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Ougenweide

Swa gouter Hande wurzen sint


Swa gouter hande wurzen sint
in einem grüenen garten
bekliben, die sol ein wiser man niht lazen unbehuot.

er sol si schiemen als ein kint
mit ougenweide in zarten da lit gelust des
herzen an, und git ouch hohen muot

si boese unkrut dar under, daz breche er uz
besunder lat erz des wehset wunder,
und merke ob sich ein dorn

mit kündikeit dar breite, daz er den furder
leite von siner arebeite: sist anders gar verlorn

Sinngemäß:
Wenn in einem grünen Garten, Kräuter und
andere edle Gewächse gedeihen,
sollte man sie nicht unbeaufsichtigt lassen,

sondern seine Augen an ihnen erfreuen, sie
pflegen und beschützen. Dieses ist mit Freude
und mit einer guten Ernte verbunden.

Ist schädliches Unkraut darunter, dann muss man es ausreißen.
Unterläßt Du es, so wuchert es mächtig.
Achte darauf, daß auch kein Dornenstrauch

sich ausbreitet, denn er macht all Deine Sorgfalt und
Mühe zu Schanden, und alles wäre umsonst.

(Quelle: "Ougenweide" - LP-Rückseite)

Walther von der Vogelweide: Text
Renee Kollmorgen: Gesang
Olaf Casalich: Gesang, Schlagzeug
Wolfgang von Henko: Gitarre
Frank Wulff: Tenorblockflöte
Jürgen Isenbart: Xylophon
Stefan Wulff: Bass