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Wol mich der stunde
[Eulenspiegel] [Druckversion

Wol mich der stunde, daz ich si erkande,
diu mir den lîp und den muot hât betwungen,
Sît deich die sinne sô gar an si wande,
der si mich hât mit ir güete verdrungen.
Daz ich gescheiden von ir niht enkan,
daz hât ir schœne und ir güete gemachet,
und ir rôter munt, der sô lieplîchen lachet.

Ich hân den muot und die sinne gewendet
an die reinen, die lieben, die guoten.
Daz müeze uns beiden wol werden volendet,
swes ich getar an ir hulde gemuoten.
Swaz ich noch vreuden zer werlde ie gewan,
daz hât ir schœne und ir güete gemachet,
und ir rôter munt, der sô lieplîchen lachet.

Übersetzung:
Gesegnet sei die Stunde, da ich die kennenlernte, die mir Leb und Seele bezwungen hat, seitdem meine Gedanken, die sie mir durch ihre Güte geraubt, sich ihr zuwendeten. Daß ich von ihr nicht loskommen
kann, daran ist ihre Schönheit und ihre Güte schuld und ihr roter Mund, der so freundlich lacht.

All mein Denken und Fühlen habe auf die Reine, die Liebe, die Gute gerichtet. Was ich immer von ihrer Güte verlangen darf, möge für uns beide zu einem guten Ende führen. Was ich je auf dieser Welt an Freuden erfuhr, daran ist ihre Schönheit und ihre Güte schuld und ihr roter Mund, der so freundlich lacht.

Quellen
Text:
Hans-Heinrich Fortmann - Es war getan fast eh' gedacht; Gedichte Version 0.63, Plön 1999
Übersetzung: "Eulenspiegel" - Textbeilage
Noten: Textbeilage zur LP-Version vom "Liederbuch"



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