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" Klare
Sicht und genügend Druck? " Teil IV (Schluss) |
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Im Port de Plaisance de Saverne herrscht gerade ein emsiges Kommen und Gehen, aber komischerweise nicht einmal vom hier stationierten MBF ("Nicols"-) Nest sondern die Konkurrenz MBF von "Connoisseures" und "Crown Blue Line" machen die Gewässer unsicher. Kurz nachdem wir belegten versucht z.Bsp. eine Crew mit 11 Meter Yacht den Platz hinter uns zu kapern. 5 oder 6 Männer sind an Bord, akustisch feststellbar handelt es sich um Amis. Sie passieren unser rückwärts gegen die Stegmitte parkiertes Schiff und wollen vorwärts an den Auslieger hinter uns. Der Bootsführer zielt dabei auf das Heck einer in dieser Reihe schon liegenden Yacht namens "Taurus". Als ich sehe, wie knapp sie uns passieren, lasse ich (ungern) mein Müesli stehen, gehe an die Reling, sehe, dass sie mit dem Bug schon an der anderen Yacht anliegen und übertöne deren Motorenlärm mit dem Hinweis, dass es sich beim anderen Schiff um kein "Hire-Boat" handle, dass sie sich gefälligst "keep away" (von ihm fernhalten sollen). Man gibt sich erstaunt, legt den Rückwärtsgang ein und fährt vor und zurück. Stösst sich auch an unserm Heck ab, kann dann ein paar Leute von der Besatzung am Steg absetzen, die vergeblich versuchen das Schiff an den Steg zu ziehen und zu belegen. Einer davon will uns wohl mit dem Hinweis beruhigen, dass sie zuhause auch alle auch Bootseigner wären (!!). Ich erlaube mir daher die Frage, wie er als Autohalter reagieren würde, wenn ich mit meinem Auto, um einparken zu können, zuerst in das Heck seines Wagens führe ..... Schliesslich als das Manöver nicht gelingen will, suchen sie sich einen anderen Platz. Puhh, nochmals Glück gehabt, auf diese Bush-Gesellen verzichten wir gerne. Wenig später kommt ein gleiches Boot mit dänischer Besatzung; sie sind froh um Anlegetipps, werfen uns gerne die Taue und sind bald verzurrt. Auf dem Einkaufsbummel am Nachmittag entdecken wir leider, dass es das Restaurant "Petit Paris" in dem wir vor Jahren zweimal sehr gut assen, nicht mehr gibt. Irgendein Fastfood- oder Kebab- Stand hat seinen Platz eingenommen. Dafür realisieren wir gerne, dass jetzt ein SuperU existiert. Wir heben seinen Umsatz, schleppen ein (unser) schweres Einkaufswägeli voll zurück zum Schiff. Wir kochen selber und staunen auf dem 22 Uhr Spaziergang, dass zwar die Seitenflügel von Schloss Rohan beleuchtet sind, nicht aber der wohl doch wichtigste Mittelteil; streiken die Elektriker? In der Nacht auf Dienstag höre ich plötzlich ein Motorengeräusch, kommt es von unserem Schiff, oder .... ? Das Geräusch bleibt, ich entere im Pyjama den Motorenraum, stelle fest, dass die Deckwaschpumpe versucht Druck aufzubauen, ihr dies aber offenbar nicht (mehr) gelingt. Ich stelle das Ding manuell ab. Dann beginnt es wieder einmal zu regnen und ausnahmsweise hört es auch am Morgen nicht auf, sondern regnet bis Mittag weiter. So wird Ariane's neuste Erwerbung, eine fast mannsgrosse Giraffe aus geschnitztem Holz, Ursprungsort Indonesien, auf dem Nachhauseweg zwar nicht nass, aber doch etwas feucht hinter den gefleckten Ohren. Wie gut gibt es für all ihre Trouvaillen eine (anfangs) noch leere Bugkabine. Die Liegegebühren in Saverne sind übrigens erstaunlich günstig; obwohl eine Tax de Séjour von 15 Cent pro Person mit erhoben wird, mussten wir pro Nacht, bei zwei Personen Besatzung nur gerade Euro 8.40 bezahlen!
das
älteste Haus in Saverne
Nach absenken des Wassers
in der 10. Ecluse gehen die unteren Tore nicht auf. Reger Gesprächsverkehr
im hinteren Schiff und wir verstehen deren Sprache noch immer nicht. Also
frage ich mal vorsichtig nach, welche Nationalität denn hinter dem
gehissten Fläggchen stehe. "Norway"; aha, haben wir
bisher noch nie getroffen. Nach Hochdeutsch und Französisch sind jetzt
auch noch Englisch Kenntnisse gefragt; wir finden einen gemeinsamen Nenner
und verstehen uns so gut, dass wir nun bei jeder weiteren Schleusung Gespräche
führen und an Schleusen mangelt es hier ja wahrlich nicht. Das Problem
mit der Kammer, wo wir gerade stecken, wird auch gelöst. Nach ein paar
Minuten untätigen Wartens, steige ich auf die vorderen Tore, riegle etwas
am Geländer und den Kontaktbolzen und die Dinger öffnen sich. Applaus
vom hinteren Dampfer. Gerne hätten wir an
diesem Abend noch Souffelweihersheim erreicht. Kurz vor halb sieben
erreichen wir aber erst der Schleuse vor der Drehbrücke. Diese ist als
erste in der ganzen Kette nicht automatisiert, kein Metalldetektor, der
die nächste Anlage steuert, sondern wieder von einem richtigen Eclusier
bedient. Ein Eclusier, der sich nicht gern hetzen lässt. Und der mich
vorwurfsvoll anmotzt, im Sinn warum ich schon mit der Einfahrt begonnen hätte,
als die Tore noch nicht ganz hinten angeschlagen waren. Dass wir den nächsten
Hafen noch erreichen möchten, interessiert ihn nicht, die Zeit dafür
reiche sowieso nicht. Er lässt sich mit dem schliessen der Tore Zeit und
dann auch mit der Drehbrücke; er steuert diese nicht simultan, sondern
wir müssen auch davor wieder warten und ..... erreichen die unseren Übernachtungsort
bestimmende Schleuse 49 eben erst um 19.05. Zwei Minuten zuvor passierte
uns noch ein Servicefahrzeug der VNF am linken Ufer und dessen Lenker
winkte mit der Hand durch's offene Aufofenster, machte Zeichen, wir müssten
uns nicht beeilen, die Schleusenzeit sei eh vorbei ....., wobei die Anlage
noch immer auf Rot, nicht etwas Doppelrot steht. Wir finden es natürlich
auch toll, dass die Automaten auf die Minute pünktlich ihren wohl
verdienten Feierabend antreten dürfen und suchen uns halt kurz vor den
Toren ein Liegeplätzchen. Von der Autobahn sind wir schon ein paar Meter
entfernt, so dass der Verkehrslärm noch erträglich ist. Beide Crews
belegen und es wird vereinbart, dass wir mit den Velos ins nächste Dorf
fahren, dort wieder einmal eine Tarte Flambée verzehren und uns
danach auf eine Flasche Wein bei uns treffen. Und so geschieht es dann
auch, wir erfahren einiges über Norwegen, über deren Sorgen, deren
Abgaben, deren Probleme. Erhalten eine Einladung recht bald einmal mit
unserem Schiff in den Fjorden nahe Oslo zu kreuzen, und, und ....
Auch wir haben wieder
eine Liste; von der fehlenden Unterhitze des Backofens, welche es uns
nicht gestattete unsere vielen angefertigten Wähen innert nützlicher
Frist zu backen und am Stück aus dem Blech zu heben, von der
Deckwaschpumpe, die nicht mehr fördern will, bis zum ..... Guy Jacob hört
sich die Liste an, gibt Ratschläge und wir versuchen uns selber zu
helfen, beim Ofen wird es aber schwierig, geht er tatsächlich nicht
besser? Die in den uns abgegebenen Herstellerunterlagen genannte
Schweizervertretung kennt den Ofentyp nicht (!!), die deutschen Vertreter
erreichen wir telefonisch auch nicht. Schön wär's tatsächlich, wenn die
Werft alle von ihr verrechneten Geräte nicht nur einbauen, sondern auch
tatsächlich auf volle Funktionsfähigkeit testen würde .... Nach erfolgter Demontage
und dem Auseinandernehmen der (Deckwasch-)Membranpumpe und der verflixt
schwierigen Remontage funktioniert die Pumpe immerhin wieder. Die
Fehlerursache wird uns allerdings nicht klar. Wegen happiger Regenfälle
verschieben wir unseren Einkaufsbummel immer weiter gegen den Abend und
schaffen es schliesslich gerade noch Brot und Champagner zu erwerben,
bevor die Geschäfte schliessen. Bei zwei Flaschen Wein und einer Büchse
Erdnüssen fragen wir anschliessend Hans und Heidi etwas darüber aus, wie
ein Rentnerdasein an den Küsten Spaniens so aussehen könnte. Nicht dass
es in nächster Zeit so weit wäre, aber man kann ja schon einmal ein
bisschen davon träumen, oder? Am letzten Feriendonnerstag wollten wir eigentlich aufbrechen und den Canal Rhône au Rhin, Branche Nord, unterhalb Strasbourg in Angriff nehmen. Aber Ariane's Hautausschlag sieht trotz der vor Tagen im Spital Sarrebourg gestellten Diagnose einer Infektion und den Salben nicht besser aus, im Gegenteil. Also beschliessen wir auch hier nochmals Spitalhilfe in Anspruch zu nehmen und wollen zum Spital Civile gelangen. Man könnte dies ab Koejac eigentlich mit dem Schiff tun, aber wir haben ja unsere Nahtransportmittel "Velo" dabei. Bei schönstem Wetter fahren wir dem Kanal entlang Richtung dem "Port Hopital" und da gleich rechts .... Um 11 Uhr sind wir zu früh, die Konsultationsmöglichkeit "libre" wird erst Mittags ab halb Zwei geboten. Ab ein Uhr könne man aber schon da sein und sich anmelden und einschreiben. Also fahren wir weiter, besuchen noch einmal "Petit France", wollen ins Museum "Art et ...." welches aber natürlich ausgerechnet Donnerstags erst ab Mittag öffnet und erholen uns dann bei einem Café, bis die Zeit reif ist. Wir fahren zurück zum riesigen Spitalareal (man könnte sich darauf verfahren, wir sind froh um unsere Velos!) und sind um Viertel vor Eins da. Das Wartezimmer der Dermatologie ist schon ziemlich gefüllt, sicher gegen 20 Personen sind schon da. Offenbar handelt es sich aber nicht bei allen um Patienten, die meisten lassen sich nämlich von mindestens einer Person begleiten, diese sollen, so kommt es mir vor, helfen die Wartezeit in den kahlen, unpersönlichen, mit dem Charme einer Schlachterei eingerichteten Wartezimmer zu überstehen.
Die Krankenschwester
nimmt das Ganze gelassen, es scheint sich nicht zum ersten Mal so
abzuspielen. Ariane hat sich im Getümmel am Guichet angestellt, ist bis
zur bar erwarteten Rechnungsbezahlung nach der Arztkonsultation um ihren
Personalausweis erleichtert worden und wir dürfen nun warten. Da sich im
Raum inzwischen wieder ein normaler Geräuschpegel einstellte, der nur hie
und da durch ein Piepen, Zirpen, klirren etc. "polymorpher Klänge"
von als Spielzeug zweckentfremdeten Handys zu vernehmen ist, mache ich
wieder Mal ein Mittagsschläfchen im Sitzen und schon nach einer halben
Stunde wird dann der Name der Freundin aufgerufen und wir werden wiederum
einem recht jungen Arzt vorgestellt. Er besieht sich die Wunde, drückt
daran herum, fragt, wann sich was zeigte und tippt nun auf ein Ekzem,
eventuell hervorgerufen durch einen Insektenstich .... Der Rest ist klar,
Cortisonsalbe drauf ...., Gaze und Schutzverband und wir dürfen wieder
gehen. Am Guichet vis-à-vis wissen sie schon, dass wir Euro 23.- zu
bezahlen haben und nach prompter Aushändigung dieser Summe in bar erhält
Ariane nebst einer Quittung für die Krankenkasse auch ihre ID wieder zurück.
Vor unserem Schiff steht
nun ein Kompressor. Wir haben Guy Jacob nämlich bevor wir ins Spital
fuhren, erzählt, dass wir heute morgen mit einer deutschen Vertretung des
bei uns eingebauten Gas-Backofens (SMEV) telefoniert und von unserem
Kummer mit der zu geringen Unterhitze erzählt haben und das dieser
geraten hat, wir sollten die Leitungen doch mal mit 3 – 3,5 Bar
Druckluft "durchpusten", am ehesten sei nämlich die Gaszufuhr
verstopft. Guy hat darauf einen Kompressor arrangiert und geraten, ich
solle die Leitung hinter dem Druckregler kappen und dort die Luft hinein
blasen. Also tue ich wie geraten, Ariane steht drinnen am Backofen und öffnet
die Ventile, aber die Luft kommt nirgends an. Wir testen das Ganze dann
mit dem Herd, hier strömt sofort Luft aus den Düsen, also muss im
Backofen doch irgendetwas verstopft sein. Also dort nochmals den Knopf drücken
und warten. Tatsächlich zischt es jetzt auch bald aus dem Ofen und wir
glauben das Problem gefunden und beseitigt zu haben. Das Gas wird wieder
angeschlossen und die Funktion überprüft, der Ofen will sich nicht anzünden
lassen. Der Herd geht (immer) noch. Neuer Versuch beim Ofen; nach einigen
Sekunden brennen jetzt auch Flammen, aber wenn man den Eindrückknopf loslässt,
erlischt die kleine Flamme auch gleich wieder ..... Das hätten wir noch
weniger schlimm gefunden, aber der Umstand, dass nach dem Ablöschen (wir
haben's zweimal ausprobiert) ein kleiner Chlapf zu hören und eine sich
zum Drehregler hin wandernde und dahinter weiter brennende Flamme zu
sehen ist kommt uns spanisch vor! Und da die Flamme im Gerät, am
offensichtlich falschen Ort, auch nicht auszublasen ist, sperren wir den
Haupthahn und melden uns bei Koejac im Laden. Wir machen jetzt erstmals
Bekanntschaft mit Alain Jacob, der uns freundlicherweise, obwohl er sonst
schon alle Hände voll zu tun hat, bei der Fehlersuche hilft. Ich baue den
Ofen aus, er eruiert, dass das Ventil beim Regler nicht dicht ist. So ein
Ersatzteil hat man leider nicht auf Lager, also wird der Ofen hier bleiben
müssen. Man verspricht ihn zu flicken, dann zu testen und irgendwie
werden wir ihn schon wieder zum Einbau erhalten. Inzwischen ist es schon
nach 18 Uhr und an eine Abfahrt natürlich nicht mehr zu denken. Also
gehen wir mit Hans und Heidi italienisch essen. Wir werden auf den neusten
Stand in Sachen Mängelbehebung gebracht. Schon irgendwie unverständlich,
dass Kunden, die ihr Schiff massenhaft mit satt aufpreispflichtigen Sachen
ausrüsten am Schluss auch noch darum kämpfen müssen, dass die einzelnen
Komponenten tatsächlich zusammenspielen, oder dass die extra starken Bug-
und Heckstrahler auch die versprochene Leistung und eben nicht markant
weniger leisten. Das unschöne Gefühl nicht für voll genommen zu werden
oder sogar wenn sich die Werft offensichtlich irrt, niemals ein Wort der
Entschuldigung zu hören ist, kennen wir bereits. Nein, wir ertränken
unsere Kümmernisse nicht, bleiben sachlich und gehen früh schlafen. Am zweitletzten Ferientag
ist es schon früh makellos schön, nur kalt und wir brechen, um etwaigen,
ab dem Hopital-Port startenden MFB nicht in die Quere zu kommen schon kurz
vor 9 Uhr. Zu spät; alte Bekannte; das Mietboot mit der amerikanischen Männercrew,
ist bereits unterwegs und steuert zielsicher die erste Schleusenkammer an.
Wir schliessen uns notgedrungen an ..... und haben danach Mühe zu folgen.
Sie geben ein hohes Tempo vor und "Aramis" entwickelt bei 1500
Touren in diesem Kanal, der bis fast zu den Treidelpfaden gefüllt ist,
eigentlich zu hohe Wellen. Und dann geschieht es, es kommt eine Brücke,
die uns alles andere als zu hoch dünkt, wir verlangsamen rechtzeitig,
fahren vorsichtig darunter. Der Markierungszapfen, den ich mitschiffs auf
dem Mast montierte, streift die Brückenunterseite eigentlich nicht,
touchiert nur sanft, aber wir werden nun von unseren eigenen Wellen
eingeholt, die unser Verdeck im Rhythmus gegen die Betondecke drücken.
Tja, so wird eine Naht und etwas Stoff abgerubbelt, ein Schaden der im nächsten
Winter unter der Nähmaschine kuriert werden muss. Wir verstehen dies
(wieder einmal) als Lehre; nur keine falsche Eile! Wir lassen die vorderen
ziehen und nehmen in dieser sehr schönen, kilometerlangen Baumallee 300
Touren zurück. Trotzdem ziehen wir unmittelbar nach einer Brücke, die ja
jedesmal eine Verengung des Kanals und damit des Fahrwassers bedeutet, den
Unmut von 2 Fischern auf uns, die ihre Hände verwerfend am Ufer stampfen
und der ihres Erachtens zu geringen Distanz zu ihnen wegen ausrufen.
Ariane sitzt vorne auf dem Bug und gibt ihnen in Landessprache zurück.
Feines Mädchen, sie hat sich sehr gut an die Bordsitten angepasst! Bald
schliessen wir auf ein weiteres Connoisseure-MB auf, diese lassen uns
vorbeifahren und wir erkennen eine deutsche Crew, denen wir in den letzten
Tagen auch immer mal wieder begegneten. Offenbar ist heute in Booftsheim
Rückgabetag und zieht darum die Crews unheilig an. Die einen wollen ihre
Sch(l)üssel schneller loswerden, die anderen versuchen die Rückgabe mit
Langsamstfahrt noch etwas hinauszuzögern. Ich erinnere mich daran als wir
noch mieteten, ich gehörte auch immer zur zweiten Kategorie ....
Wir erreichen das Dorf
und die Basis kurz nach Mittag und wie wir rückwärts (nicht etwa
parallel) gegen die Quaimauer belegen kommt ein Typ aus der Station
gesprungen und lässt verlauten, dass er noch mind. 4 Boote erwarte und
drum für Plaisanciers keinen Platz am Steg hätte. Wir beruhigen ihn, wir
möchten nur was einkaufen, versprechen in 2 Stunden das Feld wieder zu räumen.
Wir stellen beruhigt fest, dass es mit genügend Kraft durchaus geht, die
vorne an der Bugreling verstauten Velos auch über die Badeleiter an Land
zu hieven und entern das hübsche Dorf. Freitag Mittag ... es gibt kaum Läden
und nicht einmal der Kiosk mit einem Glacéreklameschild vor der Tür hat
offen. Wir sehen zwar Reklametafeln für einen SuperU, der in Richtung
Rhinau erreicht werden könne, aber es fehlen Distanzangaben und es dünkt
uns zu heiss, um kilometerlang zu fahren. Nach der Rückkehr
orientiert uns dann im Hafen eine deutsche Crew, dass dieser Discounter
gut mit dem Velo hätte erreicht werden können, er liege gleich beim
Dorfausgang. Wir danken für den Hinweis, für uns ist die Leerfahrt
allerdings nicht tragisch, wir haben noch genügend zu essen. Es treffen weitere
Mietboote ein, wobei der Lenker des einen von den gleich beim Hafenanfang
(zwischen zwei nahe hintereinander, längs angelegten Booten und damit
erst spät sichtbar) tätigen Fischern speziell begrüsst wird, er fuhr
offenbar zu schnell (> als 1 km/h?) oder zu nah um Ufer (< 25
Meter?) vorbei und muss sich nun, man bemüht sich persönlich vor sein
Boot, eine längere Tirade anhören. Seine winselnd und kläglich
vorgebrachten Entschuldigungsversuche (es gibt Sachen die man nicht
entschuldigen könne!) nimmt man nicht an. Als die stundenlang am Kanal
sitzenden, netten Mitmenschen mit der Zurechtweisung unseres
Bootskameraden fertig sind, legen wir ab und fahren nun auch an wieder an
ihnen vorbei. Zuerst in Richtung Strasbourg, um die rund 100 Meter vor dem
Hafen hängende Stange für die Schleusensteuerung zu ziehen und kurz
darauf in Richtung Rhinau, welches wir jetzt anpeilen. Das nach der
Schleuse noch gerade Kanalstück macht einen recht schmutzigen Eindruck,
überall treiben grün/schwärzliche Klumpen (vom Boden gelöste Algen?).
Fortsetzungsarbeiten für die rund 20 km lange Weiterführung nach Colmar
sind noch nicht in Sicht; kann man wohl den von der VNF genannten Termin
2005/06 einhalten? Auf dem Richtung Rhein
verzweigenden Stück wird das Wasser dann zunehmend sauberer und nach rund
2 Kilometern sieht man gut und klar auf den meist algenbedeckten Boden und
es gelüstete den Schreiber nach einem FKK-Bad. Schade kann man hier
nirgends anlegen. Aber es existiert nur eine schmale, sicher nicht mehr
als 1.50 tiefe Fahrrinne und beidseits, larsenbewehrte untiefe Ufer. Also
werfen wir den kleinen Hilfsanker aus, beobachten wie er am Grund Algen
fischt, das Boot aber halten kann. Und dann etwas zögernd; doch es ist
noch warm genug (!) ins Wasser. Einer Eingebung folgend fahre ich mit den
Füssen die Propellerblätter ab; bemerke Plastikstreifen am Dorn; kann
diese mit den Füssen loswickeln. Aber da ist noch was, etwas feines; ich
tauche und finde weitere Plastikteile und nun auch um die Welle
gewickeltes Silk. Einen Teil kann ich von Hand entfernen, für den harten
Kern brauche ich aber schliesslich doch noch ein Stanleymesser. Ob wie ich
diese Ausrüstungsteile der Fischer liebe; sie wickeln sich um Schwanen-
und Entenhälse, um Relinge, um Schiffswellen ....
Über den letzten Samstag
unserer ersten "1 Monatsferien" gibt's nicht viel zu
sagen. Am frühen Morgen lag Nebel über dem Wasser, aber bis wir dann
kurz vor 10 Uhr fahrbereit waren, hatte die Sonne alles weggeputzt. Wir
kamen gut voran, wenigstens bis zur "Doppelschleuse Vogelgrün".
Dort wollte man uns schon anfangs Juli bei einer Passage den Verleider anhängen;
als einfach nichts ging und wir "warten" mussten und auf die
Frage "wie lange" keine Antwort erhielten und es erst zügig
vorwärts ging, als ich nach dem Namen des Schleusenbedieners fragte und
eine Beschwerde in Aussicht stellte. Auch heute mussten wir rund 50
Minuten seit dem ersten Anfunken warten, wir bekamen diesmal aber gleich
den Hinweis, wir sollten doch "unten bei den Dalben" belegen,
wir würden wieder angefunkt ..... Der Schreiber nutzte die Pause für ein
(vielleicht letztes) Rheinbad. Nach dieser unfreiwilligen Verzögerung ging es zügig weiter und wir kamen kurz nach 17 Uhr bei der Schleuse Niffer an. Der Eclusier wollte schon beim Anfunken mit barscher Stimme wissen, wohin wir danach fahren wollten. Als wir ihm den Hafen Kembs als Endziel nannten, war er zufrieden. Und wie wir dann die Stege im Hafen Niffer passierten und daran die Linssen-Sturdy "My Way" von Astrid und Andi mit Crew entdeckten, war der Tag sowieso gerettet. Seit Monaten versuchten wir ein Treffen mit Plauderplausch und heute sollte es gelingen. Und wir durften mit einer guten Flasche, damit die Kehle nicht gleich austrocknet, gleich etwas von unseren Erlebnissen deponieren. Zusammenfassung: Wir haben viel Neues
gesehen, hatten wettermässig (wie immer) mehr als Glück, sind mit
unserem Drifter ziemlich genau 90 Stunden gefahren, die Dieseltankanzeige
steht noch immer fast auf voll und bei einem der Scheibenwischergummis löst
sich schon wieder die Lippe ab. Der Kühlwasserverbrauch ging völlig zurück,
inzwischen ist er nicht mehr messbar. An Motorenöl verlangte die Maschine
rund 3 Liter (!!), wir werden, so der Tipp von Guy Jacob, wohl künftig
ein anderes Fabrikat benutzen. Und wenn wir dann unseren reparierten
Gasbackofen wieder zurückerhalten, werden wir vermutlich wunschlos glücklich
in den Winterschlaf fallen .... Liebe Grüsse vom "Aramis"; Fredy und Ariane
Ó F. Engeler, Zufikon Aufruf:
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