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1. Tag: |
102 km, 1.060 hm |
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2. Tag: |
166 km, 2.490 hm |
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3. Tag: |
BRENNES - MARTINSKY MYLE (3km außerhalb von Trhove Sviny Richtung Novy Hrady |
172 km, 2.084 hm |
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4. Tag: |
168 km, 1.080 hm |
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Beschreibung der T a g e s t o u r e n : |
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Schon
am Weg ins Nachbargebäude, wo das (sehr üppige) Frühstück
einzunehmen ist, fällt auf, dass es jetzt am Morgen Mitte September
schon schweinekalt ist - also wird in Goretex-Jacke und mit Beinlingen
losgeradelt. Schon ein paar Kilometer nach dem Ort ein kurzer Stop bei
der "Teufelsmauer" - der Story nach wollte der Teufel mit den
großen herumliegenden Granitbrocken die Moldau aufstauen um das
Kloster zu überfluten, war aber nicht schnell genug und musste beim
ersten Hahnenschrei aufgeben - zurück blieb die sichtbare Gesteinshalde.
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Dann noch ein paar Kilometer den Moldaustausee entlang und nach Prednj-Vyton geht es kräftig bergauf wieder südwärts zum Kamm des Böhmerwaldes und zur Grenze nach Österreich (der weitere Weg entlang des Stausees auf dessen Südufer soll nach den vorliegenden Informationen mit dem Rennrad nicht gut zu fahren sein, zwar autofrei aber kein oder nur sehr schlechter Asphalt). Die Jacke und die Beinlinge sind schon längst wieder im Rucksack verstaut - die folgenden Kilometer radelt man wie auf einem riesigen Balkon mit Blick nach Süden (bei schönen Wetter ist sogar der Dachsteingletscher zu erkennen). |
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Die folgenden Kilometer durch Haslach, Aigen, Ulrichsberg bis zum letzten Ort in Österreich radelt man immer südlich des Böhmerwald-Hauptkammes, der nach Nordwesten hin stetig ansteigt. Bis Schwarzenberg hat man so auf 58 Kilometer 850 Höhenmeter erklommen. |
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Nach dem verwaisten ehemaligen Grenzposten zu Bayern geht es auf ein paar Kilometern recht gemütlich dahin - erst nach Neureichenau bleibt man besser auf dem kleinen Kettenblatt vorne. Und ringsherum überall dichter Nadelwald - die vielen Felder und freien Flächen, die mich den ganzen Vormittag begleitet haben und stets für schöne Ausblicke garantiert haben, werden immer seltener. Haidmühle war ein ehemaliger Grenzbahnhof zu Tschechien, die Bahngleise sind jedoch schon längst demontiert und die Trasse dient heute als Radweg (hier gibt es auch für Fußgänger und Radler einen Grenzübergang). Ich
bleibe in Bayern und die Straße steigt weiter bergan bis zur Kreuzung
mit der Hauptstraße Passau-Prag bei Philippsreut -
weiter geht es immer hart an der Grenze entlang bis Mitterfirmiansreut,
wo überraschenderweise ein paar Schilifte am schattseitig gelegenen
Hang auftauchen. Einer längeren Abfahrt folgt der obligatorisch längere
Anstieg und dort treffe ich auch den ersten Tourenradler heute - Mountainbike,
Lowrider, Dreifach-Gepäckträgertasche und drauf noch das Zelt
gepackt. Nein, der Typ will nicht auswandern, gibt aber zu, etwas zu viel
Gepäck mitgenommen zu haben. Während er im kleinsten Gang weiter
die Steigung hinaufkriecht, tu ich mir nur mit dem Rucksack schon leichter.
Nach Zwiesel Richtung Grenze kann man zuerst den parallel zur Hauptstraße führenden Radweg nehmen. Der schon weithin sichtbare Berggipfel "Großer Arber" bzw. der unterhalb gelegene See muss aber jetzt zuerst noch erkämpft werden - die Steigung wird mit 39/25 relativ gemütlich gefahren.
Ein
sehr schönes Zimmer mit gutem Abendessen und ein heißer Whirlpool
zu einem moderatem Preis (38 Euro Halbpension) lassen mich heute eben
die bayrische Gastronomie sponsern - das "Sporthotel Brennes"
ist aber wirklich ein guter Tip für müde Radler!
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| BRENNES
- MARTINSKY MYLE |
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Nach dem opulenten Frühstücksbuffet braucht es nur ein paar Pedaltritte und dann müssen die nächsten 5 km nach Bayrisch Eisenstein nur die Bremshebel betätigt werden. Hier und in dem schon in Tschechien gelegenen Ortsteil Markt Eisenstein, jetzt Zelenza Ruda, findet sich die übliche touristische Infrastruktur - ich bin aber nicht unglücklich, auf der Höhe übernachtet zu haben, war einfach relaxter dort. Gleich
nach dem Ortsende steigt die Straße auf 5 km stetig an und so werden
die Muskeln endgültig wieder auf Betriebstemperatur gebracht. Genau
am Scheitelpunkt des Höhenzuges zweigt dann die Nebenstraße
Nr. 190 rechts ab und führt zunächst schnurgerade durch den
dichten Wald. |
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Bei einer Straßenkreuzung plötzlich eine Menschen(vor allem auch Radler)ansammlung rund um eine Verpflegungsstation für einen Radmarathon. Trinkflaschen gibt es zwar keine zu verkaufen, aber in Erwartung der ersten Radler sind schon jede Menge Becher mit isotonischem Getränk - heute ganz in rot - vorbereitet und so kann ich auch meinen ersten Durst stillen. Die Weiterfahrt auf noch kleineren Nebenstraßen habe ich auch aufgrund von Empfehlungen in einem vor Jahren in der Zeitschrift "Tour" erschienenen Artikel über Rennradfahren im Böhmerwald (Heft Nr. 10/98) geplant und bin daher auf die folgenden Kopfsteinpflasterabschnitte eingestellt.
Mit 25er Reifen und Stahlgabel und dazu nicht im Rennstress kann ich das Ganze entspannter angehen, am Rand kann man sogar zufriedenstellend herumrumpeln. Bald ist der Spuk vorbei und im winzigen Ort Prasily (der aber mit einer großen Konditorei und mehreren Übernachtungsmöglichkeiten aufwarten kann) gibt es tatsächlich einen kleinen Laden, der sogar eine Radfalsche vorrätig hat! Während der folgenden langen Kilometer zuerst bergauf, dann wieder bergab, bieten die entgegenkommenden Marathonfahrer willkommene Abwechslung. Der Start muss ziemlich früh gewesen sein, wenn das Feld schon so langgezogen ist. Je weiter ich fahre, desto entspannter geht es bei den Marathonistis zu, viele grüßen oder winken.
Bis Vimperk geht es viele Kilometer, immer rasanter mit immer weniger werdenden Kurven bergab, zwischendurch wird das Waldgebiet verlassen. Der Ort, von einer früheren Radreise bekannt, ist zwar hübsch in einem Tal gelegen, aber nach wie vor (sieht man von ein paar verfallenden Häusern im Zentrum ab) von ausgesuchter Hässlichkeit, die Industrieruinen und abgefuckten Wohnblocks sowie die den Ort zusätzlich verschandelnde, auf einer Brücke geführte Umfahrungsstraße haben wohl noch die Kommunisten zu verantworten. Die Hauptstraße Richtung Prachatice bietet guten Fahrbahnbelag und das übliche up und down, aber auch bei optimistischer Betrachtungsweise kann ich den Umstand nicht verleugnen, dass es (entgegen aller Prognosen) zu regnen beginnt. Jeder Radler kennt das: wie ein Ausschlag zuerst ein paar dunkle Punkte am Asphalt, nach ein paar Minuten beginnt dann so eine richtig schöne Regenfahrt, mit Lacken und den Fontänen am Vorder- und Hinterrad. Also Jacke an, Regenhülle über den Rucksack und auf den Umstand hoffen, dass es sich nur um einen Schauer handelt.
Im winzigen Ort Smedec, am Scheitelpunkt gelegen, gibt es eine Gasthaus (mit Unterkunft) extra auch für Radfahrer beschildert. Letztere machen sich aber momentan rar, hat wohl der Regen vertrieben... Die
Hauptstraße führt direkt in das mir schon bekannte Cesky
Krumlov, ich fahre aber über verwinkelte Nebenstraßen
zu dem kleinen Dorf Holasovice, auf meiner Karte mit zwei
Sternen markiert. In diesem Ort stehen bunt angestrichene historische
Bauernhäuser rund um einen rechteckigen großen Platz, ist ganz
nett anzusehen und scheint auch ein beliebtes Ausflugsziel zu sein, interessanterweise
diesmal wieder ohne jegliche touristische Infrastruktur, sieht man von
einem besseren Buffet ab. |
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Die ästhetischen Ansprüche nasser Radfahrer sind meistens minimal, und nach einer heißen Dusche und einem guten Abendessen stört auch das völlig schmucklose Ambiente (sieht man vom Fernseher ab) in dem ansonsten sauberen und natürlich völlig ruhig gelegenen Zimmer nicht mehr. |
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| MARTINSKY
MYLE
- WIEN |
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Schon beim Gang zum Frühstück durch den Innenhof der Mühle werfe ich besorgte Blicke gen Himmel - scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es wieder zu regnen beginnt. Ich habe die Situation richtig eingeschätzt, schon nach ein paar Kilometern das geübte Ritual: Regenjacke an, Regenhülle auszippen und diese um den Rucksack... Den recht kräftigen Schauer hätte ich gerne in einer Gaststätte in Novy Hrady abgewartet, nur hat jetzt am 8.30 am Sonntagmorgen einfach keine geöffnet - also weiter. Nach dem Grenzübergang Phyrabruck ist zwar die Fahrbahn noch nass, aber das Wetter bessert sich (vorläufig). Bis Weitra geht es zwar meistens bergauf, dafür scheint im Ort schon die Sonne. Alles bestens, wären da nicht die dunklen Wolken im Westen, die mich zur Weiterfahrt treiben.
Die dunklen Wolken aus Westen mahnen zur raschen Weiterfahrt - ich will nicht schon wieder nass werden! Auf der (für Waldviertler Verhältnisse) stark befahrenen Hauptstraße nach Krems geht es (noch dazu mit Rückenwind) flott dahin - leider verpasse ich auf die Abzweigung von der neu trassierten und entsprechend ausgebauten Straße in Richtung Kremstal (die Strecke Lichtenau-Senftenberg-Krems ist für Radfahrer bei weitem attraktiver!). Als ich meinen Irrtum bemerke, will ich aber nicht mehr umkehren, zumal mich die dunklen Regenwolken im Süden schon bald überholt haben werden....
Die
weitere Strecke über Hadersdorf-Fels-Kirchberg-Stetteldorf
ist nach der Abzweigung von der Straße Nr. 34 wieder verkehrsfrei
und für Radler, die schnell Richtung Wien fahren wollen, sicher
eine Empfehlung. Kurz vor Stockerau dann doch der schon
den ganzen Tag lang herbeigefürchtete neuerliche Regenschauer -
aber die restlichen Kilometer nach Wien lege ich wieder
im Trockenen zurück. |
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