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Text traditionell:
Ein vuhs zuo einem rappen sprach
der hoch uf einem boume saz
und truoc ein kaese in sinem snabel
her rappe, ir sint gar kluoc.
So schönen vogel ich nie gesach,
nie lerche noch galander baz
gesang dan ir sus ich niht zabel,
ich horte es gerne gnouc.
Der rappe dur den valschen pris
mit luter stimme im sinen sanc erborte.
des viel der kaese im underz ris
in krift der vuhs, den sanc er gerne horte.
Sus gent guot toerscher herren vil
dur valschez lop, dur smeichen liegen triegen
wol fougt den affen toren spil,
ez gent die narren gerne ir guot den giegen.
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Übersetzung:
Ein Fuchs zu einem Raben sprach,
welcher hoch auf einem Baume saß
und einen Käse in seinem Schnabel trug:
Herr Rabe, ihr seid gar prächtig anzusehen!"
So einen schönen Vogel hab ich wahrlich nie zuvor gesehen.
Weder hörte ich Lerche noch Nachtigall
einen besseren Sang singen als ihr,
daran zweifle ich nicht, und nicht genug kann ich davon hören!"
Der Rabe nun, der sich geschmeichelt fühlte durch dieses falsche
Lob
hub mit lauter Stimme zu krächzen an.
Da entfiel ihm der Käse ins Gebüsch,
wo der Fuchs ihn griff, solcher Sang behagte ihm.
So geschieht es vielen törichten Herren,
durch falsches Lob, durch Schmeicheln, Lügen und Trügen.
So geht es auch dem Toren, der mit dem Affen spielt.
Denn ein Narr läßt sich gern an der Nase herumführen.
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