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cd-tipp von noize director 22-3-2006 

when the music's over when the music's over - when the music's over (2006)
rock'n'roll. zeitgemäß. vielleicht irgendwo zwischen franz ferdinand und nirvana. mit diesen worten umschreibt hannes duscher die musik von "when the music's over". und er muss es ja wissen, ist er ja nicht nur sänger und gitarrist, sondern auch fürs songwriting am selbstbetitelten debutalbum der ambitionierten österreichischen band verantwortlich.

mit den doors hat die musik nicht mittelbar etwas zu tun, die stellten nur einen songtitel als bandnamen zur verfügung. der ist dafür wieder richtungsweisend dafür, was die band beabsichtigt. frei übersetzt steht der bandname dafür, was von der musik überbleibt, wenn sie vorbei ist. was hängen bleibt, wenn einzelne songs schon ausgeklungen sind. was irgendwann vielleicht einmal noch beachtung findet, wenn gehypte zeitgenössische bands - die vielleicht nur auf druck der plattenindustrie einen hit nach dem anderen produzieren - wenn die vielleicht schon lange in vergessenheit geraten sind.
und es bleibt was über. beim ersten hören vielleicht ein "ja, ganz gut, aber...". beim zweiten mal dann schon ein "aha - und?" und irgendwann dann ein "ja - genau!"
ich hab die cd mehrmals gehört. in hintergrundlautstärke über meine computerboxen. hörte sich ganz nett an, aber zum abrocken war das natürlich nicht. und dann hab ich die band live gehört. jawoll. es hat gerockt!
ich will jetzt gar nicht auf einzelne songs eingehen. es gibt balladen auf dem album, es gibt stimmungsvolle nummern. und es gab einen guten produzenten. herwig zamernik von naked lunch, auch als fuzzman bekannt, bürgt für qualität. und das mastering durch peter cebul garantiert internationale standards.
einige hits auf fm4 hat das album ja bereits vorweg geliefert, einige werden noch folgen, und wer das album kauft, dem bleibt nicht nur schöne musik, sondern auch ein kreativ gestaltetes booklet mit schönen bildern.
fotos vom gig am 18.3. im culture x club
www.whenthemusicsover.com
www.monkeymusic.at

cd-tipp von zellhofer 16-3-2006 

kimera - tightrope kimera - tightrope (2006)
da hat jemand schmerzen. emotionale probleme. ein wirres gefühlsleben. das muss alles raus. laut, hart und brachial. "happy people are normal people". kimera hingegen scheinen ein wenig unglücklich zu sein. trotz des soeben erschienen ersten longplayers "tightrope".

"read me, i'm an open book" heißt es im kurzen opener read me, der keine zweifel offen lässt, in welche richtung wir uns mit tightrope bewegen: es wird hauptsächlich laut, heftig und hart. zugleich nimmt das eröffnungsstück aber auch die stilvielfalt des albums vorweg. neben exzessivem geschrei, tosendem lärm und brachialen gewaltausbrüchen bleibt zeit für ruhigere, beinahe sanfte momente und klangvolle melodien.
auffallend ist auch, dass der opener die grundstruktur eines gutteils der songs vorwegnimmt. vereinfacht ausgedrückt bieten viele stücke denselben inhalt: melodiös gespielter hardcore wechselt sich mit vernichtenden soundwänden, "schön gesungene" passagen mit gebrüll ab. dass das aber nie langweilig oder simpel wird, ist der ausgeklügelten mischung und der liebe zum detail zu verdanken.
erwähntes prinzip spiegelt sich etwa in den stücken fire, dem pathetischen my fault oder dem harten wasted wider. gängige, ansprechende melodien zum mitsummen wechseln sich mit headbanger-phasen ab. bei show off lässt sich ein wenig punkeinfluss in den strophen ausmachen, um dann wieder auf altbewährtes zurückzugreifen.
bei return wird melodie auf ein minimum reduziert, es kommt durchgehend hart und monoton. in dem stück geht es um die schule, und hier drängt sich ein verweis auf die großen vorbilder deftones und ihr back to school geradezu auf. auch the bill is still outstanding oder destroyer schlagen in diese kerbe.
eine sonderstellung nimmt the beach ein. man würde es nicht glauben, aber bei dem brachialen gebrüll und den freiwerdenden elementaren kräften handelt es sich tatsächlich um eine art vertonten liebesbrief, dessen umsetzung - nach zuerst empfundenem befremden - äußerst gut gelungen ist.
obwohl sich die band mit händen und füssen gegen den vergleich ihrer musik mit new metal wehrt, erinnern the new functionalism oder need dann doch an einschlägige bekannte.
aus dem offenen buch lässt sich herauslesen, dass es ist die liebe ist, die in diesem album eine zentrale stellung einnimmt. und zwar die liebe in ihrer undankbarsten form - wo sich alles um enttäuschung, missverständnis und unerfüllte sehnsüchte dreht. das passt dann auch gut zum stil der 5-mann-truppe, der - um das ganze auch vergleichend einordnen zu können - den deftones, taproot und refused huldigt.
mehr über kimera auf den new noize bandseiten
www.kimera.at

cd-tipp von zellhofer 4-3-2006 

conny chaos und die retortenkinder - kuriositäten kabinett conny chaos und die retortenkinder - kuriositäten kabinett (2006)
punk's not dead. punk's still not dead. und deutschsprachiger punk gedeiht auch noch immer wunderbar: conny chaos und die retortenkinder werfen dieser tage ein kuriositäten kabinett unter die pogenden punks.

wer weiß denn wirklich, wofür khg steht? kontrolle, hass und geld? korruption, hohn und gesetze? oder doch für den einzig perfekten schwiegersohn, den die republik zu bieten hat? warum stehen conny und der rest der bande ausgerechnet auf die "society lady" und seitenblicke-göttin jeannine schiller? oder tun sie es gar nicht?
ist es legitim, katzen zu töten, wenn diese sich weigern, vegan zu leben? ist fernsehen einfach geil oder schlicht nur krank?
mit solchen fragen beschäftigt sich die soeben erschienene 7-track-ep der retortenkinder. transportiert werden die sozialkritischen, politischen oder rein ironisch-unterhaltenden inhalte mittels dem guten, alten deutschsprachigen punkrock der 80/90er (ein vergleich mit den abstürzenden brieftauben liegt besonders nahe).
das dargebotene ist wahnsinnig schnell, hart, direkt und einfach gestrickt. die leicht zu merkenden parolen steigern den mitsingfaktor.
deutschpunk dieser ausprägung ist heute selten geworden, und gerade deshalb bieten die retortenkinder eine gelungene abwechslung innerhalb der szene. sehr hübsch auch die aufmachung der ep mit kasperl, dem polizisten und anderen handpuppen.
auf der bandhomepage stehen mehrer downloads bereit, unter anderem das nicht mehr käuflich erhältliche lisi gehrer und die online-single ekh bleibt!
www.retortenkinder.net
www.neustadtpunk.net

cd-tipp von zellhofer 2-3-2006 

fuzzman - fuzzman fuzzman - fuzzman (2005)
da macht einer, was er will. was er vermutlich immer schon mal machen wollte. alleine, ohne sich dreinreden zu lassen.

herwig zamernik, bassist bei naked lunch, verlässt als fuzzman mit seiner ersten gleichnamigen cd seine stammband, um sich mehr oder weniger solo zu versuchen. geschrieben hat er alle stücke seines debüts selbst, bei der musikalischen umsetzung aber ließ er sich u.a. von naked lunch - mitgliedern unterstützen.
präsentiert wird ein vielseitiger klangbogen: langsam-zurückhaltende, melancholisch-ernsthafte singer/songwriter-stücke wechseln sich mit positiven, flotteren melodien, indie-pop und -rock-stücken ab. fast allen stücken gemeinsam ist der dezente, schüchterne einsatz fuzzmans sanfter stimme und die verhaltene instrumentierung. für einen verspielten klang sorgen samples, bläser und diverse geräusche.
www.fuzzman.fm

cd-tipp von noize director 27-1-2006 

facelift - impossible somethings facelift - impossible somethings (2005)
viele bands haben schon bei new noize gespielt. und viele von denen haben sich bald danach aufgelöst - oder schon, bevor sie die chance auf einen new noize-gig bekamen. aber einige bands harren aus, warten hartnäckig auf die chance - und irgendwann werden sie bei new noize spielen.
die band, die sicher am längsten darauf wartet, ist facelift. und von facelift-album zu facelift-album verstehe ich - der ich für das new noize booking mitverantwortlich bin - weniger, warum diese band noch nie bei new noize gespielt hat.


längst ist die steirische band kein reiner insidertipp mehr. zu lange haben sie schon qualität bewiesen. auch im vorliegenden album impossible somethings zeigen uns facelift, wie man gekonnt (manchmal auch härteren) rock und stets fetten groove vermengt, mit einer eingängigen stimme würzt und daraus jede menge gute songs zaubert.
hervorheben will ich gleich mal track 3 auf dem album, dessen cover in winterlichen hellblau-weißen farben gehaltenen ist. taxi (wake up on a shiny day) ist ein fröhlich-stimmungsvolles stück mit dem nötigen drive, um vergessen zu lassen, dass das aussenthermometer schon seit mehreren tagen kaum mehr als zehn grad unter null anzeigt.
nummer 7 auf dem album mit dem titel it's a new life, a new beginning ist das genaue gegenteil, nicht nur weil andrea orso singt: "i'm feeling cold". das lied beginnt sehr einfach, es entwickelt sich auch eher langsam, und es vermittelt keine so fröhliche stimmung wie taxi. soll es aber auch nicht.
dann will ich nur mehr das letzte stück auf dem album erwähnen - die gitarre, die die ersten takte ausfüllt, bevor das schlagzeug einsetzt, ist mir auf anhieb sympathisch. auch wenn ich mir jetzt eigentlich ganz etwas anderes erwarte als eine sanfte frauenstimme über einer rockballade, zieht mich das stück auch weiter in seinen bann.
und so geht es mir auch mit den anderen liedern auf diesem album. bei jedem durchlauf erweckt ein neues lied sympathien (heißer anspieltipp: on my way to you - das schallt gerade jetzt aus meinen computer-boxen).
und so wird es jeder und jedem ergehen (vorausgesetzt natürlich, dass er/sie sich für gitarrenmusik mit frauenstimme erwärmen kann). da bin ich mir sicher.
www.faceliftmusic.com

cd-tipp von zellhofer 23-1-2006 

chris and the other girls - let go chris and the other girls - let go (2006)
nachdem die südtiroler punk-combo dressy vagabonds seit 1998 mehrere alben aufgenommen hat und die band zuhause in die liga der local heroes aufgestiegen ist, sucht deren sänger christian pitschl heute als singer/songwriter nach neuen ufern.

es war chris' wunsch, all die im lauf der zeit selbst geschriebenen ruhigen und somit für die punkband nur bedingt geeigneten stücke in ruhe und ohne kompromisse eingehen zu müssen zu performen - und diese nicht bloß als zugaben nach punkkonzerten aufzuführen. aus diesem wunsch heraus entstand 2004 ein erstes demo, das christian (bis auf einen track) alleine eingespielt hat und auch live meistens alleine umsetzte. je nach lust und laune holte er sich aber gelegentlich wechselnde other girls mit auf die bühne. jetzt sind die anderen mädchen allerdings fix mit von der partie, die let go-ep ist mit zahlreichen mädchen an den instrumenten eingespielt (wobei nur der ordnung halber erwähnt sei, dass das in wirklichkeit alles männer sind).
quiet is the new loud
sechs stücke und ein video umfasst die ep, wobei fans die beiden ersten nummern, let go und go on with the show, schon vom demo her kennen. beide wurden allerdings neu eingespielt.
das album präsentiert sich als eine mischung aus langsamen, von einer starken und dunklen stimme dominierten stücken und fröhlicheren, schnelleren und positiven liedern. es vermengt traditionelle singer/songwriter-elemente mit den möglichkeiten, die eine komplette band bietet. tatsächlich ausgelebt wird aber weder die eine noch die andere richtung - chris and the other girls verweben beide spielerisch ineinander. selbst die sich am indie-pop-rock anlehnenden stücke sind dezent und verhalten und nicht definitiv einem stil zuzuordnen.
auf der dunkeln seite der ep (die sich zugleich mehr an der singer/songwriter-ebene orientiert) finden sich das durch seinen klaviereinsatz und der melancholischen stimme ruhige und elegisch klingende go on with the show und das stimmungsmäßig ähnliche lullaby.
der opener let go eröffnet die bunte seite der cd: lebhaft und schnell mit unbeschwerter melodie, getragen von einer sanften stimme, einer gitarre und einem perkussionsinstrument werden wir ins sound-universum der gruppe eingeführt. das mid-tempo-stück walk beside you weist trotz der traurigen textfetzen ebenfalls einen fröhlichen grundton auf. das auf italienisch gebrachte albachiara, eine coverversion des gleichnamigen vasco rossi-stückes, lehnt sich richtung indie-rock, bleibt aber stets dezent. mein persönliches highlight ist die schlussnummer i forgot the plan ein schnelles, fröhliches, folkorientiertes indie-pop-rock stück.
heraus kommt ein gesamteindruck, der sich zwischen traurig, aber nie tieftraurig, fröhlich, aber nie überbordend fröhlich manifestiert. zwischen hoffnung und verlust, aufbruch und aufgeben. hier wird mit viel liebe zum detail und großem können gespielt. und das dargebrachte ist sehr sympathisch - weil man hört, dass mit ehrlichkeit, unaufdringlichkeit und herz gearbeitet wird.
www.chrisandtheothergirls.com
www.coffeeandrecords.com

cd-tipps von noize director 28-10-2005 

echophonic - echophonic echophonic - echophonic (2005)
zehn neue titel beenden eine lange durststrecke. das letzte album war nicht so erfolgreich, wie man es dem quartett gewünscht hätte, und auch live haben sich die indierocker sehr rar gemacht - aber das wird sich mit dem neuen album hoffentlich alles ändern.

bereits im november des vorjahres - als ehophonic im wiener shelter ihren einzigen clubgig für lange zeit spielten (fotos) - bekam ich einen vorgeschmack, der lust auf mehr machte. eine vorahnung, dass sich das warten lohnen wird.
letzten freitag dann die cd-präsentation. im top-kino in der rahlgasse, was schon darauf schließen läßt, dass die band einen extravaganten weg der präsentation wählt: kein livekonzert, sondern ein film, der ein durchgehender videoclip über alle titel der cd ist. und damit der livecharakter eines konzertes nicht ganz verloren geht, erscheint die band im vordergrund.
offensichtlich hatten die vier bandmitglieder ziemlich spaß, das album vollkommen unplugged auf einer bühne zu präsentieren, die von einer kamera beobachtet wurde. und diese beobachtungen wurden dann über den film geblendet - das ganze wirkt so, dass im vordergrund eine band spielt, hinter ihr ein flim projiziert wird. wobei das mit dem spielen nicht ganz ernst abläuft: sie spielen nur wenn, es ihnen spaß macht, tragen das schlagzeug und andere instrumenete während des gigs auch gern mal weg und wieder her, zeigen uns auch mal für ein ganzes stück den rücken - und haben spaß dabei.
und was das wichtigste ist: es macht auch spaß zuzusehen.
und auch das hinhören lohnt sich: zehn titel haben echophonic auf das album gepackt, einer davon (she's got an army) wurde ja vorab schon auf einer fm4-soundselection präsentiert.
das wichtigste dabei: für mich ist es kein hitalbum - und es sollte sicher auch keines werden. angenehmer indierock, eine interessante frauenstimme, ein durch das album eher durchgewobener soundteppich ohne großartige stilistische ausbrüche, und doch haben die stücke unterschiedlichen charakter - ja, sie haben tatsächlich charakter.
war echophonic für mich immer eine junge band, die bei konzerten mit kraftvollen, druckvollen liedern das publikum zur begeisterung brachte, so ist dieses album sicher ein versuch, auch mal was anderes zu probieren.
mal sehen, welche überraschungen die band bei ihrer album-präsentationstour für uns parat hat. ich freu mich schon darauf.
und ganz insgeheim freu ich mich auch auf ganz was anderes: darauf, dass tina irgendwann mal - es muss nicht unbedingt schon das nächste album sein - einen richtig grossen hit gröhlt, der die band endgültig und für immer unvergesslich macht.
www.echophonic.com


wa:rum - bilingual [wa:rum] - bilingual (2005)
wenn eine band einmal ihren stil gefunden hat, gibt es dann noch eine zweite wichtige entscheidung zu treffen: in welcher sprache sollen die liedertexte verfasst werden? [wa:rum] gehen auf diesem album den "mittelweg" - sie packen sowohl deutschsprachige als auch englische texte auf ihr album und haben damit nicht nur einen guten kompromiss gefunden, sondern auch gleich einen titel für ihr album: bilingual.

newcomer sind die burschen von [wa:rum] keine mehr. musikalisch reif wirkt ihr album, nicht nur der wechsel von englischen bzw. deutschsprachigen texten sorgt für abwechslung. treibende nummern (superman) wechseln einander ab mit schönen, melodiösen balladen (adore), eher nachdenkliche stücke (heute war gestern) sind genauso zu finden auf dem album wie schwungvolle (sonntäglich), und als bonus wurde auch noch das video von sonntäglich auf das album gepresst.
beim ersten hören der scheibe war mir das breite spektrum noch gar nicht so bewusst, und je öfter ich die eine oder andere nummer höre, um so besser gefällt sie mir auch.
[wa:rum] ist es zum zehnjährigen bestehen gelungen, ein mehr als brauchbares indierockalbum abzuliefern.
und das war jetzt keine frage, sondern eine feststellung.
www.warum.at

cd-tipp von zellhofer 26-10-2005 

bandunion v (sampler) bandunion v (2005)
und wieder die band:union. die umtriebigen macher der band:union, einer initiative zur förderung junger - vorwiegend österreichischer - nachwuchskünstlerInnen, bringen ihren mittlerweile fünften sampler heraus.

das konzept ist einfach: zehn bands sind mit je zwei nummern vertreten, die vorliebe der verantwortlichen für malta kommt dieses mal besonders zur geltung: fünf der bands kommen von dort, fünf aus österreich, der special guest richard kapp lässt die mehrheit aber doch noch zu gunsten der österreichischen acts ausgehen.
wie schon im vorangegangen vierten teil der reihe orientiert sich die fünfte ausgabe wieder an dem die gitarre in den vordergrund stellenden "alternative mainstream", dem breiten spektrum der indie-gitarren und der poppigen klänge. die qualität der aufnahmen hat endgültig durchgehend professionelles niveau erreicht, die tontechnisch manchmal miserablen stücke gehören der vergangenheit an.
den reigen eröffnen - für band:union-kennerInnen bereits alte bekannte - corkskrew aus malta mit der geradlinigen, flotten (retro-orientierten) rock-nummer cool sunday und dem punkigen, treibenden insomniac. gefällig-melodiösen rock bieten auch die beiden beiträge von scream daisy und wintermoods (beide malta).
für verschrobenen (punk-) rock stehen die österreichischen kapaun, deren videoclip zum song billiardkugel gerade für aufsehen sorgt: das magazin soundcheck. das fachblatt für live-musiker sagte die veröffentlichung des videos billardkugel auf einer dvd-beilage zum magazin ab. man befürchtete, dass die fsk die dvd nicht freigegeben hätte. auch gotv spielt das video nicht. wer selbst urteilen möchte: www.kapaun.net.
schnellen, härteren rock mit crossover-elementen bieten yellowpage aus österreich mit generation; bei travel schrauben sie das tempo ein wenig runter und liefern eine rockballade.
rushhour aus österreich drehen das rad der zeit zurück und orientieren sich sowohl in ihrer rockigen nummer battle camp wie auch in der (rock-) ballade fucking pig stilistisch an den 80ern. bon jovi, meat loaf und guns n' roses lassen grüßen.
ivan filletti (malta) präsentiert zwei langsame, entspannt leichte popstücke. in eine ähnliche kerbe schlagen karli aus österreich. diese pendeln mit ihren darbietungen (einfach und jedesmal) zwischen groovendem und sanftem pop-rock.
the velvet (österreich) wurzeln im britpop der frühen 90er, dort lassen sich auch die beiträge von lumiere (malta) und der gastbeitrag richard kapps ansiedeln.
schön gemacht, gut gelungen. durch die hohe anzahl der beiträge aus malta zwar nicht mehr auf die heimische nachwuchsszene konzentriert - im endeffekt ist es aber doch wichtig, dass nachwuchs überhaupt gefördert wird.
www.bandunion.at

cd-tipp von twilite 17-10-2005 

naca7 - barricades on fire naca7 - barricades on fire (2005)
an diesem album werden sich die geister scheiden. alte fans dürften naca7 nun endgültig den rücken kehren. die chance, sich einem neuen publikum zu öffnen, ist dafür groß wie nie zuvor. auch ohne anbiederung an den mainstream.

vielen fans des sogenannten "airport hardcore" aus der anfangszeit von naca7 war schon der 2003 erschienene debüt-longplayer several reasons to die for zu wenig hart und zu melodisch. geschmackssache, wie ich finde, und ohne jegliche aussagekraft über die qualität der band. spätestens mit der veröffentlichung von barricades on fire dürften sich auch die letzten nörgelnden stimmen aus dem hörerinnenkreis von naca7 verabschieden.
nicht, dass das quartett aus schwechat das rocken verlernt hat, nur mit hardcore hat das alles nicht mehr allzu viel zu tun.
ähnlich wie beim vorgängeralbum ist das harte element eher im untergrund zu finden und wird gezielt eingesetzt. das songwriting ist noch eine spur besser und die musik (auch der gesang!) abwechslungsreicher geworden. unter anderem spricht der (dezente) einsatz einer hammondorgel bei einigen liedern dafür. inhaltlich stehen dieses mal eher politische und sozailkritische themen im mittelpunkt. sänger es-j nimmt sich kein blatt vor den mund, wenn es darum geht, uns mitzuteilen, was ihn an unserer welt stört und wütend macht. die gut ausgefeilten texte sind allesamt im stilvoll designten booklet abgedruckt. überhaupt beeindruckt die cd auch optisch, wie schon several reasons to die for, mit einem sehr geschmackvollen digipack.
aufgenommen und produziert wurde das album wie gewohnt von bernhard gittenberger im recordable studio in stockerau/nö. birgit denk stand als ko-produzentin einmal mehr zur seite und ist mit ihrer unverwechselbaren stimme auch bei vier tracks zu hören, ebenso wie marcus von 3 feet smaller bei dumb white man.
schwierig zu sagen, welche lieder man besonders hervorheben könnte. nach ein paar durchläufen sind ausnahmslos alle songs im kopf hängengeblieben. einen ausfall sucht man vergebens. gespannt darf man auf die veröffentlichung der single archangel samt dazugehörigem video sein.
die band geht jedenfalls seit jahren ihren weg und lässt sich nicht von irgendwelchen trends oder erwartungshaltungen beeinflussen. dass sie es damit ihrer treuen hörerinnenschaft nicht immer leicht macht, steht ausser frage. mut zur veränderung und weiterentwicklung muss man schon haben, so wie die band selbst eben auch. und dafür muss man den vieren, neben aller musikalischen qualität, eigentlich am meisten respekt zollen: sie ziehen ihr eigenes ding durch - ohne kompromisse.
www.naca7.com

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