


Bunte Segel... Insgesamt 49 Regatta-Surfer segelten am Pfingstwochenende auf dem Bostalsee um Wettbewerbs-Punkte und die Saarlandmeisterschaft. Die Wetterbedingungen waren für die Teilnehmer nicht immer ideal, dafür hatten sie aber am Badestrand in der Eckelhauser Bucht bei den Wettfahrten viele interessierte Zuschauer. FOTO: ATB
Nohfelden. Um Mittag schallte ein Schuss über den Bostalsee. Endlich war es soweit. Die Regatta auf dem Bostalsee am Pfingstmontag konnte beginnen. Zum ersten Mal fand der deutsche Lauf zum North Sea Cup auf einem Binnensee statt. Daneben ging es beim 12. Saar-Raceboard-Cup um Punkte in der Surf-Bundesliga Süd und nicht zuletzt um den Titel des Saarlandmeisters.
Die Sonne stand hoch am Himmel und spiegelte sich auf den flachen Wellen des Bostalsees, als die 49 Regatta-Surfer die erste Wettfahrt in Angriff nahmen. Vom Start weg konnten sich einzelne Windsurfer vom Feld absetzen. Wenn der Wind mal etwas blies, gewannen sie auch richtig Tempo.
Das hat es am Bostalsee noch nie gegeben: Surfer kämpften am Pfingsstsonntag auf dem Binnengewässer nicht nur um saarländische Meriten, sondern auch um Punkte im interna- tionalen North Sea Cup.
Kurze Zeit später schienen sie aber fast auf dem See zu stehen. Dann wendeten die Surfer die Segel hin und her, um einen Hauch Wind einzufangen. "Es herrschen schwierige Bedingungen", befand einer der Teilnehmer, der Franzose Mathieu Pauwels. Die Winde drehten andauernd. Beim Kreuzen an den Wende-Tonnen spielten sich spannende Positionskämpfe ab. Wer schnell die Richtung wechselte und die richtige Böe erwischte, konnte auf der folgenden Geraden Geschwindigkeiten bis 30 Kilometer in der Stunde erreichen. Eine Kette von bunten Segeln fegte dann über den Bostalsee - ein Anblick, an dem sich auch die Sonnenhungrigen an den proppenvollen Badestränden erfreuten.
Nachdem die erste Wettfahrt beendet war, kamen die Surfer zurück zur Regatta-Basis in der Eckelhauser Bucht. Zum Mittagessen verdrückten sie Bananen oder Joghurt. Sobald der Wettfahrtleiter Manfred Behrendt das Signal zur zweiten Wettfahrt gab, fuhren die Windsurfer wieder hinaus auf den See. An der Startlinie, die ein Boot und eine Tonne markierten, nahmen sie Aufstellung. Doch der zweite Wertungslauf begann für die Sportler mit Brett und Segel mit einem Geduldspiel, weil die Starttonne unversehens abtrieb. Und als das Surferfeld endlich losfahren konnte, schoben sich immer mehr dunkle Wolken über den Bostalsee. Von einem Badestrand drang eine Lautsprecher-Durchsage herüber: "Es ist ein Gewitter im Anmarsch." Der Wetterumschwung hatte aber auch sein Gutes. Denn der Wind frischte merklich auf und ließ die Surfbretter schneller über den See gleiten. Derweil grollten die Donner drohend über dem Wasser. Als schließlich ein heftiger Gewitterregen niederging, war die zweite Wettfahrt zum Glück schon beendet. Relativ schnell hellte es danach auf, und die Sonne kam wieder heraus. Allerdings war an ein weiteres Rennen nicht mehr zu denken.
Die beiden Wettfahrten waren aber ausreichend, um die Regatta auf dem Bostalsee für die Wettbewerbe zu werten. Dominierender Surfer war Moritz Martin, einer der besten deutschen Windsurfer, der sich berechtigte Hoffnungen auf einen Start bei den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Athen machen darf. Der 20-Jährige wurde Saarlandmeister und holte mit seiner Mannschaft vom WSN Calw auch den Regatta-Sieg in der ersten Surf-Bundesliga Süd. Die Mannschaft des WSC Saar belegte den vierten Platz. Erster der North Sea Cup-Regatta wurde der Franzose Sebastien Meignan
Quelle SZ 11.06.03