Es sollte sich rund um den Wörthersee etwas tun in diesen Tagen. Da tauchten
plötzlich von den Hauptverkehrsrouten aus Nord und West seltsam, aber
vertraut erscheinende Autos auf, beflaggt, lackiert, mit Aufschriften
versehen. Also darin saßen nicht die Jugendlichen des INF Jugendcamps, auch
nicht wir Betreuer und Helfer.
Das GTI Treffen in Reifnitz ist gemeint und es sollte unser Treffen am
Keutschacher See nur am Rande betreffen.
Jedes Jahr findet ein solches Jugendcamp statt, hörte ich von Peter
Theobald, 1992 fand es in Wien statt, dann wiederum in England, Deutschland
(2001 in Frankfurt).
Und heuer war Österreich wieder an der Reihe und spätestens im Januar erfuhr
auch ich von diesem Ereignis und die erprobte Organisatorin Sieglinde bat
mich auch gleich um meine Mithilfe. Ich? Also ich bin Thomas, bin 37 Jahre
und komme aus Linz an der Donau, mein Beruf ist im Kino angesiedelt. Bereits
im Juli und August 2001 half ich beim Jugendcamp in Kroatien mit, welches
ebenso von uns Österreichern geplant und durchgeführt wurde.
Der Wetterbericht versprach zwar schönes Wetter, aber doch nicht die
ersehnten warmen Temperaturen, welche wir schon des öfteren im Mai hatten.
Der Helfertross bestehend aus Sieglinde, Egon, Dani und Gerold war am
Dienstag angereist. Es ist ja eine Unmenge an Organisatorischem zu leisten,
was dem normalen Auge entgeht. Am Mittwoch Nachmittag war große Anreise und
wenn ich mir die doch kurze Dauer
dieses Treffens vor Augen führe, so war ich über die weiten Anreisen vieler
Teilnehmer sehr überrascht. Die Holländer sind sowieso talentierte
Globetrotter und die Engländer setzen gleich aufs Ganze. Mum Sharon und ihre
Teenies waren mit dem Flugzeug nach München geflogen und traten von dort
noch eine etwa sechsstündige Zugreise nach Kärnten an. Und das trotz ihrer
momentanen Behinderung. Great!
An die 70 Jugendliche kamen, Holländer in der Überzahl, Engländer als
zweitstärkste Gruppe; Peter führte die deutschen Gäste an. Luca kam aus Rom,
ein Däne war auch gekommen. Wir hätten uns mehr Teilnehmer aus Österreich
gewünscht!!!!
Der FKK Campingplatz Sabotnik war Schauplatz, romantisch und idyllisch am
Keutschacher See gelegen. Die Zeltstadt wuchs auf herrlich grünem Rasen.
Gleich am ersten Abend durften sich unsere Holländer freuen, denn im
Fußballcupendspiel siegte Feyernord Rotterdam und Aryan war sehr angetan,
wie er mir selber sagte.
Am Donnerstag Abend kamen zuletzt noch die Engländer an. Mum Sharon erwähnte
ich oben bereits.
Viele sympathische Menschen folgten der Einladung der INF und des ÖNV. Aus
Linz kam Bernhard, aus dem Mostviertel Ferdl mit seinen beiden Kids, aus
Innsbruck Gerold und Dani mit ihren originellen Buben Pascal und Fabrice.
Sieglinde, die große Dame der Organisation mit Ladi und Helga aus Salzburg,
welche uns sehr helfend in der Feldküche beistand, und nicht zu vergessen,
Greti aus Kärnten, die uns ebenso sehr hilfreich unterstützte.
"Zusammensein", "Freunde gewinnen", die gleichen Interessen teilen, so
schien das Motto zu lauten. Eser aus Steyr vergaß ich noch zu erwähnen, der
gar strenge Sportsmann, aber faire Freund der Kinder.
Die Holländer alle einzeln aufzuzählen wäre ein bisschen zu viel. Nur einige
Namen seien genannt, Aryan, Eric, Jasmin, Dominic, sie alle beeindruckten
durch ihre Fröhlichkeit.
"Very British" unsere Freunde von der Insel, allen voran Tim und Ben, unsere
streitbaren Fußballfans. Und die Gruppe aus Kent, südlich von London, welche
von ihren liebenswerten Mums begleitet wurden, Adam, Amy, Louise, Tom, Bob
u.a. Luca kam aus Rom und den Vertreter Dänemarks lernte ich leider ich
nicht kennen.
Was boten wir unseren Freunden also in
diesen drei Tagen in Kärnten? Zum ersten eine schmackhafte Küche, teilweise
auch von Helga sowie Reinhold und Dani bereichert, zum zweiten eine
Stadtralley durch Kärntens Hauptstadt Klagenfurt mit einem Ausflug ins
Minimundus, die kleine Welt am Wörthersee, wo jeder Schmuckstücke aus seiner
Heimat vorfand. Der Besuch beim Mostbauern dürfte doch für viele ein neues
Erlebnis gewesen sein. Unvergesslich dabei die stimmigen Schlachtgesänge von
Tim und Ben.
Am Samstag waren Spiele ohne Grenzen an-gesetzt, die auch Geschicklichkeit
verlangten, aber zum Großteil bravourös bewältigt wurden. Beispielsweise ist
es nicht leicht, das Logo des INF in Puzzleform zusammenzusetzen.
Und natürlich durfte eine Disco samt DJ nicht fehlen, für die sorgte unser
Ferdl.
Ideales Wetter konnten wir leider nicht anbieten. Die Nächte waren sehr
kühl. Und der See war gar kalt zum Baden und dem textillosen Dasein konnten
manche nur kurz fröhnen.
Aber auch so waren wir gleichgesinnte Freunde und ich empfand es als
wichtigen Beitrag zur “Internationalen Verständigung".
Danke an dieser Stelle an Sieglinde, die alles organisatorisch im Griff
hatte und ihre
persönliche Begeisterung für dieses Treffen immer zeigte! Danke aber auch
allen anderen Helfern und Danke allen Teilnehmern, die, so finde ich
nachträglich mit so viel Herz und Temperament bei der Sache waren.