erz_pa_problem
et s'il pleut?    " pas d'Probläm ! "
 

       ein Reisebericht der Moonlight-Crew; Fredy, Heidi und Katja Engeler, Zufikon, CH
 

Am Freitag, den 7.7.00 war es endlich wieder soweit; zwei wichtige Ereignisse standen an: 

1. eine Geburtstagseinladung bei Océane Florange, welche heute ihren 12. Geburtstag feiert und wo von langer Hand geplant war, während der Festivitäten ab der "Toccata" im "Rhein-Rhone"- Kanal baden gehen zu können und 

2. der Start unserer "Sommerferien 2000"

Teilnehmer: Die "Moonlight"-Eigner Heidi und Fredy, begleitet von Tochter Katja, 14 ½ jährig, in diesem Tatsachenbericht meist "Moses" genannt.

Soweit die Planung, die Realität sah freilich anders aus. Die Witterung scherte sich einen Dreck um die Organisation, denn am Freitag morgen stürmte und regnete es so vehement, dass die Geburtstagsfeier deswegen verschoben wurde; die Ferien dagegen mussten wir ohne Rücksicht auf Verluste antreten. So schlimm sah es dann aber gar nicht aus, als wir am frühen Nachmittag in Kembs eintrafen: 27.5 Grad Celsius und eine sich gerade auflösende Wolkendecke. 

Aber da der Badetermin leider schon definitiv verschoben worden war, lenkten wir uns nun anderweitig ab, indem wir den örtlichen "Casino" (unter neuer Leitung und gut bestückt) einmal mehr halb leer kauften und unsere "Moonlight" danach so geschickt als möglich beluden. Die Verproviantierung aus 50 Lt. Orangensaft und 72 Flaschen Aktionsbier (und einigem anderen Ballast, für den der Schreiber aber nicht speziell zuständig war) sah man ihr trotzdem an, sie tauchte mit dem Bug tiefer ins Wasser als sonst bei den Wochenendausflügen.

Dann stand die Besichtigung des Motorseglers von Therese und Peter Rippstein an. Sie hatten ihr Schiff vor drei Jahren gekauft und mit viel Eigenarbeit wieder (zeigbar!) auf Vordermann gebracht. Nach dem Einwassern vor drei Wochen waren sie bis nach Kembs gefahren und es standen nun, bevor sie auf grosse Fahrt ablegen, noch Finisharbeiten, viele Verwandten- und Bekanntenbesuche und, nicht zuletzt, Probefahrten um das Handling des Schiffes kennen zu lernen, an. Im Winter waren die Eigner einmal bei uns zu Gast und nun hielten sie "Gegenrecht", zeigten uns ihren Stolz bei einem Apéro. Gegen Abend kommt wieder ziemlich Wind auf und die himmlischen Schleusen öffnen sich. 

Wir beschliessen Kembs den Rücken zu kehren, legen gegen 21.30 Uhr ab und fahren mit dem letzten Tageslicht resp. im fahlen Mondschein bis zum inzwischen gut sichtbar mit einem  Parkverbot belegten Frachtabladeplatz bei der Peugeot, kurz vor Mulhouse. 

Es stürmt und regnet die ganze Nacht.


Am Samstag erreichen wir dank Natel den Schleusier von No. 41, vereinbaren kurzfristig einen Termin, erklären, da man nur französisch spricht, was wir vorhaben, dann, da man sich gewohnt neugierig zeigt, dass wir erst am Sonntag und in welcher Richtung weiterfahren wollen, geben auch einen Zeitwunsch (à neuf heures le matin) vor, legen dann fast trocken ab. In der offen stehenden Schleuse will ein schon wieder neuer Eclusier, ausser der Wiederholung unserer Pläne und der Hinterfragung unserer in diesem Jahr schon während früherer Passagen genannten Schiffs - Dimensionen auch unsere "Vignette" sehen. Er begnügt sich nicht mit einem Blick durch das Fenster und der Zusicherung, dass es sich um das "Jahresmodell" handle, sondern will das gute Stück selber in die Hand nehmen. Wir schälen die Karte also aus dem eng geschnittenen Plastik am Fenster neben dem Steuerstand und überlassen ihm das teure Stück. Gegen 10 Uhr treffen wir dann trotzdem im "Vieux Port" ein und es reicht noch, den fast schon orientalischen Markt "Canal Couvert" (gut 10 Minuten zu Fuss) zu erreichen wo sich unsere Moses bei leichtem Regenfall mit 3 leichten Tops und der Schreiber mit einem fast wasserdichten Paar Turnschuhe eindeckt. Am Mittag zeigt sich wieder die Sonne und wir geniessen den ersten Samstagsnachmittags - Ferienapéro auf dem Achterdeck mit Ex-Hafenmeisterin Karin.

Sonntags machen wir früh Tagwache, der Weg nach Dannemarie ist ja bekanntlich mit vielen Schleusen gepflastert. Pünktlich um 9 Uhr, wie am Samstag morgen ausgemacht, stehen wir vor der (geschlossenen und noch immer gefluteten) Schleuse No. 39. Niemand da! Wir warten einige Minuten, hupen mehrmals aus purem Übermut (so, als hätte es schon mal genützt) aber nichts geschieht. Schliesslich, Natel sei Dank (auf einen Funk über Kanal 16, wie im Guide Vagnon vermerkt, reagiert niemand), erreichen wir wiederum den neuen Eclusier von No. 41. 


Er scheint von nichts mehr zu wissen, fragt, ob wir nicht morgen weiterfahren wollen .... 
schliesslich auf Insistieren unsererseits, gibt er den Hörer seinem zufällig gerade bei ihm zu einer Visite auftauchenden Chef. Dieser verspricht sich der Sache anzunehmen, erscheint innerhalb einer Viertelstunde persönlich, bedauert das "Missverständnis" und besorgt Leute für die Bedienung der Tore. Gegen 14 Uhr schliessen wir auf eine holländische Stahlyacht mit einem gebräuchlichen weiblichen Vornamen eines französischen Eignerpaares auf und schleusen nun mit diesem zusammen. Nach einigen Eclusen wird der Vordermann bordintern nur noch der "Schleusenrammer" genannt, sein 12 M. Schiff stellt sich nämlich jedes Mal noch vor dem Belegen in der Schleuse quer und er gibt sich offenbar auch keine reelle Mühe nach dem Öffnen der Tore von der Schleusenmauer einen ausreichenden Abstand zu gewinnen, sondern beschleunigt einfach der Wand entlang. Da er aber doch jedes Mal nach der Ausfahrt durch gefährlich weites über die Reling hängen eine Schadenbilanz zu ziehen scheint, offeriert ihm unser Steuermann, natürlich erst nach gehöriger Rückfrage, Tips. Da "man" nur französisch spricht, sind diese aber nicht so einfach zu erteilen, irgendwie gelingt es aber doch anzubringen, dass er vor der Wegfahrt mind. den Bug zuerst in Richtung Schleusenmitte bringen, dann einen Moment geradeaus beschleunigen soll, das Heck schramme dann nicht jedes Mal mehrere Meter der Wand entlang. Er orientiert, dass der Bugstrahler kaputt und die Steuerung beschädigt sei ..... .

Auf einmal scheint der Verstand aber doch überhand genommen zu haben, die letzten 5 Schleusen nimmt das vordere Schiff keine weiteren Schäden. Mitten im Mittag treffen wir in Dannemarie ein, wo uns, wie gewohnt, die gut gelaunte und kompetente Hafenmeisterin Anne freundlich begrüsst, einweist und kräftig beim Belegen hilft. Bei stürmischem Wetter nicht immer eine einfache Arbeit, merci Anne! Dank auf dem Hafenareal vorhandener Waschmaschine und einem Tumbler (Jetons bei Anne kaufen!) ist die Schiffersgattin gleich in der Lage einen Sack Schmutzwäsche, den wir offenbar beim Ferienklarmachen des Schiffes im Schmutzwäschekasten vergessen haben auf- resp. weg zu arbeiten.

Da im deutschen Wetterbericht keine Besserung heraus zu hören ist, beschliessen wir vorerst hier zu bleiben. Als sich dann aber nach stürmischen Regenfall am frühen Montagmorgen das Wetter im Laufe des Morgens doch stetig verbessert, ist es für einen Aufbruch zu spät; es werden nämlich mehrere Konvois von der Scheitelhaltung her erwartet. Es bleibt regenfrei und die Sonne blickt durch die Wolken, dies wenigstens solange, als bis wir beschliessen zu einer Einkaufstour aufzubrechen. 

Kaum vom Schiff entfernt, öffnen sich die Schleusen wieder und wir ziehen eine triefende Wasserspur bis ins ca. 1/4 Std. Gehzeit vom Hafen entfernte Einkaufszentrum.

Am Dienstag früh um 5 ist die Welt noch in Ordnung, keine Wolke, knallblauer Himmel. Gegen 8 Uhr hören wir, wie auf dem Nachbarschiff der Motor angeworfen wird, also startet das Paar mit der offenbar noch nicht sehr grossen Fahrerfahrung auch heute. Wir lassen sie gerne ziehen, hoffen, dass wenigstens die Schleusentore heil bleiben. Wir selber sind auf 9 Uhr zu einer "Team - Erfahrung" mit einem originellen Holzschiff, das nachträglich mit einer Kunststoffhaut haltbarer gemacht wurde, eingeteilt worden. 

Die Eigner von "Dilu", Roger und Asti, haben auch noch keine grosse Kanalerfahrung und sind deshalb für Ratschläge offen und zeigen sich sehr geschickt in deren Umsetzung, was uns wiederum anspornt unsere früheren Fehler und neueren Erkenntnisse schonungslos preiszugeben. Wir legen dann auf der Scheitelhaltung, da inzwischen auf den vorderen Konvoi aufgeschlossen, eine Rast ein, geniessen die sich temporär zeigende Sonne.


Beim Hinunterschleusen werden wir uns schon bald bewusst, wie zuverlässig die Schleusenwärter auf unserer Seite der Scheitelhaltung sind (resp. waren), hier treffen wir nämlich immer wieder auf verschlossene Tore, legen, obwohl wir auch sonst immer mithelfen, mehr Hand an, als uns eigentlich lieb ist, mehrfach schleusen wir ganz alleine, eine irgendwann auftauchende Eclusière offenbart, dass sie neu sei, nur eine Kollegin ablösen würde. Der junge Schleusier von No. 14, will, kurz vor dem Erreichen unseres Tageszieles wissen, wann wir am nächsten Tag starten möchten. Wir nennen, da es bekanntlich nach Clerval ebenfalls weit ist, als Abfahrtszeit "8.30". Er bestätigt, ist offenbar zufrieden. Da wir noch einkaufen wollen, legen wir, gegen 19 Uhr endlich in Montbéliard angekommen, gleich am linken Ufer, vor dem Intermarché, an. Es reicht gerade noch, um einen Einkaufswagen zu füllen. Nach Einbruch der Dunkelheit, aber immerhin ohne Regen, schlendern wir einmal mehr durch den wunderschönen Park "Près la Rose", staunen ab dem gepflegten Rasen und dem Blumenmeer welches jedes Mal die schön gemachten Wege säumt.

Natürlich regnet es auch in dieser Nacht, kurz vor unserem Start am Mittwoch den 12.7. schliessen sich aber die himmlischen Schleusen. Wir fahren zielstrebig auf die erste Schleuse zu, winken unterwegs noch der den Hund am Kanalufer ausführenden Gattin des "Schleusenrammers". Die oberen Tore sind bereits geschlossen und der Wasserstand hat sich schon etwas vermindert, als wir den Schrecken der Kanäle mit Karacho (erst im Nachhinein erfahren wir, dass er beim Wegfahren offenbar, da immer noch angebunden, fast die eine Steganlage zerstört hätte) auf die Schleuse zufahren sehen. "Zu spät!" denken wir erleichtert. Nach Passieren der Strassen - Drehbrücke einige Hundert Meter später machen wir uns in der nächsten Schleuse, da auch hier kein Personal vorhanden zu sein scheint, an die Arbeit. Und erst als sich die oberen Tore gerade berühren wollen, taucht eine junge Eclusière auf und bittet uns zu warten, ein zweites Schiff sei unterwegs und werde in 10 - 15 Minuten hier sein .... . 

Wir melden unsere Bedenken an und erwähnen, wir hätten das zweifelhafte Vergnügen bereits gehabt und hinterfragen gezielt, weshalb wir immer im voraus Abfahrtszeiten nennen sollen, wenn man offenbar kommen und gehe könne, wann es beliebt. Sie will wissen, mit welcher  Besatzung wir denn schlechte Erfahrungen machten. Wir nennen den Namen, worauf sie per Natel zurück fragt und dann bestätigt, was wir schon wussten, nämlich dass es sich um die Besatzung des Schiffes mit dem vielgehörten weiblichen Vornamen handle. 

Sie lässt sich überzeugen, dass wir, resp. unser Schiff schadlos bleiben und alleine weiterfahren möchten, rät uns zügig aus der Schleuse aus- und weiterzufahren. Soweit so gut, diese Aufforderung hätten wir nicht gebraucht, als uns in Dampierre ein mürrischer Schleusenwärter, dem es schon zuviel war, den Morgengruss meiner Gattin zu erwidern, so um halb zehn herum informiert, wir könnten nicht weiterfahren, einige Schleusen weiter wäre es zu einem Dammbruch gekommen und der Reparaturequippe fehle es an Beton, bis ca. 13 Uhr sei die Strecke gesperrt. Er rät kurz nach der Schleuse an einer Steilwand zu belegen und zu warten. Nach einer halben Stunde gewärtigen wir das Aufschliessen des vermeintlich abgehängten Schiffes von Rambo und auch unsere Kollegen mit der "Dilu" stiessen wieder zu uns. Dies wenigstens ein Lichtblick. 

Nach ca. 1 1/2 Std. bekamen wir dann auch das o.K. für eine "langsame Weiterfahrt", nicht ohne den Hinweis, wir sollten uns streng nur in Kanalmitte bewegen, es fehlten ca. 60 cm an Wasserstand. Wir tasteten uns also im Dreierkonvoi vorsichtig bis zur nächsten Schleuse, entdeckten unterwegs mehrere Stellen wo schweres Gerät die angeblich vor 2 Tagen eingerissene Uferböschung repariert haben musste. Erst zwischen Ecluse 24 und 25 wurde es dann aber richtig kritisch, der Tiefenmesser zeigte hie und da nur noch 10 - 20 cm Tiefe unter dem Kiel an und zeitweise meinten wir sogar feines Kratzen von der Schiffsunterseite zu vernehmen.


Schleuse No. 25 war dafür verwaist, d.h. eigentlich nicht ganz, in der Kammer lag eine englische Yacht und die Zwei-Personenbesatzung wartete auf eine Aufwärtsschleusung. Unsere Moses stieg über den Bug aus und nahm die Sache souverän in die Hand, sie schloss die unteren Tore, dann deren Schieber und begann dann die oberen aufzuziehen. Derweil stand der "English-Man" mit einem Seil in der Hand auf der Schleusenmauer, wartete wohl auf die Tea-Time und hielt sein Schiff in Position. Zur Sicherheit half ihm dabei die "First-Lady" vom Schiff aus. Anders meine (arbeitserprobte) Gattin, sie liess sich nun auch aussetzen und half der Tochter beim anschliessenden Öffnen der oberen Tore. Nach dem Kreuzen und nachdem wir dann die Schleusenkammer eingenommen hatten, liess sich eines der oberen Tore nicht mehr schliessen. Da das Schleusenwärterhaus nicht verschlossen war, konnte sich die beste Ehefrau von allen eines Telefons bemächtigen und fand schliesslich auf einer an die Wand gepinnten Liste eine besetzte Leitstelle. Diese informierte, wir sollten in der Schleuse bleiben (ja wo sollten wir denn wohl sonst hinfahren?), eine Eclusière sei unterwegs zu uns.

Während die einen von uns warteten, besahen sich die anderen die Konstruktion des klemmenden Tores, der Schreiber schliesslich stellte fest, dass die Führung des Schleusentores in einer unterirdischen Mulde irgendwie verhakt sein musste und machte diese durch das, allerdings gewichtige, Verschieben derselben auf der Führungsrolle wieder flott. Das Tor konnte danach geschlossen und unsere Abwärtsschleusung eingeleitet werden. Allein die Eclusière tauchte auch noch nicht auf als sich unser Tross dann zum Verlassen der Kammer aufmachte. Vielleicht sucht sie bis heute den Weg? Unsere "Glückssträhne" hielt an, auch Schleuse No. 26 bei L'isle-sur-le-Doubs war nicht besetzt, hupen nützte nichts. Da wir den Konvoi anführten und sich Rambo, der Kapitän des hintersten Schiffes, bisher ohnehin bei jeder Schleuse jeglicher Mitarbeit tapfer enthalten hatte, entliess die "Moonlight" einmal mehr fast die ganze Mannschaft über den Bugspitz auf den Schleusenkopf und die Arbeit wurde ohne Eclusier in Angriff genommen. Erst als unsere Schiffe schon fast unten angekommen waren, tauchte ein gesetzter Herr mit Schnauz auf und informierte, dass er zuerst das Schiff von unten, welches nun eben in Sicht geriet, durchlassen wollte ..... .

Im Super U nach der Schleuse reichte die Rekordzeit von weniger als einer halben Stunde um 80 Lt. Diesel ab Tankstelle mittels Kanistern zu bunkern. Die Weiterfahrt ging nun zügig voran, da "Schleusenrammer" beschloss in L'isle-sur-le-Doubs zu bleiben und wir nun die Schleusen nur noch zu zweit belegten. Clerval hätte damit noch vor dem Eclusier-Feierabend (aber mit mehr als 10 Stunden Reisezeit!) erreicht werden können, wenn, ja wenn uns nicht eine Schleuse vor dem gedachten Etappenziel ein attraktiv lachendes Fräulein informiert hätte, dass Clerval besetzt sei und da es für die nächste Station vor 19 Uhr 30 nicht mehr reiche, wir doch in "ihrer" Kammer bleiben sollten. Wann wir morgen weiterfahren möchten?

Im Wissen, dass Besançon ebenfalls eine echte Tagesetappe entfernt ist, nennen wir 7 Uhr in der Früh. Sie lacht und meint, dies ginge nicht, sie würde erst um 8 Uhr 30 mit der Arbeit beginnen, wenn wir früher hätten fahren wollen, hätten wir dies rechtzeitig voranmelden müssen. Sie wiederholt damit, was schon der letzte Eclusier ausdrückte: Wer früh fahren wolle, müsse dies am Vortag bis spätestens 16 Uhr mitteilen. Offenbar scheint in diesen Ferien niemand mehr die im "Guide Vagnon" abgedruckten Öffnungszeiten zu kennen, in der doch noch gültigen "6e Edition" ist für das Sommerhalbjahr, genau vom 1.4. bis 30.9., eine Bedienzeit von morgens 6.30 bis abends 19.30 zugesagt und zwar ohne einschränkende Bedingungen. Sei's drum wir genossen nun in der Schleusenkammer mit der Besatzung der "Dilu" einen das Tageswerk abschliessenden Weissen als Apéro.

Unsere Moses Katja löst nicht nur Schleusenprobleme von wartenden English-Men, sondern sie ist auch für die korrekte Einstellung des hypermodernen funkgesteuerten Weckers mit Digitalanzeige, Schlummerschalter und parallelem Abruf von mind. 2 Weckzeiten verantwortlich. Warum? Weil sie offenbar die Einzige an Bord ist, die mit oder ohne Studium der mehrseitigen Bedienungsanleitung intuitiv die Funktionsweise des hypermodernen Apparates erkannte und dessen Möglichkeiten voll oder auch nur teilweise auszuschöpfen imstande ist. Sie erhielt jedenfalls den Auftrag, uns am 13.7., notabene meinem Geburtstag (dieser Hinweis nur für nachträgliche Gratulanten), um Acht Uhr zu wecken. Wenigstens an diesem Tag wollten wir, wenn wir schon nicht früh losfahren konnten, etwas länger am Kissen lauschen, uns dafür dann mit dem Frühstück nicht lange aufhalten.

Am Donnerstag morgen hörten wir dann also das durchdringende Hupen des Weckers, ein kurzer Blick durch das mit einem Moskitonetz bewehrte Seitenfenster ergab, dass witterungsbedingte Überraschungen nicht ausgeschlossen werden konnten, denn blauer Himmel zeigte sich stellenweise durch eine sonst aber noch dichte Wolkendecke. Noch nicht völlig ausgeschlafen wurde die neben mir liegende Gattin gefragt, ob es tatsächlich schon 8 Uhr wäre, mir käme es nicht so vor. Sie unternahm irgend eine Aktion und bestätigte dann die Korrektheit. Also musste der Schreiber, da er schon als Einziger an Bord Geburtstag hatte, (wie immer) zuerst aufstehen. Nach dem Waschen, Tisch decken und gemeinsamem Frühstück ging das "Geburtstagskind" mit Bordhund "Arco" nach draussen, sah sich um, ob wohl die Schleusenwärterin endlich kommen würde, denn erst um halb Neun anfangen wollen und dann auch noch zu spät kommen, dünkte uns schon etwas viel auf einmal. "Sie" kam aber trotzdem nicht, also beschloss der Anführer, herumliegendem Werkzeug sei Dank, die Schleusung (einmal mehr) selber in die Hand zu nehmen. Die Besatzung der "Dilu" wurde informiert, dass wir nicht länger warten sollten, wenn wir, am Vortag des französischen Nationalfeiertages in Besançon noch einen Anlegeplatz vorfinden möchten. Als die unteren Tore und die Schieber dann schon geschlossen waren und das Wasser bereits aus der Kammer ablief, informierte Roger nebenbei, dass wir sicher früh genug wären, es sei ja erst kurz vor 8 Uhr. Die peinliche Überprüfung des Vorfalles ergab, dass das zeitliche Problem in der irrtümlich aktivierten zweiten Weckzeit unseres Teufelsgerät lag; drum "Traue nie einem Teenager unter 15 Jahren".

Wir setzten die angefangene Aktion dann aber fort und machten uns, eine Stunde zu früh oder nicht, auf den Weg. Das Wetter klarte auf, erst ca. 2 Std. später um Baume-les-Dames ist die Wolkendecke wieder hermetisch geschlossen und es beginnt leicht zu regnen. Wenig später vermeldet die "Dilu"-Besatzung Kupplungs-Probleme, möchte zurückbleiben. Wir können nicht helfen, fahren bei inzwischen böigem Niesel-, dann anhaltenden mehreren Platzregen weiter. Allen klar ist, dass nach Murphys' Gesetz der Niederschlag dort am grössten ist, wo der Do-it-yourself - Schleuse St. Paul in Besançon wegen hart im Freien gearbeitet werden muss. Immerhin finden wir gegen 16 Uhr noch freie Plätze, auch für "Dilu", die zwei Stunden später eintrifft und deren Kupplungsprobleme offenbar verschwinden, wenn sich der Motor nach mehreren Betriebsstunden Dienst wieder genügend lange auskühlen kann.

Bevor es nun eventuell unerwähnt bliebe; beim Morgenessen überreichte die netteste und teuerste aller Steuermannsgattinnen das diesjährige Geschenk: Ein kleines güldenes Steuerrad, am besten, da mit Absicht so hergestellt, in einem Ohrdurchstich zu tragen. Auch so kann man natürlich einen erklärten Schmuckmuffel überzeugen! Also erklärte sich der Schreiber nun, dass, wenn er sich schon vorsätzlich verletzen lassen müsste, dies heute noch zu geschehen hätte. Gesagt und mitgeschleppt war eine Aktion. Kurz vor Ladenschluss fragten wir uns zu einer Bijouterie durch, deren Angestellte vor keiner Bluttat zurückschreckten. Nach nur wenig tröstenden, dafür französisch gesprochenen Worten, gab es kein Zurück mehr, kurz nach der örtlichen Desinfektion kam es zu einem glatten Durchschuss! Nachdem wir für meine Verletzung (wobei sich wenigstens der Blutverlust in engen Grenzen hielt) auch noch bezahlt hatten, durfte der Angeschossene und dies sogar ohne fremde Hilfe, den schönen und vornehm eingerichteten Laden an der Hauptstrasse wieder verlassen. Ihr erkennt mich nach Ablauf der von der Schützin auf 30 Tage festgesetzten Rekonvaleszenzzeit nun also demnächst am ... nein nicht am Knopf, sondern am Steuerrad im linken Ohr.

Am Nationalfeiertag, an dem es auch fast durchgehend bedeckt war und auch meist regnete, geschah nicht viel. Wir lagen am Steg, beobachteten die Barometer (jawohl wir führen zwei mit, glauben immer dem Gerät, das mehr oder wenigstens eine Wendung nach oben anzeigt), klopften an die Scheibe, resp. schüttelten die Handvariante, aber nichts geschah. 

Die Zeit wurde natürlich auch redaktorisch genutzt um Fam. Zeugin aus Basel, die mit zwei schiffigen Minimümern an Platz und Komfort eine mehrwöchige Ferienfahrt unternahm, zu interviewen, siehe dazu den sep. Heftbeitrag. Erstaunt stellten wir ausserdem fest, dass einige Schiffe neu eintrafen, nachdem wir doch verschiedentlich schon darauf aufmerksam gemacht wurden, dass am 14.7. nirgendwo geschleust werde. 

Nach Einbruch der Dunkelheit bestand unsere Moses darauf, das angekündigte Feuerwerk live, von der "blauen" Brücke (und nicht etwa vom Achterdeck) aus, zu betrachten. Es wurde 22 Uhr, dann 22 Uhr 30. Auch die Eingeborenen schienen ratlos, niemand konnte genau sagen, wann und wo von aus, das bekannt aufwändige Feuerwerk zum Himmel geschossen werden würde. Der Nieselregen hatte sich wiederum in eine noch wasserhaltigere Variante gewandelt, so dass wir schliesslich tropfnass und frierend gegen 23 Uhr wieder zum Schiff zurückkehrten. Erst am nächsten Tag, der von den Bordfrauen zum ausgiebigen Shopping benutzt wurde, erfuhren wir, dass das Feuerwerk des schlechten Wetters wegen abgesagt worden sei. Weitere Veränderung gab es nicht, auch am 15.7. wurde der Regen nur selten von Aufhellungen abgelöst, der Baro zeigt "bleibend" voraus. Im Laufe des Mittags gewahrte die Schiffersgagattin wie das Wasser in St. Paul stieg und stieg, insgesamt sicher über einen Meter über dem Normalwasserstand. Einheimische prognostizieren, dass wohl der Doubs für die Schifffahrt demnächst geschlossen werde.

Am Sonntag, den 16.7. griff der Kapitän also zuerst den Funk heraus und erreichte über Kanal 16 prompt die VNF. Nachdem die Voraussagen bezgl. Flusssperrung nicht bestätigt wurden, sondern man uns versicherte, dass "pas d'Probläm" zu erwarten seien, entschieden wir uns sogar anstelle des Tunnels, die Stadtumfahrung zu wagen. Da im Gegensatz zu den Guide-Skizzen nur wenige der ausgesetzten Tonnen zu sehen waren, taten wir dies aber erst, nachdem wir die Strecke zu Fuss abgeschritten hatten. Die Strömung war so stark, dass die Tonnen teilweise nur unter Wasser und nur für einen kurzen Moment zu sehen waren. 

Während der nächsten Stunden wurden wir von ca. 20 Pontonieren (zwischen 20 und 60 jährig) aus Aarau und der Umgebung stammend, die mit einem aus 3 Einzelteilen zusammengesetzten total über 16 Meter langen und mit einem über 100 PS Aussenborder sicher nicht untermotorisierten Weidling eine mehrtätige Fernfahrt von Isle-sur-le-Doubs bis nach Lyon unternehmen, begleitet.

Als wir feststellten, wie sie uns nach der ersten Schleuse (man liess uns in der Kammer die Vorfahrt) mit mächtiger Bugwelle überholten und davon zischten, obwohl uns die VNF in Bescançon mehrfach und gemeinsam gebeten hatte, wir mögen sicher bis St. Vit zusammenbleiben, damit man auch die Weidling-Besatzung über (unseren) Funk über allfällige Hochwassergefahren informieren könnte, stellte unser Steuermann die eilige Besatzung in der nächsten Schleuse (wo man die "Grande Barque" warten liess) und erkundigte sich dort, wer 1. der "Schiffsführer" sei und 2. ob man die Geschwindigkeitslimiten auf diesem Fluss und den "davon abführenden Schleusenkanälen" kenne. Eine betroffene Umfrage unter dem mit einer Plastikfolie überzogenen Schilfdach ging los und es wurden Schätzungen bis zu 50 km/h laut ............. 

Nach sachter Richtigstellung meinerseits verlief die weitere (gemeinsame) Fahrt lustig und wir meisterten auch schiffige Anforderung wie das Kreuzen einer Péniche in einem engen Kanalstück mit Gegenwind etc mit Bravour.

Nicht ganz schadlos verlief eine Begegnung mit einer Brücke über einer Ecluse de Garde, das Hochwasser hatte meine Aufzeichnungen der nicht mit Verdeck zu passierenden "Unhöhen" nämlich auf einmal Lügen gestraft, es reichte hier um wenige Millimeter nicht! Das im Frühling ersetzte neue Horn hat schon wieder Beulen und die Antennenhalterung weitere Kratzer. In Rochefort-sur-Nenon trafen wir am frühen Abend und inzwischen sonnigem Wetter einen leeren Steg und versuchten, wie in den vergangenen Reisen auch schon, mit der Strömung am kurzen Ponton anzulegen. Umsonst, auch nach 3 Anläufen klappte das Manöver nicht. Also war eine weitere Wende angesagt und wir nächtigen für einmal halt entgegen unserer beabsichtigten Reiserichtung. 

Dank frühem Aufbruch am Montag Morgen, der sich ebenfalls mit stahlblauem Himmel und praller Sonne nur von der besten Seite zeigte, kamen wir noch vor Mittag in Dole an, wo sich das Anlegen mit erhöhter Strömungsgeschwindigkeit auch nicht einfach gestaltete. Ein prüfender Dipp mit dem grossen Zeh ergab, dass das geplante Bad heute wohl (noch) nicht in Frage kommen würde, da uns das Wasser viel zu kalt dünkte. Diese laienhafte Annahme wurde nicht lange aufrecht erhalten, denn beim Belegen der Seile schätzte der Schreiber im jugendlichen Übermut die Breite der schmalen Stege falsch ein und kam so unfreiwillig zu einem sehr erfrischenden Tauchgang im bräunlichen Kanalwasser. Nach einer persönlichen Generalreinigung entdeckte er bei der anschliessenden (fast alltäglichen) Sichtkontrolle der Bilge in einem Schott eine kleine Lache, die sich bei der genaueren Kontrolle als Dieseltreibstoff entpuppte. Ein nasses Gewebeschläuchlein oberhalb des Schotts resp. unterhalb der Heizung liess diese als Ursache vermuten und nachdem eine Rundfrage unter der Besatzung ergab, dass die beiden Bordfrauen offenbar heute morgen froren und während einiger Zeit die Standheizung laufen liessen, erhärtete sich der Verdacht zur Gewissheit; sicher war das Schlauchstück am Ende seiner Weis- resp. Dichtheit. Da gerade ein Mechaniker von Nicols, die für die Vermietung der Stege verantwortlich sind, am Schiff vorbei schlenderte, fragten wir ihn um Rat, resp. wollten wissen, ob so ein Stück Schlauch zu kaufen wäre. Er bejahte dies nach einer kurzen Inspektion des Motorraumes (dies nicht ohne Kompliment für die saubere Maschine) und meinte bedauernd, für den Ersatz müsste aber die Heizung samt Zuleitung an Diesel und Elektrisch demontiert werden; was (dies ist man sich ja hinlänglich gewohnt) "einigen Aufwand" erfordere. Da sie aber auch noch anderweitig beansprucht waren, erklärte sich unser eigener Mechaniker (also jener, welcher auch unsere Erlebnisse notiert) zögernd bereit, die Demontage, soweit möglich, selber an die Hand zu nehmen, um ihn dann im entscheidenden Moment rufen zu können. Natürlich ist unsere Webasto kaum erreichbar (sprich platzsparend) mittels einiger Schrauben am Chassis befestigt, wobei man die ersten 2 wenigstens noch sieht, über die soll, da vielleicht nicht jugendfreie Ausdrücke vorkämen, nichts weiter geschrieben werden. Als sich das Gerät dann endlich auf den Rücken legen liess, wurde durchaus sachkundig festgestellt, dass mittels eines metallenen Übergangsstückes zwei Schläuche verbunden waren, wobei aber nur auf einer der Verbindungen eine Schelle sass. Leider konnten wir das Wort im Dictionnaire nicht eruieren, fanden aber schliesslich bei der Ersatzteilbeschaffung heraus, dass man hier "Serflex" (oder ähnlich) sagt. Und mit einer weiteren Serflex war der Schaden dann behoben, seit deren Einbau tropft nichts mehr, auch nicht unter Druck.

Da sich die Bordfrauen dann so aufführten, als hätten sie seit Jahren keine Läden mehr gesehen, blieben wir schliesslich 2 Tage am wirklich schönen Anlegeplatz. Mit den saarländischen Nachbarn Eberhard und Ruth von der "Ratorueb" verstanden wir uns auf Anhieb gut und hatten einigen Spass. 

Dankbar registrierten wir auch, dass offenbar nun tatsächlich der Sommer zurückgekehrt war. Apropos Sonne und Energie: Die Stromversorgung am Steg brach diesmal nur einmal zusammen und es gelang dem inzwischen auch mit mit viel Krach und Getöse eingetroffenen französischen Rambo nach Feierabend noch jemandem von der Bootsvermietung aufzutreiben, der sich der Sache annahm. Es sei ihm hier für diese (und nur für diese) christliche Tat eindeutig gedankt.


Am Mittwoch morgen brachen wir nach St. Jean-de-Losne auf, wo wir uns, so hatten wir es im Familienrat abgesprochen (was heute aber bestritten wird), westlich, dem bis anhin noch nie besuchten "Canal-de-Bourgogne" zuwenden wollten. 

Bei immer noch schönem, aber inzwischen ziemlich windigem Wetter bogen wir also in den Kanal ein und gewahrten schon kurz nach der ersten Schleuse, dass unsere "Moonlight" mit den Aufbauten eben wieder einige entscheidende Zentimeter zu hoch ist. Also entschlossen wir uns nach dem Abklappen des Cabrioverdecks und des Biminis mit alten Leintüchern, Gummistrippen und den zwei Bootshaken eine provisorische Sonnenstore zu schaffen. Der Wind und die nach dem Aufwärtsschleusen jeweils sehr vollen Schleusenkammern machten uns zu schaffen. Wieder einmal waren wir sehr froh, dass wir die uns von einem guten Kollegen überlassenen, in Bordmitte und am Heck an Leinen ausgehängten Kompressor - Schläuche auch auf dieser Reise mitführten. Diese schwimmen nämlich nicht auf, sondern halten, wenn die normalen Fender sich schon lange auf der Schleusenmauer untätig und zu nichts nütze, breit machen, noch immer einen sicheren Abstand von der Mauer zur Bootswand.
 
Nicht ganz einfach war übrigens auch das Kreuzen, den vor allem gerade im Oberwasser nach den Schleusen blieb nur eine recht schmale Fahrrinne frei von üppig wuchernden Wasserpflanzen. Und gehackter Spinat aus dem Wasserfilter stand eigentlich nicht auf dem Speisezettel.

Dank vorhandenem Kartenmaterial gewahrten wir sodann bald, dass die in wenigen Metern Höhe (man konnte das Weiss in den Augen der Piloten schon fast sehen!) immer wieder über uns kurvenden Kampfjets der französischen Armee nicht irgendwo, sondern dicht vor Dijon einen Flugplatz aufsuchten, dessen Anflugschneise von links nach rechts genau über den Kanal führte. Aus dem Kollegenkreis erfuhren wir im Nachhinein, dass hier nur eine "Automatische Bedienung" eingeführt worden sei, weil es kein Schleusenwärter länger als einige Tage ausgehalten habe. Wir fuhren in Vorahnung der zu erwartenden Start- und Landegeräusche also nicht bis dicht zum zeitlichen Schleusenschluss weiter, sondern blieben in sicherem Abstand vor dem Aeroport an einer Larsenwand liegen. Das Rauschen der Pappelallee hielt die ganze Nacht an und auch der Donnerstag kompensierte wiederum die verregnete erste Ferienwoche. Bei sehr schönen und heissen Wetter treffen wir um 11.55 vor der letzten Schleuse in Dijon ein. Hupen zwecklos, nichts rührt sich, also wird bis unter die Brücke gefahren, nach der gleich die Schleusentore liegen, um dort unsere Moses zu einem Erkundungstrip abzusetzen. Als wir gerade noch 2 - 3 Meter von den Toren entfernt sind, realisieren wir, wie sich die Ablassschleusen öffnen und uns die nächsten 5 Minuten in Aufruhr halten. Auch das Einlegen des Rückwärtsganges mit Normalgas nützte nämlich nichts, es kam uns vor, als befänden  wir uns in einem Sog. Als der Spuk endlich vorbei ist, fahren wir in die leere Kammer. Nun ist aber definitiv niemand vom Schleusenpersonal mehr hier. 

Und nachdem man auch das "Werkzeug" fürsorglich abmontierte, können wir die Kammer auch nicht selber füllen, müssen also im tiefen Loch den Lunch zu uns nehmen. Unser Hund wird diesem Eclusier nie verzeihen (eine Stunde lang alle vier Beine zusammenklemmen..).

Für Ffr. 51.- ist ein Platz mit Strom und Wasser für ein - 9.99 Meter langes, mit 3 Personen besetztes Schiff leihweise für 24 Stunden zu haben. Ein Besuch der Innenstadt lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man sich nicht kulturell bereichern will.

Am Freitag den 21. Juli brechen wir gegen 9.30 auf und geniessen nach den eintönigen, schnurgerade aus führenden ersten 30 Kilometern gestern nun sanft gewundene Kurven und eine abwechslungsreiche Landschaft. Wir erfreuen uns auch ab den meist offenstehenden Schleusentoren. Da damit aber das Hochschleusen noch lange nicht getan ist, helfen wir, da das Schleusenpersonal meist nur aus einer Person bestand, trotz brütender Hitze im eigenen Interesse jeweils tapfer mit. Der Schleusen-Schweiss floss, ein Bad im Kanal machte uns aber der Algenbänke wegen nicht sonderlich an. Gegen Mittag reklamiert die verwöhnte Schiffersgattin, dass unser Bord-WC nicht mehr mit Spülwasser versorgt werde, resp. sich der Pumpgriff in der gewünschten Position kaum noch bewegen liesse. Ohne schon einmal mit diesem delikaten Problem konfrontiert worden zu sein, vermutete der Bordsanitär eine Verstopfung der Zuleitung. Was also lag näher, als der Sache mittels eines Tauchganges auf den Grund zu gehen? Und was würde sich dafür besser eignen, als eine tiefe, immer wieder mit frischem Wasser ausgespülte Schleusenkammer? Da aber fast an jeder Schleuse fürsorglich ein Schild mit dem Text "Baignade interdit" aufgestellt ist, musste diese Idee und der ausserordentliche Boxenstop der jungen Aushilfs- Schleusenwärterin erst "verkauft" werden. Als ihr mit montierter Badehose und der Tauchbrille in der Hand nach erfolgter Hinaufschleusung dann von "einem grossen technischen Problem" erzählt wird, gibt es keine Einwände; im Gegenteil, unser Taucher wird sogar bedauert. Im erfrischenden Wasser wird achtern steuerbordseits zwar der Stutzen, aber nichts, was gerade davor für eine Verstopfung verantwortlich sein könnte, gefunden. Mit einem starren, starken Draht liess sich danach, leider schon ziemlich weit vom Stutzen entfernt, ein Widerstand ausmachen. Auch mit Widerhaken war dieser aber nicht lösbar. Also raus aus dem Wasser und ins Schiffsinnere, wo die handwerklich begabteste von allen Frauen schon mit der Demontage der Bride der Wasserzuleitung des WC's begonnen hat. Der Draht wird hier nun auch wieder eingeführt, trifft ebenfalls auf Widerstand und ist nach einigem Hin- und Herstochern nicht mehr zu einem freiwilligen Rückzug bereit. Nun ist es mit unserer Gutmütigkeit aber vorbei! Mit einer Zange und roher Gewalt ziehen wir zu zweit am noch freien Drahtende und bringen tatsächlich schliesslich ein stopfenartiges Stück einer Schilfwurzel oder einer anderen Wasserpflanze zu Tage. Danach konnte die Sache dann "adacta" gelegt werden, alles funktionierte wieder einwandfrei. Mit einem heroischen Triumpfgefühl fahren wir weiter und treffen ziemlich erschöpft gegen 18 Uhr in Gissey sur Ouche ein.

In der für die Hotelpénichen als Wendeplatz gedachten halbrunden Kanalverbreiterung nach der Brücke finden wir eine genügend tiefe Stelle und belegen an einer sich in ziemlich desolaten Zustand befindlichen Holzwand. Während wir (im gesetzten Alter) eine kurze Schwimmrunde im Becken ziehen, mischt sich unsere Moses in Begleitung des Bordhundes mit der Ausrede, sie würde sich um die Brotbeschaffung kümmern, unter die Dorfjugend. Nach kaum 20 Minuten kehrt sie, gewandt mit mind. drei oder vier Knaben gestikulierend und parlierend, zurück und stellt einen als Sohn des Dorfwirtes vor. 


Dieser lädt uns ein, wir sollten doch im Restaurant "Vieux Pont", sinnigerweise gleich bei der alten Brücke gelegen, einkehren. Wir beschliessen also unsere Smutje zu entlasten und geniessen ein ausgezeichnetes 4 gängiges Menu für Ffr. 98.- p. Person. Noch zufriedener und wohlgenährter (als sonst) fallen wir in den verdienten Schlaf.

Samstags fahren wir bei schönem und heissen Wetter weiter, eigentlich möchten wir Schleuse 0 vor dem leider viel zu tiefen Tunnel (Durchfahrt nach Plan nur für Schiffe mit max. Höhe von 3.10) zwischen La Rochère und Vélard erreichen. Die Sonne und das fehlende Verdeck machen uns aber immer mehr zu schaffen. Ein Zwischenhalt im Ferienhaus eines Arbeitskollegen in Crugey, wo wir einen Kir geniessen dürfen, gibt wieder etwas Auftrieb (für die Nichteingeweihten; dieses Getränk wurde nach dem Abbé Felix Kir dem Bürgermeister während der IV Republik benannt und besteht aus einem Schuss Cassis, also schwarzem Johannisbeerlikör mit Aligoté, einem burgundischen Weisswein. Eine Variante stellt der Kir Royal, Cassis mit Champagner, dar). Während des Umtrunks macht man uns klar, dass wir das Vorhaben zeitlich nicht erreichen können, alternativ empfiehlt man uns nach der Schleuse No. 11 (La Rèpe) gleich nach der Brücke, links, anzulegen. Dort sei eine steile Mauer vorhanden und meist würden dort auch einige Gleichgesinnte für eine Übernachtung anlegen. Das schöne Dorf "Chateâuneuf" sei dann über ein zwar steile, aber dafür nicht zu lange Strasse erreichbar. Kurz nach 18 Uhr treffen wir in Schleuse 13 (Ste Sabine) ein und werden vom Eclusier zuerst gefragt, wie weit wir heute noch wollten, worauf wir ihm mitteilen, dass noch zwei Schleusungen geplant seien. Dann informiert er, dass Nr. 12 nicht besetzt sei. Er zeigt uns an seiner Station, wie an zwei zentralen mechanischen Vorrichtungen zuerst die unteren Schieber geschlossen und danach die oberen geöffnet werden können. Wir fahren also gut instruiert weiter und versuchen, in No. 11 eingeloggt, wie geheissen, die unteren Schieber zu schliessen, umsonst, die Fussraste, die gedrückt werden soll, um die Drehplatte bewegen zu können, verrückt keinen Millimeter. Das öffnen der oberen Schieber gelingt dafür auf Anhieb. Die Kammer füllt sich, und Moses Katja geht unten nachschauen, kann keinen Wasseraustritt unterhalb des Einfahrtores ausmachen. Wir meinen also die Sache, soweit machbar, richtig durchgeführt zu haben.

Nach einigen Minuten erscheint der Schleusier auf seiner Vespa und stellt, mind. mit verächtlichem Blick, ungeniert fest, dass wir offenbar Banausen sind. Nach einigen kräftigen Tritten gegen die Anlage und gleichzeitigem Hebeln am Drehgriff bewegt sich nämlich die Anlage für die unteren Tore nun doch auch noch und erst jetzt schliessen sich anscheinend die unteren Schieber gänzlich. Sehen konnte man den Wasseraustritt aber, wie der Eclusier zugibt, nicht, da das Kammerwasser ein Stück weit unterirdisch geführt wird, bevor es wieder in den Kanal gespiesen wird. Der Schleusier teilt noch etwas mit, was wir nicht verstehen und verabschiedet sich, er hätte noch eine Péniche "qui descend" abzufertigen. Wir fahren aus der Schleuse aus und halten gegen 18.40 vor Nr. 11 an, der letzten Schleuse für den heutigen Tag. Die unteren Tore sind geschlossen, oben ist geöffnet, wir erkennen im Oberwasser eine Hotelpéniche, die bald gemächlich einfährt. Wir wollen die Wartezeit überbrücken, suchen einen Anmachplatz. Überall wird es aber nahe am Ufer sofort untief und wir hören auch dann und wann den "Untergrund" fein am Boden schaben. Der Schleusier gibt uns während seiner Arbeit mit der Péniche aus einiger Distanz irgendwelche Handzeichen, die wir nicht verstehen. Nach dem die Péniche ausgefahren ist und wir einfahren wollen, wiederholt er seine Zeichen und erklärt nun auch akustisch wahrnehmbar, c' est fini, c'est sept heures! Wir fahren trotzdem ein und erklären ihm nach Erklimmen der hohen Schleusenmauer nochmals, dass wir ca. 100 oder 200 Meter hinter der Schleuse den uns empfohlenen Warteplatz erreichen möchten, dass wir wegen des Tiefganges im Unterwasser nirgends anlegen könnten. Er lässt sich nicht beeindrucken, im Gegenteil scheint er etwas zu ahnen, denn er holt ein Stück Kette hervor und verriegelt damit die unteren Torscharniere, so dass die Türen nicht geschlossen werden können. Dann setzt er sich auf seine Vespa und sucht das Weite. Die im Schleusenhaus wohnende Familie hat das Ganze mit angesehen und schüttelt den Kopf, sonst würde keine Kette angelegt, mit einer wegwerfenden Handbewegung deutet der "Hausmeister", man sollte die Kette entfernen und die Arbeit selber tun. Als unser Bordschlosser die Kette dann aber tatsächlich (ohne Werkzeug und Schlüssel, da dilettantisch montiert) entfernen konnte, meint er, es könnte natürlich auch Ärger geben .... . Da wir uns (ausser vielleicht mit diesem Eclusier, der mit durchschnittlich kaum 5 Schiffspassagen am Tag schon überlastet scheint) eigentlich mit niemandem anlegen wollen, beschliessen wir rückwärts die Kammer zu verlassen. Nach einigem Suchen finden wir dann einen Platz, wo es dank der auf einer Seite ausgehängten beiden Ballonfendern und fehlendem stärkeren Wind gelingt, die Nacht einigermassen ruhig und ohne Grundkratzen zu überstehen. 

Bevor wir uns verärgert zur Ruhe legten, machten wir uns aber natürlich doch noch auf, um Chateâuneuf en Auxois, nach eigenen Angaben auf einer Tafel am Ortseingang, eines der schönsten Dörfer Frankreichs, zu besichtigen. Der ca. 20 minütige, teils recht steile Weg hinauf lohnt sich tatsächlich. Und wenn nicht alle Strassen im Dörfchen von vielen parkenden resp. noch einen Platz suchenden Fahrzeugen verstellt gewesen wären, könnten wir uns der Eigenwerbung voll anschliessen.

Nach einer Woche voller Sonne beginnt am nächsten Morgen, kurz bevor wir loslegen und nach dem gestrigen Ärger nun zurückfahren wollen, ein währschaftes Gewitter, welches von bis zum Mittag anhaltenden Schauern begleitet wird. Der Eclusier von gestern zeigt sich nicht mehr, bei einem Kollegen hinterfragen wir seinen Namen. Wir sind uns nämlich einig, dass dieser Mann den "Service-Gedanken" nicht richtig verstanden hat und werden Hrn. Chr. Courret zum "Schleusenekel des Monats Juli 2000" vorschlagen. 

Wegen der vielen sehr tiefen Brücken (unter 3.5 Meter) müssen wir das Cabrio unten lassen. Es genügt nicht, dass wir eingeweicht werden, nein, schon nach einer Schleuse schliessen wir auf die gestern Abend passierte Escargot-Hotelpéniche auf, welche ihrem Namen alle Ehre macht. Bis nach Pont D'Ouche, wo deren Besatzung ohnehin anlegen wollte, lässt man uns (wir haben den Führer gefragt) nicht vorfahren, im Schneckentempo und strömendem Regen erinnern wir sicherlich an eine Trauerprozession. Da die Péniche alles aufstaut, fahren wir bald zu dritt hinter ihr her. Und wie so Stunde um Stunde vergeht ohne dass wir effektiv vorwärts kommen, erinnert sich der Schreiber an einen "L' Ancre de Kembs" - Beitrag von Peter Rudolf von Rohr in welchem er das Missverhältnis zwischen der Anzahl von noch verkehrenden Berufsschiffen zur Behinderung welche sie für uns "Sportschiffer" darstellen, festhielt. Weshalb, tatsächlich, dürfen diese auch "nur Touristen" befördernden Schnecken ganze Kanal - Abschnitte tageweise blockieren? Ein Überdenken der Vorfahrtsregeln wäre sicherlich, je länger je eher angezeigt.

Als wir nach dem Ausscheren der Behinderung aufatmen wollen, wird uns bald noch etwas schmerzlich bewusst; nämlich dass 1. alle Schleusen nach Passagen so zurückgestellt werden, dass sie für von unten kommende Schiffe offen stehen und

2. das der dritte in unserem Konvoi mit seinem abenteuerlich aussehenden, jede Proportion vermissen lassenden, offensichtlich aus Holz und Kunststoff selbst gebauten und nicht mit einem WC ausgerüsteten 10 M. Schiff (erkennt man daran, dass Teile der französischen Eignerbesatzung, sobald das Schiff in der Schleuse angelangt ist, fluchtartig an Land und hinter die nächsten Sträucher springen) Probleme hat. Wellen- und Steuerungsdefekte sollen auch ihn nur mit Pénichentempo fahren lassen. 


Rund 4 Stunden machen wir gute Miene zum bösen Spiel und setzen vor jeder Schleuse die Schiffersgattin und Moses am Schleusenkopf zum Öffnen der Schieber und Tore aus (was bei Rückenwind kein beliebtes Manöver darstellt) und warten danach, nach der Einfahrt, nochmals mehrere Minuten auf den alternativen "Auch-Boot-Fahrer". Schliesslich gestehen wir uns ein, dass so aus unserem Vorhaben nochmals im Restaurant Vieux Pont in Guissey zu speisen nichts werden kann. Also informieren wir den 2. und 3. (beide französischer Nationalität) hinter uns, dass wir noch etwas vorhaben und wenn der hinterste nur im Zeitlupentempo fahren kann und seine Maschinen- und anderen technischen Probleme nicht lösen, sondern auf die lange Bank schieben will, fairerweise den Ausstand erklären solle. Man versteht und lässt uns (alleine) ziehen und die letzten 8 Schleusen in zügigerem Tempo angehen. So treffen wir kurz vor Schleusenschluss um 19 Uhr in Guissey ein und werden hier noch einmal köstlich bewirtet. Wir erteilen nach dem 2. Besuch und der Verköstigung von mehreren Menuvarianten dem Etablissement in Anbetracht des guten Preis-/ Leistungsverhältnisses auf der nach oben offenen "Moonlight" - Skala 5 Möndchen. Beim Wirt des Restaurants kann man übrigens für den nächsten Morgen auch frisches Baguette und Croissants bestellen.

Am Montag machen wir uns zeitig auf den Weg, wollen nicht wieder in das Handicup-Duo eingebunden werden. Einige wenige Schleusenwärter sind bereit, unsere Talfahrt mittels Handy dem jeweils nächsten Eclusier für eine Schleusenvorbereitung anzumelden, die meisten anderen aber erklären, sie seien nur Aushilfen und/oder hätten kein "Radio" (Funk) zur Verständigung der folgenden Kollegen. Besonders ärgerlich fällt uns auch auf, dass man mit immer noch anhaltendem Rückenwind bis zur Kammer fahren und mehrfach und ausdauernd hupen kann, ohne dass sich in den kleinen hölzernen Schleusenunterständen innerhalb von Minuten etwas bewegt. Erst wenn die eigene Mannschaft über den Schleusenkopf ausgeladen (ein Anmachen ist wegen zu geringer Wassertiefe unmittelbar vor den Schleusen meist weder links noch rechts möglich) schon mind. ein Tor, teils sogar zusätzlich die unteren Schieber geschlossen hat, bemüht sich dann doch noch ein junger Bursche oder auch ein Mädchen (Mindestalter 16 Jahre) und müht sich mit den eigenwilligen, nur mit viel Kraft an diesem Kanal zu bewegenden Schleusentoren ab. Da die Yachtcrew je länger je vehementer mit baldigem Streik droht, lässt sich der Kapitän immer öfter aussetzen und erledigt jeweils mind. eine Seite komplett alleine (unteres Tor schliessen, dessen Schieber schliessen, oberes Tor Schieber öffnen, dann Tor öffnen, nach Einfahrt des Schiffes Tor schliessen, Schieber schliessen, am unteren Tor die Schieber, dann das Tor öffnen....) Innerhalb von 2 Tagen nimmt der Oberarmumfang so zu, dass er nicht mehr mit Hemd zum Nachtessen erscheinen kann. Erst ab dem kleinen Hafen kurz vor Dijon klappt die Verständigung der Eclusiers untereinander, hier wird man zuverlässig "weitergereicht".

Die 2-tägigen Strapazen lassen einen Ruhetag in Dijon angezeigt erscheinen, am Dienstag der dritten Ferienwoche unternehmen wir gar nichts. Das schöne warme Wetter verleitet wiederum zu einem Frühstück auf dem Achterdeck. Aber noch bevor wir einen Biss frischer, noch handwarmer Baguette mit frischer Butter und guter Konfitüre in die Nähe der Kauorgane bringen können, ruft jemand vom Steg aus den Namen unseres Schiffes. Leo Knecht, der angehende Obmann der Sektion Aargau/Solothurn des Schleusenschifferclubs (SSK) ist eben eingetroffen und hat beim ersten Landgang unser Schiff ausgemacht. Wir machen Platz am Frühstückstisch und rapportieren uns dann gegenseitig die Erlebnisse der letzten Wochen.

Am frühen Nachmittag geht unser Schiffsführer beim direkt am Hafen gelegenen Gebäude der VNF, Subdivision Côte D'Or, vorbei und reicht eine Beschwerde über das Verhalten des Eclusiers von No. 13 ein. Seine Angaben werden notiert und er darf seinen Namen und die Adresse auf einen Zettel eines Notizblockes im A6-Format schreiben, worauf eine Klärung der Angelegenheit und anschliessender Bescheid versprochen wird. Man darf auf das Resultat gespannt sein. Abends dinieren wir mit Leo, er bringt einen guten Roten mit, den wir zuletzt mit Williams ertränken und es wird etwas später .....

In der Nacht auf Mittwoch schüttet es wolkenbruchartig, der Einkauf von frischen Baguette und Croissants gelingt aber dann trocken und als uns ein nebenan festgemachter Schiffer anfragt, ob wir ihn bis nach St. Jean-de-Losne begleiten würden, sagen wir spontan zu und legen noch vor dem Frückstück, genau um 9.30 ab. 

Die Schleusungen klappen diesmal vorzüglich, meist werden wir frühzeitig als Talfahrer erkannt. Wir fahren voraus, belegen als Erste. Der Franzose mit kleinem Boot mit Aussenborder als Zweiter und zwar auf der Seite, wo der oder die Schleuserin nicht stehen. Nach dem Festmachen dreht er das hintere Tor zu und wir öffnen vorne mind. einen, oft sogar beide Schieber, dann nach dem Absenken, auch das Tor. Mit einem kühnen Sprung landet unsere Schleusenmannschaft danach jeweils wieder auf dem Achterdeck und wir fahren meist schon aus, bevor der oder die Schleuserin seine/ihre Torseite schon ganz offen hat. 

Mit dieser Methode schaffen wir die 30 km. Strecke mit über 20 Schleusen (ohne Anrechnung der Mittagszeit) in ziemlich genau 6 1/2 Stunden Fahrzeit!

In St. Jean-de-Losne gebietet unsere Tankuhr einen kurzen Halt am Tankschiff. Zum stolzen Preis von rund FFr. 6.20 bunkern wir voll. Eine schnelle Berechnung ergibt einen Durchschnitts - Verbrauch von gut 3.5 Lt. während der letzten 50 Betriebsstunden, damit kann offenbar nicht nur der Motor sondern auch wir gut leben, es zeigt sich, dass gemässigtes Fahren mit 9 - 10 km/h den Verbrauch in guten, engen Grenzen hält. Dann fahren wir die Saône hinunter, Richtung Seurre. Inmitten der Dérivation Pagny-Seurre, dort wo man sich offenbar mit einem Frachthafen verkalkulierte, finden wir ein vermeintlich lauschiges Plätzchen für die Nachtruhe. Wir sind ganz alleine hier und erst als sich die Schiffersgattin nach FKK-Manier ab Badeleiter in die Fluten stürzen will, stört ein MBF (Mietbootfahrer) unsere "Entdeckung". Und obwohl es doch ein ziemlich grosses Becken ist, sucht er wohl unseren Schutz, legt in unmittelbarer Nähe an. Bald wird ein Grill in der Natur aufgebaut und kurz darauf riecht es auch anhaltend nach frischem Teer. Kulinarische Tiefflieger? 

Am nächsten Morgen fahren wir zeitig nach Seurre, werden, obwohl gerade erst eine Schleusung noch ohne uns erfolgte (der Bordfunkter waltete zu spät seines Amtes, d.h. er funkte zu spät) sobald die Schleuse wieder parat war, exklusiv abgesenkt. Die Aufforderung während des Prozederes Schwimmwesten zu tragen, haben wir noch nie gesehen.   Während die vordere Mannschaft in schönem Orange herumstolziert, tun wir uns damit schwer. Und tatsächlich besteht auch niemand darauf.

Die Wasserbunker - Stelle am unteren Schleusenkopf existiert noch und wie bedienten uns hier mit Frischwasser (allerdings ist für das Bunkern ein langer, eigener, Schlauch notwendig).

In Seurre angekommen amüsieren wir uns ob einigen charternden Landsleuten; laut und wirr hallen verschiedenste teilweise bekannte und einige selbst erfundene Kommandos in allen Dialekten über das Hafenbecken. Während gewissen Manöver kommen "sie" einem auch gefährlich nah! Wie zitierte Eberhard doch in Dole:" Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Booten die gechartert sind". Mittels Einkaufsbummel stellen wir fest, dass sich das hiesige Angebot nicht verbesserte, im Gegenteil; der grosse Casino soll seit 3/4 Jahren nicht mehr existieren, eine Nachfolge sei nicht geplant. 

Im Laufe des Mittags legen wir, nachdem wieder einmal ein kurzer Landregen das Deck säuberte, ab und fahren in Begleitung von Leo Knecht gemütlich im Altarm der Saône nach Lechâtelet. Dort eingetroffen stellen wir fest, dass die Stege des Dorfes offenbar nicht mehr besonders gewartet werden; was nicht mehr selber hält, wird nicht repariert. Die Wassertiefe unter dem Kiel an den direkt von unten anfahrbaren Stegen dürfte nach unserem Messgerät weniger als 1.5 M. betragen und gegen die ausgediente Schleuse hin werden es wohl noch weniger sein.


Drei Restaurants haben wir vom Hafen aus erblickt, im nächst gelegenen soll man wegen eines Defektes zur Zeit nicht kochen können, das zweite schien vom "Fachpersonal" aus auch eher indisponiert, also reservierten wir im Bar-Restaurant "Cascaro" am "Bord de Saône" welches mit schön gelegener Terrasse wohl schon Publikum anlocken könnte. An diesem Donnerstag Abend war aber im Inneren alles frei und im Freien nur 2 Tische von essenden Gästen belegt und die Wirtin selber schien zu bedienen. Die Bestellung geriet schon harzig, unschwer bekamen wir mit, dass es ihr am liebsten gewesen wäre, wenn wir alle, wenn wir sie schon durch unsere Anwesenheit versäumten, mindestens dasselbe Menü genommen hätten. Mit dem bloss Fleisch- und Zutatenwunsch des Schreibers und unserer Moses kam sie, obwohl wir aus der Karte bestellten, nur schlecht zurecht. Der Koch offenbar auch, denn eines der beiden Kalbsschnitzel mundete konsistenzmässig wie ein Gummischlauch und das "A Point" bestellte aber noch blutige Entrecôte war so durchzogen, dass der grösste Teil am Tellerrand sein Ende fand. Die gourmetmässig am mutigsten auftretende Schiffersgattin, welche tatsächlich ein Menü (für immerhin Ffr. 110.-) bestellt hatte, war von der Schlichheit z.Bsp. der Position "Fromage", erstmalig auf dieser Reise, auch erstaunt: Zwei sehr kleine Stückchen ganz normalen Hartkäses hatten auf einem kleinen Tellerchen Platz gefunden .. .  Fazit: Wir möchten damit dieses Etablissement nicht werten, vielleicht, wahrscheinlich aber nicht, würden wir den Wirtsleuten unrecht tun.

Der Seitenarm der Saône 
nach Le Chatelet ist was 
für Geniesser; lasst Euch 
mit der Fahrt Zeit, es lohnt 
sich !


Nach einem Wolkenbruch sonst aber ruhiger Nacht fahren wir am Freitag morgen wieder über Seurre zurück und danach die Saône hoch. Oberhalb St. Jean-de-Losne spielt das Wetter verrückt, wir touren im Sonnenschein, sehen aber vor uns im Abstand von höchstens 100 Metern eine Regenwand, die dort das Wasser richtig aufmischt und einige Mietboote zum Anhalten ans Ufer treibt. Das Schlechtwetter zieht für Minuten in gleichem Tempo wie wir weiter, bis es schliesslich, uns unbehelligt lassend, abdreht. Bei der Schleuse vor der Stadt Auxonne, die entgegen den Angaben in unserem Führer über Funkkanal 10 (nicht 20) erreichbar sein soll, darf man sich nicht durch ein evtl. gesetztes Rotlicht irritieren lassen; sie ist nämlich vor kurzem automatisiert worden und zur Bedienung der Drehstange muss man bis in den Kanal vorziehen. Nach dem Schleusen und einer viertel Stunde Fahrt finden wir noch einen freien Platz an den Längsstegen und haben uns fest vorgenommen, bei diesem Halt auch einmal das Bonaparte - Museum zu besichtigen. Tatsächlich sind wir sogar dafür früh genug und besichtigen die nach unterschiedlichen Zeiten ausgestalteten 3 Ausstellungsräume. Geschichtlich vielleicht zu wenig interessiert gibt der Schreiber allerdings bedeckt zu, dass ihm die massive Holzbalken - Konstruktion des Dachstockes des Rundturmes mit gegen 16 Metern Durchmesser (ohne Mittelstütze!) am besten gefallen hat. Die Abendruhe am Steg wird dann, wie meist, durch die rührigen Wasserskizugboote etwas beeinträchtigt. Auf die Intervention einiger französischer (!!) Bootseigner halten die V8-Flitzer dann schliesslich immerhin einen etwas grösseren seitlichen Abstand.

Am Samstag früh werden wir durch einen Gewitterzug geweckt und als alle Fenster geschlossen sind hauen wir uns noch einmal aufs Ohr. Als sich das Meteo dann innert Stunden aufklart, beschliessen wir nach Pontalier aufzubrechen, da wir von Peter Rudolf von Rohr (SSK Obmann, Sektion Basel), der soeben in Auxonne eingetroffen ist, erfahren haben, dass dort dieses Wochenende das grosse Zwiebelfest abgehalten werde. Tatsächlich haben wir auch dort Glück und finden an der kurzen Mole einen passenden Platz. Wer Wert auf Strom- und Wasserbezugs - Möglichkeit legt, kann dies im nahen kleinen Hafen auch haben, er nimmt dort aber einige Geruchsimmissionen in Kauf. Das Zwiebelfest, so finden wir bald heraus, findet erst Morgen statt.

Sonntag früh um sieben Uhr ist nicht nur alles in Ordnung, sondern auch dick eingenebelt, man sieht nicht einmal auf die andere Kanalseite. Nach und nach reisst es dann aber rassig auf und ein heisser Tag bannt sich an. 

Rings um den Hafen wird für das Fest das Areal abgeriegelt und Eintritt verlangt, anstelle einer Plakette erhält man eine Packung "Maggi"- Zwiebelsuppe.

Viele u.E. nicht unbedingt mit Zwiebeln im direkten Zusammenhang stehende Feststände (akustisch auffällig waren v.a. Hundezwinger welche die verschiedensten Rassen feilboten) werden aufgebaut und warten auf Besucher. 

Gerade noch rechtzeitig treffen auch Christian und Therese Harder (beides SSK-Mitglieder unserer Sektion) mit ihrem Schiffs-Büsi ein. Um 11 Uhr wird das Fest offiziell eröffnet und gemeinsam besucht, ab 14 Uhr finden Schälwettbewerbe statt. Überraschenderweise sieht man gar niemanden heulen, obwohl glaublich der Rekord bei über 9 kg Zwiebeln (pro Mann resp. Frau) innert 10 Minuten lag.

Vom Festgetümmel und einigen am Sonntagnachmittag aufgetauchten Wasserbikern, die ihrem Hobby genau vis-a-vis der Anlegestelle frönten, etwas überfordert, schlagen wir gegen 18 Uhr den Rückweg Richtung Auxonne ein. Mehrere Anlegeversuche an Wiesenborden führen nicht zum Erfolg, die Ufer sind einfach zu seicht. Unmittelbar vor der Brücke von La Marche sur Saône finden wir dann ein steiles Ufer, sammeln Holz, bringen ein Feuer zum brennen und Rumpsteaks in unserer Jägerpfanne zu hervorragender Mundreife. Derweil baden einige Jugendliche, springen von der Quaimauer und die mutigsten direkt von der Strassenbrücke. Bald verstärkt sich das Heer, wir mutmassen, ob es sich wohl um Fahrende handelt. Der Trupp spricht nicht miteinander, sondern schreit sich nur noch an (arbeiten, so haben wir dies später gehört, wohl alle in der nahen Sprengstofffabrik). Dies stört besonders, da unter der Brücke ein ausgeprägtes Echo alles mehrfach wiederholt. Zwei Frauen, verm. eine knapp volljährige Tochter mit ihrer Mutter, beide mehr voll als schlank, schlendern mit einer Kinderschar von 5 - 6 Prachtsexemplaren und ihrem Hund zu unserem Schiff, wollen erst wissen, ob wir es mit Diesel oder Benzin betreiben, dann verlangen (nicht wünschen!) sie Eintritt, wollen es besichtigen. Wir zeigen unseren Stolz meist ja gerne, aber wenn die Interessenten, wie hier die verschlagen dreinschauende Mutter, schon einen Vorschlaghammer in der Hand halten, sind wir (ohne hier etwas rassistisches andeuten zu wollen) etwas skeptisch. Wir geben vor, die "Wünsche" nicht zu verstehen, worauf die Schar dann schliesslich wieder bis unter die Brücke abzieht. 

Einer der Halbwüchsigen wünscht mir noch "Vas dans l'eau" und spukt vernehmlich ins Wasser. Als wir dann hören, dass sie über uns im "bateau" diskutieren und werweisen, ob wir wohl die Nacht über hier bleiben, werfen wir bald die Leinen los und fahren noch einige Kilometer weiter. Am Bord einer Kuhweide finden wir am rechten Flussrand einen idyllischen Platz, mangels Wassertiefe lassen wir den Bug auf den feinen Sand auflaufen und belegen 4fach ans Ufer.

Am Montag den 31.7. schiesst der Bordfotograf morgens früh bei sich gerade auflösendem Nebel und durchdringenden Sonnenstrahlen Superfotos einer gerade gemächlich und praktisch unhörbar hinter uns flussaufwärts ziehenden Péniche. 

Der Anlegeplatz gefällt uns so gut, dass wir nach einer beruhigend ausgefallenen Kontrolle der noch halbvollen Wassertanks und des Kühlschrankes beschliessen, für heute hier zu bleiben. Mangels frischen Brotes gibt es, sehr zur Freude von Katja und dank weiser Voraussicht der Bordköchin, die eine entsprechende Pfanne mitführt, "Crèpes on the Board of Saône" auf dem Fondue-Rechaud. Wir baden FKK und geniessen die Wärme, gegen Mittag erfrischt ein laues Lüftchen. So sollten Ferien sein! Irgendwann findet unsere Moses auch heraus, weshalb wir hier ganz unter uns sind: Am nächsten Zaun hängt ein Schild mit dem Hinweis "Attention Taureau". Dank Dictionnaire verstehen wir die Mitteilung, erspähen in der nahen Herde auch bald das Prachtsexemplar.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns fast etwas wehmütig, nicht ohne den Platz so ungefähr in unsere Karte übertragen zu haben. Christian H. hat uns diesbezüglich noch darauf hingewiesen, dass, wer sich (wie wir) bisher noch nicht zur Anschaffung eines GPS aufraffen konnte, ein solches Gerät hierfür ausgezeichnet gebrauchen könnte, denn mit dem GPS ermittelte Koordinaten werden auf jeden Fall wieder gefunden. 

Wir fahren bis nach Auxonne zurück, wo wir einmal mehr Peter auf seiner Bacchus treffen. Ein Zuruf und das schon begonnene Frühstück auf dem Achterdeck wird mit ihm zusammen fortgesetzt. Nach gemeinsamem Einkauf im "Casino" Einkaufscenter (öffnet Nachmittags erst um 14.30!) ca. 10 Minuten zu Fuss, probieren wir noch ein "Brugs", ein glaublich belgisches Weissbier welches mit einer Zitronenscheibe serviert wird .... eine willkommene Erfrischung an diesem heissen Tag! Als wir wieder im Hafen eintreffen, hat eben die Besatzung von Elephant IV von Sepp und Yvonne Walker, festgemacht und wir tauschen Neuigkeiten aus. Dann starten wir die Maschine und fahren Richtung St. Jean-de-Losne weiter. Nach einer Stunde Fahrt belegen wir unter Bäumen und einer schon von dritter Seite eingerichteten Feuerstelle an einem genügend steilen Ufer. Nach einem erfrischenden Bad wird unser beinahe schon traditionelles 1. August-aus-der-Ferne-Menü gerichtet: "Vitello Tonnato". Girlanden und Tischkerzen stellen unseren Patriotismus klar heraus.

Das von der Meteo für die Nacht versprochene Gewitter verspätete sich, suchte uns erst am Mittwoch morgen heim und sorgte einmal mehr für ein gründliche Reinigung des sich in diesen Ferien voll amortisierten Regenkombis. Blitz und Donner legen nach Auskunft eines VNF- Angestellten auch regelmässig Steuerungen von automatischen Schleusen lahm. 

So auch das Exemplar bei der Einfahrt in Dole. Wir können den Drehstab drehen und wenden, wie wir wollen, kein Licht verrät irgend einen Arbeitsprozess. Wir müssen immerhin nicht lange warten, der Ausfall ist intern bereits bemerkt worden und Abhilfe unterwegs. Nach der Ausfahrt öffnen sich die überirdischen Schleusen und es schüttet richtig unanständig als wir am langen Steg mit gesunder Querströmung anlegen wollen. Unsere Ankunft blieb nicht unbemerkt, eine mit Abfallsack bewaffnete Frau in vollem Regentenü lässt diesen unvermittelt im Stich, winkt uns zu, lässt sich die Leinen werfen und hilft in strömendem Regen beim Belegen. Erst jetzt erkennen wir Cony Lüscher von der Calypso. Wir freuen uns über das Wiedersehen mit ihr und Ruedi und helfen bald (eine Hand wäscht ja bekanntlich die andere) bei der Vernichtung von deren Rebensaftvorrat. Abends beschliessen Moses und der Schreiber einen Überfall auf das vis-à-vis des Nicols-Steges festangelegte Pizza-Schiff, welches offenbar die Betriebsferien nun hinter sich hat. Fazit: Hunger konnte gestillt werden, der Genuss kam dabei aber etwas zu kurz.

Am Donnerstag den 3.8. schlafen wir aus, haben einen Ruhetag im Programm. Gegen den Mittag pilgern wir zur Notre-Dame hoch, wo gerade einer (von drei wöchentlichen) Markttagen abgehalten wird. 

Ein Matratzenverkäufer verspricht beim Kauf Gratislieferung; der würde wohl staunen, wenn wir ihm nach Vertragsabschluss unsere Heimadresse nennen würden .... Abends, bei schwüler heisser Witterung möchte unsere Bordköchin noch Fleisch für ein besonderes Menü besorgen, das uns von der Boucherie in der Altstadt gezeigte Stück gefällt aber nicht, wir zweifeln ernsthaft an dessen Frischheit, also beschliessen wir ennet der Brücke und des Doubs, das "Casino" Einkaufscenter aufzusuchen. Drohend ballen sich über uns nicht nur graue, sondern fast schwarze Gewitterwolken zusammen. Ein greller Blitz und ein fast augenblicklich danach vernehmbarer gewaltiger Donner lassen Einhalt gebieten, direkt über uns muss ein gewaltiger Konflikt im Gange sein. Wir suchen, nicht zuletzt wegen der sicher wasserscheuen Videokamera, einen Unterstand, aber nichts geschieht. Schliesslich gehen wir rund 10 Minuten unbehelligt und finden das Center. Als wir durch das riesige Entrée schreiten, geht es los. Einen Moment zweifeln wir, ob das Industriedach den lauthals niederprasselnden Wassermassen gewachsen ist. Ein Blick nach draussen zeigt, dass der Niederschlag so üppig fiel, dass die Schächte ihn vorübergehend nicht fassen können. Wir rätseln, ob wir an Bord wohl alle Scheiben geschlossen haben ....., wer war für die Schlusskontrolle zuständig?

Nach einigen Minuten geht der Niederschlag in gewöhnlichen Regen über und eine halbe Stunde später können wir mit unseren Einkäufen bei schon wieder strahlendem Sonnenschein und doppelten Regenbogen den Heimweg antreten. Unterwegs erklärt uns eine ältere Frau, weshalb so viel uniformierte Polizei auffalle, jugendliche "Ausländer" sollen nun schon vermehrt Schiffe im Port aufgebrochen und danach Feuer gelegt haben ..... Im Hafen angekommen stellen wir erleichtert fest, dass alle Fenster wirklich zu waren und damit keine Feuerwehr, weder für eine Löschung noch für eine Trockenlegung unseres Schiffes, aufgeboten werden muss.

Am Freitag morgen bewundern wir einen stahlblauen Himmel, der erst dann wieder grauen Regenwolken Platz macht, als auch der Schreiber einen letzten Landgang unternehmen will. Die Schiffersgattin hat in der Weinhandlung am Quai in der Altstadt noch einen sehr süffigen Rosé ausgemacht, von dem wir noch einer kundigen Prüfung anlässlich eines Mittagsapéros vor der Abfahrt schnell noch 2 weitere Kartons abholen. 

Nach einem kräftigen Regenguss legen wir ab und brechen zur Bewältigung der 2 Schleusen auf, die uns von nächsten Tagesziel trennen. Beim passieren der ersten Schleuse werden wir informiert, dass wir "dans une quart heure" auf eine Péniche treffen werden. Tatsächlich müssen wir vor der zweiten Ecluse dann warten bis diese endlich auch dort eintrifft und sich absenken lässt. Nach der Ausfahrt aus der Schleuse bleibt der Pénichenskipper, der Langholz bis obenhin geladen hat, ziemlich genau in der Kanalmitte, trifft praktisch keine Anstalten um auszuweichen, schiebt sich uns langsam aber stetig frontal entgegen. Mit kleinstmöglichem Gas treiben wir ihm entgegen, er weicht aber noch immer nicht aus .... Der Kapitän erinnert sich bruchstückhaft an den spannenden Fernsehfilm "Lohn der Angst". Da der Pénichenfahrer nicht weichen will, tun wir dies, und zwar noch mehr als sonst, das heisst, weder links noch rechts blieben wesentlich mehr als ein guter Meter Platz und gerade als uns der Bug der Péniche anziehen wollte, spendierten auch wir unserem Dieselmotor eine Extraration Sprit. Der Schweiss stand nach dem gerade noch gut gegangenen Begegnungsmanöver auf der Stirn; das war knapp. Am rechten Kanalufer waren deutlich grosse Steine auszumachen.

Der Eclusier in der nächsten Schleuse bestätigt, was wir gerade ungläubig miterlebten; diese Berufsschiffe seien so schwer beladen, dass deren Führer der Meinung wären die Kanalmitte nicht verlassen zu können. "Begegnungen" würden öfters traumatisch ausgehen. Heute morgen hätte er einen Mietbootfahrer vor einem Treffen gewarnt, den Fahrer gebeten, er solle am Ort XY ausstellen und warten. Der Fahrer hätte dies nicht getan, die unvermeidliche Kollision in der engen Stelle hätte eine Rapportierung durch die Polizei in Besançon erforderlich gemacht .....

Im Laufe des Mittags treffen wir in  Rochefort-sur- Nenon ein, erklimmen die Anhöhe oberhalb des Steges und schiessen Erinnerungs - Fotos. Abends geniessen wir unserem Tisch-Grill mit den bekannt guten Saucen der Smutje. 


Samstag legen wir zeitig ab und kommen einmal mehr um Regenschauer nicht herum. Erst gegen 18 Uhr treffen wir in Besançon ein. Nachdem der Wasserstand seit unserer letzten Durchfahrt wieder ziemlich sank, getrauen wir uns nicht zu einer neuerlichen Stadtumrundung sondern gebrauchen das Tunnel. Wir haben Glück und finden gerade noch einen Platz im Hafen St. Paul. 

Tags darauf beschliessen wir einen neuerlichen Besuch der Zitadelle. Diesmal bei schönem und heissen Wetter. Um uns nicht schon beim Aufstieg zu verausgaben, nehmen wir den Gratisbus, der ab der Haltestelle "Mairie" vom Hafen aus in weniger als 10 Minuten zu Fuss gut erreichbar ist.  Oben angekommen stellen wir einmal mehr fest, dass dieser prächtige Bau jedes Mal fasziniert. 

Der Rundgang auf den Zinnen und die Superaussicht von dort oben jedes Mal zu den eindrücklichsten Ferienerlebnissen zählen.


Die letzte Ferienwoche ist leider nun unwiderruflich angebrochen. Montag früh kaufen wir in der "Galerie Laffayette" nochmals Vorräte für die nächsten Tage und legen dann kurz vor 10 Uhr ab. Die aufkeimende Freude, dass gerade jemand die Schleuse öffnet und wir praktisch mühelos mitrutschen können, zerschlägt sich rasch, Konvois für die nur rund 25 M. lange Schleuse (!) haben sich schon gebildet, an ein Durchkommen zu Dritt ist also nicht zu denken. Wir beginnen also unser Frühstück und warten noch etwas zu. Die Strecke bis nach Clerval führt zum grössten Teil über den Doubs und bisher hatten wir beim "Aufstieg" zu diesem Etappenziel nie schönes Wetter, heute gefällt uns die Witterung, blauer Himmel mit einigen Kumuluswolken und ein stetiger Wind der stauende Hitze verhindert. Obwohl wir unterwegs kaum Verkehr ausmachen, muss man vor den manuell bedienten Schleusen oft warten, bis dann teils verschlafen wirkende junge Gestalten (jawohl öfters nicht nur eine) aus den kleinen Holzhäuschen heraus auftauchen. Und sie beeilen sich auch dann nicht, wenn sie einem im Unterwasser kreuzen sehen, und etwa nur weil ein steifer Rückenwind bläst und man vor der Einfahrt nicht belegen kann .....

Gerne würden wir auch in Baumes-les-Dames wieder einmal rasten, aber die Anmachverhältnisse haben sich, obwohl eine VNF-Station direkt neben dem dafür bestimmten Ufer vorhanden ist, in den letzten Jahren nicht verbessert

 

Der weitere Weg zieht sich und da noch eine automatische Schleuse streikt (o.k. der Schiffsführer hat, von der anspruchsvollen Technik der "Telecommand" hoffnungslos überfordert, den falschen der zwei vorhandenen Knöpfe gedrückt) muss diese von der technisch versierten Co-Steuerfrau erst mühsam wieder zur Kooperation überredet werden. Lange sind wir deshalb nicht sicher, ob wir es überhaupt noch bis nach Clerval schaffen.

Um 19.25 passieren wir dann aber die letzte Schleuse und finden tatsächlich noch einen leeren Anlegeplatz. Auf den einstigen Rat eines Kollegen begaben wir uns dann leichten Fusses ins Restaurant "Au bonne Auberge" (ab dem Hafen über die Brücke, dann links) und speisen gediegen zu Abend. Einer der Desserts, nämlich die Tarte à l'apricot kam besonders gut an. Wir vergeben dem Etablissement 5 "Möndchen" auf der nach oben offenen Moonlight-Skala. Als wir wieder "nach Hause" zurückkehren wollen, ist der ganze Steg von Stühlen und einem grossen Tisch verstellt. Ein Trupp spanischer Mietbootfahrer hält daselbst eine Fiesta ab und man wünscht uns beim passieren "Bon Nuit".

Es mag schon sein, das es in Clerval, wo der Strassen- und vor allem auch Zugslärm bald einmal eine Fiesta übertönen kann, nicht jeden Morgen neblig ist, aber wir treffen ihn, wie bei jeder Durchfahrt, auch an diesem Dienstag früh an. Die ersten Kilometer fahren wir deshalb noch ganz sachte und natürlich mit Navigationslicht (unsere für die Sicherheit zuständige Bordingenieurin hat darauf bestanden) bis es gegen 10 Uhr aufklart und dann auch schnell üppig warm wird.

In Isle-sur-le-Doubs hat der "SuperU" nun auch über Mittag geöffnet und die günstigen Dieseltreibstoff (Kurs am 8.8. Ffr. 5.17) verkaufende, aber nicht mit einem Kreditkarten- Automaten ausgerüstete Tankstelle ist ebenfalls durchgehend bedient. Also schlägt die ganze Familie zu, die Frauen bunkern Lebensmittel, der Herr 240 Lt. Diesel (in 20 Lt. Bidons handlich zu tragen). Nach dem Lunch neben dem Dieseleinfüllschlauch fahren wir weiter und treffen ohne weitere Vorkommnisse um 17.30 in Montbéliard ein. Die Nötigung an der letzten Schleuse eine Abfahrtszeit für den nächsten Morgen zu nennen, verfängt nicht, wir beschliessen uns auszuruhen, Morgen fahren wir nicht!

Am Mittwoch Morgen wird der Nebel bald abgelöst und es ist schon gegen 10 Uhr ungewohnt warm. Nach dem Ausschlafen melden sich 2/3 der Crew für einen spontanen Landgang und haben Glück, sie finden einen Bäcker der keine August-Schliessung in seinem Schaufenster verkündet. 

Nach dem Mittags-Einkaufsbummel besuchen wir via dem schattigen Park die City und nach der Rückkehr wird im Hafenbecken gebadet. 

Es bleibt diesmal bis zum Abend heiss und kein Gewitter setzt dieser Ausnahmeerscheinung ein abruptes Ende. Rechtzeitig vor 17 Uhr schicken wir noch einen Abgesandten unserer Crew zum am Hafen gelegenen VNF-Stützpunkt und begehren für den nächsten Tag frühestmöglich starten zu dürfen. 


Der Schlaf diese Nacht fällt nicht leicht, es ist bis nach Mitternacht schwül und heiss und mehr als eine Stechmücke hat sich in unsere Gemächer verirrt, da wir im Umgang mit dem Moskitonetz etwas nachlässig geworden sind. Dank Videolampe gelingt aber nach einiger Zeit eine totale Säuberung des Luftraumes und es reicht doch noch für eine Mütze voller Träume.

Pünktlich um halb Neun finden wir uns am Donnerstag Morgen bei strahlend blauem Himmel und schon sehr angenehmer Temperatur vor der Schleuse No. 14 ein. 

Den Aufstieg bis Montreux Chateau schaffen wir dank gut eingespielten und auch präsenten Schleusenteams bis zum Mittag. Unter der Baumallee in der Scheitelhaltung finden wir einen schönen Platz an einer Larsenwand, die im oberen Teil der einzelnen Elemente noch durchgängige und nicht hinterfüllte Löcher besitzt, so dass wir dort belegen und nicht die Mittagsruhe mit lauten Hammerschlägen auf Heringe stören mussten.

Nach dem Verzehr eines feinen Kartoffelsalats mit kaltem Trutenbraten, den unsere 5 Sternköchin aus der Pantry zauberte, legen wir etwas widerwillig von diesem lauschigen Plätzchen los und versprechen uns, einmal mehr, dass wir uns für die Scheitelhaltung das nächste Mal mehr Zeit nehmen werden. In der langen Geraden vor Schleuse 2 knallt dann etwas gegen den Boden und prompt werden wir bei der Schleuse gefragt, ob wir bei der Passage des letzten Kilometers auch "etwas" gespürt hätten, ein anderes Schiff hätte schon Vorkommnisse angezeigt. Wir sind uns einig, dass es nichts gravierendes gewesen sein kann, vielleicht ein Stück Holz sein Unwesen treibt. 

Auch nach der Scheitelhaltung bekommen wir ein Superteam zugeteilt
, so dass wir schon gegen 16.30 Uhr in den sicheren Hafen von Dannemarie einlaufen, wo uns prompt und zuverlässig (wie immer) die tatkräftige Hafenmeisterin Anne-Marie Stephan-Meyer (für Voranmeldungen Tel. 0389 072079, Natel 0680 73 67 10) empfängt und uns beim Belegen hilft. Da sie bei der Hinfahrt unsere Einladung auf einen Apéro ablehnte, leistet sie uns nun heute angenehme Gesellschaft und hilft bei Verköstigung von Kir Royal.

Von Steg zu Steg sichten wir dann wie das SSK Vorstandsmitglied Fredi Kradolfer seine Anaïs pflegt und hütet und erhalten so, als Anne diensteifrig wieder ihren Pflichten nachgeht, mittels Vermittlung unserer als Botin eingesetzten Moses, mit fliegendem Wechsel einen ebenfalls unterhaltsamen Nachfolger. Auch er gibt sich verdankenswerterweise Mühe, dass wir unsere Kir's nicht alleine trinken müssen. Und als auch er uns schliesslich nach 2 Stunden wegen eines anderen Termines schmählich im Stich lässt (wir hätten bestimmt noch viele guten Tips erhalten), 
stehen schon 3 Holländer auf unserem Steg, die (resp. deren Schiff "Najade") wir seit Dole immer wieder einmal gesehen haben, aber, da dessen Eigner nie in einem Hafen übernachten wollten, wir noch nicht zu einem gemeinsamen Apéro überreden konnten. 

Ko, Hennie und Sohn Jos leisten uns dafür heute nun aber bis weit nach dem Eindunkeln Gesellschaft. Wir beschnaken gemeinsame Reisepläne und ziehen über das ungünstige Pensionierungssystem (hüben wie drüben muss man erst viel zu lange arbeiten, bis man sich ausruhen darf; umgekehrt wäre es doch viel angenehmer) her. 

Dann schliesst sich eine zweite heisse Nacht an. Leider haben wir auch diesmal höchst ungebetene Gäste, die erst vom Schreiber ablassen, als er sich einmal in der Antimücken-Lösung suhlt. Danach suchten dann aber nicht nur die Moskitos das Weite, auch die Schiffersgattin kümmerte sich bald ausserhalb der Achterkabine um einen Platz an der "frischen Luft".

Der drittletzte Ferientag präsentiert sich auch noch einmal von der besten Seite: Kein Nebel, warm, blauer Himmel. Wir verabschieden uns früh von Anne und packen im Konvoi mit einem Elsässer-Paar auf der "Poseidon" die letzten 2 Dutzend Schleusen, die uns noch von Mulhouse trennen. Die Schleusenmannschaft wurde frühzeitig informiert, dass wir gerne über Mittag im Restaurant Scherrer Ausstand nehmen würden. Nicht nur, dass man dagegen überhaupt keinen Einwand erhob, man anerbot sogar, die Platzreservierung für uns telefonisch durchzugeben. Wir danken dem Eclusier Christian im Nachhinein nochmals sehr für diese nette Geste. Es klappte vorzüglich, um 12 Uhr war für uns ein Tisch reserviert und wir speisten ein weiteres Mal zu unserer Zufriedenheit.

Während des Essens gewahren wir, wie im Abstand von 20 Minuten zwei mit Holz schwer beladene Pénichen langsam "bergwärts" ziehen. Wir denken uns nichts böses, da wir ja unser Schiff keine 30 Meter vor der Schleuse an einem Ring belegt resp. mit einem Hering verankert haben. Nach dem guten Mahl gehen wir zum Schiff zurück und stellen nun erstaunt fest, dass der tief eingeschlagene Pflock, mit dem das Heck zurückgebunden wurde, lose in der Wiese liegt; einfach so herausgezogen; gut herrscht hier nicht mehr Verkehr! Zum vorausgesagten Zeitpunkt trifft dann noch eine weitere Yacht ein, die mit uns talwärts geschleust werden soll und wir legen die Strecke nach Mulhouse ohne Wartezeiten mit einem tüchtigen Eclusier-Team in Rekordzeit zurück. Dies schätzt man besonders wenn es so brütend heiss ist wie heute! Vielen Dank an die Mannschaft von Christian, Ihr seid die Besten!

Der hohen Temperaturen wegen und als wir im vorbeifahren im Vieux Port in Mulhouse auch noch keine bekannten oder befreundeten Skipperteams sichten, beschliessen wir nicht anzulegen, sondern durchzufahren und lassen uns auch noch für die Schleusung von No. 41 vorsehen. Der Schleusier fragt uns wieder aus, woher wir kommen, wohin wir wollen und ob er unsere Vignette sehen dürfte. Auch er ist mit dem Hinweis, dass wir bereits mehrfach erfasst wurden und in seinem Buch vorhanden sein sollten, nicht zufrieden, besteht auf eigenen Aufnahmen; hoffentlich wird dies hier im Zeitalter der auch bei der VNF überall herumstehenden Computer nicht zur Routine!  

Einige Kilometer weiter, beim einzig möglichen Anmachplatz zwischen Mulhouse und Niffer, beim Peugeot-Frachtumschlag (jawohl dort wo vor kurzem und deutlich sichtbar ein Parkverbotsschild aufgestellt wurde), belegen wir an einem der verführerisch lockenden, fest im Boden verankerten Ringe und gehen baden. Nach der kühlen Wohltat sieht man wieder etwas kritischer durch die Brillengläser und der für die Sauberkeit des Rumpfes Zuständige stellte fest, dass unsere Wasserlinie kaum noch zu sehen ist, die ganze untere Bordwand ist mit einem fettigen, schmutzigen Film überzogen. So können wir unmöglich in unseren Heimathafen einlaufen. Die Nacht über laufen die Hirnzellen warm, ein Floss müsste man haben .....
 

Beim Morgenessen am Samstag, dem 2. letzten Ferientag streift das Auge dann das meist nutzlos an der Reling montierte Gangboard-Brett und die in seiner Nähe baumelnden Fender. Flugs werden 5 Stück abgehängt und mittels Festmach-Seilen 2 davon je links und rechts und einer in der Mitte straff am Brett festgebunden. Das Gefährt wird danach zu Wasser gelassen und besteht seine Feuertaufe auf Anhieb. Man kann zwar darauf mangels genügendem Gleichgewichtssinn nicht auf und ab gehen, aber um knapp über der Wasseroberfläche sitzend während einigen Stunden den Rumpf auf Hochglanz zu putzen, reichte es spielend. Kurz vor dem totalen Muskelkater registrierte unser Putzer erleichtert das Eintreffen von Heinz und einem seiner Kollegen, die mit "Day Dream" ab Kembs einen Ausflug hierhin unternahmen. Die Bürste konnte nun beruhigt gegen ein Glas Rosé getauscht werden und wir wurden unseren Erlebnisbericht schon das erste Mal los. Gegen Abend legten wir dann gemeinsam ab und fuhren nach Kembs. Einmal mehr sind nun wunderschöne Ferien zu Ende. Aber warum grämen, in 47 Wochen geht es schon wieder auf den nächsten grossen Törn ..... !

Technische Daten:

In 5 Wochen haben wir knapp 800 Km. Kanal- und Flussweg hinter uns gebracht und dabei um die 462 Schleusen bezwungen. Die Betriebsstundenanzeige notierte eine Zunahme von ca. 137 Std. und der 200 PS Motor genehmigte sich dabei rund 500 Lt. Diesel, was einem Stundendurchschnitt von deutlich weniger als 4 Litern entspricht; gute Leistung, danke Volvo!

Der Artikel erschien in den L'ancre de Kembs Ausgaben Sept. 2000 bis und mit März 2001

Ó F. Engeler, Zufikon, 23.8.2000

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