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Gerhart Atze
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Text traditionell:

Mir hât hêr Gerhart Atze ein pfert
erschozzen z' Isenache.
daz klage ich dem den er bestât:
derst unser beider voget.
ez was wol drîer marke wert:
nû hoerent frömde sache,
sît daz ez an ein gelten gât,
wâ mit er mich nû zoget.
er seit von grôzer swaere,
wie mîn pferit maere
dem rosse sippe waere,
daz im den vinger abe
gebizzen hât ze schanden.
ich swer mit beiden handen,
daz si sich niht erkanden.
ist ieman der mir stabe?

Übersetzung:

Mir hat Herr Gerhart Atze ein Pferd
erschossen zu Eisenach.
Klage führe ich bei dem, in dessen Dienst er steht.
Der ist unser beider Richter.
Das Pferd wer gut drei Mark wert.
Nun beachtet seinen merkwürdigen Einwand,
mit dem er mich hinhält,
da es ans Bezahlen geht.
Er behauptet, daß mein edles Pferd
mit dem Gaul verwandt sei,

der Ihm einst schändlich den Finger abgebissen habe.

Ich schwöre mit beiden Händen,
daß sich die beiden Tiere nie gesehen haben.
Ist jemand da, der mir den Eid darauf abnimmt?

Text: Walther von der Vogelweide
Quelle (Text und Übersetzung): Textbeilage zur LP-Version vom "Liederbuch"