

Ein Schlag für den Bostalsee....
Rund um den Bostalsee gab’s viel Musik...

Ein Schlag , ein Seefest, ein Super-Sommer....
Gut lachen hatten die Seefest-Offiziellen. Der Fassanstich gelang problemlos und der Super-Sommer zieht viele Besucher an den See. Es freuten sich, von links: Moderator Eberhard Schilling, Landrat Franz-Josef Schumann, Herbert Berné vom Sponsor Karlsberg und Buergermeister Heribert Gisch. Fotos: A T B

Schillernder Pop und vertraeumter Blues...
So praesentierten sich die Band “San Salvador” an der Surferbasis in Gonnesweiler. Und hier wurde das demonstriert, was die Seefestbesucher mit viel Beifall honorierten: Liebe zum Instrument, die erstklassig dargeboten wurde. Zum Ende des Seefestes gab’s am Sonntagabend ein Feuerwerk.

In der Hitze der Nacht...
Den Abschluss des Programms im Festzelt am Musikpavillion bildete die Band “New Generation”. Die 20-koepfige Kombo heizte dem Publikum maechtig ein und sorgte so fuer eine wirkliche hitzige Nacht.
Mackie Messer auf dem Staudamm...
Leisere, aber nicht weniger engagierte Klaenge gab’s auf dem Staudamm. Daniela Roessler sang mit zwei Kollegen Musical-Melodien. Da war es kein Wunder, dass MACKIE MESSER aus BERTHOLD BRECHTS Dreigroschenober auf dem Staudamm aufkreuzte.

Bosen (be). Waehrend man auf anderen Gebieten nichts so sehr fuerchtet, wie die so genannte "Dunkelziffer", duerften die Veranstalter des dritten Seefestes am Bostalsee gerade mit ihr in Bezug auf die Besucherzahlen ihre helle Freude haben. Denn - bei Licht besehen - hatten sich am Samstagnachmittag zur offiziellen Eroeffnung des Grossereignisses, das der Landkreis und die Gemeinde Nohfelden auf die Beine stellten, nur sehr wenige Besucher auf dem Hauptfestplatz bei der Seeverwaltung eingefunden. Das Thermometer zeigte um die 38 Grad Celsius und da gab es um diese Zeit wohl angenehmere Aufenthaltsorte, als ein aufgeheiztes Festzelt. Nach Sonnenuntergang, als dann die berechtigte Hoffnung bestand, dass sich die Temperatur irgendwann in den ertraeglicheren Bereich bewegt, stroemten die Besucher zu den Veranstaltungsorten Festzelt, Staudamm, Surferbasis und Bosener Muehle. Dort warteten nicht nur vielfaeltige Buehnenprogramme auf die Gaeste, sondern vor allem auch die Vereine aus den Anliegerortschaften des Bostalsees, die es bei ihrem Angebot an Speisen und Getraenken an nichts fehlen lassen wollten.
Dass sich solch ein Fest in der Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinde Nohfelden eben wirklich nur durch die Mitarbeit zahlreicher freiwilliger Helfer aus den oertlichen Vereinen erfolgreich durchfuehren laesst, betonte zum Fassanstich Landrat Franz Josef Schumann. Jetzt, im dritten Jahr, habe man darin schon einige UEbung und das Seefest sei inzwischen eine etablierte Einrichtung. Auch wenn "das Wetter diesmal schon ein wenig zu gut ist", wie der Landrat angesichts zunaechst fehlender Besucherzahlen einsichtig bemerkte. Dafuer klappte im Anschluss - auch ohne grosses Publikum - der von Schumann und Nohfeldens Buerger- meister Heribert Gisch gemeinsam vorgenommene Fassanstich auf Anhieb. Nach einem zerborstenen Zapfhahn zur Premiere und einem unbaendig ueberschaeumendem Fass in der zweiten Auflage diesmal also ein Erfolgserlebnis. Ob da im Anschluss angesichts des geglueckten "Schusses" die "Wilhelm-Tell-Ouvertuere" des musi- kalisch hervorragend begleitenden Musikvereins Braunshausen rein zufaellig war ?
Auf einen Erfolg aus ist auch die Saarland OEffentlichkeitsarbeit bei der Durch- fuehrung des Saarlandtages am 6. und 7. September in St.Wendel. Um den moeglichen Gaesten schon jetzt die Schoenheiten des St.Wendeler Landes nahe zu bringen, gab es im Rahmen des Seefestes eine gefuehrte Radwanderung, an der trotz der grossen Hitze und zugehoeriger Ozonwarnungen der Wetterdienste annaehernd 100 Radler teilnahmen. Dabei waren die Biker nicht die einzigen, die an diesem heissen Seefestnachmittag in Bewegung waren. Um den See unterwegs war auch die Nohfelder Volkstanzgruppe "La Volte", die einen historischen Hochzeitszug aus dem 18./19. Jahrhundert darstellte. Eine, von der vorwiegende in schwarzem Tuch gehaltenen Tracht her, ziemlich
zugeknoepfte Angelegenheit, der die leichtbekleideten Zuschauer allein schon wegen der physischen Leistung angesichts der Gluthitze mit Hochachtung begegneten.
Da hatten es die musikalischen Vertreter spaeterer Jahrhunderte allerdings auch nicht besser: Die "Steamrollers" und die "Roll-Abouts" waren als "Anheizer" fuer das weitere Abendprogramm im Festzelt gedacht. Oldies aus den 50er bis in die 70er Jahre erklangen und weil auch diese Zeit, im Gegensatz zur Gegenwart, auf der Buehne keine Nabelschau zuliess, schwitzten sich die "Anheizer" in braven Verkleidungen aus dieser Zeit durchs Programm. Lockerer wurde die Kleidung dann erst mit dem Auftritt der "New Generation", die sich der Popmusik in klassischen Toenen verschrieben hat. Waehrend dessen gab es auf der Staumauer auf der Gonnesweiler Seeseite "Musical on Tour", bei dem zwei Saengerinnen und ein Saenger einen Querschnitt aus Musicals, Operetten und anderen Musikstuecken des vergangenen Jahrhunderts darboten. Unter vielen anderen Songs war darunter auch das Lied der "Seeraeuber-Jenny" aus der "Dreigroschenoper" von Brecht/Weil. Ein stimmiges Stueck zum Sonnenuntergang am Bostalsee. Vielleicht mit dem Unterschied, dass dort kein "Schiff mit acht Segeln und mit 50 Kanonen" unterwegs war. Hoechstens ein Solarschiff, das auch noch bei Mondschein fuhr. Und "Seeraeuber" waren auch keine in Sicht. Im Gegenteil: Werner Veit, geschaeftsfuehrender Beamter bei der Gemeinde Nohfelden und unter anderem zustaendig fuer die Besetzung der Kassen, rechnete vor: "Normale Parkgebuehr am See sind zwei Euro, dazu noch einmal zwei Euro fuers Strandbad. An diesem Wochenende gibt es Parken, Strandbad und ein Superprogramm fuer drei Euro. Das haben inzwischen auch die meisten eingesehen und es gab bisher kaum Beschwerden."
Quelle SZ 11.08.03