Zwischen Erfolg und Mißerfolg ist heute nur eine halbe Stunde gelegen

Zwischen Erfolg und Mißerfolg lag heute nur eine halbe Stunde:

 

Heute habe ich die Kupplung zerlegt und reingeschaut, weil ich vermutet habe, daß sich eine Schraube gelöst hat. Der LLK ist so genial eingepflanzt, daß er dazu nichtmal weggenommen werden muß:

  

 

Daß sich da drin etwas selbständig gemacht hat, war nicht der Fall. Was einerseits schade ist, weil ich jetzt noch immer nicht weiß, warum die Kupplung nicht ordentlich funktioniert. Seit ich den grauen Automaten eingebaut habe rutscht zwar nichts mehr, aber der dürfte so streng sein, daß es den Motor sogar abwürgt, wenn ich zum Kupplung-treten am Stand nicht zusätzlich etwas Gas gebe. Was nicht sehr bedienerfreundlich ist. Wenigstens kann niemand anderer mit meinem Mini fahren... Die Kurbelwelle ist auch in Ordnung, und der erleichterte Schwung:

  

 

Auf Anraten von Professor Harry habe ich auf den Ladeluftkühler verzichtet, um dem Abmagerungs-Problem auf den Grund zu gehen. Also Samco-Schläuche und Eigenbau-Plenum abmontiert und wieder auf das Original-Plenum zurückgerüstet:

     

 

Und siehe da! So gut ist der Motor noch nie gelaufen! Keine Probleme beim Herausbeschleunigen, kein Loch, auch keine Fehlzündungen! Direkt fahrbar! Hab mich das Lenkrad gar nicht mehr nur mit einer Hand zu halten getraut beim gasgeben, so hat er angerissen. So eine Freude! Schlußfolgerung: Entweder entweicht im LLK-Kreislauf wo die Luft, oder es gibt Probleme mit dem selbst gemachten Plenum. Einziges kleines Manko: Die Wassertemperatur ist gegen 110° gegangen. Aber solange nichts ausfährt... 

 

Auf jeden Fall habe ich gleich meinen Bruder Hannes geholt, damit er mir beim Benzin-einfüllen hilft. Und um ihm zu zeigen, wie gut er jetzt geht, hat er gleich eine Probefahrt machen dürfen. Aber nach ca. 1km kam schon der herbe Rückschlag! Was zuerst nur ein knatterndes Geräusch war, hat mit einem Schnalzer geendet! "Ploff" hat es gemacht, und ein kleines Rauchwolkerl ist in den Fahrgastraum gekommen. Sofort sind wir stehen geblieben und haben den Motor abgestellt. Ich bin rausgesprungen, und hab gleich die Motorhaube aufgerissen - Hannes ist mit dem Feuerlöscher nachgekommen. Das Bild, welches sich uns bot zerreist einem das Mini-Herz: Das Wasser sprudelte zwischen Zylinderblock und Zylinderkopf kupplungsseitig heraus. Da hat sich wohl eine Kopfdichtung verabschiedet. Aber es ist keine Trauerstimmung aufgekommen, im Gegenteil. Schadenfreude war angesagt. Man muß sowas positiv sehen. Wenigstens gibt es weiterhin was zu tun bei meinem Projekt.

Wir sind dann nach Hause gerollt, weils zum Glück leicht bergab geht (Probefahrten macht man aus Erfahrung immer bergauf), und haben den Mini zu Hause in die Ecke gestellt. Dann haben wir uns ein Bierchen aufgemacht...

 

In den nächsten Tagen werde ich ihn dann mal genauer unter die Lupe nehmen. Hoffentlich haben Block und Kolben nichts abbekommen. Ein anderer, bearbeiteter Zylinderkopf, und neue Dichtungen liegen ja bereits parat...

 

Andreas

 

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