Am
Freitag, den 7.7.00 war es endlich wieder soweit; zwei wichtige
Ereignisse standen an:
1. eine Geburtstagseinladung bei Océane Florange,
welche heute ihren 12. Geburtstag feiert und wo von langer Hand geplant
war, während der Festivitäten ab der "Toccata" im "Rhein-Rhone"-
Kanal baden gehen zu können und
2. der Start unserer "Sommerferien
2000"
Teilnehmer: Die "Moonlight"-Eigner Heidi und
Fredy, begleitet von Tochter Katja, 14 ½ jährig, in diesem
Tatsachenbericht meist "Moses" genannt.
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Soweit die Planung, die Realität sah freilich anders
aus. Die Witterung scherte sich einen Dreck um die Organisation, denn am
Freitag morgen stürmte und regnete es so vehement, dass die
Geburtstagsfeier deswegen verschoben wurde; die Ferien dagegen mussten wir
ohne Rücksicht auf Verluste antreten. So schlimm sah es dann aber gar
nicht aus, als wir am frühen Nachmittag in Kembs eintrafen: 27.5 Grad
Celsius und eine sich gerade auflösende Wolkendecke. |
Aber da der
Badetermin leider schon definitiv verschoben worden war, lenkten wir uns
nun anderweitig ab, indem wir den örtlichen "Casino" (unter
neuer Leitung und gut bestückt) einmal mehr halb leer kauften und unsere
"Moonlight" danach so geschickt als möglich beluden. Die
Verproviantierung aus 50 Lt. Orangensaft und 72 Flaschen Aktionsbier (und
einigem anderen Ballast, für den der Schreiber aber nicht speziell
zuständig war) sah man ihr trotzdem an, sie tauchte mit dem Bug tiefer
ins Wasser als sonst bei den Wochenendausflügen.
Dann stand die Besichtigung des Motorseglers von Therese
und Peter Rippstein an. Sie hatten ihr Schiff vor drei Jahren gekauft und
mit viel Eigenarbeit wieder (zeigbar!) auf Vordermann gebracht. Nach dem
Einwassern vor drei Wochen waren sie bis nach Kembs gefahren und es
standen nun, bevor sie auf grosse Fahrt ablegen, noch Finisharbeiten,
viele Verwandten- und Bekanntenbesuche und, nicht zuletzt, Probefahrten um
das Handling des Schiffes kennen zu lernen, an. Im Winter waren die Eigner
einmal bei uns zu Gast und nun hielten sie "Gegenrecht", zeigten
uns ihren Stolz bei einem Apéro. Gegen Abend kommt wieder ziemlich Wind
auf und die himmlischen Schleusen öffnen sich.
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| Wir beschliessen Kembs den
Rücken zu kehren, legen gegen 21.30 Uhr ab und fahren mit dem letzten
Tageslicht resp. im fahlen Mondschein bis zum inzwischen gut sichtbar mit
einem |
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Parkverbot belegten Frachtabladeplatz bei der Peugeot, kurz vor
Mulhouse.
Es stürmt und regnet die ganze Nacht. |
Am Samstag erreichen wir dank Natel den Schleusier von
No. 41, vereinbaren kurzfristig einen Termin, erklären, da man nur
französisch spricht, was wir vorhaben, dann, da man sich gewohnt
neugierig zeigt, dass wir erst am Sonntag und in welcher Richtung
weiterfahren wollen, geben auch einen Zeitwunsch (à neuf heures le matin)
vor, legen dann fast trocken ab. In der offen stehenden Schleuse will ein
schon wieder neuer Eclusier, ausser der Wiederholung unserer Pläne und
der Hinterfragung unserer in diesem Jahr schon während früherer Passagen
genannten Schiffs - Dimensionen auch unsere "Vignette" sehen. Er
begnügt sich nicht mit einem Blick durch das Fenster und der Zusicherung,
dass es sich um das "Jahresmodell" handle, sondern will das gute
Stück selber in die Hand nehmen. Wir schälen die Karte also aus dem eng
geschnittenen Plastik am Fenster neben dem Steuerstand und überlassen ihm
das teure Stück. Gegen 10 Uhr treffen wir dann trotzdem im "Vieux
Port" ein und es reicht noch, den fast schon orientalischen Markt
"Canal Couvert" (gut 10 Minuten zu Fuss) zu erreichen wo sich
unsere Moses bei leichtem Regenfall mit 3 leichten Tops und der Schreiber
mit einem fast wasserdichten Paar Turnschuhe eindeckt. Am Mittag zeigt
sich wieder die Sonne und wir geniessen den ersten Samstagsnachmittags -
Ferienapéro auf dem Achterdeck mit Ex-Hafenmeisterin
Karin.
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| Sonntags machen wir früh
Tagwache, der Weg nach Dannemarie ist ja bekanntlich mit
vielen Schleusen gepflastert. Pünktlich um 9 Uhr, wie am Samstag
morgen ausgemacht, stehen wir vor der (geschlossenen und noch immer
gefluteten) Schleuse No. 39. Niemand da! Wir warten einige Minuten,
hupen mehrmals aus purem Übermut (so, als hätte es schon mal
genützt) aber nichts geschieht. Schliesslich, Natel sei Dank (auf
einen Funk über Kanal 16, wie im Guide Vagnon vermerkt, reagiert
niemand), erreichen wir wiederum den neuen Eclusier von No.
41. |

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Er scheint von nichts mehr zu wissen, fragt, ob wir nicht morgen
weiterfahren wollen ....
schliesslich auf Insistieren unsererseits, gibt er den Hörer seinem
zufällig gerade bei ihm zu einer Visite auftauchenden Chef. Dieser
verspricht sich der Sache anzunehmen, erscheint innerhalb einer
Viertelstunde persönlich, bedauert das "Missverständnis"
und besorgt Leute für die Bedienung der Tore. Gegen 14 Uhr
schliessen wir auf eine holländische Stahlyacht mit einem
gebräuchlichen weiblichen Vornamen eines französischen
Eignerpaares auf und schleusen nun mit diesem zusammen. Nach einigen
Eclusen wird der Vordermann bordintern nur noch der "Schleusenrammer"
genannt, sein 12 M. Schiff stellt sich nämlich jedes Mal noch vor
dem Belegen in der Schleuse quer und er gibt sich offenbar auch
keine reelle Mühe nach dem Öffnen der Tore von der Schleusenmauer
einen ausreichenden Abstand zu gewinnen, sondern beschleunigt
einfach der Wand entlang. Da er aber doch jedes Mal nach der
Ausfahrt durch gefährlich weites über die Reling hängen eine
Schadenbilanz zu ziehen scheint, offeriert ihm unser Steuermann,
natürlich erst nach gehöriger Rückfrage, Tips. Da "man"
nur französisch spricht, sind diese aber nicht so einfach zu
erteilen, irgendwie gelingt es aber doch anzubringen, dass er vor
der Wegfahrt mind. den Bug zuerst in Richtung Schleusenmitte
bringen, dann einen Moment geradeaus beschleunigen soll, das Heck
schramme dann nicht jedes Mal mehrere Meter der Wand entlang. Er
orientiert, dass der Bugstrahler kaputt und die Steuerung
beschädigt sei ..... .
Auf einmal scheint der Verstand aber doch überhand
genommen zu haben, die letzten 5 Schleusen nimmt das vordere Schiff keine
weiteren Schäden. Mitten im Mittag treffen wir in Dannemarie ein, wo uns,
wie gewohnt, die gut gelaunte und kompetente Hafenmeisterin Anne freundlich
begrüsst, einweist und kräftig beim Belegen hilft. Bei stürmischem
Wetter nicht immer eine einfache Arbeit, merci Anne! Dank auf dem
Hafenareal vorhandener Waschmaschine und einem Tumbler (Jetons bei Anne
kaufen!) ist die Schiffersgattin gleich in der Lage einen Sack
Schmutzwäsche, den wir offenbar beim Ferienklarmachen des Schiffes im
Schmutzwäschekasten vergessen haben auf- resp. weg zu arbeiten.
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Da im deutschen Wetterbericht keine Besserung heraus zu
hören ist, beschliessen wir vorerst hier zu bleiben. Als sich dann aber
nach stürmischen Regenfall am frühen Montagmorgen das Wetter im Laufe
des Morgens doch stetig verbessert, ist es für einen Aufbruch zu spät;
es werden nämlich mehrere Konvois von der Scheitelhaltung her erwartet.
Es bleibt regenfrei und die Sonne blickt durch die Wolken, dies wenigstens
solange, als bis wir beschliessen zu einer Einkaufstour aufzubrechen.
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Kaum
vom Schiff entfernt, öffnen sich die Schleusen wieder und wir ziehen eine
triefende Wasserspur bis ins ca. 1/4 Std. Gehzeit vom Hafen entfernte
Einkaufszentrum.
Am Dienstag früh um 5 ist die Welt noch in Ordnung,
keine Wolke, knallblauer Himmel. Gegen 8 Uhr hören wir, wie auf dem
Nachbarschiff der Motor angeworfen wird, also startet das Paar mit der
offenbar noch nicht sehr grossen Fahrerfahrung auch heute. Wir lassen sie
gerne ziehen, hoffen, dass wenigstens die Schleusentore heil bleiben. Wir
selber sind auf 9 Uhr zu einer "Team - Erfahrung" mit einem
originellen Holzschiff, das nachträglich mit einer Kunststoffhaut
haltbarer gemacht wurde, eingeteilt worden.
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Die Eigner von "Dilu",
Roger und Asti, haben auch noch keine grosse Kanalerfahrung und sind
deshalb für Ratschläge offen und zeigen sich sehr geschickt in deren
Umsetzung, was uns wiederum anspornt unsere früheren Fehler und neueren
Erkenntnisse schonungslos preiszugeben. Wir legen dann auf der
Scheitelhaltung, da inzwischen auf den vorderen Konvoi aufgeschlossen,
eine Rast ein, geniessen die sich temporär zeigende Sonne.
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Beim Hinunterschleusen werden wir uns schon bald
bewusst, wie zuverlässig die Schleusenwärter auf unserer Seite der
Scheitelhaltung sind (resp. waren), hier treffen wir nämlich immer wieder
auf verschlossene Tore, legen, obwohl wir auch sonst immer mithelfen, mehr
Hand an, als uns eigentlich lieb ist, mehrfach schleusen wir ganz alleine,
eine irgendwann auftauchende Eclusière offenbart, dass sie neu sei, nur
eine Kollegin ablösen würde. Der junge Schleusier von No. 14, will, kurz
vor dem Erreichen unseres Tageszieles wissen, wann wir am nächsten Tag
starten möchten. Wir nennen, da es bekanntlich nach Clerval ebenfalls
weit ist, als Abfahrtszeit "8.30". Er bestätigt, ist offenbar
zufrieden. Da wir noch einkaufen wollen, legen wir, gegen 19 Uhr endlich
in Montbéliard angekommen, gleich am linken Ufer, vor dem Intermarché,
an. Es reicht gerade noch, um einen Einkaufswagen zu füllen. Nach
Einbruch der Dunkelheit, aber immerhin ohne Regen, schlendern wir einmal
mehr durch den wunderschönen Park "Près la Rose", staunen ab
dem gepflegten Rasen und dem Blumenmeer welches jedes Mal die schön
gemachten Wege säumt.
Natürlich regnet es auch in dieser Nacht, kurz vor
unserem Start am Mittwoch den 12.7. schliessen sich aber die himmlischen
Schleusen. Wir fahren zielstrebig auf die erste Schleuse zu, winken
unterwegs noch der den Hund am Kanalufer ausführenden Gattin des "Schleusenrammers".
Die oberen Tore sind bereits geschlossen und der Wasserstand hat sich
schon etwas vermindert, als wir den Schrecken der Kanäle mit Karacho
(erst im Nachhinein erfahren wir, dass er beim Wegfahren offenbar, da
immer noch angebunden, fast die eine Steganlage zerstört hätte) auf die
Schleuse zufahren sehen. "Zu spät!" denken wir
erleichtert. Nach Passieren der Strassen - Drehbrücke einige Hundert Meter
später machen wir uns in der nächsten Schleuse, da auch hier kein
Personal vorhanden zu sein scheint, an die Arbeit. Und erst als sich die
oberen Tore gerade berühren wollen, taucht eine junge Eclusière auf und
bittet uns zu warten, ein zweites Schiff sei unterwegs und werde in 10 -
15 Minuten hier sein .... .
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| Wir melden unsere Bedenken an und erwähnen,
wir hätten das zweifelhafte Vergnügen bereits gehabt und hinterfragen
gezielt, weshalb wir immer im voraus Abfahrtszeiten nennen sollen, wenn
man offenbar kommen und gehe könne, wann es beliebt. Sie will wissen, mit
welcher |
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Besatzung wir denn schlechte Erfahrungen machten.
Wir nennen den Namen, worauf sie per Natel zurück fragt und dann
bestätigt, was wir schon wussten, nämlich dass es sich um die
Besatzung des Schiffes mit dem vielgehörten weiblichen Vornamen
handle. |
Sie lässt sich überzeugen, dass wir, resp. unser Schiff schadlos
bleiben und alleine weiterfahren möchten, rät uns zügig aus der
Schleuse aus- und weiterzufahren. Soweit so gut, diese Aufforderung
hätten wir nicht gebraucht, als uns in Dampierre ein mürrischer
Schleusenwärter, dem es schon zuviel war, den Morgengruss meiner
Gattin zu erwidern, so um halb zehn herum informiert, wir könnten
nicht weiterfahren, einige Schleusen weiter wäre es zu einem
Dammbruch gekommen und der Reparaturequippe fehle es an Beton, bis
ca. 13 Uhr sei die Strecke gesperrt. Er rät kurz nach der Schleuse
an einer Steilwand zu belegen und zu warten. Nach einer halben
Stunde gewärtigen wir das Aufschliessen des vermeintlich
abgehängten Schiffes von Rambo und auch unsere Kollegen mit der
"Dilu" stiessen wieder zu uns. Dies wenigstens ein
Lichtblick.
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| Nach ca. 1 1/2 Std. bekamen wir dann auch das o.K. für
eine "langsame Weiterfahrt", nicht ohne den Hinweis, wir
sollten uns streng nur in Kanalmitte bewegen, es fehlten ca. 60 cm
an Wasserstand. Wir tasteten uns also im Dreierkonvoi vorsichtig bis
zur nächsten Schleuse, entdeckten unterwegs mehrere Stellen wo
schweres Gerät die angeblich vor 2 Tagen eingerissene Uferböschung
repariert haben musste. Erst zwischen Ecluse 24 und 25 wurde es dann
aber richtig kritisch, der Tiefenmesser zeigte hie und da nur noch
10 - 20 cm Tiefe unter dem Kiel an und zeitweise meinten wir sogar
feines Kratzen von der Schiffsunterseite zu vernehmen. |

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Schleuse No. 25 war dafür verwaist, d.h. eigentlich
nicht ganz, in der Kammer lag eine englische Yacht und die Zwei-Personenbesatzung
wartete auf eine Aufwärtsschleusung. Unsere Moses stieg über den Bug aus
und nahm die Sache souverän in die Hand, sie schloss die unteren Tore,
dann deren Schieber und begann dann die oberen aufzuziehen. Derweil stand
der "English-Man" mit einem Seil in der Hand auf der
Schleusenmauer, wartete wohl auf die Tea-Time und hielt sein Schiff in
Position. Zur Sicherheit half ihm dabei die "First-Lady" vom
Schiff aus. Anders meine (arbeitserprobte) Gattin, sie liess sich nun auch
aussetzen und half der Tochter beim anschliessenden Öffnen der oberen
Tore. Nach dem Kreuzen und nachdem wir dann die Schleusenkammer
eingenommen hatten, liess sich eines der oberen Tore nicht mehr schliessen.
Da das Schleusenwärterhaus nicht verschlossen war, konnte sich die beste
Ehefrau von allen eines Telefons bemächtigen und fand schliesslich auf
einer an die Wand gepinnten Liste eine besetzte Leitstelle. Diese
informierte, wir sollten in der Schleuse bleiben (ja wo sollten wir denn
wohl sonst hinfahren?), eine Eclusière sei unterwegs zu uns.
Während die einen von uns warteten, besahen sich die
anderen die Konstruktion des klemmenden Tores, der Schreiber schliesslich
stellte fest, dass die Führung des Schleusentores in einer unterirdischen
Mulde irgendwie verhakt sein musste und machte diese durch das, allerdings
gewichtige, Verschieben derselben auf der Führungsrolle wieder flott. Das
Tor konnte danach geschlossen und unsere Abwärtsschleusung eingeleitet
werden. Allein die Eclusière tauchte auch noch nicht auf als sich unser
Tross dann zum Verlassen der Kammer aufmachte. Vielleicht sucht sie bis
heute den Weg? Unsere "Glückssträhne" hielt an, auch Schleuse
No. 26 bei L'isle-sur-le-Doubs war nicht besetzt, hupen nützte nichts. Da
wir den Konvoi anführten und sich Rambo, der Kapitän des hintersten
Schiffes, bisher ohnehin bei jeder Schleuse jeglicher Mitarbeit tapfer
enthalten hatte, entliess die "Moonlight" einmal mehr fast die
ganze Mannschaft über den Bugspitz auf den Schleusenkopf und die Arbeit
wurde ohne Eclusier in Angriff genommen. Erst als unsere Schiffe schon
fast unten angekommen waren, tauchte ein gesetzter Herr mit Schnauz auf
und informierte, dass er zuerst das Schiff von unten, welches nun eben in
Sicht geriet, durchlassen wollte ..... .
Im Super U nach der Schleuse reichte die Rekordzeit von
weniger als einer halben Stunde um 80 Lt. Diesel ab Tankstelle mittels
Kanistern zu bunkern. Die Weiterfahrt ging nun zügig voran, da "Schleusenrammer"
beschloss in L'isle-sur-le-Doubs zu bleiben und wir nun die Schleusen nur
noch zu zweit belegten. Clerval hätte damit noch vor dem
Eclusier-Feierabend (aber mit mehr als 10 Stunden Reisezeit!) erreicht
werden können, wenn, ja wenn uns nicht eine Schleuse vor dem gedachten
Etappenziel ein attraktiv lachendes Fräulein informiert hätte, dass
Clerval besetzt sei und da es für die nächste Station vor 19 Uhr 30
nicht mehr reiche, wir doch in "ihrer" Kammer bleiben sollten.
Wann wir morgen weiterfahren möchten?
Im Wissen, dass Besançon ebenfalls eine echte
Tagesetappe entfernt ist, nennen wir 7 Uhr in der Früh. Sie lacht und
meint, dies ginge nicht, sie würde erst um 8 Uhr 30 mit der Arbeit
beginnen, wenn wir früher hätten fahren wollen, hätten wir dies
rechtzeitig voranmelden müssen. Sie wiederholt damit, was schon der
letzte Eclusier ausdrückte: Wer früh fahren wolle, müsse dies am Vortag
bis spätestens 16 Uhr mitteilen. Offenbar scheint in diesen Ferien
niemand mehr die im "Guide Vagnon" abgedruckten Öffnungszeiten
zu kennen, in der doch noch gültigen "6e Edition" ist für das
Sommerhalbjahr, genau vom 1.4. bis 30.9., eine Bedienzeit von morgens 6.30
bis abends 19.30 zugesagt und zwar ohne einschränkende Bedingungen. Sei's
drum wir genossen nun in der Schleusenkammer mit der Besatzung der "Dilu"
einen das Tageswerk abschliessenden Weissen als Apéro.
Unsere Moses Katja löst nicht nur Schleusenprobleme von
wartenden English-Men, sondern sie ist auch für die korrekte Einstellung
des hypermodernen funkgesteuerten Weckers mit Digitalanzeige,
Schlummerschalter und parallelem Abruf von mind. 2 Weckzeiten
verantwortlich. Warum? Weil sie offenbar die Einzige an Bord ist, die mit
oder ohne Studium der mehrseitigen Bedienungsanleitung intuitiv die
Funktionsweise des hypermodernen Apparates erkannte und dessen
Möglichkeiten voll oder auch nur teilweise auszuschöpfen imstande ist.
Sie erhielt jedenfalls den Auftrag, uns am 13.7., notabene meinem
Geburtstag (dieser Hinweis nur für nachträgliche Gratulanten), um Acht
Uhr zu wecken. Wenigstens an diesem Tag wollten wir, wenn wir schon nicht
früh losfahren konnten, etwas länger am Kissen lauschen, uns dafür dann
mit dem Frühstück nicht lange aufhalten.
Am Donnerstag morgen hörten wir dann also das
durchdringende Hupen des Weckers, ein kurzer Blick durch das mit einem
Moskitonetz bewehrte Seitenfenster ergab, dass witterungsbedingte
Überraschungen nicht ausgeschlossen werden konnten, denn blauer Himmel
zeigte sich stellenweise durch eine sonst aber noch dichte Wolkendecke.
Noch nicht völlig ausgeschlafen wurde die neben mir liegende Gattin
gefragt, ob es tatsächlich schon 8 Uhr wäre, mir käme es nicht so vor.
Sie unternahm irgend eine Aktion und bestätigte dann die Korrektheit.
Also musste der Schreiber, da er schon als Einziger an Bord Geburtstag
hatte, (wie immer) zuerst aufstehen. Nach dem Waschen, Tisch decken und
gemeinsamem Frühstück ging das "Geburtstagskind" mit Bordhund
"Arco" nach draussen, sah sich um, ob wohl die
Schleusenwärterin endlich kommen würde, denn erst um halb Neun anfangen
wollen und dann auch noch zu spät kommen, dünkte uns schon etwas viel
auf einmal. "Sie" kam aber trotzdem nicht, also beschloss der
Anführer, herumliegendem Werkzeug sei Dank, die Schleusung (einmal mehr)
selber in die Hand zu nehmen. Die Besatzung der "Dilu" wurde
informiert, dass wir nicht länger warten sollten, wenn wir, am Vortag des
französischen Nationalfeiertages in Besançon noch einen Anlegeplatz
vorfinden möchten. Als die unteren Tore und die Schieber dann schon
geschlossen waren und das Wasser bereits aus der Kammer ablief,
informierte Roger nebenbei, dass wir sicher früh genug wären, es sei ja
erst kurz vor 8 Uhr. Die peinliche Überprüfung des Vorfalles ergab, dass
das zeitliche Problem in der irrtümlich aktivierten zweiten Weckzeit
unseres Teufelsgerät lag; drum "Traue nie einem Teenager unter 15
Jahren".
Wir setzten die angefangene Aktion dann aber fort und
machten uns, eine Stunde zu früh oder nicht, auf den Weg. Das Wetter
klarte auf, erst ca. 2 Std. später um Baume-les-Dames ist die Wolkendecke
wieder hermetisch geschlossen und es beginnt leicht zu regnen. Wenig
später vermeldet die "Dilu"-Besatzung Kupplungs-Probleme,
möchte zurückbleiben. Wir können nicht helfen, fahren bei inzwischen
böigem Niesel-, dann anhaltenden mehreren Platzregen weiter. Allen klar
ist, dass nach Murphys' Gesetz der Niederschlag dort am grössten ist, wo
der Do-it-yourself - Schleuse St. Paul in Besançon wegen hart im Freien
gearbeitet werden muss. Immerhin finden wir gegen 16 Uhr noch freie
Plätze, auch für "Dilu", die zwei Stunden später eintrifft
und deren Kupplungsprobleme offenbar verschwinden, wenn sich der Motor
nach mehreren Betriebsstunden Dienst wieder genügend lange auskühlen
kann.
Bevor es nun eventuell unerwähnt bliebe; beim
Morgenessen überreichte die netteste und teuerste aller
Steuermannsgattinnen das diesjährige Geschenk: Ein kleines güldenes
Steuerrad, am besten, da mit Absicht so hergestellt, in einem
Ohrdurchstich zu tragen. Auch so kann man natürlich einen erklärten
Schmuckmuffel überzeugen! Also erklärte sich der Schreiber nun, dass,
wenn er sich schon vorsätzlich verletzen lassen müsste, dies heute noch
zu geschehen hätte. Gesagt und mitgeschleppt war eine Aktion. Kurz vor
Ladenschluss fragten wir uns zu einer Bijouterie durch, deren Angestellte
vor keiner Bluttat zurückschreckten. Nach nur wenig tröstenden, dafür
französisch gesprochenen Worten, gab es kein Zurück mehr, kurz nach der
örtlichen Desinfektion kam es zu einem glatten Durchschuss! Nachdem wir
für meine Verletzung (wobei sich wenigstens der Blutverlust in engen
Grenzen hielt) auch noch bezahlt hatten, durfte der Angeschossene und dies
sogar ohne fremde Hilfe, den schönen und vornehm eingerichteten Laden an
der Hauptstrasse wieder verlassen. Ihr erkennt mich nach Ablauf der von
der Schützin auf 30 Tage festgesetzten Rekonvaleszenzzeit nun also
demnächst am ... nein nicht am Knopf, sondern am Steuerrad im linken Ohr.
Am Nationalfeiertag, an dem es auch fast durchgehend
bedeckt war und auch meist regnete, geschah nicht viel. Wir lagen am Steg,
beobachteten die Barometer (jawohl wir führen zwei mit, glauben immer dem
Gerät, das mehr oder wenigstens eine Wendung nach oben anzeigt), klopften
an die Scheibe, resp. schüttelten die Handvariante, aber nichts geschah.
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Die Zeit wurde natürlich auch redaktorisch genutzt um Fam. Zeugin aus
Basel, die mit zwei schiffigen Minimümern an Platz und Komfort eine
mehrwöchige Ferienfahrt unternahm, zu interviewen, siehe dazu den sep.
Heftbeitrag. Erstaunt stellten wir ausserdem fest, dass einige Schiffe neu
eintrafen, nachdem wir doch verschiedentlich schon darauf aufmerksam
gemacht wurden, dass am 14.7. nirgendwo geschleust werde. |
Nach Einbruch
der Dunkelheit bestand unsere Moses darauf, das angekündigte Feuerwerk
live, von der "blauen" Brücke (und nicht etwa vom Achterdeck)
aus, zu betrachten. Es wurde 22 Uhr, dann 22 Uhr 30. Auch die Eingeborenen
schienen ratlos, niemand konnte genau sagen, wann und wo von aus, das
bekannt aufwändige Feuerwerk zum Himmel geschossen werden würde. Der
Nieselregen hatte sich wiederum in eine noch wasserhaltigere Variante
gewandelt, so dass wir schliesslich tropfnass und frierend gegen 23 Uhr
wieder zum Schiff zurückkehrten. Erst am nächsten Tag, der von den
Bordfrauen zum ausgiebigen Shopping benutzt wurde, erfuhren wir, dass das
Feuerwerk des schlechten Wetters wegen abgesagt worden sei. Weitere
Veränderung gab es nicht, auch am 15.7. wurde der Regen nur selten von
Aufhellungen abgelöst, der Baro zeigt "bleibend" voraus. Im
Laufe des Mittags gewahrte die Schiffersgagattin wie das Wasser in St.
Paul stieg und stieg, insgesamt sicher über einen Meter über dem
Normalwasserstand. Einheimische prognostizieren, dass wohl der Doubs für
die Schifffahrt demnächst geschlossen werde.
Am Sonntag, den 16.7. griff der Kapitän also zuerst den
Funk heraus und erreichte über Kanal 16 prompt die VNF. Nachdem die
Voraussagen bezgl. Flusssperrung nicht bestätigt wurden, sondern man uns
versicherte, dass "pas d'Probläm" zu erwarten seien,
entschieden wir uns sogar anstelle des Tunnels, die Stadtumfahrung zu
wagen. Da im Gegensatz zu den Guide-Skizzen nur wenige der ausgesetzten
Tonnen zu sehen waren, taten wir dies aber erst, nachdem wir die Strecke zu
Fuss abgeschritten hatten. Die Strömung war so stark, dass die Tonnen
teilweise nur unter Wasser und nur für einen kurzen Moment zu sehen
waren.
Während der nächsten Stunden wurden wir
von ca. 20 Pontonieren (zwischen 20 und 60 jährig) aus Aarau und der
Umgebung stammend, die mit einem aus 3 Einzelteilen zusammengesetzten
total über 16 Meter langen und mit einem über 100 PS Aussenborder sicher
nicht untermotorisierten Weidling eine mehrtätige Fernfahrt von
Isle-sur-le-Doubs bis nach Lyon unternehmen, begleitet.
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| Als wir
feststellten, wie sie uns nach der ersten Schleuse (man liess uns in der
Kammer die Vorfahrt) mit mächtiger Bugwelle überholten und davon
zischten, obwohl uns die VNF in Bescançon mehrfach und gemeinsam gebeten
hatte, wir mögen sicher bis St. Vit zusammenbleiben, damit man auch die
Weidling-Besatzung über (unseren) Funk über allfällige
Hochwassergefahren informieren könnte, stellte unser Steuermann die
eilige Besatzung in der nächsten Schleuse (wo man die "Grande Barque"
warten liess) und erkundigte sich dort, wer 1. der
"Schiffsführer" sei und 2. ob man die Geschwindigkeitslimiten
auf diesem Fluss und den "davon abführenden Schleusenkanälen"
kenne. Eine betroffene Umfrage unter dem mit einer Plastikfolie
überzogenen Schilfdach ging los und es wurden Schätzungen bis zu 50 km/h
laut ............. |
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Nach sachter Richtigstellung meinerseits verlief die
weitere (gemeinsame) Fahrt lustig und wir meisterten auch schiffige
Anforderung wie das Kreuzen einer Péniche in einem engen Kanalstück mit
Gegenwind etc mit Bravour.
Nicht ganz schadlos verlief eine Begegnung mit einer
Brücke über einer Ecluse de Garde, das Hochwasser hatte meine
Aufzeichnungen der nicht mit Verdeck zu passierenden "Unhöhen"
nämlich auf einmal Lügen gestraft, es reichte hier um wenige Millimeter
nicht! Das im Frühling ersetzte neue Horn hat schon wieder Beulen und die
Antennenhalterung weitere Kratzer. In Rochefort-sur-Nenon trafen wir am
frühen Abend und inzwischen sonnigem Wetter einen leeren Steg und
versuchten, wie in den vergangenen Reisen auch schon, mit der Strömung am
kurzen Ponton anzulegen. Umsonst, auch nach 3 Anläufen klappte das
Manöver nicht. Also war eine weitere Wende angesagt und wir nächtigen
für einmal halt entgegen unserer beabsichtigten Reiserichtung.
Dank
frühem Aufbruch am Montag Morgen, der sich ebenfalls mit stahlblauem
Himmel und praller Sonne nur von der besten Seite zeigte, kamen wir noch
vor Mittag in Dole an, wo sich das Anlegen mit erhöhter
Strömungsgeschwindigkeit auch nicht einfach gestaltete. Ein prüfender
Dipp mit dem grossen Zeh ergab, dass das geplante Bad heute wohl (noch)
nicht in Frage kommen würde, da uns das Wasser viel zu kalt dünkte.
Diese laienhafte Annahme wurde nicht lange aufrecht erhalten, denn beim
Belegen der Seile schätzte der Schreiber im jugendlichen Übermut die
Breite der schmalen Stege falsch ein und kam so unfreiwillig zu einem sehr
erfrischenden Tauchgang im bräunlichen Kanalwasser. Nach einer
persönlichen Generalreinigung entdeckte er bei der anschliessenden (fast
alltäglichen) Sichtkontrolle der Bilge in einem Schott eine kleine Lache,
die sich bei der genaueren Kontrolle als Dieseltreibstoff entpuppte. Ein
nasses Gewebeschläuchlein oberhalb des Schotts resp. unterhalb der
Heizung liess diese als Ursache vermuten und nachdem eine Rundfrage unter
der Besatzung ergab, dass die beiden Bordfrauen offenbar heute morgen
froren und während einiger Zeit die Standheizung laufen liessen,
erhärtete sich der Verdacht zur Gewissheit; sicher war das Schlauchstück
am Ende seiner Weis- resp. Dichtheit. Da gerade ein Mechaniker von Nicols,
die für die Vermietung der Stege verantwortlich sind, am Schiff vorbei
schlenderte, fragten wir ihn um Rat, resp. wollten wissen, ob so ein
Stück Schlauch zu kaufen wäre. Er bejahte dies nach einer kurzen
Inspektion des Motorraumes (dies nicht ohne Kompliment für die saubere
Maschine) und meinte bedauernd, für den Ersatz müsste aber die Heizung
samt Zuleitung an Diesel und Elektrisch demontiert werden; was (dies ist
man sich ja hinlänglich gewohnt) "einigen Aufwand" erfordere.
Da sie aber auch noch anderweitig beansprucht waren, erklärte sich unser
eigener Mechaniker (also jener, welcher auch unsere Erlebnisse notiert)
zögernd bereit, die Demontage, soweit möglich, selber an die Hand zu
nehmen, um ihn dann im entscheidenden Moment rufen zu können. Natürlich
ist unsere Webasto kaum erreichbar (sprich platzsparend) mittels einiger
Schrauben am Chassis befestigt, wobei man die ersten 2 wenigstens noch
sieht, über die soll, da vielleicht nicht jugendfreie Ausdrücke
vorkämen, nichts weiter geschrieben werden. Als sich das Gerät dann
endlich auf den Rücken legen liess, wurde durchaus sachkundig
festgestellt, dass mittels eines metallenen Übergangsstückes zwei
Schläuche verbunden waren, wobei aber nur auf einer der Verbindungen eine
Schelle sass. Leider konnten wir das Wort im Dictionnaire nicht eruieren,
fanden aber schliesslich bei der Ersatzteilbeschaffung heraus, dass man
hier "Serflex" (oder ähnlich) sagt. Und mit einer weiteren Serflex
war der Schaden dann behoben, seit deren Einbau tropft nichts mehr, auch
nicht unter Druck.
Da sich die Bordfrauen dann so aufführten, als hätten
sie seit Jahren keine Läden mehr gesehen, blieben wir schliesslich 2 Tage
am wirklich schönen Anlegeplatz. Mit den saarländischen Nachbarn Eberhard
und Ruth von der "Ratorueb" verstanden wir uns auf Anhieb gut
und hatten einigen Spass.
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| Dankbar registrierten wir auch, dass offenbar
nun tatsächlich der Sommer zurückgekehrt war. Apropos Sonne und Energie:
Die Stromversorgung am Steg brach diesmal nur einmal zusammen und es
gelang dem inzwischen auch mit mit viel Krach und Getöse eingetroffenen
französischen Rambo nach Feierabend noch jemandem von der Bootsvermietung
aufzutreiben, der sich der Sache annahm. Es sei ihm hier für diese (und
nur für diese) christliche Tat eindeutig gedankt. |

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Am Mittwoch morgen brachen wir nach St. Jean-de-Losne
auf, wo wir uns, so hatten wir es im Familienrat abgesprochen (was heute
aber bestritten wird), westlich, dem bis anhin noch nie besuchten "Canal-de-Bourgogne"
zuwenden wollten.
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Bei immer noch schönem, aber inzwischen ziemlich
windigem Wetter bogen wir also in den Kanal ein und gewahrten schon kurz
nach der ersten Schleuse, dass unsere "Moonlight" mit den
Aufbauten eben wieder einige entscheidende Zentimeter zu hoch ist. Also
entschlossen wir uns nach dem Abklappen des Cabrioverdecks und des Biminis
mit alten Leintüchern, Gummistrippen und den zwei Bootshaken eine
provisorische Sonnenstore zu schaffen. Der Wind und die nach dem
Aufwärtsschleusen jeweils sehr vollen Schleusenkammern machten uns zu
schaffen. Wieder einmal waren wir sehr froh, dass wir die uns von einem
guten Kollegen überlassenen, in Bordmitte und am Heck an Leinen
ausgehängten Kompressor - Schläuche auch auf dieser Reise mitführten.
Diese schwimmen nämlich nicht auf, sondern halten, wenn die normalen
Fender sich schon lange auf der Schleusenmauer untätig und zu nichts
nütze, breit machen, noch immer einen sicheren Abstand von der Mauer zur
Bootswand.
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| Nicht ganz einfach war übrigens auch das Kreuzen, den vor
allem gerade im Oberwasser nach den Schleusen blieb nur eine recht schmale
Fahrrinne frei von üppig wuchernden Wasserpflanzen. Und gehackter Spinat
aus dem Wasserfilter stand eigentlich nicht auf dem Speisezettel.
Dank vorhandenem Kartenmaterial gewahrten wir sodann
bald, dass die in wenigen Metern Höhe (man konnte das Weiss in den Augen
der Piloten schon fast sehen!) immer wieder über uns kurvenden Kampfjets
der französischen Armee nicht irgendwo, sondern dicht vor Dijon einen
Flugplatz aufsuchten, dessen Anflugschneise von links nach rechts genau
über den Kanal führte. Aus dem Kollegenkreis erfuhren wir im Nachhinein,
dass hier nur eine "Automatische Bedienung" eingeführt worden
sei, weil es kein Schleusenwärter länger als einige Tage ausgehalten
habe. Wir fuhren in Vorahnung der zu erwartenden Start- und
Landegeräusche also nicht bis dicht zum zeitlichen Schleusenschluss
weiter, sondern blieben in sicherem Abstand vor dem Aeroport an einer
Larsenwand liegen. Das Rauschen der Pappelallee hielt die ganze Nacht an
und auch der Donnerstag kompensierte wiederum die verregnete erste
Ferienwoche. Bei sehr schönen und heissen Wetter treffen wir um 11.55 vor
der letzten Schleuse in Dijon ein. Hupen zwecklos, nichts rührt sich,
also wird bis unter die Brücke gefahren, nach der gleich die
Schleusentore liegen, um dort unsere Moses zu einem Erkundungstrip
abzusetzen. Als wir gerade noch 2 - 3 Meter von den Toren entfernt sind,
realisieren wir, wie sich die Ablassschleusen öffnen und uns die
nächsten 5 Minuten in Aufruhr halten. Auch das Einlegen des
Rückwärtsganges mit Normalgas nützte nämlich nichts, es kam uns vor,
als befänden wir uns in einem Sog. Als der Spuk endlich vorbei ist,
fahren wir in die leere Kammer. Nun ist aber definitiv niemand vom
Schleusenpersonal mehr hier.
|
| Und nachdem man auch das "Werkzeug"
fürsorglich abmontierte, können wir die Kammer auch nicht selber
füllen, müssen also im tiefen Loch den Lunch zu uns nehmen. Unser Hund
wird diesem Eclusier nie verzeihen (eine Stunde lang alle vier Beine
zusammenklemmen..). |

|
Für Ffr. 51.- ist ein Platz mit Strom und Wasser
für ein - 9.99 Meter langes, mit 3 Personen besetztes Schiff leihweise
für 24 Stunden zu haben. Ein Besuch der Innenstadt lohnt sich auf jeden
Fall, auch wenn man sich nicht kulturell bereichern will. |
Am Freitag den 21. Juli brechen wir gegen 9.30 auf und
geniessen nach den eintönigen, schnurgerade aus führenden ersten 30
Kilometern gestern nun sanft gewundene Kurven und eine abwechslungsreiche
Landschaft. Wir erfreuen uns auch ab den meist offenstehenden
Schleusentoren. Da damit aber das Hochschleusen noch lange nicht getan
ist, helfen wir, da das Schleusenpersonal meist nur aus einer Person
bestand, trotz brütender Hitze im eigenen Interesse jeweils tapfer mit.
Der Schleusen-Schweiss floss, ein Bad im Kanal machte uns aber der
Algenbänke wegen nicht sonderlich an. Gegen Mittag reklamiert die
verwöhnte Schiffersgattin, dass unser Bord-WC nicht mehr mit Spülwasser
versorgt werde, resp. sich der Pumpgriff in der gewünschten Position kaum
noch bewegen liesse. Ohne schon einmal mit diesem delikaten Problem
konfrontiert worden zu sein, vermutete der Bordsanitär eine Verstopfung
der Zuleitung. Was also lag näher, als der Sache mittels eines
Tauchganges auf den Grund zu gehen? Und was würde sich dafür besser
eignen, als eine tiefe, immer wieder mit frischem Wasser ausgespülte
Schleusenkammer? Da aber fast an jeder Schleuse fürsorglich ein Schild
mit dem Text "Baignade interdit" aufgestellt ist, musste
diese Idee und der ausserordentliche Boxenstop der jungen Aushilfs-
Schleusenwärterin erst "verkauft" werden. Als ihr mit
montierter Badehose und der Tauchbrille in der Hand nach erfolgter
Hinaufschleusung dann von "einem grossen technischen Problem"
erzählt wird, gibt es keine Einwände; im Gegenteil, unser Taucher wird
sogar bedauert. Im erfrischenden Wasser wird achtern steuerbordseits zwar
der Stutzen, aber nichts, was gerade davor für eine Verstopfung
verantwortlich sein könnte, gefunden. Mit einem starren, starken Draht
liess sich danach, leider schon ziemlich weit vom Stutzen entfernt, ein
Widerstand ausmachen. Auch mit Widerhaken war dieser aber nicht lösbar.
Also raus aus dem Wasser und ins Schiffsinnere, wo die handwerklich
begabteste von allen Frauen schon mit der Demontage der Bride der
Wasserzuleitung des WC's begonnen hat. Der Draht wird hier nun auch wieder
eingeführt, trifft ebenfalls auf Widerstand und ist nach einigem Hin- und
Herstochern nicht mehr zu einem freiwilligen Rückzug bereit. Nun ist es
mit unserer Gutmütigkeit aber vorbei! Mit einer Zange und roher Gewalt
ziehen wir zu zweit am noch freien Drahtende und bringen tatsächlich
schliesslich ein stopfenartiges Stück einer Schilfwurzel oder einer
anderen Wasserpflanze zu Tage. Danach konnte die Sache dann "adacta"
gelegt werden, alles funktionierte wieder einwandfrei. Mit einem
heroischen Triumpfgefühl fahren wir weiter und treffen ziemlich
erschöpft gegen 18 Uhr in Gissey sur Ouche ein.
|
| In der für die Hotelpénichen als Wendeplatz gedachten
halbrunden Kanalverbreiterung nach der Brücke finden wir eine genügend
tiefe Stelle und belegen an einer sich in ziemlich desolaten Zustand
befindlichen Holzwand. Während wir (im gesetzten Alter) eine kurze
Schwimmrunde im Becken ziehen, mischt sich unsere Moses in Begleitung des
Bordhundes mit der Ausrede, sie würde sich um die Brotbeschaffung
kümmern, unter die Dorfjugend. Nach kaum 20 Minuten kehrt sie, gewandt
mit mind. drei oder vier Knaben gestikulierend und parlierend, zurück und
stellt einen als Sohn des Dorfwirtes vor. |

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Dieser lädt uns ein, wir
sollten doch im Restaurant "Vieux Pont", sinnigerweise gleich
bei der alten Brücke gelegen, einkehren. Wir beschliessen also unsere
Smutje zu entlasten und geniessen ein ausgezeichnetes 4 gängiges Menu
für Ffr. 98.- p. Person. Noch zufriedener und wohlgenährter (als sonst)
fallen wir in den verdienten Schlaf.
Samstags fahren wir bei schönem und heissen Wetter
weiter, eigentlich möchten wir Schleuse 0 vor dem leider viel zu tiefen
Tunnel (Durchfahrt nach Plan nur für Schiffe mit max. Höhe von 3.10)
zwischen La Rochère und Vélard erreichen. Die Sonne und das fehlende
Verdeck machen uns aber immer mehr zu schaffen. Ein Zwischenhalt im
Ferienhaus eines Arbeitskollegen in Crugey, wo wir einen Kir geniessen
dürfen, gibt wieder etwas Auftrieb (für die Nichteingeweihten; dieses
Getränk wurde nach dem Abbé Felix Kir dem Bürgermeister während der IV
Republik benannt und besteht aus einem Schuss Cassis, also schwarzem
Johannisbeerlikör mit Aligoté, einem burgundischen Weisswein. Eine
Variante stellt der Kir Royal, Cassis mit Champagner, dar). Während des
Umtrunks macht man uns klar, dass wir das Vorhaben zeitlich nicht
erreichen können, alternativ empfiehlt man uns nach der Schleuse No. 11
(La Rèpe) gleich nach der Brücke, links, anzulegen. Dort sei eine steile
Mauer vorhanden und meist würden dort auch einige Gleichgesinnte für
eine Übernachtung anlegen. Das schöne Dorf "Chateâuneuf" sei
dann über ein zwar steile, aber dafür nicht zu lange Strasse erreichbar.
Kurz nach 18 Uhr treffen wir in Schleuse 13 (Ste Sabine) ein und werden
vom Eclusier zuerst gefragt, wie weit wir heute noch wollten, worauf wir
ihm mitteilen, dass noch zwei Schleusungen geplant seien. Dann informiert
er, dass Nr. 12 nicht besetzt sei. Er zeigt uns an seiner Station, wie an
zwei zentralen mechanischen Vorrichtungen zuerst die unteren Schieber
geschlossen und danach die oberen geöffnet werden können. Wir fahren
also gut instruiert weiter und versuchen, in No. 11 eingeloggt, wie
geheissen, die unteren Schieber zu schliessen, umsonst, die
Fussraste, die
gedrückt werden soll, um die Drehplatte bewegen zu können, verrückt
keinen Millimeter. Das öffnen der oberen Schieber gelingt dafür auf
Anhieb. Die Kammer füllt sich, und Moses Katja geht unten nachschauen,
kann keinen Wasseraustritt unterhalb des Einfahrtores ausmachen. Wir
meinen also die Sache, soweit machbar, richtig durchgeführt zu haben.
Nach einigen Minuten erscheint der Schleusier auf seiner
Vespa und stellt, mind. mit verächtlichem Blick, ungeniert fest, dass wir
offenbar Banausen sind. Nach einigen kräftigen Tritten gegen die Anlage
und gleichzeitigem Hebeln am Drehgriff bewegt sich nämlich die Anlage
für die unteren Tore nun doch auch noch und erst jetzt schliessen sich
anscheinend die unteren Schieber gänzlich. Sehen konnte man den
Wasseraustritt aber, wie der Eclusier zugibt, nicht, da das Kammerwasser
ein Stück weit unterirdisch geführt wird, bevor es wieder in den Kanal
gespiesen wird. Der Schleusier teilt noch etwas mit, was wir nicht
verstehen und verabschiedet sich, er hätte noch eine Péniche "qui
descend" abzufertigen. Wir fahren aus der Schleuse aus und halten
gegen 18.40 vor Nr. 11 an, der letzten Schleuse für den heutigen Tag. Die
unteren Tore sind geschlossen, oben ist geöffnet, wir erkennen im
Oberwasser eine Hotelpéniche, die bald gemächlich einfährt. Wir wollen
die Wartezeit überbrücken, suchen einen Anmachplatz. Überall wird es
aber nahe am Ufer sofort untief und wir hören auch dann und wann den
"Untergrund" fein am Boden schaben. Der Schleusier gibt uns
während seiner Arbeit mit der Péniche aus einiger Distanz irgendwelche
Handzeichen, die wir nicht verstehen. Nach dem die Péniche ausgefahren
ist und wir einfahren wollen, wiederholt er seine Zeichen und erklärt nun
auch akustisch wahrnehmbar, c' est fini, c'est sept heures! Wir fahren
trotzdem ein und erklären ihm nach Erklimmen der hohen Schleusenmauer
nochmals, dass wir ca. 100 oder 200 Meter hinter der Schleuse den uns
empfohlenen Warteplatz erreichen möchten, dass wir wegen des Tiefganges
im Unterwasser nirgends anlegen könnten. Er lässt sich nicht
beeindrucken, im Gegenteil scheint er etwas zu ahnen, denn er holt ein
Stück Kette hervor und verriegelt damit die unteren Torscharniere, so
dass die Türen nicht geschlossen werden können. Dann setzt er sich auf
seine Vespa und sucht das Weite. Die im Schleusenhaus wohnende Familie hat
das Ganze mit angesehen und schüttelt den Kopf, sonst würde keine Kette
angelegt, mit einer wegwerfenden Handbewegung deutet der
"Hausmeister", man sollte die Kette entfernen und die Arbeit
selber tun. Als unser Bordschlosser die Kette dann aber tatsächlich (ohne
Werkzeug und Schlüssel, da dilettantisch montiert) entfernen konnte,
meint er, es könnte natürlich auch Ärger geben .... . Da wir uns (ausser
vielleicht mit diesem Eclusier, der mit durchschnittlich kaum 5
Schiffspassagen am Tag schon überlastet scheint) eigentlich mit niemandem
anlegen wollen, beschliessen wir rückwärts die Kammer zu verlassen. Nach
einigem Suchen finden wir dann einen Platz, wo es dank der auf einer Seite
ausgehängten beiden Ballonfendern und fehlendem stärkeren Wind gelingt,
die Nacht einigermassen ruhig und ohne Grundkratzen zu überstehen.
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Bevor
wir uns verärgert zur Ruhe legten, machten wir uns aber natürlich doch
noch auf, um Chateâuneuf en Auxois, nach eigenen Angaben auf einer Tafel am
Ortseingang, eines der schönsten Dörfer Frankreichs, zu besichtigen. Der
ca. 20 minütige, teils recht steile Weg hinauf lohnt sich tatsächlich.
Und wenn nicht alle Strassen im Dörfchen von vielen parkenden resp. noch einen Platz suchenden Fahrzeugen verstellt gewesen wären, könnten
wir uns der Eigenwerbung voll anschliessen. |
Nach einer Woche voller Sonne beginnt am nächsten
Morgen, kurz bevor wir loslegen und nach dem gestrigen Ärger nun
zurückfahren wollen, ein währschaftes Gewitter, welches von bis zum
Mittag anhaltenden Schauern begleitet wird. Der Eclusier von gestern zeigt
sich nicht mehr, bei einem Kollegen hinterfragen wir seinen Namen. Wir
sind uns nämlich einig, dass dieser Mann den "Service-Gedanken"
nicht richtig verstanden hat und werden Hrn. Chr. Courret zum "Schleusenekel
des Monats Juli 2000" vorschlagen.
Wegen der vielen sehr tiefen Brücken
(unter 3.5 Meter) müssen wir das Cabrio unten lassen. Es genügt nicht,
dass wir eingeweicht werden, nein, schon nach einer Schleuse schliessen
wir auf die gestern Abend passierte Escargot-Hotelpéniche auf, welche
ihrem Namen alle Ehre macht. Bis nach Pont D'Ouche, wo deren Besatzung
ohnehin anlegen wollte, lässt man uns (wir haben den Führer gefragt)
nicht vorfahren, im Schneckentempo und strömendem Regen erinnern wir
sicherlich an eine Trauerprozession. Da die Péniche alles aufstaut,
fahren wir bald zu dritt hinter ihr her. Und wie so Stunde um Stunde
vergeht ohne dass wir effektiv vorwärts kommen, erinnert sich der
Schreiber an einen "L' Ancre de Kembs" - Beitrag von Peter
Rudolf von Rohr in welchem er das Missverhältnis zwischen der Anzahl von
noch verkehrenden Berufsschiffen zur Behinderung welche sie für uns
"Sportschiffer" darstellen, festhielt. Weshalb, tatsächlich,
dürfen diese auch "nur Touristen" befördernden Schnecken ganze
Kanal - Abschnitte tageweise blockieren? Ein Überdenken der Vorfahrtsregeln
wäre sicherlich, je länger je eher angezeigt.
Als wir nach dem Ausscheren der Behinderung aufatmen
wollen, wird uns bald noch etwas schmerzlich bewusst; nämlich dass 1.
alle Schleusen nach Passagen so zurückgestellt werden, dass sie für von
unten kommende Schiffe offen stehen und
|
| 2. das der dritte in unserem
Konvoi mit seinem abenteuerlich aussehenden, jede Proportion vermissen
lassenden, offensichtlich aus Holz und Kunststoff selbst gebauten und
nicht mit einem WC ausgerüsteten 10 M. Schiff (erkennt man daran, dass
Teile der französischen Eignerbesatzung, sobald das Schiff in der
Schleuse angelangt ist, fluchtartig an Land und hinter die nächsten
Sträucher springen) Probleme hat. Wellen- und Steuerungsdefekte sollen
auch ihn nur mit Pénichentempo fahren lassen. |

|
Rund 4 Stunden machen wir
gute Miene zum bösen Spiel und setzen vor jeder Schleuse die
Schiffersgattin und Moses am Schleusenkopf zum Öffnen der Schieber und
Tore aus (was bei Rückenwind kein beliebtes Manöver darstellt) und
warten danach, nach der Einfahrt, nochmals mehrere Minuten auf den
alternativen "Auch-Boot-Fahrer". Schliesslich gestehen wir uns
ein, dass so aus unserem Vorhaben nochmals im Restaurant Vieux Pont in
Guissey zu speisen nichts werden kann. Also informieren wir den 2. und 3.
(beide französischer Nationalität) hinter uns, dass wir noch etwas
vorhaben und wenn der hinterste nur im Zeitlupentempo fahren kann und
seine Maschinen- und anderen technischen Probleme nicht lösen, sondern
auf die lange Bank schieben will, fairerweise den Ausstand erklären
solle. Man versteht und lässt uns (alleine) ziehen und die letzten 8
Schleusen in zügigerem Tempo angehen. So treffen wir kurz vor
Schleusenschluss um 19 Uhr in Guissey ein und werden hier noch einmal
köstlich bewirtet. Wir erteilen nach dem 2. Besuch und der Verköstigung
von mehreren Menuvarianten dem Etablissement in Anbetracht des guten
Preis-/ Leistungsverhältnisses auf der nach oben offenen "Moonlight"
- Skala 5 Möndchen. Beim Wirt des Restaurants kann man übrigens für den
nächsten Morgen auch frisches Baguette und Croissants bestellen.
Am Montag machen wir uns zeitig auf den Weg, wollen
nicht wieder in das Handicup-Duo eingebunden werden. Einige wenige
Schleusenwärter sind bereit, unsere Talfahrt mittels Handy dem jeweils
nächsten Eclusier für eine Schleusenvorbereitung anzumelden, die meisten
anderen aber erklären, sie seien nur Aushilfen und/oder hätten kein
"Radio" (Funk) zur Verständigung der folgenden Kollegen.
Besonders ärgerlich fällt uns auch auf, dass man mit immer noch
anhaltendem Rückenwind bis zur Kammer fahren und mehrfach und ausdauernd
hupen kann, ohne dass sich in den kleinen hölzernen
Schleusenunterständen innerhalb von Minuten etwas bewegt. Erst wenn die
eigene Mannschaft über den Schleusenkopf ausgeladen (ein Anmachen ist
wegen zu geringer Wassertiefe unmittelbar vor den Schleusen meist weder
links noch rechts möglich) schon mind. ein Tor, teils sogar zusätzlich
die unteren Schieber geschlossen hat, bemüht sich dann doch noch ein
junger Bursche oder auch ein Mädchen (Mindestalter 16 Jahre) und müht
sich mit den eigenwilligen, nur mit viel Kraft an diesem Kanal zu
bewegenden Schleusentoren ab. Da die Yachtcrew je länger je vehementer
mit baldigem Streik droht, lässt sich der Kapitän immer öfter aussetzen
und erledigt jeweils mind. eine Seite komplett alleine (unteres Tor
schliessen, dessen Schieber schliessen, oberes Tor Schieber öffnen, dann
Tor öffnen, nach Einfahrt des Schiffes Tor schliessen, Schieber
schliessen, am unteren Tor die Schieber, dann das Tor öffnen....)
Innerhalb von 2 Tagen nimmt der Oberarmumfang so zu, dass er nicht mehr
mit Hemd zum Nachtessen erscheinen kann. Erst ab dem kleinen Hafen kurz
vor Dijon klappt die Verständigung der Eclusiers untereinander, hier wird
man zuverlässig "weitergereicht".
Die 2-tägigen Strapazen lassen einen Ruhetag in Dijon
angezeigt erscheinen, am Dienstag der dritten Ferienwoche unternehmen wir
gar nichts. Das schöne warme Wetter verleitet wiederum zu einem
Frühstück auf dem Achterdeck. Aber noch bevor wir einen Biss frischer,
noch handwarmer Baguette mit frischer Butter und guter Konfitüre in die
Nähe der Kauorgane bringen können, ruft jemand vom Steg aus den Namen
unseres Schiffes. Leo Knecht, der angehende Obmann der Sektion
Aargau/Solothurn des Schleusenschifferclubs (SSK) ist eben eingetroffen
und hat beim ersten Landgang unser Schiff ausgemacht. Wir machen Platz am
Frühstückstisch und rapportieren uns dann gegenseitig die Erlebnisse der
letzten Wochen.
Am frühen Nachmittag geht unser Schiffsführer beim
direkt am Hafen gelegenen Gebäude der VNF, Subdivision Côte D'Or, vorbei
und reicht eine Beschwerde über das Verhalten des Eclusiers von No. 13
ein. Seine Angaben werden notiert und er darf seinen Namen und die Adresse
auf einen Zettel eines Notizblockes im A6-Format schreiben, worauf eine
Klärung der Angelegenheit und anschliessender Bescheid versprochen wird.
Man darf auf das Resultat gespannt sein. Abends dinieren wir mit Leo, er
bringt einen guten Roten mit, den wir zuletzt mit Williams ertränken und
es wird etwas später .....
In der Nacht auf Mittwoch schüttet es wolkenbruchartig,
der Einkauf von frischen Baguette und Croissants gelingt aber dann trocken
und als uns ein nebenan festgemachter Schiffer anfragt, ob wir ihn bis
nach St. Jean-de-Losne begleiten würden, sagen wir spontan zu und legen
noch vor dem Frückstück, genau um 9.30 ab.
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Die Schleusungen klappen
diesmal vorzüglich, meist werden wir frühzeitig als Talfahrer erkannt.
Wir fahren voraus, belegen als Erste. Der Franzose mit kleinem Boot mit
Aussenborder als Zweiter und zwar auf der Seite, wo der oder die
Schleuserin nicht stehen. Nach dem Festmachen dreht er das hintere Tor zu
und wir öffnen vorne mind. einen, oft sogar beide Schieber, dann nach dem
Absenken, auch das Tor. Mit einem kühnen Sprung landet unsere
Schleusenmannschaft danach jeweils wieder auf dem Achterdeck und wir
fahren meist schon aus, bevor der oder die Schleuserin seine/ihre Torseite
schon ganz offen hat. |
Mit dieser Methode schaffen wir die 30 km. Strecke
mit über 20 Schleusen (ohne Anrechnung der Mittagszeit) in ziemlich genau
6 1/2 Stunden Fahrzeit!
In St. Jean-de-Losne gebietet unsere Tankuhr einen
kurzen Halt am Tankschiff. Zum stolzen Preis von rund FFr. 6.20 bunkern
wir voll. Eine schnelle Berechnung ergibt einen Durchschnitts - Verbrauch von
gut 3.5 Lt. während der letzten 50 Betriebsstunden, damit kann offenbar
nicht nur der Motor sondern auch wir gut leben, es zeigt sich, dass
gemässigtes Fahren mit 9 - 10 km/h den Verbrauch in guten, engen Grenzen
hält. Dann fahren wir die Saône hinunter, Richtung Seurre. Inmitten der
Dérivation Pagny-Seurre, dort wo man sich offenbar mit einem Frachthafen
verkalkulierte, finden wir ein vermeintlich lauschiges Plätzchen für die
Nachtruhe. Wir sind ganz alleine hier und erst als sich die
Schiffersgattin nach FKK-Manier ab Badeleiter in die Fluten stürzen will,
stört ein MBF (Mietbootfahrer) unsere "Entdeckung". Und obwohl
es doch ein ziemlich grosses Becken ist, sucht er wohl unseren Schutz,
legt in unmittelbarer Nähe an. Bald wird ein Grill in der Natur aufgebaut
und kurz darauf riecht es auch anhaltend nach frischem Teer. Kulinarische
Tiefflieger?
|
| Am nächsten Morgen fahren wir zeitig
nach Seurre, werden, obwohl gerade erst eine Schleusung noch
ohne uns erfolgte (der Bordfunkter waltete zu spät seines Amtes,
d.h. er funkte zu spät) sobald die Schleuse wieder parat war,
exklusiv abgesenkt. Die Aufforderung während des Prozederes
Schwimmwesten zu tragen, haben wir noch nie gesehen. |
 |
Während die vordere Mannschaft in
schönem Orange herumstolziert, tun wir uns damit schwer. Und
tatsächlich besteht auch niemand darauf.
Die Wasserbunker - Stelle am
unteren Schleusenkopf existiert noch und wie bedienten uns hier mit
Frischwasser (allerdings ist für das Bunkern ein langer, eigener,
Schlauch notwendig). |
In Seurre angekommen amüsieren wir uns ob einigen
charternden Landsleuten; laut und wirr hallen verschiedenste teilweise
bekannte und einige selbst erfundene Kommandos in allen Dialekten
über das Hafenbecken. Während gewissen Manöver kommen "sie"
einem auch gefährlich nah! Wie zitierte Eberhard doch in Dole:"
Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Booten die gechartert
sind". Mittels Einkaufsbummel stellen wir fest, dass sich das hiesige
Angebot nicht verbesserte, im Gegenteil; der grosse Casino soll seit 3/4
Jahren nicht mehr existieren, eine Nachfolge sei nicht geplant.
|
| Im Laufe
des Mittags legen wir, nachdem wieder einmal ein kurzer Landregen das Deck
säuberte, ab und fahren in Begleitung von Leo Knecht gemütlich im Altarm der Saône nach
Lechâtelet.
Dort eingetroffen stellen wir fest, dass die Stege des Dorfes offenbar
nicht mehr besonders gewartet werden; was nicht mehr selber hält, wird
nicht repariert. Die Wassertiefe unter dem Kiel an den direkt von unten
anfahrbaren Stegen dürfte nach unserem Messgerät weniger als 1.5 M.
betragen und gegen die ausgediente Schleuse hin werden es wohl noch
weniger sein. |

|
Drei Restaurants haben wir vom Hafen aus erblickt, im
nächst gelegenen soll man wegen eines Defektes zur Zeit nicht kochen
können, das zweite schien vom "Fachpersonal" aus auch eher
indisponiert, also reservierten wir im Bar-Restaurant "Cascaro"
am "Bord de Saône" welches mit schön gelegener Terrasse wohl
schon Publikum anlocken könnte. An diesem Donnerstag Abend war aber im
Inneren alles frei und im Freien nur 2 Tische von essenden Gästen belegt
und die Wirtin selber schien zu bedienen. Die Bestellung geriet schon
harzig, unschwer bekamen wir mit, dass es ihr am liebsten gewesen wäre,
wenn wir alle, wenn wir sie schon durch unsere Anwesenheit versäumten,
mindestens dasselbe Menü genommen hätten. Mit dem bloss Fleisch- und
Zutatenwunsch des Schreibers und unserer Moses kam sie, obwohl wir aus der
Karte bestellten, nur schlecht zurecht. Der Koch offenbar auch, denn eines
der beiden Kalbsschnitzel mundete konsistenzmässig wie ein Gummischlauch
und das "A Point" bestellte aber noch blutige Entrecôte war so
durchzogen, dass der grösste Teil am Tellerrand sein Ende fand. Die
gourmetmässig am mutigsten auftretende Schiffersgattin, welche
tatsächlich ein Menü (für immerhin Ffr. 110.-) bestellt hatte, war von
der Schlichheit z.Bsp. der Position "Fromage", erstmalig auf
dieser Reise, auch erstaunt: Zwei sehr kleine Stückchen ganz normalen
Hartkäses hatten auf einem kleinen Tellerchen Platz gefunden .. . Fazit:
Wir möchten damit dieses Etablissement nicht werten, vielleicht,
wahrscheinlich aber nicht, würden wir den Wirtsleuten unrecht tun.
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Der Seitenarm der Saône
nach Le Chatelet ist was
für Geniesser; lasst Euch
mit der Fahrt Zeit, es lohnt
sich ! |

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Nach einem Wolkenbruch sonst aber ruhiger Nacht fahren
wir am Freitag morgen wieder über Seurre zurück und danach die Saône
hoch. Oberhalb St. Jean-de-Losne spielt das Wetter verrückt, wir touren
im Sonnenschein, sehen aber vor uns im Abstand von höchstens 100 Metern
eine Regenwand, die dort das Wasser richtig aufmischt und einige Mietboote
zum Anhalten ans Ufer treibt. Das Schlechtwetter zieht für Minuten in
gleichem Tempo wie wir weiter, bis es schliesslich, uns unbehelligt
lassend, abdreht. Bei der Schleuse vor der Stadt Auxonne, die entgegen den
Angaben in unserem Führer über Funkkanal 10 (nicht 20) erreichbar sein
soll, darf man sich nicht durch ein evtl. gesetztes Rotlicht irritieren
lassen; sie ist nämlich vor kurzem automatisiert worden und zur Bedienung
der Drehstange muss man bis in den Kanal vorziehen. Nach dem Schleusen und
einer viertel Stunde Fahrt finden wir noch einen freien Platz an den
Längsstegen und haben uns fest vorgenommen, bei diesem Halt auch einmal
das Bonaparte - Museum zu besichtigen. Tatsächlich sind wir sogar dafür
früh genug und besichtigen die nach unterschiedlichen Zeiten ausgestalteten 3 Ausstellungsräume. Geschichtlich vielleicht zu wenig
interessiert gibt der Schreiber allerdings bedeckt zu, dass ihm die
massive Holzbalken - Konstruktion des Dachstockes des Rundturmes mit gegen
16 Metern Durchmesser (ohne Mittelstütze!) am besten gefallen hat. Die
Abendruhe am Steg wird dann, wie meist, durch die rührigen
Wasserskizugboote etwas beeinträchtigt. Auf die Intervention einiger
französischer (!!) Bootseigner halten die V8-Flitzer dann schliesslich immerhin einen etwas grösseren seitlichen Abstand.
Am Samstag früh werden wir durch einen Gewitterzug
geweckt und als alle Fenster geschlossen sind hauen wir uns noch einmal
aufs Ohr. Als sich das Meteo dann innert Stunden aufklart, beschliessen wir
nach Pontalier aufzubrechen, da wir von Peter Rudolf von Rohr (SSK Obmann,
Sektion Basel), der soeben
in Auxonne eingetroffen ist, erfahren haben, dass dort dieses Wochenende
das grosse Zwiebelfest abgehalten werde. Tatsächlich haben wir auch dort
Glück und finden an der kurzen Mole einen passenden Platz. Wer Wert auf
Strom- und Wasserbezugs - Möglichkeit legt, kann dies im nahen kleinen Hafen auch
haben, er nimmt dort aber einige Geruchsimmissionen in Kauf. Das
Zwiebelfest, so finden wir bald heraus, findet erst Morgen statt.
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Sonntag früh um sieben Uhr ist
nicht nur alles in Ordnung, sondern auch dick eingenebelt,
man sieht nicht einmal auf die andere Kanalseite. Nach und nach reisst es
dann aber rassig auf und ein heisser Tag bannt sich an.
Rings um den Hafen
wird für das Fest das Areal abgeriegelt und Eintritt verlangt, anstelle einer Plakette
erhält man eine Packung "Maggi"- Zwiebelsuppe.
Viele u.E. nicht unbedingt mit
Zwiebeln im direkten Zusammenhang stehende Feststände (akustisch
auffällig waren v.a. Hundezwinger welche die verschiedensten Rassen
feilboten) werden aufgebaut und warten
auf Besucher. |
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Gerade noch rechtzeitig treffen auch Christian und Therese
Harder (beides SSK-Mitglieder unserer Sektion) mit ihrem Schiffs-Büsi ein. Um 11
Uhr wird das Fest offiziell eröffnet und gemeinsam besucht, ab 14 Uhr
finden Schälwettbewerbe statt. Überraschenderweise sieht man gar
niemanden heulen, obwohl glaublich der Rekord bei über 9 kg Zwiebeln (pro
Mann resp. Frau) innert
10 Minuten lag.
Vom Festgetümmel und einigen am Sonntagnachmittag
aufgetauchten Wasserbikern, die ihrem Hobby genau vis-a-vis der
Anlegestelle frönten, etwas überfordert, schlagen wir gegen 18 Uhr den
Rückweg Richtung Auxonne ein. Mehrere Anlegeversuche an Wiesenborden
führen nicht zum Erfolg, die Ufer sind einfach zu seicht. Unmittelbar vor
der Brücke von La Marche sur Saône finden wir dann ein steiles Ufer,
sammeln Holz, bringen ein Feuer zum brennen und Rumpsteaks in unserer
Jägerpfanne zu hervorragender Mundreife. Derweil baden einige
Jugendliche, springen von der Quaimauer und die mutigsten direkt von der
Strassenbrücke. Bald verstärkt sich das Heer, wir mutmassen, ob es sich
wohl um Fahrende handelt. Der Trupp spricht nicht miteinander, sondern
schreit sich nur noch an (arbeiten, so haben wir dies später gehört, wohl alle in der nahen
Sprengstofffabrik). Dies stört besonders, da unter der Brücke ein
ausgeprägtes Echo alles mehrfach wiederholt. Zwei Frauen,
verm. eine knapp volljährige Tochter mit ihrer Mutter, beide mehr voll als
schlank, schlendern mit einer Kinderschar von 5 - 6 Prachtsexemplaren und ihrem
Hund zu unserem Schiff, wollen erst wissen, ob wir es mit Diesel oder
Benzin betreiben, dann verlangen (nicht wünschen!) sie Eintritt, wollen es
besichtigen. Wir zeigen unseren Stolz meist ja gerne, aber wenn die
Interessenten, wie hier die verschlagen dreinschauende Mutter, schon einen
Vorschlaghammer in der Hand halten, sind wir (ohne hier etwas
rassistisches andeuten zu wollen) etwas skeptisch. Wir geben
vor, die "Wünsche" nicht zu verstehen, worauf die Schar dann
schliesslich wieder bis unter die Brücke abzieht.
Einer der
Halbwüchsigen wünscht mir noch "Vas dans l'eau" und spukt
vernehmlich ins Wasser. Als wir dann hören, dass sie über uns im "bateau"
diskutieren und werweisen, ob wir wohl die Nacht über hier bleiben,
werfen wir bald die Leinen los und fahren noch einige Kilometer weiter. Am
Bord einer Kuhweide finden wir am rechten Flussrand einen idyllischen
Platz, mangels Wassertiefe lassen wir den Bug auf den feinen Sand
auflaufen und belegen 4fach ans Ufer.
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Am Montag den 31.7. schiesst der Bordfotograf morgens
früh bei sich gerade auflösendem Nebel und durchdringenden
Sonnenstrahlen Superfotos einer gerade gemächlich und praktisch unhörbar
hinter uns flussaufwärts ziehenden Péniche. |
Der Anlegeplatz gefällt uns so gut, dass wir
nach einer beruhigend ausgefallenen Kontrolle der noch halbvollen
Wassertanks und des Kühlschrankes beschliessen, für heute hier zu
bleiben. Mangels frischen Brotes gibt es, sehr zur Freude von Katja und
dank weiser Voraussicht der Bordköchin, die eine entsprechende Pfanne
mitführt, "Crèpes on the Board of Saône" auf dem
Fondue-Rechaud. Wir
baden FKK und geniessen die Wärme, gegen Mittag erfrischt ein laues
Lüftchen. So sollten Ferien sein! Irgendwann findet unsere Moses auch heraus, weshalb wir hier ganz
unter uns sind: Am nächsten Zaun hängt
ein Schild mit dem Hinweis "Attention Taureau". Dank Dictionnaire
verstehen wir die Mitteilung, erspähen in der nahen Herde auch bald das
Prachtsexemplar.
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns fast etwas
wehmütig, nicht ohne den Platz so ungefähr in unsere Karte übertragen
zu haben. Christian H. hat uns diesbezüglich noch darauf hingewiesen,
dass, wer sich (wie wir) bisher noch nicht zur Anschaffung eines GPS
aufraffen konnte, ein solches Gerät hierfür ausgezeichnet gebrauchen
könnte, denn mit dem GPS ermittelte Koordinaten werden auf jeden Fall
wieder gefunden.
Wir fahren bis nach Auxonne zurück, wo wir einmal mehr
Peter auf seiner Bacchus treffen. Ein Zuruf und das schon begonnene Frühstück
auf dem Achterdeck wird mit ihm zusammen fortgesetzt. Nach gemeinsamem
Einkauf im "Casino" Einkaufscenter (öffnet Nachmittags erst um 14.30!) ca. 10
Minuten zu Fuss, probieren wir noch ein "Brugs", ein glaublich belgisches
Weissbier welches mit einer Zitronenscheibe serviert wird .... eine
willkommene Erfrischung an diesem heissen Tag! Als wir wieder im Hafen
eintreffen, hat eben die Besatzung von Elephant IV von Sepp und Yvonne
Walker,
festgemacht und wir tauschen Neuigkeiten aus. Dann starten wir die
Maschine und fahren Richtung St. Jean-de-Losne weiter. Nach einer Stunde
Fahrt belegen wir unter Bäumen und einer schon von dritter Seite
eingerichteten Feuerstelle an einem genügend steilen Ufer. Nach einem
erfrischenden Bad wird unser beinahe schon traditionelles 1.
August-aus-der-Ferne-Menü gerichtet: "Vitello Tonnato". Girlanden und
Tischkerzen stellen unseren Patriotismus klar heraus.
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Das von der Meteo für die Nacht versprochene Gewitter
verspätete sich, suchte uns erst am Mittwoch morgen heim und sorgte
einmal mehr für ein gründliche Reinigung des sich in diesen Ferien voll
amortisierten Regenkombis. Blitz und Donner legen nach Auskunft eines
VNF- Angestellten auch regelmässig Steuerungen von automatischen Schleusen
lahm. |
So auch das Exemplar bei der Einfahrt in Dole. Wir können den
Drehstab drehen und wenden, wie wir wollen, kein Licht verrät irgend
einen Arbeitsprozess. Wir müssen immerhin nicht lange warten, der Ausfall
ist intern bereits bemerkt worden und Abhilfe unterwegs. Nach der Ausfahrt
öffnen sich die überirdischen Schleusen und es schüttet richtig
unanständig als wir am langen Steg mit gesunder Querströmung anlegen
wollen. Unsere Ankunft blieb nicht unbemerkt, eine mit Abfallsack
bewaffnete Frau in vollem Regentenü lässt diesen unvermittelt im Stich,
winkt uns zu, lässt sich die Leinen werfen und hilft in strömendem Regen
beim Belegen. Erst jetzt erkennen wir Cony Lüscher von der
Calypso. Wir
freuen uns über das Wiedersehen mit ihr und Ruedi und helfen bald (eine
Hand wäscht ja bekanntlich die andere) bei der Vernichtung von deren
Rebensaftvorrat. Abends beschliessen Moses und der Schreiber einen
Überfall auf das vis-à-vis des Nicols-Steges festangelegte Pizza-Schiff,
welches offenbar die Betriebsferien nun hinter sich hat. Fazit: Hunger
konnte gestillt werden, der Genuss kam dabei aber etwas zu kurz.
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Am Donnerstag den 3.8. schlafen wir aus, haben einen
Ruhetag im Programm. Gegen den Mittag pilgern wir zur Notre-Dame
hoch, wo gerade einer (von drei wöchentlichen) Markttagen abgehalten
wird. |
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Ein Matratzenverkäufer verspricht beim Kauf Gratislieferung; der
würde wohl staunen, wenn wir ihm nach Vertragsabschluss unsere
Heimadresse nennen würden .... Abends, bei schwüler heisser Witterung
möchte unsere Bordköchin noch Fleisch für ein besonderes Menü
besorgen, das uns von der Boucherie in der Altstadt gezeigte Stück
gefällt aber nicht, wir zweifeln ernsthaft an dessen
Frischheit, also beschliessen
wir ennet der Brücke und des Doubs, das "Casino" Einkaufscenter
aufzusuchen. Drohend ballen sich über uns nicht nur graue, sondern fast
schwarze Gewitterwolken zusammen. Ein greller Blitz und ein fast
augenblicklich danach vernehmbarer gewaltiger Donner lassen Einhalt
gebieten, direkt über uns muss ein gewaltiger Konflikt im Gange sein. Wir
suchen, nicht zuletzt wegen der sicher wasserscheuen Videokamera, einen
Unterstand, aber nichts geschieht. Schliesslich gehen wir rund 10 Minuten
unbehelligt und finden das Center. Als wir durch das riesige Entrée
schreiten, geht es los. Einen Moment zweifeln wir, ob das Industriedach
den lauthals niederprasselnden Wassermassen gewachsen ist. Ein Blick nach
draussen zeigt, dass der Niederschlag so üppig fiel, dass die Schächte
ihn vorübergehend nicht fassen können. Wir rätseln, ob wir an Bord wohl
alle Scheiben geschlossen haben ....., wer war für die Schlusskontrolle
zuständig?
Nach einigen Minuten geht der Niederschlag in
gewöhnlichen Regen über und eine halbe Stunde später können wir mit
unseren Einkäufen bei schon wieder strahlendem Sonnenschein und doppelten
Regenbogen den Heimweg antreten. Unterwegs erklärt uns eine ältere Frau,
weshalb so viel uniformierte Polizei auffalle, jugendliche
"Ausländer" sollen nun schon vermehrt Schiffe im Port
aufgebrochen und danach Feuer gelegt haben ..... Im Hafen angekommen
stellen wir erleichtert fest, dass alle Fenster wirklich zu waren und
damit keine Feuerwehr, weder für eine Löschung noch für eine
Trockenlegung unseres Schiffes, aufgeboten werden muss.
Am Freitag morgen bewundern wir einen stahlblauen
Himmel, der erst dann wieder grauen Regenwolken Platz macht, als auch der
Schreiber einen letzten Landgang unternehmen will. Die Schiffersgattin hat
in der Weinhandlung am Quai in der Altstadt noch einen sehr süffigen
Rosé ausgemacht, von dem wir noch einer kundigen Prüfung anlässlich
eines Mittagsapéros vor der Abfahrt schnell noch 2 weitere Kartons
abholen.
Nach einem kräftigen Regenguss legen wir ab und brechen zur
Bewältigung der 2 Schleusen auf, die uns von nächsten Tagesziel trennen.
Beim passieren der ersten Schleuse werden wir informiert, dass wir "dans
une quart heure" auf eine Péniche treffen werden. Tatsächlich
müssen wir vor der zweiten Ecluse dann warten bis diese endlich auch dort
eintrifft und sich absenken lässt. Nach der Ausfahrt aus der Schleuse
bleibt der Pénichenskipper, der Langholz bis obenhin geladen hat,
ziemlich genau in der Kanalmitte, trifft praktisch keine Anstalten um
auszuweichen, schiebt sich uns langsam aber stetig frontal entgegen. Mit
kleinstmöglichem Gas treiben wir ihm entgegen, er weicht aber noch immer
nicht aus .... Der Kapitän erinnert sich bruchstückhaft an den
spannenden Fernsehfilm "Lohn der Angst". Da der Pénichenfahrer
nicht weichen will, tun wir dies, und zwar noch mehr als sonst, das heisst,
weder links noch rechts blieben wesentlich mehr als ein guter Meter Platz
und gerade als uns der Bug der Péniche anziehen wollte, spendierten auch
wir unserem Dieselmotor eine Extraration Sprit. Der Schweiss stand nach
dem gerade noch gut gegangenen Begegnungsmanöver auf der Stirn; das war
knapp. Am rechten Kanalufer waren deutlich grosse Steine auszumachen.
Der Eclusier in der nächsten Schleuse bestätigt,
was
wir gerade ungläubig miterlebten; diese Berufsschiffe seien so schwer
beladen, dass deren Führer der Meinung wären die Kanalmitte nicht verlassen
zu können. "Begegnungen" würden öfters traumatisch ausgehen. Heute morgen hätte er einen
Mietbootfahrer vor einem Treffen gewarnt, den Fahrer gebeten, er solle am
Ort XY ausstellen und warten. Der Fahrer hätte dies nicht getan, die
unvermeidliche Kollision in der engen Stelle hätte eine Rapportierung
durch die Polizei in Besançon erforderlich gemacht .....
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Im Laufe des Mittags treffen wir
in Rochefort-sur- Nenon ein, erklimmen die Anhöhe oberhalb des
Steges und schiessen Erinnerungs - Fotos. Abends geniessen wir unserem Tisch-Grill mit den bekannt guten
Saucen der Smutje. |

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Samstag legen wir zeitig ab und kommen einmal mehr um
Regenschauer nicht herum. Erst gegen 18 Uhr treffen wir in Besançon ein.
Nachdem der Wasserstand seit unserer letzten Durchfahrt wieder ziemlich
sank, getrauen wir uns nicht zu einer neuerlichen Stadtumrundung sondern
gebrauchen das Tunnel. Wir haben Glück und finden gerade noch einen Platz
im Hafen St. Paul.
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| Tags darauf beschliessen wir einen neuerlichen
Besuch der Zitadelle. Diesmal bei schönem und heissen Wetter. Um uns
nicht schon beim Aufstieg zu verausgaben, nehmen wir den Gratisbus, der
ab
der Haltestelle "Mairie" vom Hafen aus in weniger als 10 Minuten
zu Fuss gut erreichbar ist. |
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Oben angekommen stellen wir einmal
mehr fest, dass dieser
prächtige Bau jedes Mal fasziniert.
Der Rundgang auf den Zinnen und die
Superaussicht von dort oben jedes Mal zu den eindrücklichsten
Ferienerlebnissen zählen. |
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Die letzte Ferienwoche ist leider nun unwiderruflich
angebrochen. Montag früh kaufen wir in der "Galerie Laffayette" nochmals
Vorräte für die nächsten Tage und legen dann kurz vor 10 Uhr ab. Die
aufkeimende Freude, dass gerade jemand die Schleuse öffnet und wir
praktisch mühelos mitrutschen können, zerschlägt sich rasch, Konvois
für die nur rund 25 M. lange Schleuse (!) haben sich schon
gebildet, an ein Durchkommen zu Dritt ist also nicht zu denken. Wir
beginnen also unser Frühstück und warten noch etwas zu. Die Strecke bis
nach Clerval führt zum grössten Teil über den Doubs und bisher hatten
wir beim "Aufstieg" zu diesem Etappenziel nie schönes Wetter,
heute gefällt uns die Witterung, blauer Himmel mit einigen Kumuluswolken
und ein stetiger Wind der stauende Hitze verhindert. Obwohl wir unterwegs
kaum Verkehr ausmachen, muss man vor den manuell bedienten Schleusen oft
warten, bis dann teils verschlafen wirkende junge Gestalten (jawohl
öfters nicht nur eine) aus den
kleinen Holzhäuschen heraus auftauchen. Und sie beeilen sich auch dann
nicht, wenn sie einem im Unterwasser kreuzen sehen, und etwa nur weil ein
steifer Rückenwind
bläst und man vor der Einfahrt nicht belegen kann .....
Gerne würden wir auch in Baumes-les-Dames wieder einmal
rasten, aber die Anmachverhältnisse haben sich, obwohl eine VNF-Station
direkt neben dem dafür bestimmten Ufer vorhanden ist, in den letzten
Jahren nicht verbessert.
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Der weitere Weg zieht sich und da noch eine
automatische Schleuse streikt (o.k. der Schiffsführer hat, von der
anspruchsvollen Technik der "Telecommand" hoffnungslos
überfordert, den falschen der zwei vorhandenen Knöpfe gedrückt) muss
diese von der technisch versierten Co-Steuerfrau erst mühsam wieder zur
Kooperation überredet werden. Lange sind wir deshalb nicht sicher, ob wir
es überhaupt noch bis nach Clerval schaffen. |
Um 19.25 passieren wir dann aber
die letzte Schleuse und finden tatsächlich noch einen leeren Anlegeplatz.
Auf den einstigen Rat eines Kollegen begaben wir uns dann leichten Fusses ins
Restaurant "Au bonne Auberge" (ab dem Hafen über die Brücke,
dann links) und speisen gediegen zu Abend. Einer der Desserts, nämlich
die Tarte à l'apricot kam besonders gut an. Wir vergeben dem
Etablissement 5 "Möndchen" auf der nach oben offenen
Moonlight-Skala. Als wir wieder "nach Hause" zurückkehren
wollen, ist der ganze Steg von Stühlen und einem grossen Tisch verstellt.
Ein Trupp spanischer Mietbootfahrer hält daselbst eine Fiesta ab und man
wünscht uns beim passieren "Bon Nuit".
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| Es mag schon sein, das es in
Clerval, wo der
Strassen- und vor allem auch Zugslärm bald einmal eine Fiesta übertönen
kann, nicht jeden Morgen neblig ist, aber wir treffen ihn, wie bei jeder
Durchfahrt, auch an diesem Dienstag früh an. Die ersten Kilometer fahren
wir deshalb noch ganz sachte und natürlich mit Navigationslicht (unsere
für die Sicherheit zuständige Bordingenieurin hat darauf bestanden) bis
es gegen 10 Uhr aufklart und dann auch schnell üppig warm wird. |
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In
Isle-sur-le-Doubs hat der "SuperU" nun auch über Mittag geöffnet und die
günstigen Dieseltreibstoff (Kurs am 8.8. Ffr. 5.17) verkaufende, aber nicht mit
einem Kreditkarten- Automaten ausgerüstete Tankstelle ist ebenfalls
durchgehend bedient. Also schlägt die ganze Familie zu, die Frauen
bunkern Lebensmittel, der Herr 240 Lt. Diesel (in 20 Lt. Bidons handlich
zu tragen). Nach dem Lunch neben dem Dieseleinfüllschlauch fahren wir
weiter und treffen ohne weitere Vorkommnisse um 17.30 in Montbéliard ein.
Die Nötigung an der letzten Schleuse eine Abfahrtszeit für den nächsten
Morgen zu nennen, verfängt nicht, wir beschliessen uns auszuruhen, Morgen
fahren wir nicht!
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Am Mittwoch Morgen wird der Nebel bald abgelöst und es
ist schon gegen 10 Uhr ungewohnt warm. Nach dem Ausschlafen melden sich
2/3 der Crew für einen spontanen Landgang und haben Glück, sie finden
einen Bäcker der keine August-Schliessung in seinem Schaufenster
verkündet.
Nach dem Mittags-Einkaufsbummel besuchen wir via dem
schattigen Park die City und nach der Rückkehr wird im Hafenbecken
gebadet.
Es bleibt diesmal bis zum Abend heiss und kein Gewitter setzt
dieser Ausnahmeerscheinung ein abruptes Ende. Rechtzeitig vor 17 Uhr
schicken wir noch einen Abgesandten unserer Crew zum am Hafen gelegenen VNF-Stützpunkt und
begehren für den nächsten Tag frühestmöglich starten zu dürfen.
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Der Schlaf diese Nacht fällt nicht leicht, es ist bis
nach Mitternacht schwül und heiss und mehr als eine Stechmücke hat sich
in unsere Gemächer verirrt, da wir im Umgang mit dem Moskitonetz etwas
nachlässig geworden sind. Dank Videolampe gelingt aber nach einiger Zeit
eine totale Säuberung des Luftraumes und es reicht doch noch für eine
Mütze voller Träume.
Pünktlich um halb Neun finden wir uns am Donnerstag Morgen bei strahlend blauem Himmel und schon sehr angenehmer Temperatur
vor der Schleuse No. 14 ein.
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| Den Aufstieg bis Montreux Chateau schaffen
wir dank gut eingespielten und auch präsenten Schleusenteams bis zum
Mittag. Unter der Baumallee in der Scheitelhaltung finden wir einen
schönen Platz an einer Larsenwand, die im oberen Teil der einzelnen
Elemente noch durchgängige und nicht hinterfüllte Löcher besitzt, so
dass wir dort belegen und nicht die Mittagsruhe mit lauten Hammerschlägen
auf Heringe stören mussten. |
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Nach dem Verzehr eines feinen Kartoffelsalats mit kaltem
Trutenbraten, den unsere 5 Sternköchin aus der Pantry zauberte, legen wir
etwas widerwillig von diesem lauschigen Plätzchen los und versprechen
uns, einmal mehr, dass wir uns für die Scheitelhaltung das nächste Mal
mehr Zeit nehmen werden. In der langen Geraden vor Schleuse 2 knallt dann
etwas gegen den Boden und prompt werden wir bei der Schleuse gefragt, ob
wir bei der Passage des letzten Kilometers auch "etwas" gespürt
hätten, ein anderes Schiff hätte schon Vorkommnisse angezeigt. Wir sind
uns einig, dass es nichts gravierendes gewesen sein kann, vielleicht ein Stück
Holz sein Unwesen treibt.
Auch nach der Scheitelhaltung bekommen wir ein
Superteam zugeteilt, so dass wir schon gegen 16.30 Uhr in den sicheren
Hafen von Dannemarie einlaufen, wo uns prompt und zuverlässig (wie immer)
die tatkräftige Hafenmeisterin Anne-Marie Stephan-Meyer
(für
Voranmeldungen Tel. 0389 072079, Natel 0680 73 67 10) empfängt und uns
beim Belegen hilft. Da sie bei der Hinfahrt unsere Einladung auf einen
Apéro ablehnte, leistet sie uns nun heute angenehme Gesellschaft und
hilft bei Verköstigung von Kir Royal.
Von Steg zu Steg sichten wir dann wie das SSK
Vorstandsmitglied Fredi Kradolfer seine Anaïs pflegt und hütet und
erhalten so, als Anne diensteifrig wieder ihren Pflichten nachgeht,
mittels Vermittlung unserer als Botin eingesetzten Moses, mit fliegendem
Wechsel einen ebenfalls unterhaltsamen Nachfolger. Auch er gibt sich
verdankenswerterweise Mühe, dass wir unsere Kir's nicht alleine trinken
müssen. Und als auch er uns schliesslich nach 2 Stunden wegen eines
anderen Termines schmählich im Stich lässt (wir hätten bestimmt noch
viele guten Tips erhalten),
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stehen schon 3 Holländer auf unserem Steg,
die (resp. deren Schiff "Najade") wir seit Dole immer wieder
einmal gesehen haben, aber, da dessen Eigner nie in einem Hafen
übernachten wollten, wir noch nicht zu einem gemeinsamen Apéro
überreden konnten.
Ko, Hennie und Sohn Jos leisten uns dafür heute nun
aber bis weit nach dem Eindunkeln Gesellschaft. Wir beschnaken gemeinsame
Reisepläne und ziehen über das ungünstige Pensionierungssystem (hüben
wie drüben muss man erst viel zu lange arbeiten, bis man sich ausruhen
darf; umgekehrt wäre es doch viel angenehmer) her. |
Dann schliesst sich
eine zweite heisse Nacht an. Leider haben wir auch diesmal höchst
ungebetene Gäste, die erst vom Schreiber ablassen, als er sich einmal in
der Antimücken-Lösung suhlt. Danach suchten dann aber nicht nur die
Moskitos das Weite, auch die Schiffersgattin kümmerte sich bald
ausserhalb der Achterkabine um einen Platz an der "frischen
Luft".
Der drittletzte Ferientag präsentiert sich auch noch
einmal von der besten Seite: Kein Nebel, warm, blauer Himmel. Wir
verabschieden uns früh von Anne und packen im Konvoi mit einem
Elsässer-Paar auf der "Poseidon" die letzten 2 Dutzend
Schleusen, die uns noch von Mulhouse trennen. Die Schleusenmannschaft
wurde frühzeitig informiert, dass wir gerne über Mittag im Restaurant
Scherrer Ausstand nehmen würden. Nicht nur, dass man dagegen überhaupt
keinen Einwand erhob, man anerbot sogar, die Platzreservierung für uns
telefonisch durchzugeben. Wir danken dem Eclusier Christian im Nachhinein
nochmals sehr für diese nette Geste. Es klappte vorzüglich, um 12 Uhr
war für uns ein Tisch reserviert und wir speisten ein weiteres Mal zu
unserer Zufriedenheit.
Während des Essens gewahren wir, wie im Abstand von 20
Minuten zwei mit Holz schwer beladene Pénichen langsam "bergwärts"
ziehen. Wir denken uns nichts böses, da wir ja unser Schiff keine 30
Meter vor der Schleuse an einem Ring belegt resp. mit einem Hering
verankert haben. Nach dem guten Mahl gehen wir zum Schiff zurück und
stellen nun erstaunt fest, dass der tief eingeschlagene Pflock, mit dem
das Heck zurückgebunden wurde, lose in der Wiese liegt; einfach so
herausgezogen; gut herrscht hier nicht mehr Verkehr! Zum vorausgesagten
Zeitpunkt trifft dann noch eine weitere Yacht ein, die mit uns talwärts
geschleust werden soll und wir legen die Strecke nach Mulhouse ohne
Wartezeiten mit einem tüchtigen Eclusier-Team in Rekordzeit zurück. Dies
schätzt man besonders wenn es so brütend heiss ist wie heute! Vielen
Dank an die Mannschaft von Christian, Ihr seid die Besten!
Der hohen Temperaturen wegen und als wir im vorbeifahren
im Vieux Port in Mulhouse auch noch keine bekannten oder befreundeten
Skipperteams sichten, beschliessen wir nicht anzulegen, sondern
durchzufahren und lassen uns auch noch für die Schleusung von No. 41
vorsehen. Der Schleusier fragt uns wieder aus, woher wir kommen, wohin wir
wollen und ob er unsere Vignette sehen dürfte. Auch er ist mit dem
Hinweis, dass wir bereits mehrfach erfasst wurden und in seinem Buch
vorhanden sein sollten, nicht zufrieden, besteht auf eigenen Aufnahmen;
hoffentlich wird dies hier im Zeitalter der auch bei der VNF überall
herumstehenden Computer nicht zur Routine!
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| Einige Kilometer weiter,
beim einzig möglichen Anmachplatz zwischen Mulhouse und Niffer,
beim Peugeot-Frachtumschlag (jawohl dort wo vor kurzem und
deutlich sichtbar ein Parkverbotsschild aufgestellt wurde),
belegen wir an einem der verführerisch lockenden, fest im Boden
verankerten Ringe und gehen baden. Nach der kühlen Wohltat sieht
man wieder etwas kritischer durch die Brillengläser und der für
die Sauberkeit des Rumpfes Zuständige stellte fest, dass unsere
Wasserlinie kaum noch zu sehen ist, die ganze untere Bordwand ist
mit einem fettigen, schmutzigen Film überzogen. So können wir
unmöglich in unseren Heimathafen einlaufen. Die Nacht über laufen
die Hirnzellen warm, ein Floss müsste man haben ..... |
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Beim Morgenessen am Samstag, dem 2. letzten Ferientag
streift das Auge dann das meist nutzlos an der Reling montierte
Gangboard-Brett und die in seiner Nähe baumelnden Fender. Flugs werden 5
Stück abgehängt und mittels Festmach-Seilen 2 davon je links und rechts
und einer in der Mitte straff am Brett festgebunden. Das Gefährt wird
danach zu Wasser gelassen und besteht seine Feuertaufe auf Anhieb. Man
kann zwar darauf mangels genügendem Gleichgewichtssinn nicht auf und ab
gehen, aber um knapp über der Wasseroberfläche sitzend während einigen
Stunden den Rumpf auf Hochglanz zu putzen, reichte es spielend. Kurz vor
dem totalen Muskelkater registrierte unser Putzer erleichtert das
Eintreffen von Heinz und einem seiner Kollegen, die mit "Day Dream" ab Kembs
einen Ausflug hierhin unternahmen. Die Bürste konnte nun beruhigt gegen
ein Glas Rosé getauscht werden und wir wurden unseren Erlebnisbericht
schon das erste Mal los. Gegen Abend legten wir dann gemeinsam ab und
fuhren nach Kembs. Einmal mehr sind nun wunderschöne Ferien zu Ende.
Aber
warum grämen, in 47 Wochen geht es schon wieder auf den nächsten grossen Törn
..... !
Technische Daten:
In 5 Wochen haben wir knapp 800 Km. Kanal- und Flussweg
hinter uns gebracht und dabei um die 462 Schleusen bezwungen. Die
Betriebsstundenanzeige notierte eine Zunahme von ca. 137 Std. und der 200
PS Motor genehmigte sich dabei rund 500 Lt. Diesel, was einem
Stundendurchschnitt von deutlich weniger als 4 Litern entspricht; gute
Leistung, danke Volvo!
Der
Artikel erschien in den L'ancre de Kembs Ausgaben Sept. 2000 bis und mit
März 2001
Ó
F. Engeler, Zufikon, 23.8.2000
zurück
Aufruf:
Wenn Ihr eure Reisen auch zusammenfasst, schickt uns doch eine
Kostprobe!
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