ die
Schleusenkammer. Bei Nr. 2 erwartete uns eine charmante Dame mit Moped als künftige Begleiterin.
Ein MBC lag etwa 100 Meter vor der Schleuse, quer im Kanal. Darauf wurde gerade ein
Generationen- Konflikt handfest ausgetragen. Das Familienoberhaupt hatte dem Halbwüchsigen eine runter gehauen, welche dieser aber wortwörtlich “schlagfertig”
zurückgab. Als sich der Junge dann in seiner Kabine verschanzt hatte, fuhr unsere Schleusenfee zurück, um zu
erfahren, wie es nun weitergehen solle. Ich habe die Antworten nicht gehört, nur
festgestellt, wie das Boot drehte und wieder zurück fuhr. Fröhliche Ferien!
Inzwischen tauchte bereits die 9.30 Uhr - Gruppe auf, es wird
alle 30 Minuten ein Konvoi abgefertigt. Es handelte sich um ein
Ehepaar aus Belgien auf einer schönen Stahljacht und eine St.
Galler-Familie mit 2 Kindern auf einer grossen Conoisseur aus
Saarbrücken. Beides Profis am Haspel. Da ich nun allein war,
fragte mich der VNF-Mann der 2. Gruppe höflich, ob ich
einverstanden wäre, wenn wir zu Dritt weiterschleusen würden.
Natürlich hatte ich nichts dagegen und er verschwand wieder mit
seinem Roller und unsere Wärterin machte sich am Schwirbel zu
schaffen. Damit hatte aber der sonst nette St. Galler ein Problem,
er kam mit ernster Miene auf mich zu und insistierte, die Dame
da vorne solle sofort die Hände von der Schleuse lassen, sonst
bekämen wir mit der Aufsicht Schwierigkeiten. Ich begriff
nicht sofort und sah ihn nur verdutzt an, bis er mich nochmals
aufforderte endlich meine Frau zurückzurufen; Selbstbedienung sei
verboten! Jetzt musste ich laut lachen und ihn aufklären, dass
ich gar keine Frau bei mir hätte.
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Ab jetzt ging es flott zu Tal. Wir vier, das Schleusenlieseli
mit Moped, die beiden Skipper und ich verstanden uns gut. Die
obligate Mittagsrast verbrachten wir in der Schleuse 8. Diesen Ort
habe ich von früheren Passagen in angenehmer Erinnerung.
War doch da direkt an der Schleuse ein kleines Bistro und ein
Krämerladen wo man sich 40 Jahre zurückversetzt fühlte. Die
beiden betagten, ledigen Schwestern, die früher das Kommerz
führten, sassen auf dem Bänklein vor dem geschlossenen Betrieb. |
In ihrem sympathischen Elsässer Dialekt erzählten sie mir viel
von vergangenen Zeiten und dass sie leider zum Aufhören gezwungen
wurden, weil die Einrichtungen nicht mehr den heutigen
gesetzlichen Anforderungen entsprachen und der Staat ihnen keine
Rente bezahlt, solange sie ein andres Einkommen haben.
Im Laufe des Nachmittags kreuzten wir auch zahlreiche
bergfahrende Schiffe. Das Schleusenpersonal hilft sich dann
gegenseitig. Es waren sicher mehr als 15 Leute mit ihren
Fahrzeugen im Einsatz, was den Vorteil des Begleitsystems an Tagen
mit regem Schiffsverkehr in Frage stellt. Im Hafen Mittersheim vor
der Schleuse 14 blieb der Belgier zurück. Wir zwei Schweizer
tuckerten noch 4 Schleusen weiter bis Harskirchen.
Einerseits gefällt mir Harskirchen besser, ich war schon zweimal
hier, und andererseits ist man ab Schleuse 16 aus dem
Begleitprogramm heraus und kann anderntags starten ohne fixen
Termin.
Theoretisch war der Hafen schon besetzt. Mehrere Boote vom WSC
Hanweiler-Rilchingen, einige davon hätte man auch als schwimmende
Gartenlauben bezeichnen können, lagen an der Mauer vertaut,
währenddem sich die Mannschaften gutgelaunt mit Fischen und/oder
Bier trinken befassten. Auf mein "Hallo Nachbar gibt's da
noch einen Platz", zogen sie sofort einige Schiffe
zusammen und nahmen mich buchstäblich in die Mitte. Nach wenigen
Minuten, nachdem mein HENRY ohne mein zutun fachmännisch vertaut
war, hatte ich schon ein kühles Bier in der Hand und eine
Einladung für den Grillabend. Der Skipper vom Conoisseur
bevorzugte einen Liegeplatz im Grünen und zog noch einige hundert
Meter weiter.
Am folgenden Tag, es war inzwischen Freitag geworden, löste
ich wie üblich so um neun Uhr die Leinen. Zusammen mit einem
betagten Ehepaar aus Holland (beide schon über 80 und sie
gehbehindert, verbringen sie den ganzen Sommer auf dem Schiff in
Frankreich) nahmen wir den restlichen Kanalabschnitt in Angriff.
Die Schleusen sind alle automatisiert und es läuft zügig. Ich
hatte manchmal fast Mühe, dem "Alten" zu folgen, so
rassig glitt er davon. Aber ich hatte Hemmungen, eine Heckwelle zu
erzeugen, welche noch fast die ufernahen Radfahrer benetzte.
Ohne jegliche Probleme erreichte ich nach einem schönen
Schiffertag am späten Nachmittag den Clubhafen von Hanweiler bei Saargmünd.
Meine Kumpels von gestern Abend hatten mich bereits telefonisch
angemeldet und ich wurde vom Hafenmeister und einigen Getreuen mit
einem Glas Sekt empfangen. Ich habe nicht heraus gefunden, ob der
Sekt standardmässig zum Clubinventar gehört oder ob er im
Nachbarhaus geholt wurde (dort brannten nämlich die ganze Nacht
rote Lichtlein hinter den Fenstern); das gibts nicht bloss in
Hamburg! Im übrigen verlief der Abend ganz seriös und echt
kameradschaftlich. Drei Besatzungen von Schiffen aus Mainz
luden mich spontan ein, mich doch ihnen anzuschliessen zum
Landgang. Im Gasthaus zum Dorfkrug in Rilchingen haben wir
vorzüglich getafelt und interessante Erfahrungen ausgetauscht.
Ich erfuhr auch viel über die Hintergründe um die berühmte
Mainzer Fasnacht, waren sie doch alle aktive Fasnachts-Narren.
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Nach nur zweieinhalb Stunden Fahrt machte ich am Samstag um 11 Uhr
am Quai "Beim alten Kran" mitten in der Stadt
Saarbrücken fest. Es waren noch 3 Schleusen auf dem auf
französischer Seite der Saar verlaufenden Kanal zu durchfahren,
dann konnte man den Fernmelder abgeben und auf die Saar
hinausfahren. Kurz vor Saarbrücken wechselt die Kilometrierung
auf deutsche Norm, d.h. man befindet sich jetzt 92 Kilometer von
der Mündung in die Mosel bei Konz entfernt. |
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Ich hätte natürlich
auch im Jachthafen Saarbrücken anlanden können, aber auf einem
Törn brauche ich beides: Einmal den einsamen ruhigen Abend weit
in der Pampas draussen und ein andermal den tollen Abend mitten in
einer Stadt. Und der stand mir bevor!
Wie von einem Kameraden, der schon vor einigen Wochen hier
aufkreuzte, empfohlen, freundete ich mich zuerst mit dem Penner
der im nahen "Baumgarten" sein Quartier hatte, an. Er
heisst ‚Markus’ und seine brave Labrador Hündin ist die ‚Leila’.
Nicht einmal ein Bier trank er, sondern bat um einen Kaffee. Er
fragte mich, ob ich bereits einer sei, der an den grossen
Saar-Spektakel, eine Sternfahrt für Schiffer aus ganz Europa,
komme. Ich hatte davon gelesen und überall hingen Plakate, aber
mir passte das nicht ins Programm. Für ihn war dies aber das
grosse Problem. Die Stadtverwaltung hatte ihm nämlich bereits
sein kleines Zelt weggenommen und ihn an den Stadtrand verwiesen,
weil das Ufergelände zum Festplatz wird. Das akzeptiert er aber
nicht und schläft jetzt einfach ohne Zelt unter den Büschen.
Beim anschliessenden rechtsufrigen Stadtbummel glaubte ich
zuerst am Bosporus zu sein, etwa jedes vierte Haus eine
Döner-Kebabbude. Auf dem grossen Platz gleich nach der Brücke
war gerade eine grosse friedlich-festliche Manifestion im Gange.
Politikerinnen hielten Reden und rassige Bands gaben heisse
Rhythmen von sich. Ich vertiefte mich nicht in die Thematik des
Events, sondern steuerte geradewegs auf einen Stand mit
Münchnerbier und Weisswürsten zu. Beim Weiterschlendern wurde
mir Saarbrücken zusehends sympathischer. Eine weitläufige
Fussgängerzone mit vielen ansprechenden Geschäften und
unzähligen Trottoirbeizen. Hier lässt sich's gut sein! Der
linksufrige Stadtteil ist kleiner und etwas ruhiger. Unweit des
Hafens entdeckte ich für den Abendschmaus ein schattiges
Gartenrestaurant, welches auf 20 Uhr einen Braten vom Spiess
anbot. Es war ein Festessen!
Logischerweise zog es mich bei diesem herrlichen Sommerabend
anschliessend wieder in den Stadtkern. Noch um zehn Uhr zeigte das
Thermometer 25° und viel Volk war auf dem Broadway. Entgegen
vielen Innenstadtzonen an anderen Orten, die sich abends
entvölkern und trostlos wirken, lebt Saarbrücken erst recht auf.
Um fit zu bleiben, setzte ich mich bald wieder an ein freies
Tischlein zu einem kühlen Bier. Da fast alle Tische besetzt
waren, fragten mich zwei gutgekleidete Herren, ob sie bei mir
Platz nehmen dürften. Schon beim Prosten erkannten sie meine
Herkunft und es entwickelte sich eine interessante, angeregte
Diskussion. Sie waren erstaunt, dass man auf Wasserwegen einfach
so durch ganz Mitteleuropa herumzigeunern kann. Andererseits war
ich verblüfft über ihre Detailkenntnisse der Schweiz. Ich
merkte, dass ich zwei gebildete, intellektuelle Typen vor mir
hatte. Michael war Banker und Horst Reisejournalist. Er sei oft in
Baden, da er auch für die ‚Aargauer Zeitung’ arbeite. Wir
sprachen angeregt über das Verhältnis Schweiz-EU, den kommenden
Euro und etliche andere aktuelle Themen. Es war wirklich eine
spannende Unterhaltung auf hohem Niveau, wobei ich gar nicht
realisierte, dass der Uhrzeiger inzwischen auf Mitternacht
gerückt war. Der Chefkellner musste uns mitteilen, dass wir nun
leider aufbrechen sollten, da wir uns in einem bewohnten Stadtteil
befinden, wo um diese Zeit im Freien nicht mehr bewirtet werden
darf. Beim Abschiedshändedruck fragte ich noch nach dem
Familiennamen damit ich beim Lesen der AZ auch wisse, wenn etwas
von ihm geschrieben sei. ‚Reich’ heisse ich, meinte ‚Horst’,
aber ich bin nicht reich, ich heisse nur so. Und du ‚Michael’?
Auch ‚Reich’. Ah, sagte ich altklug, dann seid ihr ja Brüder,
"Nein sind wir nicht, wir sind verheiratet!" Sie
drehten sich schmunzelnd um und schlenderten eng umschlungen von
dannen. Ich weiss nicht mehr, wie lange ich noch mit offenem Munde
wie angewurzelt auf dem Pflaster stand. Irgendwann bat mich der
Kellner einen Schritt zu machen, damit er wegräumen könne. Ich
machte nicht bloss einen Schritt, ich eilte in die nächste Bar zu
einem Whisky um wieder zu mir zu kommen. Später passierte ich
nochmals das Festgelände und studierte die Parolen; es hatte ein
Lesben- und Schwulenkongress stattgefunden (!)
So gegen ein Uhr, es war immer noch angenehm warm wie in einer
Tropennacht, flanierte ich in der Gegend, wo sich unter anderem
auch der ‚Mac Donalds’ befindet. Vis-à-vis auf einem
Mauervorsprung hockte Markus mit der schwarzen Leila daneben und
dem Betteltopf davor. Er sah mich auch und begrüsste mich wie
einen alten Kumpel. Ich fragte, ob der Hund schon zu fressen
gehabt hätte und er sagte mir, dass der Vierbeiner von den Leuten
schon überfüttert sei, aber er hätte noch einen riesigen
Hunger. Das hier sei sonst ein guter Platz, weil die Leute oft
noch halbe Portionen auf den Stehtischen liegen lassen, aber heute
werde alles aufgegessen oder sofort in die Tonne geworfen und
darin zu wühlen habe ihm die Direktion verboten, solange Gäste
da sind. So müsse er warten, bis Betriebsschluss um dann schnell
einige Resten heraus zu fischen. Ich holte ihm einen doppelten
Cheesburger mit Frites und eine grosse Cola. Seine dunklen Augen
glänzten und er begann, mir einiges aus seinem tristen Leben zu
erzählen. Ich erfuhr, dass er von seinem Vater, der jeden Tag
betrunken heim kam, regelmässig geschlagen wurde und er selber
darum nie Alkohol trinke. Eine Berufslehre konnte er keine machen,
aber trotzdem habe er längere Zeit in einer Pizzeria gearbeitet
bis er krank wurde und die Stelle verlor. Jetzt müsse er sich mit
270 Mark Unterstützung durchs Leben schlagen. Ich streichelte den
Hund und da sagte er mir ganz begeistert, weisst Du, die Leila,
die immer bei mir ist, hat eine Patin, die tut alles für sie. Ich
wurde einmal angegriffen und da hat Leila mich verteidigt. Darauf
haben die Gauner dem Tier eine Flasche über den Kopf geschlagen
und es arg verletzt. Als es am anderen Morgen immer noch blutete,
wollte ich zum Tierarzt gehen, aber die Arztgehilfin hat mich
rausgeschmissen, Leute meiner Art nähmen sie nicht als Kunden.
Eine Frau, die gerade mit einer Katze auf dem Arm daherkam, hat
das Ganze mitbekommen und es gab ein kräftiges Hallo im
Empfangsraum. Sie legte 100 Mark auf den Tisch und ich wurde
wieder hineingerufen und die Wunde wurde genäht. Nachher gab mir
die Dame ihre Adresse und seither bezahlt sie alles, was Leila
nötig hat. Ist das nicht schön?
Ich nickte und sah ihn mitleidig an. Ich fand im Moment keine
Worte und wollte mich wegdrehen da hielt er ganz fest meine Hand
und sagte "du ‚Henry’, wenn du Morgen wieder in die Stadt
gehst, passe ich ganz fest auf dein Schiff auf, ja sicher, du
kannst dich auf mich verlassen. Kriege ich dann wieder einen
Kaffee?" Natürlich erhielt er seinen Kaffee mit Gipfel, aber
es wurde elf Uhr bis er unter seinem Busch hervorkroch, als ich
bereits von meinem Sonntagmorgen-Stadtbummel zurück kam.
Die dritte Woche Saarbrücken - Konz - Metz - Richardmenil
Als ich am Montagmorgen weiterfuhr, fand ich meinen Freund mit
seiner Leila nicht mehr am gewohnten Platz. So langsam ich konnte,
glitt ich unter den zahlreichen Brücken hindurch, dem Stadtende
entgegen, da plötzlich unter der letzten Brücke: Ein schwarzer
Hund; er rannte gegen das Ufer und bellte freudig, eine Gestalt
kroch hervor und winkte mir nach, "Tschüss, mach's gut,
vielleicht sehen wir uns mal wieder!" Jetzt erst entdeckte
ich hinter dem Pfeiler ein Zelt, die Polizei hatte ihn nämlich
gestern Abend zwangsversetzt.
In den folgenden Tagen, wenn der Diesel unter meinem Fussböden
stundenlang friedlich brummte, das Wasser vor dem Bug auf mich
zukam und Fredy Quinn mich mit seinen melancholischen Liedern aus
dem Lautsprecher berieselte, war ich mit meinen Gedanken immer
wieder bei meinen Gesellen, dem Markus, dem Horst und dem Michael.
Wie kann die Welt doch komisch sein.
Ab Saarbrücken ist die Saar nun als Grossschifffahrtsstrasse
ausgebaut mit entsprechenden modernen Schleusen. Aber nichts ist
einheitlich, alles was in Sachen Tortechnik entwickelt ist, kann
man auf diesen 6 Schleusen bewundern. Nun konnte ich auch mein
Funkgerät wieder anwenden. Bei der ersten Schleuse
Saarbrücken-Burbach kommt der Mann mit seiner Fernbedienung, die
man mit einer Baukran-Funkschaltung vergleichen könnte, an die
Kammer und stellt einige Fragen. Ich erkundigte mich auch, ob es
erwünscht sei, dass wir uns per Funk anmelden oder ob sie das
eher lästig finden. Er dementierte sofort, "nein
unbedingt immer ca. 2 Km vorher melden, so könnten oft Leer-
Schleusungen und Wartezeiten vermieden werden".
| Dillingen bei Km 56 hat einen schönen, ruhigen Jachthafen
hinter der Mole. Am Ufer steht eine grosse Tafel: Hafenmeister
Kanal 77. Ich peilte ihn an, vergass aber meine Position
anzugeben. Prompt kam die Antwort: "Ja natürlich ‚Henry’,
haben wir einen Platz für dich aber wo bist du eigentlich, zu
Berg oder zu Tal und wie lang ist dein Kahn?" |
 |
Ich drückte
wieder auf die Taste und meldete, dass ich eben auf der Höhe der
Kapitänerie sei und er mich sehen könne. Bis ich um die Mole
gekurvt war, war er bereits mit dem Velo am Steg und gab mir einen
guten Platz für meine vorgesehene Mittagspause. Gegen vier Uhr
erreichte ich nach einer eindrücklichen Fahrt, es ist hier ja
alles neu für mich, bei Km 44 den Jachthafen Merzig. Eine Anlage
der Superlative. Hier kann jeder Wunsch erfüllt werden. Sogar
eine Bierbrauerei mit entsprechendem Restaurant findet man auf dem
Hafengelände. Gästeplätze für kurze oder lange Dauer sind noch
dutzendweise frei. Auch Winterlager und Service werden hier
angeboten. Für den folgenden Tag nahm ich mir den WCS Saarburg
bei Km 10 als Ziel. Unterwegs, so etwa ab Km 25 sieht man erstmals
Reben, später immer mehr und wie ich am Abend feststellte,
schmeckt der Saarwein vorzüglich. Der Fluss macht nun häufiger
enge Windungen und die steiler werdenden Abhänge sind abwechselnd
je nach Sonneneinstrahlung mit Wald oder Weinstöcken bewachsen.
Dazwischen kleine Dörfer und Städtchen, wirklich ein
wunderschönes Revier.
Die Berufsschifffahrt ist nur mässig und stört überhaupt
nicht. Vereinzelt kreuzt man Ausflugsschiffe welche lokal
Rundfahrten durchführen. Einmal stampfte sogar ein grosser
Hoteldampfer aus Strasbourg die Saar hoch. Die Schleuserei
funktioniert optimal, weil ab Lisdorf bis Kanzem immer eine grosse
und eine kleine Kammer vorhanden sind. In die 45 Meterschleuse
passt unsereiner selbst mit einem Ausflugsboot noch zusammen und
Wartezeiten habe ich keine erlebt.
| Saarburg ist etwas vom Feinsten, was ich auf
Schiffreisen schon angetroffen habe. So ein schöner, pittoresker
Altstadtkern mit seinen Sehenswürdigkeiten und den urchigen
Lokalen. Die monumentale St. Laurentiuskirche hat die gleiche
Gründungszahl wie die Schweiz: 1291.
Beim Umtrunk im Clubhaus
tauchte natürlich die obligate Frage auf: Nach meinem woher. Ich
staunte nicht schlecht, als ich feststellte, dass der Hafenmeister
und sein Kollege, der als Clubkoch und Wirt waltet, meinen
Heimatbezirk aus dem FF kannten. |
 |
Sie waren über 10 Jahre als
Grenzbeamte zwischen Waldshut und Hohentengen tätig. Nun sind
sie, obwohl noch weit weg von 60, bereits im Ruhestand, weil ihr
Vaterland nach dem Schengener-Abkommen angeblich keine
Grenzwächter mehr braucht.
Für die folgenden Tage stand mir etwas noch ungewohntes bevor:
Die deutsche Mosel mit den Sportbootschleusen. Es ergab sich, dass
sich eine Familie aus Koblenz, mit ähnlichem Boot wie ich,
gleichzeitig startklar machte mit Ziel Metz. Also fuhren wir
zusammen und es funktionierte einwandfrei. Er kletterte jeweils
nach oben um die Schalter zu betätigen, während seine Frau und
ich die Schiffe festhielten. Ich lernte dazu, dass das Passieren
dieser Selbstbedienungsschleusen aber auch allein möglich wäre
weil der Zeitraum vom Knopfdrücken bis das Wasser steigt,
ausreicht um wieder die Leiter herunterzusteigen. Abgesehen davon,
dass oftmals jemand oben ist und zuruft: "Ich bediene,
seid ihr klar?"
Interessant ist auch, was man alles über das Funkgerät
mitkriegt. Anrufe Berufsschiff- Schleuse oder Gespräche
Schiff-Schiff. Zweimal täglich kommen über den Dienstkanal 26
die Wasserstandsmeldungen herein und nicht selten werden
Mitteilungen wie z.B. folgende durchgegeben "Achtung,
Achtung, Wasser- und Schifffahrtsamt Mosel/Saar, Durchsage an
alle: Auf Moselkilometer 190 treibt ihnen ein Hindernis entgegen,
Vorsicht und Langsamfahren geboten. Ende der Durchsage". Zwei
Stunden später kam dann Entwarnung.
 |
Wir zwei Schiffer
harmonierten gut zusammen und nach einem intensiv und glücklich
erlebten Bootstag erreichten wir um 16 Uhr nach dem Verlassen der
Schleuse Stadtbredimus- Palzem den schönen Hafen Schwebsingen.
Der
Hafenmeister empfing uns schon bei der Einfahrt und lotste uns
geschäftstüchtig wie er war direkt an die Zapfsäule. Der
Diesel kostete nur 90 Pfennige und man wäre dumm, den Tank
nicht voll zu machen. |
Erst jetzt, als er mich fragte, in welcher
Währung ich bezahlen möchte, wurde mir bewusst, mich in Luxemburg
zu befinden.
Der Herzog verzeihe mir, dass ich seine Hoheitsgewässer ohne
Gastflagge befuhr. Ich erfuhr noch, dass Luxemburg 2 Flaggen hat:
Eine ähnliche wie die Niederlande, die aber nur für das Festland
und eine kunstvollere für die Schiffe. Dem Hafen angegliedert ist
ein sauberer Zeltplatz mit allem was man wünscht. Eine stolze
PEDRO mit CH-BL Zeichen und dem Namen "DONKY" lag auch
da.
Es gibt immer wieder eigenartige Zufälle: Als ich das Logbuch
nachführte zeigte mein Stundenzähler die Zahl 1291 und das genau
am 1. August!
Wie ein ungeschriebenes Gesetz funktioniert es in den meisten
Häfen: Am Morgen 30 - 40 Minuten nachdem der hupende Bäcker sein
frisches Brot abgeliefert hat, beginnen die Schiffe auszulaufen.
An der folgenden Schleuse, "Apach" heisst sie, waren wir
gleich 8 Freizeitschiffer zusammen. Auf der Mosel vor allem bis
Thionville ist reger Berufsverkehr und leider sind die (zwar
vorhandenen) Kleinschleusen ausser Betrieb. Also muss man in die
grosse Kammer, dies aber wenigstens gratis. Bald schob sich ein
Schubverband aus dem grossen Loch und anschliessend konnte unser
Pulk hochfahren. Über Kanal 10 verständigten wir uns, dass
jeweils nur einer Anrufen soll um gleich die ganze Gruppe
anzumelden. Es klappte problemlos.
| Auf der nächsten Schleuse,
Thionville, mussten einige zuerst das Büro des VNF aufsuchen und
zwar um die Vignette zu erwerben, da wir inzwischen Frankreich
erreicht hatten.
Es wurde fast 18 Uhr bis wir unsere Schiffe, wir
waren noch 4, im Zielhafen Metz belegt hatten. Entgegen
unseren Befürchtungen trafen wir genügend freie Plätze an.
Eine vornehme, dunkelgrüne Linssen lag am Kopfsteg und ich
hoffte schon, es handle sich um den "ELEPHANT IV" aus
St. Jean de Losne, aber es war ‚nur’ die "UBERTY"
aus Bingen und auch keine Grand Sturdy 50 bloss eine vierziger! |
 |
Ab
hier kannte ich mich wieder aus, hatten wir doch vor 3 Jahren von
der Maas herkommend Metz bereits einmal angelaufen. Ich weiss, es
ist eine Sünde an einem so prächtigen Ort gleich anderntags
wieder weiter zu fahren, aber ich wollte vorwärts kommen um nicht
die letzte Woche dann doch noch in Stress zu geraten. Nach einer
Einkaufs- und Mittagspause in Pont a Mousson erreichte ich am
folgenden Abend die stille Bucht von Liverdun. Unterwegs
bei Pompey hatte sich für mich der Kreis des Törns geschlossen.
Also befand ich mich jetzt auf dem Rückweg. Da Anlegen hier
gratis ist, war der kleine Landesteg logischerweise bereits von 4
holländischen Schiffen belegt. Weil ich kein Viech an Bord habe
das einen Baum benötigt, brachte mich das aber nicht aus dem
Konzept. Das Echolot zeigte 2 m also Bug- und Heckanker raus und
der friedliche Abend war gerettet. Das heisst mit Unterbruch,
gerade als ich schön aufgetischt und mir ein Cüpli zum Apero
spenden wollte, die Nachbarcrews waren beim Abendessen, brauste
mit Vollgas so eine 3m Rakete mit Aussenborder zwischen uns durch,
am Fahrverbot vorbei in den Hintergrund an seinen Liegeplatz. Kaum
zu glauben, was so ein Idiot für Ärger anrichten kann. Noch
nach Minuten rankten die 10-Tonnenschiffe am Steg wie Kühe im
Stall, die noch nicht gefüttert wurden. Der Wassersportkamerad
kam mir aber ganz bekannt vor, eine Stunde vorher kreuzte ich ihn
unter der Eisenbahnbrücke im einzigen, der Schifffahrt
freigegebenem Torbogen beim Fischen. Von weitem verwarf er die
Arme und gab mir energisch Zeichen ganz langsam zu fahren. Ich
nahm ordentlich Schub weg musste dann aber trotzdem eine
Bezeichnung aus dem Tierbuch hören. Wie heisst es doch so schön:
Wenn Zwei dasselbe tun ist das nicht Dasselbe!
Die Ruhe fand sich aber wieder. Ich legte ein feines Entrecote
in die Pfanne und die Musikcasette der "Singing Sailor's Crew
Romanshorn" ins Spielgerät und fühlte mich so wohl wie an
der SSK-GV in Horn vor 3 Jahren als diese Burschen live auftraten!
A long time ago...
Zum Wochenabschluss schlüpfte ich wieder in meinen Canal de
l’Est, genau gesagt 2 Schleusen weit bis Richardmenil.
Das Dorf liegt einen Kilometer entfernt auf einer Anhöhe, also
kam das Fahrrad nochmals zu Ehren. Mir ging es wieder einmal
besonders gut, im Dorfrestaurant wurde "Cochon de Lait"
angeboten. Das Säuli drehte sich am grossen Spiess und wurde bald
mit feinen Zutaten serviert. Der humorvolle Wirt bedient unter
deftigen Sprüchen seine Gäste höchstpersönlich.
Die vierte Woche Richardmenil - Epinal - Corre
Von diesem Abschnitt habe ich zu Beginn berichtet und um
langsam zum Schluss zu finden, beschränke ich mich auf einige
Begebenheiten: Im Städtchen Charmes, wo ich einen
Etappenhalt einlegte, wurde ich mir richtig bewusst, wieder in
Frankreich zu sein. In Deutschland und Luxemburg wird der
ankommende Bootswanderer begrüsst, es wird ein Platz zugewiesen
und er wird über alles "wie, wann und wo"’
informiert.
 |
Sogar ins Clubleben wird man integriert, sofern man
das wünscht. In Frankreich, ausser in Nancy, kümmert sich kein
Hahn um die Gäste, aber Punkt Abends sieben Uhr erscheint der
Funktionär und kassiert den Obolus, meist ohne Quittung; wer
weiss wo das Geld landet.
Obendrein verkauft er noch Chips
für eine Dusche die dann meistens doch nicht funktioniert oder
höchstens kalt. Also in Charmes liegt man an der Stadtmauer bei
den Mobilheim-Campern. Wer mit diesen keine Händel will,
verzichtet besser auf Strom und Wasser. |
Der 'Siebenuhr- Kassier’
war von einer Dame mit Ledertasche begleitet. Als ich die Frage
bejahte, ob ich das erste Mal hier sei, erklärte sie mir lachend,
dann hätte ich von der Stadt ein Geschenk zugute und überreichte
mir eine Tüte. Ich bedankte mich höflich und dachte es sei eine
Informationsbroschüre über die Stadt und vielleicht noch etwas
Süsses dabei. Was war dann drin? Ein kleines Müsterchen Duschgel
und Shampoo; wie man es in jeder Drogerie gratis mitnehmen kann!
Ich wollte die kostbaren Dinge gleich anwenden, aber die Dusche
war so unappetitlich, dass ich mich gleich ungewaschen in die
nächste Kneipe verzog. Den Jeton habe ich dann dem Bettler auf
der Kirchen-Stiege in den Topf geworfen; soll der sich
waschen, wenn der Boiler wieder heiss ist! Ich begann zu zweifeln,
ob der Name Charme von charmant abgeleitet ist.
Noch eine kleine Anekdote bei der Talfahrt Richtung Fontenoy le
Chateau: An der Schleuse 13 versucht eine Bäuerin Gemüse an den
Mann oder die Frau zu bringen. Es brauchte seine Zeit bis sie
begriff, dass ich kein passionierter Koch bin, aber zu einem
Salatkopf liess ich mich dann doch überreden. Scheinbar ist der
Eclusier nicht am Umsatz beteiligt, denn als ich mich wieder
meinem Schiff zuwandte, hing dieses bereits um einiges tiefer in
bedrohlicher Schräglage, schön straff im fest belegten 20 mm
starken Seil! Nun musste ich schnell handeln, zum Lösen bestand
keine Chance mehr, also der Blitzgedanke: Liegt das Messer
wirklich wie üblich auf der Ablage oder in welcher Schublade ist
das Brotmesser? Meine persönliche Waffe, das Original
Militärmesser Baujahr 1955 lag tatsächlich geöffnet,
griffbereit da. Obwohl völlig stumpf, schnitt sich das gespannte
Tau elegant entzwei und ‚Henry’ plumpste, gut hörbar, wieder
in sein Element. Ich glaube nicht dass das starke, zweifach
belegte Seil gerissen wäre, ich denke eher hätte es die Klampe
mit den 4 Schrauben aus dem Polyester gerissen. Jetzt erinnerte
ich mich wieder an das einmal gelernte: Nie
in einer Schleuse ein Schiff fest belegen, immer das Seilende auf
Slip!
Am Freitag den 10. August lag der HENRY zwar schmutzig aber
friedlich wieder an seinem Stammplatz in der Marina de Corre.
Fazit I:
Zusammenfassung
- Ich habe wenig vom Wetter geschrieben, ganz einfach, ausser
den ersten und letzten 3 Tagen war es immer schön und heiss.
- Technisch hatte ich nicht die geringsten Probleme, er läuft
und läuft und läuft.
- Mit Behörden hatte ich nie Kontakt, keinerlei Kontrollen.
- Laut Betriebsstundenzähler drehte der Motor während 103
Stunden. In den Schleusen stelle ich den Brummi immer ab.
- Der Dieselverbrauch beträgt 2.8 Liter pro Stunde.
- VHF (Abkürzung von Very High Frenquency) ist in Frankreich
die offizielle Bezeichnung für unseren Binnenfunk. Es braucht
auch hier eine Anmeldung und Prüfung mir Ausweis. Von vielen
belächelt und als überlebt abgetan, sage ich aus Erfahrung:
Ich würde nie mehr ohne Funkgerät auf einem Fluss fahren.
Freilich, man kommt auch ohne durch, aber man erspart sich
viel Stress und bange Minuten wenn man im Bild ist, was auf
dem ‚Bach’ läuft. Nach meiner Ansicht sind die
Mobiltelefone nicht im entferntesten eine Alternative zum
Funk.
Ich könnte noch über etliche Erlebnisse berichten aber sparen
wir uns das für ein Andermal.
Schwirbel Ahoi!
KL*
* Der
Autor ist der Redaktion natürlich namentlich bekannt,
er wollte aber seinen vollen Namen nicht auf
unabsehbare
Zeit im Web erwähnt wissen, weswegen seine Aufzeichnungen
künftig nur noch anonymisiert weiterbestehen ....
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