Buchwald Nohfelden

Mächtige Buche... Buchen sind das Markenzeichen des Buchwaldes in Nohfelden. Ihr Holz wurden in längst vergangenen Zeiten geschlagen und in Meilern zu Holzkohle verarbeitet. Diese wiederum diente zur Eisengewinnung. Noch heute finden sich Spuren der Vergangenheit. Diese lassen sich beim Rundgang über den neUen Weg entdecken. Foto: Funk

Groß und alt... Mächtige Baumriesen stehen im Buchwald in Nohfelden. Dabei handelt es sich hier nicht um Buchen, die dem Wald seinen Namen gegeben haben, sondern um riesige Lärchen. Die größte ist mehr als 50 Meter hoch. Foto: Funk

Er zählt zu den Naturschönheiten des Saarlandes, der Buchwald in Nohfelden. Jetzt führt ein neu angelegter Rundwanderweg zu den Sehenswürdigkeiten dieses Waldes. Am Sonntag wird dieser vorgestellt.

Nohfelden. Der Buchwald in Nohfelden ist eine ganz besondere Naturschönheit im nördlichen Saarland. Jetzt erschließt ein neu ausgewiesener Rundwanderweg die schönsten Ecken des Waldes. Am Sonntag, 15. Juni, wird mit einer kleinen Wandertour der etwa acht Kilometer lange Rundwanderweg Buchwald der Öffentlichkeit vorgestellt. Los geht es um zehn Uhr an der Buchwaldhalle. Insbesondere sind nach Angaben des Saarforst- Regionalbetriebes Nord die Bewohner der fünf Anrainer-Dörfer des Buchwaldes eingeladen: Nohfelden, Wolfersweiler, Mosberg- Richweiler, Walhausen und Türkismühle. Für jedes Dorf gibt es auf diesem Weg einen Treffpunkt mit einer Zeitangabe, so dass sich jeder zu Fuß in die Rundwanderung eingliedern kann.
Diese endet gegen 12.30 Uhr an der Hütte am

Schwarzen Weiher, wo ein "Waldschmaus" kredenzt wird. Der Wanderweg wurde konzipiert von dem Arbeitskreis der Lokalen Agenda 21 "Vereins AGs" in Absprache mit dem Saarforst, der Gemeinde Nohfelden und dem Saarwaldverein Nohfelden. Der Rundweg berührt alle Sehenswürdigkeiten des Buchwaldes, ob es die alten Lärchen oder die größte Douglasie Südwestdeutschlands am Pflanzgarten ist, der Schaumeiler auf der Walhauser Seite, die stolzen Buchenaltbestände am Schmeiers Pfad bei Türkismühle oder der Schwarze Weiher. Die vorhandenen Wege erlauben ausgeschilderte Abkürzungen und damit auch kürzere Spaziergänge.
Der Wald ist wie ein Geschichtsbuch: Mit seinen langlebigen Bäumen und den geringen Veränderungen im Bodenbereich vermag er Informationen über Jahrhunderte zu speichern. So reichen die Erzählungen der Lärche über 250 Jahre zurück (siehe untenstehenden Bericht). Als der Buchwald noch Holzkohle für die Kupferschmelze in Nohfelden lieferte, wurden diese heute stolzen, fast 50 Meter hohen Baumriesen gepflanzt. Und wer aufmerksam die Bodenbeschaffenheit studiert, kann noch heute die Standorte der Kohlenmeiler erkennen. Und auf einem der Standorte haben die
Walhauser Köhler einen Schaumeiler errichtet.
Der neUe Rundwanderweg ersetzt die bislang neun vom Saarwaldverein ausgeschilderten Wanderwege. An diesem Rundweg liegen alle Buchwald-Sehenswürdigkeiten direkt oder wenige Meter rechts oder links des Weges. So die stärkste Douglasie Südwestdeutschlands (knapp 1,40 Meter Durchmesser, knapp 50 Meter Höhe und über 30 Kubikmeter Holzgehalt), die älteste Lärche westlich des Rheins (250 Jahre, 50 Meter Höhe, 1,25 Meter Durchmesser), der Schaumeiler der Walhauser Köhler, die Altbuchenbestände an Schmeierspfad, die renovierte Buchwaldhütte am Schwarzen Weiher. Zusätzlich erfolgt eine Beschilderung zu den Buchwalddörfern. Die Markierungen werden an eigens errichteten Pfosten angebracht, das häufig zu beobachtende Vernageln von Bäumen wird damit vermieden.
Die Buchwaldhütte ist der waldpädagogischer Stützpunkt von Saarforst. Saarforst hat in den letzten Jahren mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt die waldpädagogischen Angebote an die örtlichen Kindergärten und Schulen verstärkt, mit dem Ziel, der nachwachsenden Generation einen besseren Zugang zum Wald als eine wichtige Naturressource zu ermöglichen. Aus diesem Grunde wurde die Buchwaldhütte am Schwarzen Weiher im vergangenen Winter renoviert. Damit kann der Forst seine Arbeit mit den Kindergärten und Schulen der Region unter verbesserten Voraussetzungen fortführen.
Das Programm: Zehn Uhr: Treffpunkt Parkplatz Buchwaldhalle, Rundwanderung mit Erläuterungen von Werner Feldkamp und Konrad Funk, 10.45 Uhr: Treffpunkt Mosberger Hütte (Wolfersweiler, Mosberg-Richweiler), 11.15 Uhr: Treffpunkt am Schaumeiler Walhausen, zwölf Uhr: Treffpunkt Schmeiers Pfad (Türkismühle), 12.30 Uhr: Offizielle Eröffnung des Buchwald-Rundwanderweges und der Buchwaldhütte, zusätzlich 11.30 Uhr: Treffpunkt Buchwaldhalle

EXPORTSCHLAGER AUS DEN ALPEN...

Mächtige Lärchen wachsen im Nohfelder Buchwald...

Nohfelden (kf). In diesen schwülwarmen Tagen kann man angenehme Frische und Kühle nur im Wald erwarten. Insbesondere, wenn der Weg im Nohfelder Buchwald unter so mächtigen Bäumen wie den alten Buchen am Schmeyerspfad, den riesigen Douglasien am Pflanzgarten und an den Buchwaldlärchen vorbei führt. Letztere zählen zu den ersten Lärchenanbauten westlich des Rheins aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Von diesen finden sich heute noch ein gutes Dutzend Exemplare, wovon die mächtigste mit 250 Lebensjahren 50 Meter hoch ist und über 30 Kubikmeter Holz fast. Über die Herkunft dieser Lärchen liegen keine Dokumente vor. Vieles deutet darauf hin, dass sie aus dem Alpenraum stammen. Die Experten schließen dies aus ihrer äußeren Erscheinungsform, die dem Alpenklima optimal angepasst ist. Historisch liegt die Vermutung nahe, dass die vom Herzog von Pfalz-Zweibrücken zur Förderung des Bergbaus in Nohfelden angeheUerten Bergleute aus den Alpen den Samen mitgebracht haben. 1732 erfolgte im Salzburgerland im Zuge der Gegenreformation die Vertreibung von evangelischen Untertanen, darunter auch Bergleute. Diese fanden im Bergbaugebiet bei

Nohfelden als gesuchte Spezialisten eine neUe Heimat. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass diese Zuwanderer den Lärchensamen nach dem Einschlag der Buche für die Holzkohleherstellung um 1750 ausgestreut haben. Die Lärchen sind daraufhin mit der neUen Buchengeneration aufgewachsen. Als um 1810 die Buchen 60-jährig im Niederwaldbetrieb genutzt wurden, blieben die Lärchen als Überhälter stehen und konnten sich natürlich ansamen. Damit war eine zweite Lärchengeneration begruendet.
140 Jahre später wurden durch einen Sommerorkan die Buchen geworfen, auf der entstandenen
Kahlfläche konnten sich die stehen gebliebenen Altlärchen wiederum natürlich verjüngen. So sind heute in dem 50-jährigen Buchenbestand drei Lärchengenerationen anzutreffen.

Quelle SZ 12.06.03