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Auf enge Einparkmanöver bei schwierigen
Wetterverhältnissen und einbrechender Dunkelheit sind wir ja
immer aus. Man revanchierte sich dafür mit einer Einladung
auf ihre Charteryacht. Neidlos mussten wir zugeben, dass die
Schiffe der letzten Serie (hier eine Vri-Jon) unserem geschätzt
etwa 6 jährigen Dampfer doch schon Meilen voraus sind; Umformer,
Klimaanlage, Heckschraube, GPS, Mastervolt-Whisper-Generator, TV,
Radio mit CD-Spieler, Heckdusche mit Einhebel-Mischbatterie etc.
Und wie wir hörten, bezahlten sie via einem holländischen
Vermieter pro Woche auch nicht mehr als wir ..... .
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Die ganze Nacht auf den
Mittwoch, den 11.7. stürmte es. Böen mit Wind, Regen und
fast Hagelschlag fegten über das Schiff hinweg. Wir machten
diese Nacht nicht manches Auge zu. Die Skipperin versuchte
unseren Hund mehrmals, mit zum Teil fast unhöflichen
Worten, zu überreden, wenigstens und bestimmt nur dieses
eine Mal, im Salon zu übernachten, er knurrte aber nur,
blieb lieber im Regen auf dem Deck liegen. Später zog er
ins kleine, auf dem Achterdeck mittels Magneten am
Stahlboden haftende "Indianer-Zelt", welches aber
von den Windböen fast flachgedrückt wurde. |
Gegen 10 Uhr morgens besserten sich die
Verhältnisse und wir konnten immerhin unseren Pavillon
wieder trocken demontieren und zusammenpacken. Das dieses mit 4
kleinen Heringen im Gras verankerte Aktions-Zeltdach die
stürmische Nacht unbeschadet überstand, wundert uns noch heute!
Gegen 11 legten wir ab, unterbrachen aber schon nach kurzer Zeit,
um im "Jachthaven" rechterhand und kurz vor dem Ort,
noch zu bunkern. Da das Befüllen mit 300 Liter Frischwasser gegen
eine halbe Stunde dauerte, mussten wir den Halt sogar verlängern,
die "bedienten Brücken" sind über Mittag (von 12 –
13 Uhr) nämlich meist nicht bedient! Dies wurde aber hier und
jetzt nicht bedauert, denn es hatten wieder heftige Böen
eingesetzt und zeitweise nieselte es. Nach der von den
Brückenwärtern sicherlich verdienten Mittagspause stachen wir
los, nahmen zwei Schleusen und zwei "BB's" (bewegliche
Brücken; man tut gut daran, schon bei der ersten Routenwahl nach
den zwei "B" Ausschau zu halten, denn nur wenn diese
immer im Plan eingetragen sind, kann man, auch mit Bootsaufbauten
das nächste Etappenziel erreichen), bis wir dann nach 2 Stunden Echtenerenbrug
erreichten.
| Die Schleusenpassagen waren ein Horror;
starke Windböen von seitlich achtern trieben mancher Crew
den Angstschweiss auf die Stirn, Schimpf- und andere Wörter
wurden hörbar, wenn die Windböen mal kurz ausblieben.
Yachten wurden in die Mauern gelenkt, Segler standen quer
vor den Schleusen, alles kam vor. Von einem holländischen
Eigner wurden wir informiert, dass jetzt gerade etwa 5
Beaufort herrschten, die Stärke sogar noch zunehmen
könnte, auch Gewitter stünden noch auf dem Programm. |
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Und er täuschte sich nicht, gegen 15 Uhr
peitschte etwas hagelähnliches über die Wasserwege. Der
Schreiber verliess den Aussensteuerstand aber erst, als ihn das
Gesicht richtig schmerzte. Dann lernten wir etwas über die
Mühsal 13 Tonnen Schiff bei Schauer und starkböigem, ablandigem
Wind parallel zum Ufer anzulegen; was sich selbst mit starker
Hilfe einer holländischen Seglercrew nicht ganz einfach
gestaltete. Ein Kassier tauchte dann zwischen zwei Platzregen auch
noch auf und nahm uns für die Benützung zweier sturmerprobter
Holzpflöcke inklusive Kurtaxe (!!) knapp 18 Gulden ab. Strom und Wasser?
Fehlanzeige. Auf Höhe unserer Pflöcke, noch ein gutes Stück
ausserhalb des Zentrums, existieren keine Anschlüsse oder andere
Annehmlichkeiten. Der Starkwind hielt sich bis tief in den Abend,
die Schauer hatten aber nach einigen Blitzen abgeflaut, man sah
nur ständig schnell vorbeiziehende Wolkenfelder, dann blaue
Flecken, dann dunkelgraue etc. Unsere neue Tisch- und
Stuhlgarnitur mussten wir mit Seilen an der Reling vertäuen. Das
Montieren einer Blache über dem Achtereingang als Wetterschutz
musste rückgängig gemacht werden, das plastifizierte schwere
Tuch flatterte so im Wind, dass man glaubte einen Düsenmotor
starten zu hören. Der Hund wurde nun ultimativ "geshanghait"
und zum Aufenthalt im Salon gezwungen. Wir hofften inständig auf
Besserung, in den deutschen Zeitungen war eine solche immerhin
schon angekündigt.
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Die Nacht auf den Donnerstag
blieb stürmisch, obwohl wir alles festgebunden glaubten,
schepperte immer wieder etwas gegen die Schiffswand und auch
die Wanten des Mastes sorgten für eine stete und
unangenehme Geräuschkulisse. Erst gegen Morgen liessen
Sturm und immerhin wenigstens die Regenschauer nach. Im
Morgengrauen lüftete es zwar noch immer stärker als
gewohnt, aber man sah stellenweise wieder blauen
Himmel. |
Nach dem Einkauf im Ort und der Verabschiedung
der Weggefährten Brigitte, Barbara, Peter und Michael und deren
Bordjungs Maurice und Pascal (vor allem die Weiterfahrt des
letzteren wurde von unserer Moses arg bedauert) legten wir ab und
fuhren über den Kuinder of Tjonger Richtung Heerenveen,
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fest
entschlossen wenigstens die "kleine Turfroute"
noch in Angriff zu nehmen. Dies ohne genaue Pläne, den dieser
Teil der guten holländischen Karten war durch eine
Detailansicht eines anderen Ortes überdeckt. |

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Das Ansinnen schien genau deswegen dann nach der ersten halben
Stunde Fahrt fast zum Scheitern verurteilt, denn die erste
Brücke, die wir erreichten, war eben keine "BB".
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Wir legten zuerst den Mast,
verlangsamten dann bis auf weniger als Schritttempo,
schliesslich wurde auch noch der Rückwärtsgang im Getriebe
zurechtgerückt. Zentimeter um Zentimeter fanden wir dann
heraus, dass unser Mietschiff tatsächlich mit gelegtem
Mast 3.3 Meter an Höhe verlangt, den die
Brückenuntersicht war, wie wir später hinterfragten, 3.35
Meter über Wasserspiegel angesiedelt. |
Bei der ersten Schleuse wurde uns
eine Vignette für die Befahrung der vorgesehenen Route verkauft.
Für 25 Gulden ist man dabei, erhält eine Stofftasche mit Aufdruck,
Prospekte der hiesigen Industrie, einen Kleber für die Anbringung
hinter dem Seitenfenster etc. Zum Ort Oldeberkoop führt ein
kurzer, aber untiefer Stichkanal, ein Schild macht auf einen
maximalen Tiefgang von nur 1.2 M aufmerksam.
Wir hatten zwar nur einen Meter
"hörten" den Boden aber dennoch gelegentlich, dieses
waren aber nicht die einzigen Wahrnehmungen, hie und da fielen uns
auch Ästchen und Blätter aufs Deck, die Mastspitze küsste die
Baumkronen. Wir freuten uns nach der Prospektlektüre auf
"Shopping in a Village". mussten dann aber realisieren,
dass das Einkaufsvergnügen für nicht mit "Fietjes"
(Velos) ausgerüstete Schiffe doch etwas weit vom Hafen weg liegt.
Also bunkerten wir nur kurz Wasser und etwas Strom (v.a. für das
Laptop), dann fuhren wir weiter, suchten uns eine Anmachstelle im
Kanal. Ein Platzregen ging dort über uns nieder; dann kehrte Ruhe
ein, so still hatten wir bisher nirgends genächtigt.
Am Freitag der 2. Woche hatten sich schon frühmorgens wieder alle
möglichen Wolken am Himmel versammelt. Kleine, grosse, bizarre,
weisse und auch bedrohlich Dunkle. Es begann aber erst zu regnen,
als wir schon kurz vor "Oosterwolde" vor einer
Schleuse infolge Mittagspause einen Zwangshalt einlegen mussten. Wir
amortisierten unsere Regenkleidung, immerhin waren die Temperaturen
noch akzeptabel.
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In der Ortschaft führen 4 tiefe
Brücken über den Wasserweg, eine Tafel macht auf die
Bedienung durch einen (einzelnen)"Brugwaart"
aufmerksam. |

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Vor jeder Brücke mussten wir uns
einen Anmachplatz suchen, denn die Öffnungen klappten nicht Hand in
Hand, wir erkannten die Wahrheit des im "Boote" schon
zitierten Ausspruches von Kennern der Strecke: "Die
Turfroute fährt man nicht, man geht sie". Tatsächlich
sind auch längere Pausen vor jeder Schleuse, vor jeder Brücke
offenbar nichts Ungewöhnliches.
Gegen 16 Uhr erreichten wir, nachdem sich den ganzen Tag
Sonnenstrahlen, Wind, Regen und Regenbogen abwechselten Appelscha,
ein kleines Dörfchen mit einigen mit Stegen versehenen
Anmachplätzen. Strom und Wasser sind leider nicht
erhältlich.
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Zur Verwunderung der schon hier
Liegenden brachten wir es im ersten Anlauf, ohne Havarien,
Enterhakenfestivals und energischen Anweisungen ans Personal fertig,
unsere genau 11.65 Meter lange "Aquarius" in eine Lücke
einzuparken, die, wir schwören es, sicher nur knapp etwas über 12
Meter lang war. Die hiesigen Einkaufsmöglichkeiten sind gut, die
Märkte liegen direkt neben den Stegen. Ein milder Abend erlaubte
ein Dîner auf dem Achterdeck, hier erfolgte dann auch die
Bescherung des Bord-Geburtstagskindes. Die Ausbeute des Schreibers
war sicherlich nicht schlecht: 2 gute Flaschen Grappa, aus der
Schweiz hierher mitgenommen und einige gute Büchsen Bier mit sehr
feinwandigen Gläsern! Es folgte, obwohl im nahen Restaurant
vis-à-vis eine Hochzeit abgehalten wurde, eine ruhige Nacht.
Der Samstag, 14. Juli, erwartete uns mit strahlender Sonne. Wir
ergatterten im Supermarkt eine noch warme Baguette und beschlossen
während des Frühstücks hier unsere Turfrouten-Erkundungstour
abzubrechen und nach der Nahrungsaufnahme zu wenden, was übrigens
kein leichtes Unterfangen war, da der Kanal sicherlich auch nicht
mehr als 12 Meter Breite aufweist. Nur dank den schrägen Ufern
konnte die Kehrwende am Ende der Stegreihe mit "Bug über
Gras" überhaupt vollzogen werden.
Wir fuhren resp. "gingen" dann über Donkerbroek, Hemrik
und Lippenhuizen Richtung Gorredijk, wo wir, wenn es nach dem Willen
von 2 deutschen "Pedro"-Besatzungen gegangen wäre,
gleichentags und auch nicht am Sonntag (Sonntags werden die
Torfrouten-Brücken und -Schleusen nämlich nicht bedient), nicht
mehr eingetroffen wären, denn diese Crews räumten sich, und nur
sich, das unbedingte Recht ein, die Höchstgeschwindigkeit von
6km/h genau zu schätzen oder dann setzten sie ein
GPS aus dem Supermarkt ein. Mit 750 Touren mussten wir
rund 2 Stunden, ohne die kleinste Welle zu erzeugen, hinter ihnen
hertuckern. Sah einer der vorderen Schiffsführer ein schwimmendes
Inselchen Schilf treiben, stiegen sie in die Eisen, bliesen dunkelschwarze
Dieselwolken zum Kanalhimmel und umrundeten es im grösstmöglichen Bogen. Kam
ein Schiff entgegen, hielten sie am Ufer an, setzten die Fender und
warteten. In der Schleuse belegten sie, wohl aus Furcht, man könnte
in der Kammer ein Überholmanöver einleiten, nebeneinander. Ein
Überholen unsererseits kam für sie, sie wurden entsprechend ersucht,
nicht in Frage. Wir hatten spätes Glück, gegen 15 Uhr waren
sie sich ihres umtriebigen Schiffsdaseins offenbar selbst
überdrüssig, sie belegten und machten damit den Weg frei.
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Ganz knapp vor 17 Uhr erreichten
wir gerade zum Schleusen- und Brückenbedienschluss die
Ortschaft Gorredijk, ein hübsches kleines Städtchen,
dass auf Länge der ganzen Stadtdurchfahrt Liegeplätze
bietet. Pünktlich als es ums Anlegen ging, setzte ein
Regenguss ein, 5 Stunden später folgte ein traumhafter
Sonnenuntergang. |
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Gute Einkaufsmöglichkeiten vor Ort wären
vorhanden, jawohl wären, denn kommt man erst am Samstag Abend hat
man Pech. Und auch am Sonntag scheint alles tot, nicht einmal die
Bäckereien haben geöffnet. Mangels Unterhaltungsofferten blieben
und relaxten wir einen faulen Sonntag lang, genossen die angenehmen
Temperaturen und registrierten den ganzen Tag durch keinen Wind!
Pünktlich um 9 Uhr am Montag Morgen
der dritten Woche näherte sich, von der Last des Wochenendes
deutlich geprägt, ein Mann auf seinem Fahrrad und machte sich an
den zahlreichen um Brücke und feste Geländer gelegten Ketten und
mehreren Vorhängeschlössern (pro Übergang, und es sind deren viele
vorhanden!) zu schaffen und begann umständlich die
Fussgängerbrücken, dann die Strassenbrücke und schliesslich auch
noch die Schleuse für die vielen wartenden Schiff klar zu machen.
Es dauerte gegen eine Stunde, bis wir das nahe Ende des
Dorfausganges erreicht und dort auch noch eine
Frischwasserbunkerstelle gefunden hatten. Die Befüllung liess sich
Zeit, bei einem Schlauchdurchmesser von nur ca. einem halben Zentimeter
mehrere Hundert Liter zu bunkern ist und bleibt Geduldssache .... .
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Über die Nieuwe Vaart erreichten
wir Aldeboarn wo wir uns etwas an frühere Zeiten im
Geschichtsunterricht zum Thema "Wegelagerei"
erinnert fühlten. Zweimal offizieller Brückenzoll für zwei
kleine Brücken in einem kleinen Dörfchen? Akkrum wollten wir
dann eigentlich besuchen, aber wir fuhren wohl an der Einfahrt ins
Zentrum vorbei. Und ehe wir uns versehen hatten, waren wir auf
der Zijlroede Richtung Grouw unterwegs. Dort fanden wir einen Jachthafen
mit (zu) wenig breiten Passanten- Anlegeboxen. Nur mit
hochgehobenen Fendern kamen wir zur Hälfte zwischen den in
den Schlick gerammten Pfosten durch. Nach dem Strombezug
(mangels Umformer mussten wir uns leider alle paar Tage
Nachschub verschaffen) schauten wir noch einigen viel zu
breiten Charteryachten zu, wie sie mit Anlauf die gleichen
Hürden nehmen wollten, sich dann aber eingestehen mussten,
dass hier auch sehr laute Bug- und Heckstrahler nichts
nützten. |
Gegen 17 Uhr, nachdem die meisten
Stromverbraucher befriedigt volle Akkuleistung anzeigten, legten wir
ab, fuhren über den Prinses Margriet-Kanaal gegen das Princenhof-
Naturschutzgebiet. Wir fanden nach kaum halbstündiger Fahrt
eine herrlich unberührte Insel mit breitem Schilfgürtel auf drei
Seiten,

einem ca. 4 M. hohen Ausguckund einem schönen Anlegesteg,
fast ganz für uns allein. Eine herrliche
ruhige Nacht folgte. |
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Am nächsten Morgen gab es
ausgedehnten Brunch auf dem Achterdeck und dann ein fröhliches
Abstimmen "was machen wir heute". Ein gutes, resp. diesmal
v.a. das jüngste Drittel war für Shopping in Leeuwarden, der Rest
für eine gemütliche Fahrt nach Warga. Die Demokratie siegte, wir
schlichen uns bei wieder angenehmer Aussentemperatur in die Provinz.
Im örtlichen Lebensmittelmarkt wurde der Bedarf gedeckt, dann
kehrten wir wieder in den Princenhof zurück, frischten nach einem
Regenschauer alte Erinnerungen auf "wisst ihr noch, wie wir vor
5 Jahren schon einmal hier durchfuhren ....?" Wir fanden
wiederum einen schönen Platz und liessen noch einmal bis tief in
die Nacht die Seelen durchhängen. Ein schöner Sonnenuntergang rief
nach fotografischer Festhaltung. Das sich dann aber dazu gesellende
Abendrot machte ein Besatzungsmitglied misstrauisch.
Am Mittwoch, 18.7. wurden wir entsprechend mit einem saftigen
Platzregen geweckt; das Sprichwort "Abendrot ist des Morgen
Tod" stimmt auch hier! Und das Trommeln auf das Dach der
Achterkabine verlangte immer nach einer raschen Aktion: Aufstehen
und im ganzen Schiff die Seitenfenster schliessen, denn die
Profilgummis um die Fensterrahmen waren den vom Achterdeck und
Salondach hinunter laufenden Wassermassen nicht gewachsen, unschöne
Pfützen auf den Holzsimsen waren die Erfahrungen der ersten
Schauer. Dann frühstückten wir und warteten ....., schliesslich
musste aber doch jemand mit dem Hund raus. Die Wahl fiel auf den
Schreiber, er geht angeblich am sichersten auf den nassen Planken
und seine Gummistiefel standen schliesslich auch zuvorderst im
Schuhschrank ....
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Über den Princes Margriet-Kanaal fuhren wir anschliessend zurück
nach Sneek, wobei wir die Naturgewalten auf dem gleichnamigen
Meer noch einmal zu spüren und die Scheibenwischer vor dem
Innensteuerstand noch einmal harte Arbeit bekamen. Blauer Himmel und
dunkelgraue, undichte Wolkenbänke wechselten rege ab. In Holland
kann es tatsächlich sogar regnen, wenn über einem ein gutes und
grosses Stück blauer Himmel lacht. |
Abends rundeten Einkäufe im
schönen Städtchen den zweitletzten Tag ab. Im Hafen der Fa.
Aquanaut lernten wir vor dem Eindunkeln noch ein deutsches
Eignerpaar einer eben fertiggestellten Drifter kennen. Wir
bekundeten Interesse für das schon von aussen attraktive Schiff und
erhielten spontan die Gelegenheit auch den gediegenen Innenausbau zu
bewundern. Viele Fragen und Erklärungen liessen die Zeit
verstreichen und als dann auch wieder Regen einsetzte, beschlossen
wir die Nacht über im Hafen zu bleiben.
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Am Donnerstag, dem letzten vollen Ferientag, mussten (und wollten)
wir, vor allem auch um warm duschen zu können (der Boiler
funktionierte beim Charterschiff nur mit Motorheizung), die Maschine
noch einmal bewegen. Bei durchzogener Witterung legten wir ab,
fuhren über den Woudvaart-Kanaal auf eine nahe, dem Naturschutz
unterstellte, Insel unterhalb von Sneek, belegten und frühstückten
an einem Steg. Heftige Regenschauer drückten die offensichtliche
Trauer der Gegend aus, dass wir nun bald heimfahren müssen. Für
Unterhaltung sorgte eine Gruppe Segler; unter einem aufgespannten
Regenschirm sah mind. ein Steuermann nicht mehr genug von der
Umgebung, sein Schiff blieb auf einer Schilfinsel stecken.
Noch vor
dem Mittag traten wir dann die "letzte" Fahrt an, belegten
im Aquanaut-Hafen neben der (auch Durchreisenden zur Verfügung
stehenden) Dieseltankstelle und liessen den Tank wieder füllen.
Zu
unserem Erstauen hielt sich der Durst der installierten 6 Zylinder
Maschine in guten Grenzen: Während unserer knapp 3 wöchigen Reise
hatte sich der Betriebs- Std.- Zähler um rund 65 Einheiten erhöht
und dies wurde nun mit dem Nachfüllen von rund 248 Lt. Diesel
kompensiert, was einem Durchschnittsverbrauch von gut 3.8 Lt./Std.
entspricht. Alle Achtung! Diese Zahlen korrespondierten so gar
nicht, mit den Angaben die die " Boote"-Crew anlässlich
der Testfahrt mit diesem Boot vor 5 Jahren erhob .... oder dann
zahlte sich einmal mehr aus, wenn man die Drehzahlen immer
bescheiden hält.
Da der Wettergott uns offensichtlich zum Ferienende nicht gut
gestimmt war (gut so; so fällt auch der Abschied leichter!)
beschlossen wir nach einer erneut beeindruckenden Werftbesichtigung
bei der schon über 40 Jahre im Yachtbau tätigen und inzwischen
gegen 50 Leute beschäftigenden Fa. Aquanaut,
unsere Sachen zu packen und mittels einer Nachtfahrt die Rückreise
anzutreten. Nach diesmal 9 ½ Std. langten wir wieder Zuhause an.
Fredy Engeler, z.Zeit zur Miete auf "Aquarius"
|
Der
Artikel erschien in der L'ancre de Kembs Ausgaben Sept. + Dez. 01 und
März 2002
Ó
F. Engeler, Zufikon
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auch zusammenfasst, schickt uns doch eine
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